Archiv für die Kategorie ‘BAP’

08.
November '17

Kauft sich die AXA die Kunden mit dem Treuebonus ein und verhindert so eine Kündigung bis 2019


Es gibt schon so Kuriositäten am Markt und manchmal fragt man sich dann doch: „Sind wir auf einem Basar?“ oder „macht einfach jeder alles wie er will?“

Die Axa Krankenversicherung hat es derzeit nicht leicht. Erst wurde die Beitragsanpassung gerichtlich in Frage gestellt und liegt nun weiter beim Bundesgerichtshof, dann gibt es erneute Beitragsanpassungen in den Tarifen VITAL und EL, ELO Bonus, wo man sich die Frage nach einem Versagen der Kalkulation durchaus stellen darf.

Doch nun kommt die nächste interessante Nummer. Der Versicherer hatte nicht unbedingt den besten Ruf in der Vergangenheit und fördert diesen durchaus auch durch eigenwillige Interpretationen von Anzeigepflichtverletzungen und nachträglichen Risikozuschlägen. Daher hat man anscheinend mit schwindenden Kunden zu kämpfen, denn Kunden und Versicherte werden aufgeklärter. Aufgeklärt durch tolle Kollegen und Berater am Markt und das Verständnis „billig kann nicht langfristig gut und stabil sein“ steigt durchaus. Bei einem Mitbewerber aus Köln, der Central Krankenversicherung die nun ja verschwindet, gab es das schonmal. Dort hatte das Ganze den Namen „Tarifbonus“ und war ein Nachlass auf den Beitrag.

Grundlage: Kündigung bei Beitragsanpassung

Bevor wir uns aber mit dem eigentlichen Thema beschäftigen, hier eine Grundlage zur Beitragsanpassung und Ihren Rechten als Kunde. Eine Anpassung von Beiträgen ist in der gesetzlichen wie der privaten Krankenversicherung normal und notwenig. Mehr dazu habe ich auch unter dem Punkt „Beitragsanpassung“ zusammengefasst.

Wer also eine Beitragsanpassung in seinem Tarif bekommt, sollte keineswegs sofort und unüberlegt kündigen, sondern ggf. über einen Tarifwechsel nachdenken. Auch hierzu gibt es einen älteren Artikel, der im Wesentlichen aber immer noch gilt. „Tarifwechsel statt Kündigung in der privaten Krankenversicherung

Aber ungeachtet der Frage, ob Sie kündigen sollten, allein die Tatsache „Sie könnten“ scheint der Axa aktuell etwas Sorgen zu machen. Ich würde nicht soweit gehen, dass ich behaupte es macht der Axa Angst, aber irgendwas muss ja dran sein, denn sonst würde man nicht vorsorglich mit allen Mitteln versuchen, die Kunden zu halten. Wie ich darauf komme? Nun, es gibt derzeit bei Kunden der Axa ein Schreiben, welches genau das belegt. Aber einmal der Reihe nach:

Wir schenken Ihnen Geld, wenn Sie bloß nicht kündigen

So liest sich das Schreiben zumindest, welche die Axa derzeit an Kunden verschickt. Keineswegs ist es dabei das Schreiben mit den Informationen zur Beitragsanpassung und dort bei Beilegen oder ähnliches, nein, es wird extra vorher verschickt um den Versicherten auf die schlechte Nachricht der Anpassung vorzubereiten und das Gefühl von „alles nicht so schlimm“ zu vermitteln. Eine schöne Überschrift hat es zudem, die AXA schreibt nämlich:

Ihre Treue wird belohnt

Klingt doch gut, oder? Belohnung ist immer gut, treu sein möchte man auch gern, Sie etwa nicht? Doch dann folgt der weitere Text in dem klingt es dann schon etwas anders, denn so ohne Haken und Ösen ist es dann nicht mehr. Zunächst die schlechte Nachricht, denn man möchte ja mit der guten enden, die bleibt eher in Erinnerung bis zum nächsten Schreiben.

1.) Wir müssen Ihre Beiträge anpassen, das machen wir zum 01. 01. 2018

Die Anpassung ist, wie beschrieben, auch nicht ungewöhnlich, solange alles im Rahmen bleibt. Menschen leben länger, verursachen somit mehr und länger Kosten und damit ist der Versicherer auch darauf angewiesen mehr Geld zurückzulegen. Soweit auch so unkompliziert.

Aber dann folgt der Treuebonus und auch die erste Zahl. 400 €, somit über 33 € pro Monat bietet die Axa den Kunden an. Ein Angebot um den Kunden versöhnlich zu stimmen, ihn zu „überreden“ doch nicht zu kündigen, keinen Tarif zu wechseln und damit das Problem im EL Bonus womöglich noch zu verschlimmern? Ein Angebot um zu zeigen:

„Hey, wir nehmen Dir mehr Geld ab, aber geben auch etwas wieder.“

Woher stammt das Geld?

