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21.
Juni '21

Risikovoranfrage PKV – Fehler vermeiden, sicher beantragen


Auf dem Weg zur passenden privaten Krankenversicherung haben Sie sich bisher mit Tarifen und den Auswahlkriterien beschäftigt, nun folgt dann die Risikovoranfrage PKV. Jetzt  Alle Prämien aus den Tarifunterlagen beziehen sich auf einen gesunden Neukunden in ihrem Alter. Das heißt aber auch, dass der Versicherer erst dann eine genaue  und finale Einschätzung abgeben kann, wenn er ihren Gesundheitszustand genauer kennt. Für diese Einschätzung nutzen wir den Weg der anonymen Risikovoranfrage.

Warum anonym? Weil sie nicht möchten, dass entsprechende Gesundheitsangaben bei den Versichern liegen, die wir vielleicht später nicht mehr korrigieren können. Dabei geht es keinesfalls darum, Angaben zu verschweigen oder schön zu reden. Wir benötigen vielmehr eine genaue Aufbereitung der gesundheitlichen Historie.

In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen, wie der Prozess der anonymen Risikovoranfrage abläuft, welche Unterlagen wir benötigen und was sie parallel vorbereiten können.

Risikovoranfrage – welche Unterlagen benötigen Sie?

Bei der Risikovoranfrage geht es um eine detailgenaue Beantwortung der Gesundheitsfragen, welche bei jedem Versicherer unterschiedlich sind. Um diese Fragen richtig und vollständig beantworten zu können, benötigen wir die Angaben zu ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte. An größere Sachen werden sie sich meist direkt erinnern. Wer einmal im Krankenhaus war, der weiß das in der Regel. Auch wenn die Behandlung schon einige Zeit zurückliegt, größere Behandlungen im Krankenhaus, ambulante Operationen, aber auch Reha-Aufenthalte bleiben im Gedächtnis.

Die Erinnerungslücken werden meist größer, wenn es sich um kleinere Erkrankungen handelt, wenn sie also erkältet waren oder eine Magen-Darm-Grippe hatten. Auch einen eingewachsenen Fußnagel, Nagelpilz oder Kopfschmerzen werden schnell vergessen. Dennoch sind diese Angaben, wenn der Versicherer danach fragt, in ihrem Antrag auf eine Private Krankenversicherung anzeigepflichtig .

Besorgen sollten sie sich deshalb folgende Unterlagen:

– eine Kopie der Krankenakte ihres Hausarztes
– eine Kopie der Krankenakte bei Fachärzten
– Informationen zu Behandlungen bei ihrem Zahnarzt, inklusive fehlender Zähne
– wenn vorhanden, die Entlassungsberichte des Krankenhauses (das kann auch der Arztbrief vom Krankenhaus an ihren Hausarzt sein)
– einen Auszug ihrer gesetzlichen Krankenkasse (den finden sie online im Portal ihrer GKV, oder diesen fordern sie schriftlich an)

Für die Anforderung der Krankenakte habe ich Ihnen im Downloadbereich Musterformulare und Musterschreiben zur Verfügung gestellt. Mit diesen ist es einfach und schnell möglich, die Krankenakte anzufordern. Weitere Details und Fragen rund um Ihre Patientenakte finden Sie HIER in den Beiträgen zur

„Krankenakte und den Patientenunterlagen“.

Ist eine Praxis schon geschlossen, da der Arzt sich zur Ruhe gesetzt hat, finden Sie hier Hilfe. „So kommen Sie an die Krankenakte nach Schließung der Praxis„. Diese Unterlagen müssen nicht zwingend bei ihrem Versicherer eingereicht werden und in einigen Fällen sollten Sie dieses auch nicht tun. Was aber wichtig ist, was nicht fehlen darf, das klären wir gemeinsam. Es erleichtert ihnen aber die sorgfältigere Beantwortung der Gesundheitsfragen sehr.

