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14.
September '20

Focus Money testet die besten PKV-Angebote – eigenwillig und ungeeignet


Neues Jahr, neues Glück. Zumindest hat man sich das anscheinend beim Focus Money PKV Test mit dem Titel: „Die besten PKV-Angebote im Check: Hier finden Sie den für Sie passenden Tarif“ gedacht. Zumindest Geld müssen Sie hierfür nicht ausgeben, da der Test vollständig online zur Verfügung steht. Warum Sie das Geld für so einen Test auch lieber nicht ausgeben sollten, das schauen wir uns hier einmal gemeinsam an. Auch in der Vergangenheit hatte Focus Money mit den PKV Tests nicht wirklich viel Glück, Wissen leider auch nicht. Die letzte Glanzleistung hatte sich Focus Money bereits in 2017 geleistet, wobei auch die Tests in 2009 und -10 nicht besser waren. Alle Beiträge zum Focus Money PKV Test finden Sie hier.

Eines sei aber vorab erwähnt. Es ist ein wenig besser geworden, also zumindest der Ansatz und die Unterstützung, die man sich geholt hat. KVpro mit ins Boot zu nehmen und sich so zumindest Fachwissen einkaufen zu können ist ganz gut gedacht. Leider auch diesmal schlecht bzw. falsch umgesetzt.Focus Money PKV Test 2020

Es nützt eben wenig sich externer Experten zu bedienen, wenn man dann doch sein eigenes Muster drum herum strickt. Klar, muss am Ende ja auch etwas werden, wofür es Abnehmer gibt. So werden zumindest einige der „Testsieger“ mit einem Urteil werben und das Siegel oder Sonderdrucke kaufen.

Focus Money PKV Test – die Testsieger

Wer also demnächst ein Siegel von einem „Focus Money Urteil“ liest, der sollte vorher auch den Test und die Details hierzu gelesen und verstanden haben. Dabei können folgende Versicherer mit Siegeln werben, mal sehen wer es auch tun wird.

  • Allianz mit dem Tarif AktiMed Best – sehr gut

  • Alte Oldenburger mit der Tarifkombination A112, K20, Z100/80 – sehr gut

  • Axa mit den Tarifen Vital-300U, KHR-U, Prem Zahn-U) – sehr gut

  • Barmenia mit dem Tarif expert 2+ (EXP2) – sehr gut

  • Bayrische Beamten mit dem Tarif Gesundheit Vario – sehr gut

  • Concordia mit der Kombination VV Plus, AV2, SV1, ZV1 – sehr gut

  • DKV mit dem Tarif BestMed Komfort BMK/1 – sehr gut

  • Generali (vorher Central) mit dem GesundPro1 – vertrieben über die DVAG Dt. Vermögensberatung – sehr gut

  • Gothaer mit dem Tarif MediVita 500, MediMPlus und MediNaturaP, MediPrävent und MediClinic – sehr gut

  • Hanse Merkur mit dem Tarif AZP „Pro Fit“ – sehr gut – hier Details zum Tarif

  • Debeka mit dem Tarif N – hervorragend

  • Hallesche mit dem Tarif NK.2 – hervorragend – fragwürdige Tarifauswahl, da NK Bonus vorhanden

  • Inter mit der Kombination AM12, S1, Z9 – sehr gut

  • SDK mit den Tarifen ? – stimmen hier leider nicht – aber sehr gut

  • Signal Iduna Tarife sind ebenfalls falsch im Test – aber sehr gut

  • UKV mit dem Gesundheit Vario – sehr gut

  • Universa mit dem Uni-A 620, uni.ST1/100 und uni-ZA100 – sehr gut

  • R+V mit dem Agil Premium – sehr gut

  • Dt. Ring, Tarif Prime – befriedigend, gäbe aber andere Tarife für den Test

Schon auf den ersten Blick zeigen sich offensichtliche Fehler. Beim Dt. Ring gäbe es durchaus andere Tarife, welche die fragwürdigen Mindestkriterien der Tester erfüllen können. Der Prime ist leistungsmäßig und ohne SB gänzlich anders zu bewerten und schwer vergleichbar.

Der SDK und der Signal wurden hier Tarife angedichtet, welche diese gar nicht haben.

Signal Iduna Focus Money

Die Signal besitzt keinen solchen Tarif, dieser gehörter UKV oder BBKK, dann stimmen aber die Beiträge nicht

SDK Focus Money

Auch die SDK hat keinen solchen Tarif, sondern Bausteintarife. Auch hier passen die Beiträge nicht. Diese Tarife gehören übrigens zur Signal

Sie können ja einmal in den nächsten Wochen auf die Internetseiten der Versicherer schauen und sehen, wer denn nun mit dem Testsiegel wirbt und sich dann Ihr eigenes Bild machen. Wir schauen uns nun aber einmal die Mindestkriterien und den Aufbau des Tests an. Schon in der Vergangenheit habe ich in diesem Beitrag erklärt, warum solche Tests zur Tarifauswahl ungeeignet und sogar gefährlich sind. Das gilt und galt auch bei den PKV Tests in Finanztest, auch hier ist es nicht anders.

