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02.
März '21

PKV Tarifoptimierung Finanzcheck – Mehmet Göker nach MEG wieder da


Zuerst eines vorab. Menschen machen Fehler, Menschen verdienen eine zweite Change, solange es fair und rechtlich sauber ist. Wer den Namen Göker schon mal gehört hat, dem fällt sofort das Thema PKV – private Krankenversicherung ein. Einer der größten Finanzvertriebe, welche mit fragwürdigen Methoden die Private Krankenversicherung verkauft hat, hat nun ein neues Geschäftsmodell entdeckt. Die „PKV Tarifoptimierung Finanzcheck Rhein Main“, also einen Tarifwechsel nach § 204 VVG.

PKV Tarifoptimierung – wer ist die Zielgruppe?

Generell sind all die Personen Zielgruppe, welche bisher schon in der privaten Krankenversicherung versichert sind. Auch in der Privaten Krankenversicherung finden Beitragsanpassungen statt, was auch völlig normal und nachvollziehbar ist. Mehr dazu habe ich im letzten Jahr ausführlich in einem anderen Blogbeitrag beschrieben.

Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung – wieso, weshalb, warum?

Beitragsanpassungen in der PKV – was Sie tun können (und sollten)

Was nun die Damen und Herren der Finanzcheck Rhein Main GmbH machen, ist recht einfach erklärt und generell erst einmal auch durchaus legitim. Diese wollen einen so genannten Tarifwechsel nach §204 VVG prüfen und damit eine Reduzierung der Prämie bei der privaten Krankenversicherung erreichen. Die Grundlage dazu bietet der Gesetzgeber schon direkt im Versicherungsvertragsgesetz und zwingt die Versicherer auch hier zu handeln.

Aber: Einen solchen Tarifwechsel für den Endkunden allein zu überblicken und vor allem die Tarife für den Wechsel zu vergleichen ist nicht ganz einfach. Um nicht auf vermeintlich großartige „Optimierungen“ mit Verlust von Leistungen oder hohen Selbstbeteiligungen hereinzufallen, benötigen viele einfach den Rat von Experten.

Auch dagegen ist nichts einzuwenden und gerade der Tarifwechsel wird durchaus von einigen sehr seriösen Anbietern am Markt angeboten und begleitet. Diese erstellen Vorschläge, erklären und beraten und nach einem erfolgreichen Wechsel zahlen Sie dem Berater ein Honorar. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden, schließlich muss die Dienstleistung auch bezahlt werden.

PKV Tarifoptimierung – dürfen die mich anrufen?

Am Telefon wird oft und schnell erklärt, Sie haben sich eingetragen und werden deshalb angerufen. Wo genau weiß man oft nicht mehr und Angerufene fühlen sich überrumpelt und unter Druck gesetzt. Schließlich ist jeder froh, wenn am Ende die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung sinken, wer will das nicht. Das ist auch genau die Masche, mit der am Telefon beraten wird. In wenigen Minuten (so das Training von Mehmet Göker) soll am Telefon verkauft werden. Wobei, verkaufen tun die Berater ja nichts, sagen Sie.

„Wir verkaufen nichts, wir reparieren“

Eine teure Private Krankenversicherung soll von der Finanzcheck Rhein Main GmbH optimiert, oder repariert werden. Diese bieten Kunden am Telefon eine PKV Tarifoptimierung Finanzcheck an. In dem unten verlinkten Film wird auch nochmals das Konzept besprochen, das neue „Göker Konzept“. Nachdem also vor Jahren, fast Jahrzehnten Kunden in die Private Krankenversicherung gelockt wurde, welche da nichts zu suchen haben, will man diesen nun helfen.

Am Telefon ist also keineswegs der, der den Tarif optimieren will, sondern der Verkäufer der Dienstleistung. Dieser muss Ihnen sein Honorar verkaufen und dazu hat er richtig etwas gelernt, im Verkaufstraining bei Hr. Göker. (Quelle: Video siehe Link unten)

drei Std. Coaching
6 Wochen Einarbeitung / 1 Std. netto am Tag
3.500 € Gebühr für das Konzept
10 € pro Datensatz/ Lead (also Name, Tel. Nr. und ggf. Daten zur PKV)

Natürlich verkauft man Ihnen also etwas. Man überredet Sie zu einer Honorarvereinbarung, einem Vertrag zu einem Tarifwechsel Ihrer Privaten Krankenversicherung.

