Artikel mit ‘Krankengeld’ getagged

02.
Mai '16

Anpassung des Krankentagegeldes bei der Halleschen ohne Gesundheitsprüfung


Das Krankentagegeld gehört- neben einer ordentlichen Absicherung bei Berufsunfähigkeit- zu einer der wichtigsten Absicherungen im Krankheitsfall. Dieses sichert nicht nur die Weiterzahlung der eigenen Beiträge zur Privaten Krankenversicherung und damit auch den dauerhaften Erhalt des Versicherungsschutzes.

Aus diesem Grund enthalten die meisten Verträge der privaten Krankenversicherung so genannte Dynamisierungsoptionen. Damit ermöglicht der Versicherer eine Erhöhung des Krankengeldes auch dann, wenn der gesundheitliche Zustand keinen Neuabschluss oder keine Erhöhung mehr zulassen würde. In den Versicherungsbedingungen finden sich daher meist zwei Optionen. Eine individuelle und eine allgemeine. Auch bei der Hallesche finden wir in den Bedingungen eine solche Erhöhungsoption:

§ 4 Umfang der Leistungspflicht

1 Erhöht sich das Nettoeinkommen aus der beruflichen Tätigkeit, so kann das Krankentagegeld im Verhältnis der Steigerung des Nettoeinkommens auf Antrag höher versichert werden. Verkürzt sich bei Arbeitnehmern die Dauer des Anspruchs auf Fortzahlung des Entgelts im Falle der Arbeitsunfähigkeit, so kann Versicherungsschutz in einer Tarifstufe mit entsprechend kürzerer Karenzzeit beantragt werden. Ein solcher Antrag wird ohne erneute Risikoprüfung angenommen, wenn er innerhalb von 2 Monaten zum nächsten Monatsersten gestellt wird. Vom Zeitpunkt der Vertragsänderung an wird die Mehrleistung auch für einen laufenden Versicherungsfall gezahlt, soweit hierfür im Rahmen des bisher versicherten Krankentagegeldes Leistungspflicht besteht.
Die Erhöhung des Nettoeinkommens bzw. die Verkürzung der Dauer des Anspruchs auf Fortzahlung des Entgelts im Falle der Arbeitsunfähigkeit sind auf Verlangen nachzuweisen. Im Falle der Beendigung eines Arbeitnehmerverhältnisses und Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit gilt die Regelung über die Verkürzung der Karenzzeiten bei einer Änderung der Entgeltfortzahlungsdauer bei Arbeitnehmern sinngemäß.

Diese Anpassungsmöglichkeit sichert somit den passenden Versicherungsschutz über die Vertragsdauer. Doch nicht jeder Versicherte hat während der Versicherungszeit entsprechende Lohnerhöhungen und auch dort denkt nicht jeder Versicherte dann daran. Daher bieten die Versicherungen, auch die Hallesche, von Zeit zu Zeit eine weitere, freiwillige Option an um das Krankentagegeld (KT) an neue Gegebenheiten anzupassen. Eine solche Anpassung läuft derzeit.

Wer kann bei der Halleschen das KT anpassen?

Die Hallesche verschickt derzeit entsprechende Anpassungsschreiben an Versicherte, welche eine Anpassung für das Jahr 2015 noch nicht vorgenommen haben. Das Ganze sieht dann so aus:

Hallesche KT Anpassung 2016

Wie hoch darf das Krankentagegeld bei der Halleschen sein?

Die Regelungen sind nicht einheitlich in der Branche. Daher gelten die nun folgenden Aussagen so nur für die versicherten Krankentagegelder bei der HALLESCHE Krankenversicherung. Die Höhe des Krankentagegeld berechnet sich nach dem Einkommen:

KT Anpassung - HALLESCHE Einkommen

Zunächst einmal ist zu berechnen, wie hoch das neue Krankentaggeld sein muss. Dabei gelten grundsätzlich dreißig Tage als Grundlage. Wer also 4.500 Euro Bruttoeinkommen hat, dafür aber 13 Gehälter bekommt, für den sieht die Rechnung wie folgt aus:

