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10.
September '19

Versicherungspflicht durch Erhöhung der Jahresarbeitentgeltgrenze, Befreiungsmöglichkeit und Fakten


Es ist wie jedes Jahr und so sind auch heute bereits die

Sozialversicherungswerte und der Arbeitgeberzuschuss 2020

jetzt bekannt. Ebenfalls wie in jedem Jahr hebt der Gesetzgeber damit die Jahresarbeitentgeltgrenze, die so genannte Versicherungspflichtgrenze, erneut an und verhindert damit für einige den Wechsel aus der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV). Doch für wen sich genau welche Unterschiede ergeben und was diese Menschen nun tun können, um das gewünschte Ziel zu erreichen, das habe ich einmal hier genauer zusammengestellt und eine kostenlose, einfache Schritt-für-Schritt Anleitung vorbereitet.

Dabei gilt es zu unterscheiden, wie Sie heute versichert sind und welches Einkommen im aktuellen Jahr (also im Jahr 2019) erreicht wird. Auch stellt sich wieder einmal die Frage, welche Einkünfte überhaupt zur JAEG zu rechnen sind.

Personen die heute GKV versichert sind

Beginnen wir dabei mit denen, die heute neu in die private Krankenversicherung wechseln möchten und damit sich vielleicht eine Option mehr offen halten wollen. Wie die Gesundheitsversorgung nach der nächsten Bundestagswahl aussehen wird? Ich weiß es genau so wenig, wie Sie. Das allein ist aber auch kein Grund, auch wenn es eine Option mehr bietet. Eine Entscheidung für eine private Krankenversicherung will nicht nur wohl überlegt sein, sondern sollte mit Blick auf die langfristige Wirkung betrachtet werden.

Erstmaliges Überschreiten der JAEG 2019 in diesem Jahr

Wer bisher unter der Grenze verdient hat und damit pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenkasse war, der kann durch Überschreiten der JAEG von 2019 versicherungsfrei werden. Dazu ist es zunächst einmal erforderlich, mit dem SV pflichten Bruttoeinkommen in der Lohnabrechnung die Grenze von 60.750 € zu überschreiten. (in dem Schema LILA hinterlegt)

Ist eine solche Überschreitung IM LAUFENDEN ARBEITSVERHÄLTNIS für das Jahr 2019 zu erwarten, so tritt Versicherungsfreiheit ab dem 01. Januar nur dann ein, wenn auch die voraussichtliche Grenze für das Folgejahr (in unserem Fall 62.550 € in 2019) überschritten werden. Wer aber ein Einkommen von mehr als 60.750 € aber unter 62.550 €, der wird zum 01. Januar 2020 NICHT aus der Pflicht zur GKV entlassen.

  • – Einkommen in 2019 über 60.750 € = Wechsel auch später in 2019 noch möglich. Wer so die GKV kündigt, dass er/sie noch zum 01.12. in die private Versicherung wechseln kann, der kann sich im Januar befreien lassen.

  • – Einkommen zwischen 60.750 € und 62.550 € erstmalig in 2019 = kein Wechsel mehr in 2020 möglich

  • – NEUER Job in 2019 mit hochgerechnetem Einkommen über 60.750 € aber unter 62.550 € = Wechsel derzeit (bis 30.11.) noch möglich, dann aber Befreiung für diesen speziellen Grund (Anstieg der Grenze) nötig

  • – NEUER Job in 2019 mit (hochgerechnetem) Einkommen über 62.550 € = Wechsel auch in 2020 noch möglich

Vergleichbare Regelungen treffen dann zu, wenn es sich um eine gravierende Änderung des Arbeitsverhältnisses handelt. Wer also eine neue Stelle im gleichen Unternehmen annimmt, befördert oder versetzt wird, für den gelten die oben genannten Werte ebenfalls. Auch hier sind teilweise viele Besonderheiten zu beachten und es ist nahezu unmöglich, verbindliche Aussagen ohne Kenntnis aller Daten zu treffen. Fragen Sie gern hier im LiveChat bei weiteren Fragen.

Heute schon freiwillig versichert

Wer im Jahre 2018 ein Bruttojahreseinkommen von 59.400 € überschritten hat und zudem auch die JAEG für 2019 von 60.750 € erreichte, der war und ist schon jetzt freiwillig versichert. Daher besteht für Sie auch weiterhin die Wahl, ob Sie sich aktuell in der privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung versichern wollen. Auch hier gilt aber. Durch ein Unterschreiten der zukünftigen Grenze für 2020 (mit dem Einkommen aus dem aktuellem Jahr) tritt ggf. wieder Versicherungspflicht ein.