Risikovoranfrage PKV – muss ich wirklich jede Erkältung angeben?

Ein Versicherer wird sie nicht ablehnen, weil sie im Frühjahr Herbst und Winter eine entsprechende Erkältung hatten. Dennoch, ganz genau genommen, sind auch diese Erkältungen oder grippalen Infekte anzeigepflichtig. Wenn sie jetzt einen Blick an die Anträge werfen, dann werden sie sehen, es gibt hier nur wenige kleine Felder. Bei den meisten Antragstellungen passen hier unmöglich alle Untersuchungen hinein. Sie können also einfach eine Tabelle anfügen, in der sie die Gesundheitsangaben ergänzen. Wichtig ist dabei, dass sie sie angeben wann die Behandlung war, welche Behandlung es war, ob diese zu Arbeitsunfähigkeit geführt hat und ob diese ausgeheilt ist.

Ebenso hilfreich ist die Frage, ob sie operiert wurden oder ob noch Untersuchungsergebnisse ausstehend sind oder weitere Behandlungen geplant sind. Wenn sie sich nicht sicher sind, welche Angaben sie aus einem Krankenhausentlassungsbericht, fügen sie gern den Bericht als Foto oder als Scan direkt der Voranfrage bei. Auch Operationsberichte oder Befunde und Laborwerte legen Sie einfach bei. Bevor dieser an den Versicherer geht, anonymisieren wir ihre Anfrage und löschen die persönlichen Daten aus dem Dokument.

Risikovoranfrage PKV – der Arzt sagt: „Der Versicherer soll direkt bei mir anfragen“

Viele Ärzte haben diese Antwort auf eine Anfrage parat. Die Ärzte meinen, wenn der Versicherer etwas wissen möchte, dann soll er doch bitte direkt bei mir anfragen. Hintergrund hierzu, der Arzt kann diese Anfrage abrechen. Das wollen wir aber nicht. Dazu muss der Versicherer dann persönliche Anhaben haben. Mit der Schweigepflichtsentbindung fragt er an, aber dann ist es mit der anonymen Voranfrage vorbei. Denn sobald der Versicherer Kenntnis über ihren Namen, dem Geburtsdatum und dem Arzt bekommt, kann eine Anfrage unmöglich anonym sein. Damit wir also unser Ziel einer anonymen Anfrage verfolgen können, brauchen wir auch die mit Hilfe des Arztes.

Einige Ärzte sträuben sich auch aus einem anderen Grund ihnen ihre Krankenakte zu geben. Wenn sie in den letzten Jahren einige Berichte in der Presse mitverfolgt haben, dann werden sie gelesen haben, dass hier vielfach Abrechnungsdiagnosen gab. Freundlich formuliert hat sie ihr Arzt also „kränker“ gemacht, als sie in Wirklichkeit waren. Der Hintergrund dafür ist die Abrechnungsfrage. Ohne das jetzt im letzten Detail zu der Abrechnungsmodalität erklären zu wollen, umso kränker sie sind, umso besser für die Krankenkasse und den Arzt. Eine Rolle spielen hierbei Zuweisungen von Beträgen aus dem Gesundheitsfonds.

Was tun, wenn die Angaben in der Krankenakte falsch sind?

Jetzt kann es durchaus passieren, dass in ihrer Krankenakte Angaben zu ihren Diagnosen finden, die vielleicht gar nicht hatten. Weit verbreiten sind Diagnosen wie stressbedingte Überlastung oder Skoliose, auch Rückenprobleme und andere Untersuchungsergebnisse tauchen dort auf. Die erste Wahl ist es immer, das Gespräch mit dem Arzt zu suchen. Aus Erfahrung sind viele Ärzte durchaus bereit Diagnosen auch nachträglich sauber zu attestieren. Hier kann es sich um weitere Befunde handeln, oder auch den Hinweis, dass es die abgerechnete Diagnose so nicht gab. Dabei geht es gar nicht um die Löschung oder nachträglicher Veränderung der Krankenakte. Ziel ist ein entsprechendes Attest und damit eine Klarstellung. Wer also in seiner Krankenakte chronische Rückenschmerzen findet, aber nur einmal beim Arzt da war, der sollte das klarstellen lassen.

