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15.
Oktober '20

Telefonische Krankschreibung ab sofort wieder möglich


Schon bei Beginn der Corona Pandemie im Frühjahr, hatte der gemeinsame Bundesausschuss es die telefonische Krankschreibung für Versicherte eingeführt. Hintergrund ist die Tatsache, dass Versicherte mit Erkältung – und Grippesymptomen für eine telefonische Krankschreibung die Arztpraxis nicht mehr aufsuchen müssen. Dennoch erhalten diese Versicherten eine Krankschreibung.

Diese Sonderregelung wurde bereits im Frühjahr Regel genutzt und verbindet daher den Kontakt zu anderen Patienten und Ärzten in den Praxen.

Telefonische Krankschreibung ab sofort wieder möglich – Befristung vom 19. Oktober bis 31. Dezember

Für die Krankschreibung gilt auch in der jetzigen, befristeten Sonderregelung ein enger Rahmen. Um eine telefonische Krankschreibung zu bekommen, müssen daher folgende Punkte bei den Patienten erfüllt sein.

1.) PatientIn hat typische Erkältungs- oder Grippe-Symptomen
2.) Es muss eine ausführliche telefonische Beratung des Arztes bei dem Patienten geben (ein Anruf bei der Sprechstundenhilfe reicht NICHT aus)
3.) Krankschreibung darf maximal für bis zu 7 Tage erfolgen
4.) es gilt eine EINMALIGE Krankschreibung, bei Verlängerung muss die Praxis aufgesucht werden

Telefonische Krankschreibung auch für privat versicherte Kunden

Obwohl es sich hier um einen Beschluss des gemeinsamen Bundesausschuss es der Krankenkassen handelt, kann sich auch ein privat versicherter Kunde eine solche Krankschreibung telefonisch bei seinem Arzt geben lassen. Hierbei rechnet der Arzt normal (wie bei jedem persönlichen Arztbesuch) die Beratung nach den Gebührenziffern der Gebühren Ordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Seine Leistungen stellt diesem dem Patienten in Rechnung. Versicherte reichen ihre Rechnungen dann normal bei seiner privaten Krankenversicherung ein.

Gerade bei einer Krankschreibung aufgrund einer Corona Erkrankung ist es wichtig, diese von Beginn an vorweisen zu können. Nach einer Dauer von sechs Wochen endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Hier ist es dann durch den Versicherten zwingend erforderlich, den Beginn der Arbeitsunfähigkeit bei seinem Krankenversicherer nachweisen zu können. Der weitere Ablauf erfolgt dann mit dem PENDELATTEST, welches ich in einem anderen Beitrag zur Krankschreibung und Karenzzeit beschrieben habe.

Telefonische Krankschreibung – kein Arztbesuch mit Symptomen

Der gemeinsame Bundesausschuss weist erneut darauf hin, dass bei typischen Erkrankungssymptomen der COVID-19 Erkrankung ein Besuch in der Praxis vorher anzukündigen ist.

Unabhängig von der Ausnahmeregelung zur telefonischen Krankschreibung sollten Versicherte bei typischen COVID-19-Symptomen, nach Kontakt zu COVID-19-Patienten und bei unklaren Symptomen von Infektionen der oberen Atemwege vor dem Arztbesuch telefonisch Kontakt zur Praxis aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen.
Der Beschluss zur bundesweiten Sonderregelung der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit tritt nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger mit Wirkung vom 19. Oktober in Kraft.

Telefonische Krankschreibung – gilt das auch bei anderen Erkrankungen?

Generell ist diese Sonderregelung auf Erkrankungen mit entsprechenden Symptomen in dieser Sondersituation beschränkt. Für einige privat krankenversicherte Kunden ist eine solche Krankschreibung längst gelebte Praxis. Das Ausstellen von Rezepten und die Videosprechstunde lässt sich dabei auch bei allen anderen Erkrankungen nutzen. Hat Ihr PKV Tarif eine solche Option nicht, so lässt sich diese separat ergänzen.

