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19.
Oktober '16

Post von der PKV – Beitragserhöhung – was Sie nun tun können, sollten und was besser nicht


Eigentlich ist die Sau schon tot, also die die in den letzten Tagen und Wochen durch’s Dorf getrieben wurde. So titelten die Zeitungen und Zeitschriften dramatische Schlagzeilen, alles ist schlimm, die PKV und die Versicherer böse, gierig und gemein. Ist dem so? Wo kommen die Anpassungen her? Woraus resultieren diese? Mehr Informationen und vor allem Hinweise was Sie jetzt gerade nicht übereilt tun sollten, das habe ich Ihnen hier einmal aufgeschrieben.

pkv-bap-schlagzeilen-presse

Was ist aber nun dran an den Schlagzeilen, wen betrifft es und warum werden Beiträge in der privaten Krankenversicherung angepasst? „Lohnt“ sich die PKV nun nicht mehr, hat Sie das denn vorher? Um ein bisschen mehr Wissen hierzu zu bekommen und einige Hintergründe besser zu verstehen, sind einige Fakten nötig. Fakten die nicht immer bequem sind, Fakten die teilweise unbeeinflussbar von dem Versicherer sind, aber auch Fakten und Hintergründe die aus der „Geiz ist Geil“ Mentalität kamen und der Gier einiger Privater Krankenversicherungen nach Geschäft, billigem Geschäft.

Warum werden Beiträge in der Privaten Krankenversicherung angepasst?

Nun, das hat viele verschiedene Gründe. Anpassungen bei den Beiträgen der Privaten Krankenversicherung (PKV) und auch Anpassungen in den Beitragssätzen und Zusatzbeiträgen der gesetzlichen Krankenkasse und dem Höchstbeitrag (neue Zahlen 2017 hier) sind erforderlich. Erforderlich weil es Faktoren gibt, welche die Ausgaben im Gesundheitssystem beeinflussen. So führen:

  • – steigende Ausgaben bei Ärzten, Medikamenten und sonstigen Heilbehandlern
  • – längere Lebenserwartungen
  • – geringere Zinserträge und damit weniger Geld in den (Rücklagen-)Kassen

zu steigenden Beiträgen. Wer mehr Geld für (teure) Medikamente ausgibt wird nicht umhinkommen mehr Geld einnehmen zu müssen. Dabei spielen nicht nur neue, teure Therapien bei Krebspatienten eine Rolle, auch die Pharmakonzerne haben einen Anteil an der Entwicklung. Hier werden manchmal neue Präparate ohne besonderen Zusatznutzen auf den Markt geworfen, diese kosten ein Vielfaches der alten. Gelingt es dem Hersteller nun den Arzt zu überzeugen oder diesem Anreize zu geben doch das neue Medikament zu verordnen, so entstehen auch hier höhere Kosten.

Kleiner Hinweis: In der aktuellen Ausgabe der brandeins findet sich im Schwerpunktthema Gesundheit (die es hier auch als kostenfreie Hörversion gibt) sind durchaus interessante Aspekte angesprochen.

Nun muss man in der Schule kein Mathe-Genie gewesen sein um zu wissen, wenn weniger Geld in einen Topf herein kommt, dann kann auch weniger heraus. Wird aber am Ende mehr benötigt, oder Geld länger benötigt weil die Patienten eben 10, 15 Jahre länger leben als gedacht, dann muss mehr Geld in den Topf herein. Dieses „mehr Geld“ kommt aus dem höheren Beitrag und damit der höheren Einzahlung. pkv-beitraege-schema

Wie auf dem Bild gut zu erkennen, kommen aus zwei unterschiedlichen Wegen Gelder in den Topf der PKV. Zum einen durch die Beiträge die der Versicherte zahlt, zum anderen aus den so genannten Kapitalerträgen, vereinfacht Zinsen genannt im Bild. Liegen dort also 100.000 Euro und bekommt der Versicherer hierfür 4% Zins (was ja in der Vergangenheit nicht so ungewöhnlich war), so füllt sich der Topf jedes Jahr um weitere 4.000 Euro. Über Jahrzehnte kommen dort ansehnliche Summen zusammen, für die keine Beiträge erforderlich sind. So lassen sich viele Kosten allein von den Zinsen/ Kapitalerträgen zahlen.

