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21.
Juni '21

Risikovoranfrage PKV – Fehler vermeiden, sicher beantragen


Auf dem Weg zur passenden privaten Krankenversicherung haben Sie sich bisher mit Tarifen und den Auswahlkriterien beschäftigt, nun folgt dann die Risikovoranfrage PKV. Jetzt  Alle Prämien aus den Tarifunterlagen beziehen sich auf einen gesunden Neukunden in ihrem Alter. Das heißt aber auch, dass der Versicherer erst dann eine genaue  und finale Einschätzung abgeben kann, wenn er ihren Gesundheitszustand genauer kennt. Für diese Einschätzung nutzen wir den Weg der anonymen Risikovoranfrage.

Warum anonym? Weil sie nicht möchten, dass entsprechende Gesundheitsangaben bei den Versichern liegen, die wir vielleicht später nicht mehr korrigieren können. Dabei geht es keinesfalls darum, Angaben zu verschweigen oder schön zu reden. Wir benötigen vielmehr eine genaue Aufbereitung der gesundheitlichen Historie.

In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen, wie der Prozess der anonymen Risikovoranfrage abläuft, welche Unterlagen wir benötigen und was sie parallel vorbereiten können.

Risikovoranfrage – welche Unterlagen benötigen Sie?

Bei der Risikovoranfrage geht es um eine detailgenaue Beantwortung der Gesundheitsfragen, welche bei jedem Versicherer unterschiedlich sind. Um diese Fragen richtig und vollständig beantworten zu können, benötigen wir die Angaben zu ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte. An größere Sachen werden sie sich meist direkt erinnern. Wer einmal im Krankenhaus war, der weiß das in der Regel. Auch wenn die Behandlung schon einige Zeit zurückliegt, größere Behandlungen im Krankenhaus, ambulante Operationen, aber auch Reha-Aufenthalte bleiben im Gedächtnis.

Die Erinnerungslücken werden meist größer, wenn es sich um kleinere Erkrankungen handelt, wenn sie also erkältet waren oder eine Magen-Darm-Grippe hatten. Auch einen eingewachsenen Fußnagel, Nagelpilz oder Kopfschmerzen werden schnell vergessen. Dennoch sind diese Angaben, wenn der Versicherer danach fragt, in ihrem Antrag auf eine Private Krankenversicherung anzeigepflichtig .

Besorgen sollten sie sich deshalb folgende Unterlagen:

– eine Kopie der Krankenakte ihres Hausarztes
– eine Kopie der Krankenakte bei Fachärzten
– Informationen zu Behandlungen bei ihrem Zahnarzt, inklusive fehlender Zähne
– wenn vorhanden, die Entlassungsberichte des Krankenhauses (das kann auch der Arztbrief vom Krankenhaus an ihren Hausarzt sein)
– einen Auszug ihrer gesetzlichen Krankenkasse (den finden sie online im Portal ihrer GKV, oder diesen fordern sie schriftlich an)

Für die Anforderung der Krankenakte habe ich Ihnen im Downloadbereich Musterformulare und Musterschreiben zur Verfügung gestellt. Mit diesen ist es einfach und schnell möglich, die Krankenakte anzufordern. Weitere Details und Fragen rund um Ihre Patientenakte finden Sie HIER in den Beiträgen zur

„Krankenakte und den Patientenunterlagen“.

Ist eine Praxis schon geschlossen, da der Arzt sich zur Ruhe gesetzt hat, finden Sie hier Hilfe. „So kommen Sie an die Krankenakte nach Schließung der Praxis„. Diese Unterlagen müssen nicht zwingend bei ihrem Versicherer eingereicht werden und in einigen Fällen sollten Sie dieses auch nicht tun. Was aber wichtig ist, was nicht fehlen darf, das klären wir gemeinsam. Es erleichtert ihnen aber die sorgfältigere Beantwortung der Gesundheitsfragen sehr.

Risikovoranfrage PKV – muss ich wirklich jede Erkältung angeben?

