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06.
Juni '18

Krankentagegeld und Krankenhaustagegeld ohne Gesundheitsprüfung


Für alle gesetzlich Krankenversicherten ist das Krankentagegeld Bestandteil der Krankenkasse. Ausgenommen hiervon sind Selbstständige und Freiberufler, es sei denn diese haben sich für einen Wahltarif entschieden.

Dennoch deckt das Krankentagegeld nicht alle Kosten und entspricht (anders als vermutet) nicht dem Nettoeinkommen. Mehr Informationen zum Thema Krankengeld und der Lücke welche für gesetzliche versicherte Kunden entstehen kann, finden Sie in folgendem Beitrag genauer erklärt.

Warum 80 Euro Krankentagegeld doch keine 2.400 Euro Monatseinkommen sind – eindeutig zu wenig

Mehr Informationen über die Situation bei freiwillig versicherten Kunden finden Sie hier.

Krankentagegeld und Krankenhaustagegeld ohne Gesundheitsprüfung – die Details

Wer also in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, der sollte zumindest das eigene Krankengeld einmal nachrechnen und sich überlegen, ob er einmal schnell auf 200, 300, 400 Euro oder mehr verzichten kann, wenn eine längere Erkrankung auftritt.

Die Ergänzung dazu ist eine private Absicherung für einen Teilbetrag, so zum Beispiel 5 Euro pro Tag = 150 € im Monat bis hin zu 15 € pro Tag, also 450 € im Monat. Ein Antrag kann bei den meisten Gesellschaften nur mit Gesundheitsfragen gestellt werden. Hierzu ist dann die Auskunft bei Ärzten erforderlich, was dann leider dazu führt, dass viele den Abschluss scheuen.

Die Barmenia Krankenversicherung hat nun die Aktion verlängert und bietet einen Abschluss des Krankentagegeldes und auch eines kleinen Krankenhaustagegeldes (zum Beispiel für Nebenkosten wie Telefon, TV oder was sonst so anfällt) ohne Gesundheitsfragen an. Die Barmenia stellt dazu eine Frage nach bestehenden Erkrankungen. Diese sind in einer Liste abschließend aufgeführt, dazu später unten mehr.

Wie funktioniert der Abschluss?

Der Abschluss ist über einen Aktionsantrag auf dem Postweg möglich, alternativ kann dieser online erfolgen. Den Onlinerechner erreichen Sie durch Klick auf das folgende Bild oder hier: ONLINERECHNER und Abschluss – Krankentagegeld ohne Gesundheitsfragen

Hier geben Sie einfach Ihre persönlichen Daten an und erhalten umgehend die Prämie angezeigt. Wer das nicht möchte, dem steht auch ein Papier-Antrag zur Verfügung.

Prämien und Absicherungshöhe

Versichert werden können, mit dem einfachen Antrag ohne weitere Fragen, maximal 15 Euro Kranken(tage)geld und weitere 10 Euro Krankenhaustagegeld. Eine Abstufung ist in 5 € Schritten möglich. 5, 10 und 15 Euro täglich (Werktage) oder somit 150, 300 und 450 € monatlich sind ergänzend zur GKV versicherbar. Weiterhin lassen sich gleich 1o € Krankenhaustagegeld versichern, wenn diese gewünscht werden.

Die Prämien richten sich nach dem Alter bei Antragstellung. In der Tabelle können Sie sehen, welche Prämien berechnet werden. Dabei ist Ihr Alter immer das Versicherungsalter, welches sich wie folgt errechnet.

aktuelles Jahr (2018) minus Geburtsjahr

Haben Sie also am 31.12.1988 Geburtstag und werden somit erst Ende des Jahres 30, so gilt versicherungstechnisch schon heute 30 als Eintrittsalter.

Antragstellung und Fragen

Auch wenn der Antrag keine Gesundheitsfragen stellt, ist doch eine Erklärung abzugeben. Dabei wird dort eine abschließende Aufzählung angegeben, in welcher Erkrankungen genannt sind.

Damit begrenzt der Versicherer das Risiko und schließ aus, dass sofort Leistungen fällig werden oder erkrankte Versicherte erst dann einen Antrag stellen wollen, wenn das „Kind schon in den Brunnen gefallen ist.“

Im Antrag wird daher gefragt:

  • Besteht eine der nachfolgenden Erkrankungen?

  • Besteht aktuell eine Arbeitsunfähigkeit?

  • Besteht Pflegebedürftigkeit oder BU bzw. wurde ein Antrag dazu gestellt?

Wird eine der Fragen mit JA beantwortet, so können Sie diesen Aktionsantrag NICHT nutzen. Das muss nicht bedeuten, gar nicht versicherbar zu sein, aber eben nicht nach diesem Antrag. Hier die Liste der Erkrankungen, maßgeblich sind die letzten 5 Jahre.

Können Sie diese Fragen mit NEIN beantworten, so sind Sie versicherbar und können den Antrag mit dem Papierantrag oder hier direkt online stellen.

