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27.
Juni '18

Die Herren vom Main laufen immer noch in die falsche Richtung – es ist eine Schande für die Branche, leider!


[Lesezeit ca. 12 Minuten]

Es gibt so Tage, da kann ich gar nicht soviel essen, wie ich k…. könnte. Nein, es hat niemand meinen Account gekapert, auch schreibt niemand unter meinem Namen. Ich habe heute einfach gestrichen die Nase voll und kann mich nur schwer zurückhalten. Daher werde ich diesen Beitrag wohl auch morgen nochmals gegenlesen, dann sicher einige Passagen sprachlich entschärfen und dann online stellen. Warum? Weil mir heute wieder einmal vor Augen geführt wurde, wie verlogen und hinterlistig einige „Kollegen“ sind. Ich traue mich gar nicht diese als Kollegen zu bezeichnen, denn solche sind es nicht. Es gibt eine Reihe von guten Maklern, gute Versicherungsvertreter und Vermögensberater und es geht mir heute keinesfalls um ein Bashing, weder gegen einzelner Berufsstände, geschweige denn einzelner Berater. Aber eine Firma, welche ebenfalls in der Branche tätig ist ihr Unwesen treibt, schafft es immer und immer wieder den Vogel erneut abzuschießen.

Die Vorgeschichte

Erster Akt

Es gab schon vor ca. 18 Monaten einen Beitrag, einen der hinterlistige Berater beschrieb, solche die man niemals auf Kunden loslassen sollte. Hier können Sie die Geschichte vollständig nachlesen und sich selbst ein Bild machen. Nicht nur dieser Fall beschäftigt Juristen.

Zweiter Akt

Dann, knapp ein Jahr nach dem Erscheinen der Geschichte hat wohl der Geschäftsführer des Unternehmens einmal selbst nach seinem Unternehmen gegoogelt oder er wurde darauf angesprochen und schrieb mir daraufhin eine E-Mail. Tenor der Mail:

  • – ich verbreite falsche Tatsachen über sein Unternehmen
  • – es war alles ganz anders und der Kunde hat mich belogen
  • – es verletzt das Persönlichkeitsrecht seines Unternehmens und ich müsse ihm Schadenersatz zahlen

Nachdem ich dann freundlich mit einigen Fakten geantwortet hatte, schrieb er mir, der Fall gehe nun an den Anwalt. Dann teilte er mir aber vorher noch mit: „Wir arbeiten mit vielen Untervermittlern zusammen und haben ca. 1.000 Neukunden pro Jahr. Da kann ich nicht garantieren, dass alle Kunden zufrieden sind, ich kann nur garantieren, dass ich jedem Fall persönlich nachgehe.“

Soweit, so richtig. Klar kann ein Geschäftsführer nicht jeden einzelnen Schritt seiner Mitarbeiter überwachen und keinesfalls sitzt er bei einer Beratung dabei. Dennoch, ein Unternehmen muss eben sicherstellen und solange optimieren, bis sich solche Fälle lösen und nicht zur Normalität verkommen. Daran bestand aber wohl wenig Interesse, denn es ist ja einfacher einem, der etwas negatives schreibt, zu drohen und „Anwälte auf den Hals zu schicken“. Dann braucht man die eigenen Prozesse ja nicht überdenken und bearbeiten.

Was mich hier nur wundert? All diese angeblich falschen Behauptungen sind belegt. Teilweise mit eidesstattlichen Aussagen, teilweise mit Schriftstücken, nachweisbar und nachvollziehbar.

Dritter Akt

Weitere Kunden melden sich. Sie haben im Blog gelesen und ebenfalls Probleme mit dem Unternehmen. Auch hier seien Gesundheitsfragen verharmlost worden „Thrombose? Brauchen Sie nicht angeben, war ja nur im Unterschenkel.“ und führen nun zu großen Problemen. Der Versicherer wittert Betrug, beginnt mit einer Prüfung der Anzeigepflicht und der Kunde ist sich nunmehr sicher: „das war so alles nicht richtig, aber wir haben dem Berater geglaubt.“. Diesmal war es nicht einfach nur „irgendein Untervermittler“, mehr kann ich aber aufgrund eines möglicherweise anstehenden Prozesses des Kunden noch nicht dazu schreiben.

Doch das sollte nicht der einzige „Folgefall“ bleiben, dazu aber nachher mehr.

Vierter Akt

Der Anwalt wurde dann beauftragt und schrieb mir einen Brief. Das war dann wohl irgendwann im März. Ohne dass ich auch nur einmal irgendwo den Namen des Kunden erwähnt hatte, stand im Anwaltsschreiben nun ein Kundenname. Interessant, wo man doch gar nichts gemacht haben will und der Kunde hier natürlich auch schuld sein soll. Wie viele solcher Fälle man wohl dazu hat? Ich zumindest habe weder gesagt noch bestritten, dass es sich um den nun zitierten Fall handelt.

