Artikel mit ‘Kinder’ getagged

02.
Mai '18

Hilfe, die gesetzliche Krankenkasse will Geld für mein Kind, viel Geld


Es gibt so Tage, da wünschen sich einige nicht zum Briefkasten gegangen zu sein und dennoch verschiebt es das Problem doch nur und löst es nicht. Ein solcher Tag war vor kürzlich auch bei einer Fragenden, welche sich über den Live Chat hier auf der Seite an mich wandte und einige Fragen loswerden wollte, denn diese Post konnte sie sich nun so gar nicht erklären.

Was war genau passiert?

Die Tochter, mittlerweile schon 21 Jahre alt aber, bekam Post der gesetzlichen Krankenkasse. Diese wollte Geld, viel Geld. Insgesamt sollte die Versicherte 31.000 EUR nachzahlen, denn hier schien etwas mit der Mitgliedschaft nicht gestimmt zu haben.

Die Kasse bot zwar an, die 31.000 EUR in Raten (maximal sechs) zu zahlen, aber auch das bringt hier nicht wirklich weiter.

Die Versicherte war bisher immer bei der Mutter familienversichert. Beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenkasse der Mutter und das auch schon immer. Im Jahre 2016 machte die Tochter irgendwann Abitur, konnte aber aufgrund diverser Erkrankungen bisher keine Ausbildung beginnen und hielt sich mit „Nebenjobs“ über Wasser. Soweit auch unkompliziert, solange hier keine Versicherungspflicht eintritt oder gar die Einkommensgrenzen für das Kindergeld überschritten werden, denn dann will das auch noch zurückgefordert werden.

Bis 06/2016 ging das Kind also zur Schule und beendete diese mit dem Abitur. Danach gab es keinen Tatbestand, welcher eine Versicherungspflicht begründen würde und somit dachten alle Beteiligten, es ist wie es ist und bleibt so.

Doch auch schon hiervor gab es ein Problem. Der Vater ist privat versichert, die Mutter gesetzlich. Zudem verdient der Vater über der Beitragsbemessungsgrenze und damit tritt die Frage ein, wo das Kind zu versichern ist.

Ich habe Ihnen dazu ein ausführliches Schema erstellt und rate Ihnen dringend das Thema nicht zu verschieben, sondern immer direkt anzugehen. Schauen Sie einfach einmal hier:

Demnach bestand schon in 2015 kein Anspruch auf Familienversicherung mehr und die Eltern hätten für die Tochter zwei andere Möglichkeiten gehabt. Entweder die Mitversicherung in der privaten Krankenversicherung bei dem Vater (oder einer anderen), oder aber die freiwillige Versicherung in der GKV der Mutter (oder einer anderen) und dort einen eigenen Beitrag zahlen. Beides war aber nicht passiert.

Komplizierter wird die Sache noch dadurch, dass sich die Eltern bis heute zwar irgendwann getrennt haben und der Vater auszog, aber die Scheidung auch noch nicht weiter fortgeschritten ist. Nun hat die gesetzliche Kasse aber davon „Wind bekommen“ und gehandelt. Statt weiteren Schreiben gab es einen Bescheid.

Hiernach sollen die Beiträge für die Tochter nachgezahlt werden. Doch hat die Kasse nicht die Beiträge für ein freiwillig versichertes Kind angenommen, sondern die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze des entsprechenden Jahres als Einkommen zugrunde gelegt. Damit zahlt die Tochter über die Jahre Höchstbeitrag und das sieht dann in etwa so aus.

GKV Hoechstbeitrag TochterBILD

Demnach ergeben sich zum Beispiel für das Jahr 2018 monatlich folgende Beiträge:

Bemessungsgrundlage: 4.425 Euro monatlich

GKV Basisbeitrag: 619,50 Euro

Zusatzbeitrag der Kasse: 66,38 Euro

Pflegepflicht Beitrag: 112,84 Euro

Insgesamt also monatliche Beiträge von 798,72 Euro

Das die Kundin gar kein solches Einkommen hatte, interessiert die Kasse hier zunächst nicht. Der erstellte Beitragsbescheid hat eine Widerspruchsfrist von vier Wochen. Selbst wenn diese Zahlen hier nicht stimmen sollten, MUSS die Kundin also reagieren und Widerspruch einlegen, sonst bekommt die Kasse hier einen Bescheid der notfalls vollstreckt werden kann.

Was tun?

Lassen Sie sich beraten. Suchen Sie sich dazu einen Anwalt oder einen entsprechenden Versicherungsberater, welcher Ihnen gegen Honorar hier weiterhelfen kann. Achten Sie unbedingt auf die Fristen und halten Sie diese ein. Ein einfacher Anruf bei der Kasse reicht nicht aus und hemmt auch die Frist nicht.

In unserem Fall gilt es zunächst zu klären, wie die Kasse darauf kommt und welche Möglichleiten bestehen. So muss geprüft werden, ob ggf. doch noch ein Anspruch auf Familienversicherung besteht, zumindest seitdem der Vater Auszog und die Tochter bei der Mutter lebt und kein eigenes Einkommen hat.

Weiterhin ist für die Zeit bis zum Auszug ebenfalls der Betrag falsch, denn nicht der Höchstbetrag sollte hier zu Grunde liegen, sondern der Beitrag für das freiwillig versicherte Kind, was die GKV aber so nicht wissen kann.

Somit steht der GKV hier wohl recht sicher ein Beitrag zu, jedoch eben nicht der berechnete. Selbst wenn der Beitrag für die freiwillige Versicherung seit 2015 rückwirkend gezahlt werden müsste, dann sprechen wir hier über etwa 180 Euro pro Monat. Nehmen wir nun einmal 36 Monate als Grundlage und gehen von einem Beginn der freiwilligen Mitgliedschaft in 04/2015 aus, dann sprechen wir über:

36 Monate * 180 Euro (Kranken- und PflegeV) = 6.480 Euro

Klar, auch das ist noch viel Geld und auch das wird sicher nicht in einer und auch wohl nicht in sechs Raten zahlbar sein. Dennoch ist es knapp ein Fünftel von dem, was die Kasse laut Bescheid von der Tochter an Beiträgen wollte.

So hat ein Nachmittag „sich damit Beschäftigen und sich einen Berater suchen“ der Kundin auf die Schnelle eine „Ersparnis“ von 24.000 Euro gebracht. So teuer kann der Berater unmöglich gewesen sein.

Wie kann ich solche Forderungen vermeiden?

