Artikel mit ‘Unisex’ getagged

21.
Januar '13

Leistungsverbesserungen bei den Unisextarifen der Halleschen Krankenversicherung


Die Einführung der Unisextarife und die Umsetzung der Empfehlungen des PKV Verbandes führen durchweg zu verbesserten Leistungen für die neuen Verträge. Auch bei der Halleschen Krankenversicherung ist dieses so und so ergeben sich für das Neugeschäft in verschiedenen Bereichen der Muster- und Tarifbedingungen Veränderungen.

Derzeit sind bei der Halleschen die Tarifserien NK und Primo in die neue Welt portiert, der bisher vorhandene Tarif KS folgt in diesem Jahr, so das Unternehmen. Wer bisher in den Tarifen NK oder Primo versichert ist, der behält aber seine bisherigen Bedingungen, wenn nicht explizit eine Umstellung in die neuen Tarife beantragt wird.

Neuer Rechnungszins von 2,5%

Anders als bisher, wo die Tarife mit einem Rechnungszins von 3,5% kalkuliert waren, senkte die Hallesche diesen auf 2,5% ab. Anders als andere Unternehmen, welche sich der Aktuarempfehlung von 2,75% angeschlossen haben, geht die Hallesche von einer noch vorsichtigeren Kalkulation aus und rechnet mit einem Prozentpunkt weniger als bisher.

Änderungen bei den Leistungen

Bei der Versorgung mit Heilmitteln sind zukünftig auch die Podologen als Behandler in den Bedingungen genannt, weiterhin gilt ein Heilmittelverzeichnis als Grundlage der Erstattung. Dieses regelt die von der Halleschen erstattungsfähigen Preise und ist nun, mit einer neuen Regelung in den Bedingungen, bei einer erforderlichen Beitragsanpassung an die Inflation und Kostenentwicklung anpassbar. Weiterhin sind nun auch Geburtsvorbereitungskurse und Rückbildungsgymnastik in den Bedingungen genannt, wobei hierbei die Kosten in einem überschaubaren Rahmen bleiben.

Während in den bisherigen Leistungen der alten Tarife nur die erste stationäre Entziehungsmaßnahme versichert war, sind es nun- immer noch nach entsprechender Leistungszusage- drei solcher Entwöhnungsbehandlungen versichert. Für die Erstattungsfähigkeit sind weitere Voraussetzungen zu erfüllen, welche in den Bedingungen explizit nachzulesen sind. Die zweite und dritte Maßnahme wird zunächst nur zu 80% erstattet, der Rest folgt nachdem die Behandlung nicht abgebrochen wurde.

Auch die Hallesche Krankenversicherung nimmt die Formulierungen zu refraktiver Chirurgie (LASIK) in die Bedingungen auf. Das sicher nicht ganz uneigennützig, denn die Meinung des Bundesgerichtshofes entwickelte sich in den letzten Jahren recht eindeutig. So muss der Versicherer, welcher keine Regelungen in die Bedingungen schreibt, eine solche Behandlung wohl zukünftig erstatten. Um dem vorzubeugen lassen sich betragsmäßige Begrenzungen in den Bedingungen verankern. Im Top Tarif dem NK sind das 1.500 EUR pro Auge mit einem erneuten Anspruch nach frühestens 5 Jahren. Die Hanse Merkur schreibt in ihrem TopTarif etwas von lächerlichen 260 EUR pro Auge, selbst in dem Primo Tarif sind die Kosten mit 500 EUR fast doppelt so hoch.

Hilfsmittel nun als offene Formulierung

Während in den alten Bedingungen der NK Tarife die Hilfsmittel als geschlossene Aufzählung vorhanden war und um offene Formulierungen bei lebenserhaltenden erweitert wurde, ist die neue Formulierung nun offen, und somit wurde der Empfehlung des PKV Verbandes gefolgt.

Während die Erstattung in den Toptarifen der NK Serie zu 100% erfolgt, (mehr …)

14.
Januar '13

Unisextarife – warum „teurer“ nicht immer schlechter sein muss


In einem Artikel des Stern online aus der letzten Woche beschwerte sich Hr. Kleinlein vom Bund der Versicherten über höhere Prämien in den neuen Unisextarifen der privaten Krankenversicherung, angeblich würde es für Männer teurer, für Frauen aber nicht billiger. Warum nur?

Klar verkaufen sich schlechte Nachrichten besser als gute und darum wird dann auch nicht weiter auf die Unterschiede der einzelnen Tarife eingegangen, denn die Unisextarife sind bei den meisten Unternehmen so gar nicht mehr mit den alten Tarifen zu vergleichen.