4.500 Euro * 13 Monate = 58.500 Euro. Das kalkulatorische Monatsbrutto liegt also bei:

58.500 Euro / 12 Monate = 4.875 Euro, davon 80% = 3.900 Euro

bei 30 Tagen liegt der (mehr …)

22.
Mai '15

Kein Krankentagegeld aus privater Krankenversicherung bei Wiedereingliederung nach Hamburger Modell, Urteil des Bundesgerichtshofes IV ZR 54/14


Krankentaggeld, das ist die Leistung welche eine private Versicherung ihrem dort versicherten Kunden zahlt, wenn nach Ablauf der Karenzzeit weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit besteht. Die Krankentagegeldversicherung also insbesondere dazu, ein durch Krankheit wegfallen des Arbeitseinkommen auszugleichen und somit die finanzielle Existenz des Versicherten zu sichern. Dabei bestehen jedoch grundsätzliche Unterschiede zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Während in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) das Krankentagegeld maximal über einen Zeitraum von 78 Wochen gezahlt wird, ist die Zahlung in der privaten Krankenversicherung (PKV) grundsätzlich zunächst einmal unbegrenzt.

Unbegrenzt jedoch nur so lange, wie eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in dem versicherten Beruf besteht. Die gesetzliche bzw. richtigerweise vertragliche Grundlage findet sich hierzu in den entsprechenden Versicherungsbedingungen, den so genannten Musterbedingungen für die private Krankentagegeldversicherung (MB/KT). Bevor wir uns jedoch mit dem Urteil beschäftigen, hier noch einmal der Hinweis, was genau unter einer „Arbeitsunfähigkeit“ zu verstehen ist. Die Definition laut den eben angesprochenen Musterbedingungen lautet:

(3) Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn die versicherte Person ihre berufliche Tätigkeit nach medizinischem Befund vorübergehend in keiner Weise ausüben kann, sie auch nicht ausübt und keiner anderweitigen Erwerbstätigkeit nachgeht.

Es sind also einer Reihe von Voraussetzungen zu erfüllen, damit der Leistungsfall im Sinne der Bedingungen erfüllt ist. Ganz vereinfacht heißt das also:

  1. aus medizinischen Gründen nicht arbeiten können
  2. es muss ein vorübergehender Zustand sein
  3. es darf weder die versicherte noch eine andere Erwerbstätigkeit ausgeübt werden

Nur wenn diese Vorgaben erfüllt sind, löst es eine Leistungspflicht für den Versicherer aus.

Worum ging es in dem Urteil des Bundesgerichtshofes?

Der Bundesgerichtshof musste sich mit einer so genannten Wiedereingliederung beschäftigen, also einer Maßnahme die zunächst einmal in dem Sozialgesetzbuch fünf und dort genauer im Paragraphen 74 geregelt ist. Bei dieser Maßnahme geht es darum, den Versicherten einen langsamen und schrittweisen Wiedereinstieg in seine berufliche Tätigkeit zu ermöglichen und ihn nicht sofort mit einer 100-prozentigen Tätigkeit zu überfordern. Auch hier zunächst ein Blick in das Gesetz:

Stufenweise Wiedereingliederung
Können arbeitsunfähige Versicherte nach ärztlicher Feststellung ihre bisherige Tätigkeit teilweise verrichten und können sie durch eine stufenweise Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit voraussichtlich besser wieder in das Erwerbsleben eingegliedert werden, soll der Arzt auf der Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit Art und Umfang der möglichen Tätigkeiten angeben und dabei in geeigneten Fällen die Stellungnahme des Betriebsarztes oder mit Zustimmung der Krankenkasse die Stellungnahme des Medizinischen Dienstes (§ 275) einholen.

