Archiv für die Kategorie ‘BAP’

14.
November '16

Beitragsanpassung der privaten Krankenversicherung und was sie jetzt tun können


Am letzten Wochenende haben viele Versicherte Post von ihrer privaten Krankenversicherung bekommen und wurden darüber informiert, dass die Beiträge für den eigenen Versicherungsschutz zum 1. Januar 2017 steigen. Dabei spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, ich möchte daher diesen Beitrag nutzen um etwas mehr Klarheit in dieses Thema zu bringen.

Die Ursachen der Beitragsanpassung

Für eine Anpassung der Beiträge gibt es ganz unterschiedliche Ursachen, daher sind diese Anpassungen auch keineswegs bei allen Versicherern und auch nicht bei allen Versicherten in einem Tarif identisch. Anpassungen werden daher abhängig von den Altersstufen, dem gewählten Tarif, der Frage ob sie in Bisex oder Unisex sicher sind und weiteren Faktoren beeinflusst. Zum Jahr 2017 kommt noch ein anderer Punkt dazu. Auch in der privaten Krankenversicherung in der es im eigentlichen Tarif keine Anpassung gibt, führt eine Erhöhung der Beiträge in der Pflegepflichtversicherung zu einem höheren Gesamtbeitrag im Jahr 2017.

Beitragsanpassung in der Pflegepflichtversicherung

Diese Beitragserhöhung kann durchaus 20% und mehr (auf den Beitrag der Pflegeversicherung) betragen. Dabei sollten wir jedoch so realistisch sein, dass wir hier über Anpassungen von 5 bis 8 Euro reden und zumindest bei Angestellten diese zur Hälfte dem Arbeitgeber landet. Während der Beitrag in der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung im Jahr 2017 auf 121,80 € als Höchstbeitrag ansteigt, zahlen Versicherte in der privaten Pflegepflichtversicherung (mit identischen Leistungen) oftmals Beiträge von deutlich unter 50 €, selbst nach der Erhöhung.

Steigende Kosten bei Ärzten und Behandlern

Auf der Ausgabenseite stehen viele private Krankenversicherer vor dem Problem der steigenden Kosten, welches diese nur sehr bedingt beeinflussen können. Natürlich lassen sich in die Versicherungsbedingungen Regelungen schreiben, welche dem Versicherer ermöglichen den Bezug von zum Beispiel Hilfsmittel über einen eigenen Großhändler zu organisieren, Medikamente oder sonstige Leistungen mit Rabattverträgen einzukaufen, im wesentlichen jedoch ist man Kostenerstatter. Dabei möchte ich gar nicht die Schuld auf die Ärzte oder andere Berufsgruppen abwälzen, wir haben jedoch allgemein das Problem, dass die Kosten für eine hochwertige medizinische Versorgung ansteigen.

Nun könnte man durchaus meinen das „hätte man wissen können“ oder zumindest „ahnen können“ und manche Versicherer haben dieses durchaus besser im Griff als andere. Auf der anderen Seite haben wir leider die Situation dass vielfach die private Krankenversicherung immer noch nach dem Motto: „Wer versichert mich denn billiger“ oder „Wer nimmt mich dann ohne Zuschlag“ beraten wird. So werden Entscheidungen für die private Krankenversicherung oftmals nach dem Preis, nicht aber nach der Leistung, dem Versicherer oder anderer Fakten getroffen. Einige Beispiele und weitere Erklärungen dazu finden Sie unter anderen in den folgenden Beiträgen:

Niedrigzinsphase und deren Folgen

Wer noch vor einigen Jahren Geld anlegen wollte, der bekam selbst auf ein Tagesgeldkonto zu guten Zeiten 4 %. Vier Prozent für eine Geldanlage, welche täglich verfügbar war, nahezu vollständig sicher und ohne Risiken. Auch in der privaten Krankenversicherung wird Geld angelegt. Denn das Prinzip einer kapitalgedeckten Versorgung ist nun einmal, dass in jungen Jahren weniger Kosten verursacht werden als Beiträge gezahlt. Diese Differenz geht- ganz vereinfacht- in den großen Topf der Altersrückstellungen und vermindert den Beitrag im Alter. Natürlich ist das eine sehr vereinfachte Darstellung und die Zuführung zu den Altersrückstellungen sind deutlich komplizierter. So ist es auch davon abhängig wie leistungsfähig ein Tarif ist, welche Leistungen also heute (und in Zukunft) versprochen werden und wie sich diese entwickeln.

zins-und-endkapital-bei-unterschiedlichem-zins

Wer monatlich 100 € spart, hierfür 4 % Zins bekommt und das ganze 30 Jahre durchhält, der profitiert am Ende von 32.760 € Zinsertrag und hat ein Gesamtkapital von über 68.000 €. Sinkt der Zins nur um ein (niedriges) halbes Prozent, so vermindern sich die Zinsen um 5.639 € und betragen damit nur noch 20.121 €.