Wer sich bisher für die freiwillige gesetzliche Krankenkasse entschied und dieses noch ändert möchte, der kann sich mit einer Kündigungsfrist zum Ende des übernächsten Monats aus der GKV verabschieden. Kündigung im September bedeutet daher Ende der GKV zum 30.11.2019. Das ist zudem die LETZTE Möglichkeit die GKV zu verlassen für all diejenigen, welche die Grenze in 2020 (62.550 €) nicht erreichen und dennoch in die PKV möchten.

Eine Kündigung der GKV ist risikolos möglich, auch wenn Sie sich noch nicht sicher sind. Wer seine GKV kündigt (eine Bindungsfrist von 18 Monaten gibt es hier nicht, auch wenn die Kassen das gern behaupten –> HIER nachlesen), der kann sich bis 30. 11. 2019 noch überlegen welches System das richtige für ihn ist.

Bei Bedarf habe ich Ihnen unter dem Punkt Downloads und Kündigungsvordrucke einige Beispiele und Formulare zur Verfügung gestellt.

Lese Tipp: Nicht jeder der kann und darf, der gehört auch in die PKV – wohl überlegte Entscheidungen sind wichtig

Also nochmals in Stichpunkten:

  • – heute noch GKV versichert und freiwillig, Einkommen unter 62.550 € aber über 60.750 €, Wechsel nur noch mit GKV Kündigung bis 30.09.19- wirksam dann zum 30.11.2019

  • – Einkommen über 62.550 € = Wechsel auch später

Personen die heute privat versichert sind

Hier muss unterschieden werden, wie das Jahreseinkommen aussieht oder aussehen wird. Dazu schauen wir uns zunächst noch einmal die genauen Grenzen für die Jahre 2017 bis 2020 an. Die Versicherungspflichtgrenze liegt also

  • – in 2017 bei 52.200 € pro Jahr (es ist immer eine Jahresgrenze)

  • – in 2018 bei 59.400 € pro Jahr

  • – in 2019 bei 60.750 € pro Jahr

  • – in 2020 bei 62.550 € pro Jahr

Dadurch erheben sich unterschiedliche Szenarien für bereits heute privat krankenversicherte Kunden. Liegt Ihr Einkommen aus einer angestellten Tätigkeit im Jahr 2019 über 60.750 € aber UNTER 62.550 €, so werden Sie ab dem 01. 01. 2020 wieder Pflichtmitglied in der GKV. Auch laufende Behandlungen werden dann nicht mehr durch die PKV übernommen, die Leistungspflicht endet mit dem Ablauf der Versicherung ab dem 31.12.2019.

Wer damit also DURCH DAS ANHEBEN der Versicherungspflichtgrenze (JAEG) versicherungspflichtig wird, der hat eine

Befreiungsmöglichkeit auf Antrag

und kann dann in der privaten Versicherung bleiben. Eine solche Befreiung ist im Sozialgesetzbuch V geregelt und findet sich dort im Paragraphen acht. Dort heißt es dazu:

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477)
§ 8 Befreiung von der Versicherungspflicht

(1) Auf Antrag wird von der Versicherungspflicht befreit, wer versicherungspflichtig wird

1.
wegen Änderung der Jahresarbeitsentgeltgrenze nach § 6 Abs. 6 Satz 2 oder Abs. 7,
(…)
(2) Der Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse zu stellen. Die Befreiung wirkt vom Beginn der Versicherungspflicht an, wenn seit diesem Zeitpunkt noch keine Leistungen in Anspruch genommen wurden, sonst vom Beginn des Kalendermonats an, der auf die Antragstellung folgt. Die Befreiung kann nicht widerrufen werden. Die Befreiung wird nur wirksam, wenn das Mitglied das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachweist.
(3) Personen, die am 31. Dezember 2014 von der Versicherungspflicht nach Absatz 1 Nummer 2a befreit waren, bleiben auch für die Dauer der Nachpflegephase nach § 3 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe c des Familienpflegezeitgesetzes in der am 31. Dezember 2014 geltenden Fassung befreit. Bei Anwendung des Absatzes 1 Nummer 3 steht der Freistellung nach § 2 des Familienpflegezeitgesetzes die Nachpflegephase nach § 3 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe c des Familienpflegezeitgesetzes in der am 31. Dezember 2014 geltenden Fassung gleich.

Das bedeutet für Sie, wenn Sie absehen können mit dem Jahreseinkommen 2019 die neue Grenze für 2020 (62.550 €) nicht mehr zu erreichen, dann können Sie über eine solche Befreiung nachdenken und sich diese überlegen. Wägen Sie bitte dabei die Vor- und Nachteile ab und lassen sich genau beraten.

