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27.
Juni '18

Die Herren vom Main laufen immer noch in die falsche Richtung – es ist eine Schande für die Branche, leider!


[Lesezeit ca. 12 Minuten]

Es gibt so Tage, da kann ich gar nicht soviel essen, wie ich k…. könnte. Nein, es hat niemand meinen Account gekapert, auch schreibt niemand unter meinem Namen. Ich habe heute einfach gestrichen die Nase voll und kann mich nur schwer zurückhalten. Daher werde ich diesen Beitrag wohl auch morgen nochmals gegenlesen, dann sicher einige Passagen sprachlich entschärfen und dann online stellen. Warum? Weil mir heute wieder einmal vor Augen geführt wurde, wie verlogen und hinterlistig einige „Kollegen“ sind. Ich traue mich gar nicht diese als Kollegen zu bezeichnen, denn solche sind es nicht. Es gibt eine Reihe von guten Maklern, gute Versicherungsvertreter und Vermögensberater und es geht mir heute keinesfalls um ein Bashing, weder gegen einzelner Berufsstände, geschweige denn einzelner Berater. Aber eine Firma, welche ebenfalls in der Branche tätig ist ihr Unwesen treibt, schafft es immer und immer wieder den Vogel erneut abzuschießen.

Die Vorgeschichte

Erster Akt

Es gab schon vor ca. 18 Monaten einen Beitrag, einen der hinterlistige Berater beschrieb, solche die man niemals auf Kunden loslassen sollte. Hier können Sie die Geschichte vollständig nachlesen und sich selbst ein Bild machen. Nicht nur dieser Fall beschäftigt Juristen.

Zweiter Akt

Dann, knapp ein Jahr nach dem Erscheinen der Geschichte hat wohl der Geschäftsführer des Unternehmens einmal selbst nach seinem Unternehmen gegoogelt oder er wurde darauf angesprochen und schrieb mir daraufhin eine E-Mail. Tenor der Mail:

  • – ich verbreite falsche Tatsachen über sein Unternehmen
  • – es war alles ganz anders und der Kunde hat mich belogen
  • – es verletzt das Persönlichkeitsrecht seines Unternehmens und ich müsse ihm Schadenersatz zahlen

Nachdem ich dann freundlich mit einigen Fakten geantwortet hatte, schrieb er mir, der Fall gehe nun an den Anwalt. Dann teilte er mir aber vorher noch mit: „Wir arbeiten mit vielen Untervermittlern zusammen und haben ca. 1.000 Neukunden pro Jahr. Da kann ich nicht garantieren, dass alle Kunden zufrieden sind, ich kann nur garantieren, dass ich jedem Fall persönlich nachgehe.“

Soweit, so richtig. Klar kann ein Geschäftsführer nicht jeden einzelnen Schritt seiner Mitarbeiter überwachen und keinesfalls sitzt er bei einer Beratung dabei. Dennoch, ein Unternehmen muss eben sicherstellen und solange optimieren, bis sich solche Fälle lösen und nicht zur Normalität verkommen. Daran bestand aber wohl wenig Interesse, denn es ist ja einfacher einem, der etwas negatives schreibt, zu drohen und „Anwälte auf den Hals zu schicken“. Dann braucht man die eigenen Prozesse ja nicht überdenken und bearbeiten.

Was mich hier nur wundert? All diese angeblich falschen Behauptungen sind belegt. Teilweise mit eidesstattlichen Aussagen, teilweise mit Schriftstücken, nachweisbar und nachvollziehbar.

Dritter Akt

Weitere Kunden melden sich. Sie haben im Blog gelesen und ebenfalls Probleme mit dem Unternehmen. Auch hier seien Gesundheitsfragen verharmlost worden „Thrombose? Brauchen Sie nicht angeben, war ja nur im Unterschenkel.“ und führen nun zu großen Problemen. Der Versicherer wittert Betrug, beginnt mit einer Prüfung der Anzeigepflicht und der Kunde ist sich nunmehr sicher: „das war so alles nicht richtig, aber wir haben dem Berater geglaubt.“. Diesmal war es nicht einfach nur „irgendein Untervermittler“, mehr kann ich aber aufgrund eines möglicherweise anstehenden Prozesses des Kunden noch nicht dazu schreiben.

Doch das sollte nicht der einzige „Folgefall“ bleiben, dazu aber nachher mehr.

Vierter Akt

Der Anwalt wurde dann beauftragt und schrieb mir einen Brief. Das war dann wohl irgendwann im März. Ohne dass ich auch nur einmal irgendwo den Namen des Kunden erwähnt hatte, stand im Anwaltsschreiben nun ein Kundenname. Interessant, wo man doch gar nichts gemacht haben will und der Kunde hier natürlich auch schuld sein soll. Wie viele solcher Fälle man wohl dazu hat? Ich zumindest habe weder gesagt noch bestritten, dass es sich um den nun zitierten Fall handelt.

Dennoch hat man eine Geschichte aufgeschrieben und ist weiter der Meinung, alles falsch, alles gelogen, der Berater hat alles richtig gemacht und der Kunde erzählt hier die Unwahrheit. Das kann und darf ich natürlich nicht schreiben. Komisch, denn auch Kollegen kennen solche Fälle und prozessieren teilweise schon

Zum Glück leben wir in einem Land, wo die Pressefreiheit groß geschrieben wird, wo durchaus auch unangenehme Wahrheiten geschrieben werden dürfen. Daher habe ich versucht, in knapp vier DIN A4 Seiten die Sache etwas genauer zu erklären. Vielleicht hat ja der Mandant bei der Beauftragung seines Anwaltes auch nicht an alle Tatsachen gedacht oder der Berater hat ihm einfach auch nicht alle Tatsachen erzählt? Kann ja sein, wer weiß das schon.