Dennoch hat man eine Geschichte aufgeschrieben und ist weiter der Meinung, alles falsch, alles gelogen, der Berater hat alles richtig gemacht und der Kunde erzählt hier die Unwahrheit. Das kann und darf ich natürlich nicht schreiben. Komisch, denn auch Kollegen kennen solche Fälle und prozessieren teilweise schon

Zum Glück leben wir in einem Land, wo die Pressefreiheit groß geschrieben wird, wo durchaus auch unangenehme Wahrheiten geschrieben werden dürfen. Daher habe ich versucht, in knapp vier DIN A4 Seiten die Sache etwas genauer zu erklären. Vielleicht hat ja der Mandant bei der Beauftragung seines Anwaltes auch nicht an alle Tatsachen gedacht oder der Berater hat ihm einfach auch nicht alle Tatsachen erzählt? Kann ja sein, wer weiß das schon.

Seitdem passierte nichts. Entweder wurden weitere Auskünfte nachgeliefert und das Bild hat sich nun doch verändert, oder aber die Gerichte haben einfach viel zu tun und warten mit der Zustellung der Klageschrift an mich noch ab, wer weiß. Vielleicht werden wir es noch erleben, vielleicht kommt auch zu dem alten Fall nichts mehr. Macht auch nichts, wir haben nun einen neuen, mal wieder.

Ein neuer Fall

Eines möchte ich vorab loswerden. Hier ist das Kind noch nicht ganz in den Brunnen gefallen und daher ist es durchaus noch zu retten. Was nicht bedeutet, dass damit der Fall abgetan oder erledigt ist. Lediglich finanziell oder auch vom Vertragszustand ist es noch nicht unlösbar. Nachdem ich also heute einen „Gespräch“ über den Live Chat hatte und anschließend ein langes Telefonat führte, hier einmal etwas mehr Details zur der Geschickte.

Da arbeitet jemand in einem kleinen Unternehmen. Nicht viele Mitarbeiter. Ein ausländischer Geschäftsführer, ein Prokurist und eben einige Mitarbeiter sind dort beschäftigt, einer von ihnen sollte seit kurzem in der Situation sein, sich selbst für die gesetzliche oder private Krankenversicherung zu entscheiden, kurzum, er verdient seit einigen Monaten genug und ist nun freiwillig versichert. (weitere Details zu der freiwilligen Versicherung hier)

Während er nun eher zufällig ans Telefon in der Firmenzentrale geht, meldet sich ein Anrufer und fragt nach dem Geschäftsführer. Eher geheimnisvoll, denn genau sagen worum es geht wolle er nicht. Nachdem an einem der folgenden Tage der Anruf erneut kommt, rückt man damit raus. Man suche den Geschäftsführer oder Prokuristen, etwas Wichtiges wolle man besprechen. Nach weiteren Nachfragen endlich einige Details. Kurzum, der Angerufene erwähnt nun, wenn sich hier einer privat versichern könne, dann er. Schon „hörte man das Blitzen in den Augen“ und es ging los. Ob er sich das dann nicht einmal anhören wolle. Unverbindlich und natürlich kostenlos.

So kommt es zu einem Beratungsgespräch und der Berater stellt dem Interessenten das Thema PKV und den Wechsel dorthin vor. Die Herren kamen gleich zu zweit, einer allein kann auch schlecht so dämlich sein. Die Beratung dauerte, inklusive des Antrages, aller weiteren Unterlagen und allem „Drum und Dran“ knapp 1-1,5 Std., erinnert sich der Interessent heute. [wie lange eine Beratung normalerweise dauert, das habe ich hier einmal erklärt]

Nachdem einige Fragen besprochen sind, muss natürlich erst einmal geklärt werden, ob er sich denn versichern wolle. Auch aber, ob er überhaupt versicherbar ist und die Gesellschaft ihn nehmen würde. Daher muss man einmal eine Anfrage machen, ganz unverbindlich und kostenlos.

Kopien von Vorschlägen, Unterlagen oder gar Bedingungen gibt es keine, wollte man per Mail senden, hat man aber nicht.

Unterschreiben muss der Kunde diese ja auch noch, nebst Vollmacht und vorsorglicher Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse. Letztgenanntes ist übrigens gar nicht verkehrt, wenn der erste Wille besteht zu wechseln, da die „Kündigung der GKV völlig risikolos möglich ist“ [hier weitere Hintergrundinformationen zur GKV Kündigung nachlesen]. Also werden diverse Unterlagen ausgefüllt und unterschrieben. Kopien hat der Kunden sonderbarerweise nicht bekommen. Warum auch. Auch hat dieser dieses nicht weiter hinterfragt, wollte er doch nie einen richtigen Antrag stellen, sondern nur einmal unverbindlich prüfen lassen, ob er möglicherweise überhaupt versicherbar ist. Warum aber hier eine anonyme Anfrage sinnvoller wäre? [hier weitere Details nachlesen]

So ging man dann auch auseinander und verabredete sich für weiteren Kontakt, wenn man neue Erkenntnisse habe. Der Interessent war soweit zufrieden, hat ja nun alle Zeit der Welt. Auch waren Tarife noch nicht entschieden, weder Details zum Vertrag noch zur Gesellschaft. Daher machte sich der möglicherweise bald privat versicherte Kunde auch keine Gedanken, wollte sich auch noch anderweitig informieren und beraten lassen.

