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27.
August '20

Verdienstausfall in der Quarantäne – wer zahlt und welche Auswirkungen hat es auf meine Krankenversicherung?


Das Thema Corona begleitet uns weiter, ich hatte in der Vergangenheit schon etwas zu Test und anderen COVID 19 Themen hier im Blog geschrieben. Heute geht es aber um ein etwas anderen Thema, den Verdienstausfall bei Quarantäne und die damit zusammenhängenden Folgen für gesetzlich oder privat versicherte Kunden. Ebenfalls schauen wir uns kurz die Frage der Erstattung des Verdienstausfalls im Falle einer angeordneten Quarantäne an.

In diesem Artikel finden Sie daher Informationen zu folgenden Fragen:

  • – Wer zahlt meinen Verdienstausfall als Arbeitnehmer, falls ich in Quarantäne muss? [siehe auch UPDATE]

  • – Wer zahlt meinen Verdienstausfall als Selbstständiger/ Freiberufler, falls ich in Quarantäne muss?

  • – Wie wirken sich die Entschädigungen auf meine Pflichtversicherung als Arbeitnehmer aus?

  • – Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich freiwillig gesetzlich versichert bin?

  • – Werde ich durch eine solche Entschädigung wieder versicherungspflichtig?

  • – Wie werden die Leistungen in Bezug auf die Beitragspflicht bewertet?

Fangen wir also einmal an es etwas genauer anzuschauen. Dazu ist zu beachten, dass elf Bundesländer einen einheitlichen Onlineantrag nutzen, um die Entschädigung bei Quarantäne zu beantragen. Nur die anderen machen eine Ausnahme.

Wer zahlt meinen Verdienstausfall als Arbeitnehmer, falls ich in Quarantäne muss?

[UPDATE 28.08.2020]

NACH AKTUALISIERTEN PLÄNEN DER BUNDESREGIERUNG SOLL ES EINE ÄNDERUNG DES INFEKTIONSSCHUTZGESETZES GEBEN. Hierbei geht es vorrangig darum, „selbstverschuldete“ Quarantäne bei Urlaubsreisen in Risikogebiete nicht mehr bei dem Verdienstausfall zu berücksichtigen. Das ändert aber nichts an angeordnete Quarantäne bei Kontakt mit Personen in Schule, Kita, beruflichen Kontakten oder der eigenen Infektion oder den Verdacht.

Grundlage für eine solche Erstattung des Verdienstausfalls bzw. eine solche Entschädigung ist der Paragraph 56 des Infektionsschutzgesetzes. Dabei heißt es dort:

Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG)
§ 56 Entschädigung
(1) Wer auf Grund dieses Gesetzes als Ausscheider, Ansteckungsverdächtiger, Krankheitsverdächtiger oder als sonstiger Träger von Krankheitserregern im Sinne von § 31 Satz 2 Verboten in der Ausübung seiner bisherigen Erwerbstätigkeit unterliegt oder unterworfen wird und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, erhält eine Entschädigung in Geld. Das Gleiche gilt für Personen, die als Ausscheider, Ansteckungsverdächtige oder Krankheitsverdächtige abgesondert wurden oder werden, bei Ausscheidern jedoch nur, wenn sie andere Schutzmaßnahmen nicht befolgen können. […]

Die Entschädigung wird bei Arbeitnehmern durch den Arbeitgeber als ausführende und auszahlende Stelle geleistet und koordiniert, dieser kann im Anschluss eine entsprechende Erstattung beantragen. Dafür steht für die meisten Bundesländer ein entsprechendes online Portal zur Verfügung.

Als Alternativen zur Onlineantragstellung stehen auf dem Portal auch die Anträge als pdf zur Verfügung.

Wer zahlt meinen Verdienstausfall als Selbstständiger/ Freiberufler, falls ich in Quarantäne muss?

Auch für selbstständig tätige und Freiberufler ist eine entsprechende Entschädigung in dem Infektionsschutzgesetz vorgesehen. Hier zu fehlt natürlich dort der Arbeitgeber, welche die Abwicklung und Antragstellung übernimmt. Dazu muss durch den Selbstständigen selbst ein entsprechender Antrag gestellt werden, um eine solche Erstattung zu bekommen.

Wie wirken sich die Entschädigungen auf meine Pflichtversicherung als Arbeitnehmer aus?

Für den Fall, dass sie als Arbeitnehmer versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse beschäftigt sind und demnach ihr Arbeitgeber die Pflichtbeiträge zur Krankenversicherung abführt, ändert sich (ganz vereinfacht formuliert) für sie nichts.

Sie bleiben auch während der Zeit der Entschädigung ein Pflicht Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse. Ebenso besteht die Pflicht Mitgliedschaft in der Arbeitslosen – und Rentenversicherung weiter fort. Die Bemessungsgrundlage für die Beiträge regelt sich nach dem Paragraphen 57 des Infektionsschutzgesetzes. Die Beiträge für die Sozialversicherung trägt jedoch die Entschädigungsbehörde allein. Ein Abzug von Arbeitnehmeranteilen kommt hierbei nicht in Betracht. Ihr Arbeitgeber hat die Entschädigung für die Dauer des Arbeitsverhältnisses, wo ist es jedoch für sechs Wochen auftragsweise auszuzahlen.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung, wenn ich freiwillig gesetzlich versichert bin?