Achten Sie immer darauf, der Kasse rechtzeitig Änderungen mitzuteilen. Dazu gehören Informationen wie zum Beispiel:

– Wechsel eines Elternteils in die PKV

– Entstehen von Beihilfeansprüchen

– Aufnahme von Selbstständigen Tätigkeiten bei Eltern oder Kindern

– Auszug/ Trennung/ Scheidung

– Ende der Schule

– Beginn der Ausbildung

– Eigene Einkünfte des Kindes

Und vieles mehr. Im Zweifel schreiben Sie der GKV lieber einmal mehr und geben eine Information rechtzeitig, als das Sie später mit solchen Nachzahlungen zu kämpfen haben.

15.
März '18

Arbeitgeberzuschuss, wenn die Kinder bei dem anderen Partner versichert sind


Ich weiss nicht woran es liegt. Fehlendes Wissen der Berater, fehlende Nachfrage durch den Interessenten vor Abschluss eines Vertrages oder einfach „Sorglosigkeit“. Diese Frage kommt mindestens einmal die Woche und zu den Themen Arbeitgeberzuschuss habe ich einige Male geschrieben. Dazu sind auch die Beiträge:

Arbeitgeberzuschuss bei freiwilliger gesetzlicher Krankenversicherung 

und

Arbeitgeberzuschuss für Familienangehörige 

interessant. Dennoch möchte ich diese Frage aus dem heutigen LiveChat (den Sie auch gern unten links hier auf der Seite nutzen können) nochmals zum Anlass nehmen, dieses etwas genauer zu erklären.

Das Problem – der Versicherungsnehmer der Kinder – PKV ist nicht der Arbeitnehmer selbst

Während ein Zuschuss zur privaten Krankenversicherung der Kinder generell nicht in Frage kommt, wenn diese freiwillig in der gesetzlichen Kasse geblieben sind, so besteht schon die Möglichkeit einen Zuschuss dann zu bekommen, wenn diese auch privat versichert sind. Dazu müssen aber einige Voraussetzungen erfüllt sein, eine davon ist die private Versicherung selbst.

Sind also nun beide Ehepartner privat versichert oder waren es vielleicht einmal und die Versicherung der Kinder besteht bei einem anderen Versicherer als dem, in welchem der Arbeitnehmer heute versichert ist, dann wird es teilweise problematisch und oft wissen auch dann die Personalabteilungen nicht mehr Bescheid.

Eigentlich ist es aber gar nicht so schwer. Zu klären ist neben der Frage, ob die Kinder privat versichert sind, auch noch eine andere. Der Arbeitnehmer welcher den Arbeitgeber um einen Zuschlag bitten möchte, muss auch der Versicherungsnehmer sein.

Grundlage dieser Voraussetzung ist, wie auch zum AG Zuschuss allgemein, der Paragraph 257 des Sozialgesetzbuches Nr. 5. Hier werden nicht nur die Voraussetzungen eines solchen Zuschusses geregelt, auch die weiteren Informationen finden sich hier.

Wer kein VN ist, kann keine AG Bescheinigung bekommen

Nehmen wir nun die Sitiation aus dem oben genannten Beispiel. Die Frau und auch der Mann sind privat versichert. Aus welchem Grund auch immer hat die Frau die Kinder bei sich versichert, vielleicht passte damals der Schutz einfach besser. Der Mann, nun ebenfalls privat versichert, möchte seinen Arbeitgeber nun nach einem Zuschuss fragen. Das ist zunächst zu prüfen, wie hoch der eigene Beitrag ist und ob bis zum Höchstzuschuss überhaupt noch Luft ist.

Neue Rechengrößen zur Sozialversicherung 2018 und neuer Arbeitgeberzuschuss 2018 – Sozialversicherungswerte im Überblick

Ist dem so, so prüfen wir weiter. Dazu reicht es nicht aus, wenn die Kinder bei der Frau versichert sind. Der dortige Versicherer würde natürlich eine AG Bescheinigung auf den NAMEN DER FRAU als Versicherungsnehmerin ausstellen. Diese kann der Mann aber nicht bei seinem Arbeitgeber einreichen, denn dieser zahlt den Zuschuss nur, wenn die Bescheinigung auf ihn ausgestellt ist.

Schauen Sie einmal auf das folgende Schema und gehen die Schritte von oben links einfach durch.

Gibt es eine Lösung?

Klar gibt es die. Einen Versicherungsnehmer kann ich durchaus ändern. Dazu bedarf es einer schriftlichen Willenserklärung an den Versicherer. Hierzu muss erklärt werden, wer der neue Versicherungsnehmer werden soll, ein Grund muss nicht angegeben werden, kann aber hilfreich sein.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu der Versicherungsnummer _________ sind derzeit unter anderem meine Kinder _______ geb. am ________ und  _______ geb. am ________ versichert. Versicherungsnehmer(in) bisher ist ___________________.

Zur Erlangung eines Arbeitgeberzuschusses ändern Sie bitte die Versicherungsnehmereigenschaft für den Vertragsteil der Kinder. Neuer Versicherungsnehmer soll damit werden:

Name, Anschrift, Geb. Datum

Die Beiträge werden wie bisher von ________ gezahlt.

ODER

Die Beiträge sollen künftig durch den neuen VN gezahlt werden. Bitte buchen Sie diese ab dem Monat _____ von dem folgenden Konto ab:

_____________

Bitte stellen Sie nach Übertragung/ Abspaltung die Bescheinigungen zur Erlangung des Arbeitgeberzuschusses aus.

mit freundlichen Grüßen

_________ (neuer VN)

Der Übertragung der Vertargsteile meiner oben genannter Kinder stimme ich zu und bitte um Änderung der VN Eigenschaft und Überführung in einen separaten Vertrag mit oben genanntem VN.

_________ (bisheriger VN)

Nachdem Sie dieses Schreiben dem alten Versicherer mitgeteilt haben, bekommen Sie meist noch eimal weitere Unterlagen. So müssen Sie Vertragsbedingungen erhalten und denen zustimmen, Unterlagen zum Datenschutz und die SEPA Erklärung bekommen und akzeptieren.

Am Ende werden Sie dann- mit allen Rechten und Pflichten- Versicherungsnehmer/in für den PKV Teil der Kinder und können damit auch einen AG Zuschuss beantragen. Sie sehen also, eine lösbare Variante, aber es bedarf einiger Änderungen.

23.
Oktober '17

Neugeborenennachversicherung – gilt das auch für die Zusatzversicherung


Wer privat in einer Privaten Krankenversicherung (PKV) versichert ist und dann „Eltern wird“, für den ändert sich einiges. Nicht zuletzt auch der Versicherungsschutz in der privaten Krankenversicherung, welcher eine Anpassung bedarf. Nun ist es aber nicht zwingend so, dass das Kind dann auch in die private Krankenversicherung wechselt oder wechseln muss, es kann auch ein Verbleib in der GKV angeraten und sinnvoll sein. Dazu habe ich hier bereits einiges geschrieben:

Mein Kind muss „ja dann auch“ in die Private Krankenversicherung (PKV)

Doch in diesem Zusammenhang ergeben sich einige Fragen und Probleme, welche sich immer wieder in Fragen von Interessenten oder auch im LiveChat wiederholen, daher habe ich einige dieser Punkte einmal für diesen Beitrag aufgegriffen. Zu beachten sind die unterschiedlichen Situationen. Fangen wir mit der Frage der Zusatzversicherung an.