Ein Versicherer wird sie nicht ablehnen, weil sie im Frühjahr Herbst und Winter eine entsprechende Erkältung hatten. Dennoch, ganz genau genommen, sind auch diese Erkältungen oder grippalen Infekte anzeigepflichtig. Wenn sie jetzt einen Blick an die Anträge werfen, dann werden sie sehen, es gibt hier nur wenige kleine Felder. Bei den meisten Antragstellungen passen hier unmöglich alle Untersuchungen hinein. Sie können also einfach eine Tabelle anfügen, in der sie die Gesundheitsangaben ergänzen. Wichtig ist dabei, dass sie sie angeben wann die Behandlung war, welche Behandlung es war, ob diese zu Arbeitsunfähigkeit geführt hat und ob diese ausgeheilt ist.

Ebenso hilfreich ist die Frage, ob sie operiert wurden oder ob noch Untersuchungsergebnisse ausstehend sind oder weitere Behandlungen geplant sind. Wenn sie sich nicht sicher sind, welche Angaben sie aus einem Krankenhausentlassungsbericht, fügen sie gern den Bericht als Foto oder als Scan direkt der Voranfrage bei. Auch Operationsberichte oder Befunde und Laborwerte legen Sie einfach bei. Bevor dieser an den Versicherer geht, anonymisieren wir ihre Anfrage und löschen die persönlichen Daten aus dem Dokument.

Risikovoranfrage PKV – der Arzt sagt: „Der Versicherer soll direkt bei mir anfragen“

Viele Ärzte haben diese Antwort auf eine Anfrage parat. Die Ärzte meinen, wenn der Versicherer etwas wissen möchte, dann soll er doch bitte direkt bei mir anfragen. Hintergrund hierzu, der Arzt kann diese Anfrage abrechen. Das wollen wir aber nicht. Dazu muss der Versicherer dann persönliche Anhaben haben. Mit der Schweigepflichtsentbindung fragt er an, aber dann ist es mit der anonymen Voranfrage vorbei. Denn sobald der Versicherer Kenntnis über ihren Namen, dem Geburtsdatum und dem Arzt bekommt, kann eine Anfrage unmöglich anonym sein. Damit wir also unser Ziel einer anonymen Anfrage verfolgen können, brauchen wir auch die mit Hilfe des Arztes.

Einige Ärzte sträuben sich auch aus einem anderen Grund ihnen ihre Krankenakte zu geben. Wenn sie in den letzten Jahren einige Berichte in der Presse mitverfolgt haben, dann werden sie gelesen haben, dass hier vielfach Abrechnungsdiagnosen gab. Freundlich formuliert hat sie ihr Arzt also „kränker“ gemacht, als sie in Wirklichkeit waren. Der Hintergrund dafür ist die Abrechnungsfrage. Ohne das jetzt im letzten Detail zu der Abrechnungsmodalität erklären zu wollen, umso kränker sie sind, umso besser für die Krankenkasse und den Arzt. Eine Rolle spielen hierbei Zuweisungen von Beträgen aus dem Gesundheitsfonds.

Was tun, wenn die Angaben in der Krankenakte falsch sind?

Jetzt kann es durchaus passieren, dass in ihrer Krankenakte Angaben zu ihren Diagnosen finden, die vielleicht gar nicht hatten. Weit verbreiten sind Diagnosen wie stressbedingte Überlastung oder Skoliose, auch Rückenprobleme und andere Untersuchungsergebnisse tauchen dort auf. Die erste Wahl ist es immer, das Gespräch mit dem Arzt zu suchen. Aus Erfahrung sind viele Ärzte durchaus bereit Diagnosen auch nachträglich sauber zu attestieren. Hier kann es sich um weitere Befunde handeln, oder auch den Hinweis, dass es die abgerechnete Diagnose so nicht gab. Dabei geht es gar nicht um die Löschung oder nachträglicher Veränderung der Krankenakte. Ziel ist ein entsprechendes Attest und damit eine Klarstellung. Wer also in seiner Krankenakte chronische Rückenschmerzen findet, aber nur einmal beim Arzt da war, der sollte das klarstellen lassen.