Auch diese Beträge stammen aus den RfB Mitteln. Also den Geldern die der Versicherer für eine eventuelle Beitragsrückstellung „angespart“ hat und mit denen er neue Kunden locken und leistungsfreie Bestandskunden „bei der Stange halten will“. Denn wer leistungsfrei ist und keine Rechnungen einreicht, der wird belohnt. Alle anderen Kunden, welche krank sind, Unfälle haben, Medikamente benötigen, die nicht.

Und schon kommen wir zu dem Haken an der ganzen Nummer, denn es gelten Bedingungen, einige sogar und diese schränken den Teil derer schon einem die es überhaupt bekommen.

  • Bonus entspricht in etwa dem durchschnittlichen Mehrbeitrag der Erhöhung zum 1.1.18

  • Bonus gibt es nur einmalig für das Jahr 2018

  • der Bonus wird nur dann gezahlt, wenn Sie bis zum 30. 06. 2019 noch in dem Tarif versichert sind (es darf also keinen Tarifwechsel gegeben haben, keine Kündigung bis Juni 2019, also ist ein Wechsel oder eine Änderung erst weiter zum 1.1.2020 möglich. Ein teuer erkaufter Bonus

  • Sie müssen für 2017 UND 2018 leistungsfrei sein (wer also auch nur eine Rechnung in 2017 eingereicht hat, der ist schon jetzt raus)

  • Auszahlung erfolgt erst im August 2019

  • Höhere Beiträge aus der Anpassung sind aber ab 1.1.2018 zu zahlen, und für 2019 dann ggf. auch + weitere Anpassung wenn erforderlich

  • Beiträge müssen inkl. eventueller Mahnkosten bezahlt sein

  • kein Rechtsanspruch für Folgejahre

Schauen wir uns also einmal die Regelungen und Einschränkungen genauer an, hat das eher etwas von „Lockangebot“ und „Gut-Wetter-machen“, aber eben nichts mit ehrlicher Kalkulation zu tun. Nochmals, Anpassungen sind wichtig, diese aber einseitig einigen wenigen Kunden zu erstatten, ist zumindest fragwürdig.

Steuerlich schadet es zusätzlich

Auch hier lohnt sich ein Anruf beim Steuerberater und ggf. einmal die genaue Nachfrage und Berechnung. Denn: Die Beitragsrückzahlung (und nichts anderes ist es) ist eben auch ein Betrag X, welcher den Aufwand zur privaten Krankenversicherung mindert und damit den Betrag verkleinert, welcher sich steuerlich anrechnen lässt. So können je nach persönlicher Situation und dem eigenen Steuersatz aus den angekündigten 400 Euro auch schnell 300, 280 oder weniger werden. Steht da nicht, macht ja nix. Es ist auch ein Versicherer und kein Steuerberater.

Daher ist es schon heute so, dass bei einigen Versicherten das Einreichen der Rechnungen besser ist. Nicht alle die einen Anspruch auf eine Beitragsrückerstattung haben sollten diese auch wählen. Manchmal reicht man die Rechnungen einfach ein.

Arbeitgeberzuschuss – macht das was?

Nein, am Arbeitgeberzuschuss ändert sich dabei nichts, denn auch wenn der Treuebonus eine Auszahlung ist, mindert dieser erst im Folgejahr oder später. Daher ändert sich der Arbeitgeberanteil nicht und teilen müssen Sie mit dem AG auch nichts.

Wer hat etwas von dem Bonus?

Als allererstes die Axa. Denn ich wette darauf, viele lesen nur halb oder überfliegen solche Schreiben. Dann bleibt das hängen, was in der Mitte steht und das war nun mal:

„Treuebonus in Höhe von 400 €“

Auch einige Versicherte werden davon etwas haben, wenn diese

  • die PKV als Sparplan sehen

  • keine Rechnungen in 2017 einreichen, keine Rechnungen in 2018 einreichen

  • eventuelle Aufwendungen (außer Schutzimpfungen/ Vorsorge wenn im Tarif geregelt) einfach selbst zahlen

  • nicht auf die Idee kommen den Tarif zu wechseln bis 2019

  • auf keinen Fall vor dem Termin 1.1.2020 kündigen

All diejenigen werden sogar den Bonus bekommen. Blöd nur, von dem Geld was dann irgendwann im August 2019 zurück gezahlt werden wird, bleibt nix über. Warum? Das Geld wurde im Jahre 2018 schon als höhere Beiträge bei den Kunden wieder abgebucht. (OK, wenn noch ein AG Anteil da ist, bleibt vielleicht noch ein bisschen übrig für das Jahr 2019, spätestens dann ist es aber verbraucht.

