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02.
März '21

PKV Tarifoptimierung Finanzcheck – Mehmet Göker nach MEG wieder da


Zuerst eines vorab. Menschen machen Fehler, Menschen verdienen eine zweite Change, solange es fair und rechtlich sauber ist. Wer den Namen Göker schon mal gehört hat, dem fällt sofort das Thema PKV – private Krankenversicherung ein. Einer der größten Finanzvertriebe, welche mit fragwürdigen Methoden die Private Krankenversicherung verkauft hat, hat nun ein neues Geschäftsmodell entdeckt. Die „PKV Tarifoptimierung Finanzcheck Rhein Main“, also einen Tarifwechsel nach § 204 VVG.

PKV Tarifoptimierung – wer ist die Zielgruppe?

Generell sind all die Personen Zielgruppe, welche bisher schon in der privaten Krankenversicherung versichert sind. Auch in der Privaten Krankenversicherung finden Beitragsanpassungen statt, was auch völlig normal und nachvollziehbar ist. Mehr dazu habe ich im letzten Jahr ausführlich in einem anderen Blogbeitrag beschrieben.

Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung – wieso, weshalb, warum?

Beitragsanpassungen in der PKV – was Sie tun können (und sollten)

Was nun die Damen und Herren der Finanzcheck Rhein Main GmbH machen, ist recht einfach erklärt und generell erst einmal auch durchaus legitim. Diese wollen einen so genannten Tarifwechsel nach §204 VVG prüfen und damit eine Reduzierung der Prämie bei der privaten Krankenversicherung erreichen. Die Grundlage dazu bietet der Gesetzgeber schon direkt im Versicherungsvertragsgesetz und zwingt die Versicherer auch hier zu handeln.

Aber: Einen solchen Tarifwechsel für den Endkunden allein zu überblicken und vor allem die Tarife für den Wechsel zu vergleichen ist nicht ganz einfach. Um nicht auf vermeintlich großartige „Optimierungen“ mit Verlust von Leistungen oder hohen Selbstbeteiligungen hereinzufallen, benötigen viele einfach den Rat von Experten.

Auch dagegen ist nichts einzuwenden und gerade der Tarifwechsel wird durchaus von einigen sehr seriösen Anbietern am Markt angeboten und begleitet. Diese erstellen Vorschläge, erklären und beraten und nach einem erfolgreichen Wechsel zahlen Sie dem Berater ein Honorar. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden, schließlich muss die Dienstleistung auch bezahlt werden.

PKV Tarifoptimierung – dürfen die mich anrufen?

Am Telefon wird oft und schnell erklärt, Sie haben sich eingetragen und werden deshalb angerufen. Wo genau weiß man oft nicht mehr und Angerufene fühlen sich überrumpelt und unter Druck gesetzt. Schließlich ist jeder froh, wenn am Ende die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung sinken, wer will das nicht. Das ist auch genau die Masche, mit der am Telefon beraten wird. In wenigen Minuten (so das Training von Mehmet Göker) soll am Telefon verkauft werden. Wobei, verkaufen tun die Berater ja nichts, sagen Sie.

„Wir verkaufen nichts, wir reparieren“

Eine teure Private Krankenversicherung soll von der Finanzcheck Rhein Main GmbH optimiert, oder repariert werden. Diese bieten Kunden am Telefon eine PKV Tarifoptimierung Finanzcheck an. In dem unten verlinkten Film wird auch nochmals das Konzept besprochen, das neue „Göker Konzept“. Nachdem also vor Jahren, fast Jahrzehnten Kunden in die Private Krankenversicherung gelockt wurde, welche da nichts zu suchen haben, will man diesen nun helfen.

Am Telefon ist also keineswegs der, der den Tarif optimieren will, sondern der Verkäufer der Dienstleistung. Dieser muss Ihnen sein Honorar verkaufen und dazu hat er richtig etwas gelernt, im Verkaufstraining bei Hr. Göker. (Quelle: Video siehe Link unten)

drei Std. Coaching
6 Wochen Einarbeitung / 1 Std. netto am Tag
3.500 € Gebühr für das Konzept
10 € pro Datensatz/ Lead (also Name, Tel. Nr. und ggf. Daten zur PKV)

Natürlich verkauft man Ihnen also etwas. Man überredet Sie zu einer Honorarvereinbarung, einem Vertrag zu einem Tarifwechsel Ihrer Privaten Krankenversicherung.

