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03.
Juli '19

Condor mit neuer Berufsunfähigkeitsversicherung (9T07) ab 01. Juli 2019 – eine Blick in die Bedingungen


Die Condor Lebensversicherung bietet schon bisher eine eigenständige BU (SBU) und eine BUZ (als Kombi zu Lebens- und Rentenversicherungen) an. Die Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung wurden nun zum 01. Juli 2019 verbessert und warten mit einigen durchaus interessanten Formulierungen aus. Wie sich diese auswirken, wer davon profitiert und ob Bestandskunden ebenfalls in den Genuss der verbesserten Regeln kommen, das lesen Sie hier.

Von der grundsätzlichen Produktstruktur wird die neue Berufsunfähigkeitsversicherung als Comfort und Einstiegsvariante angeboten, welche sich in der Zielgruppe und den Erweiterungsmöglichkeiten unterscheiden. Zunächst schauen wir uns hierbei die „normale“, also die Comfort Variante an. Das ist insbesondere dann von Bedeutung, da diese das zukünftige Niveau des Versicherungsschutzes besteht, während die Einstiegsvariante eher eine (prämienreduzierende) Option zu Beginn ist.

Zielgruppe der neuen Condor SBU Comfort

Die Condor spricht mit dem neuen Bedingungswerk der Berufsunfähigkeitsversicherung eine große Gruppe an Personen an. Dabei soll hier auch ein späterer Wechsel in die Beamtenlaufbahn oder ein Schritt in die Selbstständigkeit so abgesichert sein, dass es keinen Bedarf eines (dann vielleicht schwierigen) Anbieterwechsels geben muss.

  • – Angestellte und Arbeiter
  • – Beamte (Lebenszeit, Widerruf, Probe)
  • – Schüler und Studenten (ggf. mit der Einsteigervariante)
  • – Hausfrauen

Einstiegsvariante mit Startphase

In der angewandelten Einstiegsvariante der Start BU, bietet die Condor eine entsprechende Reduzierung der Beiträge (bis zu 60% in einigen Berufsgruppen) in den ersten Jahren. Dabei lassen sich hier, angepasst an die eigene Situation, Startphasen von zwei bis zehn Jahren vereinbaren. In dieser Phase liegt der Fokus auf einem deutlich reduzierten Beitrag, um den Schutz dort bezahlbar zu halten.

Ändern sich die Lebenspläne oder verlängert sich die Ausbildung, so kann diese Phase individuell angepasst werden, in Paragraph 6, Abs. 10. heißt es dazu:

Sie haben das Recht, nach einem Versicherungsjahr die Startphase zu verkürzen. Dies ist jeweils zum nächsten Versicherungsjahrestag möglich. Möchten Sie die Startphase verkürzen, wenden Sie sich an uns. Wir teilen Ihnen dann die neuen Beiträge mit.

Nur das erste Versicherungsjahr ist fest definiert, danach kann die Startphase jederzeit beendet werden, es gelten dann natürlich die höheren Beiträge. Durch ein früheres Ende der Phase, verringern sich die danach dauerhaft anfallenden Beiträge.

Rechte zur Nachversicherung (also einer Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung bei bestimmten Ereignissen) bestehen auch bereits während dieser Einstiegsphase mit. So lassen sich z.Bsp. die Geburt eines Kindes auch hier zur Erhöhung nutzen, ebenfalls berufliche Veränderungen, welche eine Erhöhung auslösen (können).

Bedingungsaussagen der neuen Comfort BU

Mit dem neuen Bedingungswerk der Condor hat diese einige Formulierungen und Verbesserungen eingeführt, die das bestehende BU Produkt noch etwas aufwerten. Einen besseren Überblick bekommen wir, wenn wir uns einige dieser Aussagen einmal etwas genauer anschauen. Es finden sich in dem Bedingungswerk (§2) unterschiedliche Definitionen, welche eine Leistungspflicht auslösen.

Was ist denn Berufsunfähigkeit bei der Condor?

Neben der klassischen Definition zur Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich 6 Monate ununterbrochen mindestens zu 50 % außerstande ist, ihrem zuletzt ausgeübten Beruf nachzugehen, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war.