Sind Sie als Arbeitnehmer (mit einem Einkommen über der Jahres Arbeitsentgeltgrenze) versicherungsfrei, Sie bleiben Sie dieses auch während des Bezuges der Entschädigungsleistung. Dabei ist auch weiterhin unverändert der Höchstbeitrag zur gesetzlichen Kranken – und Pflegeversicherung zu zahlen.

Die Zeiten der Verdienst Ausfall Entschädigung bleiben somit ohne Auswirkungen auf ihren krankenversicherungsrechtlichen Status. Die Beitragsbemessung richtet sich in den ersten sechs Wochen der Entschädigungsleistung nach den bisherigen Grundsätzen.

Führt ihr Arbeitgeber bisher die Beiträge für Sie als Freiwillig Versicherter ab, so tut er das auch weiterhin. Zahlen Sie im Wege der „Selbstzahler Vereinbarung“ die Beiträge an ihre Krankenkasse selbst und direkt, so ergeben sich auch hier keine Unterschiede in der Beitragszahlung.

Kein Arbeitgeberzuschuss bei Quarantäne

ABER ACHTUNG: da sie jedoch eine Entschädigungsleistung und kein Arbeitsentgelt in dieser Zeit bekommen, entfällt die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Leistung eines Arbeitgeberzuschusses nach Paragraph 257 SGB V.

Die vom Versicherten getragenen und gezahlten Beiträge zur Kranken – und Pflegeversicherung werden auf Antrag (die in dieser Stelle muss) ebenfalls durch die Entschädigungsbehörde getragen. Die Grundlage hierfür ist der Paragraph 58 des Infektionsschutzgesetzes.

§ 58 Aufwendungserstattung
Entschädigungsberechtigte im Sinne des § 56 Absatz 1 und 1a, die der Pflichtversicherung in der gesetzlichen Kranken-, Renten- sowie der sozialen Pflegeversicherung nicht unterliegen, haben gegenüber der zuständigen Behörde einen Anspruch auf Erstattung ihrer Aufwendungen für soziale Sicherung in angemessenem Umfang. In den Fällen, in denen sie Netto-Arbeitsentgelt und Arbeitseinkommen aus einer Tätigkeit beziehen, die als Ersatz der verbotenen Tätigkeit ausgeübt wird, mindert sich der Anspruch nach Satz 1 in dem Verhältnis dieses Einkommens zur ungekürzten Entschädigung.

Werde ich durch eine solche Entschädigung wieder versicherungspflichtig?

Nein, denn die Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz stellen kein Arbeitseinkommen dar. Aus diesem Grund ändert sich auch der Status der Versicherungspflicht nach dem fünften Buch des Sozialgesetzbuches nicht. Zu beachten ist hier jedoch, dass eine solche Quarantäne Zeit das Jahres Einkommen verringert und damit das maßgebliche Jahres Einkommen zur Überschreitung der Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) beeinflussen kann.

Wie werden die Leistungen in Bezug auf die Beitragspflicht bewertet?

Für Selbstständige, welche eine Erstattung der Kranken – und Pflegeversicherungsbeiträge durch die Entschädigungsbehörde (nach einer entsprechenden Antragstellung) erhalten, handelt es sich hierbei um einen Ersatz für entstandene Aufwendungen. Das ist wichtig bei der Beurteilung der Einkünfte. Es handelt sich hierbei um eine Einkunftsart, welche keinen Einnahmecharakter besitzt und folglich nicht der Beitragspflicht im Sinne des Paragraphen 240 SGB V unterliegt.

Anders sieht es mit der Entschädigungsleistung selbst aus. Diese wird im Rahmen der endgültigen Beitragsfestsetzung nach Paragraph 240 SGB V Für die betroffenen Mitglieder berücksichtigt. Beitragsrechtlich ist die Entschädigungsleistung, die sich an dem Arbeitseinkommen aus der entschädigungspflichtigen Tätigkeit bemisst, ebenfalls wie solche Einkünfte zu behandeln.

Ungeachtet dessen, wann das Geld tatsächlich fließt, ist es dem Kalenderjahr 2020 zuzuordnen, wenn die Entschädigung für einen Zeitraum in diesem Jahr gezahlt wird.

18.
Juli '20

Lufthansa Rückholgarantie – „Bring me Home – rundum sorglos“ – Risiken und Nebenwirkungen


Eigentlich geht es hier vorrangig um Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherungen und das seit fast 20 Jahren. Doch heute möchte ich, auch weil es mehrfach gefragt wurde, eine andere Versicherung etwas genauer anschauen. Versicherungsbedingungen sind eben auch recht gleich und wenn man weiß wo man hinschauen muss, ist so etwas auch am Ende schnell gelesen.

Bevor Sie sich also auf das „Bring me Home – Rundum Sorglos“ Paket verlassen, schauen Sie sich die Bedingungen und die Beschränkungen an. Was genau dahinter steckt und ob bzw. was Ihnen diese Absicherung im Fall der Fälle wirklich bringt, dazu hier eine kurze Zusammenfassung.

Was ist die „Lufthansa Rückholgarantie“ eigentlich?