Ob Sie sich tatsächlich irgendwo eingetragen haben oder die Adresse aus alten Beständen der MEG oder anderen Listen stammt, das kann ich Ihnen nicht beantworten. Nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) steht es Ihnen ja frei, eine entsprechende Auskunft an die Firma zu senden und um Auskunft zur Herkunft Ihrer Daten und dem Umfang der Speicherung zu bitten. Auch eine Löschung oder Sperrung kann verlangt werden.

Registriert ist der Berater oder die Firma, in dessen Impressum Mehmet Göker selbst nicht auftaucht, als Versicherungsmakler. Im zentralen Vermittlerregister ist das nachzulesen. PKV Tarifoptimierung Finanzcheck

Für diese Optimierung, werden einige tausend Euro in Rechnung gestellt. Was diese aber wirklich kostet und wie Sie seriöse Anbieter finden, dazu mehr weiter unten im Beitrag.

PKV Tarifoptimierung – das Video

In einer aufwändigen Recherche hat das Team von „Strg-F“ hier zu dem Modell, dem Vertrieb und den Methoden recherchiert und dazu heute ein Video veröffentlicht. Wenn Sie also Zeit und Lust haben… sehr spannend.

Nachdem Sie nun wissen, wie es nicht geht, schauen wir uns dennoch die Frage an, woran Sie einen seriösen Anbieter für die Tarifwechselberatung in der Privaten Krankenversicherung erkennen. Mit einer kleinen Checkliste lässt sich gut erkennen, ob der Anbieter zumindest in die weiteren Überlegungen mit einbezogen werden sollte.

PKV Tarifoptimierung – Fragen rund um den Tarifwechsel?

Tarifwechsel wird von verschiedenen Berufsgruppen beraten. Dazu gehören Versicherungsmakler, Versicherungsberater, Rechtsanwälte und einige Verbraucherschutzverbände. Jeder der Gruppen hat Ihre Berechtigung und mal passt der eine, mal der andere besser.

Alle gemein haben eines. Ein Wechsel zu einer anderen Gesellschaft ist kein Thema, es geht ausschließlich um einen Wechseln INNERHALB der bisherigen Gesellschaft, denn dort sind Sie bereits versichert. Wenn der Berater Ihnen „tausende und abertausende Euro Ersparnis“ verspricht, sollten Sie schon das erste Mal vorsichtig sein. Richtig ist, dass mir einem Tarifwechsel der Beitrag deutlich sinken kann. Das ist aber auch von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehören Fragen wie:

  • – wie lange sind Sie bereits bei der Gesellschaft versichert?
  • – sind Sie zufrieden mit dem Leistungsumfang?
  • – haben Sie Ihren Tarif schon einmal gewechselt?

Wichtig bei der Tarifoptimierung und ein immer wieder gern genommenes Argument: „Das geht auch, wenn Sie schon krank sind, wir brauchen keine Gesundheitsprüfung“. Das stimmt so auch, denn ein Tarifwechsel benötigt erstmal keine neue Risikoprüfung. Enthält der Tarif, in den Sie wechseln möchten, jedoch Mehrleistungen gegenüber dem Schutz bisher, so kann eine solche Prüfung und auch ein Zuschlag für eben diese Mehrleistungen in Frage kommen und sinnvoll sein.

Als Alternative kommt aber auch ein so genannter Mehrleistungsverzicht in Frage. Das bedeutet nichts anderes, als das Sie in den Tarif wechseln und die besseren Leistungen nicht für Sie gelten, wohl aber die geringere Prämie. Solche Vereinbarungen sind legitim, sollten aber sehr sorgfältig betrachtet werden, sonst kann ein Tarifwechsel auch schnell wieder nach hinten losgehen.

Auch ist es wichtig Gleiches mit Gleichem zu vergleichen und Tarife sind nun einmal nicht 100% identisch. Eine Erhöhung der Selbstbeteiligung und damit eine Reduzierung der Prämie ist allein für sich genommen nicht unbedingt ein sinnvoller Wechsel. Ganz sicher ist es keiner, den Sie mit tausenden Euro Honorar bezahlen sollten.

PKV Tarifoptimierung – was kostet eine solche Beratung?

Die Beratung zum Tarifwechsel ist arbeitsreich. Braucht es doch einigen Schriftverkehr mit Versicherern, die Aufbereitung der Tarife und Beratung. Daher fällt für eine solche Dienstleistung auch ein Honorar an. Je nach Berater und dessen Berufsgruppe kann dieses ein fixes Honorar sein, ein Honorar welches an den Aufwand (Stunden) geknüpft ist und auch eines, welches sich an der Ersparnis orientiert.