Doch die Verwunderung geht dann einige Zeit später los. Der Berater sendet ihm per Mail irgendwann ohne weitere Informationen eine Kopie einer Police. Dabei ist noch nicht klar, warum der Vermittler diese bekommen hat, der Versicherer hat dem Kunden die Police nicht zugeschickt, bis heute nicht. Spätestens dann wäre dem Kunden ja aufgefallen, dass hier etwas nicht zu stimmen scheint. Also informiert der Interessent seinen Berater über den Fehler und lässt ihn wissen: „So war das nicht abgesprochen, ich sollte nur eine Anfrage machen, nichts abschließen.“ Aber der Vermittler beruhigt. „Alles gut, machen Sie sich keine Sorgen, wir mussten ja erst einmal testen ob Sie versicherbar sind.“

Die GKV bestätigt eine Kündigung

Doch dann, dann wird es kurios. Obwohl der Vermittler wusste was die korrekte Willenserklärung des Kunden war, nämlich unverbindlich anzufragen und auch der Kunde ihm nochmals deutlich per Telefon genau das mitteilte, ist die so genannte Folgeversicherungsbescheinigung wohl zur GKV geschickt worden. Das kann unmöglich der grüne Versicherer aus dem Norden der Republik getan haben, denn Versicherer versenden an die gesetzlichen Krankenkassen keinerlei Folgeversicherungsbescheinigungen. Dafür ist der Kunde verantwortlich und muss sich hier darum kümmern.

Dennoch hat die Krankenkasse nun aktuell die Beendigung der Mitgliedschaft final bestätigt. Zum Glück, denn erst durch dieses Schreiben ist der Kunde auf den Schwindel aufmerksam geworden, hat Google bemüht und landete am Ende hier um mir von dem Fall zu erzählen.

Fragen über Fragen

Warum hat aber der Berater hier erneut gegen den Willen des Kunden gehandelt?

Warum werden hier, auch wenn der Kunde keinen Vertrag wollte und keinen Antrag stellen wollte, Unterlagen falsch weitergebenen? Warum wird aus einer „unverbindlichen Anfrage“ ein rechtsverbindlicher Antrag den der Versicherer mit einer Police beantwortet?

Nun, das ist nur mit Zufällen bei einem Vermittler zu erklären. Nur der hatte die Daten des Kunden, nur der kann die Annahmeerklärung/ Bescheinigung der Folgeversicherung bekommen und an die gesetzliche Kasse weitergeleitet haben. Sicher ist das hausintern und ausversehen passiert, anders kann ich mir das nicht erklären.

Auch stellt sich nicht erst seit dem 25. Mai 2018 die Frage, wie hier mit Daten und Informationen des Kunden umgegangen wird.

Mit welcher Berechtigung und aufgrund welcher gesetzlichen Grundlage verschickt der Berater hier Daten und Unterlagen an die gesetzliche Kasse?

Wo ist die Kopie des Antrages geblieben und was hat der Interessent vielleicht noch alles unterschrieben, ohne es genau gelesen oder geschweige denn eine Kopie bekommen zu haben?

Jetzt muss eine Lösung her. Irgendwie muss der Kunde ja zu seinem Recht kommen und es muss doch möglich sein, dass sich Berater an das halten was Ihnen gesagt wird.

Die Lösung

Zunächst einmal steht es mir als Blogger und auch uns als Makler nicht zu, rechtlichen Rat zu geben. Dennoch werde ich versuchen, hier einige Erläuterungen zu liefern und die gesetzlichen Grundlagen darzustellen, auch ohne konkret im Einzelfall zu beraten.

Vertragserklärung und Widerrufsrecht

Der Gesetzgeber hat, zuletzt mit der Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes vor einigen Jahren, klare Grundlagen geschaffen. Demnach muss der Versicherer den Antragsteller auf seine Rechte hinweisen, ihm alle vertragsrelevanten Unterlagen zusenden und dann über sein Widerrufsrecht informieren. Um also bei unserem Beispiel zu bleiben, der Kunde muss von der Hanse den Versicherungsschein bekommen, (mehr …)

17.
September '17

Focus Money testet die PKV oder „Wie man sich das Ergebnis einfach schön rechnet“


Focus Money testet die private Krankenversicherung, OK, keine Pointe. Klar, es ist bald Bundestagswahl und da muss und wird das Thema Krankenversicherung mal wieder aus der Schublade geholt, schließlich steigert es die Auflage. So auch bei Focus Money ein der aktuellen Ausgabe, der Nr. 38/2017.

Sparen Sie sich das Geld, wenn Ihnen nicht das Ding irgendwo kostenlos nachgeworfen wird. Aber dennoch, gestern im Flieger hatte ich die Chance mir mal die Ausgabe mit dem PKV Test anzusehen und habe schon Kopfschmerzen vom ganzen Kopfschütteln. Hier zeigt der Focus mal, wie man es nicht macht und wie man Unwissenheit und anscheinend wenig Ahnung in einen Test packt. Aber es wird eine Serie, denn in den Ausgaben 39-42 folgen weitere Test.

  • – Ausgabe 38: Top-Schutz
  • – Ausgabe 39: Ausgewogene Tarife
  • – Ausgabe 40: Klassik Schutz
  • – Ausgabe 41: Gesundheitsservices
  • – Ausgabe 42: Beamtentarife

Doch in dieser Ausgabe geht es mit dem Besten los, so titelt dieser Artikel auch mit „BESTENS UMSORGT“ und dem Zusatz:

„Vor allem der große Leistungsumfang überzeugt die meisten Privatpatienten. Doch nicht alle Angebote sind auch wirklich top. Welche Tarife besonders leistungsstark sind“

Oh super, endlich mal eine Übereinstimmung. PKV ist Leistung, nicht Preis und nicht billig. Dazu habe ich mehrfach, zuletzt hier mit dem Artikel

PKV muss man sich leisten können und wollen. Wichtige Auswahl und fundierte Entscheidung

ausführlich geschrieben. Doch schauen wir uns nun den Artikel im Focus an.

