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24.
März '20

Kurzarbeit und die Private Krankenversicherung – Fragen und Antworten


Das Thema Kurzarbeit und private Krankenversicherung, aber auch das Thema Kurzarbeit generell beschäftigt aktuell viele Arbeitnehmer und Unternehmen. Dabei tauchen auch hier im LiveChat immer wieder fast gleiche Fragen auf. Ich habe mich daher entschlossen einige von diesen Fragen etwas zu bündeln und eine einer Art „FAQ“ zusammenzusammeln. Sollten Ihnen weitere Fragen einfallen, senden Sie diese gern über das Kontaktformular, im LiveChat oder als Kommentar zu diesem Beitrag.

Bitte beachten Sie zudem vorab: Dieser Beitrag stellt eine Sammlung von Fragen und Antworten dar. Eine individuelle Beratung oder gar Rechtsberatung ist hier weder erlaubt noch möglich. Dazu wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt oder Steuerberater.

HINWEIS: Sie können direkt auf die Fragen klicken und springen direkt dort hin.

1.) Tritt durch Kurzarbeit Versicherungspflicht ein?

Nein. Allein durch die Kurzarbeit tritt keine Versicherungspflicht ein. In der Zeit der Kurzarbeit wird weiter ein fiktives Einkommen in der identischen Höhe wie bisher angenommen und damit gibt es (fiktiv) kein verändertes Einkommen.

Das bedeutet also. Haben Sie zum Beispiel Januar bis März ein Bruttoeinkommen von 6.000 € gehabt und diese reduziert sich durch Kurzarbeit in den Monaten April bis August auf 2.000 € (oder einen anderen Betrag), so bleibt Ihr anzurechnendes Jahreseinkommen zur JAEG (und damit zur Prüfung ob Versicherungspflicht eintritt) bei 72.000 €. (Dabei werden 12 Monate a 6.000 € angesetzt)

Auszug aus dem Rundschreiben der Spitzenverbände der Krankenkassen „Versicherungsfreiheit von Arbeitnehmern bei Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze vom 20. März 2019“:

Ein bei vorliegender Versicherungsfreiheit nur vorübergehendes Unterschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze, das ohne Auswirkungen auf den Versicherungsstatus bleibt, wird nur in engen Grenzen für zulässig und vertretbar erachtet und ist auf wenige Sachverhalte beschränkt. In Betracht kommen im Wesentlichen die Fälle der Kurzarbeit (mit Ausnahme des Bezugs von Transferkurzarbeitergeld) und der stufenweisen Wiedereingliederung in das Erwerbsleben. In diesen Fällen bleibt der Versicherungsstatus für die Dauer des jeweiligen Tatbestandes unverändert. Dies ist gerechtfertigt, da das aus Anlass der Kurzarbeit oder der Wiedereingliederung ausfallende regelmäßige Arbeitsentgelt durch eine Entgeltersatzleistung (Kurzarbeitergeld bzw. Krankengeld) ersetzt wird und der eigentliche Entgeltanspruch dem Grunde nach unberührt bleibt.

1.1.) Wie wird die Kurzarbeit am Jahresende bei dem Gesamteinkommen berücksichtigt?

Hierbei ist es, wie unter 1.) beschrieben. Nicht nur bei der monatlichen Bewertung, auch bei der Betrachtung der Jahreseinkünfte wird hier fiktiv weitergerechnet und der Arbeitgeber meldet hier keine Versicherungspflicht. Das sollten Sie jedoch am Jahresende selbst im Auge behalten, da hier Fehler schnell zu größeren Problemen führen können.

2.) Wie berechnet sich das Kurzarbeitergeld – Onlinerechner

Das Kurzarbeitergeld (KUG) berechnet sich nach einem fixen Satz. Dabei muss zuerst der Einkommensverlust durch die Kurzarbeit berechnet werden.

Würden wir eine Steuer nicht berücksichtigen, so sieht das vereinfacht so aus.