Auch abhängig vom Beruf (Anwalt, Makler, Berater) ist die Frage, ob das Honorar abhängig vom Erfolg ist oder die Beratungsleistung selbst honoriert wird, das geht nur bei wenigen Berufsgruppen. Daher sollten Sie sich immer erst informieren und das Kleingedruckte nicht nur bei der Versicherung lesen, sondern auch bei dem Berater.

Sparen Sie zum Beispiel durch einen Tarifwechsel 100 € im Monat, also 1.200 € im Jahr, so ist ein Honorar von einigen Monatsersparnissen sinnvoll und angemessen. Nur weil ein Berater das 8-, der andere das 5- und der dritte das 9-fache der Ersparnis als Honorar ansetzt, ist nicht einer gut oder schlecht. Je nach Aufwand und auch je nach Qualifikation und Erfahrung des Beraters können auch höhere Honorare durchaus berechtigt sein.

ABER: Wer Ihnen erst ein Honorar von tausenden Euro abnehmen will, da sollten Sie vorsichtig sein.

PKV Tarifoptimierung – wie kommen Sie zu einer seriösen Beratung zur Tarifoptimierung?

Ein seriöser Berater

  • – ruft Sie nicht ungefragt an, niemals!

  • – belästigt Sie nicht nochmals, wenn Sie NEIN gesagt haben!

  • – will keinen Vorschuss auf das Honorar!

  • – bietet Ihnen ein kostenfreies Erstgespräch!

  • – sendet Ihnen alle nötigen Unterlagen und lässt Ihnen Zeit!

Im Video ist noch von einer anderen Masche die Rede. Ob das immer so ist kann ich nicht beurteilen. Aber die Tatsache den Interessenten (oder hier die Interessentin) ein zweites Mal anzurufen und vorzugeben man wäre die Versicherung selbst, die finde ich schon sehr mies.

Zweiter Anruf – angeblich durch die eigene Private Krankenversicherung?

Die Private Krankenversicherung wird Sie niemals anrufen und Sie drängen, das Mandat an einen Tarifoptimierer zu unterschrieben. Sollte Ihnen das so passieren, dann legen Sie auf und rufen am besten zur Sicherheit selbst bei Ihrer Versicherung an. Dabei ist es egal, welche Nummer auf dem Display erschienen ist.

Fragen können Sie auch jederzeit dem Versicherer selbst stellen und sich auch dort informieren.

PKV Tarifoptimierung – kann ich das nicht allein oder direkt bei der Gesellschaft?

Klar. Das Wechselrecht steht Ihnen selbst und allein zu. Natürlich können Sie die Gesellschaften direkt anrufen und sich Angebote und Vorschläge zur Tarifoptimierung und einem solchen Wechsel schicken lassen. Das geht kostenfrei und ganz ohne Berater. Auch eine PKV oder Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie ganz ohne Beratung direkt im Netz abschließen oder bei der Gesellschaft direkt.

Den Berater braucht es nicht zum Tarifwechsel, aber zur Bewertung der Tarife, der Erklärung und Beurteilung der Folgen oder weiterer Hilfestellung schon. Auch ist es bei einigen Gesellschaften nicht ganz so einfach die „richtigen“ Tarife angeboten zu bekommen. Wissen Sie aber wovon Sie reden, oder Ihr Berater, macht es vieles einfacher.

Einen Steuerberater oder Rechtsanwalt brauchen Sie oft auch nicht. Sie können auch selbst die Steuer erklären oder den sich selbst verteidigen. Warum nutzen wir Experten? Richtig, weil diese – wie Sie in Ihrem Beruf – eben Experten sind und mehr Wissen haben.

Haben Sie einen guten Kontakt zu Ihrem Berater, mit dem Sie damals die Private Krankenversicherung abgeschlossen haben? Dann hilft auch der Ihnen gern weiter. Kann er das nicht selbst, so wird er Ihnen hoffentlich auch das sagen und zu einem Spezialisten raten.

PKV Tarifoptimierung – Fragen?

