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03.
Juli '19

Condor mit neuer Berufsunfähigkeitsversicherung (9T07) ab 01. Juli 2019 – eine Blick in die Bedingungen


Die Condor Lebensversicherung bietet schon bisher eine eigenständige BU (SBU) und eine BUZ (als Kombi zu Lebens- und Rentenversicherungen) an. Die Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung wurden nun zum 01. Juli 2019 verbessert und warten mit einigen durchaus interessanten Formulierungen aus. Wie sich diese auswirken, wer davon profitiert und ob Bestandskunden ebenfalls in den Genuss der verbesserten Regeln kommen, das lesen Sie hier.

Von der grundsätzlichen Produktstruktur wird die neue Berufsunfähigkeitsversicherung als Comfort und Einstiegsvariante angeboten, welche sich in der Zielgruppe und den Erweiterungsmöglichkeiten unterscheiden. Zunächst schauen wir uns hierbei die „normale“, also die Comfort Variante an. Das ist insbesondere dann von Bedeutung, da diese das zukünftige Niveau des Versicherungsschutzes besteht, während die Einstiegsvariante eher eine (prämienreduzierende) Option zu Beginn ist.

Zielgruppe der neuen Condor SBU Comfort

Die Condor spricht mit dem neuen Bedingungswerk der Berufsunfähigkeitsversicherung eine große Gruppe an Personen an. Dabei soll hier auch ein späterer Wechsel in die Beamtenlaufbahn oder ein Schritt in die Selbstständigkeit so abgesichert sein, dass es keinen Bedarf eines (dann vielleicht schwierigen) Anbieterwechsels geben muss.

  • – Angestellte und Arbeiter
  • – Beamte (Lebenszeit, Widerruf, Probe)
  • – Schüler und Studenten (ggf. mit der Einsteigervariante)
  • – Hausfrauen

Einstiegsvariante mit Startphase

In der angewandelten Einstiegsvariante der Start BU, bietet die Condor eine entsprechende Reduzierung der Beiträge (bis zu 60% in einigen Berufsgruppen) in den ersten Jahren. Dabei lassen sich hier, angepasst an die eigene Situation, Startphasen von zwei bis zehn Jahren vereinbaren. In dieser Phase liegt der Fokus auf einem deutlich reduzierten Beitrag, um den Schutz dort bezahlbar zu halten.

Ändern sich die Lebenspläne oder verlängert sich die Ausbildung, so kann diese Phase individuell angepasst werden, in Paragraph 6, Abs. 10. heißt es dazu:

Sie haben das Recht, nach einem Versicherungsjahr die Startphase zu verkürzen. Dies ist jeweils zum nächsten Versicherungsjahrestag möglich. Möchten Sie die Startphase verkürzen, wenden Sie sich an uns. Wir teilen Ihnen dann die neuen Beiträge mit.

Nur das erste Versicherungsjahr ist fest definiert, danach kann die Startphase jederzeit beendet werden, es gelten dann natürlich die höheren Beiträge. Durch ein früheres Ende der Phase, verringern sich die danach dauerhaft anfallenden Beiträge.

Rechte zur Nachversicherung (also einer Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung bei bestimmten Ereignissen) bestehen auch bereits während dieser Einstiegsphase mit. So lassen sich z.Bsp. die Geburt eines Kindes auch hier zur Erhöhung nutzen, ebenfalls berufliche Veränderungen, welche eine Erhöhung auslösen (können).

Bedingungsaussagen der neuen Comfort BU

Mit dem neuen Bedingungswerk der Condor hat diese einige Formulierungen und Verbesserungen eingeführt, die das bestehende BU Produkt noch etwas aufwerten. Einen besseren Überblick bekommen wir, wenn wir uns einige dieser Aussagen einmal etwas genauer anschauen. Es finden sich in dem Bedingungswerk (§2) unterschiedliche Definitionen, welche eine Leistungspflicht auslösen.

Was ist denn Berufsunfähigkeit bei der Condor?

Neben der klassischen Definition zur Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich 6 Monate ununterbrochen mindestens zu 50 % außerstande ist, ihrem zuletzt ausgeübten Beruf nachzugehen, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war.

Dazu kommen weitere Möglichkeiten, welche zur Leistung führen können und welche eine einfacherer und schnellere Anerkennung ermöglichen.