Ob Sie sich tatsächlich irgendwo eingetragen haben oder die Adresse aus alten Beständen der MEG oder anderen Listen stammt, das kann ich Ihnen nicht beantworten. Nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) steht es Ihnen ja frei, eine entsprechende Auskunft an die Firma zu senden und um Auskunft zur Herkunft Ihrer Daten und dem Umfang der Speicherung zu bitten. Auch eine Löschung oder Sperrung kann verlangt werden.

Registriert ist der Berater oder die Firma, in dessen Impressum Mehmet Göker selbst nicht auftaucht, als Versicherungsmakler. Im zentralen Vermittlerregister ist das nachzulesen. PKV Tarifoptimierung Finanzcheck

Für diese Optimierung, werden einige tausend Euro in Rechnung gestellt. Was diese aber wirklich kostet und wie Sie seriöse Anbieter finden, dazu mehr weiter unten im Beitrag.

PKV Tarifoptimierung – das Video

In einer aufwändigen Recherche hat das Team von „Strg-F“ hier zu dem Modell, dem Vertrieb und den Methoden recherchiert und dazu heute ein Video veröffentlicht. Wenn Sie also Zeit und Lust haben… sehr spannend.

Nachdem Sie nun wissen, wie es nicht geht, schauen wir uns dennoch die Frage an, woran Sie einen seriösen Anbieter für die Tarifwechselberatung in der Privaten Krankenversicherung erkennen. Mit einer kleinen Checkliste lässt sich gut erkennen, ob der Anbieter zumindest in die weiteren Überlegungen mit einbezogen werden sollte.

PKV Tarifoptimierung – Fragen rund um den Tarifwechsel?

Tarifwechsel wird von verschiedenen Berufsgruppen beraten. Dazu gehören Versicherungsmakler, Versicherungsberater, Rechtsanwälte und einige Verbraucherschutzverbände. Jeder der Gruppen hat Ihre Berechtigung und mal passt der eine, mal der andere besser.

Alle gemein haben eines. Ein Wechsel zu einer anderen Gesellschaft ist kein Thema, es geht ausschließlich um einen Wechseln INNERHALB der bisherigen Gesellschaft, denn dort sind Sie bereits versichert. Wenn der Berater Ihnen „tausende und abertausende Euro Ersparnis“ verspricht, sollten Sie schon das erste Mal vorsichtig sein. Richtig ist, dass mir einem Tarifwechsel der Beitrag deutlich sinken kann. Das ist aber auch von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehören Fragen wie:

  • – wie lange sind Sie bereits bei der Gesellschaft versichert?
  • – sind Sie zufrieden mit dem Leistungsumfang?
  • – haben Sie Ihren Tarif schon einmal gewechselt?

Wichtig bei der Tarifoptimierung und ein immer wieder gern genommenes Argument: „Das geht auch, wenn Sie schon krank sind, wir brauchen keine Gesundheitsprüfung“. Das stimmt so auch, denn ein Tarifwechsel benötigt erstmal keine neue Risikoprüfung. Enthält der Tarif, in den Sie wechseln möchten, jedoch Mehrleistungen gegenüber dem Schutz bisher, so kann eine solche Prüfung und auch ein Zuschlag für eben diese Mehrleistungen in Frage kommen und sinnvoll sein.

Als Alternative kommt aber auch ein so genannter Mehrleistungsverzicht in Frage. Das bedeutet nichts anderes, als das Sie in den Tarif wechseln und die besseren Leistungen nicht für Sie gelten, wohl aber die geringere Prämie. Solche Vereinbarungen sind legitim, sollten aber sehr sorgfältig betrachtet werden, sonst kann ein Tarifwechsel auch schnell wieder nach hinten losgehen.

Auch ist es wichtig Gleiches mit Gleichem zu vergleichen und Tarife sind nun einmal nicht 100% identisch. Eine Erhöhung der Selbstbeteiligung und damit eine Reduzierung der Prämie ist allein für sich genommen nicht unbedingt ein sinnvoller Wechsel. Ganz sicher ist es keiner, den Sie mit tausenden Euro Honorar bezahlen sollten.

