Artikel mit ‘Krankenversicherung’ getagged

13.
Mai '15

Herrentag, Vatertag oder Himmelfahrt- bitte nicht ohne den richtigen Schutz


Für alle die in den letzten Jahren Vater geworden sind und nun diesen Tag „besonders“ genießen, habe ich in meinem Beitrag „Welche Versicherungen für Kinder wichtig sind“ schon die wichtigen Versicherungen für die Kleinen zusammengefasst. In den letzten Tagen wurde ich (eigenartigerweise) mehrfach darauf angesprochen welche Versicherungen man eigentlich (an solchen Tagen) haben sollte, dabei ist das gar nicht so schwer.

Ein solcher Feiertag ist natürlich keineswegs ein Grund, einen extra Versicherungsschutz zu besorgen oder gar einen besonderen Schutz haben zu wollen. Dennoch gibt es einige wichtige Absicherungen, die nicht nur an einem solchen Tag nicht fehlen sollten.

VatertagAusgelassene Feiern, manchmal etwas Alkohol, entspannte Stimmung- das alles sind auch beste Voraussetzungen das einmal etwas zu Bruch geht. Das ist hoffentlich nicht der eigene Körper, kann aber durchaus auch das Eigentum anderer sein. Und für den Fall dass sie das Eigentum anderer beschädigen, ist eine Haftpflichtversicherung das absolute Muss.

Nachdem Vorgaben des BGB haften sie für Schäden welche sie Dritten zufügen unbegrenzt. Damit dieses nicht in einem finanziellen Desaster endet, ist es erforderlich einen ansprechenden Versicherungsschutz zu haben. Die Privathaftpflichtversicherung ist mit Prämien von wenigen Euro Monat eine der wichtigsten Absicherungen überhaupt.

Geht nun aber nicht nur das Eigentum Dritter kaputt, welches sich meist mit etwas finanziellen Aufwand ersetzen lässt, sondern leidet auch hier eigene Körper, so kann es schnell nach einem Unfall zu einer so genannten Invalidität kommen. Was das genau ist und worin der Unterschied zur Berufsunfähigkeit liegt, das können Sie hier in meinem Beitrag mit Begriffserklärungen nachlesen. Passiert Ihnen also in ihrer Freizeit etwas (während der beruflichen Tätigkeit besteht unter Umständen noch ein Schutz aus der gesetzlichen Unfallversicherung) und bedingt dieses eine „dauernde körperliche oder geistige Beeinträchtigung“, so ist dieses mit einer entsprechenden Absicherung finanziell aufzufangen. Eine Unfallversicherung schützt Sie hier vor finanziellen Folgen und sichert auch die Kosten für einen Umbau des Hauses, einen Umzug oder eine weitere Anpassung an das zukünftige Leben.

InterriskEin solcher Versicherungsschutz hilft natürlich nicht nur am morgigen Feiertag und sollte keineswegs unüberlegt oder überstürzt abgeschlossen werden, jedoch sollten Sie sich Gedanken über den bisherigen Schutz machen. Falls schon eine Absicherung für den Fall eines Unfalls und der daraus resultierenden Invalidität besteht, prüfen Sie gern einmal welche der folgenden Leistungen dort enthalten sind. Denn nur weil sie schon einmal eine Unfallversicherung abgeschlossen haben, muss diese noch lange nicht den Bedarf entsprechen und zudem kann der Versicherungsschutz viele Ausschlüsse enthalten, die zu einer Leistungsfreiheit des Versicherers führen. Leistungsverweigerung sind zum Beispiel:

Erweiterung des Unfallbegriffes:
Mitversichert ist die Einatmung oder Einnahme schädlicher Stoffe einschließlich Nahrungsmittelvergiftungen.
Wir leisten zudem für Verletzungen durch Eigenbewegungen (auch Knochenbrüche, Meniskusschäden, Bauch- oder Unterleibsbrüche).
Oberschenkelhalsbruch und Armbruch sind unabhängig von der Ursache versichert.
Versicherungsschutz bei Infektionen:
Infektionskrankheiten sind unabhängig vom Übertragungsweg mitversichert.
Als versichertes Ereignis gilt der Ausbruch der Infektionskrankheit.
Außerdem besteht Versicherungsschutz bei sonstigen Folgen von Insektenstichen (z. B. allergische Reaktionen) sowie bei stationären Desensibilisierungsmaßnahmen.

