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26.
August '20

„Ich bin doch nur im Büro…, was soll mir denn schon passieren.“ – und zack fließen 42.000 € Rente


Die Berufsunfähigkeit rückt zwar immer weiter in den Fokus, gerade junge Menschen machen sich durch aus immer mehr Gedanken. Diese überlegen sich schon bei dem Einstieg in den Beruf, was sie denn tun sollten, falls sie nicht mehr arbeiten können. Dennoch wird die Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte immer unterschätzt. Die Entwicklung von „mir passiert schon nichts“ hinzu „ich kümmere mich zumindest mal grundsätzlich um eine Absicherung“ ist durchaus positiv. Zwei Leistungsfälle aus den letzten Wochen möchte ich hier einmal etwas genauer beleuchten.

Vor einigen Jahren habe ich auch einen solchen Kunden in der Beratung gehabt. Ein gut verdienender Angestellter, steht mitten im Leben, plant langfristig eine Familie (aber jetzt noch nicht) und landet bei mir mit Fragen zu seiner bereits bestehenden Krankenversicherung. Nachdem diese beantwortet sind frage ich, warum sein bisherige Berater in der nicht auf das Thema Berufsunfähigkeit angesprochen hat.

Die Antwort kommt spontan und überzeugt, und er sagt:

Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte: Ich bin doch nur im Büro…, was soll mir denn schon passieren.

Nun finde ich persönlich diese Haltung genauso unpassend, wie das „mit dem Sargdeckel klappern“ einige Berater. Extreme Ansichten sind meist nie gut, dann macht die Versicherungswirtschaft keine Ausnahme.

Nachdem wir uns einige Zeit über die Arbeitskraft und auch vor allem über die Ursachen zur Berufsunfähigkeit unterhalten haben, lässt er sich irgendwann zu einer weitergehenden Beratung „überreden“. Wir schauen also Tarife an, berechnen Versorgungslücken und ermitteln die richtige Rentenhöhe. Nach einigen weiteren Stunden Beratung in den nächsten Tagen, wird er mir irgendwann schreiben: „Ich glaube weiter, mein Risiko für eine Berufsunfähigkeit ist so klein, was soll mir im Büro schon passieren.“

Was habe ich falsch gemacht? Ist es mir nicht gelungen dem Kunden die Versorgungslücke vernünftig aufzuzeigen? War ich zu zögerlich, weil ich eben dieses „mit dem Sargdeckel klappern“ nicht machen wollte? Ich kann mich gut erinnern, wie ich damals lange überlegt habe was ich nun tue. Natürlich hätte ich das Mandat auch für die Krankenversicherung komplett kündigen können, ich hätte es weiter mit Argumenten versuchen können, aber irgendwie war ich mit der Situation unzufrieden.

Also schrieb ich dem Kunden:

„Lieber Herr X,

anscheinend ist es mir auch in den letzten Stunden der Beratung nicht gelungen, Ihnen die Wichtigkeit einer Absicherung der Arbeitskraft deutlich zu machen. Vielleicht mein Fehler, vielleicht passiert Ihnen aber die nächsten Jahrzehnte wirklich nichts. Dann haben Sie natürlich das Geld für die Berufsunfähigkeitsversicherung gespart. Wenn diese Entscheidung für sie nun final getroffen ist, dann sind Sie bitte so freundlich und bestätigen mir das ganz kurz per E-Mail oder auf dem Postweg. Mir reicht dabei ein Zweizeiler: „auch nach der Beratung zu dem Risiko einer möglichen Berufsunfähigkeit habe ich mich dazu entschieden hier keine Absicherung zu treffen und trage das Risiko bewusst allein. Vielen Dank und eine schöne Woche.“

Danach passierte eine ganze Weile gar nichts, irgendwann rief Herr X dann doch an und entschied sich für eine Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit. Aus diesen 2.500 € damaliger Monatsrente sind durch Dynamiken mittlerweile knapp 3.500 € Rente geworden.

Vor einigen Tagen erreichte mich dann eine E-Mail, übrigens der erste wirkliche Kontakt seit längerem wieder (bis auf jährlich Abstimmung der BU und KT Beträge) mit folgendem Text:

„…die Alte Leipziger hat mir gestern eine Leistungszusage für die BU geschickt, muss ich noch etwas tun?“

Etwas verwundert lass ich die E-Mail zweimal, ich wusste weder von einem Leistungsantrag noch einer Krankheit, geschweige denn von einer bevorstehenden oder bereits eingetretenen Berufsunfähigkeit. Nach einigen E-Mails und einem Telefonat war schnell klar was hier passiert war.