Das allein ist nicht der Schlüssel aller Probleme, aber ein Weg dahin. So tauchen immer wieder so genannte F-Diagnosen, also Krankheiten aus dem Bereich der Psyche auf. Diese verhindern, ohne weitere Aufbereitung der Unterlagen, eine Aufnahme in die PKV. Manchmal merken auch Ärzte, dass hier mit einer abgerechneten Diagnose über das Ziel hinaus geschossen wurde. Der Arzt muss also mit ins Boot, auch wenn dies die Einträge bei der Krankenkasse nicht ändert.

Mobbing PKV Antrag

Kommen sie mit dem Arzt nicht allein zurecht, hilft manchmal ein entsprechendes Muster zukommen lassen. Einige Ärzte fragen auch direkt, wie Kollegen dies gelöst haben. Schließlich ist auch für den Arzt Abrechnungsbetrug kein Kavaliersdelikt. Vielen Ärzten hilft es, ihnen eine Brücke zu bauen. Eine falsche Diagnose nur der Abrechnung willen ist falsch und das wissen auch Ärzte. Gemeinsam lassen sich aber meist Lösungen finden.

Risikovoranfrage – wie nun weiter?

Wenn sie die Antragsangaben gemacht haben, so senden sie mir diese Unterlagen gern wie gehabt per E-Mail zu. Alles was nicht in die Formulare passt, einfach auf einem Beiblatt beschreiben und auflisten. Sie können diese mit einem Passwort versehen alternativ kann ich ihnen einen Link zu einem passwortgeschützten Ordner senden. Nachdem diese Unterlagen vorliegen biete ich ihnen an, diese vorab noch einmal zu besprechen. Damit beseitigen wir Unklarheiten, ergänzen Angaben und schauen gemeinsam, dass nichts vergessen wird. Wenn sie bestimmte Vorerkrankungen haben (Allergien, Rückenbeschwerden, Einlagen für die Schuhe), dann kann es sinnvoll sein dem Versicherer gleich den entsprechenden Fragebogen beizulegen. Eine große Anzahl der Fragebögen, finden sie auf der Homepage unter Downloads und Antragsunterlagen klicken, und sich dann bei der jeweiligen Gesellschaft den Fragebogen heraussuchen, der auf ihre Erkrankung am Besten passt.

Ein Beispiel:

Es bringt relativ wenig, wenn im Antrag steht „Heuschnupfen“. Es bringt aber durchaus viel, wenn im Antrag neben der Angabe Heuschnupfen der Allergiefragebogen ausgefüllt und beigelegt wird. Hier stellt der Versicherer zusätzliche Fragen, zum Beispiel nach der Beteiligung von Asthma. Die Dauer Ihrer Beschwerden, oder noch geplanten Desensibilisierungen sind ebenso wichtig. Je genauer ihre Angaben, desto besser und einfacher ist eine entsprechende Einschätzung möglich.

Sobald ich von den Versicherern eine Rückmeldung bekommen habe, sammle ich diese und stelle ihnen dann die Auswertung der Tarife mit den realen Prämien zu Verfügung. Das sind dann die Prämien, die bereits den Risikozuschlag enthalten. Auch bekommen sie Informationen darüber, ob der Zuschlag dauerhaft ist oder nach einer bestimmten Zeit entfällt oder überprüft werden kann.