  • – SchülerInnen gelten als Beruf

  • – Hausfrauen/ -männer gelten als Beruf

  • – Studenten werden auf „Studierfähigkeit“ geprüft, liegt ein Arbeitsvertrag bereits vor (der ein erfolgreiches Studium voraussetzt) gilt dieser Beruf als versichert

  • – in den letzten 15 Jahren- Rentenbescheid wegen voller Erwerbsminderung

  • – bei Beamten auf Lebenszeit, Probe, Widerruf: Versetzung in den Ruhestand aus rein gesundheitlichen Gründen

  • – Infektionsklausel, BU auch bei Verbot Patienten zu behandeln aus gesundheitlichen Gründen

  • – BU aufgrund von Pflegebedürftigkeit ab einem Pflegepunkt

Entscheidet sich die versicherte Person im Leistungsfall (und damit zu Lasten ihrer Gesundheit) zu arbeiten, so hat dieses keine einschränkenden Wirkungen auf die Leistung. Die konkrete Verweisung ist generell ausgeschlossen.

Auch die Formulierungen für das vorübergehenden Ausscheiden oder ein dauerhaftes Verlassen des eigentliches Arbeitslebens hat die Condor geregelt. Hierbei finden sich in §2 Absatz 7 die entsprechenden Aussagen und der Hinweis, die BU wird aufgrund der alten Berufstätigkeit ermittelt.

Teilzeit und Arbeitszeitreduzierung

Eine interessante Lösung finden wir nun aber bei Teilzeittätigkeiten. Hier regelt der Punkt 8 die entsprechenden Voraussetzungen.

Reduziert die versicherte Person während der Versicherungsdauer ihre vertraglich oder gesetzlich fixierte wöchentliche Arbeitszeit, bleibt für die Beurteilung einer Berufsunfähigkeit die während der Versicherungsdauer höchste vertraglich oder gesetzlich fixierte wöchentliche Arbeitszeit maßgebend (Teilzeitklausel). Nachweise über die jeweiligen Arbeitszeiten sind uns vorzulegen. Entsprechendes gilt, wenn die Arbeitszeitreduktion vom Arbeitgeber angeordnet wird (z. B. Kurzarbeit).

Eine durchaus sinnvolle Formulierung, bedenkt man die Anzahl derer, welche in der Lebensplanung durchaus Jahre mit reduzierter Arbeitszeit vorsehen.

Berufsunfähigkeit durch Arbeitsunfähigkeit

Auch eine AU Klausel, oder besser eine entsprechende Regelung in den Bedingungen, findet sich wieder bei der Condor. Diese ist nicht abwählbar und damit Bestandsteil der Bedingungen. Andere Versicherer bieten dieses als (gegen Beitrag hinzuversicherbare) Klausel an, hier gilt es für alle Versicherten und ist in der Prämie kalkuliert. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

  • – mindestens zu 6 Monaten bestehende Arbeitsunfähigkeit

  • – mindestens einmal durch einen Facharzt auf dem Fachgebiet der Erkrankung festzustellen

  • – Nachweis gem. Bescheinigung nach Entgeltfortzahlungsgesetz oder dem Nachweis für die PKV

  • – es müssen zwingend gleichzeitig BU Leistungen beantragt werden

Maximal werden diese Leistungen aus der AU Klausel dann für einen Zeitraum von 36 Monaten erbracht, wobei dieser nicht „zusammen verbraucht“ werden muss. Rückwirkend anerkannte BU Rente führt zur Verrechnung und damit zur „Wiedergutschrift“ der 36 Monate. Auch eine garantierte Rentensteigerung wird- im AU Fall- wie versichert durchgeführt

Umorganisation

Während eine solche bei Arbeitnehmern in der Regel kein Thema ist, sieht das bei Selbstständigen oder Geschäftsführern schon anders aus. Hier verzichtet die Condor auch auf eine Prüfung der Umorganisation, wenn bei Eintritt der BU

  • – die versicherte Person Akademiker ist und mindestens 90% kaufmännisch/ organisierend tätig ist, ODER

  • – der Betrieb weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigt

Leistungsfall, Mitwirkungen, Schadenminderung

Wie üblich regeln die Bedingungen natürlich auch die Pflichten im Leistungsfall. So müssen Versicherte (wie bereits erwähnt) auch im Leistungsfall auf Arbeitsunfähigkeit einen vollständigen BU Leistungsantrag stellen und alle Unterlagen hierzu beibringen. Das haben andere Unternehmen durchaus freundlicher und unkomplizierter gelöst, wenn auch dann oft mit kürzeren Leistungszeiträumen in der AU Leistung.

Die Auflistung der (umfangreichen) Unterlagen finden sich unter dem Paragraphen 13 der Bedingungen (Seite 15 zum Nachlesen).

