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10.
Juni '21

Durch Vorauszahlung der Krankenversicherung (PKV) kräftig Steuern sparen


Durch die Vorauszahlung der Krankenversicherung lassen sich bei vielen Versicherten beachtliche Summen sparen. Sogar zweistellige Renditen sind hier (abhängig von Steuersatz und persönlicher Situation) keine Seltenheit. Das Thema ist nicht nur jedes Jahr aufs Neue interessant, sondern wird leider oft bis ins Jahresende geschoben und dann unter Stress und Hektik versucht zu lösen. Warum es aber sinnvoll ist, für wen es passt und wie viel Sie denn überhaupt wann und wohin zahlen können, das schauen wir uns hier einmal genauer an.

Dabei gilt generell: Suchen Sie sich hierbei professionelle Unterstützung und lassen sich hier steuerlich von Ihrem Steuerberater beraten. Der kann zwar Ihre Krankenversicherung nicht beurteilen, das ist auch nicht seine Baustelle. Er kann und wird Ihnen aber steuerlichen Rat geben.

Ich hatte bereits im 2017 und 2018 zu der Möglichkeit geschrieben, durch eine Vorauszahlung in der privaten Krankenversicherung einiges an Geld zu sparen. Das geht nicht immer und für alle, aber für einen Teil der Versicherten bringt dieses doch einige tausend Euro an Ersparnis. (Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Update des Ursprungsbeitrages aus 2018)

Vorauszahlung der Krankenversicherung – Für wen ist diese „Modell“ geeignet?

Geeignet ist das Modell am besten für die folgenden Personengruppen:

  • – privat versicherte Beamte mit Restkostenversicherung (ergänzend zur Beihilfe)

  • Selbstständige oder Freiberufler in der PKV (mit nicht mehr abzugsfähigen sonstigen Vorsorgeaufwendungen, zum Beispiel für Unfall-/ Haftpflicht-/ Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, Arbeitslosenversicherungen)

  • Arbeitnehmern in der PKV, wenn diese entweder ledig oder mit einer/m ebenfalls PKV Versicherten/m Partner verheiratet sind

  • – wenn im Jahr der Vorauszahlung ein hoher Grenzsteuersatz droht (zum Beispiel auch Abfindungen, Sonderzahlungen etc.)

In den meisten Fällen NICHT sinnvoll ist eine solche Vorauszahlung dann, wenn eine gesetzliche Krankenkasse besteht. Hier müssen die Beiträge vom Arbeitgeber monatlich abgeführt werden. Auch wenn ein Ehepartner gesetzlich und der andere privat versichert ist, führt es bei Zusammenveranlagung hier meist zu keinem sinnvollen Effekt.

Vorauszahlung der Krankenversicherung – Grundlage des Modells – Einkommensteuerrecht?

Erstmal muss beachtet werden, dass Beiträge zur privaten Krankenversicherung in zwei Teile aufgesplittert werden. Einen Teil bilden die Beiträge der so genannten Basisabsicherung, einen weiteren alle Mehrleistungen.

Vereinfacht gesagt muss der Versicherer berechnen, wie viel Geld Ihres Beitrages er kalkulatorisch benötigt, um die Basisabsicherung zu bieten. Danach ergeben sich die Restbeiträge, die für „Komfortleistungen“ gelten. Haben Sie sehr leistungsfähige Tarife der PKV, welche weit über der Versorgung der GKV liegen und zum Beispiel Wahlleistungen, das Einbettzimmer oder andere Vorteile bieten, dann sind diese Mehrleistungen nicht mehr Basisschutz.

Als grobe Orientierung: Bei Tarifen mit viel Leistung, liegt der Prozentsatz hier bei ca. 80%. Damit unterliegen von einem Beitrag von 800 € in der PKV, dann zum Beispiel 640 € der Basisabsicherung, der Rest nicht.Vorauszahlung der Krankenversicherung Rechner

Höchstabzugsbetragsgrenze gilt nicht für die „Beiträge zur Basisabsicherung“

Der Hintergrund des Modells ist recht einfach erklärt. Normalerweise werden die Beiträge zur Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung steuerlich angerechnet. Auch die Beträge, welche tatsächlich ausgegeben werden und die Höchstbeiträge überschreiten werden angerechnet und haben einen steuerlichen Effekt. Das gilt aber eben nur für den Basisschutz. Ist der PKV Tarif leistungsfähiger, ist der aufgewendete Beitrag nur anteilig zu berücksichtigen.