„Ich bin (nur) privat zusatzversichert, muss die private Krankenversicherung diese auch für mein Neugeborenes anbieten?“

Diese Frage beschäftigt werdende Eltern, zumindest immer dann, wenn es um eine Nachversicherung von nicht mehr gesunden Neugeborenen geht. Eltern die eine entsprechende Zusatzversicherung besitzen, können diese unter bestimmten Umständen auch für das Kind bekommen, selbst dann wenn dieses krank ist oder mit Geburtsschäden auf die Welt kommt. Auch besteht hier unter Umständen sofort Versicherungsschutz, notfalls rückwirkend zum Tag der Geburt. Wie das funktioniert und warum daher der rechtzeitige Abschluss so wichtig ist, das schauen wir uns hier an.

Versichert werden können in der Zusatzversicherung ganz unterschiedliche Bereiche, so zum Beispiel:

  • ambulante Leistungen als Ergänzung zur gesetzlichen Krankenkasse (GKV)

  • naturheilkundliche Leistungen wie zum Beispiel Heilpraktiker, Osteopathie und dergleichen

  • stationäre Leistungen wie Ein- oder Zweibettzimmer, Rooming-In oder die freie Krankenhauswahl

  • ergänzende Leistungen der Pflegeversicherung als Pflegezusatzschutz

  • zahn-/ kieferorthopädische Leistungen

All diese Versicherungen kann natürlich zunächst nur der Erwachende, also einer oder beide Personen die Eltern werden abschließen und auch nur zu den für sie gültigen Tarifen. Gerade hier liegt aber der entscheiden Vorteil.

Schauen Sie zudem bitte nochmals in meinen älteren Beitrag.

Was Sie bereits zu Beginn der Schwangerschaft bedenken sollten, zu spät bedeutet nie mehr

Durch die richtige Wahl des Versicherungsschutzes der werdenden Eltern, sichern Sie dem noch ungeborenen Kind einen Versicherungsschutz ohne neue Gesundheitsprüfung, ohne Gefahr der Ablehnung und vieles mehr.

Wo ist das genau geregelt?

Grundlage für eine solche Nachversicherung sind die entsprechenden Bedingungen. Schauen wir hierzu einmal bei einem Versicherer etwas genauer hin und nehmen als Beispiel die Hallesche Krankenversicherung, was sich aber bei anderen Unternehmen ebenso darstellt. In den so genannten Musterbedingungen für die Krankenversicherung, genauer den Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung (MB/KK 2009) heisst es dann: (§2, Beginn des Versicherungsschutzes)

(2) Bei Neugeborenen beginnt der Versicherungsschutz ohne Risikozuschläge und ohne Wartezeiten ab Vollendung der Geburt, wenn am Tage der Geburt ein Elternteil mindestens drei Monate beim Versicherer versichert ist und die Anmeldung zur Versicherung spätestens zwei Monate nach dem Tage der Geburt rückwirkend erfolgt. Der Versicherungsschutz darf nicht höher oder umfassender als der eines versicherten Elternteils sein.

und weiter heißt es bei der HALLESCHE hier:

(6) Für Neugeborene, die gemäß § 2 (2) MB/KK 2009 bzw. gemäß § 2 (7) der Tarifbedingungen ab Geburt mitversichert werden, besteht ab Geburt Versicherungsschutz auch für alle vor Vollendung der Geburt entstandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Geburtsschäden sowie angeborene Krankheiten und Anomalien.

Wenn Sie sich also an wenige Vorgaben halten, dann hat das Kind auch wenn es krank auf die Welt kommt, einen entsprechenden Versicherungsschutz in der Voll- oder Zusatzversicherung.

  • mindestens 3 Monate (einige Versicherer weniger) Schutz der Eltern

  • Anmeldung binnen 2 Monaten nach Geburt RÜCKWIRKEND

  • Schutz nicht höher als der der Eltern

Einige Unternehmen verzichten zudem auf die DREI Monate Vorversicherungszeit und haben eine abweichende Regelung von einem, zwei oder null Monaten. Wer also hier rechtzeitig den Versicherungsschutz beantragt (und begonnen hat), der kann sich hier einen Schutz für das Kind sichern.

Was aber, wenn das Kind auch Anspruch auf Familienversicherung hat?

Nun, in dem Fall der Zusatzversicherung muss hier bekanntlich ein GKV Schutz vorausgehen. Also ist ein solcher Abschluss nur dann möglich, wenn die Kinder einen Schutz in der GKV haben. Das kann eine Familienversicherung sein, aber auch eine Nachversicherung eines freiwillig versicherten Kindes in der GKV. Die meisten Zusatzversicherungen setzten daher auch eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse voraus.

Kind soll in die GKV, PKV Anspruch soll aber erhalten werden

Nun gibt es durchaus Fälle, wo die Eltern unterschiedlich versichert sind. Ich habe dazu bereits eine Übersicht erstellt. Hier können Sie prüfen, ob dem Kind ein Anspruch auf eine kostenfreie Familienversicherung nach §10 SGB V zusteht.

Ist dem so, so möchten viele Eltern diese erst einmal nutzen und das Kind kostenfrei in der GKV anmelden. Dennoch möchten diese natürlich sicherstellen einen PKV Schutz zu bekommen oder eine Zusatzversicherung zu nutzen, falls der Schutz benötigt wird. Dabei sind einige Punkte mehr zu berücksichtigen.

Bestehen heute also unterschiedliche Versicherungen für die Eltern, so kann folgender Fall auftreten.