Erst wenn all diese Angaben vorliegen, schätzt der Versicherer das Risiko final ein. Nun haben wir verbindliche Prämien, erst dann besprechen wir die finale Ausgestaltung. Dazu gehören Fragen zur Höhe des Krankentagegeldes, zur Beitragsentlastung und weiteren Bausteinen. Erst weit nach der Risikovoranfrage PKV stellen wir dann einen Antrag. Finden sich im Antrag die identischen Angaben wie in der Voranfrage, ist die Entscheidung sicher. Der Versicherer nimmt diesen Antrag zu den angebotenen Konditionen an.

Keine Angst, aber in Ruhe und beacht entscheiden

Ohne Ihnen Angst machen zu wollen, bedenken sie dabei aber:

Alle neuen Erkrankungen, die bis zur tatsächlichen Antragsstellung dazu kommen, sind auch weiterhin angabepflichtig. Lassen wir uns zu viel Zeit und es haben sich weitere vielleicht Erkrankungsbilder ergeben. Auch eine Vorsorgeuntersuchung mit neuen Laborwerten oder eine Krankheit, kann schnell einen Antrag verhindern. All das müssten wir nachträglich nachmelden. Damit beginnt der Prozess der Vorantrage dann erneut.

Mit diesem Weg kommen wir jedoch schnell und auch sicher zu einer sauberen Voranfrage. Wir vermeiden das Risiko einer Anzeigepflichtverletzung und späteren Problemen. Im besten Fall ist es ein rückwirkender Zuschlag, im schlimmsten Fall aber auch die Kündigung durch den Versicherer. Auch ein späterer Rücktritt wäre ein Problem. Beides möchte niemand und Sie ganz sicher nicht erleben.

Auch wenn ein Zuschlag mehr Beitrag bedeutet, in vielen Fällen ist der sinnvoll und nötig. Warum, habe ich in einem anderen Beitrag zu Risikozuschlägen aufgeschrieben und erkläre ich in einem anderen Beitrag anhand meiner persönlichen Geschichte nochmals.

Sie haben weitere Fragen dazu, oder sie interessieren die Themen Voranfrage oder Zuschläge? Klicken Sie auf die folgenden Beiträgen für umfangreiche Information:

08.
August '17

„Wenn ich es angebe, muss ich einen Zuschlag zahlen“ – Hürden und Irrtümer bei der Beantragung


Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, der aber hält sich wacker in den Köpfen und führt damit gerade bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung immer mal wieder zu Verwirrungen. Konkret geht es um die Frage der Antragstellung, der anzugebenden Erkrankungen und der damit verbundenen Risikoentscheidung. Schon einige Beiträge hier im Blog beschäftigen sich insbesondere mit der Anzeigepflichtverletzung.

Anzeigepflichtige Erkrankungen

Anzugeben ist in der Phase der Antragstellung immer all das, nachdem der Versicherer in Textform fragt. Das sind zunächst einmal die Antragsfragen in dem entsprechenden Formular, aber auch weitere Nachfragen und Ergänzungen. Gerade bei der anonymen Voranfrage ist es daher elementar wichtig, die Fragen korrekt und vollständig zu beantworten. Dieses führt aber in der Antragstellung immer wieder zu Verwirrung.

Aussagen wie

  • – dann warte ich noch und brauche es nicht mehr angeben
  • – dann werde ich ja abgelehnt
  • – dann bekomme ich einen Zuschlag

sind an der Tagesordnung. Natürlich ist eine Erkrankung nach der gefragt wie auch anzugeben. Jedoch ist es eben keineswegs so, dass jede Erkrankung die im Antrag eingetragen wird, auch automatisch zu einem Zuschlag oder einem Ausschluss führt. Dabei ist auch noch zu beachten, einige Erkrankungen ermöglichen beides, also die Wahl zwischen Ausschluss und Zuschlag. Detailliert Informationen wann und wie die Abwägung genau funktioniert finden Sie hier:

Zuschlag oder Ausschluss – geht es auch ohne?

