Artikel mit ‘HowTo’ getagged

22.
November '20

Beitragsanpassung in der PKV – das sollten Sie jetzt tun


Am letzten Wochenende haben viele von Ihnen Post bekommen. Die Beitragsanpassung in der PKV lag im Briefkasten oder Ihrem Online-Postfach des Versicherers. In den nächsten Tagen werden daher einige „windige Berater“ die Kunden anrufen und die Gespräche enden oft mit „Ich habe da eine Alternative, Sie müssen dann wechseln zu Versicherer XYZ.“

Warum es ein fataler Fehler sein kann, übereilt nach der Beitragsanpassung in der PKV zu wechseln und wann ein solcher Wechsel dennoch sinnvoll sein kann, das schauen wir uns gemeinsam heute in diesem Beitrag an.

Zuerst aber möchte ich Sie noch auf meinen (zugegeben recht langen Beitrag) zur Beitragsanpassung in der PKV hinweisen. Hier habe ich nicht nur die Hintergründe beschrieben, sondern auch den Vergleich zu der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und einen Ausblick wie dieses in Zukunft weitergehen wird und kann.

Beitragsanpassung in der PKV

Doch nun schauen wir uns konkret an, was Sie genau tun können um eine solche Anpassung entweder abzumildern, oder aber generell eine Änderung der Tarife und Bausteine zu überlegen.

Beitragsanpassung in der PKV – diese Fragen sollten Sie sich jetzt stellen

Zuerst einmal sind Fakten und Zahlen wichtig, um überhaupt seriös und sinnvoll eine solche Anpassung bewerten zu können. Dabei sollten Sie sich einige Fragen stellen, ohne diese kann Ihnen kein Berater sinnvoll helfen und Tipps geben. Nur wenn Sie sich über die Fragen Gedanken machen und klar ist, was Ihnen wichtig ist, nur dann werden Sie gemeinsam mit Ihrem Berater Lösungen suchen und finden. Beantworten Sie sich daher folgende Fragen zunächst für sich:

  • – Seit wann sind Sie in dem derzeitigen Tarif versichert?

  • – Seit wann sind Sie bei dem Versicherer? Gab es vorher schon einen anderen Tarif?

  • – Gelten die Kriterien, die beim Abschluss galten, auch heute noch?

  • – Hat sich der Familienstand, die Anzahl der Kinder oder der berufliche Status verändert?

  • – Hat Ihr Tarif Bausteine zur Beitragsentlastung im Alter?

  • – Gibt es weitere Tarifbausteine die optional gewählt wurden?

  • – Wie weit nutzen Sie den Arbeitgeberzuschuss aus? Wie hoch ist aktuell Ihr Beitrag (nach Anpassung) in der Krankenversicherung und in der Pflegeversicherung?

Beitragsanpassung in der PKV – Antworten und Hinweise auf Ihre Fragen

Nachdem Sie sich nun die Fragen beantwortet haben und damit die Fakten „auf dem Tisch“ liegen, lassen sich nun auch weitere Handlungsempfehlungen geben. Warum die einzelnen Fragen wichtig sind, schauen wir uns nun mit dem Blick auf die Antworten an.

Seit wann sind Sie in dem derzeitigen Tarif versichert? – Welche Welt gilt?

Diese Frage ist deshalb wichtig, weil damit auch die Tarifgeneration klar ist. Dabei gibt es im Wesentlichen drei Zeitpunkte, welche bei der Beurteilung wichtig sind.

Abschluss vor 2000: (ALTE WELT)

Der Vertrag besteht in der „ganz alten“ Welt. Hier gab es die Unterscheidung zwischen den Geschlechtern ebenso, wie auch keinen gesetzlichen Zuschlag. Dieser 10%-ige Zuschlag in der privaten Krankenversicherung (der gesetzliche Zuschlag) wurde im Januar 2000 für alle Versicherten eingeführt und ist für Neuabschlüsse seitdem verpflichtend. Mehr Informationen dazu, wie lange dieser zu zahlen ist und was ab Vollendung des 60. und 65. Lebensjahres mit dem angesparten Geld passiert, finden Sie hier im Beitrag: „Der gesetzliche Zuschlag in der PKV

Sollten Sie damals schon privat versichert gewesen sein, also im Januar 2000, dann konnten Sie selbst entscheiden und wählen, ob Sie den gesetzlichen Zuschlag auch zahlen wollten. Dieser Baustein wurde dann (langsam ansteigend) in den Vertrag integriert und Sie zahlen auch- wie Neukunden- heute 10% als zusätzlichen Sparbeitrag.

Abschluss vor 2009: (ALTE WELT)

Der Vertrag besteht in der sogenannten alten Welt. Hier wurden die Tarife nach Geschlechtern kalkuliert, Frauen zahlten einen anderen Beitrag im Vergleich zu Männern. Auch galt hier, Altersrückstellungen in dem Tarif sind bei einem Versichererwechsel nicht übertragbar.

Verlassen Sie als Versicherter vor 2009 das Unternehmen, so verbleiben die angesparten Rückstellungen in dem Kollektiv Ihres alten Unternehmens. Diese, als Stornogewinne bezeichneten, Gelder kommen somit allen anderen Versicherten in dem Kollektiv zugute. Überspitzt bedeutet das, verlassen ganz viele Kunden ganz schnell den Tarif und Versicherer und waren alle vor 2009 versichert, so profitieren die verbleibenden von zusätzlichem Geld.

In diesen Tarifen wird als KEIN Übertragungswert gebildet.

Ein weiterer Unterschied. Hier gilt im Alter die Option Standardtarif. Ein Tarifmodell welcher auf den Höchstbeitrag der GKV begrenzt ist und in welchem im Alter die Altersrückstellungen angerechnet werden. Somit ergeben sich hier teils große Anrechnungen und kleine Beiträge im Alter.

Abschluss zwischen 2009 und 2012: (NEUE WELT)

In dieser Tarifwelt, welche auch als „Neue Welt“ bezeichnet wird, werden Übertragungswerte gebildet. Hier können also die Versicherte bei einem Wechsel des Unternehmens (anteilig) Altersrückstellungen mitnehmen. Auch diese Tarife sind noch geschlechterabhängig kalkuliert.

Diese verbleiben somit nicht mehr einfach so als Stornogewinne, sondern Sie übertragen einen Teil des Geldes auf Ihren neuen Vertrag.

Auch die Modelle im Alter haben sich geändert. Wer nach dem 1.1.2009 den Versicherer gewechselt oder in die PKV neu eingetreten ist, der hat keinen Zugang zum Standardtarif. Diese Versicherten haben daher einen Zugang zum Basistarif. Auch hier gilt die gleiche Schutzfunktion wie schon im Standardtarif. Dabei kann bei Hilfebedürftigkeit ein Zuschuss gewährt werden.

Abschluss zwischen 2009 und 2012: (UNISEX WELT)

In dieser neuen UNISEX Tarifwelt gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Männern und Frauen. Das Geschlecht beeinflusst den Beitrag nicht.