Das allein ist nicht der Schlüssel aller Probleme, aber ein Weg dahin. So tauchen immer wieder so genannte F-Diagnosen, also Krankheiten aus dem Bereich der Psyche auf. Diese verhindern, ohne weitere Aufbereitung der Unterlagen, eine Aufnahme in die PKV. Manchmal merken auch Ärzte, dass hier mit einer abgerechneten Diagnose über das Ziel hinaus geschossen wurde. Der Arzt muss also mit ins Boot, auch wenn dies die Einträge bei der Krankenkasse nicht ändert.

Mobbing PKV Antrag

Kommen sie mit dem Arzt nicht allein zurecht, hilft manchmal ein entsprechendes Muster zukommen lassen. Einige Ärzte fragen auch direkt, wie Kollegen dies gelöst haben. Schließlich ist auch für den Arzt Abrechnungsbetrug kein Kavaliersdelikt. Vielen Ärzten hilft es, ihnen eine Brücke zu bauen. Eine falsche Diagnose nur der Abrechnung willen ist falsch und das wissen auch Ärzte. Gemeinsam lassen sich aber meist Lösungen finden.

Risikovoranfrage – wie nun weiter?

Wenn sie die Antragsangaben gemacht haben, so senden sie mir diese Unterlagen gern wie gehabt per E-Mail zu. Alles was nicht in die Formulare passt, einfach auf einem Beiblatt beschreiben und auflisten. Sie können diese mit einem Passwort versehen alternativ kann ich ihnen einen Link zu einem passwortgeschützten Ordner senden. Nachdem diese Unterlagen vorliegen biete ich ihnen an, diese vorab noch einmal zu besprechen. Damit beseitigen wir Unklarheiten, ergänzen Angaben und schauen gemeinsam, dass nichts vergessen wird. Wenn sie bestimmte Vorerkrankungen haben (Allergien, Rückenbeschwerden, Einlagen für die Schuhe), dann kann es sinnvoll sein dem Versicherer gleich den entsprechenden Fragebogen beizulegen. Eine große Anzahl der Fragebögen, finden sie auf der Homepage unter Downloads und Antragsunterlagen klicken, und sich dann bei der jeweiligen Gesellschaft den Fragebogen heraussuchen, der auf ihre Erkrankung am Besten passt.

Ein Beispiel:

Es bringt relativ wenig, wenn im Antrag steht „Heuschnupfen“. Es bringt aber durchaus viel, wenn im Antrag neben der Angabe Heuschnupfen der Allergiefragebogen ausgefüllt und beigelegt wird. Hier stellt der Versicherer zusätzliche Fragen, zum Beispiel nach der Beteiligung von Asthma. Die Dauer Ihrer Beschwerden, oder noch geplanten Desensibilisierungen sind ebenso wichtig. Je genauer ihre Angaben, desto besser und einfacher ist eine entsprechende Einschätzung möglich.

Sobald ich von den Versicherern eine Rückmeldung bekommen habe, sammle ich diese und stelle ihnen dann die Auswertung der Tarife mit den realen Prämien zu Verfügung. Das sind dann die Prämien, die bereits den Risikozuschlag enthalten. Auch bekommen sie Informationen darüber, ob der Zuschlag dauerhaft ist oder nach einer bestimmten Zeit entfällt oder überprüft werden kann.

Erst wenn all diese Angaben vorliegen, schätzt der Versicherer das Risiko final ein. Nun haben wir verbindliche Prämien, erst dann besprechen wir die finale Ausgestaltung. Dazu gehören Fragen zur Höhe des Krankentagegeldes, zur Beitragsentlastung und weiteren Bausteinen. Erst weit nach der Risikovoranfrage PKV stellen wir dann einen Antrag. Finden sich im Antrag die identischen Angaben wie in der Voranfrage, ist die Entscheidung sicher. Der Versicherer nimmt diesen Antrag zu den angebotenen Konditionen an.

