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16.
Oktober '19

Finanztest PKV Test 2019 – wieder nichts gelernt oder bewusst getäuscht?


Es ist eine „neverending story“. Unter dem Stichwort „Finanztest“ finden sich hier unzählige Beiträge zu fragwürdigen Tests von Privater Krankenversicherung und/ oder Berufsunfähigkeitsversicherungen. Diese können Sie hier nochmals detailliert nachlesen.

Heute ist nun endlich der neue Test erschienen, welcher sich in der Ausgabe 11/2019 der „berühmten Zeitschrift“ nachlesen lässt. Eines hat sich geändert, denn so viele Testsiegel wird man bei diesem dilettantischen Test wohl nicht verkaufen können. Wobei ich hier Wetten abgebe, das sich „Testsieger“ finden und diese mit wehenden Fahnen durch die Lande ziehen. Schlimm, da es eine falsche Erwartung und eine vermeintliche Sicherheit erzeugt, welche es so nicht gibt. Doch schauen wir zunächst etwas detaillierter auf den Test, denn nicht alles ist schlimm und schlecht, einige Fakten und Hinweise sind durchaus richtig.

Finanztest PKV Test 2019 – allgemeine Hinweise zu den Systemen und der PKV

Richtig und wichtig ist Aufklärung und lange nicht jede(r) der/die in die private Krankenversicherung wechseln könnte oder dürfte sollte das auch tun. Ich habe unzählige Beiträge dazu geschrieben und mit Blick auf Veränderungen und Risiken auf vieles hingewiesen. Ein Beitrag, welcher das ganz gut zusammenfasst, auch wenn dieser schon etwas älter ist:

aber auch:

Auch Finanztest greift dieses in der Einleitung zum neuen PKV Test 2019 auf und schreibt unter dem Titel „Bund fürs Leben“ über genau diese Entscheidungen und auch damit vorhandene Risiken. Das sollten einige mehr tun, denn nur so kommen wir endlich weg von dem „Ich muss in die PKV“. NEIN, es MUSS niemand, wenn er das nicht möchte. Es muss auch niemand ein Haus bauen, niemand einen Baum pflanzen und niemand sonstigen Luxus kaufen und nutzen. Private Krankenversicherung und damit verbundene Absicherungen sind (teilweise) Luxus. Diese ermöglichen im Gegensatz zur gesetzliche Krankenversicherungen eben insbesondere eine freie Gestaltung der Leistungen und des Umgangs.

Wer sich für die private Krankenversicherung bewusst und langfristig entscheidet und dabei auch mögliche Risiken und Veränderungen bedenkt, der wird hier auch zufrieden sein. Wer aber nur deshalb die GKV verlässt, weil er glaubt hier billiger versichert sein zu können, der irrt nicht nur sondern wird es bitter bereuen.

In der Privaten Krankenversicherung sparen Sie KEIN GELD, NIE! Auch ist es völlig egal wo Freunde und Bekannte versichert sind und wie deren Schutz aussieht. Sie ziehen auch nicht die gleichen Klamotten an, haben nicht die gleiche Wandfarbe und auch keine Identischen Möbel- oder?

So geht es auf Seite 78 der aktuellen Ausgabe dann auch mit den Hürden weiter. Ja, Finanztest kann auch noch nicht wissen, dass die Grenzen für die Jahresarbeitentgeltgrenze 2020 schon bekannt sind und sich damit die Sozialversicherungswerte 2020 ändern. (hier alle Werte 2020). Vielleicht liest man zukünftig einfach hier mit, liebe Redaktion, dann kann man zumindest in einer Ausgabe im November schon einmal die Zahlen haben. Sind ja nun schon einige Wochen bekannt. Somit liegt für Angestellte die Hürde nunmehr bei 62.550 € und eben nicht mehr (wie in diesem Jahr) bei 60.750 €.

Der Testzeitpunkt – unwissend oder mutwillige „falsch gewählt“?