Focus Money PKV Test – Zusammensetzung der Gesamtbewertung

Bei der Gewichtung der Kriterien hat Focus Money auch im PKV Test 2020 so gar nichts gelernt. Schauen wir uns daher zunächst einmal an, welche drei großen Kriterien in die Gesamtnote einfließen:

Kapitalstärke des Unternehmens – zu 20%

Einleitend schreibt Focus Money im Test dann auch: „Auf die Bonität des Anbieters achten“ und weiter „Auch bei privaten Krankenversicherungspolicen ist die Finanzstärke des Anbieters wichtig, ….“. Die Frage welches Rating man denn genutzt hat, löst Focus Money pragmatisch.

„Haben PKV Gesellschaften mehrere Beurteilungen, gilt jeweils das beste Rating.“

Klar, sich die Mühe zu machen und das aktuellste oder einen Mittelwert zu wählen, das macht Arbeit und vielleicht auch das Ergebnis schlechter. Daher nehmen wir einfach das beste Rating, wird schon irgendwie stimmen. Und falls nicht, macht ja nix, ist ja nicht unser Rating. Zumindest bildet aber Focus Money einige Ratings in der Auswahl ab und zeigt diese auch online in einer Tabelle.

(heutiger) Beitrag – zu 40%

Den heute zu zahlenden Beitrag hat Focus Money dann auch gleich mit fast der Hälfte der Gesamtnote bewertet. Das ist insbesondere zum Jahresende mehr als fragwürdig, da Anpassungen der Beiträge anstehen und bei den Gesellschaften ganz unterschiedlich ausfallen. Auch eine Angabe wann denn dieser Tarif das letzte Mal angepasst wurde und so zumindest eine grobe Einschätzung einer solchen Beitragszahl fehlt im Test gänzlich. Zudem ist es eine absolute Momentaufnahme und keinerlei Garantie für die Zukunft. Warum diese momentane Aufnahme nahezu ohne jedwede Aussagekraft dann fast die Hälfte der Gesamtnote ausmachen soll, das vermag ich hier nicht zu beurteilen.

Ein Versicherer, welcher bewusst neue Tarife knapp kalkuliert an den Markt bringt, der wird hier mit einer besseren Bewertung belohnt. Versicherer, die aber vorsichtig und nachhaltig kalkulieren und damit (berechtigt) höhere Beiträge für hohe Leistungen haben, werden abgestraft.

Focus Money PKV Test Gewichtung

(vertraglich garantierter) Leistungsumfang des Tarifes – zu 40%

Kommen wir nun zu dem wichtigen Punkt, die Leistungen des Tarifes. Dieser, und nur dieser, Punkt ist der einzig garantierte Part in den gesamten Testbedingungen. Nur die Leistungen sind vertraglich garantiert und können vom Versicherer nicht einseitig geändert werden.

Mit dieser wichtigen Vertragsgrundlage entscheide ich in Zukunft darüber, ob und welche Leistungen ich aus meinem Vertrag bekommen und welche ich auch rechtssicher einklagen kann. Bei dem Abschluss eines PKV Vertrages kaufen Sie Bedingungen (garantiert), einen aktuellen Beitrag (nicht garantiert) und ein Unternehmen und eine Kapitalstärke (nicht garantiert). Welchem der Bereiche messen Sie die höchste Bedeutung bei?

Es ist natürlich wichtig Beiträge bezahlbar und kalkulierbar zu halten. Aber diese Aufteilung widerspricht einer vernünftigen Bewertung schon deshalb, weil es 60% der Gesamtnote nicht garantierte Anteile enthält die morgen, oder spätestens am 1.1. 2021 wieder ganz anders aussehen können.

Focus Money PKV Test – Kriterien für einen Topschutz (lt. Focus)

Nun wird das eine mehrteilige Reihe im Focus und begonnen wurde mit den Toptarifen der Branche. Also schauen wir einmal genauer auf die Kriterien, welche für den 35jährigen Musterkunden zu Grunde gelegt wurden. Der Kunde (egal ob männlich oder weiblich, da Unisextarife) ist Angestellt und somit wird auch in der Betrachtung des Focus nur der Arbeitnehmeranteil zu Grunde gelegt.

Damit der Tarif überhaupt ein TOP Schutz sein kann, müssen folgende Merkmale erfüllt sein.

