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06.
Juni '20

Berufsunfähigkeitsschutz der Nürnberger mit nur zwei Gesundheitsfragen – ist die Aktion mehr Schein als Sein?


Die Berufsunfähigkeit gehört heute zu den größten Risiken für fast alle Erwerbstätigen und gehört damit – da sind sich selbst sonst kritische Verbraucherzentralen, Finanztest und alle Berater einig – zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt. Damit meine ich gar nicht Horrorszenarien wie „Stellen Sie sich vor, Sie können nie mehr arbeiten.“. Nein, denn viele Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung erstrecken sich über einige Jahre, dann „geht es oft wieder“. Nicht nur Krebserkrankungen, Wirbelsäulenkrankheiten oder die Psyche führen schnell einmal „temporär“ für einige Jahre zum Ausfall des Einkommens. Da wird es schnell eng, denn wie sollen laufende Kosten wie Miete, das Auto, Ausbildung der Kinder und vieles mehr bezahlt werden?

Doch obwohl der Schutz so wichtig ist, gibt es zwei große Gruppen von Personen, welche den Schutz einfach nicht haben. Zuerst sind es die, die keinen Schutz wollen. Da herrschen Aussagen wie „mir passiert ja nix“ oder „was soll schon passieren, damit ich in MEINEM Beruf nicht mehr arbeiten kann“ vor. OK, muss jeder selbst entscheiden.

Die zweite große Gruppe sind leider die, die aufgrund von Vorerkrankungen keinen Schutz bekommen und das obwohl diese gern einen hätten, gerade weil diese das Risiko verstanden, oder im Verwandten- und Bekanntenkreis gesehen haben.

Befristete Aktion der Nürnberger – für wen?

Die Nürnberger Versicherung bietet dazu nun eine vermeintliche Lösung. Im Vergleich zu bisherigen Aktionen, welche häufig auf wenige Berufe, Berufsgruppen oder die Zugehörigkeit zu einem Verein oder einer Kammer begrenzt waren, gilt diese Aktion der Nürnberger für alle. Zusammen mit dem Münchener Maklerpool Fondsfinanz hat die Nürnberger eine BU Aktion aufgelegt, welche bis zum 31.12.2020 gilt und in diesem Zeitraum allen offen steht. (Ok, als Berater braucht es eine Anbindung an den Pool, das war es aber auch schon)

  • – Aktion befristet bis 31.12.2020

  • – Spätester Versicherungsbeginn ist der 1.2.2021

Versichert werden können hier zunächst einmal alle Berufe und -gruppen. Dazu zählen auch die Beamten, für welche die Nürnberger eine Dienstunfähigkeitsversicherung anbietet.

Befristete Aktion der Nürnberger – welche Tarife?

Auch bei den Tarifen gibt es – im Rahmen der Möglichkeiten bei der Nürnberger – einige Optionen. So lassen sich die Anträge mit der vereinfachten Aktion als:

  • – selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU)

  • – selbstständige Dienstunfähigkeitsversicherung (SDU)

  • – Investment-Berufsunfähigkeitsversicherung (IBU)

  • oder als – Einsteiger-Berufsunfähigkeitsversicherung (FC) versichern.

Bei der letztgenannten Variante ist es ebenfalls möglich ein Krankentagegeld zu versichern, nicht aber den „ErstfallSchutz“. Dabei handelt es sich um eine Vorsorge bei schweren Krankheiten.

Befristete Aktion der Nürnberger – welche Kriterien gelten?

Wichtigstes Kriterium bei der Beantragung ist zunächst die Rentenhöhe. Dabei gilt:

  • – maximale Rente 2.500 € Monatsrente (30.000 € pro Jahr)

  • – dabei werden bestehende Verträge angerechnet

  • – bei einigen Berufen gelten berufsspezifische Summengrenzen, welche niedriger sein können.

So kann es durchaus vorkommen, dass für Polizisten, Feuerwehrleute oder auch Lehrer spezielle Summen gelten, diese gehen dann der 30.000 € Grenze in jedem Fall vor.

Weiterhin, und das ist eher unüblich für Aktions-BUs, ist es auch möglich eine Dynamik in den Vertrag einzuschließen. Ebenso sind jedoch Endalterbeschränkungen zu beachten, welche auch sonst im Neugeschäft gelten. Auch hier gehen diese Beschränkungen vor.

Nur zwei Gesundheitsfragen im „Aktionsantrag“ – wirklich?

Die Nürnberger spricht bei der Vorstellung der „neuen BU Aktion“ von einer sehr vereinfachten „Gesundheitserklärung“ und nur zwei Gesundheitsfragen. Dazu kommt die Angabe Größe und Gewicht und… lesen Sie selbst.