Warum das so ist? Es ist gerecht. Denn wer nicht in der PKV versichert ist oder sich aus anderen Gründen für eine GKV plus Zusatzversicherungen entschieden hat, der bekommt auch die Beiträge für den Zusatzschutz nicht als „Basisabsicherung“ anerkannt. Daher ist es nur logisch, den Beitrag mit enthaltenen Zusatzversicherungen zu kürzen.

Auch alle anderen Versicherungen wie Arbeitslosen-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen, Schutz gegen Berufsunfähigkeit und einige Lebensversicherungen sind theoretisch anrechenbar. Aber in der Praxis wirken sich diese meist nicht aus, da für die Steuerpflichtigen Höchstbeiträge bestehen und diese meist schon durch die Krankenversicherung dann ausgeschöpft werden.

Hier kommt nun der Effekt ins Spiel. Während die Beträge der „anderen Versicherungen“ auf 1.900 oder 2.800 € pro Jahr begrenzt sind, ist es die Basisabsicherung nicht. Keine Angst, wir machen das gleich in Zahlen.

Vorauszahlung der Krankenversicherung – ein Beispiel in Zahlen

Nehmen wir an, wir haben einen Beitrag zur PKV von 800 €, wovon 640 € auf die Basisabsicherung entfallen. Unser Selbstständige hat einen Steuersatz von 35% und keinen Anspruch auf einen Arbeitgeberzuschuss.

Für andere Versicherungen (Berufsunfähigkeit, Lebensversicherungen, Unfall- und Haftpflicht) wendet dieser jährlich nochmals 3.000 € auf.

Beispiel OHNE Vorauszahlung

Der Höchstbeitrag der abzugsfähigen Beträge liegt bei ihm bei 2.800 € pro Jahr (+ die Beträge zur Basisabsicherung). Somit kann unser Kunde hier 7.680 € (Basisabsicherung, 640 * 12) anrechnen lassen. Die anderen Versicherungen bleiben aber dabei unberücksichtigt, denn die maximalen 2.800 € sind bereits aufgebraucht.

Beispiel MIT Vorauszahlung

Zahlt der Kunde nun aber die Beiträge für ein, zwei oder maximal drei Jahre im Voraus, dann sieht die Situation etwas anders aus.

Im Jahr der Vorauszahlung kann dieser nun nicht nur die 7.680 € für das laufende Jahr zahlen, sondern auch maximal drei weitere Jahresbeiträge überweisen. Hat er diese 27.648 € auch noch und überweist diese an den Versicherer, so ist in den kommenden Jahren KEINE Beitragszahlung der Basisabsicherung mehr nötig, ist ja schon bezahlt.

Stattdessen stehen die max. 2.800 € (oder eben 1.900 €, wenn AG Zuschuss besteht) voll für die anderen Versicherungen zur Verfügung. Es lassen sich also Beiträge steuerlich berücksichtigen, welche sonst aufgrund der maximalen Begrenzung „hinten runtergefallen wären“.

Mehr anrechenbare Beiträge = weniger zu versteuerndes Einkommen = weniger Steuern.

Bei der Vorauszahlung für EIN Jahr und der Anrechnung von somit 2.800 € mehr, bedeutet dieses eine Steuerersparnis von 980 €. (35% Steuersatz).

DAZU KOMMEN noch die Rabatte der PKV, welche einige unternehmen gewähren. (Auflistung unten) Hier sind stellenweise zwischen 4 und 0,5% Rabatt möglich.

In unserem Beispiel kommt der Versicherte somit auf eine Ersparnis von 1.417 € bei einer Vorauszahlung von nur EINEM Jahr. Auf den Jahresbetrag von 9.600 € (der durch Rabatt nur bei 9.216 € lag), ergibt das einen „Gewinn“ von 14,8%.