Seitdem passierte nichts. Entweder wurden weitere Auskünfte nachgeliefert und das Bild hat sich nun doch verändert, oder aber die Gerichte haben einfach viel zu tun und warten mit der Zustellung der Klageschrift an mich noch ab, wer weiß. Vielleicht werden wir es noch erleben, vielleicht kommt auch zu dem alten Fall nichts mehr. Macht auch nichts, wir haben nun einen neuen, mal wieder.

Ein neuer Fall

Eines möchte ich vorab loswerden. Hier ist das Kind noch nicht ganz in den Brunnen gefallen und daher ist es durchaus noch zu retten. Was nicht bedeutet, dass damit der Fall abgetan oder erledigt ist. Lediglich finanziell oder auch vom Vertragszustand ist es noch nicht unlösbar. Nachdem ich also heute einen „Gespräch“ über den Live Chat hatte und anschließend ein langes Telefonat führte, hier einmal etwas mehr Details zur der Geschickte.

Da arbeitet jemand in einem kleinen Unternehmen. Nicht viele Mitarbeiter. Ein ausländischer Geschäftsführer, ein Prokurist und eben einige Mitarbeiter sind dort beschäftigt, einer von ihnen sollte seit kurzem in der Situation sein, sich selbst für die gesetzliche oder private Krankenversicherung zu entscheiden, kurzum, er verdient seit einigen Monaten genug und ist nun freiwillig versichert. (weitere Details zu der freiwilligen Versicherung hier)

Während er nun eher zufällig ans Telefon in der Firmenzentrale geht, meldet sich ein Anrufer und fragt nach dem Geschäftsführer. Eher geheimnisvoll, denn genau sagen worum es geht wolle er nicht. Nachdem an einem der folgenden Tage der Anruf erneut kommt, rückt man damit raus. Man suche den Geschäftsführer oder Prokuristen, etwas Wichtiges wolle man besprechen. Nach weiteren Nachfragen endlich einige Details. Kurzum, der Angerufene erwähnt nun, wenn sich hier einer privat versichern könne, dann er. Schon „hörte man das Blitzen in den Augen“ und es ging los. Ob er sich das dann nicht einmal anhören wolle. Unverbindlich und natürlich kostenlos.

So kommt es zu einem Beratungsgespräch und der Berater stellt dem Interessenten das Thema PKV und den Wechsel dorthin vor. Die Herren kamen gleich zu zweit, einer allein kann auch schlecht so dämlich sein. Die Beratung dauerte, inklusive des Antrages, aller weiteren Unterlagen und allem „Drum und Dran“ knapp 1-1,5 Std., erinnert sich der Interessent heute. [wie lange eine Beratung normalerweise dauert, das habe ich hier einmal erklärt]

Nachdem einige Fragen besprochen sind, muss natürlich erst einmal geklärt werden, ob er sich denn versichern wolle. Auch aber, ob er überhaupt versicherbar ist und die Gesellschaft ihn nehmen würde. Daher muss man einmal eine Anfrage machen, ganz unverbindlich und kostenlos.

Kopien von Vorschlägen, Unterlagen oder gar Bedingungen gibt es keine, wollte man per Mail senden, hat man aber nicht.

Unterschreiben muss der Kunde diese ja auch noch, nebst Vollmacht und vorsorglicher Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse. Letztgenanntes ist übrigens gar nicht verkehrt, wenn der erste Wille besteht zu wechseln, da die „Kündigung der GKV völlig risikolos möglich ist“ [hier weitere Hintergrundinformationen zur GKV Kündigung nachlesen]. Also werden diverse Unterlagen ausgefüllt und unterschrieben. Kopien hat der Kunden sonderbarerweise nicht bekommen. Warum auch. Auch hat dieser dieses nicht weiter hinterfragt, wollte er doch nie einen richtigen Antrag stellen, sondern nur einmal unverbindlich prüfen lassen, ob er möglicherweise überhaupt versicherbar ist. Warum aber hier eine anonyme Anfrage sinnvoller wäre? [hier weitere Details nachlesen]

So ging man dann auch auseinander und verabredete sich für weiteren Kontakt, wenn man neue Erkenntnisse habe. Der Interessent war soweit zufrieden, hat ja nun alle Zeit der Welt. Auch waren Tarife noch nicht entschieden, weder Details zum Vertrag noch zur Gesellschaft. Daher machte sich der möglicherweise bald privat versicherte Kunde auch keine Gedanken, wollte sich auch noch anderweitig informieren und beraten lassen.

Doch die Verwunderung geht dann einige Zeit später los. Der Berater sendet ihm per Mail irgendwann ohne weitere Informationen eine Kopie einer Police. Dabei ist noch nicht klar, warum der Vermittler diese bekommen hat, der Versicherer hat dem Kunden die Police nicht zugeschickt, bis heute nicht. Spätestens dann wäre dem Kunden ja aufgefallen, dass hier etwas nicht zu stimmen scheint. Also informiert der Interessent seinen Berater über den Fehler und lässt ihn wissen: „So war das nicht abgesprochen, ich sollte nur eine Anfrage machen, nichts abschließen.“ Aber der Vermittler beruhigt. „Alles gut, machen Sie sich keine Sorgen, wir mussten ja erst einmal testen ob Sie versicherbar sind.“

Die GKV bestätigt eine Kündigung

Doch dann, dann wird es kurios. Obwohl der Vermittler wusste was die korrekte Willenserklärung des Kunden war, nämlich unverbindlich anzufragen und auch der Kunde ihm nochmals deutlich per Telefon genau das mitteilte, ist die so genannte Folgeversicherungsbescheinigung wohl zur GKV geschickt worden. Das kann unmöglich der grüne Versicherer aus dem Norden der Republik getan haben, denn Versicherer versenden an die gesetzlichen Krankenkassen keinerlei Folgeversicherungsbescheinigungen. Dafür ist der Kunde verantwortlich und muss sich hier darum kümmern.