  • bisheriges Brutto: 6.000 €
  • Kurzarbeit 50% Brutto (0-100% möglich): 3.000 €
  • Differenz: 3.000 €

Das Kurzarbeitergeld beträgt nun 60% (ohne Kinder) oder 67% (mit Kinderfreibetrag).

Mit dem Rechner (EXTERNER ANBIETER) oder vielen anderen Kurzarbeitergeldrechnern können Sie das exakte Kurzarbeitergeld berechnen.

Mit diesem Rechner lassen sich die Auswirkungen einer Kurzarbeit berechnet. Nach Eingabe Ihrer persönlichen Daten erhalten Sie Ihre individuelle Berechnung des Kurzarbeitergeldes.

2.2.) Kann der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aufstocken?

Ja, der Arbeitgeber kann, wenn es seine Leistungsfähigkeit zulässt, das Kurzarbeitergeld aufstocken. Dabei gelten einige Besonderheiten, welche sich hier insbesondere mit den Sozialabgaben auf diesen Zuschuss beschäftigen.

Generell gelten zunächst die gleichen Eckdaten wie bisher bei der Berechnung des Kurzarbeitergeldes (KUG). Dabei ist das bisherige Einkommen das so genannte SOLL-Entgelt.

Das Einkommen während der Kurzarbeit das so genannte IST-Entgelt.

Darauf aufgesetzt folgt das Kurzarbeitergeld, nach den Sätzen 60% des entfallenden Einkommens bei Arbeitnehmern ohne Kinder und 67% bei Arbeitnehmern mit Kindern.

JETZT folgt die Aufstockung.

Hierbei ist es zulässig, das IST Entgelt + Kurzarbeitergeld (das wäre der Betrag den der Arbeitnehmer während der Kurzarbeit bekommt, noch weiter zu erhöhen, um den Einkommensverlust der Arbeitnehmer weiter zu reduzieren. Dabei ist eine Erhöhung BIS ZU 80% des ausgefallenen (und durch KUG ersetzten) Arbeitsentgeltes möglich, ohne Beiträge (Sozialabgaben) hierauf zu zahlen.

Die Aufstockung von 80% bis zum vollen Nettoeinkommen des Arbeitnehmers ist auch möglich, dann aber nicht mehr beitragsfrei (Sozialabgaben).

WICHTIG: Beide Stufen der Aufstockung sind jedoch steuerpflichtig.

Detailliert und mit Beispielen finden Sie dieses auf den Seiten von Lohn-Info erklärt, welche Sie unter dem folgenden LINK erreichen.

3.) Was passiert mit Firmenwagen, Vermögenswirksamen Leistungen und weiteren Lohnbestandteilen?

Auch hier ist genauer zu prüfen welche Bestandteile in die Berechnung einfließen. Lexware, der Anbieter der Lohnabrechnersoftware für Arbeitgeber hat hierzu bereits Informationen in seinem Handbuch veröffentlicht.

Dabei gehören verschiedene Lohnbestandteile zu dem so genannten SOLL Entgelt, also dem Lohn, welcher für die weitere Berechnung des Kurzarbeitergeldes benötigt wird. (Quelle: Lexware)

Soll-Entgelt ist das beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt (max. BBG RV), das der Arbeitnehmer ohne den Arbeitsausfall im Anspruchszeitraum (Kalendermonat) erzielt hätte.

Dazu zählen folgende Entgeltbestandteile:

  • – vermögenswirksame Leistungen
  • – Anwesenheitsprämien
  • – Leistungs- und Erschwerniszulagen
  • – Feiertage
  • – Beitragspflichtige Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nacharbeit
  • – bezahlter Urlaub
  • – überlassener Dienstwagen (geldwerter Vorteil)
  • – Sozialversicherungspflichtige Zusatzleistungen des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersvorsorge

Nicht zum Soll-Entgelt gehören:

  • – Mehrarbeitsvergütungen (Stundenlöhne und Zuschläge)

  • – Einmalzahlungen

  • – steuer- und beitragsfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Steuerberater oder Lohnbüro bei weiteren individuellen Fragen zur Anrechnung für das Kurzarbeitergeld. Bitte beachten Sie auch, dass ein Dienstwagen, welcher weiter benutzt werden darf, auch weiter zu bezahlen ist.