„Spielt“ der Kunde das Modell mit einer 3-Jahresvorauszahlung, so bleiben ganze 4.253 € Ersparnis übrig. Bezogen auf den (rabattierten) Vorauszahlungsbetrag somit 15,38%.

Vorauszahlung der Krankenversicherung – Vorteile 

  • – Je nach Versicherer erhalten Sie bis zu 4% Skonto, wenn die Beiträge vorausgezahlt werden, einige Versicherer geben aber auch keinen Rabatt

  • bei Arbeitnehmern wirkt der Rabatt doppelt, denn auch auf den AG Anteil gibt es den, denn den Arbeitgeberzuschuss bekommen Sie weiterhin monatlich.

  • – dazu kommt- je nach persönlichen Verhältnissen- eine Steuerersparnis in nicht unerheblicher Höhe

  • – bei einer Änderung des Vertrages (Beitragsanpassung oder auch Kündigung der PKV) ergeben sich Änderungen

  • – Endet der PKV Vertrag, gibt es aber alle zu viel gezahlten Beiträge auch wieder zurück, es ist also nur ein GUTHABEN bei der PKV

Vorauszahlung der Krankenversicherung – Nachteile

  • – Kapital muss da sein und muss bis Mitte Dezember an den Versicherer überwiesen werden

  • – maximal lassen sich DREI Jahresbeiträge (also 36 Monate) die Beiträge vorauszahlen

  • – auch der Arbeitgeberanteil muss vorausgezahlt werden

  • – nur sinnvoll, wenn andere Vorsorgeaufwendungen vorhanden sind (Arbeitslosen-, Haftpflicht-, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen, Komfortleistungen aus der PKV, Krankentagegeldschutz und einige Lebensversicherungen)

Wo liegen die Höchstbeiträge für die „übrigen Vorsorgeaufwendungen“?

Um den für Sie richtigen Höchstbeitrag zu ermitteln, ist zunächst eine Frage wichtig.

Sind Sie Beihilfeberechtigte(r) oder Arbeitnehmer mit einem steuerfreien AG Zuschuss?

Dann gelten für Sie maximal 1.900 EUR pro Jahr als Höchstbetrag.

Sind Sie Steuerpflichtige(r) und zahlen die Beiträge zur Krankenversicherung allein?

Dann beträgt Ihr Höchstbetrag der abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen 2.800 EUR pro Jahr.

Bei zusammen veranlagten Ehepartnern wird zunächst für jeden Ehegatten nach dessen persönlichen Verhältnissen der Freibetrag bestimmt. Diese werden dann zu dem gemeinsamen Höchstbetrag addiert.

Ist einer selbstständig und einer Angestellt, sind es also 2.800 + 1.900 EUR = 4.700 EUR. Bei zwei Angestellten dann 1.900 + 1.900 EUR = 3.800 EUR und so weiter.

Vorauszahlung der Krankenversicherung – Arbeitnehmer mit steuerfreiem Arbeitgeberzuschuss mit niedrigeren Abzugsbeträgen

Bekommen Sie noch bis zur Hälfte des PKV Beitrages von Ihrem Arbeitgeber erstattet, so wird der Höchstbetrag für die anderen Versicherungen von 2.800 € auf 1.900 € reduziert. Nehmen wir sonst gleiche Voraussetzungen an, wie unser selbstständiger Musterkunde vorhin, so ergeben sich folgende Beträge:

  • – bei einem Jahr Vorauszahlung: 1.085 €
  • – bei drei Jahren Vorauszahlung: 3.256,73 €

Der Rabatt, welchen die Krankenversicherung gibt, steht Ihnen aber allein zu. Der Arbeitgeber zahlt weiter normal monatlich seinen Zuschuss zur PKV.