Die Befreiung kann (FÜR DIESEN GRUND) nicht widerrufen werden. Das bedeutet: Wird die JAEG nochmals angehoben, so werden Sie dann nicht mehr versicherungspflichtig. Treten andere Gründe ein, wie zum Beispiel:

  • – Arbeitslosigkeit

  • – Elternzeit

  • – pflichtige Beschäftigung etc.

so werden Sie auch hier wieder ERNEUT versicherungspflichtig.

Sinkendes Einkommen ist KEIN Befreiungsgrund

Ganz wichtig: Die Möglichkeit der Befreiung von der gesetzlichen Krankenkasse haben nur diejenigen, welche DUCH DIE ERHÖHUNG der Grenze versicherungspflichtig werden. SINKT Ihr Einkommen jedoch durch eine Änderung des Arbeitsvertrages unter die existierende Grenze, so tritt Versicherungspflicht ein und eine Befreiung ist hier NICHT möglich. Daher ist eine solche Möglichkeit keine Option, um bei fallenden Einkünften in der privaten Krankenversicherung bleiben zu können.

Wer dennoch in der PKV bleiben möchte, der muss wohl mit seinem Arbeitgeber verhandeln. Auch die Reduzierung/ Veränderung von Direktversicherung oder anderen Bestandteilen im Lohn (steuerfreie Zuschüsse, Fahrtkosten etc.) können ggf. angepasst werden und verhindern hier, das keine Versicherungspflicht eintritt. Dabei gilt es hier genau abzuwägen und dann in Ruhe zu entscheiden.

Prüfung der eigenen Versicherungspflicht mit kostenloser Übersicht

Wer nun nach dem ganzen Text noch nicht ganz sicher ist, der findet in dem nun folgenden Schema weitere Hilfe. Hier gehen Sie einfach Schritt für Schritt durch und beantworten die für Sie zutreffenden Fragen. Beginnt Ihr Arbeitsvertrag in 2019 neu, so ist der lila hinterlegte Teil wichtig, sonst geht es oben los.

Hiermit kommen Sie am Ende zu der Antwort auf die Frage:

„Bin ich ab 01.01.2020 versicherungspflichtig oder kann ich zwischen PKV und GKV wählen?

In dem nun folgenden Schema können Sie dieses anhand Ihrer Einkommensdaten selbst prüfen. Durch Klick auf das Bild erhalten Sie die kostenlose pdf Datei, welche Sie auch im Downloadbereich finden.

29.
Januar '19

„Sie sind nun freiwillig versichert.“ – ein Schreiben der Krankenkasse welches alles verändern kann, aber nichts muss


Es gibt eine Reihe von Menschen, die bekommen oder bekamen in den letzten Tagen einen Brief mit nahezu identischem Inhalt. Dort informiert die bisherige (und auch aktuelle) gesetzliche Krankenkasse darüber, dass die bisher bestehenden (Pflicht-)Mitgliedschaft nun zu Ende ist. Daraus ergeben sich, beim ersten Überfliegen des Schreibens, dann auch gleich weitere Fragen und „Probleme“, welche zumindest besprochen werden sollten. Nur wenn Sie umfassend informiert sind und wissen welche Tür sich wo öffnen kann, auch nur dann lässt sich fundiert und begründet entscheiden. Daher habe ich einige der fast immer auftretenden Fragen zusammengefasst und erkläre in diesem Beitrag,

  • – was es mit dem Ende der Pflichtversicherung auf sich hat

  • – ob Sie nun automatisch aus der GKV „rausgeworfen werden“

  • – wo die Tücken bei einem schnellen Abschluss der Weiterversicherung liegen

  • – wann und wie Sie sich nun versichern können

  • – warum Familien- und Berufsplanung elementar sind

  • – ob rückwirkend oder in die Zukunft eine Entscheidung sinnvoller ist

  • – und vieles, vieles mehr

Zunächst schauen wir uns einmal an, wen es denn überhaupt betrifft. Dieses Schreiben, welches Ihnen von Ihrer Krankenkasse geschickt wird, bekommen Sie nur unter bestimmten Voraussetzungen.

 

  • Sie müssen im Jahr 2018 über der damaligen JAEG (Jahresarbeitentgeltgrenze) verdient haben. Diese lag im Jahr 2018 bei 59.400 EUR und hier lesen Sie, was àgehört eigentlich alles zur JAEG und welche Anteile am Einkommen bleiben unberücksichtigt?
  • Sie müssen GLEICHZEITIG auch über der neuen Grenze (60.750 EUR) liegen, also muss Ihr Einkommen in 2018 (Januar bis Dezember) auch die Grenze für das Folgejahr überschritten haben. Alle Grenzwerte finden Sie hier im Blog bei den Sozialversicherungswerten 2019.