Wer sich im Ausland aufhält und dennoch Leistungen beanspruchen möchte, der muss diese Untersuchungen generell und nach Erstattung der abgestimmten Reisekosten, in Deutschland durchführen lassen. Haben Sie also konkrete Pläne, so sollte dieses berücksichtigt werden. Die Condor KANN zustimmen, eine Untersuchung auch im Ausland durchführen zu lassen. Hierbei werden dann Ärzte zu Rate gezogen, welche die diplomatische Auslandsvertretung der BRD empfiehlt.

Eine Widereingliederungshilfe (mit Deckelung auf 9.000 €) ist nett, aber nicht entscheidend. Diese Regelungen hierzu können Sie im §16, Abs. 7ff. nachlesen.

Hilfsmittel, Operationen, Anzeige der Besserung

Während Sie einfach Hilfsmittel auch nutzen müssen (dazu zählen Gehilfen, Hörgeräte, Prothesen) um eine BU zu verhindern, sieht das bei Operationen oder Behandlungen mit „besonderen“ Schmerzen oder Risiken schon anders aus. Eine Verpflichtung besteht hier nicht. Selbst wer sich gegen eine Operation (mit Chancen auf Besserung oder gar Verschwinden der BU) entscheidet, der wird nicht bestraft.

Auch einen Heilpraktiker (§13, Punkt 6) müssen Sie nicht aufsuchen.

Interessant ist zudem der §15, Absatz 3:

Die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit oder einen Wechsel des Arbeitsplatzes während des Leistungsbezugs müssen Sie uns unverzüglich mitteilen. Sie sind jedoch nicht verpflichtet, uns Verbesserungen im Gesundheitszustand der versicherten Person von sich aus anzuzeigen.

Nachversicherungsgarantien – mehr Schutz bei Veränderung

Interessant wird es wieder ab dem §17, welcher Regelungen zur Nachversicherung bei Veränderungen trifft. Hier geht es immer um Verbesserungen/ Erhöhungen des Versicherungsschutzes, welcher ohne eine neue Gesundheitsprüfung durchgeführt wird und somit auch dann machbar ist, wenn zum Zeitpunkt des Ereignisses Krankheiten bestehen. Solche Ereignisse sind (beispielhaft, sonst im §17)

  • – Volljährigkeit

  • – Heirat, Scheidung des mitverdienenden Partners

  • – Geburt oder Adoption

  • – Tod des Partners

  • – erstmaliger Job nach Ausbildung oder nach akademischem Titel

  • – Selbstständigkeit, BBG Überschreiten

  • – Ausscheiden als Beamter

  • und einige mehr

Interessant sind die Optionen auch bei Erhöhung des Einkommens. Hier gelten unterschiedliche Regeln für Angestellte und Selbstständige, schaffen aber auch hier eine Option, den Schutz nochmals zu verbessern..

k) Erhöhung des Jahreseinkommens der versicherten Person unter folgenden Voraussetzungen

– Ist die versicherte Person angestellt, muss die Erhöhung des erzielten garantierten Jahreseinkommens mindestens 10 % des im Kalenderjahr zuvor erzielten garantierten Jahreseinkommens betragen.

Zum Jahreseinkommen zählen nicht Tantiemen und Sonderzahlungen.

– Übt die versicherte Person eine selbständige Tätigkeit aus, muss die versicherte Person im abgelaufenen Kalenderjahr ein um mindestens 20 % höheres Jahreseinkommen aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von Personensteuern gegenüber dem durchschnittlichen Jahreseinkommen aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von Personensteuer der drei vorangegangenen Kalenderjahre erzielt haben.

– Die versicherte Person ist Beamter/in auf Lebenszeit und steigt in die nächsthöhere Besoldungsgruppe auf.

Doch natürlich gelten weitere Einschränkungen.

  • – maximal 500 € mtl. Rente pro Anpassung

  • – maximal darf die Rente nachversichert werden, welche zu Beginn versichert war,

  • – innerhalb von 5 Jahren maximal 1.000 € Monatsrente nachversicherbar

Auch wenn es sehr positiv ist, dass die Nachversicherung nicht bei 30.000 € Jahresrente entfällt, hier sind doch einige Beschränkungen vorhanden. Besonders die Einschränkung auf die zu Beginn versicherte Rente kann, bei kleinen Startrenten, sehr nachteilig sein.