Dennoch hat die Krankenkasse nun aktuell die Beendigung der Mitgliedschaft final bestätigt. Zum Glück, denn erst durch dieses Schreiben ist der Kunde auf den Schwindel aufmerksam geworden, hat Google bemüht und landete am Ende hier um mir von dem Fall zu erzählen.

Fragen über Fragen

Warum hat aber der Berater hier erneut gegen den Willen des Kunden gehandelt?

Warum werden hier, auch wenn der Kunde keinen Vertrag wollte und keinen Antrag stellen wollte, Unterlagen falsch weitergebenen? Warum wird aus einer „unverbindlichen Anfrage“ ein rechtsverbindlicher Antrag den der Versicherer mit einer Police beantwortet?

Nun, das ist nur mit Zufällen bei einem Vermittler zu erklären. Nur der hatte die Daten des Kunden, nur der kann die Annahmeerklärung/ Bescheinigung der Folgeversicherung bekommen und an die gesetzliche Kasse weitergeleitet haben. Sicher ist das hausintern und ausversehen passiert, anders kann ich mir das nicht erklären.

Auch stellt sich nicht erst seit dem 25. Mai 2018 die Frage, wie hier mit Daten und Informationen des Kunden umgegangen wird.

Mit welcher Berechtigung und aufgrund welcher gesetzlichen Grundlage verschickt der Berater hier Daten und Unterlagen an die gesetzliche Kasse?

Wo ist die Kopie des Antrages geblieben und was hat der Interessent vielleicht noch alles unterschrieben, ohne es genau gelesen oder geschweige denn eine Kopie bekommen zu haben?

Jetzt muss eine Lösung her. Irgendwie muss der Kunde ja zu seinem Recht kommen und es muss doch möglich sein, dass sich Berater an das halten was Ihnen gesagt wird.

Die Lösung

Zunächst einmal steht es mir als Blogger und auch uns als Makler nicht zu, rechtlichen Rat zu geben. Dennoch werde ich versuchen, hier einige Erläuterungen zu liefern und die gesetzlichen Grundlagen darzustellen, auch ohne konkret im Einzelfall zu beraten.

Vertragserklärung und Widerrufsrecht

Der Gesetzgeber hat, zuletzt mit der Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes vor einigen Jahren, klare Grundlagen geschaffen. Demnach muss der Versicherer den Antragsteller auf seine Rechte hinweisen, ihm alle vertragsrelevanten Unterlagen zusenden und dann über sein Widerrufsrecht informieren. Um also bei unserem Beispiel zu bleiben, der Kunde muss von der Hanse den Versicherungsschein bekommen, (mehr …)

20.
Juni '18

Wenn der Arzt durchs Display schaut – Videosprechstunde nun auch für Kunden der HALLESCHE Krankenversicherung


Es ist keine wahnsinnig neue Idee, denn andere Unternehmen arbeiten mit Partnern wie der Teleclinic bereits zusammen, wie Sie in einem älteren Beitrag hier auf dem Blog nachlesen konnten. (Barmenia Medien App- der Arzt per Videoberatung)

Doch vor uns liegt ein weiter Weg. Im Vergleich zu anderen Ländern in Europa oder der Welt ist das erst der Anfang. Die Hallesche hat sich für deren Kunden für einen anderen Partner entschieden, MD Medicus. Das Unternehmen bietet seit langem Beratungen, Assistenz- und Gesundheitsdienstleistungen an und steht nur auch Kunden der HALLESCHE als Partner zur Seite.

Wer kann die Videosprechstunde nutzen?

Aktuell steht allen Kunden der Hallesche Krankenversicherung dieser Service zur Verfügung. Im Vergleich zur Teleclinic der Mitbewerber jedoch noch etwas eingeschränkter. Voraussetzung ist daher eine bestehende Krankenvollversicherung bei der Hallesche und eine Anmeldung über eine spezielle Website.

Was geht, was nicht?

Derzeit wird den Kunden noch keine echte Sprechstunde geboten, sondern eher eine „Gesundheitsberatung“. Dazu stehen Ärzte verschiedener Fachrichtungen und spezialisiertes Personal zur Verfügung. Dennoch, es ersetzt keinen Arztbesuch. Auch das Ausstellen von Rezepten und/ oder Krankschreibungen ist derzeit noch nicht möglich. Die Videosprechstunde über MD Medicus ist ein erster Schritt, derzeit aber noch nicht viel mehr.

Zugegeben, das können andere Mitbewerber derzeit schon besser. Auch der Weg ist noch etwas umständlicher. Da es keine Smartphone App gibt, ist der einzige Weg die Anmeldung einer gewünschten Beratung über eine spezielle Webseite.

Größte Einschränkung, der Dienst steht nur eingeschränkt zur Verfügung. Die Termine und Beratungen können nur Montag bis Freitag von 8-20 Uhr stattfinden. Ein echtes No-Go, wenn man bedenkt diese Dienste gerade im Ausland oder zu den Zeiten geschlossener Arztpraxen nutzen zu wollen.