Keine Angst, aber in Ruhe und beacht entscheiden

Ohne Ihnen Angst machen zu wollen, bedenken sie dabei aber:

Alle neuen Erkrankungen, die bis zur tatsächlichen Antragsstellung dazu kommen, sind auch weiterhin angabepflichtig. Lassen wir uns zu viel Zeit und es haben sich weitere vielleicht Erkrankungsbilder ergeben. Auch eine Vorsorgeuntersuchung mit neuen Laborwerten oder eine Krankheit, kann schnell einen Antrag verhindern. All das müssten wir nachträglich nachmelden. Damit beginnt der Prozess der Vorantrage dann erneut.

Mit diesem Weg kommen wir jedoch schnell und auch sicher zu einer sauberen Voranfrage. Wir vermeiden das Risiko einer Anzeigepflichtverletzung und späteren Problemen. Im besten Fall ist es ein rückwirkender Zuschlag, im schlimmsten Fall aber auch die Kündigung durch den Versicherer. Auch ein späterer Rücktritt wäre ein Problem. Beides möchte niemand und Sie ganz sicher nicht erleben.

Auch wenn ein Zuschlag mehr Beitrag bedeutet, in vielen Fällen ist der sinnvoll und nötig. Warum, habe ich in einem anderen Beitrag zu Risikozuschlägen aufgeschrieben und erkläre ich in einem anderen Beitrag anhand meiner persönlichen Geschichte nochmals.

Sie haben weitere Fragen dazu, oder sie interessieren die Themen Voranfrage oder Zuschläge? Klicken Sie auf die folgenden Beiträgen für umfangreiche Information:

21.
Juni '16

Wer versichert mich ohne Risikozuschlag? Warum ein solcher Ansatz vollkommen falsch ist


Die Auswahl der privaten Krankenversicherung gehört sicher zu einem der umfangreichsten Prozesse die es in der Versicherung Welt gibt. Schließlich sprechen wir über einen (im besten Fall) lebenslangen Vertrag, der nicht so ohne weiteres wieder gelöst werden kann. Gerade wenn später gesundheitliche Probleme dazu kommen, so ist ein Wechsel der privaten Krankenversicherung nicht nur wenig sinnvoll, sondern in vielen Fällen auch schlicht und ergreifend nicht möglich.

Grund für diesen Beitrag sind immer wieder Anfragen nach dem Motto:

Gebrochen war mein Ellbogen links und mein Mittelhandknochen rechts. Alle Kosten hierzu zahlt die BG.

Ist es realistisch ohne RZ das unterzubekommen?

Auch neigen Interessenten für die private Krankenversicherung dazu, keinen Zuschlag für Erkrankungen zahlen zu wollen, welche zum Beispiel mit freiverkäuflichen Medikamenten bezahlt werden kann. Daher möchte ich diesen Beitrag nutzen, um ein wenig Licht in das Dunkel zu bringen und zu erklären warum sowohl bei der privaten Krankenversicherung als auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ein solcher Auswahlprozess nach den Kriterien „Wer nimmt mich ohne Zuschlag?“ der falsche Ansatz ist.

Risikozuschläge für „kleine Wehwehchen“?

Auch wenn der Frühling fast vorbei ist, so sind doch eine Reihe von Menschen von Heuschnupfen geplagt. Dieses ist mal schlimmer und dann wieder besser, und führt am Ende dazu, dass sich der Versicherte irgendwie mit dieser Erkrankung arrangiert. Irgendwann weiß man einfach, an welchen Tagen man besser nicht vor die Tür gehen soll, meidet blühende Wiesen oder andere allergieauslösende Orte. Viele von Ihnen wissen oder merken wenn es losgeht und gehen dann schnell einmal in die Apotheke um sich ein entsprechendes Medikament zu besorgen. Diese Medikamente sind oftmals frei verkäuflich und kosten nicht wirklich viel Geld. Ein paar Nasentropfen und etwas für die Augen ist schnell gekauft, morgens einmal ein wenig Medizin hinein geträufelt und es lässt sich auch mit einem Heuschnupfen entspannt durch den Tag kommen.