Die Altersrückstellungen sind auch in dieser UNISEXWELT übertragbar. Bei einer Kündigung und einem Wechsel des Versicherers werden die angesparten Rückstellungen zu großen Teilen übertragen und so an den neuen Versicherer mitgegeben.

In dieser Tarifwelt wird der Garantiezins erstmals abgesenkt. Während VORHER noch der Rechnungszins in der Bisexwelt bei 3,5% lag (die aufgrund anhaltender Niedrigzinsen immer schwerer erreichbar sind), einigten sich die Unternehmen hier auf einen Zins von 2,75%.

Hinweis: In heute existierenden Tarifen und auch mit der Anpassung 2021 wurde dieser Zins weiter reduziert. Am Markt finden sich heute durchaus Unternehmen, welche nur noch mit einem Rechnungszins von 1,95 bis 2,5% kalkulieren, welche nach Auffassung der Aktuare auch langfristig erreichbar sein sollen.

Die Alterslösung ist auch hier der sogenannte Basistarif, welcher auch in der Unisexvariante vorhanden ist.

Seit wann sind Sie bei dem Versicherer? Gab es vorher schon einen anderen Tarif?

Diese Frage ist wichtig, da zum Beispiel durch den Wechsel des Unternehmens oder auch den Wechsel innerhalb der Versicherer eine andere Grundlage gelten kann.

Somit ist es nicht nur wichtig zu wissen, wann Sie in Ihren Tarif heute gewechselt sind, sondern auch wie die Historie aussieht. Erst wenn klar ist, wie Ihr Krankenversicherungsverlauf ab 2000 aussah, lassen sich hier sinnvoll und seriös Tipps geben.

Gelten die Kriterien, die beim Abschluss galten, auch heute noch?

Diese Frage sollten Sie sich generell und immer wieder stellen. Ein Vertrag in der Krankenversicherung ist nicht in Stein gemeißelt. Nur weil es bei dem Abschluss, welcher oft Jahre oder Jahrzehnte zurückliegt, Auswahlkriterien gab die damals richtig waren, müssen diese heute nicht mehr gelten.

–> Auswahlkriterien in der PKV

Haben sich Ihre Ansprüche verändert? Sind Leistungen die Ihnen damals wichtig waren heute nicht mehr relevant? Dann ändert sich auch der Anspruch an den Versicherer und der Tarif kann mehr oder weniger gut passen. Ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft kann hier eine Lösung sein.

Auch wenn damals der Tarif „einfach so und ohne große Kriterienauswahl“ mal schnell abgeschlossen wurde, kann es sinnvoll sein die Leistungen neu zu überprüfen.

Hat sich der Familienstand, die Anzahl der Kinder oder der berufliche Status verändert?

Vorher konnten Sie Kinder nahezu ausschließen, jetzt kam dann doch der Partner/ die Partnerin fürs Leben und im Anschluss wollen/ wollten oder haben Sie bereits Kinder?

Dann beeinflusst das die Tarifauswahl ebenso, wie der Wegfall von Kindern aus dem eigenen Schutz. Auch wenn die Kinder älter werden, Studium oder Ausbildung beginnen oder wieder einen Anspruch auf Familienversicherung haben, auch dann sollten Sie den Schutz überprüfen und anpassen.

Optionsrechte, welche einige Versicherer hier in den Tarifen oder mit Bausteinen anbieten, spielen eine Rolle und helfen bei der Entscheidung.

Hat Ihr Tarif Bausteine zur Beitragsentlastung im Alter? Gibt es weitere Tarifbausteine die optional gewählt wurden?

Gleiches gilt für Bausteine in dem Vertrag. Bei Abschluss können die Kriterien andere gewesen sein und die Auswahl hat sich vielleicht verändert. Nur wenn diese überprüft und angepasst werden, nur dann können die Tarife weiterhin passend sein.

Bausteine können eine Möglichkeit seins, den Tarif wieder etwas „passender zu machen.“

Wie weit nutzen Sie den Arbeitgeberzuschuss aus? Wie hoch ist aktuell Ihr Beitrag (nach Anpassung) in der Krankenversicherung und in der Pflegeversicherung?

Veränderungen bei dem Arbeitgeberzuschuss führen auch zu einem veränderten Vertrag und der Notwenigkeit diesen zu optimieren.

JAEG BBG und AG Zuschuss 2010 bis 2021

Der Arbeitgeberzuschuss hat sich, wie die Beitragsbemessungsgrenze, stetig erhöht. Größere Sprünge gab es zum durch die Wiedereinführung der paritätischen Versorgung.

Die neuen Werte für 2021 (max. Zuschuss steigt auf 384 €) finden Sie hier im Beitrag:

–> Arbeitgeberzuschuss und Sozialversicherungswerte 2021

Doch nachdem wir nun alle Eckdaten geklärt haben, Sie Fakten und Informationen gesammelt, stellt sich die Frage wie und was Sie genau tun sollten und was Sie besser lassen sollten.

Beitragsanpassung in der PKV – das sollten Sie jetzt tun

Zuerst einmal, und das ist auch mit der wichtigste Rat, nichts überstützen. Zuerst schauen Sie sich dann den Beitrag in Bezug auf den Arbeitgeberzuschuss an.

Ist Ihr Beitrag kleiner oder gleich 768 € für die KRANKENVERSICHERUNG? Dann bekommen Sie auch weiterhin 50% Zuschuss zu Ihrem Beitrag. Dabei kommt der Beitrag für die Pflegeversicherung und der Zuschuss dazu noch dazu, dieser ist nahezu immer 50%, da der Höchstbeitrag nicht erreicht wird.

Dann wäre zu prüfen und zu überlegen, wie viel Leistungen/ Mehrleistungen gegenüber dem GKV Schutz bestehen (und was genau hiervon benötigt und gewünscht wird).

Ergänzend: Bekommen Sie zum Beispiel 15% Beitragsanpassung in Ihrem GESAMTvertrag, so ist ein Teil davon eine Erhöhung Ihres SPARanteils, dem Gesetzlichen Zuschlag. Nehmen wir an ein Haupttarif wird von 800 € auf 900 € erhöht. In den 800 € sind 10% gesetzlicher Zuschlag enthalten (727+73). In den 900 € auch (818 + 82). Also sind 9 € der Anpassung die Erhöhung des Gesetzlichen Zuschlags, der Ihnen als Guthaben verbleibt.

Nehmen wir ein Beispiel, eines heute 33 Jährigen Versicherten.