Gibt es zum 01. Januar 2019 eine weitere Anpassung, so kommt diese noch obendrauf. Kündigen dürfen Sie dann ja dennoch nicht vorschnell, den Tarif wechseln auch nicht.

Und nun?

Da hat sich einer aus der Marketingabteilung gedacht: „Hey, bevor wir dem Kunden schreiben wir wollen mehr Geld, schreiben wir ihm erstmal er kriegt welches“. Damit machen wir mal Gute Stimmung und dann tut die Erhöhung auch nicht so weh.

Schöne Idee, wären dann nicht die Haken und Ösen, Einschränkungen und Bedingungen welche das Angebot für all die Kunden uninteressant machen, welche die Krankenversicherung als das sehen was sie ist. EINE KRANKENVERSICHERUNG. Eine die leisten soll wenn es nötig ist, die vor finanziellen Folgen bei Krankheit und Unfall schützen soll. Schauen wir uns aber die Leistungen des EL Bonus an und vergleichen mal mit der GKV und anderen Tarifen, stellt sich eh die Frage ob es nicht einfach ein Sparstrumpf ist.

Machen Sie sich selbst ein Bild. Haben Sie das Schreiben auch bekommen?

Welchen Bonus hat man Ihnen angeboten? Auch 400 €? Mehr? Weniger? Schreiben Sie es gern in die Kommentare.

09.
Oktober '17

Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) mit hohen Beitragsanpassungen in Alttarifen


Vor einigen Tagen hatte ich von einem Versagen der Kalkulation bei der Axa geschrieben und im Verlauf auch zu dem gerichtlichen Prozess um die Unabhängigkeit des Treuhändlers. Hier zeigt sich bei den Anpassungen der AXA ein sehr hoher Bedarf, die Hallesche hatte hingegen deutlich moderatere Entwicklungen angekündigt. Nun folgt der nächste im Bunde, auch die SDK veröffentlicht nun bereits das, was die Kunden nach dem 14. 11. 2017 als Post nach Hause bekommen.

–> Beitragsanpassungen zum Januar 2018 können Sie aktualisiert immer wieder hier nachlesen. 

Doch nun zurück zum eigentlichen Thema dieses Beitrages, den angekündigten Anpassungen der Süddeutschen Krankenversicherung, welche in den letzten Jahren immer wieder auf die „Ein-Traifwerk Strategie“ hingewiesen haben und damit nach eigenen Aussagen sehr gut gefahren sind. Zum Mai diesen Jahres kamen dann die neuen Tarife mit einem der höchsten, wenn nicht dem höchsten Leistungsniveau in der deutschen PKV. Mit „mehr geht nicht“ lassen sich die Leistungen der Tarife am besten umschreiben.

–> Neue Tarife der Süddeutschen Krankenversicherung – mehr Leistung, noch mehr Leistung

Diese neuen, gerade erst eingeführten Tarife „Gesundheit fair“ sind von der Anpassung nicht betroffen. Wie auch, sind diese nun auch erst wenige Monate alt. Zudem hatte die SDK den Bestandskunden in den Alttarifen bereits bei der Tarifeinführung der neuen „Gesundheit Fair“ Serie ein Wechselrecht ohne Gesundheitsprüfung eingeräumt, was ich persönlich für- vorsichtig formuliert- schwierig halte, aber das ist ein anderes Thema.

Beitragsanpassung 2018 – welche Tarife sind betroffen?

Grundsätzlich kann man sehr vereinfacht sagen, fast alle Tarife in dem alten Tarifwerk FLEXOPrivat sind von der Anpassung betroffen. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um die

  • FLEXOPrivat Tarife in der alten Bisex Welt

  • FLEXOPrivat Tarife in der neuen Bisex Welt

  • FLEXOPrivat Tarife in der Unisex Welt

  • Beamtentarife in der alten Bisex Welt

  • Beamtentarife in der neuen Bisex Welt

  • Beamtentarife in der Unisex Welt

  • Pflegetagegelder PG in Bisex (nur bei Männern)

  • Zusatztarife (dort teilweise aus Senkungen)

  • Krankentagegelder in Bisex

  • Krankentagegelder in Unisex

  • Firmentarife

  • Kassentarife

  • Alttarife

handelt, all diese Tarife sind betroffen und werden teilweise sehr deutlich angehoben. Damit keine Missverständnisse entstehen und wie ich es auch sonst immer schrieb, Anpassungen finden nicht in Prozent sondern am Ende in Euro statt. Die SDK besitzt Bausteintarife, bedeutet also auch es kann nur ein Baustein (ambulant, stationär und/oder Zahn) angepasst werden, dennoch sind die Anpassungen gravierend.