Jedoch bedeutet, wie bereits geschrieben, eine Angabe im Antrag oder der Voranfrage keineswegs auch gleich eine Annahme mit Erschwerung. Zudem existieren Erkrankungen und Beschwerden, welche für sich genommen nicht zu einer Erschwernis führen müssen, als so genanntes „Gesamtrisiko“ aber schon. Kommen mehrere Erkrankungen zusammen und spielen diese auch noch „gegeneinander“, so kann auch hier ein Zuschlag erforderlich werden. Zum besseren Verständnis schauen wir uns hierzu einmal einen konkreten Fall (anonymisiert natürlich) an und bewerten einmal die unterschiedlichen Erkrankungen.

Welche Erkrankungen führen zu Zuschlag oder Ausschluss?

Es handelt sich bei unserem Beispiel um einen 30-jährigen Kunden. Beruflich ist dieser in einem Unternehmen im Bereich IT angestellt, verbringt seine Arbeitszeit vorwiegend im Büro, wobei auch einige Reisetätigkeiten nicht auszuschließen sind. Nach einem Studium mit entsprechendem Abschluss steht dieser „mitten im Leben“, verdient gut und benötigt nun eine entsprechende Absicherung. Folgende Diagnosen sind (nicht abschließend) vorhanden:

  • – Kinderwunschbehandlung, Ogliospermia
  • – rezidivierende Erosio Corneae seit ca.15 Jahren, 1-2 Mal im Jahr
  • – beidseitige Hüftdysplasie
  • – eingeklemmter Nerv im Rücken, vor ca. 2 Jahren
  • – Hordeolum, nach 2 Tagen beschwerdefrei
  • – Patelladysplasie, Kniebeschwerden in 2014, seither nicht mehr
  • – Schleimbeutelentzündung, Hüftbeschwerden
  • – Pfeiffersches Drüsenfieber
  • – Erkältungen, Vorsorge, Zahnuntersuchungen

Nun sind in der Berufsunfähigkeit zunächst andere Erkrankungen maßgeblich um das Risiko einschätzen zu können. Würden wir hier über einen Antrag auf private Krankenversicherung sprechen, so sähe es hierzu ganz sicher anders aus, denn diese müsste nicht nur die Folgen der Erkrankungen erfassen und abdecken, sondern auch die möglichen Kosten für Behandlungen und Untersuchungen abdecken. Doch hier in der BU sieht das etwas anders aus.

Die Kinderwunschbehandlung ist daher hier unerheblich. Allein aufgrund dieser Beschwerden oder des Kinderwunsches wird niemand berufsunfähig und damit spielt die (abgabepflichtig) Erkrankung hier keine Rolle bei der Einschätzung. Doch wie sieht es mit den weiteren Erkrankungen und Beschwerden aus? Auch die zweite Beschwerde „rezidivierende Erosio Corneae“ klingt komplizierter, ist es aber gar nicht. Es handelt sich- ganz vereinfacht- um eine wiederkehrende Erkrankung, was zunächst einmal eher schlecht für eine Risikoeinschätzung ist. Dennoch ist es nichts anderes, als ein Aufreißen der Hornhaut und auch dieses wird kaum zur BU führen. ACHTUNG! In anderen Berufen, beim Umgang mit gefährlichen Stoffen, Labormitarbeitern etc. sähe dieses wahrscheinlich anders aus.

Die „Hüftdysplasie“ ist dagegen eine Erkrankung, welche zu Beschwerden in der Hüfte führt und welche durch eine Fehlstellung ausgelöst wird. Diese kann neben Schmerzen und Beschwerden auch zu Gehbehinderungen führen und somit eine Auswirkung auf die berufliche Tätigkeit haben. Daher ist diese Erkrankung bekannt und wird in der Regel mit einem Ausschluss in dem Vertrag „geklauselt“. Diese Klausel lautet:

„Beschwerden und Funktionseinschränkungen der Hüftgelenke sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen“