Was Sie nach der Beitragsanpassung tun sollten

Bereits vor einiger Zeit habe ich in einem Beitrag ausführlich beschrieben, was Sie nach Erhalt der Information zur Beitragsanpassung tun sollten. Dabei geht es insbesondere darum, keine übereilten Entscheidungen zu treffen und sich genau vor Augen zu führen welche Folgen eine solche Entscheidung hat.beitrag-bap

So lassen sich übereilt getroffene Entscheidungen oft nicht mehr rückgängig machen oder nur mit gravierenden Folgen wieder korrigieren. Wer dabei zu schnell oder übereilt zum Beispiel seine Selbstbeteiligung erhöht, der wird später Probleme haben diese wieder zu reduzieren. Eine Reduzierung der Selbstbeteiligung ist eine Leistungsverbesserung, welches in den meisten Fällen eine neue Gesundheitsprüfung nach sich zieht.

Nicht in eine Tarifstufe wechseln, welche heute nicht angepasst wird

Eine beliebte Empfehlung von überforderten Beratern ist oftmals ein schneller Wechsel in eine höhere Selbstbeteiligungsstufe. Dabei verringert sich der Beitrag sofort, oftmals wird jedoch nicht bedacht dass dieses weit reichende Folgen haben kann. Nicht nur, dass genau zu berücksichtigen ist wie viele Kosten denn nun (mehr) selbst getragen werden müssen, nein auch die folgenden Anpassungen spielen eine Rolle. so ist es in den allerwenigsten Fällen sinnvoll, heute in eine Tarifstufe zu wechseln die nicht angepasst war. Auch dieser Tarifstufe steht (dann vielleicht im nächsten Jahr) eine entsprechende Anpassung ins Haus.

Soll ich zu einer anderen Gesellschaft wechseln?

Diese Frage wird mir oftmals gleich nach der Beitragsanpassung gestellt. Auch hier ist eine seriöse Empfehlung und Beratung nicht möglich, ohne zumindest weitere Umstände zu kennen. Dazu spielt es eine entscheidende Rolle ob sie in der alten Tarifwelt oder schon in neuen Tarifen sind. Auch stellt sich die Frage wie alt sie sind, seit wann sie bei der bisherigen Gesellschaft und in den bisherigen Tarifen versichert sind und ob die Anforderungen an die Tarife noch denen entsprechen die es bei der Einführung der Tarife bzw. beim Abschluss waren. Leider erlebe ich nur zu oft, dass damals bei der Entscheidung für die private Krankenversicherung damit bei der Entscheidung für den Tarif die Gesellschaft keine wirkliche Beratung stattfand. Der Berater entschied welche Gesellschaft und Tarif die richtige ist, der Berater musste es ja wissen und die oder der Versicherte haben einfach geglaubt. Geglaubt ohne zu hinterfragen ob es Alternativen gibt, geglaubt ohne zu überlegen warum denn gerade diese Gesellschaft oder dieser Tarif empfohlen wurde.

Versteckte Probleme in den Gesundheitsangaben

Dazu kommt in verschiedenen Altverträgen das Problem, Gesundheitsangaben sind nicht korrekt und vollständig gemacht worden. Da schlummern also Pulverfässer in den Bestand, und in vielen Fällen kann der Versicherer zumindest in den nächsten Jahren problemlos die rote Karte in Form einer Anzeige Pflichtverletzung ziehen. Wenn dieses so ist und Gesundheitsangaben bei“ nicht, nicht vollständig gemacht worden sind, so ist auch dieses ein Problem welches gelöst werden muss.

Eine solche Lösung kann ein Wechsel zu einer anderen Gesellschaft sein, wenn diese aus anderen Gründen sowieso ansteht. Ein Wechsel der Gesellschaft ist kein Allheilmittel. In den meisten Fällen wird dieser mit einem erhöhten Beitrag einhergehen, Denn das Eintrittsalter hat sich gegenüber der ursprünglichen Tarifauswahl verändert. Weiterhin sind Tarife angepasst worden, haben sich Rahmenbedingungen geändert und auch hier führen diese Veränderungen meist zu einer höheren Prämie.

Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft

Der Wechsel des Tarifes innerhalb der eigenen Gesellschaft ist für viele Versicherte der letzte Strohhalm. So gibt es in der privaten Krankenversicherung natürlich genügend Versicherte, welche die Leistungen auch genutzt haben. Wer also in den letzten Jahren krank war und vielleicht zudem schon etwas älter ist, für den macht ein Wechsel der Gesellschaft in den meisten Fällen keinen Sinn. Für all diese hat der Gesetzgeber jedoch eine Möglichkeit geschaffen die Versicherungsbeiträge ohne Gesellschaftswechsel zu reduzieren. Der sogenannte Tarifwechsel, geregelt im Paragrafen 204 des Versicherungsvertragsgesetzes nicht einen Wechsel in einen gleichartigen Versicherungsschutz. Für diesen Wechsel darf der Versicherer keine Zuschläge erheben, und muss diesen auch nicht mehr gesunden Bestandskunden erlauben.

