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04.
April '19

„Aber wir stellen doch nur mal einen Antrag, alles andere können Sie dann ja noch überlegen.“


Vorgestern hatte ich schon von einem anderen Fall berichtet, einem der sich erst nach dem Abschluss weiter informiert hat und dem dann viele Probleme auffielen. Gleich viermal war es „dumm gelaufen“ und alles führt zu einer Entscheidung, welche heute und jetzt nicht mehr rückgängig zu machen ist, da alle Fristen vorbei waren.

Den vollständigen Fall können Sie gern im Detail nachlesen, im Beitrag zu

Google, tausenden Informationsquellen, welche man aber auch nutzen muss

Der zweite Fall dieses Nachmittages, welcher mich auch im LiveChat erreichte und auch eher nach dem Motto „erst handeln, dann googleln“ verlaufen ist, betrifft meine Freunde vom Main, also die mit dem Kompass. Würde es nicht der x-te Fall bei mir und einigen Kollegen sein, so könnte man von einem Versehen oder einer schlechten Beraterin sprechen, scheint hier aber nicht so zu sein.

Die anderen Fälle, darunter durchaus schlimme, können Sie in den Beiträgen hier nachlesen. Mal war es ein Anruf eines Dachverbandes der PKV, mal wurde ein Kunde dazu überredet bequatscht einen Antrag zu stellen, der eigentlich eine Voranfrage war. So wurde aus dem Antrag ein Vertrag. Klar kann man den widerrufen, wenn man es denn weiß. Da die Police aber zum Berater ging und es eine Vollmacht gab, war die Frist dann auch wieder vorbei.

Mehr Hintergrund: Ein Antrag ist ein Antrag und keine Voranfrage

„Die Beraterin rief an, ich müsse wechseln.“

Die Dame, gemeinsam mit dem Ehemann selbstständig im Einzelhandel, sollte nun Besuch bekommen. Nicht, dass diese nun schon sechs Jahre bei der Axa versichert war und es daher nur bedingt Sinn ergibt da nun Hals über Kopf zu wechseln. In dem Gespräch kamen dann auch so allerlei eigenwillige Aussagen der Beraterin.

  • 1.) „Wenn Sie auch in die Hanse Merkur wechseln (wo der Mann schon versichert ist), ist das besser, weil alle zusammen sind.“

  • 2.) „Ihr Mann kann ja dann auch wieder in die GKV wechseln.“

  • 3.) „Den Antrag füllen wir erstmal aus, ich nehme den unterschrieben mit und dann schauen Sie am Wochenende weiter, dann können Sie es ja prüfen.“

und noch einige Aussagen mehr.

Nicht eine Aussage ist leider richtig und vollständig. Den Hintergrund, warum die Dame nun von der Axa weg sollte und jetzt bereits einen Antrag stellen soll, ist nicht klar. Es gab keinen konkreten Anlass, der Vertrag bei der Axa ist ungeachtet allem erst zum Jahresende kündbar. Wir haben April, das heißt auch, der neue Antrag kann 6 Monate in die Zukunft datiert werden.

Das Vordatieren kann auch sinnvoll sein, so hier dann der Gesundheitszustand kostenfrei eingefroren wird, will man keine Option oder Anwartschaft verwenden (die Geld kosten). Doch April + 6 Monate ist eben Oktober und nicht Januar oder Dezember.

Hier wurde aber solange geredet, bis die Dame dachte sie muss das so machen und unterschrieb einen Antrag. Den wohl gemerkt im ersten Gespräch, nach wenigen Minuten Beratung. Wie so schnell die Gesundheitshistorie aufgearbeitet, Arztunterlagen besorgt wurden, Tarife vergleichen und eine saubere Beratung stattgefunden haben soll, es muss Hexerei sein. Realistisch und normal zu machen ist das nicht.

Leider lassen sich immer wieder Kunden und Interessenten überreden. Das Ergebnis:Da wurde „mal schnell“ ein Antrag auf eine neue, private Krankenversicherung unterschrieben und am Wochenende sollte dann die Zeit sein, sich das zu überlegen und neu zu prüfen. Sonderbare Ansichten hatte die Beraterin, denn das ist ganz sicher der falsche Weg. Zumal es weder Zeitdruck noch sonst etwas brauchte.

Da wurde nun der Verkaufsdruck so hoch und die Dame war zu gutgläubig, also unterschrieb diese einen Antrag auf Krankenversicherung bei der Hanse Merkur, weil der Mann da ja auch versichert ist. Ach ja, zufrieden war er auch, ist ja gesund und hat nichts mit der Gesellschaft abzumachen.

„Ihr Mann kann ja dann auch wieder in die GKV wechseln.“

Das nächste und haarsträubende Argument war dann ein anderes. Der Mann könne ja dann irgendwie bei ihr angestellt werden und somit in die gesetzliche Kasse wechseln. Warum er das sollte, wo doch der Versicherer angeblich so gut und alle zufrieden sind, ist nicht klar. Aber das Argument ist genauso ein Unsinn, wie die Aussage „beide bei der gleichen Gesellschaft bringe Vorteile.“ Außer der Tatsache, dass vielleicht eine App zur Einreichung von Rechnungen auf dem Smartphone reicht (selbst das ist falsch, da diese immer mit dem Versichertenaccount verknüpft ist), gibt es keinen Unterschied.

Die Vertragsbedingungen und Prämien werden weder anders noch günstiger, wenn zwei, drei oder acht Versicherte einer Familie dort versichert sind. Die Private Krankenversicherung ist zudem auch viel zu individuell um die Auswahl von jemand anderem Abhängig zu machen. Ähnlich der Aussage

Meine Freunde, Bekannte, Kollegen sind bei Gesellschaft XYZ versichert.

„Den Antrag füllen wir erstmal aus, ich nehme den unterschrieben mit und dann schauen Sie am Wochenende weiter, dann können Sie es ja prüfen.“

Nein, nein und nochmals nein. Man füllt niemals einen Antrag nur mal „so“ schnell aus und gibt diesen unterschrieben dem Berater mit. Wenn Sie einen Antrag stellen wollen, dann bitte in vollem Bewusstsein was Sie da tun und auch mit dem Verstehen der Hintergründe und Folgen. Was aus so einer Geschichte werden kann und warum Sie da nie wieder raus kommen, das lesen Sie im Artikel:

„Ein Antrag ist ein Antrag und wird schnell ein Vertrag“

Komisch, war auch hier das gleiche Unternehmen mit der Beratung beschäftigt, ist aber sicher ein Versehen. Aber auch hier sollte nur mal geschaut werden, wie denn so ein Antrag gestellt werden „KÖNNTE“ und natürlich sei das alles nicht verbindlich. Sorry, aber wie armselig muss man als Beraterin sein, um hier wohl unter Vortäuschung falscher Tatsachen einen unterschriebenen Antrag zu bekommen. Klar, vielleicht hat die Kundin auch gesagt: „Hey, geht ja eh erst zum 1.1., aber wo Sie gerade einmal hier sind und bevor Sie das Haus verlassen, ich möchte Ihnen gern noch den Antrag unterschreiben. Ich habe zwar keine Idee warum und kann es erst am Wochenende prüfen, aber nehmen Sie den schon einmal unterzeichnet mit.“

Klingt doch plausibel, oder?

Nun haben wir auch hier die Situation einer bestehenden PKV, dazu eines neuen Antrags. Dieser ist ganz sicher auf dem Weg zur Hanse Merkur. Als Gesellschaft kann und muss diese den nun prüfen und wird bei Zustimmung den Antrag annehmen. Damit wird hier eine Police erstellt und dem Kunden der Beraterin zugesandt. Ja, der Beraterin, dazu hat es schließlich einen Maklerauftrag und eine Vollmacht gegeben.

Befrage ich meine Glaskugel, kann ich sagen was hier passiert. Der Antrag liegt heute dem Versicherer vor, wird angenommen. Die Police nebst Widerrufsbelehrung kommt bei der Maklerfirma an und wird doch erfasst. Dann könnte es nun sein, dass diese so viel zu tun haben und der Antrag erst nach Ablauf der Widerrufsfrist bei der Kundin ankommt. Sorry, ging einfach nicht schneller.

Nun stellt diese dann fest: „Hey, ich habe es geprüft und wollte doch nicht wechseln, ich habe eine zweite Meinung eingeholt und fühle mich nicht wohl mit der Entscheidung“. Jetzt könnte diese den Widerruf schreiben und aus dem Vertrag heraus wollen. Blöd nur, dass die Fristen bereits um sind.

Einen theoretischen Anspruch könnte diese Betrogene Kundin nun vielleicht gegen den Makler haben, nur blöderweise gibt es eine Vollmacht… DUMM GELAUFEN!

Den Ablauf und warum das so ist, habe ich ausführlich in einem anderen Beitrag beschrieben.

Die Gefahr der uneingeschränkten Maklervollmacht.

Mir ist es wichtig zu betonen, dass solche Maklervollmachten und Aufträge wichtig und richtig sind, wenn alle beteiligten vertrauensvoll damit umgehen. Die meisten Versicherungsmakler (die, den Namen wert sind, den Beruf mit Ehre und Anstand ausüben) tun das und würden niemals solche Wege beschreiten. Eine Vollmacht an einen Berater ist immer dann richtig sind wichtig, wenn abgesprochen ist was dieser tun soll. Klar, auch ein Anwalt kann einen Vergleich für Sie annehmen, einen den Sie gar nicht wollen. Wir er aber nicht tun.