Beitragsanpassung 2018 – wie hoch können die Anpassungen sein?

Nun, die SDK hat bereits Prämien veröffentlicht, Prämien für das Neugeschäft welche sich nicht direkt 1:1 auf den Bestand übertragen lassen, dennoch bieten diese Anpassungen im Neugeschäft einen Ausblick auf die Bestandstarife. Ich werde einfach mal hier zu den Tarifen / Tarifgruppen einige Anpassungszahlen schreiben. Alle Angaben sind in %.

FLEXOPrivat Tarife in der alten Bisex Welt, Tarife A100, A107, A80

ambulante Tarife A100n, A107n, A80n, A210n, A75n – Anpassungen bis 20% bei Kindern, bis 25% bei Erwachsenen, Frauen bis 43%
AZn – Anpassungen bis 1,6% bei Kindern, Schüler bis 60%, bis 23% bei Erwachsenen
stationäre Tarife S102n, S101n – keine Anpassungen bei Kindern, bis 20% bei Schülern, bis 21% bei Erwachsenen

FLEXOPrivat Tarife in der neuen Bisex Welt

ambulante Tarife A100n, A107n, A80n, A210n, A75n – Anpassungen bis 20% bei Kindern, bis 25% bei Erwachsenen
AZn – Anpassungen bis 1,6% bei Kindern, Schüler bis 60%, bis 10% bei Erwachsenen
stationäre Tarife S102n, S101n – keine Anpassungen bei Kindern, bis 43% bei Schülern, bis 21% bei Erwachsenen

FLEXOPrivat Tarife in der Unisex Welt

ambulante Tarife A100U, A107U, A80U, A210U, A75U – Anpassungen bis 22% bei Kindern, bis 21% bei Erwachsenen, Frauen bis 39%
AZU – Anpassungen bis 2% bei Kindern, Schüler bis 50%, bis 12% bei Erwachsenen
stationäre Tarife S102U, S101U – keine Anpassungen bei Kindern, bis 20% bei Schülern, bis 8% bei Erwachsenen

Beamtentarife in der alten Bisex Welt

ambulante Tarife A30a, R30a, BW1a – Anpassungen bis 37% bei Schülern, bis 23% bei Erwachsenen
AZn – Anpassungen bis 17% bei Kindern, Schüler bis 38%, bis 11% bei Erwachsenen
stationäre Tarife S30a – 20% Anpassungen bei Kindern, keine bei Schülern, keine bei Erwachsenen

Beamtentarife in der neuen Bisex Welt

ambulante Tarife A30n, R30n, BW1n – Anpassungen bis 38% bei Schülern, bis 23% bei Erwachsenen
AZn – Anpassungen bis 17% bei Kindern, Schüler bis 38%, bis 9% bei Erwachsenen
stationäre Tarife S30n – 20% Anpassungen bei Kindern, keine bei Schülern, keine bei Erwachsenen

Beamtentarife in der Unisex Welt

ambulante Tarife A30U, R30U, BW1U – Anpassungen bis 15% bei Schülern, bis 11% bei Erwachsenen
AZn – Anpassungen bis 17% bei Kindern, Schüler bis 28%, bis -3 bis 4% bei Erwachsenen
stationäre Tarife S30a – 20% Anpassungen bei Kindern, keine bei Schülern, keine bei Erwachsenen

Pflegetagegelder PG in Bisex (nur bei Männern)

PG1, 2, 3, 4, 5 (S) Keine bei Kindern und Schülern, bis zu 67% bei Erwachsenen

Zusatztarife (dort teilweise aus Senkungen)

Zusatztarife AG, AG80, NH, ZGBm WGZ Senkungen bis 40%, Erhöhungen bis 15%

Zusatztarife Unisex: Senkungen bis 40%, Erhöhungen bis 24%

Krankentagegelder in Bisex

TA2-52: geringe Senkungen, in hohen Karenzzeiten bis 60% Anpassung

Krankentagegelder in Unisex

TA2-52: geringe Senkungen, in hohen Karenzzeiten bis 80% Anpassung

Firmentarife, Kassentarife

geringe Senkungen, Anpassungen bis 30%

Alttarife

Anpassungen auch hier von Senkungen bis 12% bis hin zu Erhöhungen von 29%

Beitragsanpassung 2018 – was Sie tun können?

Nun, zunächst sei nochmals erwähnt, es handelt sich hier um Neugeschäftsbeiträge. Allerdings von Tarifen die so aktiv nicht mehr angeboten werden. Die SDK hat sich mit Einführung des neuen Tarifwerkes entschieden, hier den Bestandskunden ein Wechselrecht anzubieten.

