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25.
Juli '20

Wechseln Sie schnell in den Continentale Comfort Tarif, alles viel billiger und ohne Nachteile – wirklich?


Auch nach über zwanzig Jahren in der aktiven Beratung zur Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt manchmal einfach nur Kopfschütteln. So auch heute einmal mehr. Da gibt es so einen Vertrieb, einen mit dem passenden Impuls. Einige Mitarbeiter dort „kümmern sich“ augenblicklich mal wieder um bestehende PKV Kunden. Nicht ihre eigenen, aber solche die in Werbeanzeigen mal geklickt haben und nun ist es ja schließlich auch schon Juli.

Juli, also nur noch sechs Monate bis zum neuen Jahr und damit auch schon an der Zeit, Anträge in der privaten Krankenversicherung zu diesem Termin zu stellen. Der Termin ist deshalb wichtig, weil viele private Krankenversicherungen das Kalenderjahr als Versicherungsjahr nutzen und damit zum Jahresende eine Kündigung (mit dreimonatiger Frist) möglich ist.

Egal warum eine Antragstellung nötig ist, das vordatieren auf den 01. Januar 2021 kann durchaus sinnvoll sein, denn so spart sich der Interessent eine Anwartschaft und sichert sich dennoch kostenfrei den Gesundheitszustand per heute. So sind Veränderungen oder neue Erkrankungen bis zum Jahresende nicht mehr hinderlich für den Abschluss der neuen Absicherung, denn diese kann nun bereits verbindlich beantragt werden.

Soweit alles gut und richtig, doch einen Haken hat die Sache dennoch.

Wechsel eines langjährig PKV versicherten Kunden?

Nun gibt es eine Reihe von Konstellationen, wo auch ein seit Jahren bestehender Versicherungsschutz überprüft und verändert werden sollte oder gar muss. Ein solcher Fall liegt immer dann vor, wenn die alten Anforderungen an einen Tarif nicht oder nicht mehr passen. Das kann an persönlichen Umständen oder aber an ganz anderen Bedürfnissen liegen.

Dabei sind jedoch einige wichtige Punkte zu beachten und nicht blind einer Beitragsersparnis (oder einer vermeintlichen) hinterher zu laufen.

Bevor ein solcher Wechsel sinnvoll geprüft werden kann, sollten Sie daher die eigenen Bedürfnisse hinterfragen und überlegen, was genau Ihnen an dem derzeitigen Versicherungsschutz nicht (mehr) passt. Warum muss dieser geändert werden, was genau fehlt Ihnen an Leistungen dort und welche Bausteine müssen vielleicht ergänzt werden?

Tarifwechsel vor Versichererwechsel

Zuerst ist aber immer wichtig zu prüfen, was kann der aktuelle Versicherer mir bieten. Welche Leistungen fehlen und welche Tarife hat das Unternehmen heute „am Start“ und darf ich in diese wechseln?

Der Paragraph 204 des Versicherungsvertragsgesetzes ist hier unser Freund. Hier regelt der Gesetzgeber einen Tarifwechsel innerhalb des eigenen Unternehmens, einen ohne Verlassen des Versicherers! Dieser Tarifwechsel kann von Ihnen selbst veranlasst und angefragt werden, wobei das nicht immer sinnvoll ist.

Bei einem solchen Wechsel gilt das, was auch für einen Neuabschluss gilt und immer galt. Es braucht Wissen, Einordnung der Leistungen und eine genaue Analyse der Bedingungen. Können Sie das nicht allein, dann sollten Sie sich hier Hilfe suchen. Eine solche Beratung ist- im Gegensatz zu einer Beratung zum Abschluss- kostenpflichtig und wird von diversen Beratern gegen ein Honorar angeboten. Dabei gibt es Modelle mit einem pauschalen Honorar oder einer Abhängigkeit in Bezug auf die realisierte Ersparnis nach einem solchen Wechsel.

Auch hier bedarf es aber vor allem eines: BERATUNG!

Was Sie aber in keinem Fall tun sollten, ist ein voreiliger Wechsel zu einem anderen Unternehmen.

100 € Ersparnis im Tarif Continentale Comfort – Vorsicht !