Jetzt ist es jedoch so weit, ein Antrag auf private Krankenversicherung soll gestellt werden. Dabei werden natürlich gesundheitliche Beeinträchtigungen abgefragt, die meisten Versicherer haben für Heuschnupfen und Allergien zudem einen separaten Fragebogen. Hier geht es darum relativ detailliert zu erfahren, wie die konkreten Beschwerden aussehen und wie diese behandelt werden. Wahrheitsgemäß tragen Sie also ein, dass sie im Frühjahr regelmäßig an Heuschnupfen und dessen Folgen leiden. Weiterhin ergänzen Sie wahrheitsgemäß, dass sie sich dafür in der Apotheke ein frei verkäufliches Medikament holen. Die Kosten hierfür von ca. 10-20 € haben sie bisher immer selbst gezahlt und werden sie zukünftig weiter zahlen, schließlich fallen diese unter die Selbstbeteiligung der zukünftigen, privaten Krankenversicherung.

Nachdem sie nun (hoffentlich keinen Antrag, sondern) die Risiko Voranfrage gestellt haben, staunen Sie nicht schlecht. Der Versicherer möchte für diese Allergie/den Heuschnupfen einen Risikozuschlag. Dieser Zuschlag wird monatlich auf den Krankenversicherungsbeitrag gerechnet und soll 11,30 € monatlich betragen. Schnell rechnen Sie einmal hoch, das sind im Jahr immerhin Mehrkosten in Höhe von 135,60 €. Diese fallen natürlich nicht nur im ersten Jahr, sondern auch in den Folgejahren an.

Auf den ersten Blick stehen also Kosten von 10-20 € einem Zuschlag von 135 € gegenüber. Das mag auf den ersten Blick ungerechtfertigt sein, dennoch aus eigener Erfahrung eine kleine Beispielsrechnung. Ich habe neben Heuschnupfen einige andere Allergien, Karotten, einige Gewürze und etwas Obst. Über viele Jahre habe ich absolut keine Beschwerden gehabt, eines morgens jedoch wachte ich mit deutlichen Anzeichen auf. Angeschwollenes Gesicht, völlig unklare allergische Symptome, und in Ansatz eine Idee woher es kommt. Da es am Tag immer schlimmer wurde, entschied ich mich einen Arzt aufzusuchen, welchem Wort in ein Krankenhaus eingewiesen hat. Für den kurzen Aufenthalt wurden folgende Kosten berechnet. (Es interessiert nicht die Verweildauer, sondern die Diagnose bestimmt die Kosten)

Allergie KH

Hierbei handelt es sich im übrigen ausschließlich um die Kosten, welche das Krankenhaus berechnet hat. Es sind noch keine Kosten für den Arzt, die Behandlung und die Diagnostik enthalten, diese Folgen mit einer separaten Rechnung. Die zweite Rechnung (Arzt-und Labor) betrug nochmals etwa 1.500 €. Selbst wenn also ein Krankenhausaufenthalt vermeidbar gewesen wäre, wobei ich froh war zu diesem Zeitpunkt dort zu sein, werden hier Kosten von über 1.000 € entstanden.

Allein deshalb, weil eine Allergie als Vorerkrankung zusteht und somit eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Ausbruch vorhanden ist, ist ein entsprechender Zuschlag auf den Krankenversicherungsbeitrag zu zahlen. Addieren wir nun die Kosten für den stationären Aufenthalt und die Arzt-und Laborkosten, so kommen wir auf einen Betrag von 3.456 €. Heruntergerechnet auf den Risikozuschlag, müsste unser Patient somit 25,6 Jahre den Risikozuschlag zahlen, um nur die Kosten für diesen einen Krankenhausaufenthalt und die Diagnostik auszugleichen. So einfach funktioniert natürlich die Kalkulation in der Versicherung nicht, denn natürlich kann auch ein Patient der keine allergische Vorerkrankung hat, genau die gleiche Situation kommen.