Wollen wir die Leistungen der GKV durch Zusatzversicherungen bestmöglich aufstocken und damit den Leistungsumfang somit an einen Hochleistungstarif wie zum Beispiel den EXPERT+ der Barmenia anpassen, dann benötigen wir:

  • ambulante Ergänzung + „Mehr Sehen Tarif“ = 44,50 € monatlich

  • stationäre Ergänzung (Einbett + Wahlarzt) = 54,11 € (Komf.1 mit Altersrückstellung)

  • Zahn Ergänzung Zahn 100 + Vorsorge = 31,50 €

  • Krankentagegeld 30 € (Aufstockung zur GKV 95 €) = 16,50 €

GESAMTBEITRAG: 146,16 €

Zu diesem Betrag kommt natürlich der Höchstbeitrag (der Arbeitnehmeranteil) der gesetzlichen Krankenkasse. Dieser steigt bei dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2021 auf einen Anteil von

Krankenversicherung GKV (inkl. max. der Hälfte von 1,3% ZUSATZbeitrag) max. 384,58 EUR

zzgl. als kinderloser Versicherter max. 85,86 € (73,77+12,09) in der Pflegeversicherung

= 470,44 EUR

Sollten Sie also den TOP Schutz der Barmenia (hier aus unserem Beispiel) mit der GKV vergleichen wollen, so können Sie das recht einfach tun. Nehmen Sie den Beitrag nach der Beitragsanpassung (zum Beispiel 800 € + 50 € Pflege). In der PKV bekommen Sie dann 384 + 25 € Zuschuss, es bleiben also EIGENANTEIL: 441 €.

Zum Vergleich in der GKV + Zusatzschutz liegt der EIGENANTEIL GKV bei 146 € (Zusatzvers.) und 470 € = 616 €.

Bei anderen Tarifen und anderen Gesellschaften kann die Rechnung anders aussehen. Gerade wenn der Schutz in der PKV nicht so leistungsfähig ist oder Sie dabei Leistungen nicht mehr brauchen, ändert sich diese Betrachtung etwas. Daher muss und sollte es individuell geprüft und berechnet werden.

Mit einer Anpassung des Tarifes, der Selbstbeteiligung oder anderer Tarifwechsel lassen sich die Optionen ausloten und gemeinsam mit Ihrem Berater entscheiden was passieren kann und soll.

Umstellung auf Jährliche Zahlweise und Vorauszahlung

Auch die Umstellung der Zahlweise kann eine Möglichkeit der Ersparnis sein. Einige Unternehmen geben einen Rabatt bei jährlicher Zahlweise. Hier einige Beispiele:

ARAG, BARMENIA, NÜRNBERGER KV = 4% Nachlass

CONCORDIA, HALLESCHE, HANSE MERKUR, MÜNCHENER VEREIN = 3% Nachlass

AXA = 2% Nachlass

SDK, SIGNAL = 1% Nachlass

RuV = 0,5% Nachlass

KEIN NACHLASS geben derzeit: ALLIANZ. ALTE OLDENBURGER, BBKK, UKV, Debeka, DKV, LKH, UNIVERSA

Dazu lesen Sie bitte auch meinen Artikel zur VORAUSZAHLUNG und Steuerersparnis.

Beitragsanpassung in der PKV – und das sollten Sie lassen

Egal was Ihnen ein Berater rät. Niemals sollten Sie voreilig kündigen, voreilig wechseln oder andere Handlungen überstürzt vornehmen.

Auch ein Tarifwechsel hat eben nicht nur Vorteile. Bedenken Sie bitte bei dem Wechsel innerhalb der Gesellschaft auch die Faktoren wie:

  • – wann war die letzte Anpassung im Zieltarif?

  • – welche Leistungen geben Sie auf?

  • – wie verändert sich die Selbstbeteiligung?

  • – was sind die vordergründigen Wechselmotive?

Bedenken Sie bitte auch, dass Sie bei einem Tarifwechsel nicht ohne Weiteres in den Tarif zurückkommen. Leistungen auf die Sie heute verzichten, lassen sich nicht ohne Gesundheitsprüfung wieder einschließen.

Bevor Sie kündigen und neu Abschließen

Auch eine Kündigung und ein neuer Abschluss kann sinnvoll und richtig sein, ist es aber in den meisten Fällen nicht. Auch hier gilt zunächst zu prüfen, ob und wie der neue Tarif die Leistungen und Wünsche abdeckt, welche HEUTE bestehen.

Je nach Tarifgeneration lassen sich die Übertragungswerte mitnehmen und somit auch Altersarückstellungen „retten“. Damit dieses etwas deutlicher wird. Bei einem 43jährigen Kunden, welcher 3 Jahre versichert war in einem TOP Tarif, wurden laut Bescheinigung der Übertragungswerte knapp 10.000 € angesammelt.

Bei dem Wechsel zu einer anderen Gesellschaft sehen Sie im folgenden Screenshot die Beiträge MIT und OHNE Anrechnung der Übertragungswerte. Die Tarife sind nicht in allen Punkten vergleichbar und der Zieltarif bietet weniger Leistungen in Teilbereichen.BBKK Angebot mit Übertragungswert

In unserem Beispiel führen die mitgebrachten Übertragsungwerte von knapp 10.000 € somit zu einer monatlichen Beitragssenkung von 40 €.

Die Übertragungswerte welche Sie angesammelt haben sind abhängig vom Alter und der Laufzeit, ebenso wie von dem Alter bei Abschluss.

Bevor Sie also etwas unternehmen, wenden Sie sich an Ihren Berater und überlegen gemeinsam was der passende Weg ist. Ob ein Tarifwechsel, erstmal alles so lassen oder ein Gesellschaftswechsel, eines haben alle Modelle gemeinsam.

INFORMIERT entscheidet es sich besser.

08.
September '20

Versicherungspflicht für Angestellte ab 2021 durch steigende Jahresarbeitentgeltgrenze


Auch in 2021 heißt es für einige Angestellte wieder zittern, für andere erfüllt sich ein Wunsch der Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse durch die eintretende Versicherungspflicht für Angestellte ab 2021. Welche Gruppe von Angestellten genau davon betroffen sind und was Sie tun können, das habe ich in diesem Beitrag einmal zusammengefasst.

Versicherungspflicht für Angestellte ab 2021

Warum unterliegen nun einige Angestellte der Versicherungspflicht?

Grund für die eintretende Versicherungspflicht ab dem 01. 01. 2021 ist der Anstieg der Jahresarbeitentgeltgrenze im Jahr 2021. Diese ist bereits bekannt, auch wenn die Werte bis zur Bestätigung durch den Bundesrat noch vorläufig sind. In den letzten Jahren, gar Jahrzehnten, gab es den Fall der Ablehnung durch den Bundesrat nicht.

Die Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) wird auch die Versicherungspflichtgrenze genannt und beschreibt den Wert des Jahreseinkommens, der zur Beurteilung einer Versicherungspflicht für Angestellte maßgeblich ist. Hierbei sollten Sie zudem berücksichtigen, welche –> Einkünfte zur Jahresarbeitentgeltgrenze hinzugerechnet werden.

Ab dem 01. Januar 2021 gilt für Angestellte eine neue Versicherungspflichtgrenze von 64.350 € womit diese im Vergleich zum Vorjahr 2021 erneut um 1.800 € steigt.

Schema - werden Sie am 01. 01. 2021 versicherungspflichtig als Angestellte(r)

Angestellt und ein Einkommen zwischen 62.550 € und 64.350 € brutto pro Jahr?

Dann besteht für Sie Handlungsbedarf. Unterschreiten Sie mit Ihrem Einkommen die neue JAEG und liegen damit ab dem 01. Januar 2021 (als Grundlage dient das Einkommen 2021) unter der neuen Grenze, dann werden Sie zunächst einmal versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse und müssen die private Krankenversicherung verlassen.