Nun gibt es derzeit einige Vertriebe und Berater, die laufen mit wehenden Fahnen durch die Lande und empfehlen einen Tarif, den Comfort der Continentale Krankenversicherung. Einen Tarif der eines ganz sicher ist. Billig. Interessant sind die die Argumente die dort als Grund angeführt werden. Um das etwas genauer anzuschauen, betrachten wir doch einen meiner Kunden, dem genau das angeboten wurde.

Damit die Vorgaben bekannt sind, schauen wir uns zunächst einmal die Eckdaten an.

  • angestellter Kunde
  • wechselte in 2011 aus der GKV in die PKV, damals 32 Jahre jung / heute also 41
  • versichert seither im Tarif Esprit des Dt. Rings (heute Signal Iduna)
  • versichert in der alten, Bisextarifwelt im 9. Versicherungsjahr

die aktuelle Prämie und die Details sehen Sie hier:

Die Prämie von 518,95 € teilt sich der Kunde mit seinem Arbeitgeber, der einen Zuschuss von 50% zahlt. Somit bekommt er 259 € wieder und hat somit den maximalen Arbeitgeberzuschuss von derzeit 367 € nicht ausgenutzt. Es wären also zum Beispiel Kinder oder die Ehefrau bei einer Mitversicherung noch in der Lage, einen Zuschuss von bis zu 108 € zu nutzen. Oder er könnte auch eine Beitragsentlastungskomponente einschließen, die auch zu 50% vom Arbeitgeber bezahlt würde (bis max. 216 € Beitrag für diesen Baustein)

Nun wurde dem bereits PKV versicherten aber etwas Tolles angeboten, schrieb er.

Das schauen wir uns doch einmal genauer an. Versichert ist er aktuell zu den oben genannten Konditionen in einem Tarif mit 450 € ambulanter SB (außer Vorsorgeleistungen, die teilweise ohne). Dazu gibt es ein Krankentagegeld von 120 € und im Tarif ist ein Risikozuschlag von 11,14 € enthalten. Wie der heute ausfällt bei einem Neuantrag, das wäre noch abzuwarten. Also gehen wir einmal von einer „glatten“ Annahme aus und hätten dann folgende Tarife:

Hierbei müssen wir bei dem Altvertrag noch die Pflegepflichtversicherung dazu rechnen, die unter einer separaten Nummer geführt wird und aktuell mit einem Beitrag von 45,75 € berechnet wird. Hierfür folgt ein eigener AG Zuschuss von 50%, so bleiben hier noch 22,88 € Arbeitnehmeranteil übrig.

Rechnen wir also auch bei der Continentalen die Pflegepflichtversicherung heraus, so ergibt sich ein Beitrag von 410,52 € plus der Beitrag der Anwartschaft für Dezember, denn ich habe die Beiträge 2020 berechnet, nicht die mit dem höheren Eintrittsalter 2021. Warum, das lesen Sie in meinem Beitrag „noch schnell ein Jahr jünger in die PKV„.

Der Prämienvergleich

Zunächst ergibt sich also, ungeachtet der Leistungen, ein Vergleich der Prämien.

Bisher waren / sind 518,95 € für die Krankenversicherung zu zahlen, nach AG Zuschuss dann 259,48 €

Zukünftig würde die Prämie bei 205,26 € liegen.

Damit ist auf den ersten Blick eine Beitragsersparnis von knapp 54 € im Monat möglich. Super, oder?

Leistungsvergleich und Wechselrisiken

Doch leider wurden anscheinend die Impulse bei der Beratung vergessen. Dabei geht es um die entstehenden Nachteile bei einem Wechsel.

Anzeigepflichtig beginnen neu, inkl. neuem Gesundheitszustand

Mit der Antragstellung sind damit auch alle bisherigen Erkrankungen und Beschwerden anzugeben. Es gilt das neue Eintrittsalter unter der Berücksichtigung der anteilig mitgegebenen Altersrückstellungen. Dabei sind insbesondere Fristen zu beachten, bis wann der Versicherer aufgrund fehlender, falscher oder unvollständiger Angaben etwas tun kann.

Ebenso beginnen die Jahre für die Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit neu.