Sonstige Erweiterungen:
Es gilt kein Ausschluss von Geistes- oder Bewusstseinsstörungen, daher gilt auch Versicherungsschutz für Unfälle infolge von Bewusstseinsstörungen durch Ohnmachtsanfälle.
Außerdem gilt beim Lenken eines Kfz. keine Promillegrenze.
Die Teilnahme an Kartrennen gilt mitversichert, sofern die versicherte Person nicht regelmäßig Rennsport betreibt.

Wir organisieren:
Such-, Bergungs- und Rettungseinsätze
Krankentransporte einschließlich Flug-Rückholung
Krankenbesuche
Medizinische Rehabilitation
Betreuung von Kindern sowie von Haustieren und tragen die dafür entstehenden Kosten

All diese Leistungen sind keine Standardleistungen in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Unfallversicherung, dennoch entscheiden diese im Fall der Fälle darüber, ob es eine Zahlung gibt oder der Versicherer leistungsfrei ist.

Neben der Unfallversicherung sollte auf keinen Fall ein Schutz für weitere Folgen fehlen. Dabei geht es vorwiegend gar nicht einmal um einen Unfall, sondern um krankheitsbedingten Verlust der Arbeitsfähigkeit. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (welchen Sie hoffentlich bereits haben?) Schützt Sie vor den finanziellen, dauerhaften Folgen bei Verlust der Arbeitskraft. Können Sie also in Ihrem Beruf nicht mehr tätig sein, so ist dieser Schutz dafür verantwortlich das weiterhin ein monatliches Einkommen gezielt werden kann. Nur wenn dies der Fall ist, können auch laufende Kosten wie die Absicherung von Krankheitskosten, laufende Miete aber auch die Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Altersvorsorge weitergezahlt werden.

Nur wenn dies erfüllt ist, ist ein (finanziell) halbwegs normales Leben auch nach einer Erkrankung mit folgender Berufsunfähigkeit möglich.

Gibt es Familie, haben Sie (kleine) Kinder welche auch im schlimmen Fall ihres Ablebens noch eine finanzielle Zukunft haben müssen, so kommen sie an einer angemessen hohen Risikolebensversicherung kaum vorbei. Diese sichert im Falle des Todes eine einmalige finanzielle Entschädigung und ermöglicht nicht nur dem Rest der Familie weitere Kosten zu zahlen, sondern auch für die Zukunft der Kinder, dass Studium und alle weiteren Kosten aufzukommen. Der Versicherungsschutz ist in diesem Falle deutlich günstiger als oftmals erwartet. In diesem Onlinerechner bekommen Sie einen ersten Anhaltspunkt. Diese Prämie ist keinesfalls die einzige, und soll auch nur einen schnellen Überblick ermöglichen. Im Bedarfsfall sollten wir eine solche Absicherung in Ruhe besprechen und überlegen welche Höhe notwendig ist, und bei welchem Versicherer diese zu entsprechenden Konditionen zu besorgen ist.

Natürlich gibt es noch eine Reihe anderer Bereiche die abgesichert werden sollten, dennoch sind die Haftpflichtversicherung, eine Absicherung bei Unfällen, des Schutz bei Berufsunfähigkeit und gegebenenfalls ein finanzieller Schutz bei Tod die zunächst einmal wichtigsten Kriterien. Alles andere kommt dann, denn nur wenn diese elementaren Bereiche abgesichert sind, lassen sich alle anderen auch weiter finanzieren.

Ein entsprechender Versicherungsschutz im Krankheitsfall (das kann die gesetzliche Krankenkasse + Zusatzversicherung sein) oder eine private Krankenversicherung ist eine Pflichtversicherung in Deutschland und daher setze ich diese als vorhanden voraus. Auch hier wird natürlich, wie bei der Absicherung des Pflegerisikos, nur der richtige und passende Schutz ist sinnvoll.

Wenn Sie nun an die elementaren Absicherungen gedacht haben, dann darf eines Morgen nicht fehlen. Der Spaß. Genießen Sie den Tag mit ihren Freunden, ziehen sie durch die Stadt wenn Sie mögen oder verbringen Sie Zeit mit ihren Kindern und der Familie. Ist ja schließlich Vatertag.