Focus Money testet die PKV – das Grundsatzproblem

Eine PKV testet man nicht Anfang September. Warum? Weil es in den letzten Monaten des Jahres Ansagen zur Beitragsanpassung, weiteren Änderungen im Vertrag, der Veränderung der gesetzlichen Vorgaben wie JAEG gibt und somit eine vernünftige Aussage nicht möglich ist. So ein Test hat die Halbwertszeit von wenigen Tagen, dann ist er veraltet und unbrauchbar, wenn er denn vorher jemals brauchbar war, was ich hier sehr in Frage stellen möchte.

Focus Money testet die PKV – Topschutz

So testet der Focus Money also Top Schutz Tarife. Schauen wir doch erstmal was der Topschutz in den Augen des Focus Money denn ist. Die Gesamtbewertung verteilt sich damit auch auf verschiedene Bereiche.

Warum auch immer man bei den TOP Tarifen der Leistung“squalität“ nur 40%, also deutlich unter der Hälfte der Wertung zukommen lässt, wir werden es wohl nie erfahren. Aber die Beitragshöhe hat die identische Gewichtung, wobei sich hier die Frage stellt, warum Beitragshöhe und nicht Beitragsstabilität oder -entwicklung. Das allein mit dieser Übergewichtung der Test schon heute völliger Unsinn ist werden wir gleich merken, nämlich beim Testsieger.

Weiterhin konnten einige Anbieter nach Focus Money Testanforderungen nicht mitmachen, denn diese haben in deren Augen keine „TopSchutz Tarife“. Darunter sind auch die Bayrische Beamten, die Central, die DEVK und die UKV. Auch Concordia und VGH durften nicht mitmachen, weil das Finanzstärkerating fehlt. Württembergische dagegen wollte nicht mitmachen.

Jetzt kann man von diesen Unternehmen halten was man möchte und auch die Central hat viel bis alles falsch gemacht vor einigen Jahren, aber diese Auswahl sieht eher wie gewürfelt aus, oder eben die Kriterien so festlegen, damit auch ja der gewünschte Anbieter oben stehen kann, könnte man zumindest meinen.

Doch was sind/ waren die genauen Anforderungen an die 40% Gewichtung für die Leistung? Das lesen wir in dem Kasten über dem Test. Alle TOP Schutz Tarife mussten daher folgendes erfüllen:

  • – Kostenerstattung für Heilpraktiker
  • – Kostenerstattung für Psychotherapie
  • – Kostenerstattung für Krankenfahrstühle
  • – Kostenerstattung für Implantate
  • – Unterbringung im Einbettzimmer (hier ist der Testsieger schon raus, mehr dazu gleich)
  • – Zahnersatz mindestens 80%

Warum nun der Testsieger eben Testsieger ist, das werden wir nie erfahren. Allein bei dem (ob es nun richtig und wichtig ist steht auf einem anderen Blatt) Kriterium Einbettzimmer ist der Tarif der AXA und damit der VITAL 300 als Testsieger falsch. Aber hey, der sollte unbedingt drin sein, so scheint es. Also wurde das hier extra aufgeweicht., Man hat ein Krankenhaustagegeld dazu genommen. 50 € mit denen der Versicherte dann die Differenzkosten zu Einbettzimmer vom Zweibettzimmer zahlen kann.

Das mag in vielen Kliniken auch ausreichend sein, aber nehmen wir einmal das DRK Krankenhaus in Berlin (Differenz Ein-Zweibett = 73 €, Vivantes Berlin Differenz 70 € und viele mehr). Daher ist ein KHT von 50 € eben KEIN Ersatz für eine echte und versicherte Leistung bei Einbettzimmern. Zudem weisst der Focus explizit darauf hin.

„bewertet … nur solche Leistungen, auf die der Versicherte einen verbindlichen Anspruch hat“.

Super ist es dann doch, wenn speziell für den (gewünschten?) Testsieger all diese guten Vorsätze über den Haufen geworfen werden. Doch am Ende wird es noch besser oder eher schlimmer. Übrigens wäre nach den Kriterien oben wäre auch die Central mit dem privat.1 Tarif drin, aber dann bedurfte es da natürlich auch so einer Ausnahme wie bei dem Testsieger Axa Vital.

Focus Money testet die PKV – Testsieger der keiner ist

Schlimm ist aber nicht nur die Verteilung von 40% auf Leistung, 40% auf Beitragshöhe und damit keinerlei Aussage zur Entwicklung und Stabilität, sonder auch die Beitragsbewertung mit Stand „6/2017“. In einem Test für September wird der Datenstand JUNI verwendet. Was genau hat man mit den Testergebnissen gemacht und was genau spräche dagegen diese kurz vor dem Druck zu aktualisieren? Ach ja, dann wäre die Reihenfolge also eine andere.