Doch im Moment sieht es nicht nach 4% Zins aus. Haben Sie einmal geschaut wie hoch der Zins bei Ihren Geldanlagen war? Also der vor 10, 5, 2 Jahren und wie hoch dieser heute ist? Heute wollen Banken bei hohen Anlagen noch Geld haben, so genannte Negativzinsen. Während es also vor Jahren kein Problem war Zinsen zu erwirtschaften, ist dem heute eben nicht so. So fehlen also in dem Topf der PKV tausende Euro, weil die Zinserträge nicht kommen.

Bleibt die Ausgabenseite aber gleich oder steigt sogar noch (und muss länger halten, denn leben Menschen länger kostet auch die Gesundheit länger Geld), so muss hier mehr Geld in das System. Dieses muss der private Versicherer also ausgleichen indem er die Beiträge anpasst. Eine solche Anpassung erfolgt unter anderem dann, wenn so genannte „auslösende Faktoren“ erreicht sind. Überschreiten die tatsächlichen Ausgaben die kalkulierten um 5/10% und ist somit der „auslösende Faktor“ erreicht, ist eine Anpassung erforderlich. Wurde dieses in der Vergangenheit aber nicht erreicht, so haben sich Anpassungen aufgestaut und führen dann nun jetzt zu höheren Anpassungen. Aus diesem Grund fallen Anpassungen auch unterschiedlich aus, auch aus diesem Grund sind niemals alle Tarife und Altersstufen eines Unternehmens von einer Anpassung betroffen.

Was können Sie jetzt tun?

Zuerst sollten Sie sich die Relationen einmal vor Augen führen. Aus welchem Betrag wurde angepasst? 10% aus einem Beitrag von 400 Euro sind etwas anderes als 10% aus einem Beitrag über 600 Euro. Weiterhin werfen Sie einmal einen Blick auf den GKV Höchstbetrag und dessen Entwicklung.

Im letzten Jahr gab es- oh Schreck- 34% Anpassung in den AXA VITAL Tarifen. In meinem Beitrag dazu habe ich Ihnen gezeigt wie die Ausgangslage war und warum die 34% durchaus berechtigt waren. Trotz Anpassung sind die Kunden teilweise weit, weit weg von den Prämien, welche in GKV plus Zusatzversicherung fällig geworden wären.

Artikel: 34% Beitragserhöhung im AXA VITAL 250 Tarif zum 01.01.2016- wie Sie als Bestandskunde damit umgehen und was Sie überhaupt tun können

Dennoch ist eine Beitragsanpassung natürlich ärgerlich. Gerade wenn der Arbeitgeberzuschuss schon erreicht ist und die Mehrkosten allein zu Lasten des Versicherten gehen ist es nicht angenehm. Trotzdem: Gesundheit kostet Geld, Gesundheitsvorsorge wird (uns) in den nächsten Jahren und Jahrzehnten allein aufgrund der steigenden Lebenserwartung und/ oder weniger Zinsen noch einiges an Aufwendungen abverlangen. Am Beispiel der Schweiz (siehe brandeins Artikel) sieht man sehr gut wie hoch die Aufwendungen sein können, welche Einschränkungen damit verbunden sind.

Viele Menschen die heute in der PKV sind, sind da falsch.

Ja, richtig gelesen. In die PKV gehören viele Menschen die heute da sind nicht. Wer sich die GKV nicht leisten kann, weil im Rahmen der Selbstständigkeit nicht die gewünschten Gewinne erzielt wurden und einem Vertreter oder Makler die Märchen von der billigen PKV glaubt oder geglaubt hat, der wird sich umsehen. Der wird merken das die PKV nicht das „andere System“ zum Geldsparen ist.

Artikel: Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen

Langfristige Planung, ausreichende Rücklagen und eine sorgfältige Auswahl sind essentiell. Dabei spielen viele persönliche Umstände eine Rolle. Auch die Frage nach dem „bereit sein“ Geld für einen hochwertigen Schutz zu investieren ist berechtigt. Daher geht es nicht darum „irgendwie“ an eine PKV zu kommen, es geht vielmehr darum an den passenden Schutz zu kommen.