27.
Oktober '14

Studentische Krankenversicherung- ewig geht nicht, so das Bundessozialgericht mit Urteil B 12 KR 1/13 R


Die studentische Krankenversicherung ist eine kostengünstige Möglichkeit, während seines Studiums einen Krankenversicherungsschutz sicherzustellen. mit einem monatlichen Beitrag von unter 70 € können sich Studenten in der gesetzlichen, studentischen Krankenversicherung versichern. Mitversicherte Kinder genießen dann beitragsfreien Versicherungsschutz in der GKV.

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Doch studieren kann man nicht ewig…

meint das Bundessozialgericht und stellt in seiner Entscheidung unter dem Aktenzeichen B 12 KR 1/13 R klar, dass Studenten nur unter besonderen Umständen ihre studentische Krankenversicherung verlängern können, wenn dieser das 30. Lebensjahr bereits überschritten haben.

Eine Verlängerung kommt nur dann infrage, wenn der Student aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage war sein Studium wie geplant fortzusetzen bzw. abzuschließen. Die Richter stellen weiterhin klar, dass ein solcher Verlängerungsgrund vor dem 30. Lebensjahr eingetreten sein muss, und eine Verlängerung auch dann nur in dem „üblichen Rahmen“ möglich sei. Darunter verstehen die Richter 14 Fachsemester, also insgesamt maximal weitere sieben Jahre.

Mit 37 ist endgültig Schluss

ist das 37. Lebensjahr erreicht, so ist eine Mitgliedschaft in der preisgünstigen, studentischen Krankenversicherung ausgeschlossen und es sind normale Beiträge zu entrichten.

Kann ich auch in die private Krankenversicherung?

In der privaten Krankenversicherung finden wir bei den meisten Versicherern ähnliche Regelungen. Auch hier sind die preiswerten, studentischen Tarife auf ein bestimmtes Lebensalter begrenzt. Einige Unternehmen gewähren den Schutz bis zum 30. Lebensjahr, andere noch vier Jahre länger. Dennoch ist den meisten Fällen auch hier dann Schluss und der Tarif wird in einen normalen Tarif umgewandelt.

Ob Sie in die private Krankenversicherung können, das hängt unter anderem auch davon ab, wie sie sich zum Studienbeginn entschieden haben. Die Entscheidung für das gesetzliche oder private Versicherungssystem in der Krankenversicherung kann nur einmal zu Studienbeginn getroffen werden und ist dann verbindlich für die gesamte Zeit des Studiums.

Sobald die Zeitpunktes Bundessozialgericht des vorliegt, werden wir diese hier verlinkten, jedoch ist die entscheidende Information das nur in besonderen Ausnahmefällen mit dem 30. Lebensjahr (oder mit dem 37.) die studentische Krankenversicherung beendet ist.

11.
August '14

Normaltarif oder doch in den speziellen Ärzte Tarif? Wo versichern sich Ärzte in der privaten Krankenversicherung?


Eine doch öfter gestellte Frage betrifft einen kleinen Teil der (potentiellen) Kunden in der privaten Krankenversicherung. Dabei geht es um die, mit dem System direkt zu tun haben, die Ärzte. Generell ist dabei unterscheiden zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen und der Frage ob die Ärzte angestellt oder selbstständig/freiberuflich tätig sind.

Warum überhaupt Ärztetarife?

Spezielle Tarife für die Mediziner haben eine lange Tradition. Die Idee welche dahinter steht ist etwas älter und auch relativ einfach. Früher behandelten sich Ärzte untereinander kostenfrei, man half also einfach den Kollegen mit „seiner“ Dienstleistung und schrieb sich nicht noch untereinander Rechnungen. Da somit für die Behandlung der Ärzte geringere Kosten entstanden als bei einem „normalen“ Patienten, wurden auch spezielle Tarife konstruiert, welche nicht nur anders kalkuliert werden konnten, sondern auch (natürlich) weniger Leistungen enthielten. So wurden die ärztlichen Honorare meist nur bis zum Regelhöchstsatz gezahlt, teilweise wurden auch bestimmte ärztliche Leistungen gar nicht vergütet. Dieses führt zu einer Kostenersparnis der Gesellschaft und daher auch einer geringeren Prämie bei dem Versicherten.

Ärztetarife PKV Uniex

Gibt es die nur für Ärzte?