HIER ONLINE BRECHNEN UND BEANTRAGEN

Bitte beachten Sie bei der Anfrage, dass persönliche Daten übermittelt werden. Es gelten unsere Datenschutzerklärung und die Erstinformation. Beide Dokumente finden Sie im Downloadbereich.

04.
Juni '18

Post von der PKV: Anpassung des Krankentagegeldes – soll ich? Muss ich?


Einige der privat versicherten Kunden bekommen derzeit von Ihrem Versicherer eine Erinnerung. Erinnert werden Sie an die regelmäßige Überprüfung des Krankentagegeldes, welche auch sonst „von allein“ regelmäßig passieren sollte. Aber wie das häufig so ist, es wird dann doch schnell vergessen. Worum es genau geht und wie Sie sich für den passenden Weg entscheiden, das lesen Sie hier im Beitrag.

Was ist das Krankentagegeld überhaupt?

Mit dem Krankentagegeld (oder in der GKV dem Krankengeld) sichern Sie Ihr Einkommen auch nach den 6 Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Denn anders im Gegensatz zu den ersten sechs Wochen der Krankheit, in denen der Arbeitgeber noch weiter für den Lohn aufkommt, ist nach sechs Wochen bei den meisten von Ihnen Schluss. Hat der Arbeitgeber keine freiwilligen Leistungen zusätzlich, so stehen Sie ab dem 42. Tag ohne Einkommen da. Kein Einkommen für alle laufenden Kosten, kein Einkommen für die Bezahlung der Krankenversicherung und auch nichts für die Rentenversicherung. Das wird schnell problematisch, besonders dann, wenn der Hauptverdiener der Familie oder ein Alleinstehender ausfällt.

Das Krankentagegeld schützt vor solchen Ausfällen. Die Private Krankenversicherung springt dann ein und zahlt ab dem 43. Tag einer Krankheit das vereinbarte Krankengeld aus. Die Zahlung selbst ist steuerfrei, aber nicht einfach Zahlbetrag = Netto zu sehen. Warum und was dort noch abzuziehen ist, das lesen Sie gleich.

Wichtig ist aber, auch wenn das Krankentagegeld (KT) bei Vertragsabschluss einmal gepasst hat, ohne regelmäßige Anpassung und Überprüfung passt es schnell nicht mehr. Das kann an steigendem Einkommen oder höheren Kosten liegen. Die neue Autofinanzierung, das Haus und auch die Kinder nebst Ausbildung wollen bezahlt werden.

Wie hoch sollte ich mich versichern?

Eine generelle Formel als „richtig oder falsch“ gibt es nicht. Zu sehr sind diese Fragen von der persönlichen Situation und den eigenen Rücklagen abhängig. Auf die Aussage „so lange werde ich schon nicht krank sein“ sollten Sie aber nicht vertrauen. Auch wenn sechs Wochen nach einer langen Zeit klingen, es gibt eine ganze Menge von Diagnosen, wo sich diese „lange Zeit“ schnell erreichen lässt. Der Skiunfall, ein komplizierter Bruch nach dem Autounfall oder psychische Beschwerden sind nur einige Diagnosen, welche in den letzten Monaten bei meinen Kunden auf dem Tisch lagen und zur KT Zahlung führten.

Die Frage wie hoch ist aber entscheidend, denn nicht weniger schlimm im Vergleich zur Krankheit ist die finanzielle Krankheit. Reicht es dann hinten und vorn nicht mehr, so ist auch die Genesung schwerer. Wer sich ständig Gedanken machen muss, wie er die laufenden Kosten bezahlt, der wird sich nicht auf die Genesung konzentrieren können.

Wie hoch das Krankengeld sein muss, lässt sich aber überschlägig wie folgt ermitteln.

Zunächst stellt sich die Frage: „Was muss an Geld da sein, wenn ich krank bin?“

Das kann das Nettoeinkommen sein, muss es aber nicht unbedingt. Wer heute einen Großteil seines Einkommens nicht braucht und daher monatlich weglegen kann, der muss nicht zwingend das Nettoeinkommen als Ausgangsbetrag nennen. Wer aber dieses aufbraucht und damit laufende Kosten von sich und der Familie bezahlt, der sollte auch diesen Betrag verwenden.

Starten wir also mit einem Beispiel. Nehmen wir an unser Musterkunde besitzt ein Bruttoeinkommen von 5.000 Euro und somit ein Netto von ca. 3.000 €. Dabei sind schon die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung, der Arbeitslosen- und Rentenversicherung berücksichtigt, ebenso die Pflegeversicherung und die Lohnsteuer.

Da unser Musterkunde aber nicht alles Geld monatlich braucht, sondern noch etwas spart, möchte er am Ende im Krankheitsfall nur 2.500 € netto zur Verfügung haben. Wer jetzt aber meint, 2.500 € geteilt durch 30 = 83 € und dann dieses als Tagegeld versichert, wird die böse Überraschung erleben. Also rechnen wir weiter.

2.500 € Bedarf

+ SV Beiträge.