Dieses können Sie nutzen und damit ggf. sogar (temporär) Geld sparen und sich einen besseren Versicherungsschutz ohne Gesundheitsprüfung erkaufen. Sie sollten sich dabei aber zunächst Gedanken machen (je mehr, desto länger Sie bereits in den Tarifen sind) welche Leistungen Sie STAND HEUTE wirklich brauchen, was Ihnen wichtig ist und wie diese Leistungen abgeschlossen werden können. Dazu bietet der

KRITERIENFRAGEBOGEN zur PKV

eine kleine, erste Hilfestellung. Danach benötigen Sie Beratung, Beratung in welche Tarife ein solcher Wechsel möglich ist. Vorrangig bei der SDK selbst, ist dieses dort aber gar nicht zu bekommen, so wären selbst anderweitige Alternativen denkbar.

02.
Oktober '17

Hallesche Krankenversicherung – Beitragsanpassung und Tendenzen zum 01. 01. 2018


Das Jahresende naht und so folgen immer mehr Unternehmen und veröffentlichen die Beitragsanpassungen für das kommende Jahr. Hier auch die Hallesche, wobei wir auch hier zunächst Zahlen für das Neugeschäft sehen, es handelt sich daher nicht unbedingt auch um die Anpassungen im Bestand. Zudem: Es sind Tendenzen und Beitragsanpassungen finden wie immer in Euro und nicht in Prozent statt.

Dennoch ist es ein Anhaltspunkt und ein Blick in Richtung 2018, daher habe ich mich auch hier entschlossen die Infos so zu veröffentlichen. Bitte beachten Sie daher aber immer, es ist eine allgemeine Aussage, Aussagen zu speziellen Konstellationen kann ich Ihnen bei den Neugeschäftsbeiträgen ab sofort verbindlich nennen, da die Prämien 2018 veröffentlicht sind. Bei den Bestandstarifen hingegen, gibt es noch keine Aussage. Die Hallesche passt aber auch hier durchaus im Frühjahr und nicht zwingend zum 01.Januar an.

Hallesche Krankenversicherung – Beitragsanpassungen 2018

Nicht angepasst werden dieses Jahr die Vollkostentarife (UNISEXTARIFE)

  • – NK. 3 (Tarifstufe mit 300 € SB)
  • – KS. 3
  • – Primo. Tarife (Erwachsene und Kinder)

Die Tarife der Beitragsentlastung im Alter (Unisex, MBZ.flex) bekommen erstmals seit der Einführung eine geringe Anpassung. In der Größenordnung 1 Cent mehr Beitrag auf 5 € Beitragsentlastung). Auch bei den Krankentagegeldern erfolgt eine Anpassung, da hier die neuen Leistungsausgaben bei Mutterschutz berücksichtigt werden müssen.

Angepasst werden zum 01. 01. 2018 im Neugeschäft die Beiträge in folgenden Prozentangaben (ca.) (UNISEXTARIFE)

  • NK. Tarife zwischen 5 und 9%
  • KS. Tarife ca. 8%
  • MAS. Tarife 6-9 %

Interessant sind dabei durchaus die Anpassungen seit 2013, also seit dem die neuen Unisextarife am Markt sind und angepasst wurden. Die genauen Zahlen und eine Beitragsentwicklung ist auf der folgenden Grafik gut zu erkennen:  (zum Vergrößern klicken)

28.
September '17

Bekommt die AXA jetzt erneut eine blutige Nase? Beitragsanpassungen unwirksam, bestätigte das Landgericht Potsdam (Az. 6S 80/16)


Das könnte böse enden und nicht nur mit einer Verwarnung oder blutigen Nase, meinen zumindest einige Experten aus der Branche und natürlich die Anwälte der Klägerseite. Bereist im Februar ging das Thema einmal durch die Medien und auch ich hatte damals bereits dazu geschrieben:

Ist die Beitragsanpassung der AXA ab 2000 nun unwirksam? Urteil des Amtsgerichtes Potsdam Urteil AG Potsdam zur Beitragsanpassung der AXA, Az. 29 C 122/16

Die AXA Krankenversicherung hat es derzeit wahrlich nicht leicht. Nicht nur auf der Seite des Neugeschäfts, gerade im Bereich der Bestände häufen sich die Probleme und dann, dann kommt noch die nächste große Beitragsanpassung und damit ein völliges Versagen der Kalkulation? Ist dem so? Ich hatte vor einigen Tagen dazu einmal etwas ausführlicher geschrieben, lesen Sie einfach selbst.

AXA Krankenversicherung mit erneuter Beitragsanpassung und völligem Versagen in der Kalkulation?

Doch heute geht es um den „alten Fall“, einen, den das Amtsgericht Potsdam zunächst mit dem Aktenzeichen 29 C 122/16 zu entscheiden hatte.