Ich halte solche Test sowieso nicht für sinnvoll, eher schaden diese bei einer richtigen und gut geplanten Auswahl. Nicht nur in die Beratung gehören mehr Angaben als diese je hier erfasst werden könnten, aber insbesondere der Eindruck ist der falsche. Der Versicherer welcher hier „gewinnt“ wird schnell einen Sonderdruck verwenden, das LOGO als Testsieger einbauen und seine Vermittler informieren. Diese rennen dann damit rum und verkaufen Ihren Tarif als besten im Test.

Hier ist es aber noch deutlicher. Hier wird ein vermeintlicher Testsieger gekürt, der nach den Kriterien nicht nur keiner ist, sondern auch noch einen falschen Eindruck erweckt. Normalerweise müsste und dürfte der Tarif nach den eigenen Kriterien gar nicht dabei sein. Ein Tarif der Central (auch hier ist es keine Wertung) gehört aber da rein.

Die Anpassungen der letzten Jahre waren überdurchschnittlich, denn der Tarif ist viel zu billig. Aber: Auch hier einfach vergessen oder bewusst ignoriert. Klar, die Finanzstärke des Versicherers wird hier mit AA- bewertet, der Zweite und dritte „Testsieger“ bekommt ein A+ und ein AA. Wie das zusammenpasst? Ich weiss es nicht.

Auch der AN Beitrag inkl. SB (also die Beiträge + 1/12 SB) ist bei dem Anbieter Nr. 2 geringer, die Finanzstärke besser. Dennoch… auch hier wird das Ergebnis ignoriert. Nehmen wir das notwenige Krankentagegeld dazu, so wird der Vorteil für den Zweitplatzierten noch deutlicher.

Auch ist die AXA eine der wenigen, welche explizit die Arzthonorare auf den 5fachen Satz deckeln, andere begrenzen diese nicht und leisten einfach „über der Gebührenordnung“. Kein Wort davon, man möchte ja dem Testsieger nichts nachsagen.

Focus Money testet die PKV – Elementare Fehler im Test

Auch die Beitragsbewertung enthält elementare Fehler. So wurde der reine Tarifbeitrag gewertet. Nicht berücksichtig und einfach vergessen wurden dabei nicht nur die Pflegepflichtversicherung, sondern auch das elementar wichtige und unverzichtbare Krankentagegeld. Hier wird dadurch mit völlig sinnlosen, nichtssagenden und verwirrenden Zahlen um sich geworfen. Wer ernsthaft glaubt, für einen Arbeitnehmeranteil von 251,02 € ohne oder 276,02 € mit Selbstbeteiligung, bekommt er einen Schutz im AXA VITAL, der muss leider enttäuscht werden. Ist aber auch blöd mit korrekten Zahlen zu arbeiten und dem Leser finale und richtige Zahlen zu präsentieren.

Richtig wäre für den Datenstand 06/2016 also:

  • Monatsbeitrag AXA VITAL 300 U = 359,50 €
  • Monatsbeitrag PremZahn U = 81,80 €
  • Gesetzlicher Zuschlag: 44,13 €
  • Monatsbeitrag KHT/50 = 14,20 €
  • KUR 2,40 €
  • Krankentagegeld T42/ 100 € = 45,50 €
  • = GESAMT: 547,53 €  / AN Anteil: 273,77 € 

Berücksichtigen wir aber bereits bekannte Tarifanpassungen zum 01. Januar, so haben zweit-, dritt oder weiter hinten platzierte Tarife Beitragsgarantien abgegeben. Die AXA wird hingegen deutlich anpassen, wie bereits hier im Blog zu lesen (Link nochmals unten am Ende).

Mit dem 01. 01. 2018 verändert sich der Beitrag daher wie folgt:

  • Monatsbeitrag AXA VITAL 300 U = 467,40 €
  • Monatsbeitrag PremZahn U = 81,80 €
  • Gesetzlicher Zuschlag: 54,92 €
  • Monatsbeitrag KHT/50 = 14,20 €
  • KUR 2,40 €
  • Krankentagegeld T42/ 100 € = 45,50 €
  • = GESAMT: 666,22 € (+ 118,69 €)  / Arbeitnehmeranteil 2018: 343,19 € ( +69,42 € oder +25% )

Betrachten wir also den Gesamtbeitrag (also inkl. PKV) so erwartet den, der heute den Testsieger abschließt, eine Anpassung von 21% oder beziehen wir uns rein auf den Arbeitnehmeranteils dann sogar 25%, obwohl der AG Zuschuss in 2018 nochmals steigt.

–> Arbeitgeberzuschuss und Sozialversicherungswerte 2018 

Focus Money testet die PKV – falsch, unvollständig, unverantwortlich

Halten wir also fest. Gewonnen hat in einem Test ein Testsieger, bei welchem die Kriterien „Mindestanforderungen“ nicht erfüllt sind, für den aber eine Ausnahme gemacht wird und ein Krankenhaustagegeld dazu gebastelt wird und ein Tarif, der Anpassungen von 10-38% bekommen wird zum Januar.

Dazu ist dieses keinesfalls überraschend. Jeder der auch nur einigermaßen mit dem Thema PKV vertraut ist, der kann sich nach den Zahlen selbst ausmalen, der Tarif ist nicht nur zu billig sondern hat gravierende Probleme in der Kalkulation.