Neue Zahnstaffeln von Null

Ein weiterer Punkt. Der Kunde ist aktuell im 9. Versicherungsjahr und hat damit 12.000 € für Zahnbehandlungen und Zahnersatz in seinem Tarif als Leistung. Nach einem Wechsel bleiben ihm in den ersten 5 Jahren bei der Continentalen nunmehr 5.000 € für ALLE Jahre, also 5.000 € vs. 60.000 €. Schauen wir uns die Kosten bei Implantaten einmal an, dann wissen Sie schnell was ich meine. –> Was kosten eigentlich Implantate? Hier zu der Rechnung kommen 5.000 € für den Aufbau dazu, das nur als Hinweis!

450 € ambulante Selbstbeteiligung vs. 20 € pro Behandlung

Über die Risiken und Nebenwirkungen der ach so tollen „fallbezogenen SB“ habe ich bereits mehrfach geschrieben. Schauen Sie sich dazu gern den Artikel dazu einmal genauer an.

Continentale Economy und Comfort – das Desaster der fallbezogenen Selbstbeteiligung in der PKV

Dazu kommen teils große Leistungsunterschiede in den Tarifleistungen der Tarife selbst. Darum soll es aber heute und hier gar nicht gehen, da diese sicher von den persönlichen Bedürfnissen abhängig sind.

„Nachteile entstehen mir keine

Diese Aussage ist sicher so nicht nur „nicht richtig“, sondern gehörig falsch. Schauen wir uns also die Unterlagen und den Rat zum Wechsel einmal genauer an, dann stellen wir schnell fest:

  • – der Wechsel ist toll, nur für den Kunden eben nicht

  • – ein Wechsel nach 9 Jahren und nicht ansatzweise Ausschöpfen des AG Zuschusses ist nicht wirklich sinnvoll

  • – es macht immer Sinn, sich mit den Details zu befassen

  • – Leistungsunterschiede sind hier deutliche vorhandene

Selbst wenn wir alle Leistungen vergessen und nur die Prämien vergleichen, dann sprechen wir am Ende über knapp 50 € Differenz. Klar ist das auch hochgerechnet viel Geld, das will ich keineswegs bestreiten. Nur der Gedanke allein auf den Preis abzustellen ist hier nicht nur falsch, sondern gefährlich.

So werden bewusst Risiken und Nebenwirkungen verschwiegen und selbst mit wenigen Behandlungen ist diese Ersparnis schnell dahin. Auch die Risiken eines Neuabschlusses sind nicht zu unterschätzen.

Was Sie immer tun sollten

Hinterfragen, Nachfragen, Lesen!

Und manchmal beantworte ich E-Mails oder XING Nachrichten auch einfach mit einem ausführlichen Blogbeitrag. 🙂

05.
Oktober '17

Continentale Economy und Comfort – das Desaster der fallbezogenen Selbstbeteiligung in der PKV


Vor einigen Tagen erreichte mich (mal wieder) ein Hilferuf eines Versicherten, einer den ich nutzen möchte um noch einmal mehr auf das Thema Fallbezogene Selbstbeteiligung einzugehen, ein Thema was in den Tarifen der Continentale Krankenversicherung sowohl im ECONOMY aber auch im COMFORT auftritt. Damit es etwas klarer wird, schauen wir uns das Thema Selbstbeteiligung einmal genauer in der Privaten Krankenversicherung an.

Die Selbstbeteiligung in der Privaten Krankenversicherung (PKV)

Eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren ist für viele Interessenten und Kunden der PKV selbstverständlich. Einen Teil der jährlichen Krankheitskosten somit selbst zu zahlen, das ist eher unkritisch, wenn man denn weiss was einen erwartet.

Der Gesetzgeber hat zudem die maximal zu vereinbarende Selbstbeteiligung auf einen Betrag von 5.000 € pro Jahr gedeckelt, es kann also kein Schutz mit (wie mal möglich) 7.500 € jährlicher Eigenbeteiligung mehr abgeschlossen werden, an alten Bestandsverträgen ändert das natürlich nichts. Um zu verstehen wie die SB funktioniert, schauen wir uns einmal die drei unterschiedlichen Varianten an. In einem alten Beitrag habe ich diese bereits ausführlich erklärt, daher hier etwas knapper.