Akute Maßnahmen nach der Anpassung

Wenn Sie nun gerade Post bekommen haben und sich nun fragen was Sie tun können, hier einige Hinweise.

  • – 1. überprüfen Sie den Versicherungsschutz. Benötigen Sie alle Leistungen im Vertrag? Stimmen die Anforderungen noch mit denen bei Abschluss überein?
  • – 2. gibt es Leistungen die jetzt neu benötigt werden oder etwas was ausgeschlossen werden kann?
  • – 3. stimmt die Selbstbeteiligung noch, oder kann diese angepasst werden?
  • – 4. enthält der Vertrag einen Risikozuschlag der länger nicht überprüft wurde und nun angepasst werden kann?
  • – 5. handelt es sich um einen alten Bisex- oder neuen Unisextarif? Welcher Kalkulationszins liegt dem Vertrag zu Grunde?
  • – 6. wie kam es damals zu der Auswahl des Versicherers? Gab es Alternativen? Warum wurde es dieser Tarif?
  • – 7. Überprüfen Sie (mit einem Spezialisten) Tarifwechsel nach 204 VVG und das am besten nach den Schritten 1.- 5.
  • – 8. stehen berufliche oder private Veränderungen an?

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06.
September '16

Hallesche Krankenversicherung mit Beitragsanpassung und Garantien zum 01.01.2017


Das Jahresende ist nah, auch die Zeit in der nun wieder fast täglich neue Informationen zu geplanten und erforderlichen Beitragsanpassungen eintreffen und ich diese hier veröffentlichen werde.

Nach bisher bei einigen Unternehmen schon ausgesprochenen Beitragsgarantien für einige Tarife, hat die Hallesche nun Zahlen für eine Anpassung bekannt gegeben. Hierbei handelt es sich um die Anpassung zum 1.1.2017 im Neugeschäft.

Beitragsstabil bleiben dabei folgende Tarife

Vollkostentarif NK1 (1200 Euro SB)
Vollkostentarif NK3 (300 SB)
Vollkostentarif KS1 und KS Bonus
im KS3 findet eine SENKUNG der Beiträge um ca. 5% statt

Ebenfalls beitragsstabil bleiben folgende Tarife aus der PRIMO Serie

PRIMO Bonus Z
PRIMO Bonus Z plus
PRIMO SB Z 1
PRIMO SB Z 1 plus
PRIMO SB Z 3 und 3 plus

In den Tarifen PRIMO SB Z2 und Z2 plus finden SENKUNGEN um ca. 8% statt

Die Ärztetarife MAS (SB Stufen 2 und 3) sind beitragsstabil. Der MAS 1 wird ca. 1% gesenkt, ebenso der MAS Bonus.

Eine Beitragserhöhung bekommen lediglich folgende Tarife:

NK 2 (600 Euro SB) mit ca. 5%
NK 4 mit ca. 8% Steigerung
NK Bonus mit 4% Anpassung

Alles in Allem ist dieses eine sehr erfreuliche Entwicklung und wird die meisten Kunden der HALLESCHE sicher freuen. Die Angaben sind beispielhaft für einen 38jährigen Kunden, in anderen Altersstufen können die Beträge/ Prozentsätze abweichen.

Auch für den Bestandskunden ist diese Angabe nicht geeignet, denn hier gelten andere Anpassungen, die aber erst im Frühjahr kommen sollten.

Hinweis: Die Beitragsanpassung als einzelne Zahl ist weder aussagekräftig zur Qualität des Tarifes, noch gibt es eine Entscheidungsgrundlage für oder gegen einen Abschluss. Dazu lesen Sie bitte den Leitfaden zur privaten Krankenversicherung und schauen sich einmal die Auswahlkriterien genauer an. Bei Fragen melden Sie sich gern.

11.
Juli '16

Bestehenden Schutz in der PKV JETZT überprüfen – So geht’s!


Die private Krankenversicherung passt nicht für jeden. Viele die heute dort versichert sind, die sollten da nicht sein. Klar, Berater, Vertreter und Makler verdienen Ihr Geld damit, das es zu einem Abschluss kommt, dennoch gehört es einfach dazu auch mal „nein zu sagen“, nein wenn es eine offensichtlich falsche Entscheidung ist. Leider passiert es nicht und nicht nur das ist ein Grund für völlig unsinnige Billigtarife in der Privaten Krankenversicherung.