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Neben den vertraglichen Voraussetzungen (bestehender Vertrag zur PKV bei der Hallesche) sind einige technische Voraussetzungen zu erfüllen. So benötigen Sie

  • – einen PC, Laptop oder ein Smartphone bzw. Tablett
  • – das Gerät muss mit einer Kamera ausgestattet sein
  • – eine bestehende Internetverbindung ist natürlich Voraussetzung

Der Ablauf der Videosprechstunde

Zunächst einmal suchen Sie sich Ihre Versicherungsnummer, diese finden Sie auf der Versichertenkarte, Ihrer Police oder weiteren Dokumenten zu Ihrer Krankenversicherung. Danach besuchen Sie die Seite

http://www.hallesche.de/videosprechstunde

Dort ist es erforderlich, einige Daten zu erfassen. Name, Geb. Datum und dergleichen sind für den Arzt nicht ganz unwichtig und identifizieren Sie als berechtigten Kunden.

Danach können Sie die Fragestellung eingeben, Ihr Problem und weitere Informationen eintragen um dem Arzt einen ersten Hinweis zu geben oder die Fachrichtung festzulegen. Nun noch Telefonnummer und E-Mailadresse und ein Zeitfenster.

Nach dem absenden der Informationen werden Sie dann in dem gewünschten Zeitrahmen von einem Facharzt per VideoChat/ Anruf kontaktiert und können Ihre Fragen und Probleme besprechen.

Fazit zur Hallesche Videosprechstunde

Es ist ein Anfang, eine Idee und sicher nur der erste Schritt. „Toll“ ist es noch nicht, aber der Dienst ist in einer Testphase und steht allen Versicherten kostenfrei und ohne Anrechnung auf Selbstbeteiligungen oder Beitragsrückerstattung zur Verfügung.

Von einer echten Arztsprechstunde sind wir sicher noch weit entfernt. Größtes Manko ist meiner Meinung nach die zeitliche Beschränkung. Wer Fragen per Videosprechstunde mit einem Arzt besprechen will, der macht das oft abends, im Ausland oder wenn er gerade Hilfe braucht. Das passt schlecht in 2-Stunden Zeitfenster von Montag bis Freitag.

Hoffen wir, dass die Entwicklung hier schnell weitergeht. Im Vergleich der Mitbewerber (Barmenia, Arag, Ottonowa) ist das hier sicher NOCH kein so großer Wurf, aber… es wird.

13.
Juni '18

Rückkehr zur paritätischen Versorgung in der GKV – mehr Arbeitgeberzuschuss für PKV Versicherte


Bereits im Januar hatte ich dazu geschrieben. Die Bundesregierung plant(e) die Rückkehr zur paritätischen Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und damit die gleichmäßige Verteilung der Beiträge. HIER NACHLESEN wie es bisher ist.

Rückkehr zur paritätischen Versorgung in der GKV – das neue Gesetz

Das GKV-Versichertenentlastungsgesetz – GKV-VEG schafft die Grundlage für die Änderungen und wurde am 06. 06. 2018 vom Kabinett verabschiedet. Darin werden unter anderem die Änderungen für die Parität, neue Bemessungsgrundlagen für Selbstständige und auch eine geänderte Versorgung für Soldaten besprochen. In diesem Beitrag geht es zunächst nur um die Änderungen, welche für Versicherte in der Privaten Krankenversicherung relevant sind und sich damit direkt auf die zukünftigen Eigenanteile auswirken,

Bisher setzt sich der Beitrag in der GKV aus drei Komponenten zusammen. So verlangt die gesetzliche Kasse zunächst einen einkommensabhängigen „Grund-„beitrag, welcher derzeit in 2018 bei 14,6% (inkl. Krankentagegeld) liegt.

Abhängig von der gewählten Krankenkassen kommt hierzu ein kassenindividueller Zusatzbeitrag. Im Jahr 2018 liegt dieser bei 0% bei der (nicht bundesweit geöffneten) Metzinger BKK und bis zu 1,7% bei Krankenkassen wie zum Beispiel der Securvita oder der Viactib BKK. Dieser Zusatzbeitrag ist bisher allein vom Versicherten zu zahlen und wird bei dem Arbeitgeberzuschuss nicht berücksichtig.

Diesen Beitrag teilen sich bisher der Arbeitgeber und Arbeitnehmer nur für die Kranken- und Pflegeversicherung, nicht aber für den Zusatzbeitrag. In der Kranken- und Pflegeversicherung zahlt der versicherte Arbeitnehmer also den größeren Anteil. (Pflege nur, wenn kinderlos).

Das wird sich ab dem Jahr 2019 dann ändern.

Mit der Rückkehr zur paritätischen Versorgung ergibt sich dann eine neue Grundlage. Der Arbeitnehmer kann natürlich auch weiterhin seine gesetzliche Krankenkasse frei wählen. Neu ist aber die Aufteilung des Beitrages und damit die Rückkehr zur bekannten „Halbe, Halbe“ Lösung. Neu sieht dann die Beitragsaufteilung wie folgt aus:

Das Neue daran ist hier, der Beitrag für die Krankenversicherung wird auch hälftig gezahlt, INKL. des Zusatzbeitrages. Damit kommen wir wieder in die Situation, dass der Arbeitgeber ein Interesse an der Auswahl der GKV hat. Dieses hatten wir vor einigen Jahren schon einmal, da gab es schwarze Schafe Arbeitgeber welche den MitarbeiterInnen sehr deutlich gesagt haben, geht zur Krankenkasse XYZ. Davon sollten Sie sich aber nicht beeinflussen lassen.

Vergleichen Sie (hier interaktiv) Ihren Kassenbeitrag und die Leistungen und entscheiden sich dann für die passende, gesetzliche Krankenasse. Klar spart Ihr Arbeitgeber auch Geld, falls die Kasse keinen oder einen geringeren Zusatzbeitrag berechnet. Dennoch entscheiden Sie ganz allein welche Krankenkasse richtig und passend für Sie ist.