Reduzierung bei Elternzeit und Stundung

Auch an die geringeren finanziellen Mittel bei Elternzeit oder während einer Arbeitslosigkeit haben die Produktverantwortlichen gedacht. So lassen sich unter bestimmten (in §18 und 19 geregelten) Voraussetzungen die Beiträge stunden.

Gerade bei der Elternzeit, wo dieses bis zu 36 Monaten machbar ist, lässt sich der Schutz dann ohne Gesundheitsprüfung wieder aktivieren. Hierbei aber zu beachten, der wegfallende Schutz während der Beitragsfreistellung und ggf. weitere Einschränkungen.

Die Stundung, welche nur 6 Monate vorgesehen ist, soll kurzfristige Engpässe überbrücken und führt dann zur Nachzahlung der Beiträge.

Profitieren auch Bestandskunden?

Nein. Nur wer seinen Vertrag aktiv und damit mit einer neuen Risikoprüfung umstellt, nur der bekommt die neuen Bedingungen. Im Rahmen der bestehenden Verträge (wie am Markt üblich) stellt auch die Condor die Altverträge nicht um. Das wäre auch kalkulatorisch fragwürdig, da es sich hier um Mehrleistungen handelt und diese nicht einfach ohne neue Prüfung genutzt werden können.

Dennoch stehen auch Bestandskunden die neuen Bedingungen (mit den Nachteilen: neue Gesundheitsprüfung, Eintrittsalter, Berufseinstufung) offen. In einigen Fällen kann eine solche Anpassung sogar sinnvoll sein, gerade wenn sich der Beruf positiv im Sinne der Berufsgruppen verändert hat.

Fazit und Bedingungen

Auch bisher hatte die Condor eine recht ordentliche BU, wenn auch die Annahmepolitik und die Antragsabwicklung meist etwas komplizierter sind. Durch die neuen Anpassungen und Veränderungen passt sich die Condor an den Markt an und führt mit der Teilzeitklausel und auch dem Verzicht auf Umorganisation bei Kleinbetrieben „schöne“ Regelungen ein.

Sollte man nun noch in der Lage sind, Antragsabwicklung, Risikopolitik und Betreuung der Partner zu „reorganisieren“, könnte das ein durchaus interessantes Produkt für einige Zielgruppen werden. Die Bedingungen und auch den Antrag finden Sie im Downloadbereich:

13.
Juli '17

Plan D statt B, die Dortmunder mit neuem Produkt als mögliche Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?


Die Dortmunder, die gehört? OK, nicht schlimm, aber der Name Volkswohlbund Versicherungen ist Ihnen sicher ein Begriff. Seit Jahren unterwegs in den Bereichen der Absicherung der Arbeitskraft, Vorsorge und Risikoschutz gehört die Dortmunder genau zu dem Konzern. Der Volkswohlbund möchte hier ein neues Produkt testen, den Plan D. Mit dem Plan D, also D für Dortmund soll eine Absicherung für all die Menschen kommen, welche einen Schutz gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit nicht bekommen, nicht wollen oder nur einzelne Fähigkeiten absichern möchten. Wie das genau aussieht und warum bzw. für wen eine solche Absicherung geeignet sein kann, das habe ich mir mal hier etwas genauer angeschaut.

Plan D – der Versicherer

Die Dortmunder Lebensversicherungs AG ist ein Unternehmen im Konzern des Volkswohlbundes. Auch die handelnden Personen sind hier identisch mit denen des Volkswohlbundes. Den Vorstand bilden auch bei der „Die Dortmunder“ die vier Vorstände des „Mutterkonzerns“, also Dr. Gerrit Böhm, Dietmar Bläsing als Sprecher des Vorstands, Heike Bähner und Axel-Rainer Hoffmann. Somit ist ganz klar, es ist eigentlich Volkswohlbund drin, wo Dortmunder drauf steht. Das ist eine Aussage ganz ohne Wertung. Ebenso hätte man jedoch das neue Produkt auch einfach im Mutterunternehmen lassen können, aber für geschäftspolitische Entscheidungen ist natürlich das/ sind die Unternehmen verantwortlich.

Es handelt sich bei „Die Dortmunder“ um eine Aktiengesellschaft in der Lebensversicherung, angesiedelt in Deutschland und nach deutschem Recht, man unterliegt also auch der deutschen Aufsicht. Die Verflechtungen zum Volkswohlbund sind auch in den Bedingungen deutlich zu sehen, dazu aber später mehr.