Lesetipp: Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen

Zu der Frage warum Existenzgründer eben gerade nichts in der PKV zu suchen haben (bis auf wenige Ausnahmen) und wer denn nun eigentlich dort gut aufgehoben ist, dazu schreibe ich sicher die Tage noch einmal etwas ausführlicher. Heute geht es aber um einen anderen Punkt.

Leider wird die private Krankenversicherung oftmals noch am Fließband beraten. Auch wenn es vielfach „nicht das Steckenpferd“ des Beraters ist, so wird doch nicht die Kooperation mit einem versierten Kollegen genutzt, sondern schnell mal in die Runde gefragt was denn vermittelbar sei und dem Kunden (völlig ahnungslos oftmals) ein Tarif empfohlen. Auf der anderen Seite merken Kunden erst spät(er) ob der Tarif passt, der Versicherer dem entspricht was die eigenen Vorstellungen waren und sind. Leider wissen viele zudem nicht einmal, was denn die eigenen Vorstellungen sind, denn wenn niemand sagt was es alles am Markt gibt, dann können Sie auch nicht beurteilen ob Ihnen solche Kriterien wichtig sind. Schon lange habe ich für diese „Grundlagenkenntnisse“ einen Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung und die Auswahlkriterien zur PKV aufgeschrieben.

Wer erst im Leistungsfall merkt „Oh, mein Tarif war falsch“, der kann oftmals nicht wirklich etwas ändern. Wer aber rechtzeitig noch einmal drauf schaut und sich überlegt ob alles so passt, der kann zumindest noch einiges „glatt ziehen“.

Was tun wenn der bestehende PKV Schutz nicht passt

Das kommt zunächst darauf an wie die Auswahl zu Stande kam, warum es der eine Tarif wurde und was die Alternativen waren. Gerade wenn der Abschluss bei einem Vertreter erfolgte, dann sollte und muss sich jeder klar sein, der hat in der Regel nur die Gesellschaft anbieten, welche er auch vertritt. Eine Ausnahme sind Mehrfachagenten, das ist aber eher eine Seltenheit. Auch ein Vermögensberater der Deutschen Vermögensberatung ist in der Krankenversicherung (wie in anderen Sparten auch) einer Gesellschaft verpflichtet. Für die PKV ist das die Central Krankenversicherung, in der Berufsunfähigkeitsversicherung die Aachen Münchener Lebensversicherung.

Lesetipp: Die unterschiedlichen Beratertypen in der Versicherungsberatung und -vermittlung

Kann ich einen bestehenden PKV Schutz kündigen?

Ja, können Sie, jederzeit und unter Beachtung der vertraglichen Mindestlaufzeiten (Übersicht über Kündigungsfrist und Mindestlaufzeiten) ist eine Kündigung generell mit einer Frist von 3 Monaten zum Ende des Versicherungsjahres möglich. Bei dem Großteil der Gesellschaften entspricht das Versicherungsjahr dem Kalenderjahr, so ist eine Kündigung also immer bis zum 30. September eines Jahres und dann mit Wirkung zum 01.01. des Folgejahres möglich. Eine solche Kündigung sollte aber niemals voreilig oder „nur mal so“ erfolgen, denn auch wenn eine Versicherungspflicht besteht und somit eine Kündigung vielleicht gar nicht wirksam wird, so gilt das nicht unbedingt für Krankentagegelder und andere Bausteine des Vertrages, also immer genau überlegen.

Tarifauswahl wie bei Neuabschluss

Der erste Schritt ist also immer die Überprüfung des bestehenden Versicherungsschutzes. Eine solche Überprüfung sollte so stattfinden, als würden Sie heute einen ganz neuen Schutz auswählen. Also legen Sie zunächst mit Hilfe des Kriterienfragebogens die Auswahlkriterien fest und überlegen sich dabei, was Ihnen heute wichtig ist. Das kann durchaus etwas anders aussehen, anders als es noch bei Abschluss der Fall war.

Oft höre ich Sätze wie „Aber so viele Fragen hat mir mein Berater bei Abschluss gar nicht gestellt“ und „muss ich das wirklich alles ausfüllen“? Ja, denn die Entscheidung für oder gegen eine PKV, für oder gegen eine Gesellschaft und für oder gegen einen speziellen Tarif ist wie eine Ehe, Sie binden sich an den Versicherer in „guten und in schlechten Zeiten„.