Dennoch zeigt es sehr gut, wie hoch Kosten mit einer vermeintlich „kleinen Erkrankung“ entstehen können. Daher hängt die Höhe des Risikozuschlag keinesfalls direkt damit zusammen, wie hoch die aktuellen Kosten für ein Medikament sind.

Wenn die Erkrankung ein anderer zahlt?

Nun gibt es Erkrankungen, für welche es einen anderen Kostenträger gibt. Es können zum einen Erkrankungen während des Wehrdienstes sein, hier ist ein separater Kostenträger auch für die Folgen verantwortlich. Auf der anderen Seite können Kosten (wie oben in der ersten Anfrage) durch eine Berufsgenossenschaft übernommen werden. Diese Kosten sind dann durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit entstanden, fallen nicht der (bisherigen gesetzlichen oder neuen privaten) Krankenversicherung zur Last.

Sind die Kosten klar und eindeutig abzugrenzen und ist es daher unmöglich das hier für weitere Kosten für die neue private Krankenversicherung entstehen können, so ist ein Risikozuschlag hierfür eher unwahrscheinlich. Schließlich bedeutet diese Vorerkrankung keine Mehrkosten gegenüber einem anderen, gesunden Versicherten. Ist eine Abgrenzung allerdings nicht genau möglich und bestehen zum Beispiel noch „Rückstände aus Operationen“ (Metall im Körper) die noch entfernt werden müssen, kann ein Risikozuschlag trotzdem erhoben werden. Der Grund liegt hier darin, dass während einer solchen Metallentfernung, also einer Operation, weitere Komplikationen entstehen können die dann nicht mehr eindeutig abgrenzbar sind.

Kann ein Risikozuschlag verändert werden?

Ja, und das in beide Richtungen. Ein Risikozuschlag in der privaten verändert sich automatisch, wenn der Beitrag in der privaten Krankenversicherung durch eine Beitragsanpassung erhöht wird. Im gleichen Verhältnis wie der Beitrag steigt dann auch der Risikozuschlag. Dies ist auch notwendig, denn Kostensteigerungen in der privaten Krankenversicherung führen dazu, dass Beiträge in der PKV ansteigen, damit müssen auch Mehrkosten ausgeglichen werden. Sie durch Vorerkrankungen also höhere Kosten zu erwarten und wurde hierfür ein Risikozuschlag erhoben, so ist dieser im gleichen Verhältnis zu erhöhen.

Wurde zu Vertragsbeginn ein Risikozuschlag und hat sich die Risikoeinschätzung seitdem verändert, sind Erkrankungen nicht mehr aufgetreten oder bereits ausgeheilt, so ist hier eine Reduzierung dieses entsprechenden Zuschlags zu beantragen. Dazu sollten Sie detailliert darlegen, welche Erkrankungen sich in welcher Form verändert haben und eine Reduzierung des Risikozuschlag beantragen. Sollte der Versicherer dem nicht zustimmen, so wenden Sie sich bitte an einen entsprechenden Berater, der Ihnen hier weiterhelfen kann. Auch eine anonyme Risikovoranfrage mit den aktuellen Daten (bei den gleichen Versicherer) kann einen Überblick dazu geben, wie eine heutige Einschätzung bei einer vergleichbaren Erkrankung aussehen würde.