Plan D – das Produkt

Das neue Produkt soll und kann keine Absicherung zur Berufsunfähigkeit ersetzen, das ist aber auch nicht das Ziel. Es bietet stattdessen eine Absicherung von einzelnen Fähigkeiten und somit für einige die Chance, spezielle Risiken oder spezielle Fähigkeiten einzeln in kleinen, planbaren Paketen zu versichern.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, so erfolgt dann die Auszahlung der monatlich versicherten Rente.

Das sieht dann zunächst so aus:
Dabei stehen als Pakete (mit dem Namen „Die …“, gefolgt von einer Zahl) drei Optionen zur Verfügung, welche 9, 12 oder 15 Fähigkeiten absichern. Die Fähigkeiten sind zudem für spezielle Zielgruppen zusammengefasst und bieten unterschiedliche Möglichkeiten.

Die 9 – für Denker

So startet es alles mit den 9 Fähigkeiten für Denker, also Schreibtischberufe. Dort sind dann die folgenden 9 Tätigkeiten versichert.

  1. Sehen
  2. Hören
  3. Sprechen
  4. Geistige Leistungsfähigkeit
  5. Eigenverantwortliches Handeln
  6. Herzfunktion
  7. Lungenfunktion
  8. Sitzen
  9. Schreiben

Leistungen aus dem Produkt gibt es immer nur dann, wenn diese Tätigkeiten nicht mehr ausgeübt oder Fähigkeiten nicht mehr vorhanden sind. Dabei spielt die Auswirkung auf den speziellen Beruf keine Rolle, es geht um die Absicherung der Tätig-/ Fähigkeit. Eines ist jedoch wichtig zu wissen, es sind genau die Anforderungen zu erfüllen, die die Versicherungsbedingungen vorschreiben.

Beispiel Sehen:

2.1  Sehen
Das Sehvermögen der versicherten Person ist stark eingeschränkt. Das bedeutet, dass auch mit Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Brille oder Kontaktlinsen, oder nach therapeutischen Maßnahmen auf beiden Augen jeweils nur noch ein Restsehvermögen von höchstens 5 % oder eine Einschränkung des Gesichtsfeldes auf höchstens 15 Grad Abstand vom Zentrum besteht.

Nur wenn diese Kriterien zu 100% erfüllt sind, nur dann erfolgt eine Leistung aus dem Vertrag.

Die 12- für Kümmerer

Kümmerer, Menschen die anderen Helfen, dazu zählt zum Beispiel eine Krankenschwester, Altenpfleger und viele andere Berufe. Hier sind neben den Tätigkeiten aus „Die 9“ noch drei weitere Eigenschaften/ Fähigkeiten versichert. Hinzu kommen daher:

  1. Hand- und Fingerfertigkeiten
  2. Gehen und Treppensteigen
  3. Stehen

Auch hier wieder ein Beispiel wie genau die Fähigkeiten beschrieben sind und was nicht mehr erfüllt werden können muss.

Gehen und Treppensteigen
Die versicherte Person kann auch mit geeigneten Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Geh- stock oder Treppengeländer, nicht mehr selbstständig eine der beiden folgenden Aktivitäten ausführen, ohne dabei eine Pause von mindestens einer Minute machen zu müssen:

–  Eine Strecke von 400 Metern über einen ebenen Boden gehend zurücklegen oder
–  eine Treppe von 12 Stufen mit üblicher Stufenhöhe hinauf- und hinabsteigen.“

Die 15- für Anpacker

Das letzte und damit größte Paket bekommt zu den versicherten 9 und 12 Fähigkeiten nochmals drei weitere hinzu. Zielgruppe sind hier die körperlich tätigen Berufe, Handwerker, Bauleute und mehr.

  1. Knie und Bücken
  2. Gleichgewicht
  3. Gebrauch eines Arms

Gerade dieses Paket kann aber durchaus auch für andere Berufe und Gruppen interessant sein, so lassen sich hier auch die Arme versichern, dazu heisst es genau:

Gebrauch eines Arms
Die versicherte Person kann nicht mehr den linken oder rechten Arm

–  seitwärts bewegen und abgespreizt auf Schulterhöhe 10 Sekunden halten sowie
–  nach vorne bewegen, abgespreizt auf Schulterhöhe 10 Sekunden halten und in beide Richtungen drehen.“

Eines haben alle Pakete gemeinsam, es muss sich um einen dauerhafte Beeinträchtigung handeln.

„Die versicherte Fähigkeit muss voraussichtlich für mindestens 12 Monate ununterbrochen verloren sein oder sie ist bereits seit 12 Monaten verloren. Der Beginn der 12-Monatsfrist muss in der Laufzeit von Plan D liegen.