Dazu kommen weitere Möglichkeiten, welche zur Leistung führen können und welche eine einfacherer und schnellere Anerkennung ermöglichen.

  • – SchülerInnen gelten als Beruf

  • – Hausfrauen/ -männer gelten als Beruf

  • – Studenten werden auf „Studierfähigkeit“ geprüft, liegt ein Arbeitsvertrag bereits vor (der ein erfolgreiches Studium voraussetzt) gilt dieser Beruf als versichert

  • – in den letzten 15 Jahren- Rentenbescheid wegen voller Erwerbsminderung

  • – bei Beamten auf Lebenszeit, Probe, Widerruf: Versetzung in den Ruhestand aus rein gesundheitlichen Gründen

  • – Infektionsklausel, BU auch bei Verbot Patienten zu behandeln aus gesundheitlichen Gründen

  • – BU aufgrund von Pflegebedürftigkeit ab einem Pflegepunkt

Entscheidet sich die versicherte Person im Leistungsfall (und damit zu Lasten ihrer Gesundheit) zu arbeiten, so hat dieses keine einschränkenden Wirkungen auf die Leistung. Die konkrete Verweisung ist generell ausgeschlossen.

Auch die Formulierungen für das vorübergehenden Ausscheiden oder ein dauerhaftes Verlassen des eigentliches Arbeitslebens hat die Condor geregelt. Hierbei finden sich in §2 Absatz 7 die entsprechenden Aussagen und der Hinweis, die BU wird aufgrund der alten Berufstätigkeit ermittelt.

Teilzeit und Arbeitszeitreduzierung

Eine interessante Lösung finden wir nun aber bei Teilzeittätigkeiten. Hier regelt der Punkt 8 die entsprechenden Voraussetzungen.

Reduziert die versicherte Person während der Versicherungsdauer ihre vertraglich oder gesetzlich fixierte wöchentliche Arbeitszeit, bleibt für die Beurteilung einer Berufsunfähigkeit die während der Versicherungsdauer höchste vertraglich oder gesetzlich fixierte wöchentliche Arbeitszeit maßgebend (Teilzeitklausel). Nachweise über die jeweiligen Arbeitszeiten sind uns vorzulegen. Entsprechendes gilt, wenn die Arbeitszeitreduktion vom Arbeitgeber angeordnet wird (z. B. Kurzarbeit).

Eine durchaus sinnvolle Formulierung, bedenkt man die Anzahl derer, welche in der Lebensplanung durchaus Jahre mit reduzierter Arbeitszeit vorsehen.

Berufsunfähigkeit durch Arbeitsunfähigkeit

Auch eine AU Klausel, oder besser eine entsprechende Regelung in den Bedingungen, findet sich wieder bei der Condor. Diese ist nicht abwählbar und damit Bestandsteil der Bedingungen. Andere Versicherer bieten dieses als (gegen Beitrag hinzuversicherbare) Klausel an, hier gilt es für alle Versicherten und ist in der Prämie kalkuliert. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

  • – mindestens zu 6 Monaten bestehende Arbeitsunfähigkeit

  • – mindestens einmal durch einen Facharzt auf dem Fachgebiet der Erkrankung festzustellen

  • – Nachweis gem. Bescheinigung nach Entgeltfortzahlungsgesetz oder dem Nachweis für die PKV

  • – es müssen zwingend gleichzeitig BU Leistungen beantragt werden

Maximal werden diese Leistungen aus der AU Klausel dann für einen Zeitraum von 36 Monaten erbracht, wobei dieser nicht „zusammen verbraucht“ werden muss. Rückwirkend anerkannte BU Rente führt zur Verrechnung und damit zur „Wiedergutschrift“ der 36 Monate. Auch eine garantierte Rentensteigerung wird- im AU Fall- wie versichert durchgeführt

Umorganisation

Während eine solche bei Arbeitnehmern in der Regel kein Thema ist, sieht das bei Selbstständigen oder Geschäftsführern schon anders aus. Hier verzichtet die Condor auch auf eine Prüfung der Umorganisation, wenn bei Eintritt der BU