PKV Tarifoptimierung – was kostet eine solche Beratung?

Die Beratung zum Tarifwechsel ist arbeitsreich. Braucht es doch einigen Schriftverkehr mit Versicherern, die Aufbereitung der Tarife und Beratung. Daher fällt für eine solche Dienstleistung auch ein Honorar an. Je nach Berater und dessen Berufsgruppe kann dieses ein fixes Honorar sein, ein Honorar welches an den Aufwand (Stunden) geknüpft ist und auch eines, welches sich an der Ersparnis orientiert.

Auch abhängig vom Beruf (Anwalt, Makler, Berater) ist die Frage, ob das Honorar abhängig vom Erfolg ist oder die Beratungsleistung selbst honoriert wird, das geht nur bei wenigen Berufsgruppen. Daher sollten Sie sich immer erst informieren und das Kleingedruckte nicht nur bei der Versicherung lesen, sondern auch bei dem Berater.

Sparen Sie zum Beispiel durch einen Tarifwechsel 100 € im Monat, also 1.200 € im Jahr, so ist ein Honorar von einigen Monatsersparnissen sinnvoll und angemessen. Nur weil ein Berater das 8-, der andere das 5- und der dritte das 9-fache der Ersparnis als Honorar ansetzt, ist nicht einer gut oder schlecht. Je nach Aufwand und auch je nach Qualifikation und Erfahrung des Beraters können auch höhere Honorare durchaus berechtigt sein.

ABER: Wer Ihnen erst ein Honorar von tausenden Euro abnehmen will, da sollten Sie vorsichtig sein.

PKV Tarifoptimierung – wie kommen Sie zu einer seriösen Beratung zur Tarifoptimierung?

Ein seriöser Berater

  • – ruft Sie nicht ungefragt an, niemals!

  • – belästigt Sie nicht nochmals, wenn Sie NEIN gesagt haben!

  • – will keinen Vorschuss auf das Honorar!

  • – bietet Ihnen ein kostenfreies Erstgespräch!

  • – sendet Ihnen alle nötigen Unterlagen und lässt Ihnen Zeit!

Im Video ist noch von einer anderen Masche die Rede. Ob das immer so ist kann ich nicht beurteilen. Aber die Tatsache den Interessenten (oder hier die Interessentin) ein zweites Mal anzurufen und vorzugeben man wäre die Versicherung selbst, die finde ich schon sehr mies.

Zweiter Anruf – angeblich durch die eigene Private Krankenversicherung?

Die Private Krankenversicherung wird Sie niemals anrufen und Sie drängen, das Mandat an einen Tarifoptimierer zu unterschrieben. Sollte Ihnen das so passieren, dann legen Sie auf und rufen am besten zur Sicherheit selbst bei Ihrer Versicherung an. Dabei ist es egal, welche Nummer auf dem Display erschienen ist.

Fragen können Sie auch jederzeit dem Versicherer selbst stellen und sich auch dort informieren.

PKV Tarifoptimierung – kann ich das nicht allein oder direkt bei der Gesellschaft?

Klar. Das Wechselrecht steht Ihnen selbst und allein zu. Natürlich können Sie die Gesellschaften direkt anrufen und sich Angebote und Vorschläge zur Tarifoptimierung und einem solchen Wechsel schicken lassen. Das geht kostenfrei und ganz ohne Berater. Auch eine PKV oder Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie ganz ohne Beratung direkt im Netz abschließen oder bei der Gesellschaft direkt.

Den Berater braucht es nicht zum Tarifwechsel, aber zur Bewertung der Tarife, der Erklärung und Beurteilung der Folgen oder weiterer Hilfestellung schon. Auch ist es bei einigen Gesellschaften nicht ganz so einfach die „richtigen“ Tarife angeboten zu bekommen. Wissen Sie aber wovon Sie reden, oder Ihr Berater, macht es vieles einfacher.

Einen Steuerberater oder Rechtsanwalt brauchen Sie oft auch nicht. Sie können auch selbst die Steuer erklären oder den sich selbst verteidigen. Warum nutzen wir Experten? Richtig, weil diese – wie Sie in Ihrem Beruf – eben Experten sind und mehr Wissen haben.