  • – maximaler Selbstbehalt (ambulant, stationär, Zahn) von maximal 750 € pro Jahr
  • – es müssen 110 € Krankentagegeld versicherbar sein (warum das irgendwo nicht gehen sollte, erschließt sich nicht)
  • – ambulant freie Arztwahl, also kein Primär- oder Hausarzttarif
  • – Erstattung bis Höchstsätze GOÄ
  • – 100% Kostenübernahme für allo-dargepatische und homöopathische Arzneimittel
  • – 80% für Psychotherapie
  • – offener Hilfsmittelkatalog
  • – Erstattung von Krankenfahrstühlen
  • – Erstattung von Heilpraktikerleistungen
  • – stationär mind. Zweibettzimmer + Privatarzt
  • – stationär bis GOÄ Höchstsätze
  • – stationäre Transportkosten und 6 Wochen Psychotherapie
  • – Zahnleistungen mind. 75% Zahnersatz, 70% Inlays, 90% für Zahnbehandlung
  • – Gnathologie und Material-Laborkosten müssen übernommen werden

Welche eine spannende Auswahl. Und ohne auf jedes einzelne Kriterium eingehen zu wollen. TOP Tarife beschreiben diese Kriterien ganz sicher nicht. Einen guten, durchschnittlichen Schutz in jedem Fall. TOP bedeutet aber auch Leistungen über die Höchstsätze der Gebührenordnung. Die doch so wichtige Erstattung von Zuckerkügelchen scheint dem Autor oder Tester scheinbar aber ein persönliches Anliegen zu sein, was sonst hat das in einer KRANKENversicherung zu suchen? Ob der Versicherer hier bei den 80% Psychotherapie vielleicht auf eine bestimmte Anzahl Sitzungen begrenzt oder gar nur bestimmte Behandler zulässt, ist auch egal.

Fragwürdig ist auch die Anforderung an einige andere Bereiche. Keine Qualitäts- oder Ausstattungsanforderungen an Hilfsmittel, keine an Heilmittel. Kein Wort zu Höchstgrenzen, Betragsbegrenzungen bei Rollstühlen, nichts zu ambulanten Transporten bei schweren Krankheiten.

Auch im stationären Bereich reichen anscheinend GOÄ Höchstsätze, keine „Top-Leistungen“ in einem Toptarif. Spannender Ansatz. Das einige der Tarife (z.Bsp. Hallesche NK) die gesetzten Mindestkriterien zum Beispiel bei Zahnersatz nicht erfüllen liegt wohl auch an einer eigenwilligen Darstellung der Software. Der Tarif NK zahlt 100% für die ersten 550 € pro Jahr, danach 75% bei Zahnbehandlung. Wie das mit 90% Zahnbehandlung in Einklang zu bringen ist, das beantworte wohl nur die Mathematik des Focus.

Focus Money PKV Test – Selbstbeteiligung und „eSB“

Wie, den Begriff eSB haben Sie noch nie gehört? Nun, hier wird der normale Selbstbehalt nicht als Maßstab genommen. Entgegen der üblichen Regelung den maximalen Selbstbehalt (denn das ist der Betrag, den Sie schlichtweg haben müssen, weil er anfallen kann)zu nehmen, wird hier mit statistischen Wahrscheinlichkeiten gerechnet. Hier wird also hinterfragt wie oft der durchschnittliche Kunde mit 35 zum Arzt geht, welche Kosten dadurch entstehen und diese Kosten werden dann wiederum als „fiktiver SB“ angenommen.

Blöd nur, wenn Sie den PKV Schutz auch nutzen (müssen) und dummerweise auch noch krank sind. Dann interessiert Sie nämlich die Statistik und das was andere Kunden so haben gar nicht. Sie sind der-/diejenige, welche die volle Selbstbeteiligung plötzlich aus eigener Tasche bezahlen muss. Ist das Geld dann nicht da oder nicht eingeplant, weil man Ihnen den Tarif schön gerechnet hat, dann sieht es eher düster aus.

Nochmals ganz deutlich:

Die Private Krankenversicherung ist kein Sparschwein – sie sichert Gesundheitsleistungen

Auch ist eine Beitragsrückerstattung keine kalkulierbare Größe und die Zahlen die Focus Money hier auswirft sind irreführend und verleiten zu falschen Annahmen. Klar ist es nett, falls der Versicherer Ihnen Geld zurückzahlt da Sie gesund sind. Bedenken Sie dabei bitte aber 1.) die steuerlichen Auswirkungen und 2.) die nicht planbare Zahlung. Bis auf wenige garantierte Modelle ist die Rückzahlung vom Versicherer jederzeit für die Zukunft änderbar und zu kürzen oder kann gestrichen werden.

Focus Money nimmt aber diesen eSB Betrag, schlägt den auf den Arbeitnehmeranteil drauf und vergibt dann eine Note. bis 330 € ist die Note 1, über 510 € die Note 6. Dabei sind hier Tarife in dem Vergleich, welche sich in unzähligen Bereichen und Kriterien unterscheiden. Tarife, welche von Mittelklasse bis High End Schutz gehen können und dennoch wird diese unsinnige Einstufung vorgenommen.

Focus Money PKV Test – fragwürdige Tarifauswahl

Neben den offensichtlichen Fehlern im Test, Tarifen die es bei Gesellschaften gar nicht gibt und handwerklichen Fehlern geht es noch weiter. Da werden Tarife und Kombinationen einfach vergessen. Beispiel Hallesche. Der Tarif NK2 mit 600 € SB wird berücksichtigt. Der Tarif NK Bonus (ohne SB, 60 € monatlicher Bonus, sonst gleiche Leistungen) findet in der Betrachtung aber nicht statt.