Erst wenn diese Grundlagen feststehen, legen Sie (mit Hilfe eines spezialisierten Beraters) den alten Tarif daneben und überprüfen, welche Leistungen dieser Tarif enthält und welche fehlen oder „überflüssig“ sind. Sollten Sie eine entsprechende Gegenüberstellung von mir wünschen, so schreiben Sie mir hierzu bitte mit Klick auf diese ANFORDERUNG EINES PKV Tarifvergleiches eine E-Mail.

Analyse und Entscheidungsgrundlage

Ist diese Analyse erfolgt, Sie wissen Sie zunächst einmal „wo Sie stehen, wissen also welche Leistungen vielleicht drin sein sollten, es aber nicht sind. Ebenso können Sie einschätzen ob ein solcher Versicherungsschutz etwas ist, mit dem Sie alt werden können und wollen. Ist dem nicht so, so gibt es zwei Möglichkeiten:

Tarifwechsel nach 204 VVG

Das ist immer die erste Überlegung. Wenn nicht ganz gravierende Dinge gegen einen Verbleib bei der Gesellschaft sprechen, so ist ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft die erste Überlegung. Dabei sollte aber auch überprüft werden, wie „safe der Vertrag ist“. Wurden bei Antragstellung alle und damit meine ich wirklich alle nötigen Angaben in den Gesundheitsfragen gemacht? Schlummert hier vielleicht ein Pulverfass was bei der ersten großen Rechnung (und der dann folgenden Prüfung einer Anzeigepflichtverletzung) „hochgeht“? Gehen Sie einmal in sich und überlegen genau welche Angaben erfragt wurden und was eingetragen ist. Hat Ihr Berater lapidar abgewunken und sind Sätze gefallen wie:

„Das brauchen Sie nicht angeben, das ist ja nur Bagatelle“ oder „wenn es ausgeheilt ist, brauchen wir es nicht aufschreiben“ aber auch „freiverkäufliche Medikamente? Die brauchen wir nicht angeben!“

Alle das sind gern gehörte Sätze und diese „brechen Ihnen im Leistungsfall das Genick„. Auch wenn bei der Analyse mit dem Kriterienfragebogen heraus kommt, es fehlen viele Leistungen die Sie (jetzt) gern hätten oder gar Leistungen von denen Sie dachten diese wären im Tarif enthalten, dann sind das eindeutige Anzeichen den Schutz anzufassen und zu reagieren, jetzt, wo Sie es gesundheitlich noch können.

Dabei erheben auch die derzeitigen Versicherer dann für die Mehrleistungen Zuschläge und führen eine Gesundheitsprüfung durch, nichts anderes als bei einem neuen Abschluss passieren würde. Dennoch ist es wichtig eine solche Überprüfung regelmäßig vorzunehmen.

Kündigung und neue Ausrichtung

Manchmal ist es dennoch sinnvoller den Versicherer zu verlassen.

  1. Ja, Sie sind dann ein Jahr älter.

  2. Ja, Sie müssen dann in die Unisextarife, sind vielleicht nicht mehr in den alten Bisextarifen.

  3. Ja, Sie haben nicht mehr das alte Eintrittsalter und Fristen und Summenbegrenzungen beginnen neu.

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13.
Mai '16

Warum 80 Euro Krankentagegeld doch keine 2.400 Euro Monatseinkommen sind – eindeutig zu wenig


Wer privat krankenversichert ist, der hat (hoffentlich) neben der eigentlichen Krankenversicherung auch ein Krankentagegeld. Das Krankentaggeld ist eine Leistung, welche separat versichert werden muss und nicht- wie in der gesetzlichen Krankenkasse bei Angestellten- automatisch enthalten ist.

Oftmals versichern Kunden auf Rat Ihres Vermittlers oder Beraters ein solches Krankentagegeld in dem Vertrag ihrer Krankenvollversicherung. Schauen Sie mal in Ihren eigenen Vertrag, welchen Betrag lesen Sie dort? Viele Versicherer geben die Leistung als eine Zahl hinter der Tarifbezeichnung an. Ein Tarif KT43/80 bedeutet somit, die Leistung beginnt nach dem 43. Tag und umfasst einen Betrag von 80 Euro Tagessatz.