So steht auch der Versicherungsmakler auf Ihrer Seite und vertritt Ihre Interessen. Das kann und soll er und auch ich verwende in meinen Kundenbeziehungen Makleraufträge und Vollmachten. Das erleichtert die tägliche Arbeit. Wenn, ja wenn sorgfältig damit umgegangen wird.

Doch in diesem Fall ist noch nicht alles zu spät. Unsere betroffene Kundin kann und muss nun schnell reagieren und das gleich an mehreren Stellen. Dazu müssen im Wesentlichen drei Briefe verfasst werden.

„Schnell handeln und retten was zu retten ist.“

  • 1.) Brief an die Hanse Merkur (als neue Gesellschaft)

  • 2.) Brief an den „Berater“

  • 3.) Brief an die alte Versicherung, die Axa

Was dort drin stehen muss und warum drei Briefe notwendig sind, erkläre ich Ihnen nun. Zuerst einmal muss die Hanse als vermeintlich neuer Versicherer informiert werden. Dazu ist es sinnvoll neben dem Widerruf auch gleich eine Auskunft der Daten anzufordern, dann sehen Sie ggf. auch Post und Emailverkehr mit dem oder von dem Berater.

1.) Brief an die Hanse Merkur (als neue Gesellschaft)

Ein unverbindliches Muster sehen Sie hier:

„Hanse Merkur Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit
Siegfried-Wedells-Platz 1
20354 Hamburg

Fax: 040 4119-3257

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu dem Antrag auf private Krankenversicherung vom ____________ liegt mir bisher der Versicherungsschein noch nicht vor. Rein vorsorglich mache ich von meinem Widerrufsrecht schon heute Gebrauch und erkläre, dass ich den gestellten Antrag zurücknehmen möchte und einem Versicherungsschein hiermit widerspreche.

Rein vorsorglich teile ich Ihnen aber mit, dass ich sämtliche, gegenüber der Firma _____ erteilte Vollmachten hiermit widerrufe und bitte um schriftliche Bestätigung. Ich untersage Ihnen hiermit jedwede Weitergabe von persönlichen Daten, vertragsrelevanten Informationen oder anderen Daten meine Person oder den Vertrag betreffend.

Bitte bestätigen Sie mir dieses umgehend, spätestens jedoch binnen 7 Tagen ab Zugang dieses Schreibens.

Ich möchte hiermit von meinem Auskunftsrecht gem. Art. 15 DSGVO Gebrauch machen und bitte Sie daher, mir innerhalb der einmonatigen Frist nach Art. 12 Abs. 3 S. 1 DSGVO, über folgende Punkte Auskunft zu erteilen:

  1. Ist/Soll eine Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt/erfolgen oder nicht? Bitte senden Sie mir eine Kopie zu bzw. erstellen mir einen Zugang zu meinen personenbezogenen Daten, die Sie erhoben haben und/oder verarbeiten.
  2. Bitte senden Sie mir einen Bericht darüber zu, inwiefern meine personenbezogenen Daten von Ihnen im Einzelnen verwendet wurden/in Zukunft verwendet werden. Bitte klären Sie mich auch über Ihre TOMs/weitere Schutzmaßnahmen sowie die geplante Speicherdauer auf.
  3. Bitte senden Sie mir eine Liste aller Dritten bzw. Auftragsverarbeiter zu, die Zugriff auf meine personenbezogenen Daten haben (könnten) und die betreffenden Rechtsgrundlagen.
  4. Sollten Sie aus anderen Quellen als von mir persönlich Daten mich betreffend erheben, teilen Sie mir bitte entsprechend Art. 14 DSGVO alle Informationen über diese Quelle mit.

Diese Anfrage steht unter der Bedingung, dass Ihre Antwort kostenfrei für mich ist.

Auskunftsersuchende:

(NAME, ANSCHRIFT, GEB.DATUM __________________________)

Zuletzt senden Sie mir bitte eine vollständige Kopie der bei Ihnen eingegangenen Antragsunterlagen und sonstiger Formulare mit meinen Daten und Unterschriften.

Mit freundlichen Grüßen“

Nachdem Sie dieses per Fax an die oben genannte Nummer oder per E-Mail an [email protected] geschickt haben, senden Sie es in jedem Fall als Brief (ggf. mit Einschreiben und Rückschein) hinterher und passen auf, dass Sie hier auch eine Antwort erhalten.

Brief an den „Berater“

Auch dem „neuen Berater“ müssen Sie schreiben, denn schließlich haben Sie dort einen Maklerauftrag erteilt und eine Vollmacht ausgesprochen. Diese muss zurück genommen werden. Auch hier ist eine Auskunft nach den gespeicherten und verwendeten Daten sinnvoll. Ebenso ist ein Kontaktverbot ganz hilfreich, da Sie sonst wieder angerufen und erneut bequatscht werden. Name, Aktuelle Anschrift und Tel./ Fax finden Sie auf Ihrem Maklerauftrag oder einfach hier.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich die bestehende Maklervollmacht und den geschlossenen Maklerauftrag ab sofort fristlos. Ich bitte um schriftliche Bestätigung binnen der kommenden 5 Tage nach Zugang dieses Schreibens/ Fax.

Sämtliche weitere Korrespondenz in meinem Namen mit Versicherern, Ärzten oder anderen Beteiligten untersage ich Ihnen. Eine telefonische Kontaktaufnehme untersage ich hiermit ebenfalls vollständig. Eine eventuell erteilte Einwilligung gilt hiermit als widerrufen!

Ich möchte hiermit von meinem Auskunftsrecht gem. Art. 15 DSGVO Gebrauch machen und bitte Sie daher, mir innerhalb der einmonatigen Frist nach Art. 12 Abs. 3 S. 1 DSGVO, über folgende Punkte Auskunft zu erteilen:

Ist/Soll eine Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt/erfolgen oder nicht? Bitte senden Sie mir eine Kopie zu bzw. erstellen mir einen Zugang zu meinen personenbezogenen Daten, die Sie erhoben haben und/oder verarbeiten.
Bitte senden Sie mir einen Bericht darüber zu, inwiefern meine personenbezogenen Daten von Ihnen im Einzelnen verwendet wurden/in Zukunft verwendet werden. Bitte klären Sie mich auch über Ihre TOMs/weitere Schutzmaßnahmen sowie die geplante Speicherdauer auf.
Bitte senden Sie mir eine Liste aller Dritten bzw. Auftragsverarbeiter zu, die Zugriff auf meine personenbezogenen Daten haben (könnten) und die betreffenden Rechtsgrundlagen.
Sollten Sie aus anderen Quellen als von mir persönlich Daten mich betreffend erheben, teilen Sie mir bitte entsprechend Art. 14 DSGVO alle Informationen über diese Quelle mit.
Diese Anfrage steht unter der Bedingung, dass Ihre Antwort kostenfrei für mich ist.

Auskunftsersuchende:

(NAME, ANSCHRIFT, GEB.DATUM __________________________)

Zuletzt senden Sie mir bitte eine vollständige Kopie der bei Ihnen eingegangenen Antragsunterlagen und sonstiger Formulare mit meinen Daten und Unterschriften.

Mit freundlichen Grüßen“

Nun haben wie schon mal den größten Teil gerettet. Einen haben wir aber noch, die Axa als alten Versicherer. Da der Maklerauftrag auch zur Kündigung berechtigt und weitere Änderungen und Handlungen zulässt, ist auch hier eine Mitteilung wichtig.

Brief an die alte Versicherung, die Axa

„AXA Krankenversicherung AG
Colonia-Allee 10-20
51067 Köln

Fax: 0800 3557035
E-Mail: [email protected]

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreiben Ihnen in Bezug auf meine, bei Ihnen bestehende Krankenversicherung mit der Nummer ___________.

Rein vorsorglich teile ich Ihnen mit, dass ich weder eine Kündigung ausgesprochen habe, noch dieser zustimme. Sollte Ihnen ein Kündigungswunsch der Firma „________“ zugehen, so nehme ich den ausdrücklich zurück. Der bestehende Vertrag soll solange unverändert bleiben, bis ich Ihnen hierzu anderweitige Weisungen erteile.

Auch eine eventuell eingereichte Folgeversicherungsbestätigung der Hanse Merkur ist nichtig, da dort der Vertrag widerrufen wurde.

Eine weitere Korrespondenz mit dem Makler ____________ untersage ich und ziehe eventuell erteilte Vollmachten hiermit zurück. Ich untersage Ihnen hiermit jedwede Weitergabe von persönlichen Daten, vertragsrelevanten Informationen oder anderen Daten meine Person oder den Vertrag betreffend.

Bitte bestätigen Sie mir dieses umgehend, spätestens jedoch binnen 7 Tagen ab Zugang dieses Schreibens.