  • „Nur ein Amtsgericht“
  • „Nicht relevant, nicht wichtig“
  • „hält einer Überprüfung eh nicht Stand“
  • „Wir sind sehr sicher, dass…..“

All das Aussagen der Axa oder deren Vertreter in den letzten Wochen und Monaten. Auch das BaFin als zuständige Aufsichtsbehörde hatte dazu schon Stellung genommen und sehe auf der Seite des Versicherers kein Verschulden, so lies das BaFin damals verlauten. Das mag auch alles richtig sein, nur dummerweise…

Vor Gericht und auf hoher See…

oder wie genau war noch die „Weisheit“? Also hier scheint sich genau diese zu bewahrheiten, denn die Zuversicht der Entscheidung zu Gunsten der Axa und damit zur Berechtigung der Beitragsanpassung in den Tarifen der AXA ist gestern schnell von Euphorie und Sicherheit auf Ernüchterung und Enttäuschung umgesprungen. Warum? Nun, die Entscheidung des Landgerichtes Potsdam als zuständiges Berufungsgericht ist genau die, die es in Potsdam schon gab, nämlich die gegen eine Wirksamkeit der Beitragsanpassung.

Um was genau geht es in dem Urteil?

Nun, wie in dem Beitrag oben bereits geschrieben (den verlinkten aus Februar) geht es im Wesentlichen um die Frage der Unabhängigkeit des Treuhändlers und damit um die Frage, ob eine erfolgte Erhöhung der Beiträge der AXA Krankenversicherung rechtmäßig erfolgt ist. Diese Frage beschäftigt seit längerem die Gerichte, denn der klagende Kunde zieht- gemeinsam mit seinem Anwalt- die Unabhängigkeit des AXA Treuhändlers in Frage.

Warum überhaupt ein Treuhändler? Nun, Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung sind nötig und erforderlich, können aber eben nicht einfach so nach „Lust und Laune“ erhoben werden, sondern unterliegen engen Regelungen. So heisst es in dem Versicherungsvertragsgesetz dazu:

Gesetz über den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz – VVG)
§ 203 Prämien- und Bedingungsanpassung
(…)
(2) Ist bei einer Krankenversicherung das ordentliche Kündigungsrecht des Versicherers gesetzlich oder vertraglich ausgeschlossen, ist der Versicherer bei einer nicht nur als vorübergehend anzusehenden Veränderung einer für die Prämienkalkulation maßgeblichen Rechnungsgrundlage berechtigt, die Prämie entsprechend den berichtigten Rechnungsgrundlagen auch für bestehende Versicherungsverhältnisse neu festzusetzen, sofern ein unabhängiger Treuhänder die technischen Berechnungsgrundlagen überprüft und der Prämienanpassung zugestimmt hat. Dabei dürfen auch ein betragsmäßig festgelegter Selbstbehalt angepasst und ein vereinbarter Risikozuschlag entsprechend geändert werden, soweit dies vereinbart ist. Maßgebliche Rechnungsgrundlagen im Sinn der Sätze 1 und 2 sind die Versicherungsleistungen und die Sterbewahrscheinlichkeiten. Für die Änderung der Prämien, Prämienzuschläge und Selbstbehalte sowie ihre Überprüfung und Zustimmung durch den Treuhänder gilt § 155 in Verbindung mit einer auf Grund des § 160 des Versicherungsaufsichtsgesetzes erlassenen Rechtsverordnung.

Entscheidend hier ist der Streit um die Frage der Unabhängigkeit des Treuhändlers, wenn dieser vorrangig oder überwiegend für einen Versicherer, hier die AXA Krankenversicherung, tätig ist oder war. Die Kernfrage ist dann, ob eine Unabhängigkeit auch dann noch vorliegt, wenn der Gutachter/ Treuhändler den großen Teil seiner Einnahmen von eben diesem einen Versicherer erhält und damit eine gewisse wirtschaftliche Abhängigkeit ausgelöst werden kann.

Das sehen die Gerichte hier anscheinend nicht mehr so und wenn der Treuhändler nicht mehr als unabhängig gilt, so ist die Voraussetzung der Beitragsanpassung in der Privaten Krankenversicherung (bei diesem speziellen Fall) eben hinfällig. Bedeutet: Kunde bekommt seine zu viel gezahlten Beiträge erstattet, dazu gilt weiterhin der alte Beitrag vor der letzten angefochtenen Erhöhung und nur dieser ist auch zu zahlen.

Ist das Urteil rechtskräftig?