Leider ist es bei vielen Gesellschaften nach wie vor ein Problem, die entsprechenden Angebote zu bekommen. Auch wenn inzwischen Angebote zu dem Tarifwechsel verschickt werden, wer sagt dem Versicherten das hier der optimale Tarifwechsel angeboten wurde. Auch die Gegenüberstellung der Leistungen zwischen dem alten Versicherungsschutz und den neu angebotenen Tarif stellt für viele Versicherte ein großes Problem dar. Hier kann professionelle Hilfe unterstützend tätig sein und einen solchen Tarifwechsel erleichtern. Dazu gibt es eine Unmenge an seriösen, aber noch eine viel größere Anzahl unseriöser Anbieter. Hier werden horrende Honorare verlangt, hier werden Vollmachten gefordert welche jedwede Kontaktaufnahme durch den Versicherer bieten, hier werden Gespräche geführt die er aggressiven Verkauf in einer Beratung ähneln.

Einen solchen Tarifwechsel sollten Sie Profis überlassen. Bei unseren eigenen (Makler-) Kunden gehört auch eine solche Tarifwechselberatung zu dem eigenen Beratungsanspruch. Ich halte es für fatal vor Jahren eine private Krankenversicherung vermittelt zu haben und dann heute nicht mehr bei Fragen für einen Wechsel zur Verfügung zu stehen. Für Fremdkunden, also Kunden wo der Vertrag nicht durch uns vermittelt wurde, ist so eine Beratung sehr schwierig. Nicht nur dass wir weder die damaligen Grundlagen, noch die Gegebenheiten heute kennen, wenden Sie sich bei Fragen gerne an mich, ich kann Ihnen gegebenenfalls direkt oder mit einem Kontakt helfen.

Einige trifft es besonders hart, mal wieder

Fast genau vor einem Jahr habe ich über die gravierenden Beitragsanpassungen bei der AXA Krankenversicherung geschrieben.

Es gab Versicherte die im Jahr 2015 mit einer Anpassung von über 34 % zu kämpfen hatten. Einige haben sich dann entschieden dieses Risiko nicht weitertragen zu wollen und das Unternehmen verlassen. Andere wiederum waren der Meinung dass dieses wohl ein Ausreißer war und zukünftig dann Stabilität einkehren würde. Leider trat dieses für Versicherte im  Tarif Vital oder auch dem EcoRA nicht ein. Auch in diesem Jahr sind Versicherte von größeren Anpassungen betroffen. So sind auch zum 1.1.2017 Anpassungen von 20-30 % für bestimmte Altersgruppen möglich, und zwar auch in Tarifen die im letzten Jahr bereits angepasst worden.

Debeka mit 19 % Anpassung

Aber auch bei anderen Gesellschaften sind Anpassungen nötig. So erreichte mich vor einigen Tagen diese E-Mail von einem Leser:

debeka-mail-bap

Es handelt sich hierbei um den Tarif für Angestellte, nicht Beamte, bei der Debeka. Hier kann ich die Entrüstung über 19 % Beitragsanpassung auf der einen Seite verstehen, bei genauerem Lesen relativiert sich dieses etwas. Es handelt sich hier um eine Anpassung von 70 €, diese sind für eine monatliche Erhöhung durchaus happig. Aber, und jetzt kommen die Einschränkungen:

Wir sprechen über eine Beitrag von 440 € (zuzüglich Pflege, Krankengeld usw.) aber wir sprechen auf der anderen Seite immer noch über einen Beitrag der etwas mehr als die Hälfte des Beitrages für die gesetzliche Krankenversicherung beträgt. Dazu besteht eine Absicherung in einem deutlich höheren Leistungsniveau. In meinem Beitrag zu der AXA Beitragserhöhung im letzten Jahr habe ich bereits eine Tabelle mit dem Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse veröffentlicht. (hier direkt die Tabelle aufrufen)

Nehmen wir diese als Grundlage, so sparte der Versicherte bisher (bei einem Beitrag von 370 €+ Krankengel+ Pflege gegenüber dem Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenkasse (den er als Angestellter über der Grenze zahlen müsste) immerhin 250 € monatlich. O. k., die Ersparnis reduziert sich nun auf knapp 190 €. Dennoch gilt genau die Aussage, welche ich im letzten Jahr getroffen haben. Die Ersparnis gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse ist im Moment noch so groß, dass genügend Mittel zur Verfügung stehen zusätzlich Vorsorge für das Alter zu treffen. Auch in den letzten Jahren (dieser Kunde ist ja schon seit acht Jahren in dem Tarif) gab es genügend Möglichkeiten Rücklagen zu bilden.

Dabei haben wir noch nicht berücksichtigt das für die Mehrleistungen seines Tarifes in der privaten Krankenversicherung Zusatzversicherungen notwendig wären. Auch hierfür wäre irgendetwas zwischen 50 und 100 € monatlicher Beitragsaufwand erforderlich.

RuV, Hanse Merkur, Continentale

und dabei könnte ich diese Liste unendlich weiterführen, haben natürlich ebenfalls mit Anpassungen ihrer Tarife zu kämpfen. Und natürlich fällt eine Anpassung in einen Tag mit sehr hohen Leistungen und vielleicht noch ohne Selbstbeteiligung in absoluten Beträgen höher aus, als eine prozentual gleichwertige Anpassung in einem Basisschutz. 10 % von 400 € sind eben nun mal weniger als 10 % von 700 €.