Ich möchte hiermit von meinem Auskunftsrecht gem. Art. 15 DSGVO Gebrauch machen und bitte Sie daher, mir innerhalb der einmonatigen Frist nach Art. 12 Abs. 3 S. 1 DSGVO, über folgende Punkte Auskunft zu erteilen:

Ist/Soll eine Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt/erfolgen oder nicht? Bitte senden Sie mir eine Kopie zu bzw. erstellen mir einen Zugang zu meinen personenbezogenen Daten, die Sie erhoben haben und/oder verarbeiten.
Bitte senden Sie mir einen Bericht darüber zu, inwiefern meine personenbezogenen Daten von Ihnen im Einzelnen verwendet wurden/in Zukunft verwendet werden. Bitte klären Sie mich auch über Ihre TOMs/weitere Schutzmaßnahmen sowie die geplante Speicherdauer auf.
Bitte senden Sie mir eine Liste aller Dritten bzw. Auftragsverarbeiter zu, die Zugriff auf meine personenbezogenen Daten haben (könnten) und die betreffenden Rechtsgrundlagen.
Sollten Sie aus anderen Quellen als von mir persönlich Daten mich betreffend erheben, teilen Sie mir bitte entsprechend Art. 14 DSGVO alle Informationen über diese Quelle mit.
Diese Anfrage steht unter der Bedingung, dass Ihre Antwort kostenfrei für mich ist.

Auskunftsersuchende:

(NAME, ANSCHRIFT, GEB.DATUM __________________________)

Zuletzt senden Sie mir bitte eine vollständige Kopie der bei Ihnen eingegangenen Antragsunterlagen und sonstiger Formulare mit meinen Daten und Unterschriften.

Mit freundlichen Grüßen“

Nachdem unsere Kundin alles das getan hat, abgeschickt und gefaxt, ist diese aus dem Schlimmsten raus und es kann wenig passieren. Natürlich kann diese, wenn denn doch gekündigt werden soll, den bestehenden Vertrag mit einer normalen Frist von 3 Monaten zum Jahresende beenden. Das aber nur dann, wenn diese es auch wirklich wünscht und ein entsprechender neuer Schutz sinnvoll ist und auch gewünscht.

Glück gehabt, aber viel Arbeit

In unserem Fall hat die Kundin zwar auch erst nach der Unterschrift die Tante Google bemüht, aber dann noch verstanden was sie da genau abgeschlossen hat. Daher nehmen Sie sich diesen Fall zu Herzen und unterschreiben Sie nicht erst und recherchieren und hinterfragen dann. Eine private Krankenversicherung schließt man nicht mal so nebenbei ab. Auch nicht im ersten Termin nach einer Stunde Beratung.

Und immer wenn Ihnen gesagt wird, „Wir stellen erstmal einen Antrag und gucken ob Sie genommen werden“, sollten Sie hellhörig werden. Nicht nur weil es verbindlich ist, sondern auch, weil anonyme Voranfragen das Mittel der Wahl sind. Mehr Informationen warum eine Voranfrage sinnvoll und wichtig ist und warum diese anonym mit qualifizierten Beratern gestellt werden muss, das lesen Sie hier.

„Anonyme Voranfrage – darum braucht es einen qualifizierten Berater“

Haben Sie auch schon einmal solche Erfahrungen gemacht? Was ist Ihnen passiert? Schreiben Sie es gern in die Kommentare, vielleicht verhindern wir dann gemeinsam weitere Katastrophen bei Menschen, die darauf reinfallen zu drohen.

 

15.
Oktober '18

Anruf vom Dachverband der PKV und im Anschluss von einem Vertrieb – so fallen Sie nicht auf Betrüger herein


Eine ganze Reihe von Lesern erhält in den letzten Tagen und Wochen sonderbare Anrufe. Da melden sich Damen und Herren am Telefon und behaupten Sie kämen von einem

„Dachverband der Privaten Krankenversicherung, der PKV“

oder dem

„Verband der privaten Krankenkassen“

Dabei wird dann auch gleich eine Münchener Nummer, oder noch schlimmer eine Nummer aus Köln angezeigt. Dabei ist Köln auch der Sitz des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, den gibt es wirklich.

Die beiden anderen Verbände sind aber nur eine Betrugsmasche, denn beide gibt es in Wirklichkeit nicht. Durch geschickte Fragen versuchen die Anrufer zunächst einmal herauszubekommen wo die angerufenen versichert sind. Einige Angerufene äußern auch den Verdacht, „die müssen von dem alten Vertreter/ Berater irgendwie meine Daten bekommen haben“. Nur so ist es zu erklären, dass diese Tarife wissen konnten.

Stichprobe zur Zufriedenheit oder eine Umfrage unter Versicherten – alles nur eine Betrugsmasche?

Bei dem Anruf wird dann vorgegeben, man wende sich als Verband an Versicherte, denn „die Versicherungsunternehmen geben oft falsche Informationen an die Kunden und erhöhen die Beiträge zu stark“, dem „wolle man nun nachgehen und braucht dazu einige Daten.“

Durch eine geschickte Fragetechnik entlockt man dem Angerufenen nun weitere Daten und Details zu seinem Tarif. Klar funktionieren Suggestivfragen wie „Sie zahlen doch sicher auch zu viel Beitrag“ oder „Sie haben sich auch über die letzte Anpassung geärgert“ dazu nur allzu gut.

Der Anruf wird nie eine Umfrage oder eine wirkliche Stichprobe, das ginge schon allein aus rechtlichen Gründen und dem Datenschutz nicht. Doch was dann passiert ist noch viel schlimmer.

Das es kein Einzelfall ist, zeigen schon knapp 9 Fälle aus den letzten Tagen. Auch sind hier Daten bekannt, wo noch keiner weiss woher die kommen können.

Terminbestätigung von MainCompass als helfender Berater

Bereits in der Vergangenheit habe ich über einige sonderbare Fälle dieses Vertriebes gesprochen. Nun taucht er Name auch hier wieder auf. So schreibt ein Betroffener heute im LiveChat und erzählt weitere Details im anschließenden Telefonat. Dabei habe er sich dann zu einem Termin bei sich zu Hause überreden lassen. Schließlich klang es gut und man wollte sich das einmal anhören. Doch dann die Verwunderung. Nicht der angebliche Verband schickte die Bestätigung, sondern ein Unternehmen namens MainCompass bestätigt einen Beratertermin.

Jetzt stellt sich zunächst einmal die Frage, wie der neue Berater an die Daten aus dem Telefonat des angeblichen Verbandes gekommen ist. Dazu kann ich nur spekulieren und behaupte es daher auch nicht. Es gibt aber für mein Verständnis nur zwei Möglichkeiten.

Variante 1.) Main Compass kauft so genannte Leads

Das ist in der Branche und auch in anderen nicht unüblich. Ein Callcenter vereinbart im Auftrag Termine, führt Anrufe durch und nimmt dem kaufenden Unternehmen damit Arbeit und BackOffice Tätigkeiten ab. Daran ist nichts auszusetzen, wenn die Daten rechtmäßig erworben wurden. Eine der größeren Plattformen für Datensätze (welche ausdrücklich NICHTS mit dem Fall zu tun hat, sondern nur als Beispiel dient) ist finanzen.de, diese bieten Beratern Datensätze an.

Hier ein Überblick über die Preise. Auszug der Angebotsseite von finanzen.de

Wäre ein solcher Datensatz also regulär und legal zu Stande gekommen, dann würde der Berater für einen reinen Kontakt ca. 150 EUR zahlen. Wird dann noch ein Termin vereinbart und „vorqualifiziert- also weitere Daten mitgeliefert, sind schnell 200-250 EUR fällig. Wohlgemerkt, es geht NUR um die Kontaktdaten des Angerufenen.

Würde diese Variante zutreffen, so muss der Datenabnehmer (also hier der Berater) natürlich auch sicherstellen, dass die Daten rechtmäßig und gemäß den aktuellen datenschutzrechtlichen Bestimmungen erhoben wurden. Ob und wieweit der Abnehmer gemeinsam mit dem Callcenter dafür haftet weiß ich aber nicht, das fragen Sie am besten einen Juristen oder den Datenschutzbeauftragten.

Variante 2.) Main Compass hat selbst angerufen/ anrufen lassen

Die zweite Möglichkeit wäre natürlich, dass man einfach unter einer falschen Nummer oder einem falschen Namen angerufen hat. Das möchte und will ich natürlich niemandem unterstellen, ich zeige nur eine weitere Möglichkeit, wie man an die Daten gekommen sein kann.

Denn wenn kurz nach dem Anruf des Verbandes eine Terminbestätigung per Mail von MainCompass kommt, dann stellt sich der Kunde/ Interessent schon die Frage, wie das so geht und vor allem wer denn derjenige ist. Hier wird ein Termin mit einem Berater bestätigt, welcher so vorher in nicht in Erscheinung trat.

Aber da ja alle Berater ehrlich sind und sich auch in den anderen Fallen sicher nur bedauerliche Einzelfälle und Irrtümer gehäuft haben, ist es sicher ein dummes Missverständnis und es wird sich schnell aufklären. Aber wie gesagt, eine der beiden Varianten muss es gewesen sein, sonst wären die Daten nicht dort, wo diese nun sind.

Spannend wäre zudem auch die Datenschutzerklärung, welche die Weitergabe regelt. Der „Dachverband der PKV“ müsste ja nun auch eine solche haben.

Der RICHTIGE PKV Verband ist auch schon „dran“

Auch dem wirklichen PKV Verband, welches aber ein Mitgliedsverband der Unternehmen ist, ist hierüber keinesfalls amüsiert. Auch hier wird geprüft, was genau sich unter der Behauptung und Vorgabe falscher Tatsachen abspielt. Leider ist es ähnlich wie mit anderen Fakeanrufen. Dem Herr zu werden ist extrem schwer bis unmöglich.