Bitte beachten Sie auch die Verbesserungen bei dem Kurzarbeitergeld, welche die Bundesregierung aufgrund der Corona Pandemie am 18.03.2020 beschlossen hat. Hier ist unter anderem auch die Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge durch die Arbeitsagentur enthalten. Nachzulesen bei HAUFE.

4.) Wie bekomme ich bis zu 100% Arbeitgeberzuschuss zur Privaten Krankenversicherung bei Kurzarbeit?

Hier gibt es einen großen Unterschied zu der Zeit bei „normaler Arbeit“. Während Sie dort maximal 50% des PKV Beitrages und dieses zudem gedeckelt auf die Höchstbeiträge des Arbeitgeberzuschuss vom Arbeitgeber bekommen, ist das bei Kurzarbeit anders.

Denn für einen Teil der Bezüge ist diese Begrenzung aufgehoben. So bekommen

Arbeitnehmer in Kurzarbeit bis zu 100% des Beitrages zur PKV

von Ihrem Arbeitgeber erstattet. Sind in Ihrem Vertrag auch noch Kinder oder Partner mit versichert, so gilt dieses auch für deren Beiträge. Leider ist die Berechnung des dann neuen Arbeitgeberzuschusses etwas kompliziert und auch vielen Arbeitgebern nicht bekannt.

Daher habe ich Ihnen in einem alten Blogbeitrag in 2019 bereits hier erläutert.

Dennoch fällt es vielen schwer hier eine entsprechende Berechnung für sich vorzunehmen. Daher bieten wir eine solche Berechnung an. Für eine Pauschale von 5 € erhalten Sie eine Berechnung, welche Sie dann dem Arbeitgeber mitgeben können und ebenfalls für sich genaue Werte haben.

Damit tun Sie noch etwas Gutes, da das Geld einem Kinderhospiz und einem Kinderhilfsverein zu Gute kommt. Die Details finden Sie hier. Mit dem folgenden Formular können Sie eine Berechnung mit Ihren Daten anfordern.

5.) Muss ich den Arbeitgeber informieren oder es aktiv beantragen?

Theoretisch nicht. Praktisch schon.

Für viele Arbeitgeber ist die Situation mindestens genau so neu und viele Lohnabteilungen mussten bisher nie Kurzarbeit abrechnen. Daher seien Sie bitte etwas nachsichtig, wenn auch hier nicht alles reibungslos klappt. Nehmen Sie einfach Ihre individuelle Berechnung (siehe 4.) mit und erleichtern Sie somit allen die Arbeit.

Die Lohnabteilungen rechnen meist nachschüssig ab. Also bekommen Sie im April noch den Lohn für März ohne Kurzarbeitergeld. Daher ist auch der erhöhte Arbeitgeberzuschuss zeitversetzt, denn er gilt nur für die Abrechnungsmonate mit Kurzarbeit. Danach erfolgt wieder die Deckelung auf die Höchstbeiträge und 50% des zu zahlenden Beitrages.

Weitere Fragen?

Fällt Ihnen noch etwas ein? Haben Sie weitere Fragen oder möchten Sie etwas zu Ihrem PKV Schutz wissen? Fragen Sie einfach über die bereits angesprochenen Wege.

Ein Hinweis noch: Bevor Sie an dem vorhandenen Vertrag zur PKV etwas ändern, lassen Sie sich bitte beraten. Voreilige Änderungen lassen sich manchmal nicht mehr korrigieren und sollten wohl überlegt sein. Auch Versicherer bieten hier unterschiedliche Lösungen an, die uns alle Helfen durch diese Zeit zu kommen.