Dazu gehören die Beiträge zur Rentenversicherung (18,6%) und zur privaten Krankenversicherung. (inkl. des Arbeitgeberanteils)

Wie hoch diese sind, das entscheiden Sie aber selbst. Während der Phase des Krankentgeldbezuges können Sie sich (für bis zu 18 Monate) freiwillig in der Rentenversicherung versichern. Das ist unter anderem deshalb sinnvoll, damit keine Versicherungslücke entsteht und somit auch weitere Leistungen für die Teilhabe am Arbeitsleben, Umschulungen, Wiedereingliederungen und andere Leistungen erhalten bleiben.

Bisher hat unser Musterkunde ca. 465 € monatlich aus dem eigenen Einkommen gezahlt, der Arbeitgeber den Rest (in gleicher Höhe). Während der Krankschreibung könnte er also zum Beispiel weiter die 465 € zahlen, diese müssen wir im Krankentagegeld berücksichtigen.

2.500 € Bedarf

+ 465 € Rentenversicherung (halber Beitrag), max.1.209 € sind möglich

= 2.965 € monatlich

Eine solche freiwillige Versicherung ist nur auf Antrag möglich und muss binnen 3 Monaten bei der Rentenversicherung beantragt werden. Dann ist eine Weiterversicherung rückwirkend und ohne Lücken möglich. Vergisst der Versicherte das, so geht es nur noch ab dem Zeitpunkt der Antragstellung und die Lücke ist bereits entstanden.

Nun fehlt noch der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung. Oder doch nicht? Nein, denn die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung übernimmt der PKV Versicherer und führt diese direkt an die Bundesagentur für Arbeit ab.

Dennoch ist noch ein Betrag offen. Der Krankenversicherungsbeitrag in der PKV, inkl. dem Arbeitgeberanteil.

= 2.965 € monatlich

+ 700 € private Krankenversicherung inkl. Krankentagegeld

= 3.665 € monatlicher Bedarf

Dieser Beitrag ist dann noch durch 30 zu teilen, da das Krankengeld immer rückwirkend und pro Kalendertag ausgezahlt wird. Damit ergibt sich ein Bedarf an Krankentagegeld von 122 €. Ob Sie nun 120, 125 oder 130 € versichern, das bliebe Ihnen überlassen. Ebenso die Frage nach den Rentenversicherungsbeiträgen. Soll genug Geld da sein um auch die vollen RV Beiträge zu zahlen, so müssten hier etwa 140 € versichert werden.

Krankengeld immer und immer anpassen

Doch der Bedarf ist ganz hilfreich zu Beginn, denn da muss dieser richtig berechnet und ermittelt sein. Wird aber über die Jahre die Situation und der Bedarf verändert, so stellt sich die Frage dann erneut. Denn wie mit allen anderen Sachen im Leben ändert sich auch hier der Bedarf über die Zeit. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten, eigentlich sogar drei.

– Anpassung mit neuer Gesundheitsprüfung (geht immer zu beantragen)

– Anpassung im Rahmen einer Option (also bei neuem Job, veränderter Karenzzeit etc.)

– Anpassung im Rahmen eines Anpassungsangebotes der Versicherer

Die letzte Variante wird derzeit von einigen Versicherern gerade verschickt. So schreibt die Barmenia derzeit entsprechende Kunden mit Krankentagegeld (und länger nicht erfolgter Anpassung) an und bietet eine Erhöhung des Krankentagegeldes an.

Die Abwicklung – zumindest bei denen – ist denkbar einfach. Für die Kunden gibt es eine vorbereitete Seite mit einem individuellen Angebot. Wer dieses nicht per Post zurücksenden möchte, der kann auch einfach den QR Code nutzen und bekommt es online angezeigt.

Sie sehen, auch die Versicherer versuchen diesen Vorgang so einfach als möglich zu gestalten. Dabei geht es insbesondere um eine einfache Abwicklung. Nachrechnen und prüfen müssen Sie es- gemeinsam mit Ihrem Berater- dann immer noch. Aber soweit denkbar hat man Ihnen schon etwas Arbeit abgenommen.

Angeboten werden meist zwei Varianten. Bitte beachten Sie aber, eine vergessene oder abgelehnte Erhöhung (wenn diese vom Bedarf nötig wäre) lässt sich nicht einfach nachholen. Daher- wenn Bedarf besteht, passen Sie heute an.

26.
Mai '16

KT plus der ARAG, das Krankentagegeld als Lösung bei Berufsunfähigkeit?


Der eine (die KV) zahlt nicht mehr, während die andere (Berufsunfähigkeitsversicherung) noch nicht zahlt. Das ist dann dieser Super-Gau der eintreten kann und einige Versicherte an das Ende der finanziellen Möglichkeiten bringt. Doch wo genau das Problem liegt und wie die ARAG Krankenversicherung dieses lösen möchte, das schaue ich mir hier im Artikel einmal genauer an.