Haben Sie einen guten Kontakt zu Ihrem Berater, mit dem Sie damals die Private Krankenversicherung abgeschlossen haben? Dann hilft auch der Ihnen gern weiter. Kann er das nicht selbst, so wird er Ihnen hoffentlich auch das sagen und zu einem Spezialisten raten.

PKV Tarifoptimierung – Fragen?

Wenn Sie weitere Fragen haben, vielleicht übereilt eine Honorarvereinbarung unterschrieben haben oder Anrufe bekommen, dann gibt es durchaus Hilfe und Möglichkeiten. Generell stehen Ihnen gesetzliche Rechte wie ein Widerruf (auch einer Honorarvereinbarung) oder dergleichen zu. Dazu lassen Sie sich aber bitte von Personen beraten, welche das dürfen. Rechtsanwälte oder auch die Verbraucherzentralen.

Fragen zur PKV, zu einem Tarif oder Tarifwechsel oder vielleicht einfach nur generelle Fragen können Sie hier im LiveChat kostenfrei stellen, oder melden sich einfach über einen der HIER GENANNTEN Kontaktwege.

Dumme Fragen gibt es auch hier nicht! Fragen Sie also gern nach.

DIE ANTWORT von M. Göker

Wie bei jedem anderen auch, hat auch Hr. Göker die Change dazu Stellung zu nehmen. Im Sinne von Transparenz, hier auch der Beitrag dazu:

Rhetorik kann er, definitiv. Und jede Aussage ist (juristisch) sehr genau überlegt, das hört man durchaus, bei der Wortwahl.

25.
Juli '20

Wechseln Sie schnell in den Continentale Comfort Tarif, alles viel billiger und ohne Nachteile – wirklich?


Auch nach über zwanzig Jahren in der aktiven Beratung zur Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt manchmal einfach nur Kopfschütteln. So auch heute einmal mehr. Da gibt es so einen Vertrieb, einen mit dem passenden Impuls. Einige Mitarbeiter dort „kümmern sich“ augenblicklich mal wieder um bestehende PKV Kunden. Nicht ihre eigenen, aber solche die in Werbeanzeigen mal geklickt haben und nun ist es ja schließlich auch schon Juli.

Juli, also nur noch sechs Monate bis zum neuen Jahr und damit auch schon an der Zeit, Anträge in der privaten Krankenversicherung zu diesem Termin zu stellen. Der Termin ist deshalb wichtig, weil viele private Krankenversicherungen das Kalenderjahr als Versicherungsjahr nutzen und damit zum Jahresende eine Kündigung (mit dreimonatiger Frist) möglich ist.

Egal warum eine Antragstellung nötig ist, das vordatieren auf den 01. Januar 2021 kann durchaus sinnvoll sein, denn so spart sich der Interessent eine Anwartschaft und sichert sich dennoch kostenfrei den Gesundheitszustand per heute. So sind Veränderungen oder neue Erkrankungen bis zum Jahresende nicht mehr hinderlich für den Abschluss der neuen Absicherung, denn diese kann nun bereits verbindlich beantragt werden.

Soweit alles gut und richtig, doch einen Haken hat die Sache dennoch.

Wechsel eines langjährig PKV versicherten Kunden?

Nun gibt es eine Reihe von Konstellationen, wo auch ein seit Jahren bestehender Versicherungsschutz überprüft und verändert werden sollte oder gar muss. Ein solcher Fall liegt immer dann vor, wenn die alten Anforderungen an einen Tarif nicht oder nicht mehr passen. Das kann an persönlichen Umständen oder aber an ganz anderen Bedürfnissen liegen.

Dabei sind jedoch einige wichtige Punkte zu beachten und nicht blind einer Beitragsersparnis (oder einer vermeintlichen) hinterher zu laufen.

Bevor ein solcher Wechsel sinnvoll geprüft werden kann, sollten Sie daher die eigenen Bedürfnisse hinterfragen und überlegen, was genau Ihnen an dem derzeitigen Versicherungsschutz nicht (mehr) passt. Warum muss dieser geändert werden, was genau fehlt Ihnen an Leistungen dort und welche Bausteine müssen vielleicht ergänzt werden?