Schauen wir uns aber zunächst einmal diese Fragen an.

Diese Frage dürfte noch recht eindeutig zu beantworten sein und damit auch wenige Probleme machen. Ob und wann sich jemand im Krankenhaus befand („-aufenthalte“ bedeutet in dem Fall „über Nacht da bleiben“), das wird man wissen und fünf Jahre sind somit kein so großer Zeitraum. Doch dann folgt die Zweite der „kurzen Fragen“.

Diese Frage, genauer die Formulierung, hat es in sich und dürfte den Antrag für die meisten Personen ad absurdum führen. Denn wer diese ruhigen Gewissens und korrekt mit nein beantworten kann, der wird auch einen normalen Antrag stellen können. Aber der Reihe nach.

Zunächst geht es auch hier um einen Abfragezeitraum von fünf Jahren, soweit nichts Besonderes. Doch der Rest der Frage hat es in sich. Es folgt die Frage nach BEHANDLUNGEN. Also muss zunächst einmal ein Besuch bei einem BEHANDLER stattgefunden haben. Das kann ein Arzt, aber auch ein Heilpraktiker, Osteopath oder auch ein Physiotherapeut sein. Dabei heißt es auch nicht, es muss verordnet gewesen sein. Wer sich zum Beispiel einmal bei einem verspannten Rücken eine Massage „gegönnt“ hat und diese ganz ohne Rezept selbst bezahlt hat, auch das wäre hier anzeigepflichtig.

Weiterhin geht es sogar weiter, denn es geht nicht nur um „durchgeführt“, sondern auch um „empfohlen“. Damit sind auch Empfehlungen eines Arztes oder Behandlers anzugeben, welche dann doch nicht gemacht worden sind. Die Nürnberger zeigt hier in der Angabe in Klammern auch schon deutlich, auch Medikamente, Infusionen, aber auch Logo- oder Ergotherapie sind hier gemeint.

Soweit so gut. Doch dann folgen, wenn auch keine Fragen, noch umfassende Bestätigungen. Sie als Antragsteller müssen somit dem Versicherer noch einige „Versicherungen“ geben, entschuldigen Sie das Wortspiel.

Bestätigen müssen Sie somit nicht nur, dass Sie „uneingeschränkt“ (Anmerkung: also zu 100 Prozent!) arbeitsfähig sind. Weiterhin dürfen Sie in den letzten zwei Jahren nicht mehr als zwei Wochen arbeitsunfähig gewesen sein. Jetzt mag man denken: „ist doch dann eh bei den Behandlungen anzugeben“. Das stimmt natürlich auch. Aber auch ein Selbstständiger, welcher gar keinen „gelben Schein“ hatte und dennoch nicht arbeiten war, muss es hier angeben.

Die Fragen nach bestehender Behinderung oder teilweiser bzw. voller Erwerbsminderung sind da schon „harmloser“. Diese sind auch wichtig und nötig, denn ist jemand nicht mehr in der Lage zu arbeiten, was soll er sich dann gegen das Risiko Berufsunfähigkeit versichern.

Müssen Sie eine der Gesundheitsfragen mit „ja“ beantworten oder können Sie die „Bestätigungen“ nicht abgeben, so ist der Aktionsantrag damit erledigt. Dann gelten die normalen Kriterien der Risikoprüfung und Sie sollten schnell die Finger von dem Antrag lassen. Warum ist einfach und schnell erklärt. Auch dieser Aktionsantrag kann dann eben abgelehnt werden und müsste dann bei einer anderen Beantragung angegeben werden. Daher heißt es auch hier:

Risikovoranfrage (die natürlich anonym) geht vor Antrag – IMMER

Befristete Aktion der Nürnberger – was wird noch alles gefragt?

Mit den Gesundheitsfragen ist es natürlich noch nicht zu Ende. Neben diesen sind Fragen zu weiteren Lebensumständen zu beantworten. Auch diese finden Sie im verlinkten Fragebogen. Dazu gehören insbesondere:

  • – Fragen nach Berufs- oder Freizeitgefahren und Hobbys

  • – Fragen nach geplanten Auslandsaufenthalten

  • – Fragen nach anderweitigem Versicherungsschutz

  • – Fragen nach abgelehnten oder mit Zuschlag oder Ausschluss angenommenen Anträgen

Wer also glaubt, mit dieser Aktion dem Zuschlag für bestimmte Sportarten oder andern gefährlichen Hobbys zu entgehen, der wird hier enttäuscht. Auch diese Zuschläge werden im Rahmen der Aktion weiter erhoben.