Selbstbeteiligung in der Privaten Krankenversicherung

absolute, feste Selbstbeteiligung

Es wird ein fester Betrag vereinbart, dieser ist in Euro festgelegt und beschreibt den Teil, den der Versicherte zuerst aus eigener Tasche zahlen muss, bevor der Versicherer leistet. Bei einer vereinbarten SB von 300 € bekommt dieser also eine 200 € Rechnung noch nicht erstattet, von der nächsten Rechnung in gleicher Höhe aber schon mal 100 € wieder, weil der maximale Eigenanteil (200+100 €) somit erreicht ist.

prozentuale Selbstbeteiligung (ggf. mit Deckelung)

Auch kann ein Versicherer vereinbaren, eine prozentuale Selbstbeteiligung zu nutzen. In dieser Form könnte es zum Beispiel im Vertrag eine Regelung geben, nach der immer 20% als Eigenanteil berechnet werden, bis zum Rechnungsbetrag von 2.700 €, danach erfolgt eine Erstattung zu 100% (Regelung im Tarif comfort+ des Deutschen Rings)

Fällt hier also die erste 200 € Rechnung an, werden hiervon 160 € erstattet. Der Rest, die 20% = 40 € werden auf die SB angerechnet. Würde nun eine Rechnung von 3.000 € folgen, so wären hier eigentlich auch 20%, also 600 € abzuziehen. Da der maximale Abzugsbetrag aber bei 540 € (20% von 2.700 €) liegt, bekommt der Versicherte von den 3.000 € also 2.540 € erstattet. Denn: es sind nur noch 460 € von der SB übrig, 160 sind schon gezahlt und bei 540 € liegt der maximale Deckel.

fallbezogene Selbstbeteiligung

Das ist die dritte, kreative Variante. Die Continentale setzt diese bei den Tarifen ECONOMY (10 € pro Fall) und Comfort (20 € pro Fall) ein und zieht damit von jeder Rechnung ebendiesen Betrag ab. Habe ich eine Rechnung von 100 €, so werden 10 € abgezogen.

Doch hier kommt es gerade zum Problem, einem solchen wie der „Hilferuf“ hier zeigt. Eines vorweg, das Krankentagegeld ist hier sicher zu niedrig, vielleicht passte es auch damals zum Einkommen, aber es sind somit maximal 1.500 € pro Monat, davon ist die PKV weiter zu zahlen, daher überprüfen Sie bitte Ihr Kranken(tage)geld. Mehr Infos dazu finden Sie HIER UNTER DEM PUNKT KRANKENTAGEGELD.

Schauen wir uns einmal das Problem genauer an, dazu brauchen wir einmal die Bedingungen in den entsprechenden Tarifen, zum anderen brauchen wir mehr Informationen zu dem speziellen Fall. Hier handelt es sich nach einer Knieverletzung um eine sehr lange Behandlung. Seit 2,5 Jahren AU, also arbeitsunfähig zu sein wirft zudem die Frage auf, ob hier nicht lange BU, also Berufsunfähigkeit vorliegt. Das ist aber ein ganz anderes Thema, darum soll es hier gar nicht gehen, dennoch- lesen Sie einfach HIER ZUM THEMA KT-BU Übergang. (unten, letzter Absatz)

Continentale fallbezogene SB, Tarifregelungen

Grundlage sind die Bedingungswerke der jeweiligen Tarife CONTI Economy und CONTI Comfort. Diese schauen wir einmal genauer an.

Tarifwerk ECONOMY

In den Bedingungen dazu findet sich folgende Regelung, welche eine Selbstbeteiligung im Detail regelt:

Die Selbstbeteiligung beträgt für

–  ärztliche Leistungen nach Abs. I 1, Abs. I 11 und Abs. I 12 maximal 10,– Euro je Behandlungstag bei einem Arzt. Das gleiche gilt für gesondert berechnete Leistungen von Ärzten, die von dem behandelnden Arzt beauftragt werden (z.B. Laboruntersuchungen).

Also, morgens zum Arzt, Blut abgenommen, Beratung, Behandlung und Blut ins Labor geschickt.