Für den Tarif NK Bonus sähe das dann so aus: (Werte in ROT)

Hallesche

Tarifkombination: NK.2, PVN, KT.43 / NK.Bonus, PVN, KT43
KVpro-Leistungsrating: A++ / A++
Monatsbeitrag: 599,35 / 655,22
Arbeitnehmer-Anteil (AN): 299,68 / 327,61
jährl. max. Selbstbehalt: 600 / 0 – abzüglich BONUS 720 € garantiert
erwarteter Selbstbehalt (eSB)1: 503,25 / 0
AN-Anteil inkl. eSB2: 341,62 / 327,61 ohne Bonus, 267,61 mit Bonus
BRE bei Leistungsfreiheit von Finanzstärke (von) Bewertung 1 Jahr: 468,74 / 519,22
BRE bei Leistungsfreiheit von Finanzstärke (von) Bewertung 2 Jahren: 703,11 / 778,83
BRE bei Leistungsfreiheit von Finanzstärke (von) Bewertung 3 Jahren: 937,48 / 1.038,44
Finanzstärke (von): A+ (Assekurata, B)
Bewertung: Hervorragend

Bei der Inter gibt es zudem auch Tarife, die diese gar nicht haben. Das sind im Übrigen Tarife der SDK, die hatten aber schon die Tarife der Signal. Was dazu kommt. Eine Selbstbeteiligung von 600 € wie der Focus schreibt, die gibt es aber auch in den Tarifen AM12 der SDK nicht, die übrigens 480 € SB ambulant haben.

Tarife der Inter bei Focus Money

Tarife der Inter – gibt es aber so gar nicht und gehören zur SDK, die SB gibt es aber auch hier nicht mit 600 €

Focus Money PKV Test – falsche Tarife, falsche Daten, unbrauchbarer Test

Leider muss sich hier der Focus oder die Focus Money Redaktion durchaus die Frage gefallen lassen, wer diesen Unsinn abgesegnet hat – keine Ahnung. Der Test strotzt vor falschen Angaben und Annahmen, gibt sehr eigenwillige Tipp und Hinweise und zielt anscheinend auf das Verkaufen von Testsiegeln ab.

Bevor Sie sich also an so einem Test orientieren und damit lebenslange falsche und fatale Entscheidungen treffen, suchen Sie sich Hilfe und beschäftigen sich mit dem Thema. Die Auswahl ist nicht einfach, die Auswahl einer PKV geht nicht schnell und Beratung kostet Zeit und macht Arbeit. In meinem Beitrag vom Wochenende habe ich Ihnen den Ablauf einer PKV Beratung beschrieben.

Individuelle Beratung zu Berufsunfähigkeit und PKV – Vorbereitung auf Ihr Beratungsgespräch

Beschäftigen Sie sich zudem mit den AUSWAHLKRITERIEN einer Privaten Krankenversicherung und lesen den Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung und schauen sich einmal den Kriterienfragebogen an. Schnell werden Sie erkennen welche Fragen notwendig sind, um eine fundierte Beratung zu erhalten. Das was Focus Money hier veröffentlicht ist fahrlässig und falsch. Würde ich als Makler so einen Mist beraten müsste ich dafür haften. Leider müssen das Journalisten nicht.

Bei Fragen nutzen Sie gern den LiveChat oder das die Kontaktseite.

Weiterführende Links:

Übrigens… wenn Sie Versicherer finden, welche mit diesem Siegel werben, dann gern hier als Kommentar posten.

17.
September '17

Focus Money testet die PKV oder „Wie man sich das Ergebnis einfach schön rechnet“


Focus Money testet die private Krankenversicherung, OK, keine Pointe. Klar, es ist bald Bundestagswahl und da muss und wird das Thema Krankenversicherung mal wieder aus der Schublade geholt, schließlich steigert es die Auflage. So auch bei Focus Money ein der aktuellen Ausgabe, der Nr. 38/2017.

Sparen Sie sich das Geld, wenn Ihnen nicht das Ding irgendwo kostenlos nachgeworfen wird. Aber dennoch, gestern im Flieger hatte ich die Chance mir mal die Ausgabe mit dem PKV Test anzusehen und habe schon Kopfschmerzen vom ganzen Kopfschütteln. Hier zeigt der Focus mal, wie man es nicht macht und wie man Unwissenheit und anscheinend wenig Ahnung in einen Test packt. Aber es wird eine Serie, denn in den Ausgaben 39-42 folgen weitere Test.

  • – Ausgabe 38: Top-Schutz
  • – Ausgabe 39: Ausgewogene Tarife
  • – Ausgabe 40: Klassik Schutz
  • – Ausgabe 41: Gesundheitsservices
  • – Ausgabe 42: Beamtentarife

Doch in dieser Ausgabe geht es mit dem Besten los, so titelt dieser Artikel auch mit „BESTENS UMSORGT“ und dem Zusatz:

„Vor allem der große Leistungsumfang überzeugt die meisten Privatpatienten. Doch nicht alle Angebote sind auch wirklich top. Welche Tarife besonders leistungsstark sind“

Oh super, endlich mal eine Übereinstimmung. PKV ist Leistung, nicht Preis und nicht billig. Dazu habe ich mehrfach, zuletzt hier mit dem Artikel

PKV muss man sich leisten können und wollen. Wichtige Auswahl und fundierte Entscheidung

ausführlich geschrieben. Doch schauen wir uns nun den Artikel im Focus an.