Damit muss der Versicherer bei einer Berufsunfähigkeit, welche auf die Hüfte und die Beschwerden oder Einschränkungen zurückzuführen ist, keine Leistungen aus der BU erbringen. (mehr …)

20.
Juni '17

Anonyme Voranfragen bei Berufsunfähigkeit und Krankenversicherung – warum es einen qualifizierten Berater braucht


In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest wurde einmal mehr die Berufsunfähigkeit getestet. Nach dem desaströsen letzten Test zur Berufsunfähigkeit hat sich zum Glück bei Finanztest einiges verändert, mehr dazu und zu den Fehlern im aktuellen Test folgt in einem anderen Beitrag. Auch in diesem Test hat die Zeitschrift einen „Wegweiser“ veröffentlicht und mit der Überschrift „So kommen Sie zu einem Vertrag“ versehen. Neben der Tatsache, dass sie mehrerer Angebote parallel einholen sollen (wogegen grundsätzlich noch nichts einzuwenden ist) erfolgt diesmal ein Hinweis auf Versicherungsberater oder Versicherungsmakler.

Genau heißt es dazu:

„Vorerkrankungen. Waren sie in den vergangenen fünf Jahren ernsthaft krank oder sind sie chronisch krank, stellen Sie eine anonyme Risikovoranfrage über einen unabhängigen Versicherungsberater oder einen Versicherungsmakler.“

Diese zeitliche Eingrenzung und auch der Bezug auf „ernsthafte Krankheiten“ greift jedoch deutlich zu kurz. Die anonyme Voranfrage ist nicht nur wichtig und notwendig für den Fall von „ernsten Erkrankungen“, sondern ganz generell. Zudem stellt sich die Frage was eine ernste Erkrankung ist. Sind Rückenschmerzen, welche jedes Jahr mal wieder auftreten oder unregelmäßige Magenschmerzen denen der Interessent wenig Bedeutung beimisst, ernste Erkrankungen oder doch eher Lappalien?

Eine anonyme Voranfrage ist existenziell, immer!

Dabei ist grundsätzlich erst einmal zu klären, wie eine Antragstellung in der Berufsunfähigkeitsversicherung generell funktioniert, um hier zu verstehen wo die Risiken liegen und wie sich diese vermeiden lassen. Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchten, dann haben die folgenden Faktoren einen direkten Einfluss auf die Prämie und die Vertragsgestaltung:

  • – das Eintrittsalter
  • – der Gesundheitszustand in der Vergangenheit und der aktuelle Zustand
  • – die berufliche Tätigkeit
  • – private Hobbys wie Skifahren, Motorradfahren, fliegen, Fallschirmsprünge und vieles mehr

Eine anonyme Voranfrage nicht nur wegen der Gesundheit

Mit einer solchen anonymen Voranfrage lassen sich daher nicht nur die passenden Verträge auswählen, sondern es lassen sich auch die Rahmenbedingungen für private Freizeitaktivitäten, Zuschläge und Ausschlüsse aufgrund besonderer Risiken und weiterer vertragsbeeinflussende Faktoren ermitteln und vorab klären. Nicht selten kommt es vor, dass insbesondere die berufliche Tätigkeit bei verschiedenen Versicherern zu gänzlich unterschiedlichen Einstufungen und Prämien führt, was am Ende zu Preisunterschieden von 50 % und mehr führen kann.

Berufsgruppenauswahl in der Software (links der eigenebene, rechts unten der ausgewählte Beruf). DARUM braucht es Menschen!

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt und einfach recht lapidar seinen Beruf „Büroangestellte“ dort einschreibt, der wird wahrscheinlich einen entsprechenden Versicherungsschutz bekommen, ob es der richtige und passende ist, steht wiederum auf einem ganz anderen Blatt.