Falls Sie zurück in die gesetzliche Krankenkasse möchten

Eine wichtige Voraussetzung ist das Alter. Sollten Sie noch nicht 55 Jahre alt sein:

Sollte der Wechsel in die GKV gewünscht sein, so brauchen Sie erst einmal nichts unternehmen. Der Arbeitgeber informiert Sie meist nochmals und meldet Sie dann zum 01.01.2021 wieder als Pflichtmitglied an. Sie können sich dann selbst eine Krankenkasse auswählen.

Zum Eintritt der Versicherungspflicht kann die private Krankenversicherung außerordentlich gekündigt werden. Hierzu benötigen Sie den Nachweis der GKV Mitgliedschaft. Diese stellt eine sogenannte „Folgeversicherungsbescheinigung“ aus, denn nur wer die Erfüllung der Versicherungspflicht nachweist, nur dessen PKV kann auch beendet werden. Achten Sie aber hier auf Möglichkeiten einer Umwandlung in eine Anwartschaft, die Nutzung von Zusatzversicherungen und den (teilweise) Erhalt von Altersrückstellungen und lassen sich daher hier beraten.

Haben Sie das 55. Lebensjahr bereits erreicht, dann passiert das nicht wie eben beschrieben. Hier tritt dann KEINE Versicherungspflicht automatisch ein. Ein (so einfaches) Zugangsrecht in die gesetzliche Krankenkasse gibt es hier so nicht mehr. Auch hier kann noch eine Rückkehr möglich sein, dazu wenden Sie sich aber an Spezialisten, die Ihnen hier behilflich sind. Dort sind Fragen wie der bisherige Versicherungsverlauf und die Familiensituation genauer zu prüfen.

Die Suche nach der passenden Krankenkasse ist manchmal nicht ganz einfach. Keineswegs sind „alle gleich und es ist egal“. Einen Überblick über Kassen, Beiträge und Varianten finden Sie in unserem:

–> Interaktiven Vergleichsrechner für die Gesetzlichen Krankenkassen

Hier können Sie ganz in Ruhe vergleichen und die passende Kasse direkt beantragen und Ihrem Arbeitgeber mitteilen. Bitte beachten Sie noch zusätzlich: Die Auswahl der Kasse ist dann für 18 Monate bindend und kann nicht geändert werden. Beachten Sie bitte auch die Hinweise zu laufenden Behandlungen am Ende des Beitrages.

Falls Sie in der privaten Krankenversicherung bleiben möchten

Hier gibt es einiges zu beachten. In einem anderen Artikel habe ich bereits in der Vergangenheit beschrieben, was bei Eintritt der Versicherungspflicht passiert. Für das Jahr 2021 gilt dieses analog.

Versicherungspflicht durch Erhöhung der Jahresarbeitentgeltgrenze, Befreiungsmöglichkeit und Fakten

Werden Sie nur versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse, weil die Grenze vom Gesetzgeber angehoben wurde, dann können Sie sich befreien lassen. Werden sie allerdings versicherungspflichtig weil ihr Einkommen sinkt, dann gibt es diese Befreiungsmöglichkeit nicht.

Zur Vereinfachung habe ich auch in diesem Jahr wieder eine aktuelle Übersicht kostenlos zum Download bereitgestellt. Hier können Sie einfach Schritt für Schritt für sich prüfen und kommen am Ende zur Antwort, ob Sie ab 2021 versicherungspflichtig werden.

Schema - werden Sie am 01. 01. 2021 versicherungspflichtig als Angestellte(r)

Wie funktioniert die Befreiung?

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass sie aktiv tätig werden müssen. Dabei gelten Fristen, die sich nicht verlängern lassen und bei überschreiten eine Befreiung unmöglich machen. Daher beschäftigen Sie sich bitte rechtzeitig mit dem Thema. In meinem oben verlinkten Beitrag (hier nochmals der Link) habe ich Ihnen detailliert beschrieben, was sie wann tun müssen.

Werde ich dann nie wieder versicherungspflichtig und ist das nicht ein Risiko?

Die Befreiung von der Versicherungspflicht gilt für diesen Grund unwiderruflich und dauerhaft. Das bedeutet, bei der nächsten Anhebung der Jahres Arbeitsentgeltgrenze im Jahr 2022 tritt nicht wieder Versicherungspflicht bei Ihnen ein. Für diesen Grund (Erhöhung der Grenze durch den Gesetzgeber) kann also auch in zukünftigen Jahren nicht in die gesetzliche Krankenkasse zurück gewechselt werden.

ABER: auch hier bedarf es des genaueren Blickes eines Spezialisten. Denn Unterbrechungen, eine neue Pflicht durch zum Beispiel einen neuen Job oder dergleichen verändern die Situation hier ggf. auch noch. Bleiben Sie aber in dem gleichen Arbeitsverhältnis und wird kommendes Jahr die Grenze erneut erhöht, löst genau das keine Pflicht aus.

ACHTUNG! Alle anderen Gründe bei denen Versicherungspflicht eintreten kann und wird (zum Beispiel Arbeitslosigkeit, eine neue Tätigkeit mit einem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze oder andere Gründe) führen auch weiterhin zur Versicherungspflicht und zurückkehren in die gesetzliche Krankenkasse.

Was passiert mit mitversicherten Kindern durch meine Versicherungspflicht?

Über die Frage wo die Kinder zu versichern sind, habe ich bereits in diversen Beiträgen geschrieben. Nun kann es durch die eintretende Versicherungspflicht des zweiten Elternteils zu der Situation kommen, dass plötzlich wieder beide in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Damit haben auch die Kinder wieder einen Anspruch auf kostenfreie Familienversicherung.

Dennoch möchten einige Eltern ihre Kinder auch weiterhin in der privaten Krankenversicherung versichert lassen. Das geht auch, jedoch gibt es dann keinen entsprechenden Arbeitgeberzuschuss mehr. Wer seine Kinder (aufgrund laufender Behandlungen, bessere Leistungen oder sonstigen Gründen) weiterhin in der privaten Krankenversicherung lassen möchte, der sollte bei der Kündigung der eigenen privaten Krankenversicherung darauf aufpassen, nur seinen Anteil zu kündigen.

Die private Versicherung kann (auch wenn das einige gern behaupten) die Kinder nicht von selbst kündigen, und sie auch nicht dazu zwingen die Kinder in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Beachten Sie aber, es gibt hier Obliegenheitspflichten die Sie zu einer Information der PKV über die neue Situation verpflichten. Auch hier bedarf es Beratung um nicht in die Falle zu tappen.

Sie dürfen natürlich Leistungen nur einmal in Anspruch nehmen und müssen sich vor Behandlungsbeginn zwingend entscheiden welches System sie nutzen möchten. Haben Sie das getan, so spricht auch nichts gegen eine parallele Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse (als kostenfreie Familienversicherung) und in der privaten Krankenversicherung (mit verbesserten Leistungen).

Gerade bei begonnen der Kieferorthopädie oder sonstigen größeren Behandlungen der Kinder, kann dieses eine durchaus sinnvolle und denkbare Option sein.