Focus Money testet die PKV – das Grundsatzproblem

Eine PKV testet man nicht Anfang September. Warum? Weil es in den letzten Monaten des Jahres Ansagen zur Beitragsanpassung, weiteren Änderungen im Vertrag, der Veränderung der gesetzlichen Vorgaben wie JAEG gibt und somit eine vernünftige Aussage nicht möglich ist. So ein Test hat die Halbwertszeit von wenigen Tagen, dann ist er veraltet und unbrauchbar, wenn er denn vorher jemals brauchbar war, was ich hier sehr in Frage stellen möchte.

Focus Money testet die PKV – Topschutz

So testet der Focus Money also Top Schutz Tarife. Schauen wir doch erstmal was der Topschutz in den Augen des Focus Money denn ist. Die Gesamtbewertung verteilt sich damit auch auf verschiedene Bereiche.

Warum auch immer man bei den TOP Tarifen der Leistung“squalität“ nur 40%, also deutlich unter der Hälfte der Wertung zukommen lässt, wir werden es wohl nie erfahren. Aber die Beitragshöhe hat die identische Gewichtung, wobei sich hier die Frage stellt, warum Beitragshöhe und nicht Beitragsstabilität oder -entwicklung. Das allein mit dieser Übergewichtung der Test schon heute völliger Unsinn ist werden wir gleich merken, nämlich beim Testsieger.

Weiterhin konnten einige Anbieter nach Focus Money Testanforderungen nicht mitmachen, denn diese haben in deren Augen keine „TopSchutz Tarife“. Darunter sind auch die Bayrische Beamten, die Central, die DEVK und die UKV. Auch Concordia und VGH durften nicht mitmachen, weil das Finanzstärkerating fehlt. Württembergische dagegen wollte nicht mitmachen.

Jetzt kann man von diesen Unternehmen halten was man möchte und auch die Central hat viel bis alles falsch gemacht vor einigen Jahren, aber diese Auswahl sieht eher wie gewürfelt aus, oder eben die Kriterien so festlegen, damit auch ja der gewünschte Anbieter oben stehen kann, könnte man zumindest meinen.

Doch was sind/ waren die genauen Anforderungen an die 40% Gewichtung für die Leistung? Das lesen wir in dem Kasten über dem Test. Alle TOP Schutz Tarife mussten daher folgendes erfüllen:

  • – Kostenerstattung für Heilpraktiker
  • – Kostenerstattung für Psychotherapie
  • – Kostenerstattung für Krankenfahrstühle
  • – Kostenerstattung für Implantate
  • – Unterbringung im Einbettzimmer (hier ist der Testsieger schon raus, mehr dazu gleich)
  • – Zahnersatz mindestens 80%

Warum nun der Testsieger eben Testsieger ist, das werden wir nie erfahren. Allein bei dem (ob es nun richtig und wichtig ist steht auf einem anderen Blatt) Kriterium Einbettzimmer ist der Tarif der AXA und damit der VITAL 300 als Testsieger falsch. Aber hey, der sollte unbedingt drin sein, so scheint es. Also wurde das hier extra aufgeweicht., Man hat ein Krankenhaustagegeld dazu genommen. 50 € mit denen der Versicherte dann die Differenzkosten zu Einbettzimmer vom Zweibettzimmer zahlen kann.

Das mag in vielen Kliniken auch ausreichend sein, aber nehmen wir einmal das DRK Krankenhaus in Berlin (Differenz Ein-Zweibett = 73 €, Vivantes Berlin Differenz 70 € und viele mehr). Daher ist ein KHT von 50 € eben KEIN Ersatz für eine echte und versicherte Leistung bei Einbettzimmern. Zudem weisst der Focus explizit darauf hin.

„bewertet … nur solche Leistungen, auf die der Versicherte einen verbindlichen Anspruch hat“.

Super ist es dann doch, wenn speziell für den (gewünschten?) Testsieger all diese guten Vorsätze über den Haufen geworfen werden. Doch am Ende wird es noch besser oder eher schlimmer. Übrigens wäre nach den Kriterien oben wäre auch die Central mit dem privat.1 Tarif drin, aber dann bedurfte es da natürlich auch so einer Ausnahme wie bei dem Testsieger Axa Vital.

Focus Money testet die PKV – Testsieger der keiner ist

Schlimm ist aber nicht nur die Verteilung von 40% auf Leistung, 40% auf Beitragshöhe und damit keinerlei Aussage zur Entwicklung und Stabilität, sonder auch die Beitragsbewertung mit Stand „6/2017“. In einem Test für September wird der Datenstand JUNI verwendet. Was genau hat man mit den Testergebnissen gemacht und was genau spräche dagegen diese kurz vor dem Druck zu aktualisieren? Ach ja, dann wäre die Reihenfolge also eine andere.