Es ist ein Produkt aus der Not heraus. In den aktuellen Corona Zeiten zahlt sonst der große Teil der normalen und zu anderen Zeiten üblichen Versicherungen nicht. In der Vergangenheit hatte ich bereits zu Versicherungen und Corona hier einige Beiträge verfasst und dringend von dem Vortäuschen falscher Atteste etc. abgeraten.

–> Alle Beiträge zu Versicherungen und Corona

Die Lufthansa hat sich nun, zusammen mit dem Versicherungspartner AXA zusammengetan und gemeinsam mit dem eigenen Versicherungsdienst Albatros ein Produkt entwickelt und entworfen, welches es so am Markt nicht gibt.

Damit sind wir auch schon bei einem entscheidenden Vorteil. Es ist eine Absicherung, welche Sie so sonst nicht bekommen und eine, für die Sie keine extra Prämie zahlen müssen. Der Preis dafür ist einfach im Ticket enthalten bzw. wird von der Lufthansa im Rahmen eines Gruppenvertrages übernommen.

  • – Sie schließen nichts extra ab

  • – Sie sind versichert, aber nicht Versicherungsnehmer (das ist Lufthansa)

  • – Sie machen Ihre Leistung aber direkt beim Versicherer geltend

  • – eine Prämie zahlen Sie dafür nicht extra

Wer ist durch die „Lufthansa Rückholgarantie“ versichert?

In den aktuellen Bedingungen sind die Zeiten, in welcher das Ticket gekauft / gebucht werden muss klar definiert. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich diese nochmal verlängern und so auch für Buchungen nach dem Zeitraum Versicherungsschutz gelten kann.

 

Aktuell müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden, wie dieser Schutz auch für Sie gilt

  • Buchung muss in dem Zeitraum 25.06.20 bis 31.08.2020 erfolgen

  • – es muss sich lt. Bedingungen um ein Classic- oder Flexticket handeln

  • – es gilt nur für Lufthansa Flüge von/nach Deutschland, Swiss Flüge von/ in die Schweiz, Austrian Flüge von/nach Östereich

  • – andere Konzerngesellschaften (Eurowings zum Beispiel) gelten nicht

  • – ob ein CodeShare Flug (also Lufthansa Buchung, durchgeführt durch andere Airlines wie Swiss, Eurowings etc) gilt ist nicht klar geregelt (wobei es online auch dort angezeigt wurde)

Was ist durch die „Lufthansa Rückholgarantie“ versichert?

Zunächst eines ganz deutlich vorab. Diese Rückhilgarantie deckt NICHT die medizinischen Kosten, welche im Ausland entstehen können. Hierzu bedarf es einer Auslandskrankenversicherung, die zudem auch Pandemie und dergleichen nicht ausschließen darf. Davon gibt es am Markt unzählige. Schauen Sie sich auch hier die Bedingungen an. Ein Beispiel ist die HALLESCHE KOLUMBUS, welche Sie im Onlinerechner selbst berechnen können.

Doch was versichert die Lufthansa bzw. die Axa dann? Schauen wir uns einmal den Versicherungsumfang genauer an.

Versichert ist unter anderem:

A.) Rücktransport

  • – medizinische Rückholung aus dem Ausland bei Corona (COVID-19) Erkrankung (Quelle: 1.3.1 der Bedingungen)

  • – medizinische Rückholung bei anderen Erkrankungen oder Unfällen (Quelle: 1.3.1 der Bedingungen)

  • – der Rücktransport muss MEDIZINISCH NOTWENDIG und ÄRZTLICH ANGEORDNET SEIN

  • – Übernahme der Überführungskosten (oder bis zu deren Höhe die Bestattung vor Ort)

B.) Urlaubsgarantie

Spannend ist schon hier das Wort, denn damit sind diese Leistungen für nicht Urlaubsreisen per se ausgeschlossen, obwohl die Rücktransportgarantie auch dafür gelten kann.

Hierbei geht es um ganz andere Versicherte Ereignisse, also das was passieren muss, damit man eine Leistung bekommt. Diese kann ausgelöst werden (Quelle hier 2.2 der Bedingungen) durch:

  • offizielles Messen der Körpertemperatur am Ankunftsort und auffälligen Werten

  • – Infektion des Reisenden VOR Reisebeginn mit COVID 19

  • – behördlich angeordnete Quarantäne der versicherten Person im ZIELLAND (bitte Beschränkungen beachten)

  • – Lockdown im REISELAND, falls der Reisende schon DA IST und nicht zurückreisen kann

  • – versicherte Person ist nicht reisefähig (2.2.5 zu den Details nachlesen)

  • – Schaden am Eigentum, Erkrankung Angehöriger etc. genau dort nachlesen (2.2.5) Hier wird dann die Rückreise, richtigerweise deren Mehrkosten erstattet, wenn es eines dieser Ereignisse war.

Was wird in diesen Fällen geleistet?

  • max. 250 € für notwendige Mehrkosten im Reiseland für Taxi, Bahn etc.