Jetzt muss man hinterfragen, wie weit eine solche Anpassung einmalig oder öfter vorkommt, ob der angepasste Beitrag noch im finanziellen Rahmen liegt und worauf gegebenenfalls verzichtet werden kann. Das kann eine Leistungseinschränkung sein (setzt aber dann natürlich voraus das zu viel Leistungen derzeit versichert sind), ein Tarifwechsel oder der Wechsel zu einer anderen (voraussichtlich beitragsstabileren) Gesellschaft.

Welche Schritte soll ich unternehmen?

Diese Frage kommt immer unmittelbar nach der Beitragsanpassung. Hier ist es wichtig zu wissen dass es keine pauschale Empfehlung gibt. Wichtig ist dass sie sich intensiv mit ihrem Versicherungsschutz auseinandersetzen. Überlegen Sie gut, ob die Leistungen die dort versichert sind so benötigt werden. Weiterhin schauen Sie sich die Beitragsentwicklung in der Vergangenheit an. Trauen Sie dem Versicherer zu, langfristig eine gewisse Art von moderater Beitragsentwicklung zu gewährleisten?

Diese Frage hat zwar auf der einen Seite was mit hellsehen zu tun, auf der anderen Seite ist diese durchaus berechtigt. Denn wenn sie kein Vertrauen in ihren Vertragspartner (den sie noch die nächsten Jahrzehnte haben werden) mehr haben, dann muss hier eine Entscheidung getroffen werden. Diese Entscheidung kann zu einem Tarifwechsel, einem Wechsel der Gesellschaft oder eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung führen. Alle diese Entscheidungen sind mit gravierenden Folgen verbunden.

Daher kann ich Ihnen nur raten, sich hier vertrauensvoll an einen Berater ihrer Wahl zu wenden und sich mit einer Entscheidung Zeit zu lassen. Ein Wechsel und ein schneller Antrag bei einer neuen Gesellschaft und dort am besten noch mit allen Gesundheitsfragen mit Nein beantwortet, wird sie zu viel größeren Problemen führen die Beitragsanpassung jemals gehabt hätte.

Bei weiteren Fragen nutzen Sie gern das Kontaktformular oben rechts, den Live Chat unten links oder das Anfrageformular unter dem Menüpunkt private Krankenversicherung. Für alle Entscheidungen gilt:

Überlegen Sie gut was sie tun, schnelle Entscheidungen sind fast nie hilfreich!

19.
Oktober '16

Post von der PKV – Beitragserhöhung – was Sie nun tun können, sollten und was besser nicht


Eigentlich ist die Sau schon tot, also die die in den letzten Tagen und Wochen durch’s Dorf getrieben wurde. So titelten die Zeitungen und Zeitschriften dramatische Schlagzeilen, alles ist schlimm, die PKV und die Versicherer böse, gierig und gemein. Ist dem so? Wo kommen die Anpassungen her? Woraus resultieren diese? Mehr Informationen und vor allem Hinweise was Sie jetzt gerade nicht übereilt tun sollten, das habe ich Ihnen hier einmal aufgeschrieben.

pkv-bap-schlagzeilen-presse

Was ist aber nun dran an den Schlagzeilen, wen betrifft es und warum werden Beiträge in der privaten Krankenversicherung angepasst? „Lohnt“ sich die PKV nun nicht mehr, hat Sie das denn vorher? Um ein bisschen mehr Wissen hierzu zu bekommen und einige Hintergründe besser zu verstehen, sind einige Fakten nötig. Fakten die nicht immer bequem sind, Fakten die teilweise unbeeinflussbar von dem Versicherer sind, aber auch Fakten und Hintergründe die aus der „Geiz ist Geil“ Mentalität kamen und der Gier einiger Privater Krankenversicherungen nach Geschäft, billigem Geschäft.

Warum werden Beiträge in der Privaten Krankenversicherung angepasst?

Nun, das hat viele verschiedene Gründe. Anpassungen bei den Beiträgen der Privaten Krankenversicherung (PKV) und auch Anpassungen in den Beitragssätzen und Zusatzbeiträgen der gesetzlichen Krankenkasse und dem Höchstbeitrag (neue Zahlen 2017 hier) sind erforderlich. Erforderlich weil es Faktoren gibt, welche die Ausgaben im Gesundheitssystem beeinflussen. So führen:

  • – steigende Ausgaben bei Ärzten, Medikamenten und sonstigen Heilbehandlern
  • – längere Lebenserwartungen
  • – geringere Zinserträge und damit weniger Geld in den (Rücklagen-)Kassen

zu steigenden Beiträgen. Wer mehr Geld für (teure) Medikamente ausgibt wird nicht umhinkommen mehr Geld einnehmen zu müssen. Dabei spielen nicht nur neue, teure Therapien bei Krebspatienten eine Rolle, auch die Pharmakonzerne haben einen Anteil an der Entwicklung. Hier werden manchmal neue Präparate ohne besonderen Zusatznutzen auf den Markt geworfen, diese kosten ein Vielfaches der alten. Gelingt es dem Hersteller nun den Arzt zu überzeugen oder diesem Anreize zu geben doch das neue Medikament zu verordnen, so entstehen auch hier höhere Kosten.