Ich halte solche Test sowieso nicht für sinnvoll, eher schaden diese bei einer richtigen und gut geplanten Auswahl. Nicht nur in die Beratung gehören mehr Angaben als diese je hier erfasst werden könnten, aber insbesondere der Eindruck ist der falsche. Der Versicherer welcher hier „gewinnt“ wird schnell einen Sonderdruck verwenden, das LOGO als Testsieger einbauen und seine Vermittler informieren. Diese rennen dann damit rum und verkaufen Ihren Tarif als besten im Test.

Hier ist es aber noch deutlicher. Hier wird ein vermeintlicher Testsieger gekürt, der nach den Kriterien nicht nur keiner ist, sondern auch noch einen falschen Eindruck erweckt. Normalerweise müsste und dürfte der Tarif nach den eigenen Kriterien gar nicht dabei sein. Ein Tarif der Central (auch hier ist es keine Wertung) gehört aber da rein.

Die Anpassungen der letzten Jahre waren überdurchschnittlich, denn der Tarif ist viel zu billig. Aber: Auch hier einfach vergessen oder bewusst ignoriert. Klar, die Finanzstärke des Versicherers wird hier mit AA- bewertet, der Zweite und dritte „Testsieger“ bekommt ein A+ und ein AA. Wie das zusammenpasst? Ich weiss es nicht.

Auch der AN Beitrag inkl. SB (also die Beiträge + 1/12 SB) ist bei dem Anbieter Nr. 2 geringer, die Finanzstärke besser. Dennoch… auch hier wird das Ergebnis ignoriert. Nehmen wir das notwenige Krankentagegeld dazu, so wird der Vorteil für den Zweitplatzierten noch deutlicher.

Auch ist die AXA eine der wenigen, welche explizit die Arzthonorare auf den 5fachen Satz deckeln, andere begrenzen diese nicht und leisten einfach „über der Gebührenordnung“. Kein Wort davon, man möchte ja dem Testsieger nichts nachsagen.

Focus Money testet die PKV – Elementare Fehler im Test

Auch die Beitragsbewertung enthält elementare Fehler. So wurde der reine Tarifbeitrag gewertet. Nicht berücksichtig und einfach vergessen wurden dabei nicht nur die Pflegepflichtversicherung, sondern auch das elementar wichtige und unverzichtbare Krankentagegeld. Hier wird dadurch mit völlig sinnlosen, nichtssagenden und verwirrenden Zahlen um sich geworfen. Wer ernsthaft glaubt, für einen Arbeitnehmeranteil von 251,02 € ohne oder 276,02 € mit Selbstbeteiligung, bekommt er einen Schutz im AXA VITAL, der muss leider enttäuscht werden. Ist aber auch blöd mit korrekten Zahlen zu arbeiten und dem Leser finale und richtige Zahlen zu präsentieren.

Richtig wäre für den Datenstand 06/2016 also:

  • Monatsbeitrag AXA VITAL 300 U = 359,50 €
  • Monatsbeitrag PremZahn U = 81,80 €
  • Gesetzlicher Zuschlag: 44,13 €
  • Monatsbeitrag KHT/50 = 14,20 €
  • KUR 2,40 €
  • Krankentagegeld T42/ 100 € = 45,50 €
  • = GESAMT: 547,53 €  / AN Anteil: 273,77 € 

Berücksichtigen wir aber bereits bekannte Tarifanpassungen zum 01. Januar, so haben zweit-, dritt oder weiter hinten platzierte Tarife Beitragsgarantien abgegeben. Die AXA wird hingegen deutlich anpassen, wie bereits hier im Blog zu lesen (Link nochmals unten am Ende).

Mit dem 01. 01. 2018 verändert sich der Beitrag daher wie folgt:

  • Monatsbeitrag AXA VITAL 300 U = 467,40 €
  • Monatsbeitrag PremZahn U = 81,80 €
  • Gesetzlicher Zuschlag: 54,92 €
  • Monatsbeitrag KHT/50 = 14,20 €
  • KUR 2,40 €
  • Krankentagegeld T42/ 100 € = 45,50 €
  • = GESAMT: 666,22 € (+ 118,69 €)  / Arbeitnehmeranteil 2018: 343,19 € ( +69,42 € oder +25% )

Betrachten wir also den Gesamtbeitrag (also inkl. PKV) so erwartet den, der heute den Testsieger abschließt, eine Anpassung von 21% oder beziehen wir uns rein auf den Arbeitnehmeranteils dann sogar 25%, obwohl der AG Zuschuss in 2018 nochmals steigt.

–> Arbeitgeberzuschuss und Sozialversicherungswerte 2018 

Focus Money testet die PKV – falsch, unvollständig, unverantwortlich

Halten wir also fest. Gewonnen hat in einem Test ein Testsieger, bei welchem die Kriterien „Mindestanforderungen“ nicht erfüllt sind, für den aber eine Ausnahme gemacht wird und ein Krankenhaustagegeld dazu gebastelt wird und ein Tarif, der Anpassungen von 10-38% bekommen wird zum Januar.