  • – die versicherte Person Akademiker ist und mindestens 90% kaufmännisch/ organisierend tätig ist, ODER

  • – der Betrieb weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigt

Leistungsfall, Mitwirkungen, Schadenminderung

Wie üblich regeln die Bedingungen natürlich auch die Pflichten im Leistungsfall. So müssen Versicherte (wie bereits erwähnt) auch im Leistungsfall auf Arbeitsunfähigkeit einen vollständigen BU Leistungsantrag stellen und alle Unterlagen hierzu beibringen. Das haben andere Unternehmen durchaus freundlicher und unkomplizierter gelöst, wenn auch dann oft mit kürzeren Leistungszeiträumen in der AU Leistung.

Die Auflistung der (umfangreichen) Unterlagen finden sich unter dem Paragraphen 13 der Bedingungen (Seite 15 zum Nachlesen).

Wer sich im Ausland aufhält und dennoch Leistungen beanspruchen möchte, der muss diese Untersuchungen generell und nach Erstattung der abgestimmten Reisekosten, in Deutschland durchführen lassen. Haben Sie also konkrete Pläne, so sollte dieses berücksichtigt werden. Die Condor KANN zustimmen, eine Untersuchung auch im Ausland durchführen zu lassen. Hierbei werden dann Ärzte zu Rate gezogen, welche die diplomatische Auslandsvertretung der BRD empfiehlt.

Eine Widereingliederungshilfe (mit Deckelung auf 9.000 €) ist nett, aber nicht entscheidend. Diese Regelungen hierzu können Sie im §16, Abs. 7ff. nachlesen.

Hilfsmittel, Operationen, Anzeige der Besserung

Während Sie einfach Hilfsmittel auch nutzen müssen (dazu zählen Gehilfen, Hörgeräte, Prothesen) um eine BU zu verhindern, sieht das bei Operationen oder Behandlungen mit „besonderen“ Schmerzen oder Risiken schon anders aus. Eine Verpflichtung besteht hier nicht. Selbst wer sich gegen eine Operation (mit Chancen auf Besserung oder gar Verschwinden der BU) entscheidet, der wird nicht bestraft.

Auch einen Heilpraktiker (§13, Punkt 6) müssen Sie nicht aufsuchen.

Interessant ist zudem der §15, Absatz 3:

Die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit oder einen Wechsel des Arbeitsplatzes während des Leistungsbezugs müssen Sie uns unverzüglich mitteilen. Sie sind jedoch nicht verpflichtet, uns Verbesserungen im Gesundheitszustand der versicherten Person von sich aus anzuzeigen.

Nachversicherungsgarantien – mehr Schutz bei Veränderung

Interessant wird es wieder ab dem §17, welcher Regelungen zur Nachversicherung bei Veränderungen trifft. Hier geht es immer um Verbesserungen/ Erhöhungen des Versicherungsschutzes, welcher ohne eine neue Gesundheitsprüfung durchgeführt wird und somit auch dann machbar ist, wenn zum Zeitpunkt des Ereignisses Krankheiten bestehen. Solche Ereignisse sind (beispielhaft, sonst im §17)

  • – Volljährigkeit

  • – Heirat, Scheidung des mitverdienenden Partners

  • – Geburt oder Adoption

  • – Tod des Partners

  • – erstmaliger Job nach Ausbildung oder nach akademischem Titel

  • – Selbstständigkeit, BBG Überschreiten

  • – Ausscheiden als Beamter

  • und einige mehr

Interessant sind die Optionen auch bei Erhöhung des Einkommens. Hier gelten unterschiedliche Regeln für Angestellte und Selbstständige, schaffen aber auch hier eine Option, den Schutz nochmals zu verbessern..

k) Erhöhung des Jahreseinkommens der versicherten Person unter folgenden Voraussetzungen

– Ist die versicherte Person angestellt, muss die Erhöhung des erzielten garantierten Jahreseinkommens mindestens 10 % des im Kalenderjahr zuvor erzielten garantierten Jahreseinkommens betragen.