Wenn Sie weitere Fragen haben, vielleicht übereilt eine Honorarvereinbarung unterschrieben haben oder Anrufe bekommen, dann gibt es durchaus Hilfe und Möglichkeiten. Generell stehen Ihnen gesetzliche Rechte wie ein Widerruf (auch einer Honorarvereinbarung) oder dergleichen zu. Dazu lassen Sie sich aber bitte von Personen beraten, welche das dürfen. Rechtsanwälte oder auch die Verbraucherzentralen.

Fragen zur PKV, zu einem Tarif oder Tarifwechsel oder vielleicht einfach nur generelle Fragen können Sie hier im LiveChat kostenfrei stellen, oder melden sich einfach über einen der HIER GENANNTEN Kontaktwege.

Dumme Fragen gibt es auch hier nicht! Fragen Sie also gern nach.

DIE ANTWORT von M. Göker

Wie bei jedem anderen auch, hat auch Hr. Göker die Change dazu Stellung zu nehmen. Im Sinne von Transparenz, hier auch der Beitrag dazu:

Rhetorik kann er, definitiv. Und jede Aussage ist (juristisch) sehr genau überlegt, das hört man durchaus, bei der Wortwahl.

06.
Juni '12

PKV Beratung in 20 Minuten und warum die MEG Kunden nicht wissen, was sie gekauft haben


Wer vorgestern Abend die ARD geschaut hat, der konnte live und in Farbe erleben, wie Exzesse in der Vermittlung von Privaten Krankenversicherungsverträgen aussehen können. In „Versicherungsvertreter – Der Film“ berichtet Regisseur Klaus Stern über die Entwicklungen der MEG, einem Vertrieb für die private Krankenversicherung.

Interessant waren die Aussagen der ehemaligen Mitarbeiter, der zwischenzeitlich in die Insolvenz gegangenen Vertriebes in Kassel. Da wurde dem Kunden suggeriert, er bekäme einen neutralen Vergleich „ich kann ihnen alle Krankenversicherungen in Deutschland berechnen und Sie suchen sich einfach eine aus.“

Ein (erfolgreicher) Mitarbeiter erzählt ab Minute 14 im Film wie er vorging. So ist es in 20 Minuten erledigt und der Kunde hat eine neue Krankenversicherung.

Beratung in 20 Minuten- geht das denn nicht?

Nein. Eine Beratung zur Privaten Krankenversicherung, einem Produkt was den Kunden ein Leben lang begleitet, ist in 20, aber auch 60 Minuten nicht zu „beraten“. Allein wenn Sie sich meinen Kriterienfragebogen zur PKV anschauen, dann dauert das ausfüllen des Fragebogens schon mehr als die 20 Minuten. Da wurde dann aber noch nicht ein einziges Wort über Tarife, Gesellschaften und Aussagen gesprochen, der Kunde kann so ein Produkt nicht verstehen.

Selbst der, der für sich sagt „ich will nur einen günstigen Schutz wie die GKV“, der kann den niemals bekommen haben. Vorwiegend wurden durch die MEG AG bekanntlich Einsteiger-/ Billigtarife vermittelt. Dabei standen Gesellschaften wie die AXA mit dem EL und EL Bonus, die Hallesche mit dem Primo oder KS, die Central mit Tarifen wie EKS, KEH, CV3H, CVP oder auch die Hanse Merkur mit KVG und KVG an der Tagesordnung. Dem Kunden ist leider gar nicht bewusst, welche „schwarze und undurchsichtige Box“ er da eigentlich gekauft hat und einige waren froh, das es so schnell ging.

Da brauchte man sich nicht lange mit dem (ungeliebten) Thema PKV auseinandersetzen, Versicherungsbedingungen lesen oder sich Gedanken machen. Da kam jemand nach Hause und hat es „schnell erledigt“. Klingt doch super, oder?

Was ist mit den Kunden, die nun in Tarifen versichert sind, die sie gar nicht verstehen?

Viele der MEG Kunden haben von der Insolvenz gar nicht so recht etwas mitbekommen. (mehr …)

05.
März '10

Die MEG Insolvenz und was passiert mit „meinem“ PKV Vertrag?


UPDATE UND WEITERER BEITRAG:  

Bereits im letzten Jahr konnten Sie um Beitrag zur MEG Insolvenz lesen, was es für Kunden und Interessenten bedeutet. In letzter zeit häufen sich die Anfragen, denn nun haben einige der Verträge begonnen.

Meist zum 1. Januar erfolgte der Wechsel in die Private Krankenversicherung und viele der MEG Kunden haben Fragen und Probleme und wissen nicht an wen Sie sich wenden können.