Bleiben Sie gesund!

19.
März '20

PKV Arbeitgeberzuschuss bei Kurzarbeit – so bekommen Sie bis zu 100% des Beitrages


Die Zeit um und mit Corona hat uns alle fest im Griff. Dank Verbesserungen im Kurzarbeitergeld und aufgrund der angespannten Situationen bei Unternehmen nutzen diese immer häufiger Kurzarbeitergeld.

Eine Berechnung und weitere detaillierte Informationen zum Arbeitgeberzuschuss bei Kurzarbeitergeld habe ich bereits in 2019 erstellt und in dem folgenden Blogbeitrag beschrieben.

Kurzarbeit und die private Krankenversicherung – warum es bis zu 100% Zuschuss zum Beitrag gibt

Aufgrund vieler Nachfragen und Wünschen nach Berechnungen des individuellen Zuschusses durch Ihren Arbeitgeber, welcher bis zu 100% des Beitrages für Sie und die Kinder/ PartnerIn betragen kann, habe ich in den letzten Tagen ein entsprechendes Tool erstellt. Mit diesem können Sie:

  • – nach Eingabe von altem Brutto und Brutto während der Kurzarbeit

  • – und Angabe der PKV Beiträge im Detail

eine einseitige Berechnung im Detail erstellen. Diese stellt den erhöhten Arbeitgeberzuschuss dann genau dar.

Leider wissen viele Personalabteilungen und Büros zur Lohnabrechnung auch hier nich über alle Details und die gesetzlichen Hintergründe Bescheid. Hier hilft eine detaillierte Aufstellung ungemein.

Wie kommen Sie an Ihre individuelle Abrechnung

Dabei müssen wir unterscheiden, wo Ihr PKV Vertrag betreut wird.

Von mir betreute PKV Kunden

Sollten Sie Ihre private Krankenversicherung bei mir damals abgeschlossen haben oder sollte ich Ihren Vertrag direkt betreuen, dann erstellen wir Ihnen diese Modellrechnung mit den detaillierten Daten gern KOSTENFREI und unverbindlich.

Es reicht aus, wenn Sie mir per E-Mail folgende Daten übermitteln.

  • – Bruttoeinkommen bisher

  • – Bruttoeinkommen während der Kurzarbeit (reduziertes Brutto)

  • – Beitrag zur PKV

  • – Beitrags zur Pflegepflichtversicherung

Alle anderen PKV Kunden, Lohnbüros, Interessierte

Haben Sie Ihre private Krankenversicherung anderweitig abgeschlossen und wird diese anderweitig oder bei dem Versicherer direkt betreut, oder haben Sie nur Interesse an einer Modellrechnung, dann können Sie diese selbstverständlich auch bekommen.

Seit mehreren Jahren, fast nun einem Jahrzehnt, unterstütze ich mit solchen Berechnungen, Tools und mehr die Arbeit eines Kinderhospizes und einen Kinderhilfsverein meiner Hausärztin. HIER mehr Details. Das möchte und werde ich auch hier wieder tun.

Gegen eine

Pauschale von 5 €

erhalten Sie, nach Bekanntgabe Ihrer Daten, auch diese Berechnung. Diese Beträge werde ich wieder sammeln und dann auf beide Organisationen verteilt spenden.

FORMULAR zur Anforderung der Berechnung

Alternativ können Sie- wenn online- mir die Daten auch im LiveChat übermitteln und für die „Bezahlung“ auf

diesen Link klicken.

Auch in der Email mit dem oben genannten Link finden Sie alle Daten.

Lassen Sie uns gemeinsam aus der unerfreulichen Sitiation Kurzarbeit noch eine kleine aber schöne Aktion machen.

Bei Fragen gilt wie immer- fragen!

Weitere Informationen finden Sie im folgenden Beitrag.