Zum Jahreseinkommen zählen nicht Tantiemen und Sonderzahlungen.

– Übt die versicherte Person eine selbständige Tätigkeit aus, muss die versicherte Person im abgelaufenen Kalenderjahr ein um mindestens 20 % höheres Jahreseinkommen aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von Personensteuern gegenüber dem durchschnittlichen Jahreseinkommen aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von Personensteuer der drei vorangegangenen Kalenderjahre erzielt haben.

– Die versicherte Person ist Beamter/in auf Lebenszeit und steigt in die nächsthöhere Besoldungsgruppe auf.

Doch natürlich gelten weitere Einschränkungen.

  • – maximal 500 € mtl. Rente pro Anpassung

  • – maximal darf die Rente nachversichert werden, welche zu Beginn versichert war,

  • – innerhalb von 5 Jahren maximal 1.000 € Monatsrente nachversicherbar

Auch wenn es sehr positiv ist, dass die Nachversicherung nicht bei 30.000 € Jahresrente entfällt, hier sind doch einige Beschränkungen vorhanden. Besonders die Einschränkung auf die zu Beginn versicherte Rente kann, bei kleinen Startrenten, sehr nachteilig sein.

Reduzierung bei Elternzeit und Stundung

Auch an die geringeren finanziellen Mittel bei Elternzeit oder während einer Arbeitslosigkeit haben die Produktverantwortlichen gedacht. So lassen sich unter bestimmten (in §18 und 19 geregelten) Voraussetzungen die Beiträge stunden.

Gerade bei der Elternzeit, wo dieses bis zu 36 Monaten machbar ist, lässt sich der Schutz dann ohne Gesundheitsprüfung wieder aktivieren. Hierbei aber zu beachten, der wegfallende Schutz während der Beitragsfreistellung und ggf. weitere Einschränkungen.

Die Stundung, welche nur 6 Monate vorgesehen ist, soll kurzfristige Engpässe überbrücken und führt dann zur Nachzahlung der Beiträge.

Profitieren auch Bestandskunden?

Nein. Nur wer seinen Vertrag aktiv und damit mit einer neuen Risikoprüfung umstellt, nur der bekommt die neuen Bedingungen. Im Rahmen der bestehenden Verträge (wie am Markt üblich) stellt auch die Condor die Altverträge nicht um. Das wäre auch kalkulatorisch fragwürdig, da es sich hier um Mehrleistungen handelt und diese nicht einfach ohne neue Prüfung genutzt werden können.

Dennoch stehen auch Bestandskunden die neuen Bedingungen (mit den Nachteilen: neue Gesundheitsprüfung, Eintrittsalter, Berufseinstufung) offen. In einigen Fällen kann eine solche Anpassung sogar sinnvoll sein, gerade wenn sich der Beruf positiv im Sinne der Berufsgruppen verändert hat.

Fazit und Bedingungen

Auch bisher hatte die Condor eine recht ordentliche BU, wenn auch die Annahmepolitik und die Antragsabwicklung meist etwas komplizierter sind. Durch die neuen Anpassungen und Veränderungen passt sich die Condor an den Markt an und führt mit der Teilzeitklausel und auch dem Verzicht auf Umorganisation bei Kleinbetrieben „schöne“ Regelungen ein.

Sollte man nun noch in der Lage sind, Antragsabwicklung, Risikopolitik und Betreuung der Partner zu „reorganisieren“, könnte das ein durchaus interessantes Produkt für einige Zielgruppen werden. Die Bedingungen und auch den Antrag finden Sie im Downloadbereich:

22.
April '15

Aus dem Beratungsalltag: längere Laufzeit, längerer Versicherungsschutz, weniger Beitrag- oder doch nicht?


Manchmal sind es die kleinen Dinge, welche Beratung Alltag zu etwas Verwunderung führen. So auch in diesem Fall. Es geht um eine Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit in unterschiedlichen Konstellationen.

Um den Hintergrund zu verstehen, zunächst einmal eine kurze Erklärung der entsprechenden Begriffe.