Kleiner Hinweis: In der aktuellen Ausgabe der brandeins findet sich im Schwerpunktthema Gesundheit (die es hier auch als kostenfreie Hörversion gibt) sind durchaus interessante Aspekte angesprochen.

Nun muss man in der Schule kein Mathe-Genie gewesen sein um zu wissen, wenn weniger Geld in einen Topf herein kommt, dann kann auch weniger heraus. Wird aber am Ende mehr benötigt, oder Geld länger benötigt weil die Patienten eben 10, 15 Jahre länger leben als gedacht, dann muss mehr Geld in den Topf herein. Dieses „mehr Geld“ kommt aus dem höheren Beitrag und damit der höheren Einzahlung. pkv-beitraege-schema

Wie auf dem Bild gut zu erkennen, kommen aus zwei unterschiedlichen Wegen Gelder in den Topf der PKV. Zum einen durch die Beiträge die der Versicherte zahlt, zum anderen aus den so genannten Kapitalerträgen, vereinfacht Zinsen genannt im Bild. Liegen dort also 100.000 Euro und bekommt der Versicherer hierfür 4% Zins (was ja in der Vergangenheit nicht so ungewöhnlich war), so füllt sich der Topf jedes Jahr um weitere 4.000 Euro. Über Jahrzehnte kommen dort ansehnliche Summen zusammen, für die keine Beiträge erforderlich sind. So lassen sich viele Kosten allein von den Zinsen/ Kapitalerträgen zahlen.

Doch im Moment sieht es nicht nach 4% Zins aus. Haben Sie einmal geschaut wie hoch der Zins bei Ihren Geldanlagen war? Also der vor 10, 5, 2 Jahren und wie hoch dieser heute ist? Heute wollen Banken bei hohen Anlagen noch Geld haben, so genannte Negativzinsen. Während es also vor Jahren kein Problem war Zinsen zu erwirtschaften, ist dem heute eben nicht so. So fehlen also in dem Topf der PKV tausende Euro, weil die Zinserträge nicht kommen.

Bleibt die Ausgabenseite aber gleich oder steigt sogar noch (und muss länger halten, denn leben Menschen länger kostet auch die Gesundheit länger Geld), so muss hier mehr Geld in das System. Dieses muss der private Versicherer also ausgleichen indem er die Beiträge anpasst. Eine solche Anpassung erfolgt unter anderem dann, wenn so genannte „auslösende Faktoren“ erreicht sind. Überschreiten die tatsächlichen Ausgaben die kalkulierten um 5/10% und ist somit der „auslösende Faktor“ erreicht, ist eine Anpassung erforderlich. Wurde dieses in der Vergangenheit aber nicht erreicht, so haben sich Anpassungen aufgestaut und führen dann nun jetzt zu höheren Anpassungen. Aus diesem Grund fallen Anpassungen auch unterschiedlich aus, auch aus diesem Grund sind niemals alle Tarife und Altersstufen eines Unternehmens von einer Anpassung betroffen.

Was können Sie jetzt tun?

Zuerst sollten Sie sich die Relationen einmal vor Augen führen. Aus welchem Betrag wurde angepasst? 10% aus einem Beitrag von 400 Euro sind etwas anderes als 10% aus einem Beitrag über 600 Euro. Weiterhin werfen Sie einmal einen Blick auf den GKV Höchstbetrag und dessen Entwicklung.

Im letzten Jahr gab es- oh Schreck- 34% Anpassung in den AXA VITAL Tarifen. In meinem Beitrag dazu habe ich Ihnen gezeigt wie die Ausgangslage war und warum die 34% durchaus berechtigt waren. Trotz Anpassung sind die Kunden teilweise weit, weit weg von den Prämien, welche in GKV plus Zusatzversicherung fällig geworden wären.

Artikel: 34% Beitragserhöhung im AXA VITAL 250 Tarif zum 01.01.2016- wie Sie als Bestandskunde damit umgehen und was Sie überhaupt tun können

Dennoch ist eine Beitragsanpassung natürlich ärgerlich. Gerade wenn der Arbeitgeberzuschuss schon erreicht ist und die Mehrkosten allein zu Lasten des Versicherten gehen ist es nicht angenehm. Trotzdem: Gesundheit kostet Geld, Gesundheitsvorsorge wird (uns) in den nächsten Jahren und Jahrzehnten allein aufgrund der steigenden Lebenserwartung und/ oder weniger Zinsen noch einiges an Aufwendungen abverlangen. Am Beispiel der Schweiz (siehe brandeins Artikel) sieht man sehr gut wie hoch die Aufwendungen sein können, welche Einschränkungen damit verbunden sind.

Viele Menschen die heute in der PKV sind, sind da falsch.