Dazu ist dieses keinesfalls überraschend. Jeder der auch nur einigermaßen mit dem Thema PKV vertraut ist, der kann sich nach den Zahlen selbst ausmalen, der Tarif ist nicht nur zu billig sondern hat gravierende Probleme in der Kalkulation.

Wer mit so einem Testergebnis dann noch herumläuft und damit wirbt, der macht sich mitschuldig. Keineswegs trägt dieser verschobene Test zu einer Aufklärung bei oder bietet überhaupt irgendeine Hilfe, sondern verwirrt und schafft falsche Erwartungen.

Wer also bis hier gelesen hat und jetzt noch so einen Test kauft, liest und auch dann noch danach handelt… Entschuldigung! aber: Selbst schuld!

Alle bisherigen und leider auch eher missglückten Tests des Focus Money finden Sie

HIER IN DER ARTIKELÜBERSICHT zum Focus Money

24.
Oktober '11

Focus Money PKV Test – und mal wieder im Tal der Ahnungslosen


Es ist schon fast wie „täglich grüßt das Murmeltier“. Focus Money testet mal wieder in einer „Testreihe“ die Tarife der privaten Krankenversicherung. In der Ausgabe 39 ging es um „Klassik Tarife“, Ausgabe 41 kannte dann die besten „ausgewogenen Tarife“ und nun geht es um den „TopSchutz“ in der Ausgabe 43. Die Beihilfetarife werden kann in der Ausgabe 47 getestet.

Dumm nur, das man aus dem letzten Focus Money PKV Test nichts, aber auch gar nichts gelernt hat. Aber was soll’s, auch die Wirtschaftswoche konnte es ja vor kurzem nicht ansatzweise besser.

Noch bevor ich den Focus Money in der Hand hatte, hatte ich vom Testsieger ein Mailing „wie gut man bewertet wurde“. Nicht, das der Tarif NK Bonus der Halleschen schlecht wäre, sicher nicht. Ich bin selbst seit 1998 dort versichert und auf meinen Bedarf passt dieser gut. Dennoch sind die Aussagen aus dem Test mal wieder mehr als fragwürdig. Doch schauen wir einmal im Detail in den Test.

Franke und Bornberg, die meiner Meinung nach eine etwas eigenartige Auffassung von Tests haben, stand hier beratend zur Seite. Im einleitenden Text wird zunächst noch einmal auf die Wichtigkeit der Bonität des Anbieters hingewiesen, weiterhin erwähnt wie wichtig eine dauerhafte Bezahlbarkeit der Privaten Krankenversicherung (PKV) doch ist.

Weiterlesen? hier geht’s zum vollständigen Artikel

09.
Mai '11

Ratings und Test – eine echte Hilfe bei der Auswahl der passenden Privaten Krankenversicherung?


Wer kennt das nicht. Gerade wenn man auf der Suche nach einem neuen Produkt ist, werden Zeitschriften gewälzt, Tests und Ratings gelesen und die „Testsieger“ muss man natürlich auch für sich haben. Die Suche nach dem passenden Produkt, gerade bei so komplexen und langlebigen Produkten wie der Privaten Krankenversicherung (PKV), einer Absicherung gegen Berufsunfähigkeit oder der privaten Altersvorsorge ist schwer genug.

Fitch Headquarter New York, Foto: Sven Hennig

Fitch Headquarter New York, Foto: Sven Hennig

Es gibt zig verschiedene Ratingagenturen, Zeitschriften und Testberichte. Dazu kommen noch „Nutzertest“ in Bewertungsportalen im Internet und diverse andere „gut gemeinte Ratschläge.

Warum soll ich denn nicht die Testsieger wählen?

Es ist nicht gesagt, dass die Testsieger nicht gewählt werden sollen. Nur pauschal sich auf einen Testsieger zu verlassen ist falsch. Die Frage ist doch nicht „Wer war Testsieger?“, sondern „Wer passt zu meinem Bedarf am besten!“

Gerade in der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist die Absicherung und der Bedarf so verschieden, dass eine pauschale Aussage nach Testsiegen nur falsch sein kann. Ein Test von Tarifen oder gar der Servicequalität von Unternehmen ist nicht ansatzweise aussagekräftig. Wie soll ein Journalist beurteilen können, was Sie benötigen, welchen Bedarf Sie haben und was Ihnen wichtig ist?

Auch in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist es so, wenn auch nicht ganz so extrem. Die Kriterien in der Berufsunfähigkeitsversicherung sind nicht so umfangreich, aber mindestens genau so wichtig. Anders als bei der Privaten Krankenversicherung (PKV), wo Lücken im Versicherungsschutz noch zu verkraften sind (da sich diese oft nur auf einen Ausschnitt beziehen), bedeutet ein schlechtes Bedingungswerk in der Berufsunfähigkeit schlichtweg keine Rentenzahlung. Merken tuen Sie das leider erst im Leistungsfall, also dann wenn es zu spät ist. Eine Korrektur nicht mehr möglich.