Die Vorgaben des Sozialgesetzbuches 5, einer gesetzlichen Grundlage für die gesetzliche Krankenkasse, gelten nicht automatisch zwangsweise für privatrechtliche Verträge und somit auch nicht unbedingt für das private Krankentagegeld. Indem Streitfall ging es nun darum, dass ein Versicherter nach längerer Krankheit langsam wieder in die berufliche Tätigkeit integriert werden sollte. Dazu vollzog dieser im April 2010 eine so genannte Wiedereingliederung. Er begann also mit einer geringen Wochenarbeitszeit, schloss dazu eine entsprechende Vereinbarung mit dem Arbeitgeber und ging (teilweise) wieder arbeiten. Der Arbeitgeber zahlte in diesem Falle keinen Lohn, da der Arbeitnehmer mit seiner Arbeitsleistung nicht vollständig zur Verfügung stand. Nachdem der private Krankenversicherer nun eine Leistung abgelehnt hat da keine vollständige Arbeitsunfähigkeit mehr vorlag, zog der Versicherte bis vor den Bundesgerichtshof.

Nach seiner Burn-Out Erkrankung versuchte der Versicherte eine Rückkehr ins Berufsleben. In den ersten beiden Wochen arbeitete der Kunde 3 Stunden, in der dritten und vierten Woche 6 Stunden am Tag. In beiden Fällen bezog er keinen Lohn. Der Bundesgerichtshof kam jedoch zu dem Schluss, dass die Revision keinen Erfolg hat und der Versicherte keinen Anspruch auf eine Krankentagegeldzahlung während der Wiedereingliederungsmaßnahme.

Die Begründung hierzu ist relativ einfach und auch für den Laien sehr gut nachvollziehbar. Schauen Sie sich einmal oben nochmal unsere drei Voraussetzungen für den Bezug von Krankentagegeld an. Dann vergleichen wir diese mit dem konkreten Fall. Unser Kunde war aus medizinischen Gründen nicht in der Lage arbeiten zu können, zumindest nicht vollständig. Auch die zweite Voraussetzung war erfüllt, denn es handelte sich um einen vorübergehenden Zustand. Aber jetzt kommen wir zu dem Problem, denn der Kunde übte die versicherte Tätigkeit (wenn auch nur teilweise) wieder aus.

Laut Auffassung der Richter handelt sich es nicht um einen so genannten Arbeitsversuch, dagegen spricht der Umfang und die Regelmäßigkeit der ausgeübten Tätigkeit.

„Ferner setzte die stufenweise Wiedereingliederung nach Paragraph 74 SGB V voraus, dass der Versicherte nach ärztlicher Feststellung seine bisherige Tätigkeit teilweise verrichten könne und eine entsprechende Belastbarkeit vorhanden sei. unerheblich sei demgegenüber, dass der Kläger kein Arbeitsentgelt erhalten, sondern weiterhin Krankentaggeld bezogen habe. Nach den Versicherungsbedingungen komme es nicht auf dem Verlust des Arbeitseinkommens, sondern vielmehr darauf, dass der Versicherungsnehmer seine berufliche Tätigkeit nicht ausübe.“

 Weiterhin führen die Richter in ihrer Urteilsbegründung aus:

„Ebenso stünden der Charakter der Krankentagegeldversicherung und ihr soziale Schutzzweck einer Einordnung der beruflichen Wiedereingliederung als Berufsausübung nicht entgegen. (…)  Damit fehlt es für diesen Zeitraum an bedingungsgemäßer Arbeitsunfähigkeit als Voraussetzung für den Leistungsanspruch nach Paragraph 1 (1) Satz 2 MB/KT.

Gibt es eine Möglichkeit dieses Risiko dennoch zu versichern?

Es gibt durchaus einige private Krankenversicherung, welche eine Versicherungsleistung auch bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit erbringen. Einige Unternehmen lösen das generell in den Bedingungen, andere wiederum haben spezielle Regelungen für diese Wiedereingliederung, zum Beispiel die Regelung der HALLESCHE Krankenversicherung.

2 In Erweiterung von § 1 (3) MB/KT 2009 leistet der Versicherer auch bei Teilarbeitsunfähigkeit im Rahmen einer Wiedereingliederung in das Erwerbsleben für bis zu 8 Wochen. Diese Leistung wird nur für Arbeitnehmer mit einem festen Anstellungsverhältnis erbracht, für die beim Versicherer eine Krankheitskostenvollversicherung für ambulante und stationäre Behandlung besteht. Eine Wiedereingliederung in das Erwerbsleben liegt vor,

– wenn im unmittelbaren Anschluss an eine vollständige Arbeitsunfähigkeit gemäß § 1 (3) MB/KT 2009 von mindestens zwölfwöchiger Dauer die berufliche Tätigkeit wieder stufenweise aufgenommen wird und
– solange eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 50%, welche vom Arzt zu bescheinigen ist, besteht. Das vom Arbeitgeber gezahlte Entgelt wird auf das Krankentagegeld angerechnet.