Nur wenn diese beiden Tatbestände erfüllt sind und Sie zudem angestellt sind, nur dann erhalten Sie dieses Schreiben und haben einen neue Tür, welche sich nun für Sie öffnet.

Aber allein weil eine Tür aufgemacht wurde, muss niemand durch diese gehen. Dazu aber gleich detailliertere Informationen.

Daher schauen wir uns nun die Fragestellungen etwas detaillierter an.

1.) Was hat es nun mit dem Ende der Pflichtversicherung auf sich?

Bisher waren Sie versicherungspflichtig versichert. Die Grundlage für diese Entscheidung bildet das Sozialgesetzbuch V und darin die Paragraphen fünf und alle weiteren. Dabei wird definiert, dass Sie sich mit einem Einkommen unterhalb der JAEG in einer gesetzlichen Kasse versichern müssen. Welche das sein soll, entscheiden Sie selbst, aber eine muss es werden.

Dabei gibt es noch die Besonderheit, eine Kasse nur bei einer Beitragserhöhung oder nach Ablauf der so genannten Bindungsfrist von 18 Monaten wechseln zu dürfen. Das gilt jedoch nicht bei einem Wechsel in die private Versicherung, auch wenn die Kassen es widerrechtlich immer und immer wieder neu behaupten.

Lesehinweis: Bindungsfrist gilt bei Wechseln in die PKV NICHT!

Durch das Überschreiten der JAEG im Jahre 2018 und gleichzeitig das Erreichen der Grenze 2019, wechseln Sie von der Pflicht- in die Freiwillige Mitgliedschaft. Dabei führt (ACHTUNG!) dieser Wechsel nicht zur Aufhebung der Bindungsfrist. Wollen Sie also in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben, so ist auch hier die 18-Monatsfrist zu beachten.

Soll hingegen das System verlassen werden und Sie möchten sich zukünftig privat versichern, dann können Sie dieses zu unterschiedlichen Terminen tun, dazu aber später noch mehr unter PUNKT 4.

2.) Werden Sie nun automatisch aus der GKV „rausgeworfen“?

Nein, natürlich nicht. Auch wenn es „Kollegen“ gibt, die nun zur Eile drängen weil Sie ja nun ohne Schutz sind, das ist mit Verlaub Unsinn. Aufgrund der bestehenden Versicherungspflicht endet ein Vertrag nur dann, wenn der neue Schutz für die Gesundheitsvorsorge nachgewiesen wurde, schriftlich.

Um das nochmals klar und deutlich zu sagen, Sie können raus, müssen es aber nicht und werden keinesfalls ohne Schutz dastehen.

3.) Wo liegen die Tücken bei einem schnellen Abschluss der Weiterversicherung?

Genauso falsch wie sich keine Gedanken zu machen, ist es übereilt die Weiterversicherung als so genannte Freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) zu erklären. Denn hier lauern durchaus gefahren. Einige Krankenkassen(-mitarbeiter) wollen hier das „schnelle Geschäft“ und empfehlen den nun (möglicherweise) abtrünnig werdenden Kunden tolle Tarife. Tarife mit Selbstbeteiligung, Tarife mit einer Rückerstattung wenn Sie keine Leistungen benötigen oder auch Tarife mit weiteren Zusatzleistungen. Alle gemein haben aber eins, es handelt sich um sogenannte Wahltarife. Hiermit beschäftigen sich diverse Paragraphen des Sozialgesetzbuches und es gibt unzählige Tarife davon. Eines haben aber alle gemeinsam. Setzen Sie eine Unterschrift unter einen Wahltarif, so binden Sie sich an die Kasse. So kann es durchaus zu einer Mindestvertragslaufzeit von bis zu drei (!) Jahren kommen, eine Zeit, in der Sie keine andere GKV und auch keine private Versicherung abschließen können.

Mehr Informationen zu den Wahltarifen und deren Kündigung finden Sie HIER

Lesehinweis: Alle Informationen zu Wahltarifen – ein Ratgeber

4.) Wann und wie können Sie sich nun versichern?

Das ist die wichtigste Frage, denn es ist elementar sich zu informieren und Optionen auszuloten, nur wenn Sie den Markt und die Möglichkeiten kennen, nur dann ist eine sinnvolle Entscheidung möglich.