Zur besseren Darstellung finden Sie einen kleinen Modellrechner, welchen Sie für eine erste Übersicht nutzen können. Dieser Rechner und auch der Artikel können und sollen keineswegs eine steuerliche Beratung ersetzen, sondern geben Ihnen einen Anhaltspunkt der Auswirkungen. Bei steuerlichen Fragen stehen Ihnen Ihr Steuerberater oder andere zur Steuerberatung berechtigte Personen zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dann an diese.

Modellrechner PKV Vorauszahlung HIER ALS Excel Datei herunterladen

Vorauszahlung Krankenversicherung Angestellter

Zählen auch Beiträge meiner Kinder dazu?

Ja, wenn die Kinder (für deren Unterhalt Sie verantwortlich sind) in der privaten Krankenversicherung versichert sind, dann sind auch deren Beiträge (für die Sie dann aufkommen müssen) steuerlich berücksichtigungsfähig. Somit wirkt sich eine Vorauszahlung dort auch entsprechend aus.

Was passiert bei einer Beitragsanpassung?

Muss der Krankenversicherer den Beitrag anpassen, so ändert auch eine bereits geleistete Vorauszahlung nichts. Die Anpassung gilt auch für die Beiträge, welche bereits bezahlt wurden. Dabei erhalten die Kunden dann eine Nachberechnung über den Betrag, der der Erhöhung entspricht und zahlen den dann entweder nach (was aber meist nicht sinnvoll ist) oder die Vorauszahlung verkürzt sich um den entsprechenden Betrag. Dann wären zum Beispiel statt 30 nur 28 Beiträge vorausgezahlt, je nachdem wie die Anpassung ausfällt. In dem Jahr, in dem die Anrechnungsbeträge für andere Versicherungen genutzt werden, sollte dann auch ein solcher Betrag nicht nachgezahlt werden.

Bekomme ich den Arbeitgeberanteil weiter?

Klar, denn nur weil Sie etwas vorauszahlen, ändert sich an dem Zuschuss des Arbeitgebers natürlich nichts. Hier zahlt dieser ihnen weiter den monatlich steuerfreien Zuschuss auf Ihr Gehalt.

Achtung: Bei Arbeitnehmern ist dieses- wie oben erwähnt- dann eine steuerfreie Einnahme in dem jeweiligen Jahr wo keine KV Beiträge gezahlt werden. Diese meldet der Arbeitgeber aber automatisch an das Finanzamt.

Vorauszahlung der Krankenversicherung – Was muss ich bis wann tun?

Bei den meisten Gesellschaften liegt die Frist MITTE DEZEMBER. Bis zu dem Datum müssen auch die Beträge bezahlt sein, damit diese noch steuerlich wirken sollen. Daher wenden Sie sich möglichst schnell an die Gesellschaft und fragen die genauen Beträge an.

Zunächst einmal können Sie überschlägig selbst ermitteln, welche Liquidität hierzu erforderlich ist. Ist diese vorhanden und können Sie diese auch kurzfristig an den Versicherer überweisen, so gehen Sie am besten wie folgt vor.

Für die Anfrage per Mail/ Fax können Sie folgendes Muster verwenden:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte bei meinem Vertrag zur privaten Krankenversicherung mit der Versicherungsnummer: ________ die Vorauszahlung nutzen. Bitte teilen Sie mir mit, in welchem Umfang dieses bei Ihnen möglich ist und beantworten die folgenden Fragen:

1.) Wie hoch ist der Nachlass bei jährlicher Zahlweise?
2.) Für welchen Zeitraum ist eine Vorauszahlung der Beiträge zur PKV und Pflege maximal in meinem Vertrag möglich?
3.) Bitte nennen Sie mir die Vorauszahlungsbeträge für die a.) Vorauszahlung für ein Jahr und b.) maximal mögliche Vorauszahlung.
4.) Bis zu welchem Termin muss der Betrag bei Ihnen eingehen?
5.) Bitte nennen Sie mir eine Bankverbindung oder teilen Sie mir mit, wie ich eine geänderte Lastschrift bei Ihnen beauftragen kann.
Für Ihre Mühe vielen Dank!