Ist eine Fähigkeit bereits seit 12 Monaten verloren, so gilt dies von Beginn an als Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Das bedeutet, dass wir in diesem Fall auch rückwirkend leisten.

Eine Besserung für maximal drei Monate gilt nicht als Unterbrechung.“

Plan D – Bausteine zur Ergänzung

Zusätzlich zu den 9, 12 oder 15 Fähigkeiten können noch drei weitere Bausteine versichert werden. Abweichend von den normalen Prämien kommt dann ein Zuschlag hinzu, einer der einen der Bausteine versichern kann, oder mehrere.

Auch hier wieder ein Beispiel aus den Bedingungen, den Baustein „Führerschein“. Dazu regeln die Bedingungen die Leistungspflicht wie folgt:

Wann sprechen wir vom Verlust der Fähigkeit zum Autofahren?

Die Fähigkeit zum Autofahren gilt als verloren, wenn die versicherte Person für voraussichtlich mindestens 12 Monate oder seit mindestens 12 Monaten aus gesundheitlichen Gründen keinen Personenkraftwagen mehr führen darf. 2.16 Satz 3 und 4 gelten entsprechend.

Dies muss ein verkehrsmedizinisches Gutachten oder ein entsprechender Facharztbericht bestätigenund die Fahrerlaubnis muss entzogen worden sein.

Ausdrücklich vom Schutz ausgeschlossen sind alle Fälle, in denen die Fahrerlaubnis der versicherten Person aufgrund von Alkohol-, Drogen-, Betäubungsmittelkonsum oder Medikamentenmissbrauch oder aufgrund von psychischen Beeinträchtigungen entzogen wurde.

Auch hier ein Vergleich zur BU. Wer dort den Führerschein entzogen bekommt weil gesundheitliche Gründe vorliegen und damit einen Beruf nicht mehr ausüben kann, der ist auch hier versichert. Interessant auch hier, in der BU reicht auch der Entzug des LKW Führerscheins ggf. auch, wenn dieser für die Ausübung des Berufes erforderlich ist.

Plan D – die Prämien

Wer als 30jähriger Kaufmann das Paket „die 9“ für Denker versichern möchte, der zahlt hierfür eine monatliche Prämie von 30,27 €, ein zehn jähre älterer Versicherter dann 37,38 € und wer es schon mit 20 Jahren zu der entsprechenden Absicherung bringt, der braucht hierfür nur 25,97 € versichern.

Zum Vergleich die Prämien für einen hochwertigen Schutz bei Berufsunfähigkeit, aber ohne besondere Bausteine wie garantierte Rentensteigerung, Klausel bei Arbeitsunfähigkeit oder dergleichen. Gerechnet sind alle Prämien für zwanzig-, dreißig- oder vierzigjährige Versicherte beim Volkswohlbund.

kaufmännischer Angestellter (ohne Studium), BU Rente 1.000€ bis 67, ohne AU Klausel, Volkswohlbund SBU

44,49 € mit 20 Jahren, mit 30 Jahren 56,60 € und mit 40 Jahren 73,79 €

mit Studium sind es dann bei (20, 30, 40 J.) 32,33 € bzw. 40,70 € und 52,65 €

Auch im Plan D, die 12 wollen wir uns einmal die Prämien zum Vergleich ansehen. Hier nehmen wir eine Krankenschwester mit den gleichen Altersstufen wie eben auch. Bei Einstieg mit 20 Jahren sind hier 33,71 €, mit 30 J. 38,74 € und mit Einstieg als 40jährige schon 47,47 € zu zahlen. Auch hier einmal die Prämien zum Vergleich in der BU.

Krankenschwester BU Rente 1.000€ bis 67, ohne AU Klausel

mit 20J. 120,92 €, mit 30 J. 157,72 € und mit 40 Jahren 212,72 €

Dabei ist auch hier zu beachten, die Psyche ist in den Paketen nicht enthalten, hierzu ist ein besonderer Baustein erforderlich.

Wer sich als Zimmermann versichern möchte, der kann dieses zu folgenden Preisen tun. Im Paket „Die 15“ sind folgende Prämien zu zahlen:

mit 20 Jahren monatlich 38,20 €, mit 30 Jahren dann 43,89 € und mit 40 Jahren Einstieg sind da 53,79 € monatlich an Prämie fällig. Auch hier alle Preise ohne die Bausteine als Ergänzung.