Was passiert mit bereits begonnenen und / oder laufenden Behandlungen

Vorsicht ist bei laufenden Behandlungen geboten. Für Behandlungen die bis zum Jahresende nicht beendet worden sind, endet trotzdem die Leistungspflicht der privaten Krankenversicherung. Das bedeutet im schlimmsten Fall, dass eine Behandlung die am 31. Dezember mittags beginnt und noch in das neue Jahr hinein dauern wird, teilweise in dem einen und teilweise in dem anderen System abgerechnet wird.

Daher ist es wichtig und richtig sich vorher über den Versicherungsschutz ab dem 1. Januar Gedanken zu machen, und sich auch vorher um die entsprechende gesetzliche Krankenkasse zu kümmern. Während das bei kleineren ambulanten Behandlungen sicherlich eher unkompliziert ist, bedeutet dass bei einem andauernden stationären Aufenthalt ein finanzielles Risiko.

Bei verordneten Medikamenten gilt in jedem Falle das Bezugsdatum. Das bedeutet, holen Sie das Medikament noch im Jahr 2020 ab, fällt es in den Versicherungsschutz für dieses Jahr. Bekommen Sie aber nur das Rezept und holen es erst im Januar ab, dann muss es von der privaten Krankenversicherung (die zum Jahresende beendet wurde) nicht mehr erstattet werden.

Weitere Informationen dazu auch im Beitrag „Rechnungs- und/ oder Behandlungsdatum“.

Entwicklung der Jahresarbeitentgeltgrenze und der Beitragsbemessungsgrenze

Zum Abschluss sehen Sie in der folgenden Grafik noch die Entwicklung der entsprechenden Grenzen. Dabei finden Sie sowohl die Jahres Arbeitsentgeltgrenze, aber auch die Beitragsbemessungsgrenze zur Krankenversicherung. Hier lässt sich in den letzten Jahren sehr deutlich ein regelmäßiger Anstieg erkennen.

Bereits seit dem Jahr 2011 ist die Grenze nicht mehr gesunken oder gleich geblieben, sondern steigt in jedem Jahr kontinuierlich an. Das bedeutet auf der anderen Seite auch eine jährliche Erhöhung der zu zahlenden Höchstbeiträge in der gesetzlichen Krankenkasse, für die Privatversicherten hingegen auch eine Erhöhung des Arbeitgeberzuschusses.

 

Entwicklung der JAEG, Jahresarbeitentgeltgrenze auch Versicherungspflichtgrenze und der Beitragsbemessungsgrenze BBG

29.
November '19

Beitragserhöhung bekommen? Egal ob Signal, Axa, DKV, Allianz oder andere, hier Hinweise und Tipps was zu tun ist und was besser nicht


Es ist Ende November. Wie jedes Jahr verschicken einige Krankenversicherungen derzeit die Schreiben zur Beitragsanpassung und – neu in diesem Jahr – alle die Anpassungen in der Pflegeversicherung. Damit ist auch die Zeit gekommen, in der Anfragen über mein kostenloses LiveChat Angebot noch stärker ansteigen und immer mehr Fragende sich auf der Suche nach einem Tipp an mich wenden.

Damit dieses Angebot auch weiterhin (zeitlich und personell) realisierbar bleibt, nutze ich diesen Beitrag, um häufige Fragen zu bündeln und direkt zu beantworten. Daher haben Sie bitte Verständnis, dass Sie ggf. auch im LiveChat hier her geleitet wurden und Ihre Frage hier ausführlicher beantwortet ist.

  1. Warum passt mein Versicherer die Beiträge an?
  2. Sollte ich nun kündigen, um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln?
  3. Müssen alle versicherten Personen wechseln?
  4. Wie lange habe ich das Recht zur Kündigung?
  5. Soll ich schon einmal vorsorglich kündigen?
  6. Kann ich meine Kinder allein woanders versichern?
  7. Was passiert mit meinen Rückstellungen?
  8. Ist ein Altersentlasungsbaustein (Beitragsentlastung) sinnvoll?
  9. Bekomme ich meine Beitragsrückerstattung auch dann, wenn ich zum 01. Januar wechseln würde?
  10. Wenn schon wechseln, dann mit Anwartschaft – ein Jahr jünger in die PKV!

1.) Warum passt mein Versicherer die Beiträge an?

Die Beitragsanpassung in der privaten Krankenversicherung hat verschiedene Gründe und oft auch solche, die einige von Ihnen eher als „das sagen die eh nur um einen Grund zu suchen“ sehen. Im Wesentlichen bedarf eine Krankenversicherung immer dann einer Anpassung, wenn die Gefahr besteht seine Leistungen, ohne eine solche Anpassung nicht mehr dauerhaft erfüllen zu können.

Dabei spielen Gründe wie die längere Lebenserwartung, die gestiegenen Arzt-/ Gesundheitskosten und auch (entscheidend) die andauernd niedrigen Zinsen eine Rolle. Zu den Gründen und der Zusammensetzung einer Anpassung finden Sie unter dem Punkt PKV/Beitragsanpassung hier auf der Webseite einige detailliertere Informationen.

Doch gerade den Punkt „niedrige Zinsen“ möchte ich hier noch einmal etwas genauer aufgreifen. Die Central hatte das neulich in einem Brief in Zahlen, ich habe mich für ein Diagramm entschieden.

In der privaten Krankenversicherung werden Teile des monatlichen Beitrages zurückgelegt und verzinst, um hiermit die Kosten im Alter zu finanzieren. Nehmen wir also an, die Lebenserwartung ändert sich nicht und auch die Kosten nicht, sondern nur die Zinsen.

Wir legen also 100 € monatlich an und erhalten – bei 3,5% Zinsen – nach 30 Jahren 63.541 €.

Nun sinken die Zinsen am Kapitalmarkt um 1%, also erhalten wir nur noch 53.536 €. Blöd, denn wir brauchen ja die 63.000 €, um unsere Gesundheitskosten zu finanzieren, denn nur weil es weniger Zinsen gibt, wird ja der Kapitalbedarf nicht geringer.

Also müssen wir mehr Geld zur Seite legen, um den gleichen Endbetrag zu haben. In unserem Fall benötigen wir genau 118,69 €, um nach 30 Jahren mit 2,5% genau den Endbetrag zu haben, den wir mit 100 € bei 3,5% erhalten haben.

Übertragen auf die PKV bedeutet das: Wir müssen den monatlichen Beitrag/ die Rücklage um 18% erhöhen, damit am Ende alles bleibt wie es ist.Das ist nun eine sehr vereinfachte Darstellung und natürlich abhängig vom Alter, der Restlaufzeit, bereits angesparten Rückstellungen und vielen Faktoren mehr. Aber es zeigt – hoffe ich – Ihnen sehr verständlich und einfach warum der Versicherer hier reagieren muss.

2.) Sollte ich nun kündigen, um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln?

Niemals, absolut niemals ist eine Beitragsanpassung allein ein Grund den privaten Krankenversicherungsvertrag zu kündigen. Es kann ein Anlass sein sich mit dem Umfang des Schutzes, der Tarifwelt des Versicherers oder dem eigenen Leistungsanspruch zu beschäftigen.