Befristete Aktion der Nürnberger – für ganz wenige passend?

Nach Durchsicht aller Fragen und der Erklärungen stellt sich die Frage, für wen der Antrag denn überhaupt einen Vorteil bietet. Wer alles mit Nein beantworten kann und zudem weder Behandlungen noch Arztbesuche und dergleichen hat, der kann sich auch auf die Suche nach einem „normalen“ Schutz machen und die Fragen regulär beantworten. Da werden dann oft mehr Fragen gestellt, wenn aber eh nichts da ist, dann kann auch das dort mit nein beantwortet werden.

Daher würde ich hier keinesfalls nur auf die Nürnberger und den Aktionsantrag schauen. Dennoch gibt es aber durchaus Fälle, wo sich hier solche Überlegungen anstellen lassen und wo der Aktionsantrag vorteilhaft sein kann.

Heuschnupfen und Asthma?

Wie sieht es denn hier aus? Nehmen wir einen Kunden, welcher in den letzten Jahren (viele seit Jahrzehnten) an Heuschnupfen leidet, aber im Sommer schnell mit ein, zwei Flaschen frei verkäuflichen (also nicht rezeptpflichtigen) Medikamenten auskommt. Auf den ersten Blick sind das keine Behandlungen welche durchgeführt oder angeraten sind. Hier geht unser Musterkunde nur in die Apotheke und holt sich einfach ein Spray.

Gibt es dazu keinerlei Behandlungen und Arztbesuche, so könnte die Frage mit „nein“ beantwortet werden. Aber ACHTUNG! Oft sind solche Diagnosen, wenn diese denn schon einmal beim Arzt aufgetaucht sind, dauerhaft in der Akte vermerkt und können dennoch im Nachhinein zu Problemen führen. Gerade wenn es einen Arztbesuch (zum Beispiel zur Vorsorge oder bei Impfungen) gab und der Arzt dann in dem Quartal gleich noch den „Heuschnupfen“ mit abgerechnet hat. Hier steht dann durchaus etwas in der Akte.

Fragen Sie daher vorher einmal nach, wie denn die Krankenakte aussieht. In diversen Artikeln zur Krankenakte und DSGVO habe ich Ihnen Informationen und Musteranschreiben dazu zusammengestellt.

Bestehende Hepatitis Diagnose?

Es gibt bekanntlich eine Reihe von Berufen, da kann es mit einer Hepatitis zu einem Berufsverbot kommen. Sinnvoll, klar, man möchte ja niemand anstecken und Patienten in Gefahr bringen. Ist diese Diagnose nun lange bekannt und hat in den letzten fünf Jahren nicht zu einer Behandlung geführt, so wäre man geneigt, hier „nein“ anzukreuzen. Das kann auch durchaus richtig sein, birgt aber ähnliche Gefahren wie bereits beim Heuschnupfen geschildert. Dennoch: Ist es sauber und auch in der Krankenakte sicher dokumentiert und haben wirklich keine Behandlungen stattgefunden, dann kann die Aktion hier den Risikozuschlag in der Berufsunfähigkeit ersparen. Wichtig auch hier ist aber genaues Lesen und studieren der eigenen Krankenakte.

Befristete Aktion der Nürnberger – Fazit

Eine „bahnbrechende Neuerung“ ist diese Aktion ebenso wenig, wie auch für viele keine besonders lohnenswerte Aktion. Dennoch kann es für einige Versicherte sinnvoll sein, sich auch hier zu informieren und die eigene Gesundheitshistorie zu durchforsten. Diese muss, nicht nur bei dieser Aktion, sauber aufgearbeitet und bekannt sein. Ratschläge, die Akte besser nicht zu besorgen, führen hier nicht nur zu viel Ärger, sondern auch im schlimmsten Fall zur Berufsunfähigkeit ohne Rentenzahlung und das möchte nun sicher niemand.

Alle, für die diese Aktion mit den dortigen Fragen nicht passt, oder wer eine der beiden Fragen mit „ja“ beantwortet, für den gelten die normalen Risikofragen. Auch diese finden Sie hier im Downloadbereich unter dem Stichwort „Antragsunterlagen“ und können sich diese genauer anschauen.