Wer mit so einem Testergebnis dann noch herumläuft und damit wirbt, der macht sich mitschuldig. Keineswegs trägt dieser verschobene Test zu einer Aufklärung bei oder bietet überhaupt irgendeine Hilfe, sondern verwirrt und schafft falsche Erwartungen.

Wer also bis hier gelesen hat und jetzt noch so einen Test kauft, liest und auch dann noch danach handelt… Entschuldigung! aber: Selbst schuld!

Alle bisherigen und leider auch eher missglückten Tests des Focus Money finden Sie

HIER IN DER ARTIKELÜBERSICHT zum Focus Money

19.
Juni '17

„Architekt für Absicherungen“ – warum sich als Berater für den eigenen Beruf schämen?


Stellen Sie sich vor Sie gehen zu einem Arzt. Nachdem Sie an dem Haus angekommen sind, suchen Sie auf dem Schild unten an der Haustür nach dem gewünschten Ziel. Doch da steht gar nichts von „Arzt“, da steht etwas von „Gestalter ihrer Gesundheit“ oder so etwas wie „Unterstützer ihres Wohlbefindens“. Was denken Sie?

Vielleicht denken Sie: „Oh wie kreativ“, wahrscheinlicher ist es jedoch, dass Sie denken: „Was bitte soll das sein? Ist er wirklich Arzt? Kann er mir wirklich helfen bei meinem Problem?“. So oder so ähnlich passiert es in der Branche, in der ich beruflich unterwegs bin, der Finanz-und Versicherungsbranche. Wir, damit meine ich durchaus die komplette Branche, schaffen es immer wieder sich besonders kreative Namen auszudenken. Natürlich, Hausmeister will heute auch niemand mehr sein, die heißen dann neumodisch Facility Manager. Auch die Begriffe Putzfrau oder Reinigungskraft sind doch mittlerweile von „Raumpflegern“ oder ganz anderen deutsch-englischen Bezeichnungen abgelöst worden. Das mag auch bis zu einem gewissen Grad ihre Berechtigung haben, aber gerade in der Finanz- und Versicherungsbranche in der ich tätig bin (be-)schwören wir immer und immer wieder Transparenz. Transparenz und Ehrlichkeit, die Vertrauen schaffen und die eigene Kompetenz herausstellen.

Doch umso erstaunter bin ich manchmal, wenn ich solche Fantasiebezeichnungen lese. Vor einigen Tagen hat ein Kollege von mir auf Instagram ein kurzes Video gepostet, ein Video in dem er ganz kurz von einer Vorstellung eines Kollegen auf einem Seminar erzählte. Dieser Kollege war, wie Florian Rex und auch ich, Versicherungsmakler. In der Vorstellung und auf die Frage als was man dann tätig sei, nannte der Kollege aber nicht die Bezeichnung Versicherungsmakler, er sagte er sei:

„Architekt für Absicherungen“

Nachdem wir uns ein wenig in den Kommentaren unterhalten haben, schrieb der Kollege Rex „Es ist wirklich nicht zu glauben, wie viele Versicherungsmakler ein Problem mit ihrer Berufsbezeichnung haben…“ und auf meine Frage warum der Herr denn so eine Fantasiebezeichnung verwendet:

„Sonst würde man die potenziellen Kunden ja vergraulen.“

Spätestens jetzt verstand ich die Welt nicht mehr. Ich habe in den über 20 Jahren in dieser Branche schon einiges erlebt, viele wunderbare und tolle Kollegen kennengelernt, aber auch viel chaotisches und insbesondere viel Unsinn gesehen. Einiges davon habe ich auch hier im Blog unter dem Tag „Unsinn“ aufgeschrieben, speziell für sie zum Nachlesen.

Vergraule ich Sie, wenn ich ehrlich bin?

Die Versicherungsbranche hat sicherlich nicht den besten Ruf, und zum großen Teil hat sie sich diese selber zuzuschreiben. Da finden sich Berater, welchen die Kundeninteressen egal sind, welche Jahr für Jahr Verträge von einem Versicherer zu dem anderen schieben und damit für den Kunden den Verlust und Schaden immer größer machen. Gerade in den Absicherungen der biometrischen Risiken, also Berufsunfähigkeit, Todesfall und die (private) Krankenversicherung ist ein solcher Wechsel oftmals nicht sinnvoll möglich. Natürlich gibt es genug Beispiele wo es durchaus positiv sein kann, positiv eine vor Jahren getroffene Entscheidung noch einmal zu überdenken. Hier, in meiner Branche gibt es allerdings viele schwarze Schafe. O. k., vielleicht nicht mehr als in anderen Branchen auch, aber hier sind die Auswirkungen um ein Vielfaches dramatischer. Wer sich das falsche Auto, die falsche Küche oder den falschen Fernseher kauft, kann diese Entscheidung relativ schnell und unkompliziert wieder revidieren. Wer aber die falsche Altersvorsorge, die falsche Risikoabsicherung oder gar die unpassende private Krankenversicherung wählt, für den ist es meist nur mit großem bis sehr großem finanziellen Aufwand wieder zu lösen, manchmal auch gar nicht.