Rückkehr zur paritätischen Versorgung – Arbeitgeberzuschuss steigt

In 2018 liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag derzeit bei 1%. Rechnen wir also einmal mit diesem Wert (der sich in 2019 natürlich genauso ändern wird, wie die Jahresarbeitentgeltgrenze, deren Werte Sie hier finden), so ergeben sich folgende Unterschiede.

Für das Jahr 2018 ergibt sich somit folgende bisher Berechnung:

14,6% GKV Beitrragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

+ ggf. einkommensabhängiger Zusatzbeitrag in der GKV (Infos hier)

7,3% x 4.425€ = 323,03 €= AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2018

bei sonst unveränderten Daten, jedoch einer paritätischen Versorgung ergäbe sich folgender Zuschuss:

Für das Jahr 2019 ergäbe SICH FIKTIV sich somit folgende Berechnung:

15,6% GKV Beitragssatz (14,6+1% Zusatzbeitrag), davon trägt der Arbeitgeber 7,8%

7,8% x 4.425€ = 345,15 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2018 (+ 22,12 € gegenüber 2018)

Erhöht sich zudem noch die Beitragsbemessungsgrenze (wie in den letztren Jahren um 1.350 EUR/ Jahr, also 112,50 € pro Monat, so sähe es folgendermaßen aus.

Für das Jahr 2019 ergäbe SICH FIKTIV sich somit folgende Berechnung:

15,6% GKV Beitragssatz (14,6+1% Zusatzbeitrag), davon trägt der Arbeitgeber 7,8%

7,8% x 4.537,50€ = 353,93 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2018 (+30,90 € gegenüber 2018)

30,90 € mehr monatlicher PKV Zuschuss

… sind maximal möglich, wenn die oben genannten Voraussetzungen eintragen. Dazu müsste

  • – die JAEG wie bisher um 1.350 € p.a. steigen und

  • – der durchschnittliche Zusatzbeitrag der GKV gleich bleiben

Im September werden wir genau wissen, wie die Zahlen für das Jahr 2019 aussehen. Klar ist aber, privat krankenversicherte Kunden bekommen in 2019 einen höheren Arbeitgeberzuschuss, wobei natürlich auch hier die maximale Grenze von 50% des eigenen Beitrages nicht überschritten werden darf.

Den kompletten Gesetzestext (des Entwurfes, welcher aber keiner weiteren Zustimmung des Bundesrates bedarf und das Kabinett bereits passiert hat) finden Sie hier:

GKV-Versichertenentlastungsgesetz – GKV-VEG

12.
April '18

Was passiert bei Arbeitslosigkeit mit meiner privaten Krankenversicherung?


Eine Frage die recht häufig im LiveChat (den Sie auch kostenfrei auf der linken Seite auf dieser Website nutzen können) vorkommt, ist die nach dem Verbleib in der privaten Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit. Dabei ist der Ablauf eigentlich ganz einfach und daher werde ich hier in einem kurzen Beitrag die wichtigsten Fragen zusammenfassen.

Ich werde arbeitslos, was passiert mit meinem PKV Vertrag?

Grundsätzlich gibt es, je nach Dauer der Vorversicherung, mehrere Optionen. Zunächst einmal löst eine Arbeitslosigkeit allein noch keine Änderung des Versicherungsstatus aus. Wohl aber der Bezug des Arbeitslosengeldes I.

Die Regelung findet sich in dem Sozialgesetzbuch. genau lautet diese wie folgt:

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477)
§ 5 Versicherungspflicht
(1) Versicherungspflichtig sind

1. Arbeiter, Angestellte und zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind,
2. Personen in der Zeit, für die sie Arbeitslosengeld nach dem Dritten Buch beziehen oder nur deshalb nicht beziehen, weil der Anspruch wegen einer Sperrzeit (§ 159 des Dritten Buches) oder wegen einer Urlaubsabgeltung (§ 157 Absatz 2 des Dritten Buches) ruht; dies gilt auch, wenn die Entscheidung, die zum Bezug der Leistung geführt hat, rückwirkend aufgehoben oder die Leistung zurückgefordert oder zurückgezahlt worden ist,

Das bedeutet dann also auch, Sie werden versicherungspflichtig in einer gesetzlichen Krankenkasse.

Es sei denn…

(3a) Personen, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden, sind versicherungsfrei, wenn sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren. Weitere Voraussetzung ist, dass diese Personen mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder nach § 5 Abs. 5 nicht versicherungspflichtig waren. Der Voraussetzung nach Satz 2 stehen die Ehe oder die Lebenspartnerschaft mit einer in Satz 2 genannten Person gleich. Satz 1 gilt nicht für Personen, die nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 versicherungspflichtig sind.

Kann ich auch in der PKV bleiben?

Die Antwort lautet hier „vielleicht“. Vielleicht deshalb, weil zuvor eine andere Frage zu klären ist. Voraussetzung für einen Verbleib in der privaten Krankenversicherung ist demnach eine Befreiung von der Versicherungspflicht. Diese ist- Sie ahnen es schon- ebenfalls im Sozialgesetzbuch geregelt.