Oder hier die Regelung der Mannheimer Krankenversicherung:

§ 6 Versicherungsleistungen

3. Nimmt die versicherte Person im unmittelbaren Anschluss an eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens zwölfwöchiger Dauer ihre berufliche Tätigkeit nur teilweise wieder auf, zahlt der Versicherer das vereinbarte Krankentagegeld in der ersten und zweiten Woche zu 75 %, in der dritten und vierten Woche zu 50 %, solange die versicherte Person nach medizinischem Befund zu mehr als 50 % arbeitsunfähig ist.

Die Regelung der Mannheimer geht damit noch einen Schritt weiter, denn diese ist nicht zwingend an eine Wiedereingliederung geknüpft und auch nicht nur für Arbeitnehmer.

Das vollständige Urteil können Sie im Downloadsbereich als Volltext nachlesen.

PDF-IconUrteil des Bundesgerichtshofes vom 11.03.2015, Az. IV ZR 54/14 zur Krankentaggeldzahlung bei Wiedereingliederungsmaßnahmen

12.
März '15

Krankentagegeld zwar steuerfrei, unterliegt aber (in der GKV) der Progression (Urteil des Bundesfinanzhofes III R 36/13)


In dem gestern veröffentlichten Urteil bestätigt der Bundesfinanzhof seine Auffassung, das es auch nach Einführung des so genannten Basistarifs rechtmäßig ist, einen Unterschied zwischen Krankentagegeld aus der gesetzlichen (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) zu machen.

Krankentagegeld steuerfrei

Die Leistungen zum Krankengeld, ungeachtet der Tatsache ob diese von einer gesetzlichen Krankenkasse oder einer privaten Krankenversicherung gezahlt werden, sind steuerfreie Leistungen im Sinne des Einkommensteuergesetzes. Das bedeutet zunächst, diese Beträge sind nicht mit der Einkommensteuer belegt und fließen dem Steuerpflichtigen brutto wie netto zu.

Progressionsvorbehalt

Nun gibt es Einkünfte, welche zwar steuerfrei sind, aber die Steuer der anderen Einkünfte im jeweiligen Jahr erhöhen. Da die Einkommensteuer in Deutschland abhängig von der Höhe des Einkommens ist, zahlen Sie prozentual mehr Steuern, je mehr Sie verdienen. Nehmen wir also ein Beispiel, welches das etwas verdeutlichen soll.

Hat ein Arbeitnehmer ein zu versteuerndes Einkommen im Jahr 2015 von 40.000 €, so zahlt dieser in der Grundtabelle hierfür 8.976 € Steuern, also 22%. Der Grenzsteuersatz liegt bei 36%. Inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ergibt sich ein durchschnittlicher Steuersatz von 26 und ein Grenzsteuersatz von 41%. Nehmen wir weiter an, der Kunde kann aufgrund von Krankheit nur noch ein halbes Jahr arbeiten und hat daher (vereinfacht) auch nur das halbe zu versteuernde Einkommen, also 20.000 €. Dann sind mitnichten die Hälfte der bisherigen Einkommensteuer, sondern nur 2.634 € zu zahlen. Dabei ist der Durchschnittssteuersatz dann bei 13, der Grenzsteuersatz bei 27%.

KT Einkommen Steuer

Da er aber vom halben Einkommen nicht leben kann, hat unser Kunde vorgesorgt und ein versichertes Krankentagegeld. Genau hier ergibt sich nun der entscheidende Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Versicherung. Ist der Kunde gesetzlich versichert, so ist das Krankentagegeld steuerfrei unterliegt aber dabei dem Progressionsvorbehalt. Der BFH meint hierzu:

Auch nach der Einführung des sog. Basistarifs in der privaten Krankenversicherung ist es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass zwar das Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung, nicht aber das Krankentagegeld aus einer privaten Krankenversicherung in den Progressionsvorbehalt nach § 32b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b EStG einbezogen wird.