Solche Zusatztarife gibt es nicht nur bei den Ärzten, einige Gesellschaften bieten diese auch für andere Mediziner, Psychotherapeuten, Zahnärzte oder aber auch speziell für Apotheker an. Auch hier hat es den gleichen Hintergrund. Die Apotheker haben (teilweise) die Möglichkeit Medikamente günstiger zu beziehen und verursachen daher im Rahmen der Kostenerstattung weniger Kosten. Dieses wird honoriert durch einen speziellen Tarif, eine zusätzliche Selbstbeteiligung oder sonstige Beschränkungen auf der Leistungsseite.

Was ist mit Familienangehörigen?

Von diesen Vergünstigungen für Mediziner profitiert nicht nur die Ärztin oder der Arzt selbst, auch Ehegatten, Kinder und teilweise auch unverheiratete Ehepartner. Diese Voraussetzungen gelten natürlich immer nur so lange, wie die „Beziehung“ zu dem Hauptvertragsinhaber besteht. Einige Gesellschaften verlangen zudem eine gemeinsame Beitragszahlung, einen gemeinsamen Versicherungsschein und gegebenenfalls folgen weitere Einschränkungen.

Sind diese Vorteile berechtigt? Heute noch?

Anders als noch vor einigen Jahren behandeln sich die Ärzte untereinander keinesfalls mehr grundsätzlich kostenlos. Zum einen ist es auch unverständlich warum ein Arzt seinem Kollegen nur bei dieser auch Mediziner ist keine Rechnung stellen sollte, zum anderen stellt sich die Frage bei teureren Untersuchungen sowieso nicht. Nehmen wir einen Radiologen, der hat gegebenenfalls Kosten für einen MRT oder eine Computertomographie, auch Röntgenaufnahmen kosten Geld und diese sind schon alleine mit festen Kosten für den Arzt verbunden. Das gleiche gilt für andere Fachrichtungen, ganz zu schweigen von Operationen oder weiteren, kostenintensiven Behandlungen.

Wie ist das mit der Kalkulation?

Tarife in der privaten Krankenversicherung und die dazu gehörenden Prämien beruhenden ja auf einer Kalkulation also einer Annahme, welche Kosten zukünftig entstehen, welcher Kapitalbedarf daher erforderlich ist und daraus folgend welche Rückstellungen gebildet werden müssen um diese Kosten zu tragen. Entwickeln sich die Kosten nun anders (schlechter) als angenommen, so führt das zu einer Anpassung der Beiträge, denn das Leistungsversprechen in der privaten Krankenversicherung gilt bis zum Vertragsablauf/dem Lebensende.

Gibt es viele Versicherer mit Ärztetarifen?

Klassische Ärzteversicherer wie zum Beispiel die Allianz (früher die Vereinte), die DKV oder auch Central sind teilweise heute noch mit entsprechenden Ärztetarif nun am Markt unterwegs. Auch andere Gesellschaften wie AXA, Barmenia oder die LKH Landeskrankenhilfe bieten heute solche Tarife an.

Wie eingangs bereits erwähnt ist es von vielen Umständen abhängig, ob ein solcher Ärzte Tarif sinnvoller ist als ein „klassischer Tarif“. Nicht nur der eigene Leistungsbedarf, sondern auch Fragen wie die weitere berufliche Planung spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Ein Arzt der zukünftig plant freiberuflich tätig zu sein und eine eigene Praxis zu eröffnen ist vielleicht in speziellen Ärztetarifen besser aufgehoben, ein Angestellter Arzt in einem großen Klinikum kann daher auch besser in Normaltarife passen. Gerade die Kosten für die Behandlung von schwerwiegenden Krankheiten sind nicht unbedingt günstig und werden auch für Ärzte nicht preiswerter. Wer sich also für einen Tarif mit reduzierten Leistungen entscheidet, der sollte genau überlegen ob er heute und in der Zukunft in der Lage ist, die Differenzkosten gegebenenfalls selbst zu tragen.

Diese oben bildlich dargestellte Auswahl stellt keine abschließende Aufzählung dar, bietet aber einen ersten Überblick über die möglichen Versicherer mit speziellen Ärzte/Zahnärztetarifen.

Was also nun tun?

Wenn Sie als Mediziner vor der Wahl stehen welchen Tarif sie auswählen sollen, dann sollten Sie sich zunächst einmal Gedanken zu den Auswahlkriterien machen. Dazu finden Sie im Bereich private Krankenversicherung weitere Informationen und auch einen Kriterienfragebogen.