Mit diesen Informationen lässt sich einer entsprechenden Reduzierung des bestehenden Risikozuschlages ein wenig Nachdruck verleihen. Dabei noch ein kleiner Hinweis. Während der Vertragslaufzeit neu aufgetretenen Erkrankungen dürfen bei der Betrachtung zur Reduzierung des Risikozuschlag nicht berücksichtigt werden. Haben Sie also bitten Rückenbeschwerden einen Risikozuschlag von 20 € in ihrem Vertrag und zukünftig soll dieser reduziert werden, so spielt ein neu aufgetretenen Bluthochdruck keine Rolle. Der Versicherer kann also nicht sagen: „Jetzt haben wir bei dem Patienten höhere Kosten durch den Blutdruck, daher reduzieren wir den Risikozuschlag für den Rücken nicht.“

Wer versichert mich nun ohne Zuschlag?

Wie viele Sachen im Leben, hat auch ein Risikozuschlag zwei Seiten. natürlich ist es verständlich dass jemand ein Abschluss des Vertrages keinen unnötigen Zuschlag zahlen möchte. Auch ein Risikozuschlag hat jedoch zwei Seiten. Eine solche Risikobewertung wird nicht nur bei Ihnen vorgenommen, sondern natürlich auch bei anderen Versicherten. Durch einen Risikozuschlag sind ausreichende Mittel vorhanden, damit die Mehrkosten für diesen Patienten daraus finanziert werden können. Nimmt eine Gesellschaft nun jedoch für eine Erkrankung keinen Zuschlag, alle anderen aber schon, so kann dies ein Hinweis sein, dass sich die Beitragsentwicklung schlechter darstellen wird. In der Gesamtbetrachtung hat also auch ein Risikozuschlag eine (positive) Berechtigung. Sichert er doch in dem Gesamtbestand des Versicherers eine risikogerechte Kalkulation und dementsprechend eine stabile(re) Beitragsentwicklung.

Der Ansatz, sich also mit einem möglichst kleinen, oder gänzlich ohne Zuschlag zu versichern, ist daher falsch. Es geht in der privaten Krankenversicherung und auch in der Berufsunfähigkeitsversicherung oder an anderen Versicherungssparten immer darum, ein ausgewogenes Verhältnis zu erreichen. Daher sind Risikozuschläge und Ausschlüsse durchaus berechtigt. Ausschlüsse in der Krankenversicherung nicht möglich, in der Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen schon. Dort lassen sich mit einem entsprechenden Ausschluss Vorerkrankungen gänzlich vom Versicherungsschutz ausschließen.

Der richtige Weg zur passenden privaten Krankenversicherung ist somit nicht der, über den geringsten Zuschlag. Der richtige Weg ist der, über den passenden Tarif, individuell passenden, richtigen Leistungen und damit einer Absicherung die zu dem jeweiligen Interessenten passt. Ebenso kann während des Prozesses der Risikovorprüfung die Erkenntnis eintreten, dass der Weg in die private Krankenversicherung oder der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung derzeit nicht sinnvoll möglich ist. Dann spricht man von einer Zurückstellung des Antrages, wenn es sich um ein Risiko handelt was noch ausheilen muss und welche später versicherbar ist. Ebenfalls ist bei einigen Vorerkrankungen eine Versichertenkarte nicht gegeben, der Versicherer muss im Sinne des Kollektivs diesen Antrag ablehnen.

Fazit:

Wenn Sie also gerade auf der Suche nach einem passenden Versicherungsschutz für die private Krankenversicherung, Pflegezusatzversicherung oder die Berufsunfähigkeitsversicherung sind, so lassen Sie mich bitte nicht davon leiten wir Sie zu einem möglichst kleinen Zuschlag versichert. Risikozuschläge und Ausschlüsse sind in der Absicherung von biometrischen Risiken bei Vorerkrankungen völlig normal, notwendig und berechtigt. Wichtig ist das der Vertrag den Sie abzuschließen zu gedenken zu Ihnen passt und den individuellen Leistungswunsch abdeckt. Weitere Informationen dazu finden Sie auch:

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie diese gerne über das LiveChat Fenster links oder über mein Kontaktformular stellen.