Wer sich als gesetzlich Krankenversicherte(r) die Vorteile der Video Sprechstunde und einer ärztlichen Beratung via App sichern möchte, der kann das ebenfalls tun. Auch wenn die eigene Krankenkasse ein solches Modell nicht anbietet, lässt sich ein solcher Wunsch realisieren.

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Die entsprechenden Tarife sind monatlich kündbar, können damit jederzeit wieder beendet werden und risikofrei getestet. Für Kunden, welche bei der Barmenia privat krankenvollversichert sind, sind diese Leistungen generell im Tarif enthalten.

Im folgenden Video der Barmenia finden Sie weitere Erklärungen dazu:

Telefonische Krankschreibung – ab wann gilt die Regelung?

Der Beschluss zur bundesweiten Sonderregelung der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit tritt nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger mit Wirkung vom 19. Oktober in Kraft.

Die ganze Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses können Sie hier nachlesen.

 

19.
August '11

Das Pendelattest – Krankschreibung in der Privaten Krankenversicherung (PKV)


Nach dem Wechsel aus der Gesetzlichen Krankenkasse in die Private Krankenversicherung ändert sich so einiges. Da müssen Rezepte und Arztrechnungen beachtet werden und einige grundsätzliche Regeln beachtet werden. Ich hatte bereits unter dem Punkt „Nach dem Abschluss der PKV – Was zu beachten ist“ einige dieser Bereiche aufgeführt.

Ein wichtiger Punkt ist die Verfahrensweise bei Krankschreibung, welcher leider auch vielen Ärzten so nicht geläufig ist und daher oft mal wieder zu Verzögerungen bei der Auszahlung führt. Daher hier einige grundsätzliche Hinweise zur Krankschreibung in der Privaten Krankenversicherung (PKV). Dabei muss zunächst zwischen Arbeitnehmern und Selbstständigen unterschieden werden. Generelle Voraussetzung zur Leistung aus der Krankentagegeldversicherung (KT) ist immer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Einige Tarife bieten unter bestimmten Voraussetzungen im Anschluss auch bei Teilarbeitsunfähigkeit einige Leistungen, dieses ist aber nicht die Regel.

Der Selbstständige (auch GmbH Geschäftsführer)

Voraussetzung ist das bestehen einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit. Selbstständige dürfen somit „in keiner Weise in der Lage sein“, ihren Beruf auszuüben. Auch aufsichtführende Tätigkeiten dürfen nicht ausgeführt werden, da diese zum Verlust der „100%“ führen und eine Einstellung des Krankentagegeldes bedeuten.

Melden müssen Sie eine bestehende Krankschreibung unbedingt bis zum Beginn der Karenzzeit. Also der Frist, ab wann das Krankengeld gezahlt wird. Dieses kann je nach Tarif eine, zwei, drei oder auch 6 Wochen sein. Auch spätere Karenzzeiten sind möglich. Für diese Meldung reicht erst einmal der formlose Hinweis an den Versicherer, das eine Arbeitsunfähigkeit besteht. Wie es dann weiter geht, lesen Sie unten in diesem Artikel.

Der Angestellte/ Arbeitnehmer

Eine Meldung der Arbeitsunfähigkeit muss meist innerhalb der ersten 3 Tage bei dem Arbeitgeber erfolgen. Hier sind ggf. auch kürzere Fristen je nach Arbeits-/ Tarifvertrag möglich. Die ersten 6 Wochen der Arbeitsunfähigkeit übernimmt der Arbeitgeber die Zahlung des Krankengeldes. Dieses setzt aber den schriftlichen Nachweis voraus, welcher laufend erfolgen muss. Hierzu verwendet der Arzt den so genannten „gelben Schein“. Dieser enthält ein Exemplar für den Arbeitgeber (welcher keine Diagnose enthält) und einen für die (gesetzliche) Krankenkasse. Da Sie privat versichert sind, können Sie diesen Teil auch an die Private Krankenversicherung schicken, oder aber diese auch formlos informieren. Für die Information empfehle ich immer die Schriftform, da nur diese einen entsprechenden Nachweis ermöglicht. (Fax, Einschreiben oder Telefonat mit schriftlicher Rückbestätigung). Auch hier muss die Meldung spätestens zum Ablauf der 6-wöchigen Karenzzeit erfolgen.