Kriterienfragebogen zur Auswahl einer PKV

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung

 

07.
August '14

Wie Sie den Arbeitgeberzuschusses für Eltern und Kinder optimal gestalten


Der Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung ist immer wieder ein Thema, welches zu Irritationen führt  und bei falscher „Aufteilung“ der Kinder auch zu einem vermindertem Zuschuss und damit verschenkten Geld.

Durch eine Anfrage in meinem Live Support (der Button mit der Beschriftung „Fragen“ an der linken Bildschirmseite) erhielt ich in der letzten Woche wieder eine Anfrage, welche sich genau mit diesem Thema beschäftigt. Da ich schon davor einige Anfragen in dieser Richtung hatte, nutze ich die Gelegenheit um das Thema für alle Leser einmal etwas ausführlicher zu behandeln.

„meine frau ist selbständig (ärztin) und privat versichert
ich (420€ mtl.) bin privat versichert (320€ mtl.) und arbeite bei einem unternehmen
. unsere tochter ist über meine frau privat versichert
, ich bekomme derzeit nicht die vollen 295, 96 von meinem arbeitgeber an zuschuss gezahlt, sondern „nur“ die 50%. 
besteht die möglichkeit, dass mein arbeitgeber mir die differenz für meine Tochter (Beitrag mtl. 105 €) zahlen muss?“

Was genau ist der Arbeitgeberzuschuss?

Wer privat versichert ist und zudem Arbeitnehmer, der erhält von seinem Arbeitgeber einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung. Dieser Zuschuss soll (im Vergleich zu gesetzlich Versicherten) die eigene Beitragslast senken und ist eine steuerfreie Leistung des Arbeitgebers. Die genauen Regelungen dazu finden Sie in dem Paragraphen 257 des Sozialgesetzbuches V., genau heißt es dort:

(2) Beschäftigte, die nur wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze oder auf Grund von § 6 Abs. 3a versicherungsfrei oder die von der Versicherungspflicht befreit und bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert sind und für sich und ihre Angehörigen, die bei Versicherungspflicht des Beschäftigten nach § 10 versichert wären, Vertragsleistungen beanspruchen können, die der Art nach den Leistungen dieses Buches entsprechen, erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Beitragszuschuß.

Der Zuschuss wird in Höhe des Betrages gezahlt, der sich bei Anwendung der Hälfte des um 0,9 Beitragssatzpunkte verminderten Beitragssatzes nach § 241 und der nach § 226 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bei Versicherungspflicht zugrunde zu legenden beitragspflichtigen Einnahmen als Beitrag ergibt, höchstens jedoch in Höhe der Hälfte des Betrages, den der Beschäftigte für seine Krankenversicherung zu zahlen hat. Für Beschäftigte, die bei Versicherungspflicht keinen Anspruch auf Krankengeld hätten, tritt an die Stelle des Beitragssatzes nach § 241 der Beitragssatz nach § 243.

Damit ist eindeutig geregelt, dass ein privat versicherter Arbeitnehmer auch maximal den Zuschuss bekommen kann, welchen der Arbeitgeber für eine gesetzliche Krankenkasse zahlen müsste. Ebenfalls findet sich dort die Regelung, dass der Zuschuss nicht nur für den Versicherten, sondern auch für seine Familienangehörigen gilt.

Wie wird der Arbeitgeberzuschuss berechnet?

Für die Berechnung des Arbeitgeberzuschusses ist es wichtig zu wissen, wie sich der Beitrag zur eigenen privaten Krankenversicherung zusammensetzt. Dabei gelten nicht alle Leistungsbestandteile eines privaten Krankenversicherungsvertrages als zuschussfähig. Zum Beispiel sind Tarifbausteine zur Pflegeergänzungsversicherung zwar oftmals in dem Vertrag der privaten Krankenversicherung enthalten, führen aber nicht dazu, dass Sie hierfür einen Arbeitgeberzuschuss bekommen können.

Um es Ihnen etwas einfacher zu machen, schauen wir uns hier einmal die Berechnung des Arbeitgeberzuschusses genauer an.

Berechnug AG Zuschuss 2014

Was tun wenn das Kind bei dem (selbstständigen) Partner versichert ist?