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477)
§ 8 Befreiung von der Versicherungspflicht
(1) Auf Antrag wird von der Versicherungspflicht befreit, wer versicherungspflichtig wird

(…)
1a. durch den Bezug von Arbeitslosengeld oder Unterhaltsgeld (§ 5 Abs. 1 Nr. 2) und in den letzten fünf Jahren vor dem Leistungsbezug nicht gesetzlich krankenversichert war, wenn er bei einem Krankenversicherungsunternehmen versichert ist und Vertragsleistungen erhält, die der Art und dem Umfang nach den Leistungen dieses Buches entsprechen,

(…)

(2) Der Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse zu stellen. Die Befreiung wirkt vom Beginn der Versicherungspflicht an, wenn seit diesem Zeitpunkt noch keine Leistungen in Anspruch genommen wurden, sonst vom Beginn des Kalendermonats an, der auf die Antragstellung folgt. Die Befreiung kann nicht widerrufen werden. Die Befreiung wird nur wirksam, wenn das Mitglied das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachweist.

Wenn Sie also versicherungspflichtig werden und das nicht möchten, kann ein Verbleib in der PKV möglich sein. Dazu müssen aber fünf Jahre Versicherungszeit in der Privaten Krankenversicherung erfüllt sein. Weiterhin müssen Sie folgendes tun:

  • 1.) Sie müssen sich bei einer Krankenkasse (egal welche, wenn die letzte vor der PKV bekannt, dann diese) befreien lassen

  • 2.) Sie müssen dort den Nachweis erbringen, anderweitig versichert zu sein. Eine solche Bescheinigung erhalten Sie bei Ihrer bisherigen PKV

Wie finde ich die passende Gesetzliche Krankenkasse?

Entscheiden Sie sich aber gegen die Befreiung oder haben gar keine Option der Befreiung, dann benötigen Sie kurzfristig einen entsprechenden Versicherungsschutz in der GKV. Dazu können Sie sich frei zwischen allen geöffneten Krankenkassen entscheiden. Eine Entscheidungshilfe bietet Ihnen der Vergleichsrechner zu den Gesetzlichen Kassen. Dieser kann sowohl rein nach Beitragssatz und Zusatzbeitrag, aber auch nach gewünschten Leistungen filtern.Dazu klicken Sie einfach auf das folgende Bild und kommen dann zum Krankenkassenvergleich.

Bei dieser gesetzlichen Krankenkasse müssen Sie dann:

Muss mich jede gesetzliche Krankenkasse aufnehmen?

Ja, wenn Sie versicherungspflichtig sind, besteht für jede geöffnete Kasse Aufnahmezwang. Lediglich bestimmte Kassen für einige wenige Personengruppen oder Kassen die in Ihrem Bundesland nicht geöffnet sind können Sie nicht wählen.

Wie kündige ich meine private Krankenversicherung?

Die private Krankenversicherung ist normalerweise mit einer Frist von drei Monaten zum Versicherungs-/Kalenderjahresende kündbar. Nicht jedoch hier, wenn Versicherungspflicht eintritt. Die Regelungen zur Beendigung der PKV finden sich dazu in dem Paragraphen 205 des Versicherungsvertragsgesetzes. (mehr …)

22.
Februar '18

„Hr. Doktor, ich habe manchmal Kopfschmerzen.“ – „Hey, kein Thema, machen wir eine Gehirn OP“ – leider ist das Alltag in „meiner Branche“


Es ist vielleicht etwas überspitzt und ich bin mir sicher, ich trete damit einigen meiner „Kollegen“ auf die Füße und vielleicht war das auch gleich mein letzter Tag in der internen Facebookgruppe. Aber 1.) will ich niemanden bloßstellen (daher gibt es auch keine Namen oder Profilbilder der Kollegen) und 2.) finde ich es immer noch erschreckend wie zu lebenslangen und bedeutenden Produkten beraten wird. Oder besser, gewürfelt, denn mit Beratung hat das leider nichts, aber auch absolut gar nichts zu tun.

Doch der Reihe nach. Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgen mit Kopfschmerzen auf. Nix schlimmes, nur ein bisschen „Aua“. Das haben Sie aber nun zwei, drei Tage. Jetzt wird es dann doch mal Zeit für einen Spezialisten, einen Berater der Ihnen hier helfen kann. Sie machen sich also auf den Weg zu Ihrem Arzt. Nachdem er Sie begrüßt und ins Sprechzimmer gebeten hat, erzählen Sie von Ihren Kopfschmerzen. Ohne weitere Tipps und ohne eine Untersuchung kommt der Rat:

Lieber Herr XYZ, die Lösung gegen Ihre Kopfschmerzen ist eine Gehirn-OP. Ich mache Ihnen da gleich mal einen Termin, morgen um 8 können Sie in den OP.

Was würden Sie wohl tun? Nächsten Morgen zu Ihrer Gehirn-OP aufbrechen, oder dem Arzt „einen Vogel zeigen“ und sich einen neuen suchen?

Jetzt denken wir uns einmal in ein anderes Thema. Sie haben nicht Kopfschmerzen, aber Bauchschmerzen. Die kommen daher, dass Sie sich seit Tagen oder Wochen mit dem Thema Private oder Gesetzliche Krankenkasse beschäftigen. Sie könnten beides, wissen aber nicht so recht wie und wohin. Aber das macht ja nix, denn schließlich gibt es Versicherungsmakler und Berater, dazu noch die Vertreter der einzelnen Gesellschaften. Einen solchen kennen Sie ja schon, er betreut Sie auch in anderen Fragen wie Hausrat, Haftpflicht, Autoversicherung und hilft/ half Ihnen schon bei Geldanlage und anderen Fragen, die „irgendwas mit Versicherungen zu tun hatten.“

Gesagt, getan – den rufe ich an

Das machen Sie dann auch. Anrufen und fragen, ob Sie nicht einmal einen Beratungstermin bekommen können, einen in dem das Thema PKV besprochen werden kann. Klar wird Ihnen der Termin angeboten, Sie freuen sich und machen sich dann in den kommenden Tagen wie vereinbart auf den Weg. Bekommen dort dann Ihren Tarif erklärt/ empfohlen und entscheiden sich dann für einen Abschluss.