  • UMBUCHUNGSGEBÜHREN BIS MAX 50 EUR

  • wenn binnen 72 Std. kein Flug mit Lufthansa (Gruppe) möglich, dann max. 500 € für Fremdairlines

  • verlängerte Unterbringung bei Quarantäne – maximal 250 € pro Nacht (aber nicht höhenwertig als bisher gebucht) und max. 14 Tage

  • Erstattung NICHT genutzter Unterkünfte aufgrund von Quarantäne bis max. 250 € pro Nacht max. 14 Tage

  • Erstattung von EVENTS, Konzerten etc. wenn diese STATTGEFUNDEN haben, aber nicht besucht werden konnten, max. 200 €

C.) Assistance und Telemedizin

  • – telemedizinische Beratung via App oder Telefon (keine Behandlung)

  • – Beratung zu Reiseimpfungen, Apothekenstandorten und dergleichen

Was ist nicht versichert oder beschränkt?

zu A.) Rücktransport

Wie üblich sind verschiedene Punkte ausgeschlossen und nicht versichert.

  • – keine Leistungspflicht bei Vorerkrankungen die BEI REISEANTRITT(nicht bei Buchung) bekannt waren (Quelle: 1.4.1 der Bedingungen) Dabei geht es um solche, die während der letztren 12 Monate stationär behandelt wurden, wo es noch keine Testergebnisse gibt oder angeratene/ erwartete Untersuchungen und Behandlungen. Auch die Erkrankungen, welche in den letzten drei Jahren begannen Medikamente erforderlich zu machen oder bei denen sich die EINNAHME geändert hat, sind nicht versichert.

  • – Diese Formulierung hier in 1.4.1. c.) ist deshalb „gemein“, weil sich Medikationen bei Patienten nun mal ändern. Nehmen Sie nur solche, die an Bluthochdruck leiden oder andere dauerhafte/ chronische Erkrankungen haben. Ändert(e) sich die Medikation in den letzten 3 Monaten, so sind diese Krankheiten ausgeschlossen.

  • ausgeschlossen ist auch alles, was „alle zwölf Monate oder häufiger“ eine medizinische, chirurgische oder psychiatrische Untersuchung benötigt oder unheilbar bzw. chronisch ist. (Quelle: 1.4.1, Punkte d.) und e.) der Bedingungen)

Jetzt kommt zudem ein recht spannender Teil. In den Bedingungen unter Punkt 1.4.5. werden die Versicherungsleistungen für alle Ländern ausgeschlossen, in denen das Auswärtige Amt eine Reisewarnung zum Zeitpunkt der Reise ausgesprochen hat.

Weitere Beschränkungen:

  • Reisen maximal 90 Tage (Verlängerung nur, wenn med. Gründe gegen Rückreise sprechen) (Quelle: 1.2. der Bedingungen)

  • sobald transportfähig MUSS gereist werden. Widerspricht der Versicherte (und will sich erst weiter erholen), endet der Schutz sofort (Quelle: 1.3.2, Punkt d.) der Bedingungen)

  • Maximal werden hier 100.000 € als maximale Entschädigungssumme geleistet.

Wer sich schon einmal mit einem Intensivtransport beschäftigt hat, der kann hier gut die Risiken erkennen. Klar kann und wird das in vielen Fällen reichen, Sie sollten aber die Grenzen kennen.

zu B.) Urlaubsgarantie

Das Wichtigste Vorab. JEDE LEISTUNG ist VORAB abzustimmen, sonst wird diese nicht geleistet. (2.3.1.) Dabei wissen wir alle um die Situation bei Hotlines und gerade in Notsituationen mit vielen betroffenen. Aus diesem Grund wäre eine Einschränkung „wenn x Mal nicht durchgekommen nach x Min. Wartezeit“ schön gewesen. Gezahlt wird aber dann unter anderem für:

  • – max. 250 € für notwendige Mehrkosten im Reiseland für Taxi, Bahn etc.

  • – UMBUCHUNGSGEBÜHREN BIS MAX 50 EUR

  • – wenn binnen 72 Std. kein Flug mit Lufthansa (Gruppe) möglich, dann max. 500 € für Fremdairlines

  • – verlängerte Unterbringung bei Quarantäne – maximal 250 € pro Nacht (aber nicht höhenwertig als bisher gebucht) und max. 14 Tage

  • – Erstattung NICHT genutzter Unterkünfte aufgrund von Quarantäne bis max. 250 € pro Nacht max. 14 Tage

  • – Erstattung von EVENTS etc. wenn diese STATTGEFUNDEN haben, aber nicht besucht werden konnten, max. 200 €

  • – Quarantäne die FÜR ALLE GILT, ist nicht versichert. Nur wenn individuell festgelegt

  • – kein Schutz, wenn es eine staatlich geplante Rückholaktion gibt (auch nicht die Kosten dafür dann)

  • – maximal werden 3.500 € pro Reise erstattet und diese Grenze gilt laut 2.3.8. PRO REISE.

  • -Wer gemeinsam reist und jeder diese LH Garantie nutzt, der hat dennoch nur die 3.500 €

Was tun im Schadenfall?