So langsam reagieren auch Versicherer

In den vergangenen Beiträgen zu den bedauerlichen Einzelfällen habe ich einige Fälle geschildert. Dabei geht es um falsche Angaben im Antrag, in einem anderen Fall um Vergessene Kündigungen und damit zwei Verträge und in einem wieder anderen um angebliche Voranfragen, welche sich dann als Antrag herausstellen.

Alle Beiträge können Sie hier nachlesen. -So geht Beratung nicht- nie!-

Was Sie tun können, um nicht auf so eine Masche hereinzufallen?

Seriöse Berater rufen Sie nicht als so genannte ColdCalls (welche zudem noch verboten sind) an. Daher beachten Sie einige Regeln.

  • – Der Kontakt geht von Ihnen aus

  • – Falls nicht, es handelt sich um einen Berater, der Sie schon kennt/ betreut

  • – Geben Sie am Telefon keine Details zu Verträgen heraus

  • – Beantworten Sie keine Fragen zu Versicherungsstatus oder persönlichen Umständen

  • – Werden Ihnen Termine bestätigt, überlegen Sie ob Sie diese auch wollen und vereinbart haben

  • – Jeden Termin können Sie auch absagen/ die Tür zu lassen

  • – Fragen Sie ggf. bei Ihrem Versicherer nach, wenn sich jemand als der ausgibt

  • – Bitten Sie um eine Rückrufnummer und geben an, Sie melden sich zurück

Leider klappt das nicht immer. Die Fragetechnik/ Überredung muss so gut sein (ich kann es live ja nicht bewerten, mich ruft man ja leider nicht an), dass die Menschen darauf hereinfallen.

Erste Versicherer reagieren

Auf meine Anfrage bei einem betroffenen Krankenversicherer erhielt ich zwischenzeitlich eine Rückinfo. Dieser ist, neben dem echten PKV Verband, um eine Lösung bemüht. Daher

„werden wir jeden einzelnen Antrag des Vertriebspartners manuell nachtelefonieren und uns vergewissern, ob die Antragstellung auch dem Kundenwunsch entspricht“,

so der Vorstand mir gegenüber telefonisch. Denn wenn der

„Kunde einen Antrag bei uns stellt, sollte er das auch wissen und wollen“ und auch „über die Folgen des Antrages und der Anzeigepflichtverletzung aufgeklärt sein“.

Dieses Vorgehen gelte zunächst bis auf Weiteres und für alle Anträge dieses Partners. Danach wolle man sich ein Bild über den Ablauf und die Qualität machen und diese besser bewerten und einschätzen.

Sind Sie auch betroffen?

Haben Sie gewechselt und wollten das gar nicht? Wurden Ihnen Anträge als „harmlose Voranfragen“ angeboten oder gesagt „bestimmte Erkrankungen können Sie einfach weglassen“? Falls ja, es gibt durchaus Lösungsmöglichkeiten. Dazu zählt zum einen das Freigabeverfahren, zum anderen die Rückabwicklung der bestehenden Verträge, Schadenersatz und mehr. Dazu wenden Sie sich aber bitte an die entsprechenden Stellen. Das kann der Versicherer sein, dabei schreiben Sie am besten direkt an den Vorstand.

Beachten Sie auch die Folgen einer generellen Maklervollmacht, auf die Gefahren habe ich hier hingewiesen.

Die Gefahr der uneingeschränkten Maklervollmacht – und schon sind Ihre Rechte weg

 

03.
September '18

Die Gefahr der uneingeschränkten Maklervollmacht – und schon sind Ihre Rechte weg


Vor einiger Zeit habe ich über einen Einzelfall geschrieben, zumindest dachte ich das damals noch. Leider habe ich zwischenzeitlich von diesen „Kollegen“ zehn Fälle auf dem Tisch, alle nach dem gleichen Muster. Mittlerweile will der GF des Unternehmens, dass ich den Beitrag lösche, denn

“ (…) Im Wettbewerb der Unternehmen um Kunden spielen Bewertungsportale eine immens wichtige Rolle. (…) Zudem kommt es vermehrt zu missbräuchlich abgegebenen falschen Negativbewertungen bezüglich der Dienstleistungen und Waren der Konkurrenz, um deren Ruf zu schädigen und die eigene Position am Markt zu verbessern. Abgesehen davon, dass dies wettbewerbswidrig ist, wird durch falsche Negativbewertungen das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Betroffenen verletzt.“

Aber man wolle dem nachgehen, schrieb man mir im September letzten Jahres schon:

„Wir arbeiten mit vielen Untervermittlern zusammen und haben ca. 1000 Neunkunden pro Jahr. Da kann ich nicht garantieren, dass alle Kunden zufrieden sind, ich kann nur garantieren, dass ich jedem Fall persönlich nachgehe.“

Auch ein Anwalt schrieb mir dann im März nochmals, ich müsse unbedingt löschen. Werde ich aber nicht, da es wahr ist, mir entsprechende Erklärungen der Betroffenen vorliegen und nahezu jeden Monat ein neuer Fall dazu kommt. Gleiche Vorgehensweise. Auch aus der Geschäftsführung oder deren Umfeld soll es solche „Beratungen“ gegeben haben, schildert ein weiterer Betroffener. Ist aber sicher auch alles nicht wahr.

Nachdem mir an diesem Wochenende wieder zwei solcher Fälle vorgetragen wurden, hier nun einmal der Ablauf im Detail und die Gefahren, welche sich daraus ergeben.

Der Ablauf

1.) COLD CALL – Anruf zur Tarifoptimierung Ihrer PKV

Bei Ihnen (im Unternehmen, denn bei Privatkunden ist ein solcher „Cold Call“ verboten), ruft jemand an, druckst etwas herum und kommt am Ende darauf zu sprechen, man könne ja einmal die Private Krankenversicherung überprüfen. Schließlich „sei es bestimmt auch immer teurer geworden“ und man hätte ja die passende Lösung. Diese Anrufe werden meist nicht von dem Unternehmen mit dem Kompass durchgeführt, dazu beauftragt man Callcenter, was nicht unüblich ist.

2.) Terminvereinbarung zur unverbindlichen Beratung

Dann wird ein Termin vereinbart und es kommt ein, meistens kommen aber zwei, Berater ins Haus. In die Firma oder zu Ihnen nach Hause. Bei den letzten beiden Fällen handelte es sich um langjährige PKV Kunden. Aus einer der E-Mails zitiere ich einfach, denn hier wird gut beschrieben was dort wie ablief.

Hallo Herr Hennig,

ich bin seit 2003 bei der ____ privat krankenversichert. Anfangs im ____, später dann, mit Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit im ____ (danach Aussage meines bisherigen Maklers, in dem Fall, dass ich keinen ‚echten‘ Arbeitgeberzuschuss mehr bekomme, die höhere Selbstbeteiligung wirtschaftlich sinnvoller wäre. Nach einigen Runden der Beitragserhöhung habe ich dann mal nachgefragt, ob es da Handlungsbedarf, bzw. sinnvolle Handlungsoptionen gäbe. (…)

____ kam dann zu einem für mich erst einmal sehr trivialen Ergebnis, nämlich einen Tarif mit deutlich höherer Selbstbeteiligung zu wählen. Es ergab sich dann nicht nur bei meiner momentan gesundheitlich noch sehr guten Ausgangssituation (d.h. nicht Inanspruchnahme der Versicherung) eine Ersparnis, sondern selbst bei Inanspruchnahme unter Zurechnung der zusätzlichen Selbstbeteiligung. (…) Nur wenige Monate nach dem Wechsel kam dann die erste Beitragsanpassung. +80% für den ____. (…)dann nur die Aussage, dass man das nicht habe wissen können (so viel zu den tiefen Einblicken in die Kalkulation) man aber einen erneuten Tarifwechsel…

In diese nicht wirklich befriedigende Situation kam dann (mal wieder) ein Kalt-Akquise Anruf zur Optimierung meiner PKV, die situationsbedingt nicht auf den üblichen Widerstand meinerseits getroffen ist und an die ____ weitergegeben wurde. Ich dachte anhören kann man sich das ja mal

Dann kam ein Gespräch, welches dem in Ihrem Blog beschriebenen durchaus Ähnlichkeiten aufweist.

Empfohlen wurde ein Wechsel zur Hanse-Merkur, welcher bei ähnlichen Beiträgen, in den wesentlichen Bereichen ähnlichen Leistungen eine geringe Selbstbeteiligung bot. Als Problem wurde ausgemacht, dass mein ____ bereits seit vielen Jahren geschlossen ist und das sich hieraus ergebende hohe Durchschnittsalter zu in Zukunft hohen Beitragsanpassungen führen würde (wie ich diese zuletzt ja gerade erlebt hatte), während der Alterdurschnitt im Hanse-Merkur-Tarif dramatisch niedriger wäre, was über viele Jahre zu geringem anpassungsbedarf führen würde (was ein Blick in die Vergangenheit auch bestätigte). Erstmal einen Antrag stellen und sehen ob und zu welchen Bedingungen mich die Hanse-Merkur denn aufnehmen würde. (…)“

Hier gibt es gleich mehrere spannende Punkte, besonders solche, welche ich aus Sicht der Beratung, der Haftung und des Strafrechts durchaus für bemerkenswert halte, aber ich bin ja nur juristischer Laie.