Daher ist bei einer Beratung Vertrauen in den Berater, Vertrauen in die Ausbildung und Qualifizierung des Beraters und in die Ehrlichkeit ein entscheidendes Kriterium. Nur wer Vertrauen gegenüber seinem Berater hat, nur der wird offen und ehrlich mit seinen Bedenken, Absicherungswünschen und Problemen umgehen können. Wer aber glaubt von dem Berater „über den Tisch gezogen zu werden“, der wird immer ein schlechtes Gefühl haben und nicht zu einer sinnvollen Absicherung kommen.

Dabei ist nicht der Beratertyp entscheidend

Die Branche versteht es hervorragend sich in Grabenkämpfen zwischen Versicherungsvertretern und Versicherungsmaklern zu verzetteln. Die einen behaupten viel besser informiert zu sein, die Tarife ihrer eigenen Gesellschaft viel besser zu kennen und nicht das Problem der Unübersichtlichkeit zu haben. Die anderen wiederum stellen die Unabhängigkeit in den Mittelpunkt, nur der Versicherungsmakler kann neutral aus allen Tarifen am Markt wählen.

Lesetipp: Wo bekommen Sie eine unabhängige Beratung in Finanz-und Versicherungsfragen

Wer sich aber für einen Versicherungsvertreter, also einen Berater der für eine Gesellschaft tätig ist, entscheidet und dieses bewusst tut, der weiß auch ihn erwartet. Er erwartet eben nicht die Auswahl von verschiedenen Gesellschaften zu bekommen, sondern vielmehr eine optimale Betreuung für die Tarife dieser einen Gesellschaft.

Somit hat er keinesfalls per se einen schlechteren Berater, er hat sogar einen zu dem eher viel Vertrauen hat und um die Einschränkungen der Auswahl weiß. Zumindest im Idealfall sollte das so sein, denn immer dann, wenn Versicherungsvertreter den Eindruck erwecken sie wären unabhängig, (mehr …)

08.
Juni '17

passt24.de – wenn so gar nichts passt, dann passt(s) – noch mehr Unsinn in der Branche


Seit 1996 bin ich in dieser Branche unterwegs, seit 2000 Makler und seitdem auch nahezu vollständig im Bereich der Kranken- und Berufsunfähigkeitsabsicherung beratend unterwegs, seit nun über 17 Jahren ausschließlich per Telefon und Mail/online. Warum ich das zuerst schreibe? Weil ich einer der ersten Makler war, die online umfangreiche Themen wie PKV und BU beraten haben und weil ich neue Technologien liebe. Fintechs, auch wenn diese teilweise viel Mist bauen, wie Knip und Clark uns ja hier und hier zeigen, haben diese etwas geschafft, was Jahre zuvor undenkbar war. Versicherer denken nach und glauben nicht mehr „wie vor 30 Jahren bleibt es immer“.

Vor über 17 Jahren gab es einmal Datensatzanbieter, damals hieß einer der ersten financescout24, da habe ich damals mal Datensätze gekauft, also Kundendaten von Menschen, die im Internet eine Beratung gesucht haben. Diese Kunden fragten auf der Seite von financescout an, dieser prüfte die Daten auf Richtigkeit und verkaufte diese dann an Makler, der Kunde wusste das und wartete auf den Anruf. 63,80 DM (!) hat ein Datensatz damals gekostet.

Auch heute funktioniert das „Geschäft“ der Datensatzhändler noch genau so. finanzen.de ist einer der größeren. Diese bieten Datensätze an, welche über Websites generiert werden, der Makler zahlt heute einen Betrag von bis zu 250 € für eine Adresse und eine Telefonnummer für die PKV und davon sind viele Fakeanfragen. Da wundern wir uns über Qualität in der Beratung? aber das nur am Rande.

Ein neues anderes Konzept verfolgt „passt24“. Makler/ Berater können für einen festen monatlichen Betrag da „mitspielen“ und bekommen Anfragen, auf welche Sie anonym angeboten abgeben können. HEY… Super. ich wollte das schon immer mal.

Damit Sie aber verstehen was da passiert und erfahren wie es mir erging (als Interessent wohlgemerkt, nicht als Berater) die ganze Geschichte. Ein Interessent erzählte mir von der Plattform, aber nicht ob es ihm gut oder schlecht ergangen ist. OK, er war danach bei mir, hätte ich mir auch denken, aber ok. Also schaute ich mich mal auf der Seite um und versuchte das System zu verstehen.

Das Modell von passt24 erklärt

Zunächst der Hinweis. Alle Screenshots dieses Beitrages dienen der Beschreibung des Systems und meiner Erfahrung damit. Das (c) und die Bildrechte liegen weiter bei passt24.

Letztendlich ist es nichts anderes als eine Vermittlungsplattform zwischen Kunde und Berater, also das was andere Datensatzanbieter und Datensammelseiten auch tun. Dort ist es aber etwas anders. Der Kunde fragt an, gibt seine persönlichen Daten an, bekommt (im besten Fall) den Hinweis „Ihre Daten werden an einen Berater weitergeben, der meldet sich dann“ und wartet dann auf den Anruf/ die E-Mail etc.

So funktioniert das System für den Interessenten

Als Interessent, der sich nach einem neuen Versicherungsprodukt umsehen möchte, gehen Sie auf die Seite von passt24 und schauen sich die Sparten oben an. Dann ist ein Formular auszufüllen, welches die Sparte und die entsprechenden Daten abfragen soll. Schließlich muss der Berater auf der anderen Seite auch wissen, für was genau er überhaupt ein Angebot erstellen soll.