Zimmermann, BU Rente 1.000€ bis 62 (mehr macht der Volkswohlbund nicht), ohne AU Klausel

129,42 € mit 40 Jahren, 101,36 € wer schon mit 30 anfängt und der 20 jährige Zimmermann zahlt 79,95 €

Bei den BU Prämien gilt die Besonderheit: Es ist die Berufsunfähigkeit versichert, also die Tatsache nicht mehr in seinem Beruf arbeiten zu können, diesen zu mehr als 50% nicht mehr ausüben zu können. Dabei spielen einzelne Fähigkeiten keine Rolle. Alle Prämien sind nur die vom Volkswohlbund. Das lässt sich anderweitig durchaus sinnvoller und preiswerter absichern. Auch die Psyche ist bei der BU „automatisch“ mit drin, muss also nicht zu den Prämien addiert werden.

Wichtig: Die Prämien gelten zunächst unabhängig vom Beruf. Also zahlt auch ein 30jähriger Zimmermann die identische Prämie zur Krankenschwester, wenn dieser nur das Paket „Die 12“ absichert und auf die weiteren 3 Fähigkeiten verzichtet. Auch jeder andere Beruf kann damit alle Pakete für sich nutzen, je nachdem welche Fähigkeiten ihm wie wichtig sind.

Plan D – der Antrag und die Gesundheitsfragen

Die Gesundheitsfragen sind, im Vergleich zu Anträgen auf Berufsunfähigkeit, anders. Schauen wir hier einmal genauer auf die Fragen und die Formulierungen. Recht eindeutig sind zumindest die Fragen formuliert, auf den ersten Blick. Denn anschauen sollten Sie hier zumindest den ersten Teil der Frage, denn dort geht es erstmal darum ob untersucht oder behandelt wurde. Danach muss beurteilt werden, ob es sich „UND“ um Erkrankungen handelte, welche in die folgenden, abschließend aufgezählten Bereiche fällt.

Nicht ganz einfach, denn die Bereiche sind sehr offen, so steht auch bei dem Bewebungsapparat wiederum „zum Beispiel“ und damit keine abschließende Aufzählung.

Es folgt eine weitere Frage, diese nach speziellen Behandeln und ergänzend zur Frage 1. Hier geht es um Medikamente welche eingenommen wurden (dann mind. 30 Tage) oder eingenommen werden (da ist die Dauer egal). Interessant, das Schilddrüsenmedikament muss nicht, das Blutdruckpräparat schon angegeben werden.

Achtung: Nur das Heuschnupfenmedikament ist NICHT anzugeben, Allergiepräparate sind hiervon nicht generell ausgeschlossen.Bei der Frage drei sollte eine Beantwortung recht eindeutig möglich sein. Zum Schluss folgt noch eine Frage, die aber nicht alle Antragsteller beantworten müssen.Verzichten Sie auf den Einschluss des Bausteins „Psyche“, so braucht diese Frage aber nicht beantwortet zu werden. Auch das Einkommen ist nicht anzugeben, zumindest nicht bei kleineren Renten. Die zusätzliche Frage nach dem Nettoeinkommen folgt, aber erst bei Renten ab 1-500 €.

Sie möchten eine monatliche Rente von mehr als 1.500 Euro vereinbaren? Dann beantworten Sie bitte zusätzlich diese Fragen:

Ihr jährliches Netto-Einkommen beträgt: ______ Euro.

Was genau versichert werden kann und wo die Grenzen liegen, das findet sich in den Annahmerichtlinien, welche ich unten verlinkt habe.

Plan D – Fazit

Das Produkt ist eine „nette Idee“, am ehesten für alle, die eine Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit nicht oder nur zu sehr schlechten Konditionen bekommen. Auch für alle, die sich eine Prämie für eine vollständige Absicherung nicht leisten können, kann das durchaus eine Möglichkeit sein, welche in Betracht gezogen werden sollte.

Klar sein müssen aber folgende Punkte:

  • – es ist (soll es auch nicht) kein Ersatz für eine „richtige BU Absicherung“
  • – es ist eine Ausschnittsdeckung mit ganz klaren Eintrittsvoraussetzungen
  • – wer einen BU Schutz bekommt, sollte über den zuerst nachdenken
  • – anonyme Voranfragen klären einen Schutz auch bei schwierigen Gesundheitsfragen

Lesetip: Warum die anonyme Voranfrage so wichtig ist (und ohne Berater nicht geht)

und: Warum BU Schutz so früh als möglich beantragt werden sollte

Weitere Informationen:

15.
Mai '17

Die neue private Vollversicherung der SDK – ein modulares Tarifwerk mit vielen Möglichkeiten (Teil I)


Wer „SDK – Süddeutsche Krankenversicherung“ hört, der denkt schnell an ein „altes Unternehmen“, welches in der Privaten Krankenversicherung durchaus positiv gemeint ist. Seit über 40 Jahren bietet die SDK im Rahmen der Vollversicherung ihre Modularen Tarifwerke an. Ambulant, stationär und Zahnschutz konnten schon immer in einzelnen Bausteinen nach dem eigenen Bedarf angepasst und abgeschlossen werden.