Kurzarbeit und die Private Krankenversicherung – Fragen und Antworten

08.
März '20

Kurzarbeit und die private Krankenversicherung – was Sie wissen müssen und warum es mehr Zuschuss gibt


UPDATE: 

Ihre individuelle Berechnung bekommen Sie HIER.

 

Gegen eine

Pauschale von 5 €

erhalten Sie, nach Bekanntgabe Ihrer Daten, auch diese Berechnung. Diese Beträge werde ich wieder sammeln und dann auf beide Organisationen verteilt spenden. (Kinderlachen 009 eV und das Kinderhospiz Sternenbrücke)

FORMULAR zur Anforderung der Berechnung

Alternativ können Sie- wenn online- mir die Daten auch im LiveChat übermitteln und für die „Bezahlung“ auf

diesen Link klicken.

Im Laufe des Arbeitslebens gibt es Veränderungen. So kann die Arbeitslosigkeit zur Versicherungspflicht (mit Befreiungsoption) führen, ebenso kann bei Ihrem Arbeitgeber Kurzarbeit angesagt sein. Dabei gilt es jedoch, in Bezug auf die Private Krankenversicherung, einige Besonderheiten zu beachten. Erstaunlicherweise führt Kurzarbeit zu einem höheren Zuschuss zur Privaten Krankenversicherung und hebelt dabei sogar die bisherigen Höchstgrenzen aus.

Was Sie bei drohender Kurzarbeit als Privatversicherter tun müssen und sollten und wie Sie an den höheren Zuschuss kommen, das habe ich Ihnen hier einmal aufbereitet und anhand eines Beispiels zusammengefasst. Zahlen und Fakten machen es oft einfacher, als bloß ein nüchterner Gesetzestext.

Insbesondere widmen wir uns in diesem Beitrag folgenden Fragestellungen:

  • Kurzarbeit – was passiert mit der PKV/ gesetzliche Grundlagen

  • Kurzarbeit – muss ich bei geringerem Einkommen zurück in die gesetzliche Krankenkasse? Wie lange?

  • Kurzarbeit – wie berechnet sich mein Arbeitgeberzuschuss?

Schauen wir uns also zunächst einmal die Grundlagen an. Dabei spielt auch hier das Sozialgesetzbuch V in der aktuellen Fassung eine wichtige Rolle. Das komplette Gesetz finden Sie auf den Seiten der Bundesregierung oder entsprechenden Dienstleistern, so zum Beispiel hier: GESETZE IM INTERNET

Kurzarbeit – was passiert mit der Privaten Krankenversicherung

Kurzarbeit ist ein temporärer Zustand, welcher dem Arbeitgeber ermöglicht auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren und mit Unterstützung der Arbeitsagentur eine Entlassung zu vermeiden. Diese Kurzarbeit führt auch zu einer geänderten Betrachtung der privaten Krankenversicherung.

Waren Sie also vor Eintritt der Kurzarbeit privat krankenversichert, da Sie hier ein Einkommen über der JAEG (Wert für 2020: 62.550 €) hatten, so bekommen Sie vom dem Arbeitgeber einen Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung nach 257 SGB V.

Durch die Kurzarbeit und den Bezug von Kurzarbeitergeld (KUG) tritt KEINE Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) ein. Es wird weiterhin das gleiche Einkommen angenommen, welches Sie bisher erzielt haben. Dabei spricht man von einem fiktiven Einkommen. Es wird also nur so getan, als bekämen Sie die gleichen Zahlungen wie bisher und überschreiten damit auch weiter die Grenze um privat versichert zu bleiben.

Diese Annahme gilt nicht, bei dem Transferkurzarbeitergeld, da hierbei klar ist, die Stelle wird nicht erhalten und der Arbeitnehmer bleibt nicht bei dem Unternehmen beschäftigt.