Das bedeutet in der Praxis (mehr …)

11.
März '15

Aber da zahlt doch meine Krankenkasse- warum die trügerische Sicherheit beim Krankenheld finanziell böse ausgehen kann


Gestern klingelte mein Telefon, eine aufgeregte ältere Dame am Telefon, ob sie mich einmal etwas fragen dürfte, sie wisse nicht mehr weiter und glaubt, „die gesetzliche Krankenkasse betrügt“ sie.

Das ist ein schwere Vorwurf und auch wenn nicht immer alles glatt läuft, das eine GKV bewusst betrügt, kann ich mir nicht so recht vorstellen, also fragte ich nach. Dabei ergab sich folgender Fall.

Der Ehemann meiner Anruferin war technischer Leiter eines Herstellers für Autozubehör, ist derzeit 53 Jahre alt und in der DAK versichert. Als er Mitte Januar einen Herzinfarkt erlitt, wurde er krank geschrieben und befand sich in stationärer Behandlung. Im Laufe dieser wurde auch festgestellt, dass der Kunde wohl- so die erste Aussage des Arztes- kaum wieder in seine berufliche Tätigkeit zurückkehren kann, dazu aber später mehr.

Mit einem Bruttoeinkommen von knapp 6.000 € habe Ihr Mann immer gut verdient, erzählt sie weiter. Gebaut haben sie vorletztes Jahr und die Kreditraten waren ziemlich hoch, weil es ja immer noch den Bonus von fast 20.000 € im Jahr gibt und damit der Kredit schnell zurück gezahlt werden kann. Von dem Bruttoeinkommen bleiben durch die Steuerklasse III nach Sozialabgaben noch 3.837 € netto übrig, Geld was auch gebraucht wird, da nur ein Verdiener vorhanden ist und allein die Darlehen mit 1.250 € getilgt werden.

Doch nun, nun kam dieser „böse Brief mit dem uns die Kasse betrügt“. Folgende Berechnung hat die DAK dem Kunden geschickt:

Bruttoeinkommen: 6.000 €
maximales KT sind davon 70% sind 4.200 €
es werden max. 90% des Nettoeinkommens gezahlt, also 3.453 €

Aber jetzt kommt der Haken. Da der Mann deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze von 4.125 € verdient, werden auch maximal 70% hiervon angerechnet, also 2.887 €

Damit ist schon mal eine Lücke von mindestens 950 € monatlich entstanden, was aber durchaus noch schlimmer wird, denn weiter schreibt die GKV:

„Hiervon sind abzuziehen, die hälftigen Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung 9,3%, die Arbeitslosenversicherung 1,5% und die Pflegepflichtversicherung 1,425% (inkl. Kinderlosen-Zuschlag).“

Also ergibt sich folgende Rechnung:

max. 2.887 € (also 96,23 € täglich)
– 12,225% SV Abgaben = 352,94 (also 11,76 €)

Daraus ergibt sich damit ein Krankentagegeld von maximal 2.534,06 € (täglich dann 84,46 €)

Gegenüber dem bisherigen Nettoeinkommen fehlen somit jeden Monat 1.303 €.

Das tut nicht nur „ein bisschen weh“, sondern reisst ein riesiges Loch in die Haushaltskasse (mehr …)

11.
März '14

Kinderkrankengeld- oder wer zahlt meinen Lohn falls mein Kind erkrankt?


UPDATE: Den aktualisierten Beitrag und neue Infos finden Sie hier: 

Kinderkrankengeld – Wer zahlt, wenn mein Kind krank ist – unterschiedliche Regelungen für GKV und PKV versicherte Kinder

Wenn das eigene Kind krank ist, dazu vielleicht sogar noch etwas mehr als einfach nur eine Erkältung, dann ist das erstmal schon anstrengend genug. Los geht es mit dem organisieren. Das Kind allein zuhause bleiben? Wer kümmert sich um das Kind, während es zum Arzt und holt es wieder ab?