Nürnberger LV, Gesundheitsfragen (Standard), 2020

Nürnberger LV, Aktionsantrag BU Aktionsantrag AKZ: 116, BU Aktion 2020

Bei weiteren Fragen zur Berufsunfähigkeitsabsicherung, der passenden Rentenhöhe oder zu Bausteinen wie einer Leistungsdymanik (garantierte Rentensteigerung) oder Klauseln zur Arbeitsunfähigkeit finden Sie mehr Informationen auf meiner

Beratungsseite zur Berufsunfähigkeit

18.
Mai '16

Barmenia Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung


OK, zumindest für eine bestimmte Zielgruppe ist es eine Möglichkeit an einen vereinfachten Schutz zu kommen. Doch schauen wir uns das Produkt und besser die Voraussetzungen für eine Abschluss einmal genauer an. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung handelt es sich um einen Test. Wie lange genau dieses fortgesetzt wird, ist noch nicht klar, natürlich kann der Versicherer so eine Aktion auch wieder beenden, derzeit ist es aber als langfristige Aktion angelegt.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung – Voraussetzungen

Zwingende Notwendigkeit, um in den Genuss der vereinfachten Prüfung zu kommen, ist ein festgelegtes Ereignis. Nur wenn dieses Auftritt, ist eine solche Antragstellung möglich. Aber das ist doch dann eine –> Nachversicherungsgarantie? Nicht ganz, denn während die Nachversicherungsgarantie hier nur für bestimmte Kunden, nämlich die schon versicherten gilt, ist diese Aktion für alle offen, also auch diejenigen welche noch gar keinen Schutz haben. Dazu ist es erforderlich, eines der folgenden, festgelegten Ereignisse zu erfüllen:

  • – Heirat
  • – Geburt/ Annahme eines Kindes
  • Aufnahme einer Berufstätigkeit nach erfolgreichem Abschluss eines Hochschul-/Fachhochschulstudiums
  •  Aufnahme der Berufstätigkeit in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung
  • Kauf einer Immobilie mit einem Verkehrswert von mindestens 50.000 EUR zur Eigennutzung oder zur Gründung einer eigenen beruflichen Existenz
  • Aufnahme eines Darlehens von mindestens 50.000 EUR zur Errichtung einer Immobilie zur Eigennutzung oder zur Gründung einer eigenen beruflichen Existenz

Jetzt aber nicht zu früh freuen, denn es gelten weitere Voraussetzungen, welche zwingend erfüllt sein müssen.Barmenia mit vereinfachter BU, Vorgaben

Dabei wird schnell klar, es ist keine BU für jeden, aber kann bei einigen durchaus eine Option sein. Ich schreibe bewusst KANN, denn jetzt schauen wir uns einmal die vereinfachten Gesundheitsfragen an.

Zunächst einmal werden allgemeine Fragen gestellt. Diese lauten:Barmenia BU Sonderantrag Mai 2016 allgemeine Fragen

Dabei ist noch uze beachten, das maximal 60% des Bruttoeinkommens der letzten drei Jahre (nur bei erstmaliger Aufnahme der Berufstätigkeit gilt das aktuelle Einkommen) versichert werden können. Dieses ist auch dann relevant, wenn die 18.000 Euro Jahresrente nicht erreicht werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung – Gesundheitsfragen

Jetzt folgen mehrere Fragen zum Gesundheitszustand. Die erste bzw. der erste Teil ist simpel, es geht nur um Größe und Gewicht.

Gesundheitsfragen 1Dann folgt die Frage nach einer anerkannten Behinderung, auch die ist noch recht einfach zu beantworten, das sollte der Versicherte wissen.Gesundheitsfragen 2

Die nächste Frage beschäftigt sich mit dem Medikamentenkonsum. In den letzten fünf Jahren und nicht länger als einen Monat verordnet wurden. Damit sind alle Blutdruck-/ Schilddrüsenpatienten ebenso raus, wie jedwede andere Art der Erkrankung, welche eine regelmäßige Medikation bedarf. Interessant ist die Formulierung „Verordnung„. Wer also im Frühjahr sechs Wochen in die Apotheke läuft und sich Allergietabletten holt, der muss diese nicht angeben, wer sich diese vom Arzt verschreiben lässt aber schon. Gesundheitsfragen 3Weiterhin hat die Barmenia in diese Frage gleich noch die psychotherapeutischen Diagnosen gepackt, also die Frage wer beraten, behandelt oder untersucht wurde. Dabei zählen Psychotherapeuten ebenso wie Psychologen, nicht aber der Heilpraktiker.