Wie in der oben genannten Anfrage passiert es ja aus verschiedenen Gründen häufiger, dass das Kind nun bei dem Elternteil versichert ist, welcher selbstständig tätig ist. Nicht nur bei Ärzten (die dann freiberuflich sind) sondern auch in anderen Berufsgruppen. Immer unter der Voraussetzung, dass dann beide Elternteile privat krankenversichert sein müssen (einen Arbeitgeberzuschuss bei dem Elternteil der in der GKV ist gibt es nicht) kann eine Änderung sinnvoll sein. (ob das Kind sonst in die PKV muss, das lesen Sie hier)

In unserem Beispiel hier wäre es durchaus möglich, den Vertrag des Kindes aus dem Hauptvertrag der Mutter herauszulösen und den Vater hier zum (neuen) Versicherungsnehmer zu erklären. Dieser Vorgang hat keine neue Gesundheitsprüfung zur Folge und ändert an den vertraglichen Vereinbarungen mit der Gesellschaft nichts.
Generell muss das Kind auch keineswegs in der gleichen Gesellschaft wie der (ebenfalls privat versicherte) Elternteil versichert sein. (aber nicht alle Gesellschaften versichern Kinder allein, welche das sind gibt es hier in der Übersicht Kinderalleinversicherung)
Nach dieser Vertragsänderung erhält der neue Versicherungsnehmer eine Arbeitgeberbescheinigung von der (bisherigen und neuen) PKV und reicht diese bei seinem Arbeitgeber ein. Nun kann er den noch verbleibenden Arbeitgeberzuschuss für sein Kind nutzen. Ob das für Sie auch sinnvoll ist, können Sie hier nachrechnen 

Je nach Einkommenssituation kann es aber dennoch sinnvoll sein auf den Arbeitgeberzuschuss zu verzichten und stattdessen den steuerlichen Vorteilen bei dem freiberuflich oder selbstständig tätigen Elternteil zu nutzen. Hierfür sprechen Sie bitte vor Änderungen mit Ihrem Steuerberater. Auch ist in jedem Fall zu überlegen, ob ihr derzeitiger Vertrag (der einen niedrigen Beitrag haben muss, wenn noch viel Arbeitgeberzuschuss übrig bleibt) so angemessen ist, oder ob dort die Selbstbeteiligung beziehungsweise der Leistungsumfang überprüft werden sollte.

Wie bereits in meinem Beitrag „Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen“ beschrieben, ist eine hohe Selbstbeteiligung und dadurch ein geringerer Beitrag meist nicht optimal.

Nachdem mir der Anfragende aus unserem Beispiel die Zahlen übermittelt hat kamen wir zu dem Ergebnis, es kann sinnvoll sein das Kind in seinen Vertrag zu übernehmen. Nach der Änderung bekommt er nun nicht nur 52 € mehr Arbeitgeberzuschusses, sondern hat nach einer Umstellung des Vertrages auch noch eine geringere Selbstbeteiligung (und könnte durch einen Beitragsentlastungsbaustein den Arbeitgeberzuschuss noch weiter erhöhen)

Ob ihr Kind in der privaten Krankenversicherung richtig ist oder ob es sogar einen Anspruch auf beitragsfreie Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse haben kann, das habe ich in meinem Beitrag „Mein Kind muss ja dann auch in die PKV“ bereits besprochen.

27.
Mai '14

Die eigenwilligen Praktiken eines Finanzvertriebes- oder nur eines Mitarbeiters? Warum nicht nur „Ärzteberater“ Ärzte beraten können


Damit sich nicht gleich wieder Mitarbeiter des Finanzvertriebes mit den „drei großen Buchstaben“ beschweren, es geht hier nicht um den Vertrieb als Ganzes, sondern um ein eigenwilliges Verhalten eines „Ärzteberaters“ und zudem eine recht eigenwillige Auffassung zu Wettbewerbsrichtlinien, Verständnis von Beratung etc.

Wo ich heute in der FAZ zu Praktiken mit Seminaren lese, fällt mir mein „Fall“ aus den letzten Wochen wieder ein. Zum Glück handelt es sich hier um einen Kunden der weiss was er will, dieses auch durchsetzt, es aber dennoch als „sehr nervig“ empfunden hat.

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Was war nun passiert?