Sie fühlen sich gut aufgehoben, denn es gab einen Tarif, einen der Ihnen all die Arbeit abgenommen hat sich Gedanken zu machen, Recherche zu betreiben, Versicherungsbedingungen zu lesen. Ach ja, den Antrag hat man Ihnen auch noch ausgefüllt. Was ein Service, so super und Sie sind einfach rund herum zufrieden… bis… naja…

Was im Hintergrund passierte

Gleich nach dem Anruf und dem Termin, in welchem schon ein paar Daten von Ihnen abgefragt wurden, machte sich Ihre Berater an die Recherche. Bekannt waren einige Daten, alles andere was er wissen musste hat er erfragt. Grundlage der Empfehlung waren also folgende Eckdaten:

  • – Sie sind 29 Jahre alt
  • – Sie möchten keine Kinder
  • – Sie sind gesund
  • – 63.000 € überweist Ihnen Ihr Arbeitgeber jedes Jahr
  • – Ihre PKV darf durchaus etwas kosten. Bis zum GKV Höchstbeitrag is kein Problem, sagten Sie
  • – eher Schulmedizin ist wichtig

Zuerst einmal hat der Kollege festgestellt, er ist nicht mehr „ganz so intensiv in KV unterwegs“. Gut, das ist schon einmal eine gute Einsicht, denn bei einem Produkt welches über die gesundheitliche/ finanzielle Zukunft des Kunden und der nächsten dreißig, vierzig oder wohl fünfzig Jahre entscheidet. Warum dann- statt den Kunden an einen Kollegen zu schicken der es kann und versteht- doch selbst versucht wird zu beraten, darüber werde ich hier sicher nicht spekulieren. Aber, lesen Sie doch mal hier:

Die Versicherungsvertreter, die tausende Euro Provision kassieren…

Also doch keinen Kollegen, doch nicht zu einem Spezialisten, schließlich verdient man dann selbst nichts oder viel weniger, wenn der Kollege dann vielleicht eine kleine Vergütung abgibt für den „Tipp“. Also macht man sich selbst auf die Suche. Schließlich gibt es Pools und Partner. Da muss man nur sagen was man möchte und bekommt dann Tarife, Empfehlungen, Vergleiche und unterlagen. Postwendend und kostenlos.

Das hat auch hier der Berater getan. Er hat bei so einem Servicedienstleister einen Vergleich angefordert. Eben mit den Daten die er da oben schon erfahren hatte, und sicher einigen weiteren Angaben, denn so ein Anfrageformular sieht so aus. (ich habe auch den Namen des Pools und der Serviceplattform ausgeblendet, wie gesagt, es geht mir nur um die Beratung und den Ansatz, keinesfalls um eine Bloßstellung eines Beraters)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit diesen Angaben- mehr gibt das einseitige Formular nicht her- kommt es dann zu einer Tarifempfehlung oder zumindest zu einem Vergleich von mehreren Tarifen. Irgendwas mache ich wohl falsch, wenn ich vor einem ersten Gespräch einen Fragebogen mit vier Seiten ausfüllen lasse und dazu ein 45-minütiges Erklärvideo verschicke, was jede Frage nochmal erläutert und detailliert bespricht. Das alles vor einem ersten Gespräch in welchem dann mind. eine Stunde lang Wünsche, Ziele und Pläne besprochen werden müssen.

Das allein reicht nicht, mal schauen was die Kollegen so meinen

Doch was dann kommt, das war der Auslöser für diesen Beitrag. Der Kollege sucht sich Hilfe. Hilfe in einer Gruppe von Maklern, in der man unter Kollegen Fragen diskutiert, Probleme zu Tarifen bespricht und sich austauscht. Also etwas wie ein Stammtisch, ok, fast. Zuerst kommt die Frage, dann geht es aber los.

 

Ach, nimm mal die Gesellschaft XYZ, oder mir gefällt Tarif ABC gut. Auch DEF sind ganz nett. Der erste hilfreiche Kommentar auf der erste Seite ist der letzte. Warum? Weil hier der Hinweis auf  „erst Gesundheit und Risiko“, sonst gibt es eh kein Angebot kommt. Aber auch hier sind Tarife in den Raum geworfen, solche die dem Kollegen nicht helfen und ihn eher auf den falschen Weg bringen. Warum? Weil er keine Ahnung von KV hat und damit auch nicht beraten sollte.

Ich habe auch keine Ahnung von

  • – Sachversicherungen
  • – Geldanlagen
  • – Baufinanzierungen
  • – betrieblicher Altersvorsorge
  • – gewerblichen Versicherungen

berate diese aber auch nicht und würde auch nie auf die Idee kommen nach einem Tipp für einen Kunden zu fragen, um es dann selbst machen zu können. Ich gebe- wie viele meiner anderen Kollegen auch- Geschäft ab. Ab an Spezialisten, ab an solche Kollegen deren Kerngeschäft es ist.