Unterschiede oftmals im Detail

Auch wenn diese äußerlich oftmals nur durch einen kleinen Zusatz, einen Punkt oder einen weiteren Buchstaben zu unterscheiden sind, so ist es „innen“ doch oftmals ganz anders. Es ist einfach „mehr drin“ in den neuen Tarifen. Das liegt zum einen an der Tatsache, das viele Gesellschaften die so genannten Mindestkriterien in Ihre Tarife eingeführt haben und somit die Empfehlungen des PKV Verbandes umgesetzt haben, zum anderen sind auch weitere Verbesserungen eingeflossen.

Diese „Mehrleistungen“ gelten eben nicht für die alten Tarife und die Bestände, sondern ausschließlich für die neuen Tarife. Wer bisher in einem Tarif versichert ist und diese Leistungen dennoch für sich haben möchte, der kann in die neuen Tarife umstellen. Ob das Sinn macht und für wen genau, dass lässt sich pauschal nicht sagen, hierzu ist eine genaue Analyse nötig.

Weitere Unterschiede in den Tarifen

Wer aber eine solche Umstellung vornimmt, der muss auch mit allen anderen Umständen leben. So sind die neuen Tarife nicht mehr mit einem Zins von 3,5% kalkuliert. Das ist der Zins, den der Versicherer für die Alterungsrückstellungen ansetzt und mit dem diese (kalkulatorisch) verzinst werden. Da die Entwicklung der Zinsmärkte auch an den Privaten Krankenversicherern nicht spurlos vorüber geht und auch diese von geringeren Zinserträgen betroffen sind, wurde die Senkung durch die Aktuare empfohlen. So finden wir heute neben dem 2,75% Zins, auch Gesellschaften welche mit 2,5% kalkulieren und somit noch etwas mehr Sicherheit einbauen.

Erwirtschaftet der Versicherer aber dennoch höhere Erträge, so kommen diese auch den Versicherten zu Gute und sind ein zusätzlicher Ertrag. Somit ist eine Senkung des kalkulierten Zinses nicht unbedingt schlecht, schafft er doch mehr Sicherheit in der Kalkulation, auch wenn dieser erstmal zu höheren Beiträgen führt.

Fazit

1.) ist es sowieso nicht mehr zu ändern. Eine Wahlmöglichkeit besteht nicht und wessen Antrag nicht mehr angenommen wurde oder wer noch keine Chance hatte einen solchen Antrag zu stellen, (mehr …)

20.
Dezember '12

Barmenia Krankenversicherung stellt neue Unisextarife vor und lüftet endlich das Geheimnis


Heute sind nun endlich die Unisextarife der Barmenia Krankenversicherung a. G. bekannt geworden und mir ist nicht klar, warum man so verschlossen mit solchen Informationen umgeht. Hatte man als Unternehmen so viel Angst vor der Bekanntgabe oder einfach nur befürchtet, dass der Kunde die alten Tarife nicht mehr abschließt und vielleicht doch auf Unisex warten will?

Es ist mir nach wie vor schleierhaft, was diese Geheimniskrämerei soll. Nicht nur uns Beratern macht man damit das Leben schwerer, sondern auch Softwareanbieter für Vergleichssoftware wird es unmöglich rechtzeitig einigermaßen brauchbare Vergleiche zur Verfügung zu stellen, selbst wenn diese die „geheimen Unterlagen“ etwas früher bekamen. Doch nun erst einmal zu den Tarifen der Barmenia. Anders als einige Mitbewerber hat man nicht die bestehenden Tarife in die Unisexwelt portiert und teilweise angepasst, man hat sich (mal wieder) ein neues Tarofwerk „gebastelt“. Es ist noch gar nicht so lange her, da kamen die easyflex Tarife auf den Markt, einige Zeit später wurden daraus die easyflex plus und nun die neuen Tarife. Diese bekamen den verheißungsvollen Namen „einsA“. Ob der Anspruch auch durch die Aussagen in den Bedingungen erfüllt werden kann? Schauen wir uns dazu einmal die Druckstücke an.

Tarifaufbau:

Die einsA Reihe besteht aus unterschiedlichen Tarif- und Selbstbeteiligungsstufen, welche vom Grundstock identisch sind und sich in den Teilleistungen und der Höhe der Selbstbeteiligung unterscheiden. Die Selbstbeteiligungen erstrecken sich auf die Bereiche ambulant, stationär und Zahnleistungen und sind für bestimmte, fest definierte Leistungen nicht anzurechnen. Dabei handelt es sich neben zahnprophylaktischen Leistungen auch um die Entbindungspauschale sowie Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen im Rahmen einer ambulanten Behandlung.