  • Elternteil 1: GKV versichert und ohne weitere Zusatzversicherungen
  • Elternteil 2: PKV versichert (Schutz besteht länger 3 Monate)

In unserem Fall besteht also für das Kind ein Anspruch auf Nachversicherung in der PKV des Elternteils 2. Nun kann es dennoch sein, das Kind soll hierbei gar nicht privat, sondern derzeit als kostenlose Familienversicherung in der GKV versichert werden. Ein solcher Zustand kann sich aber auch hier wieder ändern, denn die Einkommen und Vorgaben werden regelmäßig neu geprüft. Daher ist hier eine

NACHVERSICHERUNG in der PKV erforderlich und sinnvoll

und ggf. danach die Umstellung in eine Anwartschaft oder Zusatzversicherung. Anwartschaft macht immer dann Sinn, wenn die Möglichkeit einer Rückkehr in die private Versicherung besteht oder nicht ausgeschlossen werden kann. Die Umwandlung in eine Zusatzversicherung muss zudem vertraglich möglich sein. In den Bedingungen der Versicherer (bleiben wir auch hier wieder bei der Hallesche) heißt es dazu:

(7) Bei Kündigung nach § 13 (3) MB/KK 2009 verpflichtet sich der Versicherer zur Annahme eines Antrags auf Zusatzversicherung ohne erneute Risikoprüfung und ohne erneute Wartezeiten, soweit Zusatzversicherung und gesetzlicher Versicherungsschutz zusammen den bisherigen Leistungsumfang nicht übersteigen. Dabei wird die Alterungsrückstellung der Leistungsbereiche, welche auch in der Zusatzversicherung enthalten sind, im entsprechenden Umfang angerechnet. Die Zusatzversicherung muss dabei in unmittelbarem Anschluss an die gekündigten Tarife beginnen und der Antrag spätestens innerhalb von 3 Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht beim Versicherer eingehen.

Auch hier dürfen Versicherer unterschiedliche Regelungen treffen und daher ist eine allgemeingültige Aussage nicht möglich. Dennoch: Ein Versicherungsschutz ist danach durchaus auch in unserer Konstellation möglich und kann dann als Zusatzversicherung weiter bestehen bleiben. Die Anwartschaft ist zudem separat zu vereinbaren. Ein entstehen der Familienversicherung ist mit der Versicherungspflicht durchaus gleichzustellen.

Schauen wir uns noch einmal unseren Fall an und verändern die Rahmenbedingungen etwas.

  • Elternteil 1: GKV versichert und mit bestehenden Zusatzversicherungen
  • Elternteil 2: PKV versichert (Schutz besteht länger 3 Monate)

Hier besteht also neben der GKV bei dem dort versicherten Elternteil noch eine Zusatzversicherung und damit weiterer Versicherungsschutz. Die Eltern haben also noch erweiterte Möglichkeiten. Auch in der Zusatzversicherung besteht eine Nachversicherungsgarantie, siehe Erklärungen oben in diesem Beitrag. Wird das Kind nun also geboren, können sich die Eltern selbst entscheiden:

  • Nachversicherung in der PKV, ggf. dann Umstellung in die Zusatzversicherung

  • Nachversicherung in der Zusatzversicherung des GKV versicherten Elternteils

in besonderen Fällen kann sogar beides sinnvoll und möglich sein. So kann ein Kind heute in die GKV Familienversicherung und dabei eine Zusatzversicherung nutzen, zudem die PKV zunächst aktiviert und dann auf Anwartschaft umgestellt werden. Damit bleibt sowohl die spätere Rückkehr in die PKV, aber auch der passende Schutz während der GKV erhalten.

Mehr Lesestoff:

Ich habe in diversen Beiträgen schon einmal zusammengetragen, wie sich die Geburt eines Kindes oder die Planung einer Familie auf den Versicherungsschutz in der Krankenversicherung auswirkt. Daher hier einige Beiträge zum Nachlesen und weiterlesen.

14.
Juli '16

Wenn die gesetzliche Krankenkasse rückwirkend Geld für die Kinder will – was Sie tun können und sollten!


Die gesetzlichen Krankenkassen haben bekanntlich irgendwie chronisch kein Geld. Das führt auch dazu, dass immer genauer geprüft wird, wo noch welches herzubekommen ist. Einer der Krankenkassen die im Moment sehr viel prüfen (auch gemessen an den Anfragen die mich hier zu erreichen) ist die BKK mhPlus, eine Krankenkasse welche in den vergangenen Jahren durchaus durch günstige Beiträge aufgefallen ist. Im Augenblick geht es hier jedoch um Nachforderungen, Nachforderungen nicht von einigen hundert, sondern von durchaus fünfstelligen Eurobeträgen.

Änderung des Familienstandes und Einkommensänderung nicht angezeigt

Einmal im Jahr bekommen viele gesetzlich Versicherte Familien Post, dort fragen die gesetzlichen Krankenkassen Veränderungen in der Familiensituation und den Einkommensverhältnissen ab. Einige Krankenkassen haben das in den letzten Jahren durchaus etwas schleifen lassen, was aber nicht bedeutet das Sie Änderungen in ihrem Familienstand, ein verändertes Einkommen oder sonstige Veränderungen im versicherten Status nicht anzeigen müssten. Dabei betrifft es in der Regel die Prüfung der Familienversicherung nach Paragraf 10 des Sozialgesetzbuches V. Hier findet sich die Regelung dafür, wann und unter welchen Umständen die Kinder in der gesetzlichen, kostenlosen Familienversicherung sein können.

Anzeige der Hochzeit vergessen

Ich kann das ja verstehen. Da haben sie gerade die Hochzeit hinter sich gelassen, Steuern in ein glückliches Leben als kleine, neue Familie und da hat man bekanntlich anderes zu tun, als die gesetzliche Krankenkasse zu informieren. Auch in den Flitterwochen gibt es sicherlich interessantere Themen als die gesetzliche Krankenkasse. Wenn diese dann noch nicht mal zur Hochzeit gratuliert, gerät es gänzlich in Vergessenheit. Doch damit haben wir schon das erste Problem. Ist ein Ehepartner privat krankenversichert und der andere in der gesetzlichen Kasse, so waren die Kinder bisher beitragsfrei familienversichert in der GKV. Nach der Hochzeit findet jedoch eine Prüfung statt, die es vorher so nicht gegeben hat. Mithilfe eines Familienfragebogens prüft die gesetzliche Krankenkasse das Einkommen der Ehepartner und entscheidet danach ob eine weitere, kostenfreie Familienversicherung überhaupt möglich ist.

Wo sind die Kinder zu versichern

Auf der hier abgebildeten Übersicht können Sie selbst schon einmal nachprüfen, ob nach ihrer Hochzeit eine solche Familienversicherung kostenfrei bestehen bleiben kann. Liegt jedoch das Einkommen des privat versicherten (Angestellten) oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze, also höher als 56.250 €, so besteht für die bisher gesetzlich Krankenversicherten Kinder eine Beitragspflicht. Diese tritt mit Änderung des Umstandes ein, so mit der Hochzeit. Von diesem Zeitpunkt an müssen die Kinder einen Beitrag von ca. 165 €+ ca. 20 € Pflegepflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse bezahlen.

Die Alternative dazu ist, dass Sie die Kinder in der privaten Krankenversicherung versichern können. Dabei ist es nicht erforderlich, dass dieses die gleiche Krankenversicherung ist, in der Sie selbst versichert sind. Wichtig ist aber zu beachten, dass bei einer gesetzlichen, beitragspflichtigen Versicherung keinen Anspruch auf den Zuschuss durch den Arbeitgeber besteht.