Wie funktioniert das Krankentaggeld?

Betrachten wir Arbeitnehmer, so ist der Arbeitgeber für die ersten sechs Wochen einer Krankschreibung verantwortlich. Hier wird weiterhin das bisherige Nettoeinkommen als so genannte Lohnfortzahlung erbracht. Vereinfacht ausgedrückt, Sie sind krank geschrieben und bekommen dennoch Lohn. In den ersten sechs Wochen einer Krankheit brauchen sich somit Arbeitnehmer keine weniger Sorgen zu machen. Einige Arbeitgeber gehen dabei noch weiter. Diese können die Lohnfortzahlung ausdehnen und einige Unternehmen staffeln diese zudem bis zu sechs Monaten.

Doch zurück zur Standardversion. Nach den sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber leistet die gesetzliche Krankenkasse. Doch was eigentlich?

Berechnung des Krankentaggeldes für gesetzlich Versicherte?

In unserem Beispiel nehmen wir einen kinderlosen Arbeitnehmer mit 3.000 Euro Brutto und 1.882 Euro netto (Steuerklasse 1). Zunächst gilt die Grundlage: 70% vom Bruttoeinkommen, aber nicht mehr als 90% vom Nettoeinkommen darf das, auf den Tag herunter gerechnete, Krankengeld betragen.

Bruttoeinkommen:  3.300,00 €  max. 4237,50 Euro anrechenbar
Nettoeinkommen:  1.882,00 €
 pro Monat  pro Tag
70% vom Brutto  2.310,00 €  77,00 €
90% vom Netto  1.693,80 €  56,46 €
Abzüge vom Krankengeld
9,350%  gesetzl. Rentenvers.  158,37 €  5,28 €
1,500%  Arbeitslosenvers.  25,41 €  0,85 €
1,175%  Pflegeversicherung  19,90 €  0,66 €
0,250%  Zuschlag kinderlos
(von 80% des Bruttos)
 6,60 €  0,22 €
 Nettokrankengeld   1.483,52 €  49,45 €
 Differenz:  -398,48 € -13,28 €

Dabei gibt es aber noch eine weitere Grenze. Maximal wird immer nur das Einkommen berücksichtigt, für welches auch Beiträge gezahlt wurde. Die Beitragsbemessungsgrenze verändert sich nahezu jährlich und damit ist auch der maximale Wert des Krankengeldes nicht gleich. Im Jahr 2016 liegt die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung bei (heruntergerechnet) 4.237,50 Euro pro Monat. Die genauen Werte zur Sozialversicherung finden Sie im Beitrag „Sozialversicherungswerte 2016 – eine Übersicht

Wer also über dieser Grenze liegt, für den wird die Lücke noch deutlich größer, da das Einkommen darüber nicht angerechnet wird.

Bruttoeinkommen:  5.000,00 €  max. 4237,50 Euro BBG
Nettoeinkommen:  2.825,78 €
 pro Monat  pro Tag
70% vom Brutto  2.966,25 €  98,88 €
90% vom Netto  2.543,20 €  84,77 €
Abzüge vom Krankengeld
9,350%  gesetzl. Rentenvers.  237,79 €  7,93 €
1,500%  Arbeitslosenvers.  38,15 €  1,27 €
1,175%  Pflegeversicherung  29,88 €  1,00 €
0,250%  Zuschlag kinderlos
(von 80% des Bruttos)
 8,48 €  0,28 €
 Netto Krankengeld  2.228,91 €  74,30 €
 Differenz: -596,87 € -19,90 €

Der Unterschied zwischen pflicht- und freiwillig versicherten Angestellten liegt also im wesentlichen in der Differenz zwischen Nettoeinkommen und ausgezahltem Krankentagegeld, denn je mehr Einkommen die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt, desto schmerzlicher ist der Verlust.

Wie hoch ist das Tagegeld für einen privat Versicherten?