Die Antwort können Sie mir, aufgrund der knappen Frist bis zum Jahresende, auch gern per E-Mail an: _______ zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

XXX“

Nachdem Sie die Antworten und Beträge erhalten haben, weisen Sie den Betrag entsprechend an und lehnen sich zurück. Viel Erfolg!

(PS: Wer solche Vorauszahlung schon nutzt, posten Sie gern die gewährten Rabatte und maximalen Vorauszahlungen hier unter dem Beitrag als Kommentar, so sammeln wir diese mal branchenweit)

ARAG, BARMENIA, NÜRNBERGER KV = 4% Nachlass

CONCORDIA, HALLESCHE, HANSE MERKUR, MÜNCHENER VEREIN = 3% Nachlass

AXA = 2% Nachlass

SDK, SIGNAL = 1% Nachlass

RuV = 0,5% Nachlass

KEIN NACHLASS geben derzeit: ALLIANZ. ALTE OLDENBURGER, BBKK, UKV, Debeka, DKV, LKH, UNIVERSA

Grundlage ist unter anderem der §10 Abs. 1 Nr. 3 EStG. Die Erklärungen können Sie in den Ausführungen des Bundesfinanzministeriums nachlesen:

10.
Juni '15

Bitte, Bitte nicht vergessen! Der eigene Versicherungsschutz sichert den des (ungeborenen) Kindes


Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich zu diesem Thema schreibe, aber anscheinend haben es einige immer noch nicht verstanden oder ihnen ist der Ernst der Lage nicht bewusst.

Tun Sie sich und Ihrem Kind etwas Gutes

Versicherungsschutz für Neugeborene

Es geht um den Versicherungsschutz des neugeborenen Kindes, welcher entscheidend davon abhängt wie die Eltern versichert sind. Schlechter Schutz der Eltern = schlechte Absicherung des Kindes!

Vor einigen Wochen kontaktierte mich eine bereits privat versicherte Dame mit der Information, dass in den nächsten Wochen ihr Kind geboren wird.

„Es sieht alles gut aus, keine Probleme oder Komplikationen, aber ich wollte mich jetzt schon einmal gern darum kümmern um mein Kind versichert wird.“

Der Ansatz ist mehr als glücklich, denn wenn man sich schon vor Geburt darum kümmert wie das Kind zu versichern ist, ist die Entscheidung nach der Geburt recht einfach und es kann auch vorher schon alles Nötige vorbereitet werden. Nach der Analyse der Auswahlkriterien und besprechen der Wünsche zum Versicherungsschutz wählten wir einen passenden Tarif und bereiteten auch die Antragstellung so weit vor. Der Versicherungsschutz der Mutter, ein alter Tarif in der BisexWelt, war er eingeschränkt und bot nur Leistungen nach dem Hausarztprinzip, eingeschränkte Leistungen bei den Heil-und Hilfsmitteln, begrenzte Versicherungsschutz für eine Reihe anderer Leistungsbereiche. Nach Geburt des Kindes stellte sich jedoch heraus, dass dieses bei der U2 Untersuchung nicht mehr gesund war, sondern es ernst zunehmende Krankheit Befunde gab. IVH Grad III stand unter anderem als Diagnose um Raum.

Hände_Baby_Durch eine Blutung im Gehirn stand zudem eine weitere Operation an, eine andere Alternative als die Anmeldung bei dem Krankenversicherer der Mutter stand daher nicht zur Verfügung. Natürlich kann das Kind noch gegen einen eigenen Beitrag in der gesetzlichen Krankenkasse des Vaters versichert werden, das ist dann die zweite Option. Das was für das Kind jedoch im Moment und wohl auch auf die nächsten Jahre völlig unmöglich sein wird, es ist der Abschluss von höhenwertigem Versicherungsschutz, die Absicherung von privatärztlichen Leistungen, höhere Leistungen bei Heil- und Hilfsmitteln aber auch, und das ist jetzt entscheidend, eine Pflegezusatzversicherung. Aufgrund der Diagnose ist es nicht mehr möglich im Rahmen von normalen Gesundheitsfragen eine entsprechende Annahme zu bekommen.

Wie lässt sich das verhindern?