„Warum falsch? Wann ist denn richtig?“ werden nun einige von Ihnen fragen. Dazu muss man etwas hinterfragen wann in der PKV was genau passiert. Bei der Masse der Gesellschaften und Tarife ist das Versicherungsjahr gleich dem Kalenderjahr, wie Sie in dieser Übersicht hier sehen können. Auch finden bei der Masse der Unternehmen Überprüfungen und Beitragsanpassungen zum Jahresende statt. Da ist es wenig hilfreich einen solchen Test mit Datenstand August im Oktober zu veröffentlichen, stimmen doch hier die meisten Daten schon rein gar nicht mehr nach weiteren zwei Monaten.

Möchte man hier bewusst bestimmte Szenarien oder Tarife bevorzugen oder hat in der Auswahl einfach jemand keine Ahnung gehabt? Nein, sicher nicht. Es geht schlichtweg um Auflage. Zum Jahreswechsel beschäftigen sich viele Angestellte mit der Frage der passenden Versicherung. Einerseits nach Anpassungen, andererseits nach Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze. Alle diese Kunden sollen nun schnell noch zum Kauf der aktuellen Ausgabe gelockt werden, denn so steigern sich die Verkaufszahlen. Auch lassen sich im „Jahresendgeschäft“ noch schnell ein paar Testsiegel an die Versicherer verkaufen, welche dann mit dem Zeug werben.

Finanztest PKV Test „Unser Rat“

Einzig der kleine Kasten auf der Seite 79 ist durchaus und teilweise nachvollziehbar. So rät Finanztest allen, welche sich mit dem Thema beschäftigen, genau abzuwägen und weißt insbesondere auch auf die möglichen, besseren Leistungen der Privaten Absicherung hin. Der Hinweis „Achten Sie nicht nur auf den Preis“ ist zwar augenscheinlich gut gemeint, geht aber mit dem Test und dem Aufbau gar nicht konform und ist eher Augenwischerei.

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23.
April '14

Finanztest- Kritik an vielen Ecken… hoffentlich fruchtet diese auch bei den „Testern“


In der letzten Woche veröffentlichte Finanztest den neuen „PKV Test“. Leider war es wie befürchtet, oder anders… es war viele, viel Schlimmer als gedacht.

Finanztest verunsichert Verbraucher erneut mit dilettantischem Test zur Privaten Krankenversicherung (PKV)

Aus dem Debakel und der Kritik des BU Tests im letzten Jahr wurde nichts, aber auch gar nichts gelernt und Finanztest steht immer noch auf dem hohen Ross „wir sind besser, können alles besser und sind über jeden Zweifel erhaben“. Schließlich haben sie gegenüber Maklern und Beratern einen ganz großen Vorteil, die Redaktion, die Tester und keiner sonst dort haftet für den Unsinn den man verbreitet, auch dann nicht, wenn der Leser/ Kunde nachweislich Schaden durch so eine Empfehlung nimmt.

In diesem Beitrag daher mal einige Kritiken zusammengefasst.

Die Ärztezeitung hat das Thema letzte Woche schon aufgegriffen: „Falsche Hochrechnungen, PKV kontert Stiftung Warentest

Der Versicherungsmonitor berichtetet, der Versicherungsbote brachte ein Interview mit mir.

Arne Lotse vom finanzdiskurs geht auf die Fehler im Test in deinem Bligbeitrag ein und hat einen schönen „Apfelvergleich“.

Will sagen: Mal angenommen, ich habe einen Apfelbaum und daran wachsen so wenig Äpfel, dass ich mir von jemandem 14 Äpfel leihen muss, um alle mit Äpfeln zu versorgen. Und am Ende bleiben 8,5 Äpfel übrig. Wie viele Äpfel sind dann an meinem Baum zu viel gewachsen? Richtig. Keiner. Ich hätte mir einfach nur 5,5 Äpfel, die ich zu WENIG hatte, leihen müssen.  LINK zum Beitrag

Thorulf Müller, Versicherungsberater und Publizist schrieb ebenfalls dazu und geht nochmals auf inhaltliche Fehler ein und stellt die kostenpflichtige Analyse in Frage.