Was passiert nun nach der Meldung an die Private Krankentagegeldversicherung?

Bei Selbstständigen und Arbeitnehmern setzt nun eine gleiche Verfahrensweise ein. Nachdem die Meldung erfolgt ist, bekommen Sie Post von Ihrem Krankentategeldversicherer. Damit erhalten Sie einige Formulare, die zum einen Sie als Versicherter und zum anderen der behandelnde Arzt ausfüllen muss. Der „gelbe Schein“ ist nun nicht mehr ausreichend und wird durch ein so genanntes „Pendelattest“ ersetzt.

Den Namen bekommt das Formular daher, da dieses zwischen Arzt und Patient „hin und her pendelt„. Auf diesem Formular bestätigt der Arzt die Arbeitsunfähigkeit und der Patient schickt es an den Versicherer. Dieser bestätigt wiederum die Auszahlung des Krankentagelden auf dem Formular und schickt es an den Versicherten zurück.

Vor der ersten Auszahlung sind aber noch die anderen Formulare auszufüllen. Hierin werden Fragen zur beruflichen Tätigkeit gestellt, ggf. Angaben zur Arbeitszeit und dem Arbeitsort abgefragt. Nur so kann der Versicherer beurteilen, ob die Diagnose der Erkrankung auch zu der Arbeitsunfähigkeit passt.

Ein kaufmännischer Job kann ggf. auch mit einem Gipsbein ausgeübt werden und führt nicht unbedingt zur 100%igen Arbeitsunfähigkeit. Ist der Beruf jedoch vom Autofahren abhängig, kann das schon ganz anders aussehen. Daher sollten Sie diese Angaben so genau als möglich machen.

Sind alle Angaben gemacht und die Unterlagen bei dem Versicherer, so steht der Auszahlung des Krankentagegeldes nichts mehr im Wege. Dazu wandert das Attest nun immer zwischen Ihnen und der Versicherung hin und her. Zu beachten ist aber noch, eine Auszahlung erfolgt immer rückwirkend und immer nur bis zu dem Tag, andrem das Attest ausgestellt ist.

Auch wenn der Arzt Sie zum Beispiel heute „für die nächsten 2 Wochen“ krankschreibt, erfolgt die Auszahlung zunächst nur bis heute. Bestätigt dieser dann in 2 Wochen, dass Sie die letzten beiden Wochen arbeitsunfähig waren, so erhalten Sie auch den Betrag der letzten zwei Wochen ausgezahlt.

Weiterhin ist es sehr wichtig darauf zu achten, eine so genannte „Schlussbescheinigung“ einzureichen. Also die Bestätigung das der Patient wieder gesund ist. Sonst können Sie das restliche Krankengeld nicht erhalten.

Was sonst noch zu beachten ist:

1.) Der Beitrag zur Privaten Krankenversicherung (ggf. auch der Arbeitgeberanteil) ist auch im Falle des Krankengeldbezuges weiter zu zahlen. Daher achten Sie unbedingt vorher auf die richtige Höhe des Krankengeldes. (Welche Höhe soll das Krankentagegeld haben?)

2.) Überprüfen Sie das Krankentagegeld mindestens einmal jährlich. (Überprüfung des Krankengeldes- Hinweise)

3.) Auch ein Krankenhausaufenthalt ersetzt nicht die Meldung an den Krankentagegeldversicherer. Selbst wenn Sie im Krankenhaus liegen, ist das Pendelattest auszufüllen. Nur weil Sie stationär aufgenommen sind, bedingt das keine automatische Zahlung des Krankentagegeldes. Es gibt aber Unternehmen, dort entfällt die Karenzzeit für Selbstständige und das Krankengeld beginnt schon mit dem ersten Tag des stationären Aufenthaltes.