Das Problem bei dem Übergang von Arbeits- zu Berufsunfähigkeit

Um überhaupt zu verstehen warum es hier ein Problem gibt, ist die Definition beider „Zustände“ zu klären. Bereist in anderen Artikeln zum Übergang von Krankentagegeld zur Berufsunfähigkeit bin ich genau auf dieses Thema eingegangen. Es kann durchaus passieren, der Krankentagegeldversicherer stellt eine Berufsunfähigkeit im Sinne seiner Bedingungen fest und beendet dann nicht nur die Leistung, sondern auch den Vertrag für die Krankentagegeldversicherung. Dann folgt eine so genannte

Nachleistungspflicht

Das ist- vereinfacht erklärt- nichts anderes als der Zeitrum, in dem eine Zahlung des Krankentagegeldes auch dann noch erfolgt, wenn eigentlich schon Berufsunfähigkeit vorliegt und damit die Leistung beendet ist. Eine solche Regelung findet sich in den Musterbedingungen für die Krankentagegeldversicherung MB/KT und damit auch in den Bedingungen der einzelnen Versicherer. Dort heisst es zunächst:

(1) Das Versicherungsverhältnis endet hinsichtlich der betroffennen versicherten Personen (…) b)  mit Eintritt der Berufsunfähigkeit. Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person nach medizinischem Befund im bisher ausgeübten Beruf auf nicht absehbare Zeit mehr als 50 % erwerbsunfähig ist. Besteht jedoch zu diesem Zeitpunkt in einem bereits eingetretenen Versicherungsfall Arbeitsunfähigkeit, so endet das Versicherungsverhältnis nicht vor dem Zeitpunkt, bis zu dem der Versicherer seine im Tarif aufgeführten Leistungen für diese Arbeitsunfähigkeit zu erbringen hat, spätestens aber drei Monate nach Eintritt der Berufsunfähigkeit;

Wer also berufsunfähig ist, der bekommt noch drei Monate Krankentagegeld (als maximale Leistungsdauer) und dann endet der Vertrag und die Zahlung. Eine Umstellung auf eine Anwartschaft ist jedoch möglich.KT BU Übergang

Das Krankentagegeld KT plus der ARAG Krankenversicherung

Mit dem neuen Produkt der ARAG Krankenversicherung möchte diese einige Punkte verbessern, welche bisher in den Bedingungen der Krankenversicherung nicht optimal gelöst sind. Weiterhin ist ein Abschluss ohne Gesundheitsprüfung möglich, zumindest fast. Mehr dazu aber gleich.

Die Eckdaten des Produktes:

  • – abgestimmte Formulierung der Definition „Was ist Berufsunfähigkeit“ zwischen dem BU Versicherer und der ARAG

Doch bevor jetzt alle in Freudensprünge ausbrechen, gerade weil der Schutz ohne Gesundheitsprüfung beworben wird, schauen wir uns das doch einmal im Detail an. Zunächst einmal wurde die Definition der Berufsunfähigkeit angepasst. Bisher heisst es in den Musterbedingungen MBKT dazu in §15 (1) b, Satz 2:

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person nach medizinischem Befund im bisher ausgeübten Beruf auf nicht absehbare Zeit mehr als 50% erwerbsunfähig ist.

Abweichend dazu hat die ARAG in den Bedingungen zum KT plus vereinbart:

„Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person nach medizinischem Befund infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen ihren zuletzt ausgeübten Beruf nicht zu mindestens 50% ausüben kann.“

Diese neue, verbesserte Formulierung entspricht der Regelung in den Bedingungswerken vieler BU Versicherer und ist besser und genauer formuliert.

  • – Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht (nach drei Jahren oder solange die BU besteht)

Das haben andere Unternehmen durchaus schon länger, den Verzicht auf das Kündigungsrecht. Die ARAG geht hier einen geteilten Weg. Zunächst einmal besteht ein Kündigungsrecht auf welches nach drei Jahren verzichtet wird. Besteht aber die BU Absicherung weiter (die zeitgleich beantragte), so verzichtet der Versicherer auch in den ersten drei Jahren auf das Kündigungsrecht, wenn die BU beitragspflichtig besteht.

ARAG KT plus Kündigungstecht AVB

Wer nun seine Berufsunfähigkeitsversicherung stundet, beitragsfrei stellen muss weil er während der Krankheit kein Geld hat oder warum auch immer, für den gilt der Wegfall des Kündigungsrechtes NICHT. Das Wort „beitragspflichtig“ in dem Satz mit der bestehenden BU ist also eher kritisch.

  • – Nachleistungspflicht in der Krankenversicherung auf 6 Monate verlängert

Klingt gut. Nicht nur drei sondern sogar sechs Monate wird das Krankengeld gezahlt, auch wenn schon Berufsunfähigkeit besteht. Aber:

ARAG KT plus Nachleistunng AVB

Die BU muss somit nicht nur bestehen, auch der Antrag auf Leistungen aus der BU Versicherung muss gestellt werden, zudem darf kein Leistungsausschluss der Grund sein, warum hier nicht geleistet wird. Wer also bei Abschuss der BU einen Ausschluss bekommt, der hat hier keine Verlängerung auf sechs Monate.