Zuerst einmal, klären Sie alles was medizinisch notwenig ist. Alles andere ist „nur Geld“, Gesundheit geht vor. Direkt als zweiten Schritt sollten Sie sich aber dann um die Meldung des Schadens an die Versicherung bzw. Lufthansa kümmern. Beachten Sie bitte auch, eine Meldung an der normalen Lufthansa Hotline ist nicht möglich. Der Schaden muss zwingend bei der Axa als Partner gemeldet werden. Hierzu stehen Ihnen folgende Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung:

Beauftragt mit der Abwicklung der Assistance- und Versicherungsleistungen sind:

AXA Assistance Deutschland GmbH, Colonia-Allee 10-20, 51067 Köln

und

Inter Partner Assistance Service GmbH, Große Scharrnstraße 36, 15230 Frankfurt (Oder)

Um diese Leistungen in Anspruch zu nehmen wenden Sie sich bitte direkt an folgende

Hotline: ​+49 221 80247 1869

E-Mail Adresse Assistance: ​BMH_Assistance@axa-assistance.de

E-Mail Adresse Schaden: ​BMH_Schaden@axa-assistance.de

Fazit zur Lufthansa Bring-me-home „Versicherung“

Zuerst einmal sei nochmals erwähnt, es geht um eine kostenlose Versicherung die die Lufthansa für die Reisenden abschließt und welche immer „besser als nix“ ist. Dennoch enthält die Absicherung viele Verpflichtungen und Obliegenheiten, an welche sich die Kunden halten müssen. Die wichtigste ist im Wesentlichen: Was nicht vorher abgesprochen ist, zahlen wir auch nicht.

Dieses und dann besonders die Ausschlüsse, sollten Sie sich genau vor Augen führen und verinnerlichen. Prüfen Sie außerdem genau und sorgfältig, ob Sie generell überhaupt Versicherungsschutz haben oder dieser nicht aufgrund von Vorerkrankungen ausgeschlossen ist.

Einige Punkte sind ziemlich „gemein“ und undeutlich formuliert. So ist auch der folgende Satz fast ein Freifahrtschein.

„2.4.6. (…) Wenn eine Leistung aber aufgrund lokaler Umstände nicht erbracht werden kann, entfällt unsere Leistungspflicht“

Eine Formulierung die man sehr „ziehen kann“. Was ist, wenn es gerade in der Stadt /Region/ Bundesstaat kein Hotel gibt, in anderen angrenzenden Regionen schon. Ist die AXA dann Leistungsfrei oder muss diese auch dann nicht zahlen? Auch die Formulierung zum medizinisch notwenigen Rücktransport (unter Punkt III. Definitionen erläutert) ist spannend. Dort heißt es:

„Eine Rückführung ist dann medizinisch notwendig, wenn am Reiseort eine ärztliche Unterversorgung besteht. Eine ärztliche Unterversorgung bedeutet, dass die medizinische Versorgung vor Ort nicht dem Standard in Deutschland bzw. dem Standard im Land des Wohnsitzes der versicherten Person entspricht. Das Urteil über eine Unterversorgung obliegt unserem medizinischen Personal.“

In nahezu allen europäischen Ländern dürfte eine Unterversorgung nicht vorhanden sein. Ein Bezug auf die akute Lage (wie in Italien oder Spanien) vermisse ich hier in den Bedingungen explizit und so könnte man (wenn man nicht zahlen will) sich hierauf zurückziehen.

Insgesamt hat die Lufthansa hier ein (fast einmaliges) Produkt kreiert und bietet einen Mehrwert in bestimmten Fällen. Klar hat das auch den Anreiz, wieder eher bei Lufthansa zu buchen. Von einem „RUNDUM SORGLOS PAKET“ ist es aber – realistisch betrachtet – weit entfernt.

Ergänzende Unterlagen:

16.
März '20

Corona Virus und wann die Auslandsversicherung nicht (oder vielleicht doch) zahlt – DAS sollten Sie wissen


In diversen Reiseforen wird derzeit das Thema Auslandsversicherung heftig diskutiert und leider kommen dort mehr Halbwahrheiten und Vermutungen. Zunächst einmal sei eines klar. Ich habe weder die Absicht jemandem Angst zu machen oder den Urlaub zu verderben, dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass man Beschränkungen und Einschlüsse aus den Versicherungen kennen muss und sollte. Zur Wahrheit gehören auch Aussagen wann der Versicherer nicht leisten kann, muss und wird und welche Kostenrisiken bei Quarantäne und weiteren Leistungsszenerien drohen.

Zudem sollte jemand mit solchen Aussagen wie dieser

um die Ecke kommen, machen Sie sich bitte eines klar. Auch in Callcentern bei Versicherern herrscht Unsicherheit in einer solchen- bisher in der Form nie da gewesenen Situation. Maßgebend ist – wie immer bei Versicherungen – nur das, was in den Bedingungen geregelt ist. Das und nur das ist Vertragsbestandteil.

Ob jetzt am Telefonat jemand auf eine – teilweise unpräzise gestellte – Frage auch noch unpräzise antwortet ist völlig egal. So sieht es aktuell auch bei dem Thema Corona und der Auslandskrankenversicherung aus.

Stimmt das? „Meine Auslandskrankenversicherung zahlt bei Behandlungen durch den Corona Virus.“

Diese Aussage bekommen einige an der Hotline der Versicherer und diese ist auch so korrekt, ABER:

Es gelten eine ganze Reihe von Ein- und Beschränkungen und Sie sollten wissen wie Sie fragen, um dann auch eine richtige und passende Antwort zu ermöglichen. In einigen Beispielen nehmen wir hier Szenerien an und schauen und dabei an wie und ob der Versicherer leisten muss.