In dem „unverbindlichen Gespräch“ werden dann Erläuterungen gegeben, siehe Stellungnahme des Betroffenen, in dem der alte Tarif möglichst schlecht dargestellt wird, die Beiträge explodieren werden und unbedingt ein Wechsel in einen neuen Tarif und eine neue Gesellschaft erfolgen muss. Auch nach 15 Jahren Vorversicherungszeit, mit neuem Eintrittsalter und neuen Fristen.

3.) Wir können ja einmal anfragen – ganz ohne Risiko

Jetzt folgt ein Antrag. Denn schließlich muss man erst einmal wissen wie denn der neue Versicherer, welches in allen Fällen die Hanse Merkur war, denn überhaupt reagieren würde. Dazu wird der Antrag vollständig ausgefüllt und muss vom Kunden unterschrieben werden. „Sie wissen ja, wegen Datenschutz und so“.

Weigert sich der Kunde seine Bankdaten anzugeben, weil es ja aus seiner Sicht nur eine Anfrage ist, so gibt der „Makler“ den Antrag mit dem Hinweis an die Hanse Merkur, der Kunde würde als Selbstzahler überweisen.

Hier war der Berater aber besonders kreativ, denn auch zu den Gesundheitsfragen hatte man da durchaus eine interessante Auffassung. Denn:

Außer meinem Heuschnupfen bräuchte ich die in Vorsorge-Untersuchungen diagnostizierten Vorerkrankungen, welche aber nicht einer Therapie bedurften und mittelfristig wahrscheinlich auch nicht bedürfen werden, nicht anzugeben. Sollte nach größer 3 Jahren dann doch eine Behandlung erforderlich werden, wären frühere Befunde oder die ‚Nichtangabe‘ einer Vorerkrankung ohnehin belanglos.

Das es eine Reglung gibt, wobei alle Diagnosen nicht abgabepflichtig sind, welche nicht behandelt werden ist mir neu, aber wahrscheinlich habe ich in fast 22 Jahren Beratung solches einfach nur nicht mitbekommen.

Die Probleme mit der vorvertraglichen Anzeigepflicht lesen Sie gern HIER nach.

Wenn aus einer „wir schauen mal“ Anfrage ein rechtsverbindlicher Antrag wird

4.) Wenn der Versicherungsschein nicht kommt und dennoch Fristen laufen

Nomalerweise hat sich der Gesetzgeber dabei etwas gedacht. Der Versicherer muss Sie ausdrücklich und drucktechnisch hervorgehoben, auf Ihr Widerspruchsrecht hinweisen. Das passiert in dem Versicherungsschein und sieht in etwas so aus:

Das ist auch gut so. Denn wer den Antrag als unverbindliche Anfrage gesehen hat und sich nun nicht mehr sicher ist, der wird mit der Nase darauf gestoßen- es wurde ein Vertrag und Sie müssen reagieren.

Ein Antrag ist ein Antrag und wird zu einem Vertrag – so schützen Sie sich vor falschen Beratern

Für diese speziellen Berater scheinen zudem eigene gesetzliche Regeln zu gelten. Während alle ein einheitliches Widerrufsrecht haben, gibt es am Main ein anderes. Hier kann man- dummerweise kann man es nicht schriftlich bekommen- ein spezielles Recht was nur nirgendwo steht.

„Da ich in den nächsten Wochen wenig zuhause sein werde, fragte ich, wie lange ich einen Wechsel zum 01.01.19 noch widerrufen könne, da ich das auch wegen des Verfalls meiner bisherigen Altersrückstellungen noch einmal in Ruhe betrachten möchte. Ich erhielt die Information, dass der neue Vertrag und die Kündigung meines aktuellen Vertrags noch bis notfalls 31.12.18 rückabgewickelt werden könnten.

Auf Nachfrage bei ____ sagte man mir, dass das für den direkt über mich auszuübenden Widerspruch gelten würde, sie als Makler für mich das aber noch bis Ende des Jahres alles folgenlos rückgängig machen können. Schriftlich können man mir das aber leider nicht bestätigen. Das sei so in der Branche…

4.) Maklervollmacht hebelt Kundenrechte aus

Nun hat dummerweise der Berater den Kunden immer gesagt „wir brauchen eine Vollmacht“. Das ist ÜBLICH und NORMAL und wird auch von mir so gehandhabt, denn sonst dürfte der Versicherer keinerlei Korrespondenz mit mir führen und ich würde über den Vertrag nichts wissen und auch nicht reagieren können. Bei einer unverbindlichen Anfrage bedarf es dieser aber nicht.

Hier reicht ggf. eine Datenschutzerklärung und eine Auskunftsvollmacht. Der große Knackpunkt und die Gefahr ist die so genannte Postempfangsvollmacht. Hiermit erlauben Sie dem Versicherer Fristsachen an den Makler zuzustellen. Versäumt dieser es, diese an Sie weiterzuleiten oder „vergisst“ er es einfach, so ist die Widerrufsfrist vorbei, obwohl Sie keinerlei Kenntnis von einem bestehenden Vertrag oder dem Versicherungsschein haben.

Liegt dem Versicherer nun eine solche Vollmacht vor, so muss er Sie gar nicht anschreiben. Das ist vergleichbar mit einem Anwalt und der Post des Gerichts. Das Gericht stellt rechtswirksam an den Anwalt zu. Versäumt der etwas, so müssen Sie es auch gegen sich gelten lassen.

Daher:

Viele Kollegen machen es gut, richtig und ehrlich und dann ist eine solche Vollmacht für die täglichen Geschäfte, Absprachen und Änderungen richtig und wichtig und erleichtert allen die Arbeit.

Will jemand aber die Situation ausnutzen, so können Sie Fristen versäumen, von denen Sie aber rein gar nichts wissen und wissen können. Schließlich haben Sie Ihre „Rechte“ mit der Vollmacht auf einen Dritten übertragen. Dieses bestätigt auch die Hanse, nachdem ein anderer Kunde widerrufen wollte, weil er den Versicherungsschein gar nicht kannte und immer noch glaubte er habe nur eine unverbindliche Anfrage gestellt.

Für eine unverbindliche Prüfung braucht es keinen Antrag

Wer also nur einmal „prüfen lassen will“, ob er überhaupt versicherbar ist, der braucht keineswegs einen kompletten Antrag und sollte den auch nicht stellen. Es macht absolut null Sinn (es sei denn man führt etwas im Schilde) den Antrag komplett auszufüllen, alle Angaben zur Person, Bankverbindung und Gesundheit zu machen und alles zu unterschreiben.

Wenn „ANTRAG“ drüber steht, dann ist es auch so einer.

Sollte der Berater meinen es geht nur so, schreiben Sie DICK UND LESBAR oben drauf „Probeantrag“, „unverbindliche Anfrage“ oder dergleichen. Nur dann laufen Sie nicht Gefahr einen Vertrag zu schließen, den Sie nie wollten.

Wer ist nun schuld, an wen kann ich mich wenden?

Zuerst einmal überlegen Sie gut mit wem Sie was machen und lesen Sie genau was Sie unterschreiben. Auch sollten Sie hinterfragen warum da eben „Antrag“ steht, wenn es nur eine Vorprüfung, Testen der Versicherbarkeit oder eine Voranfrage werden soll.

Maklervollmachten sind wichtig und richtig, aber bergen nicht unerhebliche Gefahren.

Haben Sie nun zwei Verträge, weil der Makler den alten nicht gekündigt hatte und der neue nun auch abbucht, wie in einem anderen Fall von heute, dann reagieren Sie! Schnell!

Natürlich haben Sie ggf. einen Schadenersatzanspruch gegen den Berater oder seine Firma. Dazu lassen Sie sich bitte juristisch beraten. Einen Anspruch durchzusetzen ist aber weitaus komplexer und schwieriger und manche Rechte (alte Rückstellungen, Eintrittsalter, Gesundheitszustand, mehr Leistungen im Altvertrag) bringt es Ihnen auch nicht mehr zurück, es entschädigt Sie vielleicht finanziell. (wenn Sie denn den Prozess durchhalten und gewinnen).

Kann ich die Maklervollmacht kündigen?

Ja klar. Eine Maklervollmacht ist kündbar, jederzeit. Das sollten Sie dann auch tun und bitte nicht nur gegenüber dem Makler, sondern auch gegenüber dem Versicherer. Denn nur wenn dieser auch Bescheid weiß, wird es wirksam. Es könnte ja sein, der Berater „vergisst die Weiterleitung der Kündigung“. 🙂

Auch sollten Sie einmal nach den Unterlagen fragen, also beim Versicherer was er alles hat (er muss auch die Maklervollmacht haben, sonst kann er ja nicht an den Makler zustellen. Macht er das dennoch, so wäre es zumindest fragwürdig.

Auch können Sie natürlich eine Selbstauskunft nach DSGVO verlangen. Ich würde durchaus beides tun. Schreiben an Makler mit Kündigung Maklervertrag, Entzug Vollmacht und Auskunft nach DSGVO. Ebenso ein Schreiben an die Hanse Merkur mit gleichem Inhalt und Frist zur Bestätigung.

Zum Beispiel könnte es so aussehen, wie es einer der Frageneden hier gemacht hatte. (Quelle zur DSGVO Auskunft: aboalarm.de)

„Hanse Merkur Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit
Siegfried-Wedells-Platz 1
20354 Hamburg

Fax: 040 4119-3257

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu der Vers. Nr. ____________ liegt mir bisher der Versicherungsschein noch nicht vor.