Mit einer solchen anonymen Voranfrage lassen sich damit die Berufsgruppeneinstufungen, Zuschläge und Ausschlüsse aufgrund von Freizeitaktivitäten und weitere Faktoren vorab klären. Das macht es insbesondere bei der finalen Antragstellung nicht nur deutlich einfacher, es erleichtert auch den (mehr …)

02.
Juli '14

Stilblüten des Datenschutzes, die Condor scheint es sehr genau zu nehmen


Datenschutz, spätestens seit dem Namen Edward Snowden auch dem letzten Bürger ein Begriff. Die Versicherer sind natürlich hiervon in besonderem Maße betroffen, denn hier liegen sehr persönliche Daten, Angaben zu Einkommen, Gesundheit und der Vorgeschickte der Kunden. Keiner möchte das diese Daten „irgendwo im Netz“ herumfliegen und in die falschen Hände gelangen.

Weder der Makler, noch der Versicherer werden daher leichtfertig mit den Daten umgehen. Das es aber auch zu Auswüchsen kommen kann, die so vielleicht nicht beabsichtigt waren, das zeigt mein Erlebnis mit der Condor Lebensversicherung vom gestrigen Tage.

Dazu eine kleine Vorabinformation. Wer seinen Versicherungsschutz für eine Berufsunfähigkeit beantragen möchte, der tut dieses meist nicht direkt. Nicht direkt deshalb, weil Vorerkrankungen eine entscheidende Rolle spielen, weil es nicht sinnvoll ist abgelehnte Anträge in der „Datei“ zu haben und auch deshalb, weil wir für unseren Kunden gern vorher wissen möchten, welche Risikoeinstufung er bekommt.

Daher nutzen wir- wie viele Kollegen- den Weg der anonymen Voranfrage. Dort wird dem Versicherer nur das Geburtsdatum (das ist gerade bei bestimmten Erkrankungen wichtig, die sich mit dem Alter verändern) mitgeteilt und zudem der anonymisierte Gesundheitszustand.

Antrag Voranfrage Police

Die Condor nimmt es sehr genau, zu genau

Genau wie oben auf dem Bild beschreiben, genau so mache ich es seit Jahren und es funktioniert erfolgreich. Die Condor gehört zu den wenigen Unternehmen, welche in der Vergangenheit immer wieder erklärt haben, anonyme Voranfragen würde man nicht bearbeiten. Aus Sicht der Versicherer ist diese Haltung auch verständlich, werden doch manche „Kollegen“ kreativ und basteln so lange an den Gesundheitsfragen herum, bis die Einschätzung passt- mit fatalen Folgen.

Nun, in unserem Fall wollte ich aber gar keine Gesundheitsdaten übermitteln, sondern nur eine Einschätzung der Berufsgruppe.

Daher: Hinsetzen, festhalten und nicht gleich los lachen. Ein Theaterstück in mehreren Akten:

Akt 1:
Mein Interessent zur Absicherung der Berufsunfähigkeit hat ein etwas komplexeres Berufsbild, daher überlegen wir noch in welcher Berufsgruppe die Unternehmen ihn einstufen. Gerade diese Einstufung ist wichtig, denn entscheidet diese doch über die Prämie. Um sicher zu gehen, schicke ich ihn auf meine Homepage und bitte ihn, eine Tätigkeitsbeschreibung auszufüllen.
Der Kunde macht das extrem sorgfältig und schreibt noch auf, was er in einer Woche so tut. Recht ausführlich, wie so’n Stundenplan eben. Damit ist dem Versicherer vorher und in aller Deutlichkeit bekannt, welche Ausbildung der Kunde hat, was er beruflich tut und welcher Art die typischen Tätigkeiten sind.