Tarifwechsel vor Versichererwechsel

Zuerst ist aber immer wichtig zu prüfen, was kann der aktuelle Versicherer mir bieten. Welche Leistungen fehlen und welche Tarife hat das Unternehmen heute „am Start“ und darf ich in diese wechseln?

Der Paragraph 204 des Versicherungsvertragsgesetzes ist hier unser Freund. Hier regelt der Gesetzgeber einen Tarifwechsel innerhalb des eigenen Unternehmens, einen ohne Verlassen des Versicherers! Dieser Tarifwechsel kann von Ihnen selbst veranlasst und angefragt werden, wobei das nicht immer sinnvoll ist.

Bei einem solchen Wechsel gilt das, was auch für einen Neuabschluss gilt und immer galt. Es braucht Wissen, Einordnung der Leistungen und eine genaue Analyse der Bedingungen. Können Sie das nicht allein, dann sollten Sie sich hier Hilfe suchen. Eine solche Beratung ist- im Gegensatz zu einer Beratung zum Abschluss- kostenpflichtig und wird von diversen Beratern gegen ein Honorar angeboten. Dabei gibt es Modelle mit einem pauschalen Honorar oder einer Abhängigkeit in Bezug auf die realisierte Ersparnis nach einem solchen Wechsel.

Auch hier bedarf es aber vor allem eines: BERATUNG!

Was Sie aber in keinem Fall tun sollten, ist ein voreiliger Wechsel zu einem anderen Unternehmen.

100 € Ersparnis im Tarif Continentale Comfort – Vorsicht !

Nun gibt es derzeit einige Vertriebe und Berater, die laufen mit wehenden Fahnen durch die Lande und empfehlen einen Tarif, den Comfort der Continentale Krankenversicherung. Einen Tarif der eines ganz sicher ist. Billig. Interessant sind die die Argumente die dort als Grund angeführt werden. Um das etwas genauer anzuschauen, betrachten wir doch einen meiner Kunden, dem genau das angeboten wurde.

Damit die Vorgaben bekannt sind, schauen wir uns zunächst einmal die Eckdaten an.

  • angestellter Kunde
  • wechselte in 2011 aus der GKV in die PKV, damals 32 Jahre jung / heute also 41
  • versichert seither im Tarif Esprit des Dt. Rings (heute Signal Iduna)
  • versichert in der alten, Bisextarifwelt im 9. Versicherungsjahr

die aktuelle Prämie und die Details sehen Sie hier:

Die Prämie von 518,95 € teilt sich der Kunde mit seinem Arbeitgeber, der einen Zuschuss von 50% zahlt. Somit bekommt er 259 € wieder und hat somit den maximalen Arbeitgeberzuschuss von derzeit 367 € nicht ausgenutzt. Es wären also zum Beispiel Kinder oder die Ehefrau bei einer Mitversicherung noch in der Lage, einen Zuschuss von bis zu 108 € zu nutzen. Oder er könnte auch eine Beitragsentlastungskomponente einschließen, die auch zu 50% vom Arbeitgeber bezahlt würde (bis max. 216 € Beitrag für diesen Baustein)

Nun wurde dem bereits PKV versicherten aber etwas Tolles angeboten, schrieb er.

Das schauen wir uns doch einmal genauer an. Versichert ist er aktuell zu den oben genannten Konditionen in einem Tarif mit 450 € ambulanter SB (außer Vorsorgeleistungen, die teilweise ohne). Dazu gibt es ein Krankentagegeld von 120 € und im Tarif ist ein Risikozuschlag von 11,14 € enthalten. Wie der heute ausfällt bei einem Neuantrag, das wäre noch abzuwarten. Also gehen wir einmal von einer „glatten“ Annahme aus und hätten dann folgende Tarife:

Hierbei müssen wir bei dem Altvertrag noch die Pflegepflichtversicherung dazu rechnen, die unter einer separaten Nummer geführt wird und aktuell mit einem Beitrag von 45,75 € berechnet wird. Hierfür folgt ein eigener AG Zuschuss von 50%, so bleiben hier noch 22,88 € Arbeitnehmeranteil übrig.