Rein vorsorglich teile ich Ihnen aber mit, dass ich sämtliche, gegenüber der Firma _____ erteilte Vollmachten hiermit widerrufe und bitte um schriftliche Bestätigung. Ich untersage Ihnen hiermit jedwede Weitergabe von persönlichen Daten, vertragsrelevanten Informationen oder anderen Daten meine Person oder den Vertrag betreffend.

Bitte bestätigen Sie mir dieses umgehend, spätestens jedoch binnen ____ Tagen ab Zugang dieses Schreibens.

Ich möchte hiermit von meinem Auskunftsrecht gem. Art. 15 DSGVO Gebrauch machen und bitte Sie daher, mir innerhalb der einmonatigen Frist nach Art. 12 Abs. 3 S. 1 DSGVO, über folgende Punkte Auskunft zu erteilen:

  1. Ist/Soll eine Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt/erfolgen oder nicht? Bitte senden Sie mir eine Kopie zu bzw. erstellen mir einen Zugang zu meinen personenbezogenen Daten, die Sie erhoben haben und/oder verarbeiten.
  2. Bitte senden Sie mir einen Bericht darüber zu, inwiefern meine personenbezogenen Daten von Ihnen im Einzelnen verwendet wurden/in Zukunft verwendet werden. Bitte klären Sie mich auch über Ihre TOMs/weitere Schutzmaßnahmen sowie die geplante Speicherdauer auf.
  3. Bitte senden Sie mir eine Liste aller Dritten bzw. Auftragsverarbeiter zu, die Zugriff auf meine personenbezogenen Daten haben (könnten) und die betreffenden Rechtsgrundlagen.
  4. Sollten Sie aus anderen Quellen als von mir persönlich Daten mich betreffend erheben, teilen Sie mir bitte entsprechend Art. 14 DSGVO alle Informationen über diese Quelle mit.

Diese Anfrage steht unter der Bedingung, dass Ihre Antwort kostenfrei für mich ist.

Auskunftsersuchende:

______

Zuletzt senden Sie mir bitte eine vollständige Kopie der bei Ihnen eingegangenen Antragsunterlagen und sonstiger Formulare mit meinen Daten und Unterschriften.

Mit freundlichen Grüßen“

Und dem Makler schrieb er folgendes:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich die bestehende Maklervollmacht und den geschlossenen Maklerauftrag ab sofort fristlos. Ich bitte um schriftliche Bestätigung binnen der kommenden 5 Tage nach Zugang dieses Schreibens/ Fax.

Sämtliche weitere Korrespondenz in meinem Namen mit Versicherern, Ärzten oder anderen Beteiligten untersage ich Ihnen.

Ebenso senden sie mir bitte nach DSGVO eine Auskunft aller gespeicherten Daten über mich und meinen Vertrag. Die Kopie aller Unterlagen und auch eine Kopie des Antrags und der Beratungsdokumentation senden Sie bitte binnen der kommenden 7 Tage an meine Ihnen bekannte Anschrift.

Eine telefonische Kontaktaufnehme untersage ich hiermit ebenfalls vollständig.

Mit freundlichen Grüßen“

Sie sehen, es ist doch einiges an Arbeit und alles nur, weil einem Berater, oder zweien ohne weiteres Hinterfragen geglaubt wurde. Aber… SIE MÜSSEN handeln, oder leider mit den Konsequenzen leben.

und hier noch etwas zum Thema…

Die Herren vom Main laufen immer noch in die falsche Richtung – es ist eine Schande für die Branche, leider!

27.
Juni '18

Die Herren vom Main laufen immer noch in die falsche Richtung – es ist eine Schande für die Branche, leider!


[Lesezeit ca. 12 Minuten]

Es gibt so Tage, da kann ich gar nicht soviel essen, wie ich k…. könnte. Nein, es hat niemand meinen Account gekapert, auch schreibt niemand unter meinem Namen. Ich habe heute einfach gestrichen die Nase voll und kann mich nur schwer zurückhalten. Daher werde ich diesen Beitrag wohl auch morgen nochmals gegenlesen, dann sicher einige Passagen sprachlich entschärfen und dann online stellen. Warum? Weil mir heute wieder einmal vor Augen geführt wurde, wie verlogen und hinterlistig einige „Kollegen“ sind. Ich traue mich gar nicht diese als Kollegen zu bezeichnen, denn solche sind es nicht. Es gibt eine Reihe von guten Maklern, gute Versicherungsvertreter und Vermögensberater und es geht mir heute keinesfalls um ein Bashing, weder gegen einzelner Berufsstände, geschweige denn einzelner Berater. Aber eine Firma, welche ebenfalls in der Branche tätig ist ihr Unwesen treibt, schafft es immer und immer wieder den Vogel erneut abzuschießen.

Die Vorgeschichte

Erster Akt

Es gab schon vor ca. 18 Monaten einen Beitrag, einen der hinterlistige Berater beschrieb, solche die man niemals auf Kunden loslassen sollte. Hier können Sie die Geschichte vollständig nachlesen und sich selbst ein Bild machen. Nicht nur dieser Fall beschäftigt Juristen.

Zweiter Akt

Dann, knapp ein Jahr nach dem Erscheinen der Geschichte hat wohl der Geschäftsführer des Unternehmens einmal selbst nach seinem Unternehmen gegoogelt oder er wurde darauf angesprochen und schrieb mir daraufhin eine E-Mail. Tenor der Mail:

  • – ich verbreite falsche Tatsachen über sein Unternehmen
  • – es war alles ganz anders und der Kunde hat mich belogen
  • – es verletzt das Persönlichkeitsrecht seines Unternehmens und ich müsse ihm Schadenersatz zahlen

Nachdem ich dann freundlich mit einigen Fakten geantwortet hatte, schrieb er mir, der Fall gehe nun an den Anwalt. Dann teilte er mir aber vorher noch mit: „Wir arbeiten mit vielen Untervermittlern zusammen und haben ca. 1.000 Neukunden pro Jahr. Da kann ich nicht garantieren, dass alle Kunden zufrieden sind, ich kann nur garantieren, dass ich jedem Fall persönlich nachgehe.“

Soweit, so richtig. Klar kann ein Geschäftsführer nicht jeden einzelnen Schritt seiner Mitarbeiter überwachen und keinesfalls sitzt er bei einer Beratung dabei. Dennoch, ein Unternehmen muss eben sicherstellen und solange optimieren, bis sich solche Fälle lösen und nicht zur Normalität verkommen. Daran bestand aber wohl wenig Interesse, denn es ist ja einfacher einem, der etwas negatives schreibt, zu drohen und „Anwälte auf den Hals zu schicken“. Dann braucht man die eigenen Prozesse ja nicht überdenken und bearbeiten.

Was mich hier nur wundert? All diese angeblich falschen Behauptungen sind belegt. Teilweise mit eidesstattlichen Aussagen, teilweise mit Schriftstücken, nachweisbar und nachvollziehbar.

Dritter Akt

Weitere Kunden melden sich. Sie haben im Blog gelesen und ebenfalls Probleme mit dem Unternehmen. Auch hier seien Gesundheitsfragen verharmlost worden „Thrombose? Brauchen Sie nicht angeben, war ja nur im Unterschenkel.“ und führen nun zu großen Problemen. Der Versicherer wittert Betrug, beginnt mit einer Prüfung der Anzeigepflicht und der Kunde ist sich nunmehr sicher: „das war so alles nicht richtig, aber wir haben dem Berater geglaubt.“. Diesmal war es nicht einfach nur „irgendein Untervermittler“, mehr kann ich aber aufgrund eines möglicherweise anstehenden Prozesses des Kunden noch nicht dazu schreiben.

Doch das sollte nicht der einzige „Folgefall“ bleiben, dazu aber nachher mehr.

Vierter Akt

Der Anwalt wurde dann beauftragt und schrieb mir einen Brief. Das war dann wohl irgendwann im März. Ohne dass ich auch nur einmal irgendwo den Namen des Kunden erwähnt hatte, stand im Anwaltsschreiben nun ein Kundenname. Interessant, wo man doch gar nichts gemacht haben will und der Kunde hier natürlich auch schuld sein soll. Wie viele solcher Fälle man wohl dazu hat? Ich zumindest habe weder gesagt noch bestritten, dass es sich um den nun zitierten Fall handelt.

Dennoch hat man eine Geschichte aufgeschrieben und ist weiter der Meinung, alles falsch, alles gelogen, der Berater hat alles richtig gemacht und der Kunde erzählt hier die Unwahrheit. Das kann und darf ich natürlich nicht schreiben. Komisch, denn auch Kollegen kennen solche Fälle und prozessieren teilweise schon

Zum Glück leben wir in einem Land, wo die Pressefreiheit groß geschrieben wird, wo durchaus auch unangenehme Wahrheiten geschrieben werden dürfen. Daher habe ich versucht, in knapp vier DIN A4 Seiten die Sache etwas genauer zu erklären. Vielleicht hat ja der Mandant bei der Beauftragung seines Anwaltes auch nicht an alle Tatsachen gedacht oder der Berater hat ihm einfach auch nicht alle Tatsachen erzählt? Kann ja sein, wer weiß das schon.

Seitdem passierte nichts. Entweder wurden weitere Auskünfte nachgeliefert und das Bild hat sich nun doch verändert, oder aber die Gerichte haben einfach viel zu tun und warten mit der Zustellung der Klageschrift an mich noch ab, wer weiß. Vielleicht werden wir es noch erleben, vielleicht kommt auch zu dem alten Fall nichts mehr. Macht auch nichts, wir haben nun einen neuen, mal wieder.