Akt 2:
Ich schicke es so (also die Mail des Kunden und den ausgefüllten Fragebogen) an die Condor, weil (mehr …)

10.
Oktober '12

Anonyme Voranfragen – ich will nicht in einer Datei gespeichert werden


In der täglichen Beratungspraxis erreichen mich immer wieder Anfragen wie diese:

„Bieten Sie auch Anonyme Risikovoranfragen bei ausgewählten Versicherungen an? Hintergrund ist, dass ich ungern in einer Datendatei gespeichert werden möchte.“

Was genau ist aber dran an dieser „anonymen Datenspeicherung“ und existiert eine solche Datei überhaupt? Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst einmal klar sein, wann und zu welchem Zweck solche Voranfragen überhaupt gestellt werden und welche Ziele damit verfolgt wird. Die Voranfrage oder die „Risikovorprüfung“ ist die Vorstufe zu einem Antrag in der Personenversicherung. Dabei soll das Risiko eingeschätzt werden, zu welchem ein bestimmtes Risiko (zum Beispiel: der Wunsch nach einer Berufsunfähigkeitsrente, die Absicherung in einer Krankenversicherung) versichert werden kann.

Was genau ist die Voranfrage und wann sollte man eine solche stellen?

Anders als bei dem Antrag, welcher den Abschluss einer entsprechenden Versicherung zum Ziel hat, zielt die Voranfrage erst einmal darauf ab zu prüfen wie eine Person versichert werden kann. Zuerst informiert sich der Kunde mit Hilfe seines Beraters über den passenden Tarif und die passende Gesellschaft. Bevor er nun einen Antrag stellen kann, welcher vielleicht negativ oder mit einem (hohen) Risikozuschlag belegt wird, stellt der Berater eine entsprechende Voranfrage. Durch die Prüfung dieser Voranfrage kann der Versicherer entscheiden, wie genau er das Risiko versichern möchte, oder ob er noch weitere Unterlagen zur Prüfung benötigt. Anders als bei einem Antrag müssen hier noch nicht alle persönlichen Daten übermittelt werden. In der Risikovoranfrage geht es in den meisten Fällen auch zunächst nur um die Einschätzung des gesundheitlichen Risikos.

Antrags- vs. Invitatiomodell

Früher, also bevor derzeitige Fassung des Versicherungsvertragsgesetzes in Kraft trat, wurden meistens Anträge gestellt und diese bei „zum negativen Einschätzungen“ einfach später nicht angenommen. Das bedeutet also, dass der Kunde das Angebot des Versicherers (mit einem entsprechenden Zuschlag oder Leistungsausschluss) nicht akzeptiert hat. Durch die gesetzlichen Änderungen, kann der Kunde heute zwischen 2 unterschiedlichen Varianten wählen. Bei dem so genannten „Antragsmodell“ stellt der Kunde nach wie vor einen Antrag mit den vollständigen persönlichen Daten, der Versicherer prüft das Risiko und zeichnet den Antrag. Im so genannten „Invitatiomodell“ will der Kunde aber gar keinen Antrag stellen, sondern fordert von dem Versicherer die Abgabe eines Angebotes an. Dabei werden auch hier entsprechende Daten an den Versicherer übermittelt. Nach einer erfolgten Risikoeinschätzung gibt der Versicherer dann ein verbindliches Angebot ab, welches der Kunde annehmen kann.

Welche Daten werden gespeichert und ist das negativ?

Stellt ein Kunde nun einen Antrag, zum Beispiel für eine Absicherung bei eintretender Berufsunfähigkeit, so kann der Versicherer diesen Antrag nach Prüfung eben auch ablehnen oder mit einer Erschwernis (Zuschlag oder Leistungsausschluss) annehmen. In einem später gestellten neuen Antrag wird aber unter Umständen nach bereits ausgesprochenen Ablehnungen oder Erschwernisannahmen gefragt. Um hier nicht von vornherein Angaben machen zu müssen, welche vielleicht negativ auf die neue Annahmeentscheidung wirken, versuchen Kunden möglichst keinen Antrag zu stellen. Denn wenn kein Antrag gestellt ist (sondern nur eine Voranfrage) ist diese eben bei einer Frage nach abgelehnten Anträgen auch nicht anzugeben.

In der Lebensversicherung existiert eine entsprechende (mehr …)