Die MEG Berater sind ja bekanntlich nicht mehr erreichbar.

Was also tun?

Zunächst können Sie hier auf der Seite unter „Nach dem Abschluss“ lesen was zu beachten ist, wenn der Wechsel von der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) in eine Private Krankenversicherung (PKV) vollzogen ist. Gleiches gilt natürlich auch, falls Sie aus einer anderen PKV kamen.

Weiterhin merken viele Kunden erst jetzt, was diese denn da alles abgeschlossen haben. Über Auswahlkriterien wurde meist nicht oder nur sehr eingeschränkt gesprochen.

Eine Reihe von Anrufern berichteten, es wurden oft drei Tarife angeboten. Meist handelte es sich um Axa, Gothaer oder Hallesche Tarife. Diese müssen nicht schlecht sein, können aber vollkommen unpassend sein. Daher ist es ratsam sich nun, im Nachhinein, mit dem versicherten Leistungsniveau des Tarifes genauestens auseinander zu setzen.

Schauen sich also einmal genau die Tarifbedingungen an und versuchen diese nachzuvollziehen.

Beachten Sie die Auswahlkriterien und machen Sie sich Gedanken was Sie wollen. Überlegen Sie ob Sie mit den Ausschlüssen (zum Teil schlechteren Leistungen wie in der GKV oder ihrem Vorvertrag) leben wollen und sich diese leisten können.

Sprechen Sie einen neuen Berater an– denn die Gesellschaft ist unter Umständen nicht so unabhängig und kann/ will nicht ganz neutral sein.

Oft gibt es Möglichkeiten eine falsche Entscheidung noch zu verändern. Das kann durch eine Rücknahme der Kündigung oder durch Tarifwechsel durchaus möglich und sinnvoll sein.

Weiterführende Informationen:

Leitfaden Private Krankenversicherung

Auswahlkriterien zur PKV

Kriterienfragebogen als ausfüllbare pdf Datei

30.
Oktober '09

MEG AG meldet Insolvenz an – was bedeutet das für Kunden?


UPDATE UND WEITERER BEITRAG:  

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—————————————-  ursprünglicher Beitrag  —————————————-

 

Vielleicht haben Sie es durch die Medien bereits mitbekommen. Der Kasseler Finanzvertrieb MEG hat gestern Insolvenzantrag beim zuständigen Gericht gestellt.

661 IN 381/09: In dem Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der MEG AG, Falderbaumstraße 41, 34123 Kassel (AG Kassel, HRB 13995), vertr. d.: 1. Ralph Konrad, (Vorstand), 2. Wulf Schütz, (Vorstand), 3. Michael Kopeinigg, (Vorstand), 4. Alexander Bräutigam, (Vorstand), 5. Patrick Drönner, (Vorstand), 6. Peter Eulitz, (Vorstand), 7. Idehen Nosa, (Vorstand) – Antragstellerin – ist am 28.10.2009 um 16:50 Uhr die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Antragstellerin angeordnet worden. Verfügungen der Antragstellerin sind nur mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Fritz Westhelle, Wilhelmshöher Allee 270, 34131 Kassel, Tel.: 0561/3166311, Fax: 0561/3166312, E-Mail: kassel@leonhardt-westhelle.eu bestellt. Amtsgericht Kassel, 28.10.2009, (Quelle: insolvenzbekanntmachungen.de)

Laut eigenen Angaben war die MEG AG ein Spezialvertrieb für die Private Krankenversicherung. Viele Interessenten und Kunden sind nun verunsichert was mit den beantragten oder bereits abgeschlossenen Versicherungsverträgen passiert. Allein gestern und heute hatte ich einige Anfragen diesbezüglich.

Das sollten Sie als Kunde/ Interessent wissen:

Der Vertrag zur Privaten Krankenversicherung besteht zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Versicherer. Dabei ist es unerheblich ob der Vermittler (hier die MEG AG) insolvent ist oder das Verfahren später wieder aufgehoben wird.

Haben Sie bereits einen Antrag gestellt und ist dieser angenommen (also ist die Police bei Ihnen eingegangen) müssen Sie nichts weiter tun.

Ist erst der Antrag gestellt und noch keine Reaktion erfolgt, so klären Sie bitte dringend mit Ihrem Berater ob der Antrag weitergeleitet wurde und wenden sich an den Versicherer oder einen anderen Berater. Diese(r) wird klären wie weit die Bearbeitung ist und auch mit Ihnen besprechen was mit Rückfragen während der Risikoprüfung passiert.