Ein neuer Fall

Eines möchte ich vorab loswerden. Hier ist das Kind noch nicht ganz in den Brunnen gefallen und daher ist es durchaus noch zu retten. Was nicht bedeutet, dass damit der Fall abgetan oder erledigt ist. Lediglich finanziell oder auch vom Vertragszustand ist es noch nicht unlösbar. Nachdem ich also heute einen „Gespräch“ über den Live Chat hatte und anschließend ein langes Telefonat führte, hier einmal etwas mehr Details zur der Geschickte.

Da arbeitet jemand in einem kleinen Unternehmen. Nicht viele Mitarbeiter. Ein ausländischer Geschäftsführer, ein Prokurist und eben einige Mitarbeiter sind dort beschäftigt, einer von ihnen sollte seit kurzem in der Situation sein, sich selbst für die gesetzliche oder private Krankenversicherung zu entscheiden, kurzum, er verdient seit einigen Monaten genug und ist nun freiwillig versichert. (weitere Details zu der freiwilligen Versicherung hier)

Während er nun eher zufällig ans Telefon in der Firmenzentrale geht, meldet sich ein Anrufer und fragt nach dem Geschäftsführer. Eher geheimnisvoll, denn genau sagen worum es geht wolle er nicht. Nachdem an einem der folgenden Tage der Anruf erneut kommt, rückt man damit raus. Man suche den Geschäftsführer oder Prokuristen, etwas Wichtiges wolle man besprechen. Nach weiteren Nachfragen endlich einige Details. Kurzum, der Angerufene erwähnt nun, wenn sich hier einer privat versichern könne, dann er. Schon „hörte man das Blitzen in den Augen“ und es ging los. Ob er sich das dann nicht einmal anhören wolle. Unverbindlich und natürlich kostenlos.

So kommt es zu einem Beratungsgespräch und der Berater stellt dem Interessenten das Thema PKV und den Wechsel dorthin vor. Die Herren kamen gleich zu zweit, einer allein kann auch schlecht so dämlich sein. Die Beratung dauerte, inklusive des Antrages, aller weiteren Unterlagen und allem „Drum und Dran“ knapp 1-1,5 Std., erinnert sich der Interessent heute. [wie lange eine Beratung normalerweise dauert, das habe ich hier einmal erklärt]

Nachdem einige Fragen besprochen sind, muss natürlich erst einmal geklärt werden, ob er sich denn versichern wolle. Auch aber, ob er überhaupt versicherbar ist und die Gesellschaft ihn nehmen würde. Daher muss man einmal eine Anfrage machen, ganz unverbindlich und kostenlos.

Kopien von Vorschlägen, Unterlagen oder gar Bedingungen gibt es keine, wollte man per Mail senden, hat man aber nicht.

Unterschreiben muss der Kunde diese ja auch noch, nebst Vollmacht und vorsorglicher Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse. Letztgenanntes ist übrigens gar nicht verkehrt, wenn der erste Wille besteht zu wechseln, da die „Kündigung der GKV völlig risikolos möglich ist“ [hier weitere Hintergrundinformationen zur GKV Kündigung nachlesen]. Also werden diverse Unterlagen ausgefüllt und unterschrieben. Kopien hat der Kunden sonderbarerweise nicht bekommen. Warum auch. Auch hat dieser dieses nicht weiter hinterfragt, wollte er doch nie einen richtigen Antrag stellen, sondern nur einmal unverbindlich prüfen lassen, ob er möglicherweise überhaupt versicherbar ist. Warum aber hier eine anonyme Anfrage sinnvoller wäre? [hier weitere Details nachlesen]

So ging man dann auch auseinander und verabredete sich für weiteren Kontakt, wenn man neue Erkenntnisse habe. Der Interessent war soweit zufrieden, hat ja nun alle Zeit der Welt. Auch waren Tarife noch nicht entschieden, weder Details zum Vertrag noch zur Gesellschaft. Daher machte sich der möglicherweise bald privat versicherte Kunde auch keine Gedanken, wollte sich auch noch anderweitig informieren und beraten lassen.

Doch die Verwunderung geht dann einige Zeit später los. Der Berater sendet ihm per Mail irgendwann ohne weitere Informationen eine Kopie einer Police. Dabei ist noch nicht klar, warum der Vermittler diese bekommen hat, der Versicherer hat dem Kunden die Police nicht zugeschickt, bis heute nicht. Spätestens dann wäre dem Kunden ja aufgefallen, dass hier etwas nicht zu stimmen scheint. Also informiert der Interessent seinen Berater über den Fehler und lässt ihn wissen: „So war das nicht abgesprochen, ich sollte nur eine Anfrage machen, nichts abschließen.“ Aber der Vermittler beruhigt. „Alles gut, machen Sie sich keine Sorgen, wir mussten ja erst einmal testen ob Sie versicherbar sind.“

Die GKV bestätigt eine Kündigung

Doch dann, dann wird es kurios. Obwohl der Vermittler wusste was die korrekte Willenserklärung des Kunden war, nämlich unverbindlich anzufragen und auch der Kunde ihm nochmals deutlich per Telefon genau das mitteilte, ist die so genannte Folgeversicherungsbescheinigung wohl zur GKV geschickt worden. Das kann unmöglich der grüne Versicherer aus dem Norden der Republik getan haben, denn Versicherer versenden an die gesetzlichen Krankenkassen keinerlei Folgeversicherungsbescheinigungen. Dafür ist der Kunde verantwortlich und muss sich hier darum kümmern.

Dennoch hat die Krankenkasse nun aktuell die Beendigung der Mitgliedschaft final bestätigt. Zum Glück, denn erst durch dieses Schreiben ist der Kunde auf den Schwindel aufmerksam geworden, hat Google bemüht und landete am Ende hier um mir von dem Fall zu erzählen.

Fragen über Fragen

Warum hat aber der Berater hier erneut gegen den Willen des Kunden gehandelt?

Warum werden hier, auch wenn der Kunde keinen Vertrag wollte und keinen Antrag stellen wollte, Unterlagen falsch weitergebenen? Warum wird aus einer „unverbindlichen Anfrage“ ein rechtsverbindlicher Antrag den der Versicherer mit einer Police beantwortet?

Nun, das ist nur mit Zufällen bei einem Vermittler zu erklären. Nur der hatte die Daten des Kunden, nur der kann die Annahmeerklärung/ Bescheinigung der Folgeversicherung bekommen und an die gesetzliche Kasse weitergeleitet haben. Sicher ist das hausintern und ausversehen passiert, anders kann ich mir das nicht erklären.

Auch stellt sich nicht erst seit dem 25. Mai 2018 die Frage, wie hier mit Daten und Informationen des Kunden umgegangen wird.

Mit welcher Berechtigung und aufgrund welcher gesetzlichen Grundlage verschickt der Berater hier Daten und Unterlagen an die gesetzliche Kasse?

Wo ist die Kopie des Antrages geblieben und was hat der Interessent vielleicht noch alles unterschrieben, ohne es genau gelesen oder geschweige denn eine Kopie bekommen zu haben?

Jetzt muss eine Lösung her. Irgendwie muss der Kunde ja zu seinem Recht kommen und es muss doch möglich sein, dass sich Berater an das halten was Ihnen gesagt wird.

Die Lösung

Zunächst einmal steht es mir als Blogger und auch uns als Makler nicht zu, rechtlichen Rat zu geben. Dennoch werde ich versuchen, hier einige Erläuterungen zu liefern und die gesetzlichen Grundlagen darzustellen, auch ohne konkret im Einzelfall zu beraten.

Vertragserklärung und Widerrufsrecht

Der Gesetzgeber hat, zuletzt mit der Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes vor einigen Jahren, klare Grundlagen geschaffen. Demnach muss der Versicherer den Antragsteller auf seine Rechte hinweisen, ihm alle vertragsrelevanten Unterlagen zusenden und dann über sein Widerrufsrecht informieren. Um also bei unserem Beispiel zu bleiben, der Kunde muss von der Hanse den Versicherungsschein bekommen, (mehr …)

10.
April '18

Wenn die Vermittlerin lügt – „Die Thrombose war ja nur im Unterschenkel, da brauchen Sie diese nicht angeben!“


Seit nunmehr zwanzig Jahren bin ich in der Vermittlung und Beratung von biometrischen Produkten unterwegs. Seit 2007 können Sie meine Erfahrungen und Erlebnisse hier im Blog mitverfolgen und haben sicher nicht nur einmal- mit mir gemeinsam- den Kopf geschüttelt. Klar manchen Menschen Fehler, klar passieren bei vielen Beratungen auch einmal Fehler. Davon kann und soll sich niemand freisprechen. Wenn allerdings strafrechtlich relevante Punkte berührt werden, wenn Anträge beim Versicherer anders ankommen, als die Kopie beim Kunden, dann ist schon etwas „seltsam“.

Vor einigen Jahren hatte ich genau über diesen „Kollegen“, richtigerweise über einen seiner Mitarbeiter, schon einmal geschrieben. Da ging es um einen anderen Fall und dort waren und sind einige Ungereimtheiten in der Sache selbst aufgetreten. Diese zu klären steht jedoch im Aufgabenbereich der Staatsanwaltschaft und daher möchte ich ihn keineswegs vorverurteilen. Doch nun liegen mir zwei weitere Fälle vor, einen davon möchte ich Ihnen heute gern etwas genauer erzählen, machen Sie sich einfach selbst ein Bild.