Die dritte Frage hat es aber in sich. Es wird nach Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsparates gefragt, auch hier binnen der letzten fünf Jahre. Kriterien aber hier: wiederholt aufgetreten oder länger als einen Monat behandelt. Richtig, das steht ODER. Zweimal Rückenschmerzen in 5 Jahren, mal Hand hoch wer die nicht hatte?Gesundheitsfragen 4

Damit haben wir schon einmal kräftig ausgedünnt und die nächste Frage ist fast schon egal, denn damit ginge in der Regel die JA Antwort bei Frage zwei einher. Es wird nun gefragt ob es eine Tumordiagnose gab, zudem begrenzt auf bösartige Tumore oder (auch) gutartige Hirntumore. Ebenfalls ist hier der bloße Verdacht auf eine solche Diagnose abgabepflichtig. Das dann auch noch nach HIV gefragt wird, ist fast schon selbstredend.Gesundheitsfragen 5

Und nun folgt eine abschließende Erklärung. Es darf binnen der letzten fünf Jahre KEIN Antrag ABGELEHNT, ZURÜCKGESTELLTGesundheitsfragen 6

Damit wurde auch der letzte ausgeschlossen. Wer also schon mal einen Antrag gestellt hat und dort vielleicht mit einem Zuschlag angenommen wurde, der ist auch hier „raus aus der Geschichte“ und kann die Aktion nicht nutzen. Am Ende stellt sich die Frage wer hier noch übrig bleibt, der sonst nicht auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekäme.

Denn:

– max. 60% des Bruttos der letzten drei Jahre

– max. 1.500 Euro ergänzende Monatsrente in diesem Rahmen

– keine Medikamente (siehe Frage oben)

– keine abgelehnten oder mit Zuschlag oder Ausschluss angenommenen Anträge

– unter 35 Jahre

– nicht mehr als einmal Rücken-/ Bewegungsapparatbeschwerden

Damit sind zumindest von meinen Kunden nahezu 100% raus aus der Geschichte. Was am Ende bleibt ist eine gute Idee aber und so viele Einschränkungen, das diese niemand nutzen kann. Klar, der Versicherer muss die Bestände schützen, sehe ich auch als richtig und wichtig an, denn nur wenn er das tut, bleiben auch die Beiträge stabil und der Kunde ist zufrieden.

Fazit:

Neben der guten Idee und dem Marketing was dafür betrieben werden kann, hilft das nur wenigen Kunden weiter. Wenn Sie also nicht die Fragen alle mit „nein“ beantworten können, dann sollten Sie sich um einen passenden Berater bemühen. Nicht jede Frage mit „JA“ bedeutet auch, das Sie keinen Versicherungsschutz  bekommen. Nicht jede Angabe einer Erkrankung bedeutet einen Ausschluss. Wichtig und richtig ist, all das wahrheitsgemäß anzugeben was war, nichts zu verschweigen, denn sonst können Sie das Geld lieber sinnvoller in gutes Essen investieren, da der Versicherer am Ende bei falschen Angaben nicht zahlen muss.

In einem Satz: Gut gemacht, mittelmäßig umgesetzt. (auch zum Schutz der eigenen Bestände jedoch)

Der Weg zur richtigen BU führt daher wie immer über die Auswahl mit den Auswahlkriterien und dem Kriterienfragebogen BU, dazu den Leitfaden als begleitende Lektüre und einem Berater der versteht was er tut und nichts vorschnell Anträge stellt. Sollten Sie eine Anfrage haben, so können Sie diese gern hier stellen oder mir eine E-Mail schreiben.

15.
Januar '16

Signal Iduna mit Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen, zumindest für Einige


Berufsunfähigkeit, das ist doch diese Sparte wo Versicherer (zu recht) sehr genau hinsehen und die Gesundheitsfragen meist sehr ins Detail gehen. Hier wird neben dem Antrag bei Vorerkrankungen auch gern noch der eine oder andere Fragebogen verschickt, um das Risiko besser einschätzen zu können.

In der Vergangenheit gab es immer mal wieder Aktionen, Aktionen in denen die Versicherer für bestimmte Berufe (oder Berufsgruppen) die Fragen aufgeweicht haben, nur wenige Fragen gestellt oder einfach vereinfachte Prüfung angeboten. Dazu habe ich in der Vergangenheit unter anderem hier im Blog und auf der Seite hier etwas veröffentlicht.

Nun kommt die Signal mit einer neuen „Aktion um die Ecke“, die auf den ersten Blick ja toll klingt. So heisst es dort:

Signal drei Fragen

Klingt doch gut, drei Fragen, schnelle Antworten und unkomplizierte Prüfung, oder? Also schauen wir uns das Ganze doch gern mal im Detail an, dann schränkt es sich doch schnell wieder etwas ein. So gelten neben den vereinfachten Fragen erst einmal weitere Beschränkungen:

Signal BU Aktion

Gehören Sie also zu der oben genanten Gruppe und reichen Ihnen die 1.000 € Rente aus, so kann es sinnvoll sein sich weiter umzuschauen. Das Fehlen einer Dynamik wiegt meines Erachtens schwer, so das auch hier zu überlegen ist, ob es Alternativen mit normaler Prüfung gibt.