Haben Sie eine Maklervollmacht erteilt, so überlegen Sie ob diese weiter bestehen bleiben soll und kündigen diese ggf. gegenüber der MEG AG und informieren den Versicherer schriftlich.

Ist Ihnen zu einem Wechsel der PKV geraten worden? Dazu lesen Sie im Artikel „Wechsel von der Halleschen zur Gothaer KV„mehr.

Wichtig: Leisten Sie KEINE Anzahlungen, Erst- oder Folgebeiträge an den Berater oder den Vermittler. Zahlen Sie nur direkt an den Versicherer, der ist Ihr Vertragspartner.

Zu guter Letzt:

Hinterfragen Sie durchaus die Entscheidung zu der Gesellschaft und dem Tarif. Fragen Sie sich ob die Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung (LINK) alle (und noch einige mehr) besprochen wurden und Sie sich bewusst und nachvollziehbar für den Tarif und die geltenden Bedingungen entschieden haben.

Auch der Kriterienfragebogen hilft Ihnen bei der weiteren Überprüfung.

Weitere Hinweise was nach dem Abschluss der PKV (falls das erst kürzlich der Fall war) noch zu bedenken ist und welche „Aufgaben“ von Ihnen noch erledigt werden müssen können Sie im Kapitel „GKV in PKV – Wechsel geschafft und nun?“ nachlesen.

16.
Oktober '09

Wechsel der PKV von Hallesche KV in Gothaer KV sinnvoll?


In der letzten Zeit erreichen mich vermehrt Anfragen von bereits versicherten. Diese werden von Ihrem Berater eines größeren Vertriebes mit drei Buchstaben angesprochen, Sie müssten doch den derzeitigen Schutz in der Privaten Krankenversicherung (PKV) unbedingt ändern.

Derzeit sind die Kunden häufig in den Tarifen NK oder Primo der Halleschen Krankenversicherung versichert. Oftmals wird die anstehende Beitragsanpassung (LINK zu Infos dazu) als Argument genommen um den Schutz als „schlecht“ darzustellen. Komisch, denn vor einiger Zeit war dieser noch toll.

Nun sollen diese Kunden in die Tarife der Gothaer wechseln. Grundsätzlich stellt sich die Frage warum. Nun, das erstgenannte Unternehmen soll wohl die Zusammenarbeit beendet haben/ beenden wollen. Das zweite Unternehmen aber neu anfangen. Somit ist es doch naheliegend die Kunden dazu zu bewegen von Versicherer A zu Unternehmen B zu wechseln- oder?

Das ist nicht nur vor dem Hintergrund der Beratung und dem Abschluss bei dem ersten Versicherer vor, meist nicht allzu langer, Zeit bedenklich. Auch sollten Sie sich genau die Leistungen anschauen und mal mit dem Lesen der Bedingungen beginnen. Glauben Sie ersthaft das ein anderes Unternehmen viel besser und zugleich noch billiger sein kann?

Vergleichen Sie mal die mediVita Tarife. Vergleicht man diese Tarife, so findet man insbesondere in den Bereichen Hilfsmittel, Arzthonorare, Transportkosten, Psychotherapie, Heilmittel und vielen anderen Bereichen mehr als 40 Punkte die schlechter sind. Hat man Ihnen das gesagt? Kannten Sie diese Punkte und haben Sie diese akzeptiert? Wollten Sie dennoch wechseln?

Ich halte es für absolut unverständlich wie man hier aus vertrieblichen Interessen solche Wechsel anstreben kann. Zwar kann es durchaus sein, das der vorhandene Tarif nicht passt, aber dann war die Entscheidung schon damals falsch. Bei dem Primo ist es etwas anders. Hier sind die Leistungsunterschiede durchaus zu beachten und ggf. beschäftigen Sie sich mal genau mit den Ausschlüssen, Einschränkungen und Leistungsbegrenzungen. Fragen Sie (sich) doch mal, wie weit Sie mit 3.500 EUR oder 5.000 EUR für eine Prothese kommen. Einfach mal im Sanitätshaus um die Ecke anrufen was so etwas wohl kosten wird.

Lassen Sie sich somit nicht verunsichern und vergleichen genau die Leistungen, bevor Sie einem „tollen“ Wechselratschlag glauben.

Weiterführende Informationen:

Auswahlkriterien PKV mit Fragebogen als pdf