(Versicherungs-)Endalter:

hierbei handelt es sich um das Alter, bis zu welchem der Versicherungsschutz besteht und ein Leistungsfall eintreten kann. Oftmals ist dieses Versicherungsendalter identisch mit dem so genannten Leistungsendalter.

(Leistungs-)Endalter:

hierbei handelt es sich nicht um das Alter, bis zu welchem Versicherungsschutz besteht, sondern bis zu welchem eine vereinbarte Rente ausgezahlt wird. Dieses kann je nach Tarif und Gesellschaft durchaus auch nachdem eigentlichen Inhalte des Vertrages liegen. So kann eine Berufsunfähigkeit bis zum 65. Lebensjahr zum Beispiel eingetreten sein, wenn dem so ist wird die Rente aber es zum 67. Lebensjahr gezahlt. Tritt hingegen die Berufsunfähigkeit zum 66. Lebensjahr ein, würde keine Rente gezahlt werden.

(Beitrags-)Endalter:

und dieses wiederum beschreibt nun das Alter, bis zu welchem die Beiträge gezahlt werden müssen.

In einer Beratung haben wir nach der Ermittlung des Bedarfes (und bevor jetzt die große Empörung losbricht, die 1.000 € Rente sind vollkommen ausreichend im Hinblick auf die gegebenen Umstände des Kunden) unterschiedliche Szenerien für das Endalter berechnet. Klar ist ja auch, dass ein Versicherungsschutz nicht zwingend bis zum 67. Lebensjahr benötigt wird, da der Kunde eigene Absicherung für die restlichen zwei Jahren betreibt.

In dem ersten Modell genießt der Kunde Versicherungsschutz bis zum 65. Lebensjahr, tritt bis zu diesem Zeitpunkt der Versicherungsfall ein, so wird die Rente bis zum 67. Lebensjahr gezahlt.Condor 65 67

Ausgehend von dem heutigen Eintrittsalter besteht also für die nächsten 32 Jahre Versicherungsschutz in Höhe der monatlichen Rente von 1.000 €. Für den Versicherer besteht das potentielle Risiko (dynamische Anpassungen und garantierte Rentensteigerung lassen wir einmal (mehr …)

02.
Juli '14

Stilblüten des Datenschutzes, die Condor scheint es sehr genau zu nehmen


Datenschutz, spätestens seit dem Namen Edward Snowden auch dem letzten Bürger ein Begriff. Die Versicherer sind natürlich hiervon in besonderem Maße betroffen, denn hier liegen sehr persönliche Daten, Angaben zu Einkommen, Gesundheit und der Vorgeschickte der Kunden. Keiner möchte das diese Daten „irgendwo im Netz“ herumfliegen und in die falschen Hände gelangen.

Weder der Makler, noch der Versicherer werden daher leichtfertig mit den Daten umgehen. Das es aber auch zu Auswüchsen kommen kann, die so vielleicht nicht beabsichtigt waren, das zeigt mein Erlebnis mit der Condor Lebensversicherung vom gestrigen Tage.

Dazu eine kleine Vorabinformation. Wer seinen Versicherungsschutz für eine Berufsunfähigkeit beantragen möchte, der tut dieses meist nicht direkt. Nicht direkt deshalb, weil Vorerkrankungen eine entscheidende Rolle spielen, weil es nicht sinnvoll ist abgelehnte Anträge in der „Datei“ zu haben und auch deshalb, weil wir für unseren Kunden gern vorher wissen möchten, welche Risikoeinstufung er bekommt.

Daher nutzen wir- wie viele Kollegen- den Weg der anonymen Voranfrage. Dort wird dem Versicherer nur das Geburtsdatum (das ist gerade bei bestimmten Erkrankungen wichtig, die sich mit dem Alter verändern) mitgeteilt und zudem der anonymisierte Gesundheitszustand.

Antrag Voranfrage Police

Die Condor nimmt es sehr genau, zu genau

Genau wie oben auf dem Bild beschreiben, genau so mache ich es seit Jahren und es funktioniert erfolgreich. Die Condor gehört zu den wenigen Unternehmen, welche in der Vergangenheit immer wieder erklärt haben, anonyme Voranfragen würde man nicht bearbeiten. Aus Sicht der Versicherer ist diese Haltung auch verständlich, werden doch manche „Kollegen“ kreativ und basteln so lange an den Gesundheitsfragen herum, bis die Einschätzung passt- mit fatalen Folgen.