Das ist zunächst einmal so hoch, wie Sie es abschließen. Auch hier haben Versicherer Höchstgrenzen festgelegt und lassen nicht alles zu was der Versicherungsnehmer gern möchte. Die Angemessenheit wird von jedem Unternehmen individuell bestimmt und bei Antragstellung geprüft. Auch wird hier im Leistungsfall gem. Versicherungsbedingungen noch einmal ein Blick auf die Frage der Angemessenheit geworfen. Doch eine Sache wird meist vergessen. Die Abzüge.

Bruttoeinkommen:  5.000,00 €
Krankentagegeld:  3.127,28 €
AG Zuschuss PKV  300,00 €
PKV Beitrag: -600,00 €
verfügbares Netto:  2.827,28 €
Abzüge vom Krankengeld  pro Monat
 80 Euro pro Tag =  PKV Krankentagegeld  2.400,00 €
18,7%  gesetzl. Rentenvers. -748,00 €
0,000%  Arbeitslosenvers.  –   €
 PKV Beitrag -600,00 €
 Differenz:  -1.775,28 €

 

Wer in der PKV versichert ist, für den fallen während der Zeit des Krankentagegeldbezuges keine Beiträge für die Arbeitslosenversicherung an. Auch die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sind freiwillig und müssen nicht bezahlt werden. ABER: Durch die Nichtzahlung fehlen dann Versicherungszeiten in dem eigenen Versicherungsverlauf. Das mag bei kurzen Krankschreibungen für die Rente noch gar nicht so relevant sein, aber es entstehen gefährliche Versicherungslücken.

Wichtig ist die so erworbene Anrechnungszeit für die anrechenbaren Zeiten, die für die Höhe des Bezuges einer Rente als Alters-, Erwerbsminderungs- oder Witwenrente etc. entscheidend sind. Des Weiteren sind für die verschiedenen Rentenarten Mindestversicherungszeiten bzw. Wartezeiten zu erfüllen (z. B. allgemeine Wartezeit von 5 Jahren für Regelaltersrente, Rente wegen Todes, Rente wegen verminderter Erwerbsunfähigkeit), die bei Nichtentrichtung der freiwilligen Beiträge eventuell nicht erfüllt werden können.

Daher ist es empfehlenswert die Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung „freiwillig zu zahlen“.  Der Antrag dazu muss binnen drei Monaten nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit beim zuständigen Rentenversicherungsträger gestellt werden, nur dann ist die nahtlose Versicherung möglich. Kommt der Antrag verspätet, so gilt eine mögliche Rentenversicherung erst dann und damit entsteht eine Lücke. Eine solche „Versicherungspflicht auf Antrag“ kann von Arbeitnehmern nur wahrgenommen werden, wenn dieser im letzten Jahr vor der Arbeitsunfähigkeit zuletzt versicherungspflichtig in der GRV war. Die Beitragsleistung während der AU ist für höchstens 18 Monate möglich.

Höhe der Beiträge

Pro Tag sind maximal 80% des gesetzlichen Rentenversicherungsbeitrages bis zur Höhe der Rentenversicherung-Beitragsbemessungsgrenze (2016: West: 6.200 €, Ost: 5.400 €) versicherbar, z. B. für 2016: 80% * 6.200 Euro * 18,7 % = 927,52 / 30 Tage = 30,91 Euro pro Tag. Höchstens ist jedoch das zuletzt versicherte Arbeitsengelt als Bemessungsgrundlage heranzuziehen. In unserem Beispiel also 80% * 5.000 Euro * 18,7 % = 748 Euro/ 30 Tage = 24,93 Euro pro Tag.

Wäre das Krankengeld unsere Kunden oben richtig, würde es nicht 80 Euro am Tag, sondern fast 140 Euro betragen. Dabei ist zu beachten, das einige PKV Unternehmen die 100%ige Versicherung der Rentenversicherungsbeiträge plus Krankenversicherungsbeitrag NICHT zulassen, sondern Höchstgrenzen haben.

Bitte überprüfen Sie Ihr Krankengeld – JETZT!

Leider ist auch das eigene Krankentagegeld so eine Sache. Irgendwann hat mal irgendwer irgendwo gesagt es müssen X Euro sein. Anpassungen werden oft vergessen oder werden einfach nicht gemacht und im Fall der Leistung geht dann das große Jammern los. Daher: Bitte das eigene Krankengeld überprüfen und auf den passenden Wert anheben.