Ein Kunde, seines Zeichens Arzt, hatte vor einigen Jahren auch Kontakt zu dem Finanzvertrieb mit den drei Buchstaben, speziell zu einem Ärzteberater (was auch immer die Besonderheit dieser ist) und lies sich unter anderem schon zu Studienzeiten zur Berufsunfähigkeit, Vorsorge und Krankenversicherung beraten. Grundsätzlich kann ich nur gutheißen, wenn sich Menschen früh mit dem Thema BU Und Vorsorge beschäftigen, denn nur so ist eine „entspannte Gesundheitsprüfung und damit niedrigere Prämien“ langfristig möglich.

Nach der Beratung und der Absicherung der Berufsunfähigkeit und weiterer Produkte, ging es auch um das Thema Krankenversicherung. Während des Studiums bestand eine Absicherung in der PKV, danach wurde der Vertrag auf eine so genannte Anwartschaft (Was ist das?) umgestellt und so sollte sich der Anspruch gesichert werden, später in die Private Krankenversicherung zurück zu können.

Sehr vorbildlich, denn nur mit einer solchen Anwartschaft oder Option verschafft sich der Kunde die Möglichkeit auch bei schlechterem Gesundheitszustand zurück zu kommen. Die Beratung zu dieser Umstellung (und auch die Vergütung für die Beratung erhielt der MLP Berater) Dazu wurde dann also eine solche Umstellung vorgenommen, der Kunde zahlt einen Beitrag für dieses Recht und wartet…

… das er wieder in die PKV darf

auch wenn viele Ärzte m.E. immer noch unterbezahlt sind, irgendwann erreichte auch dieser Kunde die Grenze, wurde zum 01. 01. überschritten, so kann die Anwartschaft nun aktiviert werden und die PKV als Vollkrankenversicherung weiter geführt. Dazu wendet sich der Kunde (aus Zufriedenheits- oder welchem Grund auch sonst) erst einmal an den Versicherer direkt und bekommt eine verblüffende Aussage:

„Ihre PKV können wir umstellen, bitte reichen Sie uns den Nachweis der Versicherungsfreiheit ein. Aber Sie haben keine Anwartschaft für das Krankentagegeld und dieses ist aufgrund der uns bekannten Vorerkrankungen nun nicht mehr möglich.“

Ups… wieso das? Wieso wurde die Anwartschaft nicht für das Krankentaggeld gemacht? Wieso nicht ein Optionstarif welcher auch das Recht auf Abschluss eines KT’s enthält? Nach weiteren Prüfungen bietet der Versicherer dem Kunden die Absicherung an, dazu aber später mehr.

Neuer Berater, neues Glück, Kundenentscheidung

Nach diesen Aussagen wendet sich der Kunde mit einer PKV Anfrage vor einigen Wochen an uns und schreibt:

Hallo Herr Hennig,
ich habe eine Frage. Ich besitze derzeit eine Anwartschaftsversicherung bei der XYZ und habe nun aufgrund der Überschreitung der Jahresarbeitsentgeltgrenze die Möglichkeit zum Wechsel aus der GKV in die PKV. Ich wollte mich vorher gern über Alternativen informieren, insbesondere da einige Elemente des Tarifs bei der XYZ etwas „veraltet“ sind (insbesondere der geschlossene Hilfsmittelkatalog etc.). Zudem kommt dass ich bereits bei der Barmenia einen Risikozuschlag aufgrund Krankheit zahle. Erschwerend kommt hinzu dass ich bis vor ca. 8 Monaten eine ambulante Psychotherapie durchführen ließ. Seit letztem Juli ist die Behandlung aber abgeschlossen. Meine Frage ist nun, ob es überhaupt Sinn macht nach alternativen PKV-Tarifen zu suchen oder sie empfehlen unter den genannten Umständen eher in der GKV zu bleiben und die Anwartschaft zu kündigen. Ich danke Ihnen für Ihre Antwort.

Hm, klingt nicht ganz einfach, aber lösbar. Also füllte der Fragende den Kriterienfragebogen zur PKV aus, ebenso erteilte er ein Maklermandat für den entsprechenden Vertrag, womit wir uns bei der Gesellschaft legitimieren konnten und mussten.

Der Fehler liegt im Detail- vergessene Anwartschaft für das KT wird zum Problem

Zunächst: Fehler können passieren, so ist das nun mal bei Menschen und dazu sollte man stehen. So wurde hier die Anwartschaft vergessen

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