Vereinfacht:

  • * privat versicherte Arbeitnehmer bleiben auch weiterhin privat versichert (da fiktives Einkommen angenommen wird)

  • * freiwillig gesetzlich versicherte Arbeitnehmer bleiben weiterhin freiwillig gesetzlich versichert

  • * Pflichtversicherte sind weiter pflichtig versichert (auch hier zählt ein fiktives Einkommen ggf. für die Überschreitung der JAEG im Folgejahr)

Kurzarbeit – muss ich bei geringerem Einkommen zurück in die gesetzliche Krankenkasse?

Eindeutig nein. An dem bisherigen Versichertenstatus ändert sich nichts. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist daher nicht erforderlich, aber auch nicht möglich. Die Kurzarbeit eignet sich somit auch nicht dazu, eine Rückkehr in die GKV zu „konstruieren“.

Interessant ist aber ein ganz anderer Punkt, der Arbeitgeberzuschuss. Hierzu schauen wir uns zunächst einmal die gesetzlichen Grundlagen an.

Kurzarbeit – Grundlagen für den Arbeitgeberzuschuss zur KV?

Wichtig sind hierbei die Paragraphen 257 (hier besonders der Absatz 2) und der 249 des Sozialgesetzbuches V.

§ 249 Tragung der Beiträge bei versicherungspflichtiger Beschäftigung

(1) Beschäftigte, die nach § 5 Absatz 1 Nummer 1 oder Nummer 13 versicherungspflichtig sind, und ihre Arbeitgeber tragen die nach dem Arbeitsentgelt zu bemessenden Beiträge jeweils zur Hälfte. Bei geringfügig Beschäftigten gilt § 249b.
(2) Der Arbeitgeber trägt den Beitrag allein für Beschäftigte, soweit Beiträge für Kurzarbeitergeld zu zahlen sind.

Anders als sonst, ist hier für die Zeit des Kurzarbeitergeldes KEINE paritätische Trennung erforderlich. Der Arbeitgeber zahlt hier den Anteil ganz allein. Was das bedeutet sehen wir gleich noch im Detail.

Weiterhin maßgebend, der

§ 257 Beitragszuschüsse für Beschäftigte

(2) (…) Soweit Kurzarbeitergeld bezogen wird, ist der Beitragszuschuss in Höhe des Betrages zu zahlen, den der Arbeitgeber bei Versicherungspflicht des Beschäftigten entsprechend § 249 Absatz 2 zu tragen hätte, höchstens jedoch in Höhe des Betrages, den der Beschäftigte für seine Krankenversicherung zu zahlen hat; für die Berechnung gilt der um den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz nach § 242a erhöhte allgemeine Beitragssatz nach § 241. Absatz 1 Satz 3 gilt.

Die Begrenzung liegt hier also nicht bei 50% des Beitrages den der Arbeitnehmer zu zahlen hätte, sondern bei dem ganzen Beitrag. Damit es etwas einfacher verständlich wird, hier einmal ein Beispiel. Dabei müssen wir zwischen IST Entgelt und dem fiktiven Entgelt unterscheiden, beide Bestandteile sind wichtig.

Arbeitgeberanteil auf der (verminderte) IST Entgelt

Hier wird- wie sonst auch- der Arbeitgeberanteil berechnet, in dem der halbe GKV Beitragssatz (in 2020 7,3%) und dazu der halbe Zusatzbeitrag (in 2020 die Hälfte vom durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,1%, also hier 0,55%) berücksichtigt wird.

Arbeitgeberanteil auf das FIKTIVE Entgelt

Anders als bei dem IST Entgelt, wird bei dem fiktiven Arbeitsentgelt der VOLLE Beitragssatz zu Grunde gelegt. Also in 2020 sind das dann 14,6% + 1,1% und somit 15,7% für 2020.

Kurzarbeit – Berechnung Kurzarbeiter-Arbeitgeberzuschuss zur KV?

Doch kommen wir nun zur Berechnung eines Beispiels.