Sondersituation Selbstständige

Ist der privat Krankenversicherter Elternteil jedoch selbstständig tätig, so gestaltet sich die Situation hier noch etwas komplizierter. Das Einkommen bei selbstständigen ist in der Regel nicht konstant, sondern verändert sich je nach Auftrags- und Kundensituation pro Jahr. Das weitere Problem besteht nun darin, dass ein Einkommen eines selbstständigen in der Regel erst im Folgejahr oder manchmal sogar noch später durch einen Steuerbescheid festgestellt werden kann. Das bedeutet, dass erst zu diesem Zeitpunkt eine Klarheit darüber besteht, ob das Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze gelegen hat. Dabei ist die jeweilige JAEG des entsprechenden Jahres maßgebend. Kommt nun der Steuerbescheid für das Jahr 2014 erst im Jahr 2016, so ist die Krankenversicherung (die gesetzliche) natürlich darüber zu informieren, und das möglichst umgehend. Die Pflicht für diese Information resultiert aus den Vorgaben im Sozialgesetzbuch V. Durch das Überschreiten der Grenze entfällt (rückwirkend) die Familienversicherung für das Kind. Damit ist klar, dass auch rückwirkend für die gesetzliche Krankenkasse des Kindes ein Beitrag fällig wird. Selbst für nur ein Jahr sprechen wir über Beiträge größer 2.000 €. Stellt die gesetzliche Krankenkasse fest, dass noch weiter zurückliegende Beiträge nicht erbracht sind, so wird diese nach fordern. Oftmals sind die Nachforderungen gerade bei mehreren Kindern dann schnell fünfstellig.

Kind geboren und „vergessen“

Das ist in vielen Fällen ein anderes und manchmal sogar komplizierteres Problem. Das Kind wird geboren und die Mutter meldet es einfach bei sich in der gesetzlichen Kasse an, so „macht man das eben“ und niemand sieht darin ein Problem, auch die gesetzliche Krankenkasse nicht, denn meist weiss diese nicht einmal von der privaten Krankenversicherung des Ehepartners. Das wird aber recht schnell zu einem Problem, denn irgendwann bekommt auch die gesetzliche Krankenkasse es heraus und dann stehen wir wieder vor dem gleichen Problem (wie oben bei der Hochzeit beschrieben). Die gesetzliche Krankenkasse berechnet die Beiträge, rückwirkend!

Doch anders als bei der Frage des späteren Wechsels eines Elternteils in die gesetzliche Krankenkasse haben wir hier noch einen anderen Anspruch. Besteht eine private Krankenversicherung bereits zur Geburt des Kindes bei einem Elternteil, so hat das Kind Anspruch auf die sogenannte neugeborene Nachversicherungsgarantie. In der Praxis bedeutet das, ist der Vater oder die Mutter bereits drei (bei manchen Gesellschaften einen) Monats privat krankenversichert, so muss die PKV das Kind versichern. Dabei spielt es keine Rolle ob das Kind zu diesem Zeitpunkt gesund ist, oder ob Vorerkrankungen und/oder Behinderungen vorliegen.

In mehreren Beiträgen zur Versicherung von Neugeborenen versuche ich immer und immer wieder zu erklären, wie wichtig der Versicherungsschutz für das Neugeborene ist. Nur bei entsprechender Vorversicherung der Eltern können die Kinder unabhängig vom Gesundheitszustand versichert werden. Eine Sammlung von Artikeln zum Thema Neugeborene und Kinder nach Versicherung finden Sie hier im Blog:

Die Situation: bei Geburt ein Elternteil privat, der andere gesetzlich

Eine solche Situation ist bei der Geburt von Kindern nicht wirklich selten. Ein Elternteil ist bereits privat krankenversichert, das zweite jedoch in der gesetzlichen Krankenkasse. Völlig unabhängig von der Frage wo das Kind tatsächlich zukünftig versichert sein sollte und auch völlig unabhängig davon wie sich vielleicht die Versicherungssituation in der Familie noch verändert, das Kind hat einen vertraglichen Anspruch auf Nachversicherung. Das bedeutet dass der private Krankenversicherung dem Kind einen Versicherungsschutz anbieten muss, der maximal dem Versicherungsniveau des dort versicherten Elternteils entspricht.

Diese vertragliche Garantie gilt natürlich nur bei dem Versicherer, bei dem auch das Elternteil versichert ist. Das Kind wird nach Vollendung der Geburt entsprechend angemeldet. Diese Anmeldung ist etwas anderes als eine Antragstellung, denn es gibt hier keine Gesundheitsprüfung. Die Geburt eines Kindes können Sie mir über das Kontaktformular einfach mitteilen. Nachdem dies passiert ist, erhalten Sie einen Versicherungsschein für das Kind.

Sollten Sie zu diesem Zeitpunkt nicht verheiratet sein, oder trotzdem noch ein Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung bestehen, so kann diese genutzt werden. Die neugeborene Nachversicherungsgarantie ist allerdings nur einmalig nach Geburt nutzbar entsprechende Anmeldefristen sind zu beachten. Wer sich also dann entscheidet das Kind doch zunächst in der gesetzlichen Krankenkasse zu lassen, der sollte die private Krankenversicherung in eine sogenannte Anwartschaft umwandeln. Nun mit diesem Weg sichern Sie sich die Möglichkeit das Kind später (in sie es vielleicht müssen, aber aus gesundheitlichen Gründen sonst nicht mehr können) in die private Krankenversicherung zurückzuholen. Auch eine Umwandlung in eine Zusatzversicherung ist jetzt möglich und sinnvoll. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch noch, für ein gesetzlich versichertes Kind besteht kein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss, für ein privatversichertes Kind jedoch schon.

Post von der GKV, wir wollen Beiträge, rückwirkend!

Stellt die gesetzliche Krankenkasse nun fest, eine beitragsfreie Familienversicherung war fälschlicherweise vorhanden und somit unberechtigt, so schreibt diese die Versicherten an. Ein solches Anschreiben bedeutet meist, es kostet Geld, viel Geld. In einem der mir vorliegenden Fälle sieht das dann so aus.

mh Plus 1 Kindernachversicherung

Damit ist klar, die kostenlose Familienversicherung endet nun zum 30.11.2013. Ab diesem Zeitpunkt sind Beiträge als freiwilliges Mitglied zu zahlen, oder alternativ ein anderer Versicherungsschutz nachzuweisen. Das ist rückwirkend aber nicht so einfach, denn auch eine Versicherung geht nur in die Zukunft, schließlich lassen sich Schäden in der Vergangenheit nicht versichern. Teilweise gibt es aber eine Lösung.

Kann ich mit den Kindern auch rückwirkend in die PKV?