Ja, richtig gelesen. In die PKV gehören viele Menschen die heute da sind nicht. Wer sich die GKV nicht leisten kann, weil im Rahmen der Selbstständigkeit nicht die gewünschten Gewinne erzielt wurden und einem Vertreter oder Makler die Märchen von der billigen PKV glaubt oder geglaubt hat, der wird sich umsehen. Der wird merken das die PKV nicht das „andere System“ zum Geldsparen ist.

Artikel: Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen

Langfristige Planung, ausreichende Rücklagen und eine sorgfältige Auswahl sind essentiell. Dabei spielen viele persönliche Umstände eine Rolle. Auch die Frage nach dem „bereit sein“ Geld für einen hochwertigen Schutz zu investieren ist berechtigt. Daher geht es nicht darum „irgendwie“ an eine PKV zu kommen, es geht vielmehr darum an den passenden Schutz zu kommen.

Akute Maßnahmen nach der Anpassung

Wenn Sie nun gerade Post bekommen haben und sich nun fragen was Sie tun können, hier einige Hinweise.

  • – 1. überprüfen Sie den Versicherungsschutz. Benötigen Sie alle Leistungen im Vertrag? Stimmen die Anforderungen noch mit denen bei Abschluss überein?
  • – 2. gibt es Leistungen die jetzt neu benötigt werden oder etwas was ausgeschlossen werden kann?
  • – 3. stimmt die Selbstbeteiligung noch, oder kann diese angepasst werden?
  • – 4. enthält der Vertrag einen Risikozuschlag der länger nicht überprüft wurde und nun angepasst werden kann?
  • – 5. handelt es sich um einen alten Bisex- oder neuen Unisextarif? Welcher Kalkulationszins liegt dem Vertrag zu Grunde?
  • – 6. wie kam es damals zu der Auswahl des Versicherers? Gab es Alternativen? Warum wurde es dieser Tarif?
  • – 7. Überprüfen Sie (mit einem Spezialisten) Tarifwechsel nach 204 VVG und das am besten nach den Schritten 1.- 5.
  • – 8. stehen berufliche oder private Veränderungen an?

(mehr …)

06.
September '16

Hallesche Krankenversicherung mit Beitragsanpassung und Garantien zum 01.01.2017


Das Jahresende ist nah, auch die Zeit in der nun wieder fast täglich neue Informationen zu geplanten und erforderlichen Beitragsanpassungen eintreffen und ich diese hier veröffentlichen werde.

Nach bisher bei einigen Unternehmen schon ausgesprochenen Beitragsgarantien für einige Tarife, hat die Hallesche nun Zahlen für eine Anpassung bekannt gegeben. Hierbei handelt es sich um die Anpassung zum 1.1.2017 im Neugeschäft.

Beitragsstabil bleiben dabei folgende Tarife

Vollkostentarif NK1 (1200 Euro SB)
Vollkostentarif NK3 (300 SB)
Vollkostentarif KS1 und KS Bonus
im KS3 findet eine SENKUNG der Beiträge um ca. 5% statt

Ebenfalls beitragsstabil bleiben folgende Tarife aus der PRIMO Serie

PRIMO Bonus Z
PRIMO Bonus Z plus
PRIMO SB Z 1
PRIMO SB Z 1 plus
PRIMO SB Z 3 und 3 plus

In den Tarifen PRIMO SB Z2 und Z2 plus finden SENKUNGEN um ca. 8% statt

Die Ärztetarife MAS (SB Stufen 2 und 3) sind beitragsstabil. Der MAS 1 wird ca. 1% gesenkt, ebenso der MAS Bonus.

Eine Beitragserhöhung bekommen lediglich folgende Tarife:

NK 2 (600 Euro SB) mit ca. 5%
NK 4 mit ca. 8% Steigerung
NK Bonus mit 4% Anpassung

Alles in Allem ist dieses eine sehr erfreuliche Entwicklung und wird die meisten Kunden der HALLESCHE sicher freuen. Die Angaben sind beispielhaft für einen 38jährigen Kunden, in anderen Altersstufen können die Beträge/ Prozentsätze abweichen.

Auch für den Bestandskunden ist diese Angabe nicht geeignet, denn hier gelten andere Anpassungen, die aber erst im Frühjahr kommen sollten.

Hinweis: Die Beitragsanpassung als einzelne Zahl ist weder aussagekräftig zur Qualität des Tarifes, noch gibt es eine Entscheidungsgrundlage für oder gegen einen Abschluss. Dazu lesen Sie bitte den Leitfaden zur privaten Krankenversicherung und schauen sich einmal die Auswahlkriterien genauer an. Bei Fragen melden Sie sich gern.

03.
Februar '16

Beitragsanpassung bei der HUK Coburg Krankenversicherung- und nun?


Beitragsanpassungen gehören in der PKV dazu. Bereits seit Jahren weise ich genau darauf hin, steigende Gesundheitskosten und eine höhere Lebenserwartung auf der einen Seite, falsche Kalkulation und in der Vergangenheit einfach „billig sein“ zu wollen auf der anderen Seite führen irgendwann bei jedem Unternehmen zu einer notwendigen Anpassung. Die HUK Coburg hat seit jeher das Ziel möglichst billig zu sein. Schaut man sich ältere Interviews mit den handelnden Personen an, so kommt immer wieder das Argument man benötige günstigen Versicherungsschutz. Doch in der privaten Krankenversicherung ist es gänzlich anders als bei anderen Versicherungssparten, denn Geld geht in der PKV nicht verloren, es fließt gegebenenfalls in Altersrückstellungen und sogenannte Limitierung.