Nein, derzeit zumindest nicht. Es gab auch zuvor andere Gerichte, welche die Auffassung der Potsdamer Gerichte nicht teilen. Das AG Hanau (35 C 86/13 und auch das Landgericht Nürnberg-Führt (Az. 2S 3925/15 und 11 O 4343/04) hatten sich vor Jahren schon einmal mit genau solchen Themen zu befassen.

Das Landgericht Potsdam hat gestern dann auch genau solche Grundsatzentscheidung ermöglicht, denn diese ließen eine Revision zu und geben die Entscheidung aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung damit ab an den Bundesgerichtshof, welcher sich dann in einigen Jahren (ja, solange dauert es leider manchmal) mit dem Thema erneut befassen müssen. Eine solche finale Klärung wäre „wünschenswert“, so eine Sprecherin der AXA Krankenversicherung gegenüber dem Branchenmagazin procontra. Dazu muss die AXA in Revision gehen, was diese wohl hier auch tun wird, denn nur so lässt sich die Entscheidung hier 1.) noch ändern und 2.) grundsätzlich klären.

Was bedeutet es für andere Kunden?

Nach aktuellem Stand muss also jeder Kunde, welcher bei der AXA (oder auch anderen Versicherern versichert ist) in dem eigenen Fall erneut klagen. Dabei sind nicht nur Verjährungsfristen zu beachten, auch die Frage nach dem Kostenrisiko stellt sich hier. Ohne Rechtsschutzversicherung kann sich hier schnell ein entsprechen hohes Risiko ergeben und dessen sollte sich jeder bewusst sein, der diesen Weg bestreiten möchte.

Dennoch, werden Anpassungen später als unwirksam festgestellt, so besteht hier ein durchaus hohes Rückzahlungspotetial, denn neben der AXA geht die Kanzlei auch noch gegen die DKV derzeit gerichtlich vor. Nochmals: Es sind immer Einzelfälle und damit auch Einzelfallentscheidungen und nicht zwingend auf andere Kunden übertragbar.

Klar, ein Kunde der nun am gleichen Ort sitzt, also in Potsdam und für den die gleichen Gerichte zuständig sind, der könnte durchaus mit einer ähnlichen Entscheidung rechnen, eine Sicherheit oder gar Garantie gibt es aber hier natürlich auch dafür nicht.

Was müssen Sie als AXA Kunde tun?

Derzeit müssen Sie ganz für sich allein entscheiden, ob Sie ebenfalls den Klageweg bestreiten wollen. Dazu sprechen Sie dieses am besten mit einem entsprechend spezialisierten Rechtsanwalt durch und überlegen sich- auch in Hinblick auf das Kostenrisiko- Ihre Entscheidung genau. Bitte beachten Sie dabei auch entsprechende Verjährungsfristen. So lassen sich nicht in 3, 4, 5 Jahren noch alte Beitragsanpassungen anfechten, welche bis zu diesem Zeitpunkt vielleicht verjährt sind.

Natürlich könnten Sie mit der AXA (oder einem anderen Krankenversicherer) eine Aussetzung der Verjährung beantragen, Klage ergeben die eine solche Verjährung hemmen kann oder weitere Schritte, zu denen Sie nur Rechtsanwälte beraten können und dürfen, unternehmen. Das ist aber alles eine sehr persönliche Entscheidung und sollte gut überlegt sein.

Wir wissen derzeit alle nicht, wo 1.) die Reise hin geht, 2.) ob sich der BGH (wenn es denn zur Revision kommt) der Entscheidung der Vorinstanzen anschließt oder dieses ganz anders entscheidet. Im besten Fall (für den Kunden) führt es zu einer Unwirksamkeit der Beitragsanpassungen ab einem bestimmten Datum, im schlechtesten Fall (aus Kundensicht) bringt der Weg gar nichts.

Eines ist in jedem Falle positiv: Mit einer höchstrichterlichen Entscheidung bietet es für alle Versicherten und Versicherer deutlich mehr Sicherheit in der Frage der Beitragsanpassung und der Unabhängigkeit des Treuhändlers.

17.
Juli '17

Beitragsgarantien und Beitragsanpassungen bis 2019 bei der Signal Iduna Krankenversicherung


Letzte Woche startete ich die Infos zur Beitragsanpassung und Garantien mit dem Deutschen Ring, heute folgt der zweite Krankenversicherer aus gleichem Konzern, es geht um die Anpassungen bei der Signal Iduna Krankenversicherung.

Beitragsgarantie bis 2019 – was es bedeutet

Beitragsgarantien sind unter anderem ein Marketinginstrument. Diese Garantie bis 2019 klingt gut, bedeutet aber nichts anderes, als das es zum 01. Januar 2018 keine Anpassung in den genannten Tarifen geben wird. Die Anpassung vom 01.01.2019 (also dem 2. möglichen Anpassungstermin ab heute) ist damit nicht gemeint, hier kann es durchaus eine Anpassung geben.