– Anpassungsmöglichkeiten bei gestiegenem Nettoeinkommen und alle drei Jahre

Gerechnet ab dem Jahr 2015 findet alle drei Jahre eine Anpassung statt. Frühestens in 2018 bietet die ARAG dann eine Erhöhung des Krankentagegeldes an. Diese ist an die Entwicklung des Verbraucherpreisindexes gekoppelt und beträgt maximal 10%. Wer sein Krankentagegeld aber innerhalb der letzten 24 Monate vor dieser Anpassung aufgrund des veränderten Nettoeinkommens angepasst hat, der darf hier nicht erneut anpassen.

  • – keine extra Gesundheitsprüfung wenn gleichzeitig BU beantragt und angenommen wird

Keine Gesundheitsprüfung für das Krankentagegeld. Das klingt aber erst einmal besser als es ist. Richtig ist, der Antrag der ARAG Krankenversicherung enthält KEINE Gesundheitsfragen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Eine Beantragung dieses KTplus ist nur möglich, wenn ZEITGLEICH ein Berufsunfähigkeitsschutz bei einem der folgenden Versicherer beantragt wird. Ist dieser aber schon vorhanden, so ist das nicht möglich.

ARAG KT plus BU Versicherer

Der Hintergrund ist einfach. Mit der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung (selbstständige BU oder aber die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung mit einer versicherten Rente) erfolgt bei dem BU Versicherer eine Gesundheitsprüfung. Nimmt dieser den Antrag an, so unterstellt die ARAG das es „schon passen wird“ und nimmt auch den Antrag auf Krankentagegeld an. Dazu hat sich der Versicherer mit vier Maklerpools zusammen getan. Beide Anträge müssen über den Pool eingereicht werden, der Pool informiert dann die ARAG das dieser Antrag angenommen wurde, dann kann auch der KT Antrag angenommen werden.

ARAG KT plus Annahme AVB

  • – KT plus in 5 Euro Schritten zwischen 15 und 30 Euro Tagessatz möglich

Die maximale Absicherungshöhe liegt bei 30 Euro, also 900 Euro im Monat. Ohne ein anderweitig bestehendes Krankengeld wird das also nicht reichen. Für einen gesetzlich Krankenversicherten Arbeitnehmer ist das durchaus machbar, denn der bekommt neben seinem Krankengeld aus der Gesetzlichen Krankenkasse dann auch das der ARAG. Wer privat krankenversichert ist, der sollte zudem UNBEDINGT DARAUF ACHTEN, das ein solcher Abschluss eines weiteren Krankengeldes dem alten Versicherer angezeigt werden muss. Wird dieses nicht getan, besteht eine Verletzung der vertraglichen Obliegenheiten, welches sogar zu einer Kündigung des bestehenden Vertrages führen kann. –> Mehr Infos zum Krankentagegeld und dem Bedarf

ARAG KT plus – Die Prämien

Die Prämien des KT plus richten sich- wie üblich- nach dem Entrittalter bei Vertragsabschluss und dem Tagessatz. Dabei ist das aktuelle Kalenderjahr minus Geburtsjahr die Rechnung für das Eintrittsalter. Die Prämien beginnen bei 3,60 € für 15 Euro Tagessatz bei einem 18-jährigen bis hin zu 30,60 Euro bei 30 Euro Tagessatz bei einem/einer sechzigjährigen/r.

KT plus ARAG Beiträge

Ihr Weg zum ARAG KT plus

Zunächst einmal müssen Sie versicherungsfähig sein. Das sind sowohl Angestellte aber auch Selbstständige welche einen Arbeitsausfall absichern wollen und müssen. Weiterhin muss zeitgleich ein Versicherungsschutz für die Berufsunfähigkeit abgeschlossen werden. Dafür sollte ein bestehender Schutz nicht leichtfertig aufgegeben werden, nur wenn dieser nicht passt und eine Annahme zu neuen Konditionen besser ist, nur dann ist eine Änderung nötig und sinnvoll.

Nachdem diese Voraussetzungen erfüllt sind, sind folgende Schritte sinnvoll und nötig.

1.) Machen Sie sich Gedanken über die passende Berufsunfähigkeitsversicherung. Dazu lesen Sie bitte eimal die Auswahlkriterien zur BU, im Leitfaden Berufsunfähigkeit finden Sie weitere Informationen

2.) Füllen Sie nun den Kriterienfragebogen zur Berufsunfähigkeitsversicherung aus

3.) Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Berater den passenden Schutz zur Berufsunfähigkeit, stellen Sie eine anonyme Voranfrage und klären so vorher die Annahme

Wenn all diese Schritte erledigt sind, dann überlegen Sie im Rahmen der Beratung ob das ergänzende KT plus der ARAG für Sie sinnvoll ist und beantragen dieses dann parallel.