10.
Oktober '12

Anonyme Voranfragen – ich will nicht in einer Datei gespeichert werden


In der täglichen Beratungspraxis erreichen mich immer wieder Anfragen wie diese:

„Bieten Sie auch Anonyme Risikovoranfragen bei ausgewählten Versicherungen an? Hintergrund ist, dass ich ungern in einer Datendatei gespeichert werden möchte.“

Was genau ist aber dran an dieser „anonymen Datenspeicherung“ und existiert eine solche Datei überhaupt? Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst einmal klar sein, wann und zu welchem Zweck solche Voranfragen überhaupt gestellt werden und welche Ziele damit verfolgt wird. Die Voranfrage oder die „Risikovorprüfung“ ist die Vorstufe zu einem Antrag in der Personenversicherung. Dabei soll das Risiko eingeschätzt werden, zu welchem ein bestimmtes Risiko (zum Beispiel: der Wunsch nach einer Berufsunfähigkeitsrente, die Absicherung in einer Krankenversicherung) versichert werden kann.

Was genau ist die Voranfrage und wann sollte man eine solche stellen?

Anders als bei dem Antrag, welcher den Abschluss einer entsprechenden Versicherung zum Ziel hat, zielt die Voranfrage erst einmal darauf ab zu prüfen wie eine Person versichert werden kann. Zuerst informiert sich der Kunde mit Hilfe seines Beraters über den passenden Tarif und die passende Gesellschaft. Bevor er nun einen Antrag stellen kann, welcher vielleicht negativ oder mit einem (hohen) Risikozuschlag belegt wird, stellt der Berater eine entsprechende Voranfrage. Durch die Prüfung dieser Voranfrage kann der Versicherer entscheiden, wie genau er das Risiko versichern möchte, oder ob er noch weitere Unterlagen zur Prüfung benötigt. Anders als bei einem Antrag müssen hier noch nicht alle persönlichen Daten übermittelt werden. In der Risikovoranfrage geht es in den meisten Fällen auch zunächst nur um die Einschätzung des gesundheitlichen Risikos.

Antrags- vs. Invitatiomodell

Früher, also bevor derzeitige Fassung des Versicherungsvertragsgesetzes in Kraft trat, wurden meistens Anträge gestellt und diese bei „zum negativen Einschätzungen“ einfach später nicht angenommen. Das bedeutet also, dass der Kunde das Angebot des Versicherers (mit einem entsprechenden Zuschlag oder Leistungsausschluss) nicht akzeptiert hat. Durch die gesetzlichen Änderungen, kann der Kunde heute zwischen 2 unterschiedlichen Varianten wählen. Bei dem so genannten „Antragsmodell“ stellt der Kunde nach wie vor einen Antrag mit den vollständigen persönlichen Daten, der Versicherer prüft das Risiko und zeichnet den Antrag. Im so genannten „Invitatiomodell“ will der Kunde aber gar keinen Antrag stellen, sondern fordert von dem Versicherer die Abgabe eines Angebotes an. Dabei werden auch hier entsprechende Daten an den Versicherer übermittelt. Nach einer erfolgten Risikoeinschätzung gibt der Versicherer dann ein verbindliches Angebot ab, welches der Kunde annehmen kann.

Welche Daten werden gespeichert und ist das negativ?

Stellt ein Kunde nun einen Antrag, zum Beispiel für eine Absicherung bei eintretender Berufsunfähigkeit, so kann der Versicherer diesen Antrag nach Prüfung eben auch ablehnen oder mit einer Erschwernis (Zuschlag oder Leistungsausschluss) annehmen. In einem später gestellten neuen Antrag wird aber unter Umständen nach bereits ausgesprochenen Ablehnungen oder Erschwernisannahmen gefragt. Um hier nicht von vornherein Angaben machen zu müssen, welche vielleicht negativ auf die neue Annahmeentscheidung wirken, versuchen Kunden möglichst keinen Antrag zu stellen. Denn wenn kein Antrag gestellt ist (sondern nur eine Voranfrage) ist diese eben bei einer Frage nach abgelehnten Anträgen auch nicht anzugeben.

In der Lebensversicherung existiert eine entsprechende (mehr …)