Doch nun weiter zu den Fragen, dabei erst einmal die allgemeinen:

1.1 Wurden in den letzten 5 Jahren bereits Anträge auf Lebens-, Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeitsversicherungen zu erschwerten Bedingungen angenommen, zurückgestellt oder abgelehnt? Wenn ja, bei welcher Versicherung?

1.2 Bestehen besondere Gefahren im Beruf, Sport oder Freizeit (z. B. Aufenthalt in Krisengebieten, Tauchen, Flug-, Berg-, Motor-, Extremsport)?

1.3 Beabsichtigen Sie, innerhalb der nächsten 12 Monate
länger als 3 Monate in ein außereuropäisches Land zu reisen bzw. sich dort aufzuhalten?

1.4 Körpergröße / Körpergewicht

Etwas umfangreicher ist dann schon der folgende Fragenkomplex:

1.5 Bestehen bei Ihnen körperliche, psychische oder geistige Beeinträchtigungen (Behinderungen, Fehlbildungen, Folgen von oder Einschränkungen nach operativen Eingriffen oder Unfällen, Amputationen)? Haben Sie in den letzten drei Jahren einen Antrag gestellt auf eine Schwerbehinderung (GdB, MdE, WDB) oder haben Sie eine Pflegestufe beantragt? Beziehen oder bezogen Sie eine Rente aus gesundheitlichen Gründen oder wegen eines Unfalls?

Und erst jetzt, jetzt folgen die „vereinfachten Fragen“:

2.1 Waren Sie in den letzten drei Jahren mindestens in einem Jahr länger als insgesamt 15 Arbeitstage aus medizinischen Gründen arbeitsunfähig?

2.2 Befanden Sie sich in den letzten drei Jahren in einer medizinischen Behandlung wegen Erkrankungen des Herzens, der Nieren, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Wirbelsäule, Gelenke, Atmungsor- gane, Leber, Psyche, Suchterkrankungen, Nerven, Gehirn, Krebs, Tumore, Epilepsie, HIV-Infektion?

2.3 Nehmen oder nahmen Sie innerhalb des letzten Jahres verschreibungspflichtige Medikamente ein?
Nehmen oder nahmen Sie innerhalb des letzten Jahres rezeptfreie Medikamente länger als eine Woche ununterbrochen ein?

Wenn ja: Name der Medikamente, warum, wann und wie oft eingenommen?

Also ich zähle da mindestens 4, eher fünf Fragen, aber klingt natürlich besser wenn es nur drei (zusammengefasste) sind.

Meine Einschätzung/ Fazit

Die Pressemitteilung klingt besser als die Realität tatsächlich ist. Warum? Weil schon allein durch die offene Formulierung so viele Erkrankungen bei den Gesundheitsfragen so ziemlich alles anzugeben ist. Wer diese Fragen richtig und ruhigen Gewissens mit NEIN beantworten kann, der kann auch in den meisten Fällen einen normalen Antrag stellen. Zudem bedeutet nicht jedes „ja“ auf einem Artrag auch eine Ablehnung. (anonyme) Risikovoranfragen durch spezialisierte Vermittler und Makler schaffen hier Sicherheit und Planbarkeit, daher sind diese zunächst einmal vorzuziehen, bevor vorschnell eine solche Aktion genutzt wird.

Fragen zur Risikovoranfrage, zur Einschätzung oder zu einem Produkt? Bitte –> hier entlang

09.
Oktober '14

WWK mit neuer BU Aktion mit vereinfachten Gesundheitsfragen- gültig bis Ende Dezember


Gestern schrieb ich hier im Blog bereits über die Notwendigkeit des BU-Abschlusses noch in 2014, nun folgt auch eine Lösung für all diejenigen, welche gesundheitlich „nicht ganz fit“ sind und daher eher den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen in Erwägung ziehen.

Nachdem die Signal Iduna ihre aktuelle BU Aktion bis Jahresende verlängert hat (KLICK! für mehr Infos), folgt nun auch die WWK mit einer neuen Aktion bis zum Jahresende. Die Versicherer scheinen durchaus Gefallen an solchen Aktionen zu finden, und so wiederholen sich diese Aktionen aus dem letzten Jahr.