Selbstbeteiligung 20 € für diesen TAG

–  psychotherapeutische Leistungen nach Abs. I 2 maximal 10,– Euro je Sitzung, jedoch nicht mehr als 30 % vom erstattungsfähigen Rechnungsbetrag.

Gehen wir von einem „Preis“ von 100 € pro Therapiesitzung und einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von 30 Sitzungen pro Jahr aus, sprechen wir hier wieder über eine neue Selbstbeteiligung:

10 € pro Sitzung = 300 € SB (für das Jahr)

–  Leistungen von Hebammen und Entbindungspflegern nach Abs. I 3 maximal 10,– Euro je Behandlungstag bei einer Hebamme bzw. bei einem Entbindungspfleger.
–  Heilpraktikerleistungen nach Abs. I 4 maximal 10,– Euro je Behandlungstag bei einem Heilpraktiker oder Arzt.

Selbstbeteiligung 10 € für diesen TAG

–  häusliche Behandlungspflege nach Abs. I 5 maximal 10,– Euro je Behandlungstag durch geeignete Pflegefachkräfte.
–  Arznei- und Verbandmittel nach Abs. I 6 sowie Impfstoffe nach Abs. I 10 maximal 10,– Euro je Arzneimittel, je Verbandmittel und je Impfstoff. Sie entfällt für Arzneimittel (einschließlich Impfstoffe), die als Generika bezogen werden. Generika sind Arzneimittel, die in ihrem Wirkstoff, in ihrer Zusammensetzung und in ihrer Darreichungsform einem bereits unter einem Markennamen auf dem Markt befindlichem Medikament gleichen.

Nach so einer Knie OP braucht man… richtig, Verbände, Medikamente, Impfungen fallen auch mal an.

Kauft der Kunde es nicht als Generika, oder hat er es einfach vergessen, so fallen hier erneut 10 € PRO MEDIKAMENT und weitere 10 € je Verbandmittel an. Dazu bei jeder Impfung 10+10 €, denn einmal für den Stoff, einmal für das Impfen.

–  Heilmittel nach Abs. I 7 maximal 10,– Euro je Heilmittel an einem Behandlungstag.

Heilmittel sind spannend, denn es handelt sich hier um Krankengymnastik, Massagen, Packungen, Bewegungsbäder, schließlich möchte man wieder laufen können. Scheint hier nicht ganz so gut geklappt zu haben bei unserem Beispielfall, denn hier waren zwei weitere Operationen nötig und es geht von vorn los. Also wieder Medikamente, Verbände, Krankengymnastik. Doch weiter, KG und Massage, Bewegungsbäder etc. 20 Behandlungen sind jetzt bei einer Knie OP nicht so selten, eher mehr.

20 * 10 € = 200 € weitere Selbstbeteiligung

ACHTUNG: Die 10 € fallen pro Heilmittel an einem Tag an. Also: Wer morgens Krankengymnastik bekommt und nachmittags oder auch direkt danach ins Bewegungsbad geht, der zahlt 20 €, nicht 10.

–  Hilfsmittel nach Abs. I 8 maximal 50,– Euro je Hilfsmittel.

Auch das dürfte hier notwenig gewesen sein. Krücken, Bewegungsschiene, Bandagen etc. Also, 100, 150 € oder mehr weitere Selbstbeteiligung.

–  Krankentransporte nach Abs. I 13 und Abs. III 8 maximal 10,– Euro je Transport. Bei ärztlich verordneten Fahrten zur und von der nächstgelegenen, nach medizinischen Kriterien geeigneten Einrichtung für Dialyse, Strahlen- oder Chemotherapie gelten die Hin- und Rückfahrt zusammen als ein Transport.

Nicht in diesem Fall, aber großartig. Jeder Transport zur Chemotherapie oder zu Dialyse mit 10 €. Einer meiner Kunden muss da seit Jahren dreimal die Woche hin, sind

also 30 € * 53 Wochen = 1.560 € zusätzliche SB im Jahr.

–  zahnärztliche Leistungen nach Abs. II 1 maximal 10,– Euro je Behandlungstag bei einem Zahnarzt.