Kann es wieder in den Kindergarten oder zu Schule oder darf es noch keinen Kontakt mit anderen Kindern haben? Diese womöglich noch anstecken?

All diese Fragen gilt es zu klären und dabei sich auch noch Gedanken zu machen was mit dem eigenen Job auf der einen und dem Arbeitseinkommen auf der anderen Seite ist. Doch wer zahlt nun eigentlich und was zahlt er?

Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer

(c) Techniker KK

(c) Techniker KK

Wer gesetzlich krankenversichert ist, der hat zunächst einmal einen Anspruch auf Weiterzahlung des Gehaltes für einen bestimmten Zeitraum. Sind Sie also Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, so ist ihr Arbeitgeber in der Regel verpflichtet für fünf Tage pro Jahr und Kind (bei mehr als zwei Kindern jedoch für maximal 25 Tage pro Jahr) das Entgelt weiterzuzahlen und sie von der Arbeit freizustellen. Das gilt sowohl für die Mutter, als auch für den Vater.

Sind Sie allein erziehend, dann geht diese Freistellung sogar für 20 Tage pro Kind und maximal 50 Tage pro Jahr. (entspricht also genau dem, was sonst beide Elternteile zusammen bekämen)

Es kann jedoch sein, dass der Arbeitgeber diese Erstattung im Tarifvertrag ausgeschlossen hat. Dann muss er sie zwar trotzdem freistellen, jedoch für diese Zeit kein Einkommen weiterzahlen. Hat der Arbeitgeber eine solche Erstattung tariflich ausgeschlossen, so ist die gesetzliche Krankenkassen für diesen Zeitraum leistungspflichtig. Dabei müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

– Sie sind berufstätig und bekommen von ihrem Arbeitgeber keine Weiterzahlung des Lohnes

– in Ihrem Haushalt gibt es niemanden, der Ihr Kind während der Zeit pflegen könnte und Ihr Kind ist ebenfalls gesetzlich krankenversichert

– das Kind ist jünger als zwölf Jahre oder hat eine Behinderung (dann gilt die Altersgrenze nicht) und ein Arzt bescheinigt die Notwendigkeit der Beaufsichtigung des Kindes

– Sie selbst müssen ebenfalls einen Anspruch auf Krankengeld in ihrem Versicherungsschutz haben.

Gerade die letzte Voraussetzung bereitet vielen freiwillig versicherten Selbstständigen und Freiberufler in der gesetzlichen Krankenkasse ein größeres Problem. Oftmals haben diese einen Tarif ohne den Anspruch auf Krankentagegeldversicherung, dann existiert auch kein Anspruch auf Kinder Krankengeld.

Privat versichertes Kind oder privat versicherte Arbeitnehmer

Für den Fall, dass ihr Kind nicht in der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist und vielleicht in der privaten Krankenversicherung des anderen Elternteils eingeschlossen wurde, besteht kein Anspruch auf Kinderkrankengeld aus der gesetzlichen Krankenkassen. Das gilt selbst dann, falls die Mutter oder der Vater dennoch in der gesetzlichen Krankenkasse ist. Zwingende Voraussetzung ist hier, dass das Kind ebenfalls in der GKV versichert ist. (Dazu bitte beachten: „Mein Kind muss ja dann auch in die GKV“)

Hat das Kind Anspruch auf Krankengeld aus der privaten Krankenversicherung?

In fast allen Tarifen der privaten Krankenversicherung besteht ein solcher Anspruch nicht. Damit Sie besser verstehen warum das so ist, hier einige Erläuterungen.

Das Krankengeld in der privaten Krankenversicherung setzt immer voraus, dass die versicherte Person selbst erkrankt ist (wobei die private Krankenversicherung hier die Definition von arbeitsunfähig kennt) und zudem einen entsprechenden Tarif für das Krankengeld versichert hat. Hier genau tritt jedoch das Problem auf. Die Eltern haben einen Tarif auf Einkommensersatz bei Arbeitsunfähigkeit versichert, sind jedoch in diesem Falle nicht erkrankt und haben daher keinen Anspruch gegen ihren privaten Krankenversicherung.