Allein aufgrund einer Anpassung sollten Sie aber nicht kündigen. In anderen Artikeln habe ich aber bereits weitere Details geliefert und diese auch, getrennt nach Gesellschaften. So finden Sie hier zum Beispiel etwas zu Lesen.

Einige Anbieter glauben nun, mit einem (befristeten) Bonus kann man Kunden halten, welche sonst gegangen wären. So falsch es ist einfach zu kündigen, so gefährlich und unlogisch ist auch ein solcher Bonus.

Was Sie aber nun dennoch tun können und sollten, das finden Sie in den Empfehlungen am Ende des Artikels. Doch nun weiter mit anderen Fragen.

3.) Müssen alle versicherten Personen wechseln?

Nehmen wir an Sie haben schon gekündigt oder wollen (nicht allein aus Gründen der BAP) wechseln. Häufig kommt die Frage auf, was mit mitversicherten Personen passiert und ob alle oder keiner wechseln können. Gerade bei mitversicherten Kindern, Ehepartnern kann es durchaus vorkommen, dass einer nicht mehr so gesund und in der Lage ist zu wechseln.

Auch wenn es hier manchmal haarsträubende Aussagen im Netz gibt, Sie können die Kündigung allein entscheiden und sich auch selbst für jede Person entscheiden. Möchten Sie also die Kinder bei dem alten Unternehmen lassen und selbst einen anderweitigen Schutz nutzen, so geht das Problemlos. Achten Sie nur bei der Kündigung darauf, nur die gewünschten Personen zu kündigen.

Auch Versicherer, welche sonst Kinder gar nicht allein versichern würden, können das Kind nicht einfach „vor die Tür setzen“ oder darauf bestehen dieses auch wechseln zu lassen.

Im Übrigen gibt es auch nur für die Kunden ein Sonderkündigungsrecht, deren Beiträge angepasst werden. Ist das bei einzelnen Personen nicht so, so kann auch diese nicht kündigen. Einige Ausnahmen machen Unternehmen bei Kindern. Wechselt ein Elternteil aufgrund einer Anpassung, KANNN (aus Kulanz) der Versicherer das Kind auch mit wechseln lassen, muss es aber nicht.

4.) Wie lange habe ich das Recht zur Kündigung?

Die Regelungen zur Kündigung nach einer Beitragsanpassung finden sich in den gesetzlichen Grundlagen. Schauen wir daher einmal in den §205 VVG.

(4) Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

Weitere Informationen zu einer Kündigung der PKV auch im Artikel:

Wer also jetzt erst seine Beitragsanpassung bekam oder bekommt, der hat noch alle Zeit der Welt.

5.) Soll ich schon einmal vorsorglich kündigen?

Nein, das sollten Sie nicht. Hierbei ist es zwar durchaus möglich, dass bei fehlendem Nachweis der Folgeversicherung eine solche Kündigung dann unwirksam wird und Sie bei dem Versicherer bleiben müssen, das gilt aber nicht für alle Bestandteile des Tarifes und daher ist hier Vorsicht geboten.

6.) Kann ich meine Kinder allein woanders versichern?

Ja. Genau wie schon bei Frage 3 angesprochen, können auch die Kinder allein versichert werden. Aufpassen sollten hier Angestellte nur auf einen Punkt. Der Arbeitnehmer, welcher den Zuschuss vom Arbeitgeber auch für die Familienangehörigen in der PKV haben möchte, der muss auch Versicherungsnehmer sein. Es muss eben nicht der gleiche Versicherer sein, aber der VN muss immer der Arbeitnehmer sein.

Es geht also nicht, dass die Mutter einen Antrag für die Kinder stellt und hier VN wird und der Vater bei seinem Arbeitgeber dann den Zuschuss für die Kinder bekommt. Der Versicherer stellt die Bescheinigung nach 257 SGBV nur für den aus, der auch Inhaber des Vertrages ist.

7.) Was passiert mit meinen Rückstellungen?

Auch diese Frage ist leider pauschal nicht zu beantworten. Dazu sind eine Reihe weiterer Informationen nötig, da es über die Jahre ganz unterschiedliche Verträge gab. Daher ist es wichtig zu wissen WANN der Vertrag abgeschlossen wurde und ob ggf. hier Änderungen vorgenommen wurden.

Erst kürzlich abgeschlossene Verträge in der Privaten Krankenversicherung besitzen sogenannte portierbare Rückstellungen. Also können die angesammelten Alterungsrückstellungen zu einem neuen Unternehmen mitgenommen werden. Das gilt auch und insbesondere für Gesetzlichen Zuschlag und andere Komponenten. Dennoch ist immer das neue Gesundheitsrisiko und Eintrittsalter zu beachten.

Bei alten Verträgen hingegen kann es durchaus sein, dass diese Rückstellungen nicht mitzunehmen sind und daher dann beim Versicherer verbleiben.

8.) Ist ein Altersentlasungsbaustein (Beitragsentlastung) sinnvoll?

Bei jeder Anpassung kommt es zur gleichen Überlegung. Soll ich privat oder innerhalb der Krankenversicherung noch eine zusätzliche Sicherheit einbauen und einen so genannten Altersentlastungstarif abschließen?

Auch hier gibt es keineswegs ein generelles JA oder NEIN. Es ist immer von der Situation abhängig. Dafür sprechen mehr Sicherheit im Alter, die Anrechenbarkeit bei der Steuer und ggf. ein Arbeitgeberzuschuss. Dagegen die schwierige „Mitnahme“ solcher Gelder, die Weiterzahlung im Alter und einiges mehr.

9.) Bekomme ich meine Beitragsrückerstattung auch dann, wenn ich zum 01. Januar wechseln würde?

Eine der häufigsten Fragen. Es geht um die Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit im Jahr 2019. Wer nun wechselt und damit zum 01. Januar den Versicherer verlassen möchte, der verzichtet auch auf die Auszahlung der Beitragsrückerstattung.

Diese ist zwar generell kein Kriterium bei der Auswahl des Versicherers und sollte es auch nie sein, aber man muss eben wissen was hier passiert. Die Versicherer haben in den Bedingungen eine Regelung, welche einen ungekündigten und bezahlten Vertrag an einem Stichtag voraussetzt. Das ist oft im Juni oder Juli und somit können Sie nicht zum Januar kündigen.

Jetzt zu glauben „dann mache ich das nächstes Jahr“ ist aber genauso unsinnig, denn diese Regelung gilt dann für das Folgejahr natürlich auch wieder.

10.) Wenn schon wechseln, dann mit Anwartschaft – ein Jahr jünger in die PKV

Kommen Sie nun aber nach den (folgenden) Kriterien zu dem Ergebnis, der Tarif und auch der Versicherer passen nicht mehr zu Ihnen und Sie „wollen da weg“, dann überlegen Sie bitte zumindest das Thema Anwartschaft. Mit einer solchen können Sie auch zum 1. Januar noch mit dem Eintrittsalter 2019 in die neue Gesellschaft wechseln. Dieses erfordert einen Beitrag für den Monat Dezember, der rechnet sich aber sehr schnell. Alle weiteren Informationen hierzu und Hinweise was es zu beachten gibt, habe ich in meinem Beitrag zusammengefasst.