Auch hier, 10 € pro Tag

–  Krankenhausleistungen nach Abs. III 1, Abs. III 2 und Abs. III 6 maximal 10,– Euro je Kalendertag für höchstens 14 Kalendertage je vollstationärem Aufenthalt. Wenn die erstattungsfähigen Kosten geringer als die jeweilige vorgenannte Selbstbeteiligung sind, reduziert sich diese auf den niedrigeren Betrag.

Solche OP’s machen sich schlecht ambulant, gerade wenn diese kompilierter sind. Also, Krankenhaus. Ist auch nicht schlimm, man ist ja PKV versichert. Blöd nur,

Selbstbeteiligung 10 € pro Tag, max. 140 € JE AUFENTHALT

Wer also zwischendurch entlassen und zur nächsten OP wieder rein muss, der zahlt neu, wieder max. 140 €.

Tarifwerk COMFORT

Wer sich dann statt Eco für Comfort entschieden hat, der sollte mehr Komfort genießen und es besser haben. Oder? Oh, STOPP, wohl doch nicht, denn hier sind es nicht 10, sondern gleich 20 € pro Fall.

Ist auch nicht schlimm, schließlich zahlt der Kunde im Comfort auch mehr, da kann er sich auch die höhere SB leisten, oder? Unlogisch? Ich habe es mir nicht ausgedacht. Die Bedingungen zu beiden Tarifen können Sie hier nachlesen.

Das zeigt uns aber eines ganz deutlich, die Fallbezogene SB ist nix, also nur für ganz, ganz wenige Personen geeignet.

Continentale fallbezogene SB – ungeeignet für alle die Schutz wollen

In den Prospekten der Continentalen klingt das alles ganz entspannt und simpel. Die finden Sie hier:

Auch dort findet sich eine Beispielrechnung. Für den Economy sieht die laut Continentale so aus:

Für wen sind denn nun solche Tarife passend und geeignet?

  • – Menschen, die nie krank sind
  • – Menschen, die außer Vorsorge nix brauchen
  • – Menschen, welche wenn sie krank sind mit wenig Leistung und Generika zufrieden sind
  • – Menschen, die neben der PKV monatlich ausreichend Geld sparen, 200, 300, 400 € und garantieren können in den ersten 10 Jahren keine SB zu nutzen
  • – Menschen, die wenn, dann nur leichte Erkrankungen bekommen
  • – Menschen, die genug Geld „auf der hohen Kante haben“

Leider wird die Zielgruppe zumindest von den Vertretern der Conti und auch von „unabhängigen Beratern“ ganz anders definiert. Gerade weil der Tarif billig(er) ist, wird dieser von Menschen abgeschlossen (oder Ihnen aufgequatscht), die sich den nicht leisten können. Spätestens wenn hie regelmäßig Erkrankungen auftreten, die Erkrankungen chronisch sind oder länger dauern, dann ist das hier ein Fass ohne Boden.

Klar ist der Fall hier ein Extrembeispiel und klar ist es hier ein schlimmer Fall, drei Knie OP’s, zweieinhalb Jahre arbeitsunfähig, kleines Krankengeld, aber dennoch, es ist kein Einzelfall.

Die Krankenversicherung brauche ich nicht, wenn es mir gutgeht, auch nicht wenn es mal zwickt und mein Fuß verstaucht ist, ich brauche die dann, wenn es schlimm wird, lange dauert, Geld kostet und Chronisch wird.

Und dann… Dann VIEL ERFOLG (Spaß möchte ich nicht wünschen) mit solcher Entscheidung und solchen Tarifen.

Bevor Sie sich also dafür entschieden (im Augenblick werden wieder massiv Verträge der Hanse Merkur zur Continantalen umgedeckt, frage mich warum?), dann machen Sie dieses nur dann, wenn Sie alle Risiken kennen, verstanden haben, überblicken können und Geld haben, VIEL GELD! Danke !

04.
Juli '14

Deutscher Ring Krankenversicherung versichert (endlich) Kinder auch allein


Eine Versicherung eines Kindes allein in der Privaten Krankenversicherung (PKV) war und ist nicht unbedingt die einfachste Aufgabe. Viele Versicherer in der privaten Krankenversicherung scheuen sich vor dem Risiko, denn gerade kleine Kinder „kosten Geld“. Allein die regelmäßigen U Untersuchungen führen dazu, das die Beiträge aufgebraucht werden.