Nun, die Lösung ist sogar relativ einfach. Allerspätestens drei Monate vor der Geburt (dabei bitte unbedingt beachten dass auch eine Frühgeburt möglich sein kann) können sich die Eltern für sich selbst für einen umfangreichen Versicherungsschutz entscheiden. (Wichtig: Bei Geburt muss der Schutz drei Monate ununterbrochen bestanden haben) Dazu gehört bei gesetzlich Versicherten eine ergänzende Absicherung für den stationären Bereich, je nach Wunsch auch eine Absicherung alternativer Behandlungsmethoden, ergänzende Heilmittelversorgung (was auch Logopädie, Ergotherapie etc. bedeutet) und vieles mehr. Hätte der Vater hier eine solche Absicherung, wäre über die Nachversicherung das Neugeborene unter Umständen heute mit einem deutlich besseren Versicherungsschutz versorgt worden und wir müssen nicht überlegen,wie die Leistungslücken ausgeglichen werden können. Dann wäre unter Umständen die gesetzliche Krankenkasse des Mannes eine Option, welche sogar beitragsfrei wäre, wenn er zukünftig derjenige ist, der mehr verdient. (Wo ist mein Kind zu versichern?)

In der jetzigen Situation werden die Eltern wohl auf einer Reihe von Kosten sitzen bleiben.

Ergänzende Pflegeversicherung vor Geburt ist ein MUSS!

Eine identische Situation haben wir in der Pflegezusatzversicherung. Auch wenn die Notwendigkeit erst langsam von den Menschen erkannt wird, ist doch die Pflegebedürftigkeit eine der größten Herausforderungen in der Zukunft. Doch dabei geht es keinesfalls nur um die Pflegebedürftigkeit der eigenen Eltern, oder im Alter von einem selbst, sondern auch solche Fälle wie den oben geschilderten. Wir wollen es nicht hoffen, aber bleibt das Kind beeinträchtigt, und bekommt eine Pflegestufe, so muss jemand für die Pflegeleistungen aufkommen, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Und der Einwand „kleine Kinder brauchen sowieso viel Zeit“, stimmt natürlich nur so bedingt. In unserem Fall hat die Mutter nicht nur bisher in Vollzeit gearbeitet, sondern auch geplant das relativ schnell wieder zu tun. Sie trägt damit zu mehr als der Hälfte des Familieneinkommens bei, doch was ist wenn das Kind jetzt dauernde Betreuung benötigt? Solche Kosten lassen sich, bei einer festgestellten Pflegestufe, über die Pflegetagegeld Versicherung teilweise erstatten.

Ob die Mutter sich dann entscheidet zuhause zu bleiben und die Betreuung ihres Kindes selbst zu übernehmen, oder ob dafür stunden- oder tageweise ein Pflegedienst beauftragt wird, spielt in der finanziellen Betrachtung keine Rolle. Geht die Mutter/der Vater nicht arbeiten, so erzielte er/sie auch kein Einkommen. Das führt wiederum dazu das ein solches Einkommen woanders herkommen muss, gerade wenn die Kosten eher noch höher sind als bei einem gesunden Kind.

Unbedingt rechtzeitig!

Bevor jedoch auch ein erkranktes Kind versichert werden kann, sind wichtige Voraussetzungen zu prüfen. Es muss Versicherungsschutz für einen Elternteil bestehen, dieser muss auch länger als drei Monate bestanden haben, um überhaupt die Möglichkeit der Nachversicherung zu haben. Der Leistungsumfang des Schutzes von Mutter und/oder Vater stellt die Obergrenze dar, bis zu der eine Nachversicherung möglich ist. Daher ist insbesondere darauf zu achten, dass der eigene Schutz sinnvoll und umfänglich ist.

Allerspätestens sechs Monate vor dem errechneten Geburtstermin sollten Sie sich also Gedanken zu dem nötige Versicherungsschutz machen, den eigenen Versicherungsschutz anpassen oder aufstocken (das geht bei der Mutter nur VOR DER SCHWANGERSCHAFT) und damit die nötigen Voraussetzungen schaffen, dem Kind einen umfangreichen Schutz zu ermöglichen. Es ist aus meiner Sicht unverantwortlich und ein grober Fehler der Eltern, dieses Thema zu verdrängen oder sich nicht damit beschäftigen zu wollen weil „es schon gut gehen wird“.