Zwischen den Tarifstufen kann mit einem umfangreichen Optionsrecht gewechselt werden. Dieses ermöglicht den Wechsel zwischen unterschiedlichen SB Stufen, aber auch von einer in eine andere Tarifstufe der einsA Reihe. Dabei sind Optionen

– nach bestimmten Zeiten (nach drei, fünf oder sieben Jahren)

– bei bestimmten Ereignissen (Abschluss Ausbildung Kind, Wechsel berufliche Tätigkeit, Entsendung ins Ausland aus berufl. Gründen oder Studium

und weiterhin auch bei

Reduzierung des Versicherungsschutzes

Die Optionen und die Ausübung sind immer an fest definierte Kriterien gebunden. So muss ein Rückwechsel nach einer Leistungsreduzierung zum Beispiel binnen 2 Jahren erfolgen und kann insgesamt maximal zweimal ausgeübt werden. Auch gelten nicht alle Optionen für alle Kunden, denn wer „im letzten Monat vor Versicherung im einsA Tarif bereits eine PKV bei der Barmenia hatte, der bekommt das erstgenannte Optionsrecht nicht.

Der Tarif selbst startet in der untersten Stufe, der einsA prima mit einem Primärarztmodell, welches auch in der prima+ Stufe weiter gilt. In beiden Tarifmodellen gelten ebenfalls Einschränkungen bei der Versorgung mit Medikamenten. Wer ein Originalpräparat will (mehr …)

14.
Dezember '12

Unisextarife kommen doch (noch) nicht zum 21. Dezember 2012? Bundesrat gibt an Vermittlungsausschuss ab


Es war das Thema der letzten Wochen, Monate und fast Jahre. Unisextarife. Diese müssen von der deutschen Versicherungswirtschaft eingeführt werden um keinen Unterschied mehr zwischen den Prämien für Männer und Frauen zu machen.

Ich hatte ja bereits ausführlich zu den Unisextarifen und den Besonderheiten geschrieben und erklärt, für wen und wann welches Handeln nötig ist. Vielen von Ihnen und meinen Kunden hatte ich auch schon gesagt, dass ich den Termin so kurz vor Weihnachten eher für unglücklich halte und anscheinend wurde ich erhört 🙂

Der Bundesrat hat heute, am 14. 12. 2012 in seiner Sitzung Nr. 905 die Zustimmung verweigert und das SEPA Begleitgesetz (welches auchVorgaben zur Umsetzung des EU Unisexurteils beinhaltet) an den Vermittlungsausschuss verwiesen. (Wie funktioniert das Gesetzgebungsverfahren)

Was bedeutet das nun?

Erstmal nichts, denn es ist ein normales Verfahren bei Unstimmigkeiten in der Gesetzgebung. Die Abgabe an den Vermittlungsausschuss soll, wie der Name schon sagt, eine Vermittlung bei Streitigkeiten geben und ändert an der Umsetzung der EU Richtlinie nichts. Diese Richtlinie schreibt das Verbot von unterschiedlichen Prämien für Männer und Frauen vor.

Sind die gestellten Anträge hinfällig?

Auch das natürlich nicht. Für die bisher gestellten Anträge sind in gleichem Maße wirksam, wie bei in Kraft treten des Gesetzes und somit der Einführung der Unisextarife am 21. Dezember 2012. Wichtig ist, es ist nur VERSCHOBEN, nicht aufgehoben. Auch an dem Bedarf ändert sich nichts und weitere Prämienerhöhende Faktoren wie ein höheres Eintrittsalter, der niedrigere Rechnunsgzins in der PKV und dergleichen bleiben erhalten. Daher ist- wenn der Schutz und die Tarife sorgfältig ausgewählt worden sind, daran auch nichts auszusetzen.

Kann ich mir nun doch Zeit lassen?

Nein, denn 1. wissen wir nicht wie und wann es zu einer finalen Entscheidung kommt und zum anderen lassen sich Faktoren wie das Eintrittsalter und auch gesunkene Garantiezinsen nicht lösen. Warum auch sollte eine heute vernünftig getroffene Entscheidung revidiert werden?

Positiv wirkt sich das alles aber doch für einige aus. Alle die bisher noch zu keiner Tarifentscheidung kommen konnten und so befürchten mussten, nur noch zu neuen Unisexkonditionen in die PKV oder BU wechseln zu können, den bleiben nun noch einige Tage mehr Zeit und Sie (und ich auch) können in Ruhe und entspannt Weihnachten vorbereiten und die (nun) besinnliche Zeit genießen.