02.
Mai '16

Anpassung des Krankentagegeldes bei der Halleschen ohne Gesundheitsprüfung


Das Krankentagegeld gehört- neben einer ordentlichen Absicherung bei Berufsunfähigkeit- zu einer der wichtigsten Absicherungen im Krankheitsfall. Dieses sichert nicht nur die Weiterzahlung der eigenen Beiträge zur Privaten Krankenversicherung und damit auch den dauerhaften Erhalt des Versicherungsschutzes.

Aus diesem Grund enthalten die meisten Verträge der privaten Krankenversicherung so genannte Dynamisierungsoptionen. Damit ermöglicht der Versicherer eine Erhöhung des Krankengeldes auch dann, wenn der gesundheitliche Zustand keinen Neuabschluss oder keine Erhöhung mehr zulassen würde. In den Versicherungsbedingungen finden sich daher meist zwei Optionen. Eine individuelle und eine allgemeine. Auch bei der Hallesche finden wir in den Bedingungen eine solche Erhöhungsoption:

§ 4 Umfang der Leistungspflicht

1 Erhöht sich das Nettoeinkommen aus der beruflichen Tätigkeit, so kann das Krankentagegeld im Verhältnis der Steigerung des Nettoeinkommens auf Antrag höher versichert werden. Verkürzt sich bei Arbeitnehmern die Dauer des Anspruchs auf Fortzahlung des Entgelts im Falle der Arbeitsunfähigkeit, so kann Versicherungsschutz in einer Tarifstufe mit entsprechend kürzerer Karenzzeit beantragt werden. Ein solcher Antrag wird ohne erneute Risikoprüfung angenommen, wenn er innerhalb von 2 Monaten zum nächsten Monatsersten gestellt wird. Vom Zeitpunkt der Vertragsänderung an wird die Mehrleistung auch für einen laufenden Versicherungsfall gezahlt, soweit hierfür im Rahmen des bisher versicherten Krankentagegeldes Leistungspflicht besteht.
Die Erhöhung des Nettoeinkommens bzw. die Verkürzung der Dauer des Anspruchs auf Fortzahlung des Entgelts im Falle der Arbeitsunfähigkeit sind auf Verlangen nachzuweisen. Im Falle der Beendigung eines Arbeitnehmerverhältnisses und Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit gilt die Regelung über die Verkürzung der Karenzzeiten bei einer Änderung der Entgeltfortzahlungsdauer bei Arbeitnehmern sinngemäß.

Diese Anpassungsmöglichkeit sichert somit den passenden Versicherungsschutz über die Vertragsdauer. Doch nicht jeder Versicherte hat während der Versicherungszeit entsprechende Lohnerhöhungen und auch dort denkt nicht jeder Versicherte dann daran. Daher bieten die Versicherungen, auch die Hallesche, von Zeit zu Zeit eine weitere, freiwillige Option an um das Krankentagegeld (KT) an neue Gegebenheiten anzupassen. Eine solche Anpassung läuft derzeit.

Wer kann bei der Halleschen das KT anpassen?

Die Hallesche verschickt derzeit entsprechende Anpassungsschreiben an Versicherte, welche eine Anpassung für das Jahr 2015 noch nicht vorgenommen haben. Das Ganze sieht dann so aus:

Hallesche KT Anpassung 2016

Wie hoch darf das Krankentagegeld bei der Halleschen sein?

Die Regelungen sind nicht einheitlich in der Branche. Daher gelten die nun folgenden Aussagen so nur für die versicherten Krankentagegelder bei der HALLESCHE Krankenversicherung. Die Höhe des Krankentagegeld berechnet sich nach dem Einkommen:

KT Anpassung - HALLESCHE Einkommen

Zunächst einmal ist zu berechnen, wie hoch das neue Krankentaggeld sein muss. Dabei gelten grundsätzlich dreißig Tage als Grundlage. Wer also 4.500 Euro Bruttoeinkommen hat, dafür aber 13 Gehälter bekommt, für den sieht die Rechnung wie folgt aus:

4.500 Euro * 13 Monate = 58.500 Euro. Das kalkulatorische Monatsbrutto liegt also bei:

58.500 Euro / 12 Monate = 4.875 Euro, davon 80% = 3.900 Euro

bei 30 Tagen liegt der (mehr …)