1.) Es handelt sich nach WHO Angaben um eine Pandemie

Damit haben wir schon den ersten und ganz wichtigen Punkt. Im Bereich der Reiseversicherungen gibt es eine Reihe von Unternehmen, welche die PANDEMIE nicht explizit ausgeschlossen haben. Ist dem so, dann ist diese erstmal grundsätzlich auch versichert. Dazu schauen Sie bitte in die zugehörigen Versicherungsbedingungen Ihres Vertrages und suchen sich dort den Punkt Ausschlüsse.

Bei einigen Versicherern ist es zudem auch noch von Produkt zu Produkt und von Land zu Land unterschiedlich. So finden sich in der in Deutschland abzuschließenden Auslandsreisekrankenversicherung die Ausschlüsse für eine Pandemie nicht, bei dem Abschluss im Nachbarland Österreich hingegen schon. Ich schreibe das hier bewusst mit, da es einige Leser von dort gibt. (Link zu den Bedingungen)

„Welche Einschränkungen des Versicherungsschutzes sind zu beachten?

Soweit im Besonderen Teil nicht anders geregelt, wird Versicherungsschutz nicht gewährt für Schäden durch Epidemien, Pandemien, Krieg, Bürgerkrieg, kriegsähnliche Ereignisse, innere Unruhen, Streik, ionisierende Strahlen im Sinne des Strahlenschutzgesetzes in der jeweils geltenden Fassung, Kernenergie, Beschlagnahmung, Entziehung oder sonstige Eingriffe von hoher Hand.

In Deutschland findet sich bei einigen Unternehmen ebenso ein entsprechender Ausschluss für die Pandemie. Hier ist es ratsam genau in die Ausschlüsse zu schauen.

Beispiel – Auslandskrankenversicherung der COSMOS DIREKT

8 Ausschlüsse

8.1 Nicht versichert sind Schäden durch Krieg, Bürgerkrieg und kriegsähnliche Ereignisse sowie durch innere Unruhen, Pandemien, Kernenergie oder sonstige ionisierende Strahlung, Streik und andere Arbeitskampfmaßnahmen, Beschlagnahme und sonstige Eingriffe von hoher Hand.

Ganz vereinfacht heißt das also erst einmal, wenn ein solcher Ausschluss in den Bedingungen steht, dann wird hier auch keine Leistung erfolgen. Damit sind alle weiteren Fragen zu „zahlt die denn im Ausland“ obsolet.

Beispiel 2: ADAC Auslandskrankenversicherung

Hier findet sich der Pandemieausschluss nicht. Dort findet sich aber ein anderer interessanter Passus, den werden wir im weiteren Verlauf noch genauer anschauen.

Teil 3: Allgemeine Leistungsausschlüsse Kein Versicherungsschutz besteht

für alle während einer Pflegebedüftigkeit oder Verwahrung anfallenden Behandlungs- oder Unterbringungskosten;

Wie aber auch geschrieben, ist es nicht bei allen Unternehmen so und so finden sich auch Auslandspolicen, welche die Pandemie nicht pauschal ausschließen. Wer nun aber pauschal meint „Hurra, dann bin ich ja sicher“, der hat sich arg getäuscht. Daher nun zu konkreten Leistungsfällen im Ausland.

2.) Ich muss im Ausland mit Corona Virus (Symptomen) zum Arzt

Nehmen wir also an, Sie sind vor einigen Wochen ins Ausland gereist und haben jetzt Angst sich angesteckt zu haben. Sie haben weiter die typischen Symptome einer Corona Infektion und gehen vor Ort zu einem Arzt. Dieser behandelt Sie zunächst.

Die Kosten für die Behandlung werden bei den meisten Versicherern hier ohne große Probleme erstattet werden, es sei denn es greift der Ausschluss Pandemie, welchen wir bereits zu Beginn des Artikels genauer betrachtet haben. Heißt also, Sie bekommen vom Arzt eine Rechnung über die Behandlung und verlassen die Arztpraxis, um in die häusliche Quarantäne zurückzukehren.

Merke! Arztkosten für die ambulante Corona Behandlung sind versichert (wenn nicht Pandemie ausgeschlossen wurde)

(mehr …)

10.
März '20

Reiseversicherung und Corona: „Dann lass Dich doch einfach krankschreiben“ ist ein sehr gefährlicher Rat und richtet mehr Schaden an


In Zeiten von Corona und Einreisebeschränkungen sehen viele leider auch Ihren Urlaub oder andere Reisen dahin gehen. Diese finden nicht statt und nicht immer ist eine Stornierung möglich. Klar, findet der Flug nicht statt, so erhaltet Ihr auch Geld zurück. Aber wer nur aus Angst nicht fliegen mag, der hat eher schlechte Karten.

Nun aber kommen recht eigenwillige Tipps und auch einige Ärzte sind da nicht wirklich „zimperlich“, schließlich ist ein zufriedener Patient ein guter Patient. Warum das aber schnell nach hinten losgehen kann und eine große Gefahr für andere Versicherungen sein kann, das schauen wir uns hier einmal genauer an.

Zuerst noch der Hinweis, wann welche Reiseversicherung überhaupt zahlt und was es bei Reiserücktritt-, Reiseabbruch- oder Auslandskrankenversicherung zu beachten gilt.

Wann zahlt welche meiner Reiseversicherungen bei Corona und den Folgen?

Kann ich eine Versicherung gegen Reiseausfall durch Corona abschließen?