Nehmen wir an, ein Arbeitnehmer hat sonst ein monatliches Brutto von 6.000 €. In der Zeit der Kurzarbeit ergibt sich ein Entgelt von 3.000 €. Der Beitrag zur privaten Krankenversicherung soll hierbei 600 € betragen. Damit ergibt sich folgende Berechnung:

Auf das ISTEntgelt während der Kurzarbeit ergibt sich ein AG Anteil von:

7,85% (7,3+0,55) * 3.000 € = 235,50 €

Der Fiktivlohn wird bis zur Beitragsbemessungsgrenze berechnet. diese liegt bei 4.687,50 € in 2020. Zuerst ermitteln wir aber den Fiktivlohn. Dieser beträgt 80% des Unterschiedsbetrages zwischen SOLL-Entgelt und IST-Entgelt. Also (6.000-3.000) * 80%

Fiktivlohn somit: 2.400 €

Jetzt sind IST LOHN und Fiktivlohn zu addieren, also 3.000 € + 2.400 € = 5.400 € und dieser auf die BBG zu begrenzen, also 4.687,50 € und von dieser wird dann der IST Lohn abgezogen, also – 4.687,50 € (2020) – 3.000 € = 1.687,50 €

Dieser Betrag ist dann mit dem Zuschuss von 15.7% (14,6*1,1) zu multiplizieren,

also 1.687,50 * 15,7% = 264,94 € (AG Zuschuss auf Fiktivlohn)

Der HÖCHSTZUSCHUSS für unseren Arbeitnehmer während der Kurzarbeit beträgt somit maximal:

235,50 € (aus IST Entgelt) + 264,94 € (aus Fiktivem Entgelt) = 500,44 €.

Da der Beitrag zur PKV mit 600 € darüber liegt, bekommt der Arbeitnehmer 500,44 € Zuschuss,

also immerhin 83% Arbeitgeberzuschuss

statt der normalen 50% (300 €) bei normalem Arbeitsverhältnis.

Ihre individuelle Berechnung bekommen Sie HIER.

Kurzarbeit – Grundlagen für den Arbeitgeberzuschuss zur Pflegeversicherung?

Auch hierfür finden sich im Sozialgesetzbuch (XI) die entsprechenden Grundlagen. Hier sind die benötigten Paragraphen die folgenden:

§ 61 Beitragszuschüsse für freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung und Privatversicherte
(…)
(2) Beschäftigte, die in Erfüllung ihrer Versicherungspflicht nach den §§ 22 und 23 bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert sind und für sich und ihre Angehörigen oder Lebenspartner, die bei Versicherungspflicht des Beschäftigten in der sozialen Pflegeversicherung nach § 25 versichert wären, Vertragsleistungen beanspruchen können, die nach Art und Umfang den Leistungen dieses Buches gleichwertig sind, erhalten unter den Voraussetzungen des § 58 von ihrem Arbeitgeber einen Beitragszuschuß. Der Zuschuß ist in der Höhe begrenzt auf den Betrag, der als Arbeitgeberanteil bei Versicherungspflicht in der sozialen Pflegeversicherung als Beitragsanteil zu zahlen wäre, höchstens jedoch auf die Hälfte des Betrages, den der Beschäftigte für seine private Pflegeversicherung zu zahlen hat. Für Beschäftigte, die Kurzarbeitergeld nach dem Dritten Buch beziehen, gilt Absatz 1 Satz 3 mit der Maßgabe, daß sie höchstens den Betrag erhalten, den sie tatsächlich zu zahlen haben. Bestehen innerhalb desselben Zeitraumes mehrere Beschäftigungsverhältnisse, sind die beteiligten Arbeitgeber anteilig nach dem Verhältnis der Höhe der jeweiligen Arbeitsentgelte zur Zahlung des Beitragszuschusses verpflichtet.