In einem älteren Artikel habe ich den genauen Ablauf schon einmal beschrieben und die beiden Möglichkeiten aufgezeigt.

Lesehinweis: Post von der Krankenkasse – Sie nun versicherungsfrei

Die erste ist eine ganz normale und reguläre Kündigung der GKV um dann zum Ende des übernächsten Monats diese zu verlassen. Kündigen Sie im Januar, endet die GKV also zum Ende März.

Eine andere Option ist die Rückwirkende Beendigung der GKV. Dieses ist möglich aber natürlich auch hier mit Vor- und Nachteilen behaftet. Hier ist jedoch die Frist von 14 Tagen nach Zugang des GKV Schreibens zu beachten.

Sie können nun rückwirkend aus der GKV austreten- wenn Sie mögen

Danach können Sie dann zu einer anderen Kasse wechseln, sich privat versichern und / oder genauer überlegen ob eine Kombination aus GKV und Zusatzversicherung vielleicht sinnvoll ist.

5.) Warum Familien- und Berufsplanung elementar sind

Für die Auswahl des richtigen Systems ist aber lange nicht nur der Versicherungswunsch wichtig. Es ist vielmehr entscheidend wo die private und berufliche Reise im Leben hin gehen soll. Auch wenn da sicher viel „hätte, könnte, sollte, würde und vielleicht“ in diesen Überlegungen steckt, es ist doch sinnvoll sich dazu Gedanken zu machen. In meinem

Leitfaden zur PKV / GKV

erkläre ich Ihnen Unterschiede und Optionen, kläre Fragen zu den Beiträgen im Alter und der Überlegung welcher Schutz oder welche Kombination in Ihrem Fall sinnvoll und passend ist. Klar ist und sollte immer sein, Geld sparen werden Sie mit keinem der Systeme auf das Leben gesehen. Warum? Das gehört in eine sinnvolle Beratung, aber jeder der Ihnen zu einem PKV Wechseln wegen Beitragsersparnis rät, der gehört vor die Tür, auch wenn es da kalt und zugig ist.

6.) Ist die rückwirkende Entscheidung oder eine für die Zukunft sinnvoller?

Hier gibt es kein richtig oder falsch, hier ist es wichtig wie weit Sie schon sind. Auch ist die Frage zu klären, ob es im Jahr 2019 (also 1. Januar bis zum Zugang des Schreibens Ihrer Krankenkasse) schon Arztbesuche gab. Können oder müssen Sie diese Frage mit ja beantworten, so ist es sinnvoller den Wechsel in die Zukunft gerichtet zu vollziehen oder einfach zu warten.

Gab es hingegen keine Behandlungen und Medikamente und sind Sie mit der Entscheidung welches System für Sie das geeignete ist schon weiter fortgeschritten, so kann auch ein rückwirkender Wechsel die passende Lösung sein.

Wichtig ist auch hier, keine überstürzten Entscheidungen zu treffen und diese später zu bereuen. Nur wer sich intensiv mit den Systemen auseinandergesetzt hat, der kann begründet eine Entscheidung treffen.

7.) Sie haben schon eine Anwartschaft oder Option? Dann bitte VORSICHT!

Haben Sie sich in der Vergangenheit schon einmal für eine Anwartschaft entschieden oder eine Option abgeschlossen? Wollten Sie sich damit den Weg in die Private Krankenversicherung sichern? Dann ist dieses eine besondere Situation, welche weitere Beratung und Planung erfordert. Im Wesentlichen hat dieses zwei Gründe. Einerseits gilt es nun zu prüfen, ob die Anforderungen an Tarif und Auswahlkriterien noch immer identisch sind, oder ob es nicht doch passendere Tarife gibt und auf der anderen Seite die Gesundheit.

Beides ist wichtig um zu beurteilen, welche Wege Ihnen (zusätzlich zur Anwartschaft und Option) noch offen stehen.

Ohne Beratung keine sinnvolle Entscheidung

Sie sehen also, es sind doch einige Punkte mehr zu beachten und zu überlegen, bevor eine Entscheidung getroffen werden kann.

Als weitere Lektüre empfehle ich Ihnen folgende Links:

Alles Weitere gilt es dann detailliert zu besprechen, denn hier sind wir dann weit weg von „der oder der Tarif ist gut“ oder „Meine Freunde/ Kollegen sind bei XYZ versichert“, denn Sie kaufen auch nicht die gleiche Kleidung und richten Ihre Wohnung/ das Haus genauso ein, oder?

Meine Kollegen/ Freunde sind bei … versichert. Warum Freunde und Bekannte kein guter Ratgeber bei der Auswahl der privaten Krankenversicherung sind