Nein. Warum nicht? Was glauben Sie, was sollte so eine Versicherung kosten? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Police (wenn Sie heute denn neu aufgelegt würde) kostet? Wären Sie bereit bei einer Reise von 2.000 € schnell einmal 1.000 € für eine Versicherung auszugeben?

Es ist wie immer eine Frage des Risikos und der Kalkulierbarkeit. So und genau so funktionieren Versicherungen nun einmal. Auch wenn und ein Anbieter mit einem neuen Zahnschutz „auch wenn es zu spät ist“ einreden möchte, diese Regel gelte nicht mehr.

Nun ist die Frage und Sorge des Reisenden hier durchaus berechtigt, wer zahlt es denn?

Ganz simpel: Keiner, es sei denn es sind buchbare und flexible Raten. Bei Flügen sieht das etwas anders aus, hier findet sich in meinem Reiseblog aber der passendere Platz das zu erklären.

Was die American Express Karte nun zahlt, das lässt sich dort in den Versicherungsbedingungen der Goldkarte oder auch der Platinum nachlesen.

Ganz gefährlicher Rat: „Dann lass Dich doch einfach krankschreiben“

Doch gerade wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, dann werden Menschen leider kreativ und manchmal auch ohne die Folgen zu bedenken. So kommt (hier noch nicht ganz so deutlich formuliert, in vielen Foren einfach deutlicher und direkter) schnell einmal der Rat, sich doch einfach krank schreiben zu lassen.

Dem Arzt Beschwerden vortäuschen

So ist man halt krank, dazu gibt es schnell eine Krankschreibung und am Ende kann der Versicherer es ja eh nicht kontrollieren und der Arzt? „Ach, denn kenne ich schon ewig, der macht das schon.“

Der Tipp „Krankheit mit einem Attest nachweisen“ zieht dann meist eine Kette von Reaktionen nach sich. Am Ende gibt es zwei Varianten. Eine, in der der Arzt gar nichts dafür kann. Hier täuscht der Patient Beschwerden vor, schildert Schmerzen oder Einschränkungen und gaukelt dem Arzt damit etwas Ernstes vor. Klar wird der Arzt dann, je nachdem wie gut sich einzelne Beschwerden verifizieren lassen, Medikamente verschreiben und die Behandlung beginnen. Dazu folgt dann ein Attest mit der Diagnose.

Hier ist einzig und allein der Patient der-/diejenige, der etwas Unrechtmäßiges und Falsches tut.

Mit dem Arzt „gemeinsame Sache machen“

Schlimmer ist noch eine andere Variante, welche leider auch oft genug praktiziert wird. Der Arzt wird „eingeweiht“ und soll helfen, schließlich sind doch tausende Euro für die Reise bezahlt und irgendwie muss man das doch wieder bekommen.

Leider gibt es dann (wenige) Ärzte, welche sich hier „bequatschen lassen“ und dem Patienten ein Gefälligkeitsattest ausfüllen. Ein harmloser Magen-Darm-Infekt, der zu Reiseunfähigkeit führt, der mag hier noch die harmlose Variante sein.

Doch schließlich möchte man ja, dass die Versicherung auch zahlt und da muss schon etwas Handfestes her. Gern genommen sind also immer wieder:

  • starke Rückenbeschwerden

  • HWS-/BWS Blockade

oder noch schlimmer:

  • stressbedingte Überlastung

  • psychische (so genannte F-) Diagnosen

  • psychosomatische Beschwerden

Diese Diagnosen führen dann – so meinen die Beteiligten – sicher zu einer Zahlung durch die Reiserücktrittsversicherung und so hat man dann die Kosten der Reise wieder erstattet bekommen. Am nächsten Stammtisch oder bei Kaffee und Kuchen wird sich dann noch damit gerühmt.

1.) Es ist VersicherungsBETRUG

Das heißt aus, es ist nicht nur strafbar, sondern schadet allen. Klar haben Sie in der Vergangenheit viel Geld für die Versicherung selbst oder aber für die Kreditkarte bezahlt, irgendwie „muss das ja wieder rauskommen“.

Egal ob Patient, oder gar Arzt- und Patient, es handelt sich hier um einen klaren Fall von Betrug.

2.) Der große Schaden kommt erst noch

Der Arzt rechnet natürlich ab. Also findet sich in Ihrer Krankenakte oder auch auf der Rechnung (wenn privat versichert) schon einmal eine Diagnose. Diese ist da, bleibt da und bekommt man so auch nicht wieder raus.

Bei jedem neuen Antrag auf Krankenversicherung, Zusatzprodukte, Berufsunfähigkeits (mehr …)

06.
März '20

Zahlt meine Reiserücktritts-/ Abbruch oder Auslandsreisekrankenversicherung bei dem Corona Virus?


Eine Frage, oder besser viele, die ich wohl über einhundert Mal in den letzten Tagen und Wochen gehört habe. Sowohl hier bei der PKV als Makler, aber auch im Reiseblog. Leider scheinen auch einige Mitarbeiter an Hotlines bei Versicherern etwas überfordert oder überfragt und daher fasse ich hier einmal die wichtigen Fragen zusammen.

Kleiner Hinweis: Ich schreibe sonst hier in der „Sie-Form“, im Reiseblog aber in der „Du Form“. Diesmal habe ich mich aufgrund des Themas auch hier für das Du entschieden, ich hoffe das ist für alle in Ordnung.