In den vergangenen Jahren konnte sich die HUK immer wieder auf den Satz berufen, „wir haben ja nicht angepasst und sehen auch keinen Bedarf“ und nicht nur andere Marktteilnehmer, auch Aktuare haben die Art und Weise dieser Kalkulation oftmals infrage gestellt. Aus diesem Grund war es nur eine Frage der Zeit, bis auch hier Anpassungsbedarf besteht, in ungeachtet einer Kalkulation kann man sich Gegebenheiten des Marktes nicht entziehen. Anpassungsbedarf besteht somit zum 1. März 2016 in nahezu allen Tarifen der alten Tarifwelt, und dort teilweise deutlich spürbar.

Die folgende Tabelle gibt nur einen kleinen Ausblick und einige Beispiele für die Anpassungen in dem Bestand, diese stellt keineswegs einer vollständigen Liste da und bildet ebenfalls nur einen Durchschnitt ab. Anpassungen können im Einzelfall deutlich darüber liegen. Eines fällt jedoch auf, die Anpassungen sind (bezogen auf den Beitrag) nicht nur in absoluten Zahlen, sondern insbesondere prozentual betrachtet extrem hoch. Auch wenn Tarife zum Beispiel in den letzten Jahren nicht angepasst wurden, zeugt einer notwendige Anpassung größer 30 % nicht unbedingt von einer ausgewogenen Kalkulation. Natürlich muss hierbei berücksichtigt werden, was in den letzten Jahren an Anpassungen versäumt wurde, doch warten wir insbesondere die Zukunft ab, was sich da in den Beständen noch zusammen braut.

HUK BAP 2016Was können Sie als Versicherter tun?

Zunächst einmal stellt sich die Frage, wie hoch der neue Beitrag in absoluten Zahlen ist. Schauen Sie sich einmal die Höchstbeiträge in der gesetzlichen Krankenkasse für das Jahr 2016 an (–> GKV Höchstbeitrag und Arbeitgeberzuschuss 2016). Diese Zahl sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, denn ein privater Krankenversicherungsschutz mit umfänglicheren Leistungen kann gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse unmöglich dazu noch Geld sparen. Haben Sie also heute einen Gesamtbeitrag deutlich darunter, so richten sie sich langfristig darauf ein, dass noch deutliche Anpassungen zu erfolgen haben. Ja, auch 20,30 oder 50 € monatliche Beitragserhöhung sind viel Geld keine Frage, jedoch muss sich ein Versicherter durchaus die Frage gefallen lassen, warum er sich für einen preiswerten billigen Versicherungsschutz entschieden hat. Jeder einzelne Euro, den sie heute in der privaten Krankenversicherung nicht bezahlen, der muss irgendwann im Laufe ihres Versicherten Lebens nachgeholt werden und führt zwingend dazu, dass diese nicht als einzelner Euro sondern inklusive Zins und Zinseszinseffekt nachgezahlt werden muss. Dabei spielt es überhaupt gar keine Rolle, ob sie bei Versicherer A oder bei Versicherer B versichert sind, die (statistischen) Gesundheitskosten bleiben durchaus vergleichbar, die Stellschrauben für den Versicherer befinden sich in den Leistungen.

Falls Sie jetzt als versicherter Mann mit dreistelligen Anpassungen zu „kämpfen“ haben, dann gilt der gleiche Rat, wie er für Versicherte in anderen Gesellschaften auch gilt: Überprüfen Sie ob der Versicherungsschutz immer noch dem entspricht, was sie sich bei Abschluss vorgestellt haben. Überlegen Sie sich genau, welche Leistungen Ihnen wichtig sind und welchen Umfang der Versicherungsschutz zukünftig haben muss. Im Rahmen eines Tarifwechsels nach dem bekannten Paragrafen 204 des Versicherungsvertragsgesetzes ist eine Anpassung des Versicherungsschutzes innerhalb der Gesellschaft durchaus möglich und in vielen Fällen eine interessante Option.

Nur für den Fall, dass die damalige Entscheidung falsch war, unüberlegt getroffen wurde oder sonst gravierende Gründe dagegen sprechen nur dann sollten Sie sich aktiv um Alternativen bemühen Eine Beitragsanpassung ist generell kein Grund für eine geballte Kündigung eines bestehenden Vertrages, sie sollte aber dennoch Anreiz genug sein sich über den eigenen Schutz Gedanken zu machen.