Unterlagen und Vertragliches zum KT plus der ARAG

Mein Fazit

Das Krankentagegeld KT plus der ARAG ist eine gute Idee, welche leider nur auf einen kleinen Kundenkreis passt. Wichtig ist in jedem Fall der gleichzeitige Abschluss mit der BU, nicht nachher, nicht später, zeitgleich. Aber hier ist es auch Aufgabe des Vermittlers den Kunden auf solche Möglichkeiten hinzuweisen. Weiterhin sind bestehende Verträge bei anderen Unternehmen unbedingt zu berücksichtigen und diese Versicherer im Rahmen der vertraglichen Obliegenheiten zu benachrichtigen. Interessant ist aber die Absicherungsmöglichkeit von Studenten, dazu in einem weiteren Beitrag mehr.

Ob ein solches ergänzendes Krankentaggeld notwenig ist oder bereits mit einem bestehenden Vertrag abgedeckt ist, das hängt auch davon ab welcher BU Schutz besteht. Durch die kürzlich bei einigen Unternehmen eingeführten Regelungen zur BU Leistung auch bei bestehender Arbeitsunfähigkeit ist auch hier eine entsprechende Absicherung und die Schließung der Lücke gegeben.

Lesehinweis: Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung bei längerer Krankschreibung auch ohne BU

02.
Mai '16

Anpassung des Krankentagegeldes bei der Halleschen ohne Gesundheitsprüfung


Das Krankentagegeld gehört- neben einer ordentlichen Absicherung bei Berufsunfähigkeit- zu einer der wichtigsten Absicherungen im Krankheitsfall. Dieses sichert nicht nur die Weiterzahlung der eigenen Beiträge zur Privaten Krankenversicherung und damit auch den dauerhaften Erhalt des Versicherungsschutzes.

Aus diesem Grund enthalten die meisten Verträge der privaten Krankenversicherung so genannte Dynamisierungsoptionen. Damit ermöglicht der Versicherer eine Erhöhung des Krankengeldes auch dann, wenn der gesundheitliche Zustand keinen Neuabschluss oder keine Erhöhung mehr zulassen würde. In den Versicherungsbedingungen finden sich daher meist zwei Optionen. Eine individuelle und eine allgemeine. Auch bei der Hallesche finden wir in den Bedingungen eine solche Erhöhungsoption:

§ 4 Umfang der Leistungspflicht

1 Erhöht sich das Nettoeinkommen aus der beruflichen Tätigkeit, so kann das Krankentagegeld im Verhältnis der Steigerung des Nettoeinkommens auf Antrag höher versichert werden. Verkürzt sich bei Arbeitnehmern die Dauer des Anspruchs auf Fortzahlung des Entgelts im Falle der Arbeitsunfähigkeit, so kann Versicherungsschutz in einer Tarifstufe mit entsprechend kürzerer Karenzzeit beantragt werden. Ein solcher Antrag wird ohne erneute Risikoprüfung angenommen, wenn er innerhalb von 2 Monaten zum nächsten Monatsersten gestellt wird. Vom Zeitpunkt der Vertragsänderung an wird die Mehrleistung auch für einen laufenden Versicherungsfall gezahlt, soweit hierfür im Rahmen des bisher versicherten Krankentagegeldes Leistungspflicht besteht.
Die Erhöhung des Nettoeinkommens bzw. die Verkürzung der Dauer des Anspruchs auf Fortzahlung des Entgelts im Falle der Arbeitsunfähigkeit sind auf Verlangen nachzuweisen. Im Falle der Beendigung eines Arbeitnehmerverhältnisses und Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit gilt die Regelung über die Verkürzung der Karenzzeiten bei einer Änderung der Entgeltfortzahlungsdauer bei Arbeitnehmern sinngemäß.

Diese Anpassungsmöglichkeit sichert somit den passenden Versicherungsschutz über die Vertragsdauer. Doch nicht jeder Versicherte hat während der Versicherungszeit entsprechende Lohnerhöhungen und auch dort denkt nicht jeder Versicherte dann daran. Daher bieten die Versicherungen, auch die Hallesche, von Zeit zu Zeit eine weitere, freiwillige Option an um das Krankentagegeld (KT) an neue Gegebenheiten anzupassen. Eine solche Anpassung läuft derzeit.

Wer kann bei der Halleschen das KT anpassen?

Die Hallesche verschickt derzeit entsprechende Anpassungsschreiben an Versicherte, welche eine Anpassung für das Jahr 2015 noch nicht vorgenommen haben. Das Ganze sieht dann so aus:

Hallesche KT Anpassung 2016

Wie hoch darf das Krankentagegeld bei der Halleschen sein?