Daher bitte unbedingt die Gesamtsituation beachten. Dazu gehört immer auch die Frage nach einer Zusatzversicherung für den gesetzlich versicherten Elternteil, eine vernünftige Absicherung für die Pflege und gegebenenfalls sogar eine Option für eine schwere Krankheiten Absicherung.

Lesen Sie auch: Das Kind ist unterwegs- richtige Absicherung für Neugeborene

31.
März '14

Besser zwei Anträge auf Berufsunfähigkeitsversicherung als einer… warum das Teilen Sinn macht


Versicherungen, das liebste Thema der Deutschen… ach ne, das war dann wohl doch was anderes und so „quälen“ sich Jahr für Jahr tausende Menschen durch Versicherungsbedingungen, lesen und versuchen zu verstehen und dann, dann sollen es auch noch zwei Anträge werden und nicht nur der eine. Doch warum sollte es was bringen sich nicht nur mit einem, sondern am besten noch mit zwei Anträgen zu  beschäftigen, das genau will ich Ihnen heute erklären.

Wie läuft sie ab, die Antragstellung?

Der „normale“ Weg ist recht einfach erklärt. Der Versicherer hat in seinen Antragsunterlagen die entsprechenden Gesundheitsfragen aufgelistet, welche beantwortet werden müssen. Das sind unterschiedlich viele Frage, unterschiedlich lange Zeiträume und auch die Fragestellung ist nicht identisch. So kann es durchaus passieren, dass Sie bei einem Unternehmen eine Erkrankung oder Behandlung angeben müssen, beim anderen Antrag aber nicht. Wichtig ist in jedem Fall die saubere und vollständige Beantwortung der Fragen. Nichts weglassen, nicht hinzufügen, nichts beschönigen, wie vor Gericht also 🙂

Nachdem Sie mit Ihrem Berater also nun alle Fragen durchgeschaut haben, Sie sich die ärztlichen Unterlagen und Atteste besorgt haben und die richtige Rentenhöhe bei der Berufsunfähigkeit ermittelt wurde, kann nun der Antrag gestellt werden. Nehmen wir daher an, eine monatliche Rente von 3.000 EUR wäre nötig, um die laufenden Kosten, die Beiträge für die PKV und auch die Altersvorsorge sicher zu stellen .

BU_Antrag_teilen_1Doch HALT!

Das kann „nach hinten losgehen“, denn sobald Sie die Untersuchungsgrenzen erreichen oder überschreiten, so reicht ein Antrag allein nicht mehr aus und es muss eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Wie umfangreich diese ist oder sein kann, das hängt von der Gesellschaft und der Rentenhöhe ab. Bei Renten unter 2.500 EUR ist bei den meisten Unternehmen keine Untersuchung nötig, bis 3.500 EUR monatlich sind Untersuchung und Laborwerte gewünscht, erst bei höheren Renten folgen Belastungs-EKG oder weitere, spezifische Untersuchungen.

Stellen Sie nun den Antrag für die komplette Rente und kommt dann bei einem Laborwert eine Unstimmigkeit heraus oder findet sich bei der Untersuchung sonst eine Auffälligkeit, so kann es durchaus passieren das der Versicherer den Antrag nur mit einem Ausschluss oder einem Zuschlag annimmt, oder aber diesen bis zur Klärung oder Ausheilung zurückstellt (**1). Im schlimmsten Fall lehnt der Versicherer den Wunsch ganz ab und ein Vertrag ist nicht möglich.

Der „bessere“ Weg?

Zu recht kommt nun die Frage auf, wie das zu verhindern ist, denn schließlich haben Sie ja mühsam berechnet welche Rente benötigt wird und weniger wollen Sie auch nicht beantragen. Wie also zur gewünschten Rente kommen, nichts verschweigen (mehr …)