Insgesamt stellt sich aber die Frage, ob man nicht aus Sicht der Versicherer und der Versicherungsvermittler Finanztest einfach mal den Stecker ziehen sollte. Auch das Analyseangebot halte ich für unzulässig. Finanztest begibt sich meines Erachtens hier auf dünnes Eis, wenn Sie im Einzelfall konkrete Beratung anbietet. Das sollte meiner Ansicht nach einmal rechtlich gewürdigt werden. Dies ist aber den Juristen und Richtern in diesem Land vorbehalten. weiterlesen…

Der Versicherungsmakler Thomas Schösser kommt ebenfalls zu einem vernichtenden Ergebnis und schreibt:

Ich glaube, dass einen kranken Menschen in erster Linie interessiert, ob und in welcher Höhe er anfallende Krankheitskosten erstattet bekommt, egal wie häufig diese statistisch gesehen vorkommen. Man kann sich ja nicht aussuchen, welche Krankheiten und damit im Zusammenhang stehenden Kosten auf einen zukommen. Die Frage müsste meines Erachtens vielmehr lauten, welche Krankheitskosten bzw. Konstellationen können dem Kunden finanziell quasi das Genick brechen? weiterlesen…

Der erste nutzt leider den vermeintlichen Test auch schon, obwohl die Concordia unberechtigt in dem Test ist, da diese die von FT selbst besetzten Mindestkritierien so nicht erfüllt, aber das mach dem Versicherer so gar nichts. Was so ein Siegel kostet und warum es die Versicherer nutzen? Das lesen Sie in meinem Beitrag von gestern.

Der erste nutzt den Unsinn schon: Concordia Krankenversicherung zum Finanztest PKV Test und was der “Spaß” kostet

Als „faules Osterei“ beschreibt Makler Frank Rindermann den Finanztest und geht auch noch einmal auf die Zulässigkeit der „Beratung“ ein:

Ich frage mich, ob nicht der Verkauf der „Analysen“ gegen Gebühr und auch die Versicherungsvergleiche selbst, als „Versicherungsberatung“ gewertet werden könnten, die gesetzliche geregelt wird und für die eine offizielle Zulassung erforderlich ist (welche Finanztest meines Wissens nicht besitzt). Die Auszeichnung von „Testsiegern“ und deutlich gekennzeichnete „Empfehlungen“ von Versicherungstarifen, kommen einer „Beratung“ durch die Klassifizierung von Musterkunden und Musterkriterien, in denen sich einzelne Personen wiederfinden können, meinem Verständnis nach zumindest sehr nahe. Dieser Umstand sollte einmal juristisch geprüft werden.

Etwas mehr aus Sicht der Beihilfe und daher der Beamten, für die Finanztest die PKV uneingeschränkt und immer empfahl, „zerlegt“ Kollege Lars U. Harms den Test und weisst auf die deutlichen Gefahren hin.

Finanztest hätte vieles besser machen können als noch 2006. Will man es nicht oder kann man es nicht besser? Vielleicht wird es finanziell auch uninteressant, wenn man Verbrauchern keinen billigen Versicherer mehr mit umfangreichen Leistungen präsentieren kann – das vermag ich nicht zu beurteilen. Leid tun mir Verbraucher, wenn sie Schaden nehmen würden, weil sie sich auf solche Testergebnisse für einen unpassenden Tarif entscheiden. weiterlesen…

Finanztest hat bisher- in ihrer charmant ignoranten Art- noch nicht einmal reagiert. Nur der Twitter Account schrieb mit einem Kollegen, antwortete dann aber auf meine Frage(n) nicht mehr.

Warten wir einmal ah, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.