Wer billig will, der kann das bekommen muss aber mit der Konsequenz leben

Der Wunsch nach einer günstigen Absicherung für die entstehenden Krankheitskosten ist durchaus legitim Anders als bei anderen Versicherungen geht jedoch in der privaten Krankenversicherung ein etwas anderes Prinzip Dort werden durch die sogenannten Alterungsrückstellungen Gelder für die Zukunft angespart und zurückgelegt und damit in (Renten-) Alter erhöhte Koste gegen zu finanzieren Fehlt dieses Geld, weil die Beiträge in den Jahrzehnten davor zu niedrig waren, so werden sich diese Anpassung später deutlich bemerkbar machen Will eine Gesellschaft dieses vermeiden, so kann sie natürlich die Leistungen in den Tarifen so weit beschränken, dass erhöhte Kosten bei Krankheiten im Alter begrenz oder Leistungen ausgeschlossen werden Dieses geht nur über die Gestaltung der Versicherungsbedingungen und die damit zusammenhängenden, vertraglich garantierte Leistungen. Sie bekommen in der privaten Krankenversicherung (wie überall sonst) nicht geschenkt. Leistungen für Gesundheitskosten müssen bezahlt werden und führe in der gesetzlichen wie privaten Krankenversicherung zu Beitragsanpassungen Will man diese im Rahmen halten und sich entspannt zurücklehnen, so bietet sich die sorgfältige Auswahl des richtigen Tarifes und die richtige Wahl der Gesellschaft für die private Krankenversicherung an.

04.
Mai '15

AXA Krankenversicherung mit Beitragsgarantie in der UnisexWelt teilweise bis 2017


Es wird immer früher, wir werden wohl noch Jahre erleben in denen die Beitragsgarantien für die private Krankenversicherung bereits im Januar angekündigt werden. Der Versicherer meint er müsste der schnellste, erste und beste sein und verkünden wie stabil sein Beiträge sind.

Wann werden Beiträge angepasst?

Die Beitragsanpassungen der privaten Krankenversicherung hat mehrere Gründe. Zum einen leben die Menschen länger, was zu einer längeren Leistungspflicht des Krankenversicherers führen kann und dementsprechend zu höheren Kosten. Zum anderen gibt es im Gesundheitswesen durchaus steigende Kosten, Elche sich in höheren Beiträgen bemerkbar machen können.

Axa BAP

Beitragsgarantie bis 2017

Und so haben wir mit der AXA Krankenversicherung einen der ersten Krankenversicherer, welche freudig verkünden dass ein Großteil ihrer Tarife in der UnisexWelt beitragsstabil bis zum Jahr 2017 bleiben, das bedeutet konkret das es zum 1. Januar 2016 keine Beitragserhöhung geben wird. Liest man die Beitragsgarantie etwas genauer, so steht dort:

Wir garantieren Ihnen, dass die Neugeschäftsbeiträge in der Unisex-Tarifwelt von AXA Krankenversicherung, bis auf ganz wenige Ausnahmen, vor dem 01.01.2017 nicht erhöht werden.*

* Ausgenommen von der Beitragsgarantie sind die Tarife Vital 900-U (nur Erwachsene), EG080-U und ARL-U (jeweils nur Kinder und Jugendliche). Zu den Tarifen Pflege- vorsorge Flex-U und GEPV, sowie zum Basistarif, können derzeit noch keine Aussagen getroffen werden.

Und jetzt lesen wir nochmal die einzelnen Worte und stellen fest, es geht um das Neugeschäft, nicht in den Bestandskunden. Weiterhin geht es um eine Beitragsstabilität bis 2017, die Garantie sagt also aus es gibt die nächste Anpassung der Beiträge frühestens am 1.1.2017. Ich persönlich würde von einer Garantie für das Jahr 2016 sprechen, aber das System der Unterschied zum Marketing.

Was bringt diese Beitragsgarantie?

Ganz vereinfacht würde ich behaupten nichts. Natürlich ist es für den Neukunden, welche sich heute in den Unisextarifen der AXA versichert nicht schlecht zu wissen, dass er nicht gleich am nächsten Jahresanfang mit einer Beitragserhöhung rechnen muss. Ansonsten ist mit solchen Aussagen leider wenig anzufangen, da es eben weder den Bestand betrifft (der Kunde der sich also heute versichert, ist am 1.1.2016 Bestandskunde, was bedeutet der Bestand könnte eine Anpassung bekommen) noch dieses eine verbindliche Aussage für die Zukunft sein kann. Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung sind schlichtweg notwendig um die Leistungsfähigkeit des Versicherers zu erhalten und sich ansteigende Kosten und längere Lebenserwartung anzupassen.

Ist solch eine Garantie eine Entscheidung für einen Versicherer?

Ganz sicher nicht, denn die Beitragsanpassungen ist eine Momentaufnahme. Auch wenn ein Versicherer Ihnen heute garantiert dass sich die Neugeschäftsbeiträge die nächsten beiden Jahre nicht verändern, was haben Sie davon? Bei der Auswahl des passenden Tarifes zu privaten Krankenversicherung geht es vielmehr um das gewünschte Leistungsniveau, welches abgesichert werden soll und darum, diese Absicherung möglichst optimal auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Natürlich gehört dabei die Qualität der Gesellschaft, Bilanzkennzahlen und sonstige Informationen über die bisherige Beitragsentwicklung zur notwendigen Information, liefern aber keinen berechtigten Anhaltspunkt für oder gegen eine Gesellschaft.