WWK BU Aktion 2014Wer kann mitmachen?

Die WWK hat diese Aktion mit vereinfachten Gesundheitsfragen nicht auf bestimmte Berufe, auch nicht auf ein Eintrittsalter und auch nicht auf besondere Freizeitrisiken beschränkt, so dass nahezu jeder (der in der Berufsunfähigkeit bei der WWK versichert werden kann) an dieser Aktion teilnehmen darf.

Welche Rente ist möglich?

Anders als bei der Signal Iduna mit (unschlagbaren) 2.000 € monatlich, sind bei der WWK Lebensversicherung bis zu 1.000 € monatlicher BU Rente versicherbar. Unter Berücksichtigung bereits bestehender anderer Absicherungen dürfen hierbei maximal 2.500 € monatlich oder 60 % vom Bruttoeinkommen (Durchschnitt der letzten drei Jahre vor Antragstellung) beantragt werden.

Weiterhin darf die versicherbare Dynamik (was ist das eigentlich?) maximal 3 % betragen. Es bestehen zudem alle im Vertrag enthaltenen Nachversicherungsgarantien. Auch das ist er ungewöhnlich, da die Versicherer meist bei solchen BU Aktionen eine solche Nachversicherung ausschließen.

Welche Gesundheitsfragen stellt der Versicherer?

Dazu sehen wir uns einmal den Antrag genauer an und betrachten dabei jeder einzelne Gesundheitsfrage für sich. Die erste Frage ist dabei, wie üblich, die Frage nach Größe und Gewicht. Bei der zweiten Frage geht es dann jedoch an die Vorerkrankungen.

2.) Hatten Sie in den letzten fünf Jahren wegen der gleichen Erkrankung mindestens vier Mal Arzt- oder Arztpraxiskontakt (ambulant, stationär oder wegen Medikamentenverschreibung) oder sind Sie in den letzten fünf Jahren operiert worden oder sind in den nächsten 12 Monaten ärztlicherseits Untersuchungen oder Behandlungen angeraten? Vorsorgeuntersuchungen ohne konkreten Beschwerde- oder Krankheitsanlass und ohne pathologischen Befund, Zahnarztbehandlungen, Behandlungen wegen Erkältungen oder beschwerdefrei ausgeheilten Haushalts- oder Sportverletzungen mit weniger als einer Woche Krankheitsdauer können für diese Erklärung ignoriert werden.

O.K., da hat der Versicherer viele Fragen in eine gepackt. Zunächst einmal geht es um die letzten fünf Jahren vor Antragstellung (also nicht Kalenderjahre sondern 60 Monate zurück). Hier möchte er wissen, ob sie wegen einer Erkrankung mindestens vier mal Kontakt zum Arzt/oder der Praxis hatten. Das kann also auch ein Wiederholungsrezept sein, was sie sich zwar regelmäßig abholen, welches aber keine Behandlung erfordert.

Entscheidend wird hier sein was der Versicherer in seiner Akte notiert hat. Ohne Einsicht in die Krankenakte wird diese Frage niemand sauber und sicher beantworten können. Nur Erkrankungen, welche binnen einer Woche ausgeheilt waren (Und Vorsorgeuntersuchungen, Erkältungen und Zahnarztbehandlungen), fallen hier nicht darunter und können daher ignoriert werden. Damit wird diese Frage für eine Reihe von Kunden mit ja zu beantworten sein und die Aktion für diese er nicht infrage kommen.

Danach folgt eine weitere Frage, welche lautet:

Bestehen bei Ihnen derzeit körperliche, psychische oder geistige Beeinträchtigungen (z.B. Missbildungen, Folgen von Operationen oder Unfällen, Bandscheibenvorfall, Wirbelsäulenschaden, Amputationen, Hirnleistungsstörungen, Gedächtnisverlust), wurde bei Ihnen eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE), ein Grad der Schädigungsfolgen (GdS), eine Behinderung (GdB) oder eine Wehrdienstbeschädigung (WDB) anerkannt oder in den letzten 12 Monaten beantragt?

Auch diese Frage hat es „in sich“ Anführungsstriche oben, in es geht um derzeitige Beeinträchtigungen. Diese können laut der Fragestellung körperlich, psychisch oder geistig sein und demnach fällt fast alles darunter, was irgendwie eine Beeinträchtigung des Versicherten darstellt. Dabei ist die Ergänzung der Frage zur Minderung der Erwerbsfähigkeit, bestehende Behinderung und dergleichen er schon „proforma“, da dieses schon im ersten Teil der Frage erfasst wird. Angabepflichtig sind hier somit auch psychische Beschwerden (zum Beispiel am Arbeitsplatz) oder auch Kopfschmerzen die regelmäßig mit frei verkäuflichen Medikamenten behandelt werden (und demnach keinen Arzt Kontakt, wie in Frage zwei erfasst, erfordern).