4.) Bei (geplanten) Reha- oder Anschlußheilbehandlungen klären Sie bitte vor Beginn des Aufenthaltes die Weiterzahlung des Krankengeldes. Dieses ist nicht bei allen Unternehmen geregelt und kann zu einer Einstellung der Zahlung führen.

15.
Februar '10

Krankengeld bei Krankheit eines Kindes in der PKV


Aktuellere Infos sind hier erschienen:

Kinderkrankengeld – Wer zahlt, wenn mein Kind krank ist – unterschiedliche Regelungen für GKV und PKV versicherte Kinder

Sie kennen das. Das Kind ist krank und eines der Elternteile muss zu Hause bleiben, da man (s)ein Kind natürlich bis zu einem gewissen Alter nicht allein lassen kann.

Sind Sie in der gesetzlichen Krankenkasse (pflicht-)versichert so bietet sich hier die Möglichkeit sich mit dem Kind „krankschreiben“ zu lassen. Dieses ist in begrenztem Umfang bezahlt möglich. Die gesetzliche Grundlage bietet das, für die gesetzliche Krankenkasse (GKV) zuständige, Sozialgesetzbuch V.

Dort, im §45 finden wir entsprechende Regelungen, denn es heißt dort:

§ 45 Krankengeld bei Erkrankung des Kindes

(1) Versicherte haben Anspruch auf Krankengeld, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, daß sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben, eine andere in ihrem Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. § 10 Abs. 4 und § 44 Absatz 2 gelten.

(2) Anspruch auf Krankengeld nach Absatz 1 besteht in jedem Kalenderjahr für jedes Kind längstens für 10 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte längstens für 20 Arbeitstage. Der Anspruch nach Satz 1 besteht für Versicherte für nicht mehr als 25 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte für nicht mehr als 50 Arbeitstage je Kalenderjahr.

Wie im Absatz 1 zu entnehmen ist, so gilt dieser Anspruch für das „erkrankte und versicherte“ Kind. Ist das Kind also nicht in der GKV (beitragfrei im Rahmen der Familienversicherung oder beitragspflichtig als eigene Versicherung) versichert, so besteht dieser Anspruch nicht. Doch wo das Kind zu versichern ist und ob Anspruch auf Familienversicherung besteht, lesen Sie unter „Wo sind die Kinder zu versichern

Wie sieht es nun bei Versicherten der privaten Krankenversicherung (PKV) aus?

Hier besteht, wie oben geschrieben, der Anspruch auf Krankengeld nicht. Anstelle der gesetzlichen Grundlagen im SGB V müssen hier die vertraglichen Grundlagen der PKV beachtet werden. Dort heißt es in den Musterbedingungen für die Krankentagegeldversicherung (MB/KT) folgendes.

(2) Versicherungsfall ist die medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen, in deren Verlauf Arbeitsunfähigkeit ärztlich festgestellt wird.

Da aber der Krankentagegeldtarif nicht für das Kind, sondern nur für die Mutter oder den Vater abgeschlossen wird besteht hier kein Leistungsanspruch. Die Arbeitsunfähigkeit kann für das Kind eben nicht eintreten.

Die (privat versicherten) Eltern können sich somit zwar krankschreiben lassen und mit ihrem Kind zu Hause bleiben, aber: Ein entsprechender finanzieller Leistungsanspruch besteht nicht.

Dieser Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung lässt sich derzeit durch keinen anderen Tarif (-baustein) ausgleichen.

Ein Entscheidungskriterium ist es hingegen nicht, da es nur einer von sehr vielen Leistungsbereichen ist, in denen sich beide Versicherungssysteme unterscheiden.

Weitere Informationen finden Sie auch im Leitfaden GKV und PKV