Dennoch, nach so langer Zeit sind die Tarifwerke nicht mehr up tp date und somit auch nicht mehr wirklich marktfähig. Viele Berater und Makler hatten daher Bedenken, ob und wie diese Tarife zeitgemäß umgestellt werden können, denn ein neues Tarifwerk war zwar mehrfach angekündigt, aber bisher nicht da.

Das ist nun anders.

Die SDK hat mit dem neuen Tarifwerk in der Vollversicherung ein innovatives Tarifwerk geschaffen und bietet wieder Modulare Aufteilung der einzelnen Bereiche. Neben ambulantem und stationären Schutz (welcher zur Erfüllung der Versicherungspflicht zwingend erforderlich ist) bietet sich auch im Zahnbereich mehr Leistung und bessere Möglichkeiten um den Schutz an den persönlichen Bedarf anzupassen.

Ambulanter Schutz mit hoher bis keiner Selbstbeteiligung

Im ambulanten Bereich kann sowohl eine „Grundabsicherung“ mit einer maximalen Selbstbeteiligung von 2.400 € gewählt werden, aber auch die Tarifstufe AM10 gänzlich ohne Selbstbeteiligung. Dazwischen sind sowohl weitere absolute, als auch prozentuale Selbstbeteiligungen (mit einem entsprechenden Maximalbetrag) möglich.

Stationär von Regel- bis Luxusleistung

Stationär hängt auch hier der gewünschte Schutz vom eigenen Bedarf ab. So sind sowohl Regelleistungen und die Unterbringung im Mehrbettzimmer als Basisleistung möglich, aber auch Einbettzimmer und chefärztliche Versorgung.

Dazwischen fällt jedoch eine andere Stufe auf, welche den Namen S1DD trägt, DD für Dread Disease, also eine Absicherung bei schweren Krankheiten) und genau so funktioniert der Schutz auch. Die Grundleistung wird bei bestimmten Erkrankungen auf eine chefärztliche Versorgung und das Einbettzimmer ausgedehnt. So besteht gerade bei schwerwiegenden Erkrankungen ein maximaler Schutz und eine bessere Absicherung, bei „Bagatellerkrankungen“ hingegen nicht. Damit reduziert sich der Beitrag, schafft aber dennoch eine erhöhte Sicherheit.

Zahnschutz mit oder ohne Selbstbeteiligung und 90% Zahnersatz

Im Bereich der Zahnvorsorge starten die Tarifmodelle bei einer Absicherung von 60% bei Zahnersatz und einer Selbstbeteiligung von 480 Euro, hier handelt es sich jedoch eher um einen absoluten Grundschutz und einen Tarif bzw. eine Tarifkombination, welche eher zum Einstieg gedacht ist. In Summe ergeben sich, gemeinsam mit der ambulanten Selbstbeteiligung hier beachtliche Eigenanteile, welche vorab kalkuliert und mindestes in doppelter Höhe vorhanden sein sollten.

In der bestmöglichen Versorgung sind hier 100% bei Zahnbehandlung aber auch weitere 90% bei Zahnersatz und zudem Leistungen über den Höchstsätzen der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) möglich. Das dieses sinnvoll sein kann, zeigt meine eigene Erfahrung mit Implantaten, welche Sie hier im Beitrag „Implantate, Narkose und was die PKV zahlt“ nachlesen können.

Mit dem Beitragsrechner auf der SDK Internetseite finden Sie eine Möglichkeit, einen ersten Überblick über die Prämienunterschiede zu bekommen, wobei dieses natürlich keine individuelle Beratung ersetzen kann und soll.

Meine weitere fachliche Auswertung und Analyse zu dem Tarif werde ich in den nächsten Wochen ebenfalls hier veröffentlichen, dort geht es dann insbesondere um die Tarif- und Versicherungsbedingungen, die Ausgestaltung von Wechseloptionen und Wahlmöglichkeiten und die genauen Formulierungen und Ausschlüsse. Eine erste Übersicht über die Tarife und weiteres Infomaterial steht ebenfalls (hier jedoch speziell für die Makler) auf der Internetseite zur Verfügung.