Daher versichern viele Unternehmen Kinder nicht ab Geburt oder erst ab einem bestimmten Lebensalter. Wer das wie tut, das können Sie in meiner ausführlichen Übersicht nachlesen, dort sind die Kriterien der „Kinderalleinversicherung festgelegt.

KV Kinder allein

Ab sofort ist eine Option für die ganz Kleinen zusätzlich vorhanden.

1.) 4. Geburtstag 

Abweichend von der bisherigen Regelung (Differenz Beginnjahr – Geburtsjahr) ist nun eine Alleinversicherung des Kindes auch möglich, wenn das Kind AM GEWÜNSCHTEN VERSICHERUNGSBEGINN das 4. Lebensjahr vollendet hat. (4. Geburtstag).

Ein Beispiel: Kind geboren am 1. 1. 2011, somit heute 3 Jahre alt. Dieses Kind wird am Tag des Versicherungsbeginns den 4. Geburtstag haben, daher ist es auch bereits heute versicherbar.

2.) Schutz der Eltern oder Ablaufkündigung

Ist ein Elternteil beim Deutschen Ring Krankenversicherung versichert, so kann auch das Kind dort versichert werden. Wechselt ein Elternteil in die PKV oder von einer anderen PKV zu dem Deutschen Ring (binnen 6 Monate), so kann auch das Kind dort versichert werden.

Beispiel: Wer erst zum 1.1. versicherungsfrei wird und bisher noch in der GKV versichert ist, der kann auch heute sein Kind bereits (gemeinsam mit seinem Antrag) beim Dt. Ring versichern.

3.) bestehende Zusatzverträge oder anderer Schutz bei der Signal Iduna Gruppe

Neu ist auch, wer andere Verträge von Kindern oder Geschwistern bei der Signal Iduna Gruppe hat, diese mindestens einen Jahresbeitrag von 1.200 EUR erreichen, auch der kann sein Kind allein beim Dt. Ring Kranken versichern. In der Information des Versicherers heißt es wörtlich: „zusätzlich zum KV Beitrag des Kindes … mindestens 1.200 EUR Jahresbeitrag von Eltern oder Geschwister (älter als 4 Jahre) seit mindestens einem Jahr an die Signal Iduna Gruppe“ Es kann sich dabei  um Sachversicherungen, Lebensversicherungsprodukte, eine BU oder dergleichen handeln.

Prämien für Kinder

Aktuell (Stand 07/2014) betragen die Prämien für Kinder beim Deutschen Ring:

– Tarif Comfort+ (80% max. 540 EUR SB) 145,39 EUR

– Tarif ESPRIT X+FUTURA (450 EUR SB ambulant, exkl. Vorsorge) 116,20 EUR mtl.

– Tarif ESPRIT+FUTURA (225 EUR SB) 127,32 EUR

– Tarif ESPRIT M (nur Mehrbettzimmer + Regelleistungen, SB 225 EUR) 120,13 EUR

– Tarif Esprit MX (Mehrbett, 450 EIUR SB ambulant) 108,89 EUR

Auch hier gilt, wie übrigens immer, es ist zwingend erforderlich sich mit den persönlich wichtigen Auswahlkriterien zu beschäftigen. Dazu finden Sie unter dem Punkt PKV –> Auswahlkriterien eine Reihe weiterer Informationen. Ob das Kind überhaupt in der PKV oder GKV versichert werden muss, das lesen Sie im Beitrag zur Kinderversicherung nach.

20.
Mai '14

Beitragsgarantien bis 2016 vom Deutschen Ring Krankenversicherung VvaG (für Unisextarife)


„Und es geht schon wieder los…“ oder so ähnlich hieß doch mal ein bekannter Schlagertitel, richtig?

Hier geht es aber heute nicht um Musik, sondern um garantiert stabile Beiträge bis 2016, genauer bis zum 31. 12. 2015, denn bis zu diesem Zeitpunkt garantiert der Deutsche Ring Krankenversicherung die stabilen Beiträge für Versicherte in den Unisextarifen und im Neugeschäft.

Welche Tarife sind garantiert?