Nun, in unserem Fall wollte ich aber gar keine Gesundheitsdaten übermitteln, sondern nur eine Einschätzung der Berufsgruppe.

Daher: Hinsetzen, festhalten und nicht gleich los lachen. Ein Theaterstück in mehreren Akten:

Akt 1:
Mein Interessent zur Absicherung der Berufsunfähigkeit hat ein etwas komplexeres Berufsbild, daher überlegen wir noch in welcher Berufsgruppe die Unternehmen ihn einstufen. Gerade diese Einstufung ist wichtig, denn entscheidet diese doch über die Prämie. Um sicher zu gehen, schicke ich ihn auf meine Homepage und bitte ihn, eine Tätigkeitsbeschreibung auszufüllen.
Der Kunde macht das extrem sorgfältig und schreibt noch auf, was er in einer Woche so tut. Recht ausführlich, wie so’n Stundenplan eben. Damit ist dem Versicherer vorher und in aller Deutlichkeit bekannt, welche Ausbildung der Kunde hat, was er beruflich tut und welcher Art die typischen Tätigkeiten sind.

Akt 2:
Ich schicke es so (also die Mail des Kunden und den ausgefüllten Fragebogen) an die Condor, weil (mehr …)

12.
Mai '14

Volkswohlbund führt „Zahlung auch bei 6 Monaten Arbeitsunfähigkeit“ als Optionsbaustein in der Berufsunfähigkeit ein (und bietet damit eine Alternative zur Condor)


Berufsunfähigkeit auch bei „gelbem Schein“, so war einmal die Werbung der Condor Lebensversicherung (ist sie glaube ich auch heute noch) und es war nahezu ein Alleinstellungsmerkmal. Da bekam jemand eine Berufsunfähigkeitsrente auch dann, wenn die BU noch gar nicht vorliegt, aber mindestens 6 Monate am Stück eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat.

Für einige Berufe, Berufsgruppen und Situationen mit Sicherheit eine klare Verbesserung der Leistung, wird doch hier der Bezug der Leistung vereinfacht und zumindest die Lücke bei dem Übergang von der Arbeits- zur Berufunfähigkeit ver(min/hin)dert. Bevor wir uns daher die neue Regelung des Volkswohlbundes näher anschauen, zuerst noch einmal einen Blick auf die Condor und deren „BU Rente auch bei 6 Monaten Arbeitsunfähigkeit„. Dazu sind auch noch die Unterschiede in den Begrifflichkeiten zu klären, wie bereits in meinem Beitrag zur Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit und Invalidität erläutert.

In den Bedingungen der Condor heißt es also:

Arbeitsunfähigkeit 14.

Wir leisten auch – gegebenenfalls nach Ablauf einer vereinbarten Karenzzeit, siehe § 1 Ziffer 5 – rückwirkend von Beginn einer Arbeitsunfähigkeit an, wenn die Arbeitsunfähigkeit tatsächlich mindestens 6 Monate andauert. Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person auf Grund von Krankheit, die ärztlich nachzuweisen ist, Ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ausführen kann.

Vorübergehende Arbeitsversuche zur Erprobung der möglicherweise wieder erlangten Arbeitsfähigkeit stellen keine Unterbrechung der Arbeitsunfähigkeit dar, sofern diese einen Arbeitsversuch im Sinne des § 74 SGB V (Stufenweise Wiedereingliederung mit Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit) darstellen. Ein Anspruch auf die vereinbarten Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit besteht auch dann, wenn eine Berufsunfähigkeit endgültig nicht festgestellt werden kann. Die vereinbarte Leistung wird dann solange erbracht, wie die Arbeitsunfähigkeit vorliegt (vergleiche § 14 Ziffer 7).