 

Modell bei passt24, (c) passt24

Ich habe es mir ausschließlich im Bereich der Privaten Krankenversicherung angeschaut, zur BU folgt das etwas später, dort warte ich auf die Unterlagen des Kunden, welcher das bereits „absolviert hatte“ und mir erst davon erzählte. Schauen wir uns das dann einmal genauer an.

Anfrage zur PKV, bei der passt24 Seite

Interessant ist zudem, eine Beschränkung auf unabhängige Berater scheint es nicht zu geben. Also kann auch passieren, ein Angebot wird von einem Vertreter abgegeben. Das ist nicht schlimm, muss nur der Interessent wissen, es kann dann aber kein unabhängiges Angebot sein.

Lesetip: So finden Sie unabhängige Beratung in Finanz- und Versicherungsfragen

Vertreter sind an eine (oder manchmal mehrere, Mehrfachagenten) Gesellschaften gebunden und für diese tätig. Eine andere Gesellschaft lässt sich dann nicht vermitteln. (mehr …)

21.
März '17

„Die besten Tarife für….“ warum Sie es ignorieren oder die Zeitung verbrennen soll(t)en


Egal ob (Fach-) Zeitschriften, Onlineportale oder meist zweifelhafte E-Mail Newsletter, diese Überschrift haben Sie bestimmt schon einmal irgendwo gelesen.

„Die besten Tarife für Angestellte/ Selbstständige/ Sportler/ Warmduscher oder sonst wen.“

Und hier beginnt auch das eigentliche Problem, hier werden für verschiedene Sparten in der Versicherungswirtschaft Rankings und Ratings aufgestellt, welche eine zweifelhafte Auswahl und Sicherheit vermitteln. Oft dienen solche Überschriften als „Aufreißer“ für einen Artikel und am Ende finden sie dann Tabellen oder Übersichten mit dem besten Tarif.

Das Dumme an der ganzen Sache ist nur, dass es den besten Tarif eben nun einmal nicht gibt und auch nicht geben kann. Speziell bei der Absicherung von biometrischen Risiken, also zum Beispiel der Absicherung der Arbeitskraft bei Berufsunfähigkeit, der Absicherung der Gesundheit durch eine private Kranken(zusatz)versicherung oder auch des eigenen Lebensabends durch eine entsprechende Altersvorsorge.

Wer ein wenig länger darüber nachdenkt wird schnell den Grund meiner Skepsis erkennen. Nur weil ein Produkt für mich passt, passt es für Sie noch lange nicht, Nein es kann sogar gänzlich falsch sein und eine solche Auswahl große Risiken bergen.

Warum „ziehen“ solche Artikel (Leser an)

Das Problem bei der Auswahl des passenden Versicherungsschutzes ist oftmals die Unübersichtlichkeit und die Unverständlichkeit von Versicherungsbedingungen. Da liegen dann plötzlich einhundert Seiten kleingedruckter Text vor Ihnen und Sie hadern mit sich selbst. Gedanken wie „Soll ich das wirklich alles lesen?“ oder „Muss ich das jetzt lesen?“ schwirren Ihnen durch den Kopf und eigentlich sagt ihr innerer Schweinehund: „Lass es bleiben und vertraue dem Versicherer oder deinem Berater/ Vertreter“. Auch Aussagen wie

„Ach, irgendwie sind die Bedingungen doch alle gleich und ein Wort/ ein Satz mehr oder weniger kann doch nicht so schlimm sein.“

höre ich immer wieder.

Das ist auch durchaus nachvollziehbar, denn (außer mir und ein paar Kollegen) gibt es wohl niemanden der so etwas gern liest, über Stunden Bedingungen auswertet, mit Textmarker „bewaffnet“ und vor Bergen von Papier. Und natürlich ähneln sich Versicherungsbedingungen in ganz vielen Aussagen und es finden sich gleiche Sätze bei dem einen und anderen Versicherer wieder. Doch nicht in den Gemeinsamkeiten, sondern in den Unterschieden liegt die Gefahr.

Link: Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Wenn sie eben auf den oben stehenden Link geklickt haben und dort ein wenig blättern, dann finden Sie gegenübergestellte Versicherungsbedingungen, welche sich oftmals nur in wenigen Worten unterscheiden. Diese Wortwahl ist es aber, die am Ende bei der Beantragung der versicherten Rente darüber entscheidet, ob eine Leistung erbracht wird oder eben nicht. Es sind keinesfalls die Versicherer die immer nach Auswegen suchen, die böse sind und nie zahlen wollen, es ist oft der große Unterschied zwischen dem was abgeschlossen wurde (und damit versichertes) und der (oftmals falschen) Erwartungshaltung. Da wird in blumigen Worten ausgemalt, dass sie doch den absoluten Luxus und Superschutz in ihrer privaten Krankenversicherung gekauft haben (oder kaufen sollen), dummerweise „vergisst“ ihr Berater Ihnen die Ausschlüsse, Einschränkungen und sonstigen Beschränkungen des Tarifes zu erklären und Sie glauben ihm und gehen von einem High End Schutz aus. Einen Schutz den sie so jedoch gar nicht haben. (mehr …)