Die Regelungen sind nicht einheitlich in der Branche. Daher gelten die nun folgenden Aussagen so nur für die versicherten Krankentagegelder bei der HALLESCHE Krankenversicherung. Die Höhe des Krankentagegeld berechnet sich nach dem Einkommen:

KT Anpassung - HALLESCHE Einkommen

Zunächst einmal ist zu berechnen, wie hoch das neue Krankentaggeld sein muss. Dabei gelten grundsätzlich dreißig Tage als Grundlage. Wer also 4.500 Euro Bruttoeinkommen hat, dafür aber 13 Gehälter bekommt, für den sieht die Rechnung wie folgt aus:

4.500 Euro * 13 Monate = 58.500 Euro. Das kalkulatorische Monatsbrutto liegt also bei:

58.500 Euro / 12 Monate = 4.875 Euro, davon 80% = 3.900 Euro

bei 30 Tagen liegt der (mehr …)

22.
Mai '15

Kein Krankentagegeld aus privater Krankenversicherung bei Wiedereingliederung nach Hamburger Modell, Urteil des Bundesgerichtshofes IV ZR 54/14


Krankentaggeld, das ist die Leistung welche eine private Versicherung ihrem dort versicherten Kunden zahlt, wenn nach Ablauf der Karenzzeit weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit besteht. Die Krankentagegeldversicherung also insbesondere dazu, ein durch Krankheit wegfallen des Arbeitseinkommen auszugleichen und somit die finanzielle Existenz des Versicherten zu sichern. Dabei bestehen jedoch grundsätzliche Unterschiede zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Während in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) das Krankentagegeld maximal über einen Zeitraum von 78 Wochen gezahlt wird, ist die Zahlung in der privaten Krankenversicherung (PKV) grundsätzlich zunächst einmal unbegrenzt.

Unbegrenzt jedoch nur so lange, wie eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in dem versicherten Beruf besteht. Die gesetzliche bzw. richtigerweise vertragliche Grundlage findet sich hierzu in den entsprechenden Versicherungsbedingungen, den so genannten Musterbedingungen für die private Krankentagegeldversicherung (MB/KT). Bevor wir uns jedoch mit dem Urteil beschäftigen, hier noch einmal der Hinweis, was genau unter einer „Arbeitsunfähigkeit“ zu verstehen ist. Die Definition laut den eben angesprochenen Musterbedingungen lautet:

(3) Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn die versicherte Person ihre berufliche Tätigkeit nach medizinischem Befund vorübergehend in keiner Weise ausüben kann, sie auch nicht ausübt und keiner anderweitigen Erwerbstätigkeit nachgeht.

Es sind also einer Reihe von Voraussetzungen zu erfüllen, damit der Leistungsfall im Sinne der Bedingungen erfüllt ist. Ganz vereinfacht heißt das also:

  1. aus medizinischen Gründen nicht arbeiten können
  2. es muss ein vorübergehender Zustand sein
  3. es darf weder die versicherte noch eine andere Erwerbstätigkeit ausgeübt werden

Nur wenn diese Vorgaben erfüllt sind, löst es eine Leistungspflicht für den Versicherer aus.

Worum ging es in dem Urteil des Bundesgerichtshofes?

Der Bundesgerichtshof musste sich mit einer so genannten Wiedereingliederung beschäftigen, also einer Maßnahme die zunächst einmal in dem Sozialgesetzbuch fünf und dort genauer im Paragraphen 74 geregelt ist. Bei dieser Maßnahme geht es darum, den Versicherten einen langsamen und schrittweisen Wiedereinstieg in seine berufliche Tätigkeit zu ermöglichen und ihn nicht sofort mit einer 100-prozentigen Tätigkeit zu überfordern. Auch hier zunächst ein Blick in das Gesetz:

Stufenweise Wiedereingliederung
Können arbeitsunfähige Versicherte nach ärztlicher Feststellung ihre bisherige Tätigkeit teilweise verrichten und können sie durch eine stufenweise Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit voraussichtlich besser wieder in das Erwerbsleben eingegliedert werden, soll der Arzt auf der Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit Art und Umfang der möglichen Tätigkeiten angeben und dabei in geeigneten Fällen die Stellungnahme des Betriebsarztes oder mit Zustimmung der Krankenkasse die Stellungnahme des Medizinischen Dienstes (§ 275) einholen.

Die Vorgaben des Sozialgesetzbuches 5, einer gesetzlichen Grundlage für die gesetzliche Krankenkasse, gelten nicht automatisch zwangsweise für privatrechtliche Verträge und somit auch nicht unbedingt für das private Krankentagegeld. Indem Streitfall ging es nun darum, dass ein Versicherter nach längerer Krankheit langsam wieder in die berufliche Tätigkeit integriert werden sollte. Dazu vollzog dieser im April 2010 eine so genannte Wiedereingliederung. Er begann also mit einer geringen Wochenarbeitszeit, schloss dazu eine entsprechende Vereinbarung mit dem Arbeitgeber und ging (teilweise) wieder arbeiten. Der Arbeitgeber zahlte in diesem Falle keinen Lohn, da der Arbeitnehmer mit seiner Arbeitsleistung nicht vollständig zur Verfügung stand. Nachdem der private Krankenversicherer nun eine Leistung abgelehnt hat da keine vollständige Arbeitsunfähigkeit mehr vorlag, zog der Versicherte bis vor den Bundesgerichtshof.