Eine rückwirkende Aufnahme der Kinder ist meist nicht möglich. In der PKV ist zudem keine Neugeborenennachversicherungsgarantie oder sonstige Option mehr vorhanden, die Kinder ohne eine Gesundheitsprüfung zu versichern. Das bedeutet, Antragstellung geht nur mit kompletter Risikoprüfung. Dazu haben die Versicherer unterschiedliche Vorgaben, denn nicht jeder nimmt auch die Kinder allein. Ob der gewünschte Versicherer Ihr Kind auch versichert, das können Sie meiner

Übersicht, wo die Kinder zu versichern sind

entnehmen. Dennoch sollte nicht vorschnell gehandelt werden. Es ist auch hier elementar wichtig, zunächst einmal den passenden Versicherungsschutz zu bekommen, das heißt aber zunächst zu ermitteln was Sie / Ihr Kind wirklich brauchen. Da steht schon die GKV mit vielleicht einigen tausend Euro Nachzahlung vor der Tür, dann soll es auch noch eine „teure PKV“ sein? Nun, Sie entscheiden sich auch hier für eine längere Beziehung. Meist bis zur Ausbildung und/ oder bis nach dem Studium bleiben die Kinder in der PKV der Eltern versichert. Es wird zwar im Rahmen der studentischen Tarife etwas billiger, generell muss der Schutz aber passen. Achten Sie in jedem Fall aber darauf, dass ein solcher PKV Schutz Umwandlungsrechte enthält. Dieser muss Ihnen die Möglichkeit bieten, im Falle einer Versicherungspflicht in der GKV (nach der Ausbildung) oder auch einem neuen Entstehen der Familienversicherung, aus der Voll KV einen Zusatzschutz zu machen. Nichts ist teurer als eine begonnene Kieferorthopädiebehandlung, welche dann mittendrin durch einen Wechsel von PKV zu GKV unterbrochen wird. Der eine zahlt nicht mehr, der andere kann nicht zahlen weil nicht vor Behandlungsbeginn genehmigt und so weiter.

Bekomme ich einen Nachlass wenn alle in einer Versicherung sind?

Auch diese Frage wird oft gestellt und ist einfach zu beantworten. NEIN. Eine rabattieren der Beiträge aufgrund vieler Personen in einem PKV Vertrag gibt es nicht. Genau wie es auch in der gesetzlichen Krankenkasse keinen Rabatt gibt. In der privaten Versicherung ist dieses einfach mit der Risikokalkulation zu erklären. Beiträge für die Kinder werden individuell und nach Alter, gewünschten Leistungen und Gesundheitszustand berechnet, da ist ein Rabatt schlecht möglich. Dennoch kann es manchmal von Vorteil sein, die eigene PKV zu wählen. Ob dem so ist, das hängt auch vom Vertrag ab, in dem Sie selbst derzeit versichert sind.

Wie lange habe ich Zeit?

Gar nicht. 🙂 Es ist ja nun schon einiges an Zeit vergangen, also die GKV hat schon Unterlagen angefordert, spätestens hier sollten Sie dann auch in Richtung der PKV nötig werden. Machen Sie sich dringend Gedanken über die

Auswahlkriterien in den Tarifen des Kindes

und den gewünschten Versicherungsschutz. Erst wenn dieses passiert ist, erst dann lassen sich die gewünschten Tarife ermitteln und gemeinsam mit Ihrem Berater schon die Voranfragen vorbereiten. Hierzu können Sie, nahezu unabhängig vom Alter des Kindes, schon einmal die Unterlagen vorbereiten. Diese habe ich Ihnen unten in einer „ToDo Liste“ zusammengestellt.

Was ist mit abgerechneten Behandlungen?

Auch wenn das Kind rückwirkend in die private Krankenversicherung soll, das ist meist nicht so einfach. Die meisten Unternehmen versichern die Kinder hier nur bis zu einem Zeitraum von 3 Monaten rückwirkend. Über einen Sondervertrag sind hier bei einigen meiner Kunden bis zu 9 Monate, manchmal sogar ein Jahr möglich. Ob dieses Modell für Sie in Frage kommt, das ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu senden Sie mir gern eine E-Mail oder nutzen das Anfrageformular hier auf der Seite.

Bereits in der GKV abgerechnete Behandlungen werden von dieser auch zurückgefordert. Dabei ist es nicht ganz unwichtig vor einer eventuellen Rückdatierung zu wissen, welche Behandlungen auftraten, welche Ärzte besucht wurden. Dieses ist nicht nur für die Antragstellung in der PKV, auch für die Rückforderung der gesetzlichen Kasse relevant. Einige Krankenkassen nennen Ihnen diese kosten ganz freimütig, andere wiederum tun sich hier sehr schwer. ACHTUNG: Diese Kosten welche von der GKV zurückgefordert werden, können NICHT bei der neuen, rückdatierten privaten Krankenversicherung eingereicht werden. Der Versicherungsbeginn kann zwar weiter zurückliegen, jedoch liegt der Leistungsbeginn nicht vor dem Ausstellen der neuen Police, und das ist meist jetzt, also nach den Behandlungen.

Welche Unterlagen brauche ich

Um überhaupt erst einmal zu überlegen welches System und welcher Versicherungsschutz für Ihr Kind passt, benötigt es etwas Arbeit. Schauen Sie sich daher schon einmal unter dem Punkt Auswahlkriterien hier auf der Seite um. Dann beschäftigen Sie sich mit Ihren Wünschen zum Schutz des Kindes. Und nein, „Hauptsache es ist billig“ ist kein passendes Auswahlkriterium. Diese Wünsche tragen Sie dann bitte in den

Kriterienfragebogen ein

auch der Fragebogen zur Antragsvorprüfung hilft schon weiter, ebenso ein Scan oder eine Kopie der Untersuchungsberichte aus dem U Heft.

Hier bitte daran denken, auch die linke Seite (selbst wenn die leer ist) ist mit zu kopieren.

Nachdem dieses alles zusammen gesammelt ist, schauen wir gern weiter nach dem passenden, für Sie relevanten Schutz und optimieren den gemeinsam.

24.
Mai '16

Kinder: Welche Krankenversicherung ist die passende für mein Kind?


Vor nunmehr einigen Jahren habe ich schon einmal dazu geschrieben, damals ging es um die Aussage „Mein Kind muss ja dann auch in die PKV„. Aufgrund vieler Nachfragen greife ich das Thema gern noch einmal auf und versuche einmal mehr etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Die Nachversicherung des Neugeborenen oder auch die Versicherung von Kindern nach der Hochzeit ist immer wieder ein „spannendes Thema“ und sorgt leider immer wieder für Verwirrung.