Für die Tarife die von dieser Garantie umfasst sind, wird es daher zum 01. 01. 2018 keine Anpassung geben, die Tarifverträge verändern sich also nicht.

Beitragsgarantie bis 2019 – für wen es gilt

Die Aussagen beziehen sich alle auf die UNISEX Tarife, zu den Bisextarifen gibt es hingegen noch keine Aussage. Unisex sind also die Tarife, in denen es für Männer und Frauen die gleichen Beiträge gibt, Tarife welche nach dem 21. Dezember 2012 angeboten worden sind.

Interessant ist hierbei jedoch, die Garantien gelten sowohl für das NEUGESCHÄFT, aber auch für die bereits in den Tarifen versicherten Kunden, also den BESTAND in der Unisexwelt.

Beitragsgarantie bis 2019 – welche Tarife betroffen sind

Folgende Tarife bleiben bei dem Deutscher Ring Krankenversicherung VVaG bis Ende 2018 ohne eine Beitragsanpassung

  • –  Vollversicherungstarife START (nur Erwachsene)
  • –  START-PLUS (nur Kinder und Jugendliche)
  • –  KOMFORT 1 (nur Erwachsene)
  • –  KOMFORT 2 und 3 (nur Kinder und Jugendliche)
  • –  KOMFORT-PLUS 1 und 2
  • –  KOMFORT-PLUS 3 (nur Kinder und Jugendliche)
  • –  EXKLUSIV 0, 1, 2
  • –  EXKLUSIV-PLUS 0, 1, 2

Ebenfalls stabil bis 31.12.2018 bleiben die folgenden Beihilfetarife:

  • –  START-B, KOMFORT-B, KOMFORT-B-W (alle nur Kinder und Jugendliche)
  • –  EXKLUSIV-B, R-EXKLUSIV-B, EXKLUSIV-B-ES, -E, -E1
  • –  EXKLUSIV-B-W (nur Kinder und Jugendliche)
  • –  flexSI-B

Folgende Zusatzversicherungstarife werden nicht angepasst:

  • –  GE, GE-PLUS, R-GE, R-GE-PLUS, S100/1+2
  • –  GE-TOP und R-GE-TOP nur für Erwachsene
  • –  stationärer Schutz in S100/1+2
  • –  Zahnschutz Z80-0, 2, 3
  • –  Zusatzversicherungen ambulant STARTpur, PLUS, PLUSpur, TOP (der TOPpur nur bei Erwachsenen)
  • –  Zusatztarife stationär in den Tarifstufen KLINIK- UNFALLpur, START, STARTpur, PLUS, PLUSpur, TOP1, TOP1pur
  • –  Zusatztarife ZAHN in den Stufen BASISpur, STARTpur, PLUS, PLUSpur, TOP, TOPpur
  • –  Zusatztarife AKUT und ZAHN-PRO

Ebenfalls werden für die folgenden Tagegeldtarife keine Anpassungen erfolgen:

  • –  EKH, R-EKH
  • –  KurPLUS
  • –  Krankentagegelder nach Tarifen ESP-VS 8-365 und ESP-E 8-365
  • –  PflegeBAHRPLUS
  • –  Pflege START, PLUS und PflegeTOP

Wie hoch die Anpassung in den anderen Tarifen aussieht kann derzeit nicht gesagt werden.

Heute beantragt, welche Prämie gilt?

Bereits in meinem Artikel

Noch ein Jahr jünger in die PKV

habe ich das schon einmal ausführlich geschrieben. Durch eine sogenannte Anwartschaft lässt sich in der Privaten Krankenversicherung aber auch in der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit deutlich Prämie sparen, langfristig sogar. Dazu bedarf es einer Anwartschaft, deren Versicherungsbeginn am 1.12.2017 liegen muss, dadurch sind Sie ein Jahr jünger. Zum 01. 01. wird diese dann aktiviert und in den Vollschutz umgewandelt. Eine Frage die hier aber wieder und wieder kommt…

Zahle ich dann die Prämie vor oder nach der Beitragsanpassung?

Sie zahlen die Prämie, die ab dem 1.1.2017 um Bestand gilt. Wird dieser angepasst, so betrifft die Anpassung Sie natürlich auch. Daran ändert auch die Anwartschaft nichts. Dennoch ist eine solche Anwartschaft sinnvoll, denn an dem Vorteil für das Eintrittsalter ändert sich nichts. Nur wer glaubt heute einen Antrag zu stellen um die Beitragsanpassung zu umgehen, den muss ich leider enttäuschen.

Auch in der privaten Krankenversicherung sind Anpassungen unumgänglich. Mehr dazu auch in meinem Artikel zur BAP.