Nach seiner Burn-Out Erkrankung versuchte der Versicherte eine Rückkehr ins Berufsleben. In den ersten beiden Wochen arbeitete der Kunde 3 Stunden, in der dritten und vierten Woche 6 Stunden am Tag. In beiden Fällen bezog er keinen Lohn. Der Bundesgerichtshof kam jedoch zu dem Schluss, dass die Revision keinen Erfolg hat und der Versicherte keinen Anspruch auf eine Krankentagegeldzahlung während der Wiedereingliederungsmaßnahme.

Die Begründung hierzu ist relativ einfach und auch für den Laien sehr gut nachvollziehbar. Schauen Sie sich einmal oben nochmal unsere drei Voraussetzungen für den Bezug von Krankentagegeld an. Dann vergleichen wir diese mit dem konkreten Fall. Unser Kunde war aus medizinischen Gründen nicht in der Lage arbeiten zu können, zumindest nicht vollständig. Auch die zweite Voraussetzung war erfüllt, denn es handelte sich um einen vorübergehenden Zustand. Aber jetzt kommen wir zu dem Problem, denn der Kunde übte die versicherte Tätigkeit (wenn auch nur teilweise) wieder aus.

Laut Auffassung der Richter handelt sich es nicht um einen so genannten Arbeitsversuch, dagegen spricht der Umfang und die Regelmäßigkeit der ausgeübten Tätigkeit.

„Ferner setzte die stufenweise Wiedereingliederung nach Paragraph 74 SGB V voraus, dass der Versicherte nach ärztlicher Feststellung seine bisherige Tätigkeit teilweise verrichten könne und eine entsprechende Belastbarkeit vorhanden sei. unerheblich sei demgegenüber, dass der Kläger kein Arbeitsentgelt erhalten, sondern weiterhin Krankentaggeld bezogen habe. Nach den Versicherungsbedingungen komme es nicht auf dem Verlust des Arbeitseinkommens, sondern vielmehr darauf, dass der Versicherungsnehmer seine berufliche Tätigkeit nicht ausübe.“

 Weiterhin führen die Richter in ihrer Urteilsbegründung aus:

„Ebenso stünden der Charakter der Krankentagegeldversicherung und ihr soziale Schutzzweck einer Einordnung der beruflichen Wiedereingliederung als Berufsausübung nicht entgegen. (…)  Damit fehlt es für diesen Zeitraum an bedingungsgemäßer Arbeitsunfähigkeit als Voraussetzung für den Leistungsanspruch nach Paragraph 1 (1) Satz 2 MB/KT.

Gibt es eine Möglichkeit dieses Risiko dennoch zu versichern?

Es gibt durchaus einige private Krankenversicherung, welche eine Versicherungsleistung auch bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit erbringen. Einige Unternehmen lösen das generell in den Bedingungen, andere wiederum haben spezielle Regelungen für diese Wiedereingliederung, zum Beispiel die Regelung der HALLESCHE Krankenversicherung.

2 In Erweiterung von § 1 (3) MB/KT 2009 leistet der Versicherer auch bei Teilarbeitsunfähigkeit im Rahmen einer Wiedereingliederung in das Erwerbsleben für bis zu 8 Wochen. Diese Leistung wird nur für Arbeitnehmer mit einem festen Anstellungsverhältnis erbracht, für die beim Versicherer eine Krankheitskostenvollversicherung für ambulante und stationäre Behandlung besteht. Eine Wiedereingliederung in das Erwerbsleben liegt vor,

– wenn im unmittelbaren Anschluss an eine vollständige Arbeitsunfähigkeit gemäß § 1 (3) MB/KT 2009 von mindestens zwölfwöchiger Dauer die berufliche Tätigkeit wieder stufenweise aufgenommen wird und
– solange eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 50%, welche vom Arzt zu bescheinigen ist, besteht. Das vom Arbeitgeber gezahlte Entgelt wird auf das Krankentagegeld angerechnet.

Oder hier die Regelung der Mannheimer Krankenversicherung:

§ 6 Versicherungsleistungen

3. Nimmt die versicherte Person im unmittelbaren Anschluss an eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens zwölfwöchiger Dauer ihre berufliche Tätigkeit nur teilweise wieder auf, zahlt der Versicherer das vereinbarte Krankentagegeld in der ersten und zweiten Woche zu 75 %, in der dritten und vierten Woche zu 50 %, solange die versicherte Person nach medizinischem Befund zu mehr als 50 % arbeitsunfähig ist.

Die Regelung der Mannheimer geht damit noch einen Schritt weiter, denn diese ist nicht zwingend an eine Wiedereingliederung geknüpft und auch nicht nur für Arbeitnehmer.

Das vollständige Urteil können Sie im Downloadsbereich als Volltext nachlesen.

PDF-IconUrteil des Bundesgerichtshofes vom 11.03.2015, Az. IV ZR 54/14 zur Krankentaggeldzahlung bei Wiedereingliederungsmaßnahmen