Damit sind die eigentlichen Gesundheitsfragen auch schon erledigt, nun folgen noch Fragen zur bestehenden Absicherung und ebenfalls zu bereits abgelehnten Anträgen.

WWK Aktionsantrag Fragen 4 und 5Besonderheiten:

Es gibt noch eine (ungewöhnliche) Besonderheit in dem Antrag. Der Beginn des Vertrages ist fix auf den 1.1.2015 eingetragen, das bedeutet auch dass der Versicherer zwar mit dreimonatigen beitragsfreien Versicherungsschutz wird, der Vertrag selbst aber dem neuen Rechnungzins (und damit einer höheren Prämie und dem Eintrittsalter 2015 unterliegt. Diese sollten Sie bei dem Vergleich mit anderen Angeboten beachten.

Fazit:

Der Tarif und die dazu zu Grunde liegenden Versicherungsbedingungen des Produktes BioRisk der WWK Versicherungen haben vor-und Nachteile wie jeder andere Tarif am Markt auch. Ob also diese Aktion infrage kommt oder ob vielleicht eine andere Aktion/ein anderer Tarif besser auf Ihre Bedürfnisse passt, das finden Sie unter anderem anhand der Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeitsversicherung (Klick zu weiteren Infos! heraus.

Die Gesundheitsfragen sind meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen, da aufgrund der Formulierung und einer (nur) beispielhaften Aufzählung umfangreiche Angaben gemacht werden müssen. Wer auch nur eine Frage mit ja beantworten muss, der muss weiterhin den Standardantrag des Versicherers nutzen und kann nicht auf die vereinfachten Fragen dieser Aktion zurückgreifen. Dennoch wird es auch für diese Aktion ein entsprechendes Klientel geben, bitte prüfen Sie aber genau und fordern in jedem Fall vor Antragstellung entsprechende Auszüge aus der Krankenakte (Musterformulare hier!) an um sicher zu gehen, keine ansprechende Erkrankung zu vergessen.

Weitere Unterlagen:

Aktions-Antrag Berufsunfähigkeit 2014

Versicherungsbedingungen Tarif BS05

30.
Mai '14

HDI mit neuer Aktion zur Berufsunfähigkeit mit vereinfachten Gesundheitsfragen bis 30.09.2014


Nachdem aktuell noch laufende BU Aktionen vom Volkswohlbund, der Signal Iduna, der Gothaer und der Basler laufen, kommt auch der HDI mit einer neuen Aktion, befristet bis zum 30. September 2014.

Auch für diese Aktion gelten natürlich wieder entsprechende Kriterien und nicht alles was man gern hätte ist möglich. Das wohl größte Manko neben der Begrenzung der Rente auf einen Betrag von 1.000 EUR maximal (und max. 200 EUR Monatsbeitrag bei einem Kombiprodukt) ist sicher die fehlende Beitrags- und Rentendynamik.

HDI Aktion 2014 Kriterien

Das bedeutet wiederum, eine Anpassung der Rente ist in den meisten Fällen nicht möglich und auch ein Inflationsausgleich findet nicht statt. Während die so genannten garantierte Rentensteigerung (WAS IST DAS?) oft ausgeschlossen ist, ist bei anderen Anbietern zumindest eine kleine Dynamik versicherbar.

Weiterhin gelten in der Aktion folgende Gesundheitsfragen:

Die Frage nach der Körpergröße und dem Gewicht ist unkritisch, auch eine Frage nach bereits abgelehnten oder mit Erschwernis angenommenen Anträgen ist durchaus üblich und legitim. Dabei ist die Frage auf einen Zeitraum von 5 Jahren befristet.

HDI Aktion Gesundheitsfragen 2014

Dann hingegen wird es schon etwas kniffliger. Die dritte Frage im Antrag lautet also:

„Bestehen bei Ihnen bleibende Gesundheitsstörungen (z. B. angeborene Behinderungen, Missbildungen, Folgen von Operationen oder Unfällen) oder bleibende Beeinträchtigungen (z. B. Bewegungseinschränkungen, mit Medikamenten behandelte Schmerzzustände, Verlust von Gliedmaßen, Blindheit, Gehörlosigkeit, Verlust der Sprache), eine Schwerbehinderung oder eine HIV-Infektion (positiver AIDS-Test)?“

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