Aber der Versicherer XY ist im Internet schlecht bewertet, warum soll ich mich da versichern?

Stellen Sie sich einen (schwer-)kranken Kunden vor. Schreibt dieser in Internetportalen, dass sein Versicherer schnell und unkompliziert leistet? Im Internet werden vorrangig negativ behaftete Meldungen geschrieben und der Kunde „macht seinem Ärger Luft“ und sucht eine Bestätigung. Leider ist in vielen einigen Fällen noch nicht einmal der Versicherer schuld. Nicht? Wer ist denn schuld?

Der Berater! Gerade in einigen Vertrieben und bei Verkäufern wird der schnelle Verkauf angestrebt. Es wird erzählt wie toll der Schutz in der Privaten Krankenversicherung ist, klar das hier nicht die Nachteile und Einschränkungen aufgezählt werden. Würde ja auch das Ziel des (Verkaufs-)Gespräches kaputt machen und somit den Berater um seine Provision bringen. Was passiert also im Leistungsfall?

Schauen wir uns das am Beispiel eines Autos an. Glauben Sie, Sie wären zufrieden wenn Sie denken würden Sie fahren ein Luxusauto und in Wirklichkeit handelt es sich um einen Kleinwagen? Klar, spätestens bei der ersten Rechnung die der Versicherer (berechtigt) ablehnt kommt der Frust und der Ärger. Das vielleicht noch, wenn der Tarif oder der Versicherer damals Testsieger war, Finanztest den Tarif auf Platz 1 gehoben hat oder Zeitschriften wie Capital, Wirtschaftswoche, Euro, Focus Money oder sonstige einen Testsieger kürten?

Daher betrachten Sie solche Aussagen und „Beschwerden“ in Bewertungsportalen bitte mit der nötigen Distanz und hinterfragen mal die Aussagen. Auch in Internetforen lese ich oft „Mein Versicherer hat Leistung A, B, C abgelehnt und ist daher ja nun schlecht.“ Wenn ich dann hinterfrage in welchem Tarif Versicherungsschutz besteht, dann kommt oftmals die Antwort, die mich dann nachdenklich werden lässt. Die eben noch bemängelte Leistung A, B, C ist schlichtweg nicht versichert. Dumm, wenn der Berater dieses verschwiegen einfach nur vergessen hat.

Bevor Sie also einen Tarif auswählen, besorgen Sie sich entsprechende Informationen, hinterfragen die Leistungen und lesen die Bedingungen. Hilfestellungen finden Sie unter anderem in den folgenden Dokumenten:

Leitfaden zur Berufsunfähigkeit

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung

Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung

Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeit

und natürlich allen weiteren Beiträgen hier im Blog.

15.
März '10

Focus Money PKV Rating (Ausgabe 11/2010)- unsinnig und irreführend – ein Kommentar


Gerade bei der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist es unabdingbar, auf die persönlichen Wünsche und den individuellen Bedarf des Versicherten einzugehen.

Viele Interessenten sind mit Begriffen wie Hilfsmittelkatalog, Geltungsbereich, Wohnsitzverlegung oder gemischten Anstalten heillos überfordert. Oft bedienen sich Interessenten daher Test in Zeitschriften oder aus Online Vergleichen.

Besonderes bedauerlich ist es daher, das hierbei falsche Absicherungen suggeriert werden, so Sven Hennig, Spezialversicherungsmakler für die Private Krankenversicherung und seit mehr als 13 Jahren in der Branche tätig.

Die Zeitschrift Focus Money (Ausgabe 11/2010) hat, so Sven Hennig, einen solchen unsinnigen Test veröffentlicht. Hierbei wird ein vermeintlicher TopSchutz in Aussicht gestellt, auf Leistungslücken und Ausschlüsse aber nicht eingegangen. Der Interessent der sich auf diesen Test verlässt und einen der dort genannten Tarife ohne eingehende Prüfung abschließt, setzt sich teilweise unkalkulierbaren Belastungen aus.

„In dem aktuellen Focus Money (Ausgabe 11/ 2010) geht dieser Unsinn jedoch so weiter. Zunächst einmal ist es sehr löblich, dass man den unwissenden Kunden vor „versteckten Selbstbehalten“ und sonstigen Eigenbeteiligungen schützen will und diese in dem Rating nun in irgendeiner Form nun berücksichtigt.

Die nächsten Absätze des Textes (Seite 75 ff.) klingen jedoch eher wie ein Loblied auf das Analysehaus und das „neue PKV Rating“. So heißt es dort unter anderem: „Erstmals liegt damit ein Krankenversicherungsrating vor, das die Qualität von Krankenvollversicherungen ausschließlich anhand der Bedingungswerke beurteilt und zudem die Auswirkungen der Selbstbehalte auf die Erstattung berücksichtig.“ Weiter erklärt man dem geneigten Leser dann noch, das nur solche Leistungen bewertet werden, auf die der Versicherte einen verbindlichen Anspruch hat.“

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