Das gilt jedoch, welches einen (theoretischen) Anspruch hätte, hat in diesem Falle weder einen Krankentagegeldtarif, noch könnte das Kind arbeitsunfähig im Sinne der Bedingungen sein. All diese Punkte zusammengenommen bedeuten, dass eine private Krankenversicherung bei Erkrankung eines Kindes aus dem Krankentagegeldtarif der Eltern nicht leisten darf und wird und für das Kind eine entsprechende Absicherung nicht besteht.

Gibt es Versicherer wo dieses Problem lösbar ist?

Die Antwort ist einfach gegeben, es gibt im Moment exakt einen. Die Signal Krankenversicherung hat vor einiger Zeit einen Tarif eingeführt, nachdem auch bei Erkrankung eines Kindes unter bestimmten Voraussetzungen Versicherungsschutz besteht. Voraussetzung ist hier jedoch unter anderem, dass sowohl das Elternteil als auch das Kind selbst bei der Signal und in dem entsprechenden Tarif versichert sein muss. Detaillierte Informationen hierzu habe ich in meinem Blogbeitrag zum Thema Kinder Krankengeld bei der Signal Krankenversicherung zusammengestellt.

Soll ich nun meinen Versicherer wechseln?

Natürlich nicht, denn das Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes ist sicher für den einen oder anderen wichtig, jedoch nur eines von ganz vielen Kriterien in der privaten Krankenversicherung. Ich würde niemandem empfehlen den Versicherungsschutz in der privaten Krankenversicherung (PKV) von nur einem Kriterium abhängig zu machen. Schon gar nicht würde ich meinen eigenen Versicherungsschutz (der ja viel länger gelten wird als der des Kindes) von einem solchen Kriterium abhängig machen. Beachten Sie bitte bei der Auswahl des für Sie passenden Tarifes in der privaten Krankenversicherung unbedingt die Auswahlkriterien. Weitere und umfangreiche Informationen habe ich Ihnen in dem Leitfaden zur privaten Krankenversicherung aufgeschrieben.

Insgesamt ist dabei, so richtig so ein Krankengeld für Kinder auch sein mag, immer noch das Verhältnis zu berücksichtigen. Wir sprechen von einem Zeitraum von zehn bzw. maximal 20 Tagen pro Kind und Jahr, so dass sie sich das finanzielle Risiko einfach selbst errechnen können.

Gibt es noch andere Lösungen?

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sieht im Paragraphen 616 noch eine entsprechende Regelung für die Pflege von kranken Angehörigen vor. Dieser Paragraph regelt eine vorübergehende Verhinderung bei der Arbeit, und lautet:

§ 616 Vorübergehende Verhinderung

Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird. Er muss sich jedoch den Betrag anrechnen lassen, welcher ihm für die Zeit der Verhinderung aus einer auf Grund gesetzlicher Verpflichtung bestehenden Kranken- oder Unfallversicherung zukommt.

Die Rechtsprechung ist sich hier recht einig, dass es sich um einen Zeitraum von maximal fünf Tagen handeln kann. Und der Arbeitgeber darf diesen Paragraphen in seinem Arbeitsvertrag ausschließen. Das bedeutet, sie sollten bitte zuerst einmal in Ihren Arbeitsvertrag schauen oder in den entsprechenden Tarifvertrag und herausfinden, ob der Arbeitgeber die Anwendung des Paragraphen 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches ausgeschlossen. Falls nicht, so kann für die Pflege eines kranken Angehörigen (nicht nur eines Kindes) und einen Zeitraum für maximal fünf Tage eine Weiterzahlung des Lohns erfolgen. Dieser Anspruch besteht natürlich auch für Arbeitnehmer, welche privat krankenversichert sind.

Da es sich hier um eine gesetzliche/arbeitsrechtliche Frage handelt, fragen Sie bitte bei weiteren Fragen hierzu einen entsprechend spezialisierten Rechtsanwalt. Es handelt sich hierbei ausdrücklich um keine rechtliche Beratung.