Krankenversicherung für das Kind – Die Möglichkeiten

Generell gibt es immer und für jedes Kind eine Wahlmöglichkeit, wie der Versicherungsschutz aussehen soll. Dabei spielt es auch keine Rolle, wenn kein Elternteil in der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist, selbst dann könnte das Kind dort versichert werden. Ob das wirtschaftlich sinnvoll ist, das steht auf einem anderen Blatt, es geht aber.

Beide Eltern sind in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV)

Für den Fall das beide Eltern in der gesetzlichen Krankenkasse sind, hat das Kind zu 99% der Fälle einen Anspruch auf kostenfreie Familienversicherung. Diese Regelungen finden sich im §10 des Sozialgesetzbuches V. Voraussetzungen wie „nicht selbstständig tätig“ und keine eigenen Einkünfte über der Geringfügigkeitsgrenze dürften bei den Kindern erfüllt sein. Dann besteht hier die kostenfreie Versicherung in der Familienversicherung eines Elternteils. Das kann der Vater, ebenso aber die Mutter sein. Da es bei einigen gesetzlichem Kassen besondere Leistungen gibt, ist auch hier genau zu überlegen wo das Kind angemeldet wird. Einen Vergleich der GKV Leistungen finden Sie in meinem Onlinevergleich der Krankenkassen.

GKV Kassensuche

Natürlich kann das Kind auch in der privaten Krankenversicherung versichert werden. Was es hier nicht gibt ist die Nachversicherung für Neugeborene ohne Gesundheitsprüfung, denn dazu bedarf es einer Vordersicherung eines Elternteils. Aber Dennoch kann ein „normaler Antrag“ mit Gesundheitsfragen und Risikoprüfung gestellt werden. Hierzu wird bei den meisten Gesellschaften die U1 und U2 Untersuchung benötigt. Ist das Kind dann privat versichert, so dürfen natürlich keinesfalls Leistungen doppelt abgerechnet werden. Es muss daher VOR Behandlungsbeginn entschieden werden, ob diese Behandlung nun „GKV oder PKV“ sein soll, denn auch der Arzt oder das Krankenhaus muss das vorher wissen. Dennoch gibt es Leistungen in der GKV, welche die private Versicherung so nicht kennt.

Ein Elternteil in der Privaten Krankenversicherung (PKV)

Hier wird es dann schon etwas schwieriger, da es nicht mehr ganz so einfach zu prüfen ist. Ist ein Elternteil in der gesetzlichen Krankenkasse und der/ die andere in der privaten Krankenversicherung versichert, so bestehen für das Kind mehrere Möglichkeiten. Für die vereinfachte Prüfung können Sie zunächst einmal dieses Schema verwenden. Hier „hangeln“ Sie sich von oben nach unten durch, damit Sie am Ende sehen ob ein Anspruch auf kostenfreie Familienversicherung besteht.

Wo sind die Kinder zu versichern Im Anschluss an diese Prüfung ergibt sich dann die Möglichkeit der kostenlosen Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse (auch hier wieder mit der Option sich dennoch für die Private Versicherung zu entscheiden), aber auch die Möglichkeit das keine beitragsfreie Familienversicherung besteht. Ist dem so, so ist auch in der gesetzlichen Krankenkasse ein Beitrag hierfür zu zahlen. Hier einige Beispiele (Stand Mai 2016)

Kinderbeiträge als freiwilliges Mitglied in der GKV

  • – DAK  – 150,09 € zzgl. 25,08 € Pflegepflicht = 175,17 € mtl.
  • – AOK – 145,25 € zzgl. 22,76 € Pflegepflicht = 168,01 € mtl.
  • – Barmer GEK – 146,22 € zzgl. 25,18 € Pflegepflicht = 174,40 € mtl.
  • – BKK 24 – 146,22 € zzgl. 25,18 € Pflegepflicht = 174,40 € mtl.
  • – IKK – 149,13 € zzgl. 22,76 € Pflegepflicht = 171,89 € mtl.
  • – HKK – 141,28 € zzgl. 22,76 € Pflegepflicht = 164,04 € mtl.

Besonderheit: Ein Partner selbstständig mit schwankendem Einkommen

Immer wieder ergibt sich hier das Problem des spät feststellbarem oder schwankendem Einkommen. Gerade bei Selbstständigen werden das Einkommen und die Steuerbescheide erst weit in der Zukunft festgestellt. Zudem kann die Krankenkasse in den Satzungen entsprechende Regelungen treffen, welche eine Anrechnung bestimmter Einkommen-/ Einkunftsarten berücksichtigt.

Da Problem: Wird nun ein Einkommen erst im Folgejahr festgestellt, so ist dieses umgehend der Krankenkasse zu melden. Diese prüft dann erneut die Frage, ob eine Familienversicherung möglich ist und das auch rückwirkend. War bisher von einer beitragsfreien Versicherung ausgegangen und ändert sich das durch den Steuerbescheid oder die nachgewiesenen Einkünfte, so fordert die Krankenkasse eine Nachzahlung. Im meinem Artikel: „Die Krankenkasse fordert eine Nachzahlung und beendet die Familienversicherung rückwirkend“ habe ich genau dieses Problem beschrieben. Für viele Versicherte wird dieses dann oftmals eine große finanzielle Belastung, denn die Nachzahlung ist oftmals mehrere tausend Euro hoch.

Ein Beispiel:

Die Familienversicherung wird im August 2016 neu geprüft, da der Steuerbescheid für das Jahr 2015 erst erging. Die Krankenkasse stellt daher fest, für beide Kinder besteht seit dem 1.1.2015 kein Anspruch auf Familienversicherung mehr. Daher fordert diese:

Kind 1: Beitrag Januar bis Dezember 2015 = 170 Euro mtl. =  2.040 Euro

Beitrag Januar 2016 bis August 2016 = 175 Euro mtl. = 1.400 Euro

Kind 2: Beitrag Januar bis Dezember 2015 = 170 Euro mtl. =  2.040 Euro

Beitrag Januar 2016 bis August 2016 = 175 Euro mtl. = 1.400 Euro

Gesamtforderung: 6.880 Euro zzgl. laufender 350 Euro mtl.

Haben die Eltern das Geld dann nicht zurückgelegt, weil diese es nicht wussten oder davon ausgegangen waren eine rückwirkende Änderung ist nicht möglich, so tuen die über 6.000 Euro „mal eben schnell“ ganz schön weh. Daher sollten Sie, schon bei Anfertigung des Jahresabschlusses und der Fertigstellung der Steuererklärung mit der Krankenkasse sprechen. Einige Krankenkassen fragen zudem am Jahresende mit einem entsprechenden Fragebogen zur Familienversicherung die Einkommensverhältnisse ab.