Mindestens genauso wichtig ist aber, Ruhe zu bewahren und sich nicht hetzen oder gar von Beratern unter Druck setzen zu lassen. Mehr dazu und warum das schlecht und schlimm ist, finden Sie hier:

Beitragsanpassung in Ihrem Tarif – Fakten – Infos und was Sie tun können und sollten

Wichtig ist zunächst

RUHE BEWAHREN

– NICHTS ÜBERSTÜTZEN –

SICH NICHT HETZEN LASSEN

Jeder, egal ob Berater, Bekannte, Freunde und Kollegen, die Sie zu etwas überreden oder zu einem schnellen Entschluss drängen wollen, die setzten Sie am besten (zumindest bei diesem Thema) gedanklich vor die Tür. Es bringt einfach nichts.

Übrigens, Freunde und Bekannte sind – auch wenn diese zufrieden sind bei ihrem Versicherer – kein guter Ratgeber. Warum lesen Sie im HIER IM Beitrag.

Bevor Sie sich einen Berater suchen, oder mich gern um Rat fragen, benötigen wir und auch jeder andere Berater einige erste Informationen.

  • Wo sind Sie versichert?
  • Wie alt sind Sie?
  • Seit wann sind Sie versichert?
  • Wie genau heißt Ihr Tarif?
  • Was wurde genau erhöht?
  • Was genau stört Sie an dem Tarif?
  • Warum denken Sie über einen Wechsel nach?

Wenn Sie den nun folgenden Link nutzen, können Sie Ihre Antworten einfach direkt in der Mail dahinter schreiben. Die Erstinformation und Datenschutzerklärung finden Sie hier zum Download.

ALLE FRAGEN MIT EINEM KLICK HIER AUSFÜLLEN

Nachdem Sie anscheinend bis hierher nicht aufgegeben haben und immer noch dabei sind, hier noch einige Links mit weiteren Informationen und Hinweisen, insbesondere zu den Auswahlkriterien und dem generellen Prozess.

Weitere Informationen, Links und Videos mit Hilfestellungen zur Auswahl erhalten Sie bei Bedarf direkt per Mail.

11.
Oktober '19

Kopie der Krankenakte und der Patientenunterlagen nach Schließung der Praxis


Ärztliche Unterlagen sind wichtig und können auch nach Jahren in der Verlaufskontrolle oder bei der Diagnose und Anamnese sehr wichtig werden. Nicht nur Versicherungen benötigen ggf. zur Prüfung von Leistungsansprüchen eine Auskunft zu Behandlungen vor Antragstellung oder eine Information zu einem Krankheitsverlauf, auch Patienten und neue Behandler benötigen diese.

Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, wie Sie überhaupt an eine Krankenakte kommen. Dazu habe ich Ihnen in zwei Beiträgen MUSTERFORMULARE zur Anforderung der Krankenakte und auch detaillierte Informationen zusammengestellt.

So kommen Sie an eine Kopie Ihrer Krankenakte/ der Patientenunterlagen

–> Anforderung der Krankenakte in Kopie für Sie oder den neuen Arzt

Grundlage ist hier §10 Berufsordnung der Ärzte und §630g BGB

–> Anforderung der Krankenakte als kostenlose Kopie

Grundlage ist hier die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

–> Musterformulare und Anschreiben zur Anforderung der Kopie der Patientenunterlagen

–> Was Sie tun können, wenn der Arzt die Herausgabe verweigert oder Sie zum persönlichen Vorbeikommen auffordert

Doch nachdem das alles ganz wunderbar bei Ärzten und Krankenhäusern funktioniert und auch meist nicht zu großen Problemen führt, erwartet uns in Zukunft immer Häufiger ein anderes Problem. Die Ärzte werden immer älter und finden immer weniger Nachfolger. Praxen bleiben leer oder werden durch neue Kollegen übernommen und diese erhalten nicht immer alle Akten. Daher ist es wichtig zu wissen, wo denn nun die Krankenakten gelagert sind und wie Sie an diese kommen.

Praxis geschlossen – Krankenakte verloren?

Zunächst einmal legt der Gesetzgeber dem Arzt zahlreiche Dokumentations- und Informationspflichten auf und viele Ärzte kommen diese gewissenhaft und problemlos nach. Doch auch Ärzte sind nur Menschen und werden einmal schwer krank, haben Unfälle oder schließen Praxen aus Altersgründen. Daher ist es hier wichtig und gut zu wissen, wie Sie dann immer noch an eine Akte kommen und welche gesetzlichen Grundlagen hier gelten.

Auch sind die Zuständigkeiten nicht klar. Wenn eine Arztpraxis plötzlich nicht mehr existiert und nicht gerade im Wohnhaus des Arztes untergebracht war und somit der Arzt noch erreichbar ist, dann wird es schnell zu einem Problem. Neben den Kassenärztlichen Vereinigungen oder den Ärztekammern gilt es hier einen Kontakt zu finden. Daher schauen wir uns zwei Fälle getrennt an. Einmal den der regulären Schließung und einmal den der Übergabe der Praxis.

Ein Bundesland, nämlich Rheinland-Pfalz hat hier eine Regelung in sein Heilberufsgesetz geschrieben, welches hier helfen soll. Dort heulst es in Paragraph 22:

(2) Die Kammermitglieder haben beim Ausscheiden aus einer eigenen Niederlassungg oder bei deren Schließung dafür zu sorgen, dass die in Ausübung ihres Berufs gefertigten medizinischen und pflegerischen Aufzeichnungen und sonstigen dort vorhandenen Patientenunterlagen nach den Vorschriften der Schweigepflicht und des Datenschutzes untergebracht und nur für Berechtigte zugänglich gemacht werden. Kommt ein Kammermitglied dieser Pflicht nicht nach, ist die Kammer verpflichtet, die Unterlagen im Rahmen der Verwaltungsvollstreckung zu verwahren und zu verwalten. Die Kammern können auch gemeinsame Einrichtungen zur Aufbewahrung und Verwaltung errichten oder nutzen; das Nähere regelt die Satzung.

Praxis an neuen Arzt übergeben

Sollte der neue Arzt eine bestehende Praxis übernommen haben, so können hier meist auch die Patientenakten weiter eingesehen werden. Jedoch ist es datenschutzrechtlich nicht einfach möglich, dass hier der alte Arzt es einfach an den neuen übergibt. Es könnte ja sein, dass Sie als Patient oder Patientin gerade diesem Arzt keine Einsicht geben möchten. Daher sind hier Lösungen wie geschützte Datenräume (physisch wie virtuell) denkbar und werden teilweise auch so praktiziert. Dabei werden die Akten unter Verschluss gehalten, bis Sie dem neuen Arzt die Verwendung gestatten.

(mehr …)

26.
April '19

Die Lücke im Krankentagegeld – 100 € pro Tag sind keine 3.000 Euro monatlich


Das ist ein typischer Denkfehler, der taucht in meinen Beratungen immer und immer wieder auf.