Erkennen wir unsere Leistungspflicht aufgrund vorliegender Berufsunfähigkeit an, so endet die vorübergehende Arbeitsunfähigkeit und die vereinbarten Leistungen werden aufgrund der bestehenden Berufsunfähigkeit fortgesetzt.

Wer also bei der Condor versichert ist und erst einmal „nur“ länger als sechs Monate arbeitsunfähig ist, der bekommt die Leistungen in Höhe der versicherten BU Rente solange, wie die BU nicht anerkannt ist, die AU aber weiter besteht und nicht gearbeitet wird.

Eine ähnliche Regelung wollte nun auch der Volkswohlbund in seine Bedingungen aufnehmen. Der entscheidende Unterschied: Es ist eine OPTION und nicht in den Verträgen automatisch enthalten. Wer als Kunde diesen Baustein möchte, der muss ihn beantragen und zahlt dafür einen Mehrbeitrag. Dieser liegt bei einem 30jährigen Ingenieur und 2.000 EUR Rente bis 67 bei knapp 9% oder in Euro bei ca. 7,50 EUR monatlichem Mehrbetrag.

AU Klausel Condor und Volkswohlbund im Vergleich

Bevor zu überlegen ist, ob diese Option „das wert ist“, schauen wir uns die Bedingungsaussagen doch einmal genauer an. In dem Bedingungswerk des Volkswohlbundes, Stand 05/2014 heisst es dazu:

§ 4 Was gilt bei Vereinbarung von „Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit“?

(1) Haben Sie „Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit“ vereinbart und wird die versicherte Person während der Dauer dieser Versicherung arbeitsunfähig im Sinne von Absatz 2, erbringen wir folgende Versicherungsleistungen:

a) Zahlung einer monatlichen Rente in Höhe der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente für die in den Absätzen 3 und 4 genannte Dauer;

b) volle Befreiung von der Beitragspflicht für die in den Absätzen 3 und 4 genannte Dauer. Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit können nur dann beantragt werden, wenn zeitgleich Leistungen wegen Berufsunfähigkeit beantragt werden.

(2) Als arbeitsunfähig im Sinne dieser Bedingungen gilt die versicherte Person, wenn auf die versicherte Person für einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 6 Monaten ärztliche Bescheinigungen ausgestellt wurden, wie sie in § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) vorgesehen sind. Davon muss mindestens eine Bescheinigung von einem Facharzt ausgestellt worden sein.

(3) Die Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen wir, solange – die versicherte Person ununterbrochen arbeitsunfähig ist und – die Leistungsdauer dieser Versicherung nicht abgelaufen ist und – wir keine Leistungen wegen Berufsunfähigkeit erbringen und – die versicherte Person lebt. Arbeitsversuche im Rahmen einer stufenweisen Wiedereingliederung gemäß § 74 SGB V stellen keine Unterbrechung der Arbeitsunfähigkeit dar.

(4) Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen wir für maximal 18 Monate. Wenn die versicherte Person mehrfach arbeitsunfähig gemäß Absatz 2 ist, ist die Leistungsdauer wegen Arbeitsunfähigkeit für alle eintretenden Arbeitsunfähigkeiten zusammen auf 18 Monate beschränkt.

(5) Der Anspruch auf Beitragsbefreiung und Rente entsteht mit Ablauf des Monats, in den der Beginn der Arbeitsunfähigkeit fällt, frühestens jedoch zum vereinbarten Beginn der Berufsunfähigkeits-Versicherung.

(6) Solange Leistungen wegen Berufsunfähigkeit erbracht werden, besteht kein Anspruch auf Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit. Wenn die Leistungsprüfung ergibt, dass bei der versicherten Person Berufsunfähigkeit im Sinne von § 2 vorliegt, und für den Zeitraum seit Eintritt der festgestellten Berufsunfähigkeit bereits Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbracht wurden, so werden diese Leistungen mit den für diesen Zeitraum fälligen Berufsunfähigkeitsleistungen verrechnet und bei der maximalen Leistungsdauer von 18 Monaten gemäß Absatz 4 nicht berücksichtigt.