Die Beitragsgarantie betrifft zunächst nur die Unisextarife, diese aber im Neugeschäft und im Bestand. In den Tarifen Comfort+, Esprit, Esprit X und Esprit MX wird es vor dem 01. 01. 2016 keine Beitragsanpassung geben. Das bedeutet in der Praxis (da Anpassungen beim Deutschen Ring immer zum 1.1. vorgenommen werden), das hier bis Ende 2015 keine Steigerung der Beiträge zu erwarten ist.

BAP Garantie DtRing 2015

Was passiert danach? 

Im Jahr 2016 ist eine Anpassung möglich und unter anderem davon abhängig, wie sich die so genannten auslösenden Faktoren entwickeln. Gründe für eine Beitragsanpassung in der Privaten Krankenversicherung habe ich bereits in meinem Beitrag hier beschrieben.

Eine Garantie allein sagt nichts

Wichtig ist nochmals zu erwähnen, allein aufgrund einer Beitragsgarantie sollte niemand seinen Tarif auswählen. Es ist nett zu wissen, das keine Anpassung notwenig ist, also ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, aber wichtiger als alles andere sind die Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung und viele Informationen welche Sie im Leitfaden nachlesen können, denn „den besten Tarif“ gibt es generell nicht.

13.
November '12

Deutscher Ring Krankenversicherung mit neuen Bedingungen zur Unisex-Welt in der Privaten Krankenversicherung


Als erstes Unternehmen der Branche hat der Deutscher Ring Krankenversicherungs-Verein a.G. seine in der Unisex-Welt geltenden Allgemeinen Versicherungs-Bedingungen (AVB) für die Krankheitskosten-Vollversicherung herausgegeben. Gegenüber den heute Bedingungen ergeben sich ab dem nächsten Jahr einige Verbesserungen.

Im Teil I der Allgemeinen Bedingungen und damit für das gesamte Unisex-Tarifwerk gilt ab 2013:

  • Impfungen werden zukünftig auch dann bedingungsgemäß geleistet, wenn eine Auslandsreise Anlass der Impfung ist.
  • Die Behandlung in Medizinische Versorgungszentren wird nun bedingungsgemäß geleistet, bisher waren diese in den Bedingungswerken nicht genannt und wurden nur auf dem Wege der Kulanz geleistet.
  • Palliative Versorgung in Hospizen wird tarifübergreifend Bestandteil der Bedingungen: Dadurch wird die bisherige Schlechterstellung gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse aufgehoben und eine bisher nicht versicherte Lücke geschlossen.
  • Die erste Entziehungsmaßnahme wegen Sucht ist nun versichert, auch wenn auch der Versicherer die Leistung vor Behandlungsbeginn zusagen muss. Auf eine Anrechnung anderer Leistungsträger wird verzichtet.

Neben den Änderungen im Teil I und somit der Geltung für alle Tarife des Deutschen Rings, folgen auch in den Tarifbedingungen weitere Klarstellungen und Leistungsverbesserungen.

Änderungen im Tarif „Comfort+“

So werden im Tarif Comfort+ die Auslandskosten erstattungsfähig, welche in dem jeweiligen Land ortsüblich sind. In der bisherigen Version der Versicherungs-Bedingungen fanden sich keine klarstellenden Regelungen. Die psychotherapeutische Leistung wird dahingehend verbessert, das zukünftig nicht mehr 30, sondern bis zu 50 Sitzungen versichert sind. Dabei ist ab der 31. Sitzung eine Prüfung und Leistungszusage des Versicherers erforderlich. Die kleineren Änderungen im Bereich der Heilmittelversorgung umfassen die Hinzunahme der Leistungen von Podologen, Schwangerschafts- und Rückbildungsgymnastik, Kältetherapie und manueller Therapie.

Hilfsmittelkatalog wird geöffnet

Die Produktlinien „Comfort+“ und „Esprit“ sowie die Beihilfetarife hat der Deutsche Ring nun mit einem offenen Hilfsmittelkatalog ausgestattet, nachdem bisher in einem geschlossenen Katalog nur ausdrücklich genannte Hilfmittel versichert waren. Den Empfehlungen für die Mindestkriterien des PKV-Verbandes folgend, versieht der Versicherer seine Bedingungen nunmehr mit der folgenden Aussage: (mehr …)