Rechnen wir also auch bei der Continentalen die Pflegepflichtversicherung heraus, so ergibt sich ein Beitrag von 410,52 € plus der Beitrag der Anwartschaft für Dezember, denn ich habe die Beiträge 2020 berechnet, nicht die mit dem höheren Eintrittsalter 2021. Warum, das lesen Sie in meinem Beitrag „noch schnell ein Jahr jünger in die PKV„.

Der Prämienvergleich

Zunächst ergibt sich also, ungeachtet der Leistungen, ein Vergleich der Prämien.

Bisher waren / sind 518,95 € für die Krankenversicherung zu zahlen, nach AG Zuschuss dann 259,48 €

Zukünftig würde die Prämie bei 205,26 € liegen.

Damit ist auf den ersten Blick eine Beitragsersparnis von knapp 54 € im Monat möglich. Super, oder?

Leistungsvergleich und Wechselrisiken

Doch leider wurden anscheinend die Impulse bei der Beratung vergessen. Dabei geht es um die entstehenden Nachteile bei einem Wechsel.

Anzeigepflichtig beginnen neu, inkl. neuem Gesundheitszustand

Mit der Antragstellung sind damit auch alle bisherigen Erkrankungen und Beschwerden anzugeben. Es gilt das neue Eintrittsalter unter der Berücksichtigung der anteilig mitgegebenen Altersrückstellungen. Dabei sind insbesondere Fristen zu beachten, bis wann der Versicherer aufgrund fehlender, falscher oder unvollständiger Angaben etwas tun kann.

Ebenso beginnen die Jahre für die Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit neu.

Neue Zahnstaffeln von Null

Ein weiterer Punkt. Der Kunde ist aktuell im 9. Versicherungsjahr und hat damit 12.000 € für Zahnbehandlungen und Zahnersatz in seinem Tarif als Leistung. Nach einem Wechsel bleiben ihm in den ersten 5 Jahren bei der Continentalen nunmehr 5.000 € für ALLE Jahre, also 5.000 € vs. 60.000 €. Schauen wir uns die Kosten bei Implantaten einmal an, dann wissen Sie schnell was ich meine. –> Was kosten eigentlich Implantate? Hier zu der Rechnung kommen 5.000 € für den Aufbau dazu, das nur als Hinweis!

450 € ambulante Selbstbeteiligung vs. 20 € pro Behandlung

Über die Risiken und Nebenwirkungen der ach so tollen „fallbezogenen SB“ habe ich bereits mehrfach geschrieben. Schauen Sie sich dazu gern den Artikel dazu einmal genauer an.

Continentale Economy und Comfort – das Desaster der fallbezogenen Selbstbeteiligung in der PKV

Dazu kommen teils große Leistungsunterschiede in den Tarifleistungen der Tarife selbst. Darum soll es aber heute und hier gar nicht gehen, da diese sicher von den persönlichen Bedürfnissen abhängig sind.

„Nachteile entstehen mir keine

Diese Aussage ist sicher so nicht nur „nicht richtig“, sondern gehörig falsch. Schauen wir uns also die Unterlagen und den Rat zum Wechsel einmal genauer an, dann stellen wir schnell fest:

  • – der Wechsel ist toll, nur für den Kunden eben nicht

  • – ein Wechsel nach 9 Jahren und nicht ansatzweise Ausschöpfen des AG Zuschusses ist nicht wirklich sinnvoll

  • – es macht immer Sinn, sich mit den Details zu befassen

  • – Leistungsunterschiede sind hier deutliche vorhandene

Selbst wenn wir alle Leistungen vergessen und nur die Prämien vergleichen, dann sprechen wir am Ende über knapp 50 € Differenz. Klar ist das auch hochgerechnet viel Geld, das will ich keineswegs bestreiten. Nur der Gedanke allein auf den Preis abzustellen ist hier nicht nur falsch, sondern gefährlich.

So werden bewusst Risiken und Nebenwirkungen verschwiegen und selbst mit wenigen Behandlungen ist diese Ersparnis schnell dahin. Auch die Risiken eines Neuabschlusses sind nicht zu unterschätzen.

Was Sie immer tun sollten

Hinterfragen, Nachfragen, Lesen!

Und manchmal beantworte ich E-Mails oder XING Nachrichten auch einfach mit einem ausführlichen Blogbeitrag. 🙂