(7) Ist eine Karenzzeit vereinbart, so beziehen sich die Regelungen aus § 1 Abs. 12 und 13 nicht nur auf Berufsunfähigkeit, sondern auch auf Arbeitsunfähigkeit gemäß Absatz 2. Bei der maximalen Leistungsdauer von 18 Monaten gemäß Absatz 4 werden auch die Monate berücksichtigt, in denen Arbeitsunfähigkeit vorlag, aber aufgrund einer Karenzzeit noch keine Rentenleistung erbracht wurde.

(8) Wenn Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit verlangt werden, müssen uns unverzüglich auf Kosten des Anspruchstellers Bescheinigungen gemäß Absatz 2 eingereicht werden.

(9) Wenn wir Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen, sind wir berechtigt zu prüfen, ob nach wie vor eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person vorliegt.

(10) Sie müssen uns unverzüglich informieren, wenn keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorliegt.

(11) Wenn Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit aus einem der in Absatz 3 oder Absatz 4 genannten Gründe enden, besteht kein Anspruch auf Wiedereingliederungshilfe gemäß § 17.

(12) Die Regelungen zu zeitlich befristeten Anerkenntnissen gemäß § 15 Abs. 2 gelten nicht für Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit.

(13) Soweit in diesem Paragrafen nichts anderes geregelt ist, gelten die Regelungen dieser Berufsunfähigkeits-Versicherung (insbesondere § 8 – vorvertragliche Anzeigepflicht) auch für die Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit. Die in Ihrem Versicherungsschein geregelten Ausschlüsse und besonderen Vereinbarungen zu Art und Umfang dieser Berufsunfähigkeits-Versicherung gelten auch für die Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit.

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21.
Januar '14

Condor Lebensversicherung mit neuer, selbständiger Berufsunfähigkeitsversicherung und einer „Einsteiger-BU“ – Teil I


Die Condor Lebensversicherung hatte bereits in der Vergangenheit ein sehr leistungsfähiges und umfassendes Produkt zur Absicherung des Risikos Berufsunfähigkeit. Das bisherige „Manko“ war jedoch, dass es keine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung gab, sondern diese immer an einer Risikolebensversicherung gekoppelt werden musste.

Dabei handelte es sich dann um eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) und nicht um einen eigenständigen SBU Vertrag. Dies hat sich nun geändert, und die Condor bietet ab sofort ihrer Absicherung gegen das Risiko von Berufsunfähigkeit auch als eigenständiges Produkt an. Im Zuge dieser Veränderungen der eigenen Produktpalette wurde auch eine Einsteiger-BU eingeführt, welche gerade jungen Leuten einen preiswerten und zukunftssicheren Versicherungsschutz bieten soll. In diesem und einem folgenden Beitrag schauen wir uns die beiden neuen Produkte einmal etwas detaillierte an, starten heute mit dem Produkt für die jungen Leute.

Bereits in meinem Beitrag zum Thema  „Wichtige Versicherungen für Auszubildende“ habe ich beschrieben, wie wichtig und vor allem warum eine solche Absicherung frühzeitig abgeschlossen werden sollte. Das am häufigsten auftretende „Problem“ ist jedoch das begrenzt verfügbare Kapital von Auszubildenden und Studenten. Aus diesem Grund scheitert leider oftmals diese wichtige Absicherung einfach am benötigten Kapital und diesen will die Condor (wie andere Versicherer das auch bereits tun) durch eine Einstiegsoption entgegenwirken.

Doch wie genau sie das Produkt zur Einsteiger-SBU der Konto Lebensversicherung genau aus?

Zunächst einmal einige Eckdaten zu dem Angebot der Gesellschaft. Die Zielgruppe sind sicherlich junge Leute, wobei durch die lange Startphase bis zu zehn Jahren (und die maximalen Alter von 37) liegt die Zielgruppe bei einem maximalen Eintrittsalter von 27.

Condor Einsteiger BU

Neben dem günstigen Beitrag ist diese Startphase auch jährlich zu beenden. Wer also er mit seinem Studium fertig wird, die Ausbildung er beendet oder vielleicht aus anderen Gründen vorzeitig sein eigenes Geld verdienen kann, (mehr …)