Es handelt sich um eine Familie. Selbstständige, fleißige Menschen aus der Dienstleistungsbranche und vielleicht manchmal etwas zu gutgläubig. Das meine ich keineswegs böse, sie haben schlichtweg der Beraterin geglaubt und die Aussagen dort als gegeben und ungeprüft hingenommen.

Die Ausgangslage

Die Famile, Mutter 44 Jahre alt, Vater 48 Jahre alt und die Tochter zehn Jahre, wurden vor einigen Jahren beraten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kunden bereits 13, 9 und 10 Jahren bei einem anderen privaten Krankenversicherer versichert. Hier bestanden Vollkostenverträge, also solche die Eintrittsalterrelevant sind und natürlich Alterungsrückstellungen bilden. Solche Rückstellungen waren damals nicht portierbar, konnten also nicht mitgenommen werden.

Die Beratung

Die Versicherten waren also lange bei einem Versicherer, Zahnstaffeln und Summenbegrenzungen waren bereits vorbei. Ob hier ein Wechsel Vorteile brachte, also außer für den Vermittler, mag ich einmal vorsichtig in Frage stellen. Laut Auskunft der Versicherten wurden Sie aber angesprochen und dann zu einem Wechsel beraten und sollten aus Köln nach Hamburg wechseln, also bezogen auf den Sitz des Versicherers.

Selbst wenn es also eine Unzufriedenheit mit dem Versicherer gegeben hätte, eine Prüfung ob es eine interne Umstellungsmöglichkeit gegeben hätte, wäre sicher nicht die schlechteste Idee gewesen.

Stattdessen wurde ein Wechseln angestoßen. Dazu wurden also im Jahr 2015 Beratungen durchgeführt (und die eigenen Fehler zum Glück fein säuberlich in dem Beratungsprotokoll dokumentiert). Nach dem Ergebnis kam es nun zur Antragstellung. So werden Anträge auf einen neuen Versicherungsschutz mit Beginn 01. 01. 2016 und (für zwei Personen) mit Beginn 1.1.2017 gestellt. Wie das geht, wo doch eine Vordatierung des Antrages maximal 6 Monate ging? Nun, man hat dem Kunden folgendes verkauft.

Anträge aus 11/2015

Frau soll wechseln zum 1.1.2016 – Antrag soweit normal vordatiert

Mann soll wechseln zum 1.1.2017 – Antrag auf Anwartschaft ab 1.5.2016, dann Beginn 1.1.2017

Kind soll wechseln zum 1.1.2017 – Antrag auf Anwartschaft ab 1.5.2016, dann Beginn 1.1.2017

Warum macht man das? Weil der Vermittlerin das Geschäft nicht entgehen sollte vielleicht? Denn eine Anwartschaft kann durchaus Vorteile haben. Der Kunde zahlt hierfür einen Beitrag mit Beginn der Anwartschaft und zahlt diesen solange (ca. 25% des normalen Beitrages), bis der Vertrag richtig beginnen kann. Also in unserem Fall für die Monate Mai bis Dezember 2016. Klar, denn so konnte man im November 2015 schon das „Geschäft eintüten“ und schließlich zahlt es ja der Kunde.

Ungeachtet dessen, ob die Beratung und der Wechsel überhaupt richtig waren, wurden so dem Kunden einige Monate Anwartschaftsbeitrag aufgebürdet.

Was wäre die Alternative?

Natürlich wäre es möglich gewesen, den Antrag auf Krankenversicherung erst später, also Mitte 2016 zu stellen. Antragstellung im Juni 2016 hätte bedeutet, kostenfreier Schutz bis Jahresende und normaler Wechsel zum 1.1.2017. Aber natürlich will man das nicht, schließlich könnte der Kunde sich das ja anders überlegen und vielleicht noch eine passendere Beratung bekommen.

Noch schnell „ein Jahr jünger“ in die Private Krankenversicherung (PKV)

Richtig ist aber auch, in so einem Fall wären Erkrankungen von November 2015 bis zur Antragstellung im Juni 2016 abgabepflichtig gewesen. Klar kann in der Zeit etwas passieren und würde dann zu einem Zuschlag oder gar zur Ablehnung führen, das ist klar. Ob man sich aber mit knapp 700 € Anwartschaftsbeträgen hier einen Gefallen getan hat? Mag es einfach jeder selbst entscheiden.

Wenn die Vermittlerin lügt

Nun hat eine Krankenversicherung Gesundheitsfragen. Immer! Dort möchte der Versicherer seinen Kunden, oder besser den potentiellen Kunden, kennenlernen und sich ein Bild über den Gesundheitszustand machen.

Da die Tochter sich zum Zeitpunkt der Antragstellung in einer Behandlung befand, sollte Ihr Wechsel eben nicht mit der Mutter zum 1.1.16, sondern zum 1.1.17 vollzogen werden. Die laufende Kieferorthopädische Behandlung wäre zu diesem Zeitpunkt das k.o. für die neue KV gewesen. Also kam die Beraterinnenaussage: „Ach, bleiben Sie erstmal bei der A. und machen die Kieferorthopädie zu Ende, wir stellen jetzt den Antrag für die Tochter dann zum 1.1.2017 und sie wechselt dann.“

Soweit keine so summe Idee, ist doch dann eine Behandlung abgeschlossen und vielleicht eine bessere Annahme möglich. Dumm nur, im Antrag findet sich keinerlei Hinweis. Schlimmer noch, die Frage 12 ist einfach und frech mit NEIN angekreuzt und das obwohl bekannt war (war ja der Grund für die Wahl). Klar kann man nun sagen „das lesen die Kunden und die unterschreiben es ja auch.“ und auch „die sind ja naiv“. Klar kann man das. Aber schauen wir einmal weiter.

Während der Vater einen Zuschlag bekommt aufgrund einer angegebenen Erkrankung mit regelmäßigen Medikamenten, ist es bei der Mutter etwas anders. Diese äußert gegenüber der Vermittlerin eine Thrombose. Im Krankenhausbericht steht dazu:

Nun schauen wir uns dazu also einmal die Antragsfragen an. (ja, es fällt in den Zeitraum von 3 Jahren) und lesen dort:

Was meinen Sie? Welche der Erkrankungen ist denn wie in die Antragsfragen zu schreiben? Dazu ist es wichtig einmal genau zu schauen, wie diese formuliert sind. Maßgebend sind bei unserer Kundin die Fragen 1, 2 und 3.

Was genau hätten Sie dazu in die Antragsfragen geschrieben?

Durch die erste Frage sind bereits die Behandlungen erfasst. Also allein der Besuch im Krankenhaus (dabei ist es egal ob ambulant oder stationär, da in den letzten drei Jahren gewesen) sind anzugeben. Dazu die Diagnosen des Berichtes. Auch unter Frage zwei fällt es, denn Untersuchungen haben nun einmal stattgefunden, selbst wenn diese ohne einen weiteren Befund gewesen WÄREN.

Doch es kommt anders. Die Kundin ist sich nicht sicher und so bietet die Vermittlerin an, sich einmal mit dem Versicherer in Verbindung zu setzten. Das passiert dann auch und als Antwort kommt dann:

„Die Unterschenkelthrombose brauchen Sie aber nicht angeben, da diese ja nur im Unterschenkel war.“

Die Dame gibt gegenüber der Kundin an, Sie habe „mit dem Risikoprüfer gesprochen“ und der „hätte dieses nochmals so bestätigt.“ Das ist aber eine glatte Lüge. Niemand, kein einziger Risikoprüfer wird jemals so eine Aussage treffen, nicht schriftlich und schon gar nicht telefonisch. Warum auch, denn dazu ist der Antrag ja eindeutig. Dort ist eine Frage gestellt, oder besser mehrere.

Dennoch und auch deshalb, weil bei dem Mann mit entsprechenden Vorerkrankungen ein Zuschlag erhoben wurde, verlässt sich die Familie auf die Aussage der Kundin. In dem Antrag steht damit nichts. Einzige Gesundheitsangaben die im Antrag angeben wurden sind „Vorsorgeuntersuchungen ohne Befund (Frauenarzt, Zahnarzt)“, sonst aber rein gar nichts.

Nicht einmal der Arztbesuch, keine weiteren Behandlungen, die wir mittlerweile aus der Krankenakte kennen. Keine Medikamente, keine Beschwerden.

Klar kann man auch hier wieder argumentieren: „Das hätte die Kundin doch wissen müssen, sie hat es ja unterschrieben.“ und ja, natürlich trifft sie hier eine gewisse Mitschuld. Aber: Hätte die Vermittlerin hier nicht gelogen und bewusst vorgegeben „sie habe mit dem Risikoprüfer gesprochen und es vorab geklärt“, wäre es zu der Situation nie gekommen.

Nun ist guter Rat teuer

Doch was nun? Warum kommt der Fall überhaupt Jahre später auf den Tisch? Nun, weil sich die Kunden natürlich darüber gar keine Sorgen gemacht haben, denn diese waren ja in dem Glauben, eine Angabe sei nicht nötig. Auf einer nun später eingereichten Rechnung hat der Versicherer aber nun „Wind davon bekommen“ und (mehr …)