Weiterhin gilt § 58 Absatz 1 Satz 2 SGB XI

§ 58 Tragung der Beiträge bei versicherungspflichtig Beschäftigten
(1) Die nach § 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 und 12 versicherungspflichtig Beschäftigten, die in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, und ihre Arbeitgeber tragen die nach dem Arbeitsentgelt zu bemessenden Beiträge jeweils zur Hälfte. Soweit für Beschäftigte Beiträge für Kurzarbeitergeld zu zahlen sind, trägt der Arbeitgeber den Beitrag allein. Den Beitragszuschlag für Kinderlose nach § 55 Abs. 3 tragen die Beschäftigten.

Kurzarbeit und die Private Krankenversicherung

Auch wenn Kurzarbeit nicht die schönste Zeit ist, ermöglicht diese dem Arbeitgeber eine besondere Situation zu überstehen. Für privatversicherte Arbeitnehmer bedeutet das vereinfacht:

* Sie erhalten einen erhöhten Arbeitgeberzuschuss

* die 50% Grenze des tatsächlichen Beitrages entfällt

* es tritt keine Versicherungspflicht ein, da ein fiktives Einkommen angenommen wird

Weitere Informationen finden Sie hier:

Kurzarbeit und die Private Krankenversicherung – Fragen und Antworten

25.
Februar '09

PKV: Was passiert bei Kurzarbeit


In der aktuellen wirtschaftlichen Situation stellt sich immer wieder die Frage, was passiert mit meiner Privaten Krankenversicherung wenn ich zweitweise Kurzarbeit arbeite. Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, die die Lösungen für Arbeitnehmer.

Genrell ist eine Private Krankenversicherung bekanntlich nur bei Überschreiten der Jahresarbeitentgeltgrenze möglich. Im Falle der Kurzarbeit wird für das Über- oder Unterschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze wird weiterhin „fiktiv“ das eigentliche regelmäßige Arbeitsentgelt (ohne Kurzarbeit) angenommen. Dabei ergeben sich jedoch je nach Status unterschiedliche Regelungen:

1. GKV-pflichtversicherte Arbeitnehmer

Verdient der Arbeitnehmer bereits über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, wird die 3-Jahresfrist durch die Kurzarbeit nicht tangiert. Somit zählt auch das Jahr mit enthaltener Kurzarbeit als „erfüllt“ im Sinne des Überschreitens der JAEG.

2. GKV-freiwillig versicherte Arbeitnehmer

Der Status „freiwillig“ bleibt auch während der Kurzarbeit erhalten. Ihren GKV-Beitrag zahlen freiwillig versicherte Arbeitnehmer in der bisherigen Höhe weiter, d.h. auf Basis des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts, das ohne Kurzarbeit erzielt worden wäre. Dafür erhalten sie einen höheren Arbeitgeberzuschuss.

3. PKV-versicherte Arbeitnehmer

Unterschreitet ein privat versicherter Arbeitnehmer nur wegen Kurzarbeit die Jahresarbeitsentgeltgrenze, löst dies keine Versicherungspflicht in der GKV aus.

Ausnahme: „Transferkurzarbeitsgeld“

Während das Kurzarbeitergeld zum Ziel hat, dass die Arbeitnehmer die Arbeit zu einem späteren Zeitpunkt wieder voll aufnehmen, bedeutet „Transferkurzarbeitsgeld“, das die Stellen abgebaut werden. Die Arbeitnehmer werden aber für eine gewisse Zeit bei der Suche nach einer neuen Arbeit unterstützt. Daher gelten die hier aufgeführten Regelungen im Bezug auf die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht für das Transferkurzarbeitsgeld.

Auch bei entstehender Versicherungspflicht sollte die private Krankenversicherung nicht sofort gekündigt werden. Hierbei sind vorab die Möglichkeiten wie Anwartschaft und Umwandlungsrecht in eine Zusatzversicheurng zu klären- sprechen Sie ihren Berater an. Sollte Arbeitslosigkeit eintreten, so ist auch hier eine Weiterführung der Privaten Krankenversicherung u.U. möglich. Mehr Infos dazu unter folgendem LINK oder ausführlich in dem Blogbeitrag unter folgendem Link.