Dann gehe ich rückwirkend in die PKV

Spätestens wenn die Nachforderung der gesetzlichen Krankenkasse kommt, überlegen viele die Kinder noch „schnell“ in der Privaten Versicherung versichern zu lassen. Einige Berater finden da angeblich sehr kreative Lösungen und meinen das das alles ganz einfach sei. Fakt ist aber:

  • eine rückwirkende Versicherung in der PKV über mehrere Jahre ist nicht möglich
  • laufende Behandlungen verhindern oft einen Wechsel, gerade wenn zum Beispiel Kieferorthopädie als Behandlungsform ansteht oder der Arzt dieses schon einmal angeraten hat
  • bereits erbrachte Leistungen (Arztabrechnungen, Medikamente etc.) wären zurück zu zahlen
  • ein nachträgliches Einreichen bei der PKV geht aber auch nicht, da die Leistungen vor der Annahme des Antrags liegen

Damit ist ein solcher Weg meist keine sinnvolle Option, schließlich bleiben Sie auf einer Menge Kosten sitzen, wenn die Kinder auch nur zu „Kleinigkeiten“ beim Arzt waren. Dieser hat über das GKV Budget abgerechnet. Würde sich das ändern, müsste dieser ggf. rückwirkend eine Privatrechnung stellen, die GKV fordert zurück und vieles mehr. Das rechtfertigt den Aufwand meist nicht.

Die Lösung

Machen Sie sich am Besten vor der Geburt, oder noch besser schon vor der Familienplanung Gedanken wie die Versicherung der Kinder aussehen soll. Beachten Sie dabei bitte auch die nicht immer beitragsfreie Versicherung der Mutter, während der Elternzeit.

Lesetip: In der Elternzeit ist gerade NICHT jeder beitragsfrei in der GKV versichert

Weiterhin denken Sie bitte auch daran rechtzeitig zu überlegen welchen Versicherungsschutz das Kind benötigt, denn hier ist bei vielen Unternehmen eine Vorversicherungszeit von drei Monaten nötig. In der Praxis bedeutet dies, der Schutz für die Eltern sollte so abgeschlossen werden das auch bei einer eventuellen Frühgeburt (oder besser gerade dann) schon die Vorversicherungszeiten erfüllt sind. Nur dann lassen sich die Kinder im Rahmen der Neugeborenennachversicherung ohne Gesundheitsprüfung mitversichern und genießen von Geburt an Versicherungsschutz.

PKV oder GKV für das Kind?

Diese Frage lässt sich generell nicht beantworten. Abhängig von persönlichen Vorgaben zu Leistungen und Prämien über eine eventuelle familiäre Vorbelastung mit Krankheiten können beide Systeme sinnvoll sein. Zu beachten ist aber hier noch eines. Einen Arbeitgeberzuschuss gibt es für das Kind nur dann, wenn dieses in einer privaten Krankenversicherung versichert ist. Ist das Kind hingegen gegen Beitrag in der GKV, so besteht hier kein Arbeitgeberzuschuss und das obwohl der Beitrag mit knapp 170 Euro monatlich nicht so klein ist.

Auch gibt es Leistungsbausteine die zwar in der gesetzlichen Kasse, nicht aber zwingend in jedem PKV Schutz enthalten sind. Nur ein Beispiel ist das Krankentagegeld bei Erkrankung eines Kindes.

Lesetip: Krankentagegeld in der PKV bei Erkrankung eines Kindes

Auch Leistungen wie Mutter-Kind-Kuren oder auch Vater-Kind-Kuren sind in der PKV anders gelöst. Hierzu gibt es entsprechende Kurtagegelder und Kurtarife, meist ist dieses aber nicht pauschal im „Haupttarif“ enthalten.

Besonderheit Beamte

Ist ein Elternteil, ganz egal ob Mutter oder Vater, verbeamtet und erhält daher Beihilfe, so besteht auch für das Kind in den meisten Fällen ein Beihilfeanspruch. Dieser beträgt i.d.R. 80% der beihilfefähigen Aufwendungen. Das bedeutet das jede Arztrechnung zuerst an die Beihilfestelle geht, diese davon 80% (im Rahmen der erstattungsfähigen Kosten) übernimmt und danach der private Krankenversicherer den Rest trägt. Natürlich gelten hier die Beschränkungen des gewünschten Versicherungsschutzes.

Beihilfeanspruch günstiger als Arbeitgeberzuschuss: Bekommen Sie für das Kind 80% der Arztkosten erstattet, so ist das die bessere Wahl. Der Arbeitgeberzuschuss beträgt maximal 50% des Beitrags, im Rahmen der Höchstzuschüsse. Auch hier besteht die Nachversicherung nur dann, wenn die Vorversicherungszeiten erfüllt sind.

Was Sie tun müssen

Ja müssen, nicht sollten. Handelt es sich um ein Kind welches noch nicht geboren ist, so können Sie die folgenden Schritte einfach „abarbeiten“

  1. Klären Sie, wo die Mutter versichert ist und wie (freiwillig, pflichtig, privat krankenversichert?)
  2. Klären Sie gleiches für den Vater
  3. Bestehen Zusatzversicherungen, wenn ja wo, seit wann, mit welchem Versicherungsumfang
  4. Besteht eine Optionsversicherung um in die PKV wechseln zu können?
  5. Ist ausreichender Pflegeergänzungsschutz vorhanden? –> Lesetip: Tun Sie sich und Ihrem Kind etwas Gutes
  6. Lesen Sie den Was Sie zu Beginn der Schwangerschaft bedenken sollten – jetzt oder nie
  7. Überlegen Sie sich, welchen Leistungsumfang das Kind später in seinem Versicherungsschutz haben soll

Ist das Kind schon auf der Welt und Sie haben vielleicht vor zu heiraten oder schon geheiratet dann sollten Sie sich einmal folgende Punkte anschauen:

  1. Wie ist die Mutter derzeit versichert?
  2. Welcher Schutz besteht für den Vater?
  3. Haben Sie als Eltern eine Zusatzversicherung?
  4. Bestehen schon Zusatzversicherungen für das Kind?
  5. Weiss die GKV von der Hochzeit, falls das Kind noch familienversichert ist?

In beiden Fällen suchen Sie sich bitte einen ausreichend qualifizierten Berater, denn gerade hier gibt es viel was durch eine verlorene Frist, eine vergessene Anmeldung oder einfach durch Unwissenheit fatale Folgen haben kann.

Lieber fragen Sie einmal mehr nach, einmal zu viel ist besser! Fehler die bei der Anmeldung gemacht werden und sich nicht mehr korrigieren lassen, ziehen sich sonst wie ein roter Faden durch das Leben des Kindes, denn nicht nur zu Beginn, auch während der kompletten Versicherungszeit lassen sich einige Punkte nicht mehr korrigieren.

Weitere Informationen finden Sie:

Fragen stellen Sie gern über die Live Chat Funktion oder einfach per E-Mail, oder rufen Sie einfach an.