Auf der zweiten Seite, das rechte Bild, da wird es dann noch besser. Der erste wirft einen Tarif in den Raum, der sein „persönlicher Favorit ist“, weil der Tarif „unschlagbar von den Bedingungen“ ist und noch 6 Monate Beitragsrückerstattung bietet. Nun, wie unschlagbar der Tarif denn ist, steht auf einem anderen Blatt. (hier zum Continentale Business Tarif lesen)

Nun kommen noch ein paar Empfehlungen, der eine wundert sich über die Tarifempfehlung des anderen und dann geht es weiter:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt, auf Seite 3 unten oder hier im Screenshot auf dem 4. Bild ganz oben kommt der erste und leider auch einzige der es anscheinend verstanden hat und verstehen möchte. Björn… schrieb, er möchte sich nicht unbeliebt machen. Kleiner Tipp: Das hab ich schon, ist also nicht so schlimm. 🙂

Da kommt der Hinweis: „Ich habe mir Frau XYZ als Kooperationspartner gesucht“ und gleich noch der Hinweis:

„KV Voll ist nicht mal eben so runter beraten“

Ja lieber Kollege, SIE HABEN ES VERSTANDEN!

Es ist eben nicht mit Software, einem einseitigen Fragebogen und daraus resultierenden Angeboten getan. ES GEHT EINFACH NICHT. Wenn vorn die Angaben unvollständig, falsch, nicht ausreichend oder schlampig erfasst sind, dann kann am Ende auch keine sinnvolle Empfehlung herauskommen, selbst dann nicht, wenn der Tarif selbst gut sein kann.

Viele der hier genannten Tarife könnten vielleicht passen, ebenso können genau diese Tarife bei diesem Kunden GRUNDFALSCH sein und damit die schlechteste Entscheidung seines Lebens sein und werden. Im schlimmsten Fall kann er nie mehr wechseln, hängt in einer Gesellschaft oder in einem Tarif fest und das alles, weil er sich auf einen vermeintlichen Berater und dessen Rat verlassen hat.

Blöd wenn der Rat auf Empfehlung einer kurzen Frage in einer Facebookgruppe kam und so gar nicht hilfreich war.

Auch aus einer anderen Sicht ist es fatal. Der Kollege haftet (mit seiner Vermögenschadenversicherung gemeinsam) für einen Beratungsfehler. Wie das am Ende ausgeht wenn es hier Tatsächlich zu einem Anschluss kommt, das möchte ich mir lieber nicht ausmalen. Dann können Sie auch ins Casino und Roulett spielen, ist auch mit rot oder grün eine 50:50 Chance ob es gut geht. OK, hier ist die Trefferquote noch deutlich geringer.

Fragen Sie nach Qualifikation und Spezialisierung

Mit einer Krebserkrankung rennen Sie doch auch nicht zum Hautarzt (ja, ich habe mich nicht verschrieben und meine nicht HAUSarzt). Sie suchen sich einen Spezialisten. Auch wenn beide in der gleichen Branche unterwegs sind, hat doch der eine keine Ahnung von dem Fachgebiet des anderen.

Wir müssen endlich weg von dem Bauchladen. Weg von dem „ich kann alles selbst“ und der Einstellung, jeden Euro noch schnell mitnehmen zu wollen. Beratungen wie diese gehören, genau wie andere Spezialthemen wie Baufinanzierung, betriebliche Altersvorsorge, gewerbliche Versicherungen, Anlagen und vieles mehr in die Hände von Spezialisten. Oder der Generalist muss und soll sich Hilfe holen. Diese findet aber NICHT in einem Facebook-Forum oder mit einem einseitigen Fragebogen statt.

Was wäre die Alternative? Richtig, das was der Kollege am Ende empfiehlt. Sich Kontakte suchen, Kontakte zu Spezialisten und den Kunden dorthin abgeben. Warum er das nicht selbst kann? Also Fragen und sich dann im Hintergrund helfen lassen? Weil Nicht-Spezialisten anders fragen, weil FRAGEN die wichtig sind nicht gestellt werden und damit auch die Antworten fehlen. Wenn ich nicht nach Wünschen wie Ausland, beruflichen Veränderungen, AG Wechsel und mehr frage, auch weil ich vielleicht den Hintergrund nicht kenne, dann kann es auch keine sinnvolle Tarifempfehlung geben.

Ein Grund, warum ich Kunden von Kollegen nicht berate. Nur dann, wenn diese wie meine eigenen Kunden komplett hier beraten und betreut werden. Sonst ist eine sinnvolle, bedarfsgerechte und richtige Beratung nicht möglich. Und das mache ich nicht, weil ich Angst vor Haftung habe, sondern weil ich es für

unverantwortlich halte, den Interessenten in ein offenes Messer laufen zu lassen

und damit diesem gar keine Chance auf eine umfangreiche und richtige Beratung zu geben. Was ist denn, wenn sich in der Beratung bei richtigen Fragen herausstellt, es ist gar kein Kandidat für die PKV? Empfehle ich nur Tarife und gebe diese an Kollegen weiter, wer sagt mir, dass es auch genau so ankommt? Das Spiel „Stille Post“ haben Sie als Kind auch gespielt, oder? Dann wissen Sie auch was ich meine.

Wenn Sie also interessiert sind an einem Glücksspiel, fahren Sie ins Casino. Las Vegas soll ja dazu ganz schön sein. Falls es aber um eine Beratung für ein lebenslanges Produkt geht, suchen Sie sich einen Spezialisten und fragen Sie den auch ruhig, ob das Beratungsthema sein Spezialgebiet ist und wie oft er es beträt. Für Glücksspiel ist die PKV definitiv mit einem zu hohen Verlustrisiko verbunden.

Weitere Informationen zum Thema PKV und BU finden Sie hier:

und sonst wandern Sie hier einfach etwas durch den Blog. Viel Spaß beim Lesen !

Ach ja, Freunde und Kollegen sind auch eher so suboptimal.

Meine Kollegen/ Freunde sind bei … versichert. Warum Freunde und Bekannte kein guter Ratgeber bei der Auswahl der privaten Krankenversicherung sind