„Aber ich brauche doch keine 3.000 Euro, das ist ja mehr als ich heute netto habe.“

Wirklich?

Wie berechnet sich das Krankentagegeld und was bleibt übrig?

Wer sich mit dem Thema Private Krankenversicherung beschäftigt, der wird sich auch mit dem Thema Krankentagegeld befassen müssen. Dieses sichert für Angestellte nach der 6. Woche (für Selbstständige und Freiberufler auch vorher) das Einkommen und ersetzt somit die Zahlungen des Arbeitgebers.

Doch der große Trugschluss ist noch ein ganz anderer. Wer also glaubt er versichert heute 100 EUR Krankentagegeld, der wird keineswegs 3.000 EUR im Monat zur Verfügung haben.

Bereits unter dem Punkt „Krankengeld“ hier auf der Seite finden Sie weitere Erklärungen dazu. Es sind von dem ausgezahlten Geld noch weitere Kosten zu bestreiten. In der Praxis sieht das dann wie folgt aus:

verbleibender Betrag 1.546,70 €

verbleibender Betrag 1.546,70 €

Tagessatz Krankengeld 100,00 €
ausgezahlter Betrag (30 Tage) 3.000,00 €
– abzüglich Rentenversicherung (freiwillig): – 753,30 €
– abzüglich Beitrag zur Krankenversicherung (AG+AN Anteil) – 700,00 €

Das versicherte Krankengeld, welches immer für 30 Tage und nicht nur für Arbeitstage gezahlt wird, ist damit nicht der Betrag, welcher auch ausgezahlt wird.

Die Arbeitslosenversicherung läuft übrigens ebenfalls weiter, wird Ihnen aber nicht abgezogen. Der dazu notwendige Beitrag wird durch das PKV Unternehmen direkt an die Bundesanstalt für Arbeit gezahlt und Ihnen nicht berechnet.

Auch ist es wichtig die Rentenversicherung zu prüfen und dort die Weiterversicherung zu beantragen. Es passiert NICHT AUTOMATISCH. Sie müssen einen Antrag auf Weiterversicherung bei der Rentenversicherung stellen. Hierzu sollten Sie dieses innerhalb der Frist von 3 Monaten tun, nur dann ist eine rückwirkende und nahtlose Versicherung möglich.

Dazu muss ein Antrag bei der zuständigen gesetzlichen Rentenversicherung gestellt werden. Das entsprechende Formular finden Sie hier.

Wer kann auf Antrag versicherungspflichtig werden?

(…) Ebenfalls berechtigt sind Personen, die arbeitsunfähig sind oder an einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation teilnehmen, wenn sie keinen Anspruch auf Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung haben (Versicherungspflicht auf Antrag für Zeiten der Arbeitsunfähigkeit oder Rehabilitation). Dazu gehören Personen, die ohne Anspruch auf Krankengeld versichert oder nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind (z. B. privat Krankenversicherte). Voraussetzung ist jedoch, dass sie im letzten Jahr vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit oder Rehabilitation in der gesetzlichen Rentenversicherung zuletzt versicherungspflichtig waren.

Wie hoch sind die Beiträge für die Rentenversicherung?

Bei Arbeitsunfähigen und Rehabilitanden, die keinen Anspruch auf Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung haben, wird der Rentenversicherungsbeitrag aus einem Betrag in Hohe von 80 % des zuletzt für einen vollen Kalendermonat versicherten Arbeitsentgelts oder Arbeitseinkommens berechnet. Die Rentenversicherungsbeiträge sind in diesen Fällen vom Antragsteller (Versicherten) alleine in voller Hohe zu tragen.

Es ist also das Einkommen im letzten vollen Monat vor der Krankheit maßgebend. Dabei wird dann nur 80% des damaligen Einkommens zu Grunde gelegt und dieser mit dem geltenden Rentenversicherungsbeitrag multipliziert. Ungeachtet der letztendlichen Höhe, eines ist klar. Es wird ein deutlicher Betrag abgezogen und keineswegs sollte man darauf verzichten diese „freiwillige“ Zahlung auf Antrag abzulehnen. Nur so entstehen keine Lücken im Beitragsverlauf und es bleiben weitere Leistungen der Rentenversicherung erhalten.

In unserem Beispiel bleiben also von den 3.000 Euro versichertem Krankentagegeld 1.546 EUR übrig. Selbst wenn keine Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt würden, wären es nur 2.246 EUR.

Der Weg zur richtigen Krankentagegeldhöhe

Um nun aber den passenden Betrag zu ermitteln, lässt sich dieses einfach zurückrechnen. Zunächst einmal müssen Sie überlegen, welchen Betrag Sie am Ende benötigen. Wie hoch ist Ihr Nettoeinkommen heute und wie gut kommen Sie damit aus? Was entfällt an Kosten wenn Sie nicht mehr zur Arbeit fahren müssen? und… entfallen diese wirklich? Was ist mit den Kosten der Arztbesuche? Wann verlieren Sie den Anspruch auf den Dienstwagen/ Firmenwagen und wenn Sie den behalten dürfen, wie hoch sind die Kosten? (meist werden die 1% geldwerter Vorteil auch dann weiterberechnet und sind an den Arbeitgeber zu erstatten). Ist der Betrag klar, bildet dieser den Bedarf.

Bedarf im Krankheitsfall (muss nicht dem Netto entsprechen)

dazu kommen Rentenbeiträge (18,6% von 80% des Bruttoeinkommens vor Krankheit)

plus die Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile der PKV

= Krankentagegeld pro Monat

/ 30 = Tagegeld

Auch hier ein Beispiel in Zahlen. Unser Musterkunde hat ein Bruttoeinkommen von 5.500 EUR, Steuerklasse eins und damit ein Nettoeinkommen von 3.120 EUR. Dazu kommt ein geldwerter Vorteil von 450 EUR und damit ein ausgezahltes Netto von 2.670 EUR. Diese 450 EUR sind auch im Krankheitsfall weiter zu zahlen, sonst könnte unser Musterkunde auf keine weiteren Zahlungen verzichten und möchte daher sein Nettoeinkommen auch weiterhin bekommen. Auch der Beitrag zur PKV (PLUS AG ANTEIL) läuft natürlich weiter.

Bruttoeinkommen 5.500,00 €
bisheriges Netto 3.120,00 €
geldwerter Vorteil 450,00 €
Auszahlungsbetrag 2.670,00 €
Rückrechnung der Krankengeldbeträge
Bedarf im Krankheitsfall 2.670,00 €
plus geldwerter Vorteil 450,00 €
Rentenversicherungsbeiträge (18,6% von 80% des Brutto) 814,00 €
Beitrag zur Privaten KV (inkl. AG Anteil) 700,00 €
 
Bedarf im Krankheitsfall 4.634,00 €
Tagessatz 154 €

Mit einem versicherten Krankengeld vom 155 EUR ist somit der Bedarf gut abzusichern. Das macht natürlich nur dann Sinn, wenn Sie das Krankengeld regelmäßig überprüfen und an sich ändernde Gegebenheiten anpassen.

Anpassung des Krankengeldes – denken Sie daran