An der Auswahl, dem Bedarf für eine BU Absicherung oder weiteren Faktoren hat sich nichts verändert, aber wir alle müssen uns nun nicht mehr überschlagen. Wer also in den letzten Tagen nur deshalb abgeschlossen hat, weil er eine übereilte Entscheidung getroffen hat, der hat nun noch einige Tage um sich bei so wichtigen Fragen wie der Absicherung des gesundheitlichen Risikos und der Absicherung der Arbeitskraft etwas genauer mit den Tarifen geschäftigen zu können. Ich mag das!

Können die Gesellschaften dennoch die neuen Tarife einführen?

JA, auch ohne eine gesetzliche Grundlage steht es den Unternehmen ja frei, ihre Tarife zu ändern und anzupassen. Daher verlassen Sie sich nicht darauf, dass es nun alles „noch Zeit hat“. Gesellschaften können und werden dennoch umsetzen, auch ohne die bereits beschlossene Grundlage!

Daher hier gleich mal was zu lesen, sonst ist es bald wieder „zu spät“:

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung und Leitfaden zur Berufsunfähigkeit

Auswahlkriterien zur PKV und auchAuswahlkriterien BU

Weitere Infos zum Thema:

Pressemitteilung des GDV zur Lebensversicherung

Focus meint zu wissen, dass es anders ist

29.
November '12

Süddeutsche Krankenversicherung mit ersten (vorläufigen) Beiträgen in der Unisextarifwelt


Lange hat es gadauert und am 21. Dezember diesen Jahres soll es schon losgehen. Nachdem der Deutsche Ring Krankenversicherung und auch die Signal Krankenversicherung zwischenzeitlich die neuen, geänderten Bedingungen für die neuen Tarife nach dem Unisexmodell bekannt gegeben haben, folgt die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) nun mit Beiträgen.

Die Vorahnungen und Hochrechnungen scheinen sich auch in der Kalkulation zu bewahrheiten und obwohl die Beiträge noch final der Zustimmung des Treuhändlers benötigen können wir doch von diesen Zahlen ausgehen. Interessant ist auch die Aufstellung, wo konkret die Anpassungen her kommen. Dazu müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden, welche bei der Kalkulation in die Tarife einfließen.

1.) ANPASSUNGSBEDARF

Generell besteht- wie bei allen Tarifen- im Rahmen der Überprüfung die Notwendigkeit gestiegene Kosten oder veränderte Lebenserwartung anzupassen und in Form einer Beitragsanpassung zu berücksichtigen. Dabei führt das in unserem Beispiel bei Männern zu einer Erhöhung des Tarifbeitrages von +18 EUR (von 447 also auf 455). Bei Frauen wären alleoin hierdurch die Beiträge von 528 EUR um 5 EUR zu senken.

2.) Anpassung wegen Unisex

Die Veränderungen durch die Einführung der geschlechterneutralen Beitröge (Unisex) führen bei Männern in unserem Beispiel zu einer deutlichen Erhöhung der Beiträge. Konkret bedeutet dieses eine Steigerung von 57 EUR oder knapp 12%, bezogen auf den ursprünglichen Beitrag von 447 EUR. Bei Frauen hingegen ergibt sich kaum eine Veränderung, in unserem Beispiel eine Senkung um 1 EUR monatlich.

3.) Änderung durch den neuen Rechnungszins

Der dritte Faktor, welcher bei Männern und Frauen gleichermaßen zu einer Erhöhung führen muss, ist die Neukalkulation der Beiträge mit einem Rechnungszins von 2,75 statt 3,5%. Vereinfacht bedeutet dieses, die Rücklagen werden schlechter verzinst (was auch an der allgemeinen Zinsentwicklung liegt) und die meisten Gesellschaften folgen der Empfehlung der Aktuare und senken daher den Zins. Vereinfacht ausgedrückt müssen Sie somit mehr Geld ansparen um bei kleineren Zinsen auf den gleichen Endbetrag zu kommen. In unserem Beispiel ist hierfür eine Veränderung von 28 EUR monatlich nötig, die Männer wie Frauen betrifft.

Betrachtet man daher die Konstellation in der Gesamtheit, so ergibt sich eine doch deutliche Beitragsanpassung. Auf den folgenden Grafiken sehen Sie zunächst links die Beiträge heute, dann die Beiträge wenn der Rechnungszins gleich bliebe und zuletzt rechts die Zahlen inkl. aller Veränderungen.

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