Generell solltet Ihr auch wenig auf telefonische Aussagen vertrauen, alles was Euch nicht schriftlich und in Bezug auf Euren speziellen Vertrag vorliegt, bringt Euch im Fall der Fälle wenig.

Diese Informationen hier beziehen sich im Wesentlichen auf alle Reise-Kranken- oder Reiseversicherungen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese separat abgeschlossen, im Reisebüro gekauft oder in einer Kreditkarte enthalten sind.

Damit es nicht gleich wieder heißt „die bösen Versicherer wollen ja bloß nicht zahlen“. Versicherungen sind dazu da, individuelle Schäden auszugleichen und zudem müssen diese kalkulierbar bleiben. Daher gelten hier die im Vertrag enthaltenen Bedingungen und Vorgaben und diese Regeln auch hier die Leistung.

Schauen wir uns also hier in diesem Beitrag einmal mehrere Szenarien an. Folgende Fälle wollen wir uns ganz speziell anschauen.

1.) Ihr seid in Deutschland an einer Corona Infektion erkrankt und könnt daher Eure Reise nicht antreten.

2.) Darf ich wegen Angst vor dem Virus oder der theoretischen Gefahr einer Ansteckung die Reise stornieren?

3.) Es gibt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, muss die Versicherung nun zahlen?

4.) Ich muss in Quarantäne, bin aber selbst NICHT erkrankt. Zahlt meine Reiseversicherung die (Mehr-)kosten?

5.) Ich erkranke im Ausland, besteht – auch bei Pandemie – Versicherungsschutz?

6.) Meine Auslandskrankenversicherung gilt nur für 42 Tage, was passiert, wenn ich länger dort bleiben muss?

7.) Besteht Versicherungsschutz wenn ich in Risikogebiete (z.Bsp. Wuhan) reise?

8.) Welche Ereignisse sind denn überhaupt versichert?

1.) Ihr seid in Deutschland an einer Corona Infektion erkrankt und könnt daher Eure Reise nicht antreten.

Auslandsreisekrankenversicherung: muss NICHT leisten, da Ihr Euch noch in Deutschland befindet. Die Leistung beginnt hier erst mit Grenzübertritt. Für Krankheitskosten hier kommt Eure gesetzliche Krankenkasse oder private Krankenversicherung auf.

Auch für den TEST auf CORONA, dazu habe ich HIER GESTERN ETWAS GESCHRIEBEN

Reiserücktrittsversicherung: JA, LEISTET, wenn der Versicherungsnehmer oder eine mitversicherte Person die Reise nicht antreten kann (weil krank, nicht wenn „nur“ in Quarantäne- siehe weiter unten). Hierbei sind die versicherten Personen und die Voraussetzungen (z.Bsp. Reise muss mit der Kreditkarte bezahlt sein, die auch die Versicherung bietet, bezahlt sein) zu erfüllen. Nur dann besteht Versicherungsschutz.

Reiseabbruchversicherung: Bei Auslandsreisen NEIN, da hier die Reise erst begonnen haben muss, um diese abzubrechen. Ist es eine in Deutschland stattfindende Reise und erkrankt Ihr zum Beispiel beim Skiurlaub, dann besteht hier auch Versicherungsschutz nach den zum Vertrag enthaltenen Vorgaben. So kann eine verspätete Rückreise, eine frühere Rückreise etc. versichert sein.

2.) Darf ich wegen Angst vor dem Virus oder der theoretischen Gefahr einer Ansteckung die Reise stornieren?

Klar darf man. Aber der Veranstalter, die Fluggesellschaft oder das Hotel und andere Leistungsträger dürfen dann Stornokosten berechnen, wie diese im Vertrag geregelt sind. Viele Fluggesellschaften und einige Hotels und Veranstalter haben aber Sonderregelungen geschaffen.

Mit der Versicherung hat das dann aber nichts zu tun.

3.) Es gibt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, muss die Versicherung nun zahlen?

Nein. Eine Reisewarnung ist in der Reisekrankenversicherung, aber auch bei Reiseabbruch oder Rücktritt kein versichertes Ereignis. Reiseveranstalter hingegen haben in Ihren Geschäftsbedingungen für Pauschalreisen Rücktritts- / Stornierungsklauseln, wenn es sich um eine vollständige Reisewarnung (keine Teilreisewarnung) des Auswärtigen Amtes handelt. Diese gibt es aber aktuell aufgrund von Corona nicht.

Zudem sind noch besondere Bedingungen zu beachten, wenn Sie bereits im Ausland sind und dann eine Reisewarnung ausgesprochen wird.

Viele Tarife enthalten eine Regelung wie diese:

„Befindet sich eine versicherte Person zum Zeitpunkt der Bekanntgabe einer Reisewarnung vor Ort, endet der Versicherungsschutz 14 Tage nach Bekanntgabe der Reisewarnung. Der Versicherungsschutz besteht trotz der Reisewarnung fort, wenn sich die Beendigung der Reise aus Gründen verzögert, welche die versicherte Person nicht zu vertreten hat.“

Zudem kann der Versicherungsschutz auch für die Reiseabbruchversicherung von Beginn an entfallen, wenn es bereits bei EINREISE eine Reisewarnung gab. (mehr …)