Nach einem Trauerfall hat es meinen Kunden vollkommen aus der Bahn geworfen. Am Ende, so die Mediziner, war das aber nur der letzte berühmte Tropfen, welche das Fass zum Überlaufen brachte. In den letzten Jahren waren die Anforderungen im Beruf, der ständige Stress und der Druck immer weiter angestiegen. Immer mal wieder kamen Kleinigkeiten wie Kopfschmerzen, Magenprobleme und kleinere andere Krankheiten dazu.

Nichts, wo man jetzt schnell eine dauerhafte Beeinträchtigung oder gar eine Berufsunfähigkeit befürchten müsste. Da geht man halt zum Arzt, wird behandelt und ist in ein paar Wochen wieder fit.

Hier, hier war es anders. Aus den kleinen körperlichen Beschwerden wurde eine handfeste Depression. Oder aus der Depression wurden körperliche Beschwerden, das vermag ich medizinisch nicht zu beurteilen. Der berühmte Tropfen durch den Trauerfall führte dann auch zu einem völligen Zusammenbruch.

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, es ging schon fast ein Jahr Krankschreibung voraus, danach folgte Arbeitslosigkeit und eine weitere Verschlimmerung der Krankheiten. Neben ambulanten Behandlungen und ambulante Therapie, war auch eine stationäre Aufnahme für knapp sechs Wochen in einer psychosomatischen Klinik nicht mehr zu umgehen.

Auf meine Frage, warum denn nicht schon während der Krankschreibung eine Prüfung auf Berufsunfähigkeit erfolgt ist oder er sich zumindest einmal gemeldet hat, kam als Aussage: „dafür hatte ich die Kraft irgendwann einfach nicht mehr“. Irgendwann im letzten Jahr wurde der Versicherer dann doch informiert. Es folgten Unterlagen, die medizinische Bewertung und weitere Absprachen. Auch Corona machte es nicht unbedingt einfacher, aber es lief. Aktuell lief auch noch/ wieder das Krankentagegeld, so war es zumindest finanziell nicht problematisch.

Durch die langen Beschwerden und Beeinträchtigungen war die Anerkennung der Berufsunfähigkeit dann am Ende fast schon eine „Formsache“. Eine Rückkehr in den alten Beruf ist aus heutiger Sicht zumindest undenkbar.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte: Suchen Sie sich Hilfe – medizinisch und auch sonst

Was und dieser Fall sehr gut vor Augen führt, Das sind mehrere Punkte.

Zum einen kann sich wohl niemand davon freisprechen von Krankheiten oder Beschwerden betroffen zu sein. Dabei spielt es überhaupt gar keine Rolle, ob es psychische, psychosomatische oder körperliche Beschwerden sind. Manchmal ist es gar nicht so einfach auseinander zu halten.

Was ist aber auch zeigt: Suchen Sie sich nicht nur medizinische Hilfe. Sprechen Sie mit Freunden, Bekannten oder auch ihrem Berater. Wenn sie nicht die Kraft haben sich um berechtigte Leistungen aus bestehenden Versicherungen zu kümmern, dann suchen Sie sich auch hierfür bitte Hilfe. Vielleicht hätte unser Beispiel hier in den letzten anderthalb bis zwei Jahren einige Sorgen (zumindest Sorgen finanzieller Art) weniger gehabt, wenn die Berufsunfähigkeitsrente schon vor einigen Monaten anerkannt worden wäre.

Auch wenn das Thema Psyche, psychosomatische Beschwerden und Depressionen immer noch ein großes Tabuthema sind, suchen Sie sich Hilfe und sprechen Sie auch in solchen Situationen offen mit ihrem Berater. Ich zumindest für meinen Teil helfe dabei gern und biete meine Unterstützung auch für die Leistungsanträge an. Solange ich aber von der Erkrankung und den Beschwerden nichts weiß, kann ich tatsächlich auch nicht helfen.

Was wird nun gezahlt?

Hier dann noch einige Fakten, auch um zu zeigen warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte nicht billig sein kann. In unserem Fall war der Versicherungsbeginn vor knapp fünf Jahren.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte

Klar ist auch, egal wie viel Geld fließt, seine Gesundheit bekommt er dadurch nicht zurück. Auf der anderen Seite ist aber hier zumindest die finanzielle Sorge für die Familie, und die Sicherung der laufenden Kosten damit erledigt.

Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte

Welche Tücken nun in der Beratung lauern und warum Sie erst einmal Wissensvermittlung und nicht schnell ein Angebot brauchen, das habe ich Ihnen in dem folgenden Beitrag ausführlich beschrieben. Dort finden Sie direkte Handlungsempfehlungen und verlinkte Dokumente zum kostenfreien Download. So bereiten Sie sich auf ein Beratungsgespräch zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte optimal vor.

Individuelle Beratung zu Berufsunfähigkeit und PKV – Vorbereitung auf Ihr Beratungsgespräch

25.
August '14

BU-Rente schon ab 25%? Warum nicht alles gut ist, was gut scheint


„Die Katze im Sack“ sollte man nie kaufen, sagt der Volksmund. Doch leider sind Versicherungen oftmals eine genau solche Katze, viel zu oft wird einfach unterschrieben, der Freund/ Bekannte/ Verwandte wird schon recht haben, oder?

Einer der „Großen“ der Branche bietet neuerdings vermehrt Versicherungen gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit an und wirbt damit „schon ab 25% Berufsunfähigkeit“ eine Leistung zu erbringen. Doch was ist daran nun so besonders?

Wann zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung? 

Das hängt natürlich von den Bedingungen ab, aber in der Regel sieht der Vertrag eine Leistung „ab 50% Berufsunfähigkeit voraus“, dann aber die volle Rente. Wer also 49% berufsunfähig ist, der erhält keine Rente, wer zu 50% oder mehr seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, der bekommt jedoch die volle (100%ige) Rente. Eine weitere Abstufung gibt es nicht und sichert so die Existenz, denn eine halbe Rente reicht meist nicht ansatzweise aus um die laufenden Kosten zu begleichen.

Bitte lesen Sie zur passenden Rentenhöhe auch meinen Beitrag „Richtige Rentenhöhe der BU oder gar keine Absicherung“ und berücksichtigen neben den laufenden Kosten auch die nötige Altersvorsorge.

Und wer zahlt nun schon ab 25%?

Viele Unternehmen bieten anstelle der oben erklärten 50% Lösung noch eine weitere an. Bei dieser so genannten 25/75 Staffel wird schon ab 25% Berufsunfähigkeit eine Rente gezahlt, oder besser eine Teilrente. Diese staffelt sich ab einer Berufsunfähigkeit von 25% in gleicher Weise wie die Berufsunfähigkeit, ab 75% wird dann eine 100% Rente gezahlt. Wer also von dem Arzt zu 66% BU eingeschätzt worden ist, der erhält 66% der versicherten Rente. Das folgende Bild zeigt recht deutlich, wann welche Rente gezahlt wird.

BU Staffeln

Für wen passt welches Modell?

Zunächst einmal sei gesagt, das beide Modelle sicherlich ihre Vor- und Nachteile haben. Bei der „klassischen“ und am meisten verbreiteten Variante muss, um eine Rente zu bekommen, mindestens 50% BU vorhanden sein. Das ist für einen Großteil der Kunden auch kein Problem, da kleinere Einschränkungen ggf. kompensiert werden können, jedoch bei mehr als 50% die volle Rente zur Verfügung steht.

Der größte Nachteil des 25/75 Modells besteht sicher (mehr …)

19.
Mai '14

Nachversicherungsgarantie: in vielen Berufsunfähigkeitsversicherungen nicht mehr als eine tolle (unwirksame) Aussage


[Nach-ver-si-che-rungs-ga-ran-tie], die

Versprechen einer Versicherungsgesellschaft (vorwiegend Lebensversicherung) einen bestehenden Schutz in der Absicherung (gegen den Tod oder die Berufsunfähigkeit) auch ohne eine neue Risikoprüfung zu erhöhen.

Klingt gut- oder? Schutz erhöhen, ohne neue Gesundheitsprüfung… der Traum eines jeden Versicherten. So lassen sich- zumindest auf dem Prospekt- die Vorteile des eigenen Tarifs in den Himmel loben, denn schließlich hat der betreffende Versicherer sogar acht, nein neun, nein sogar zehn Ereignisse, zu denen der Schutz angepasst werden kann. Über eine solche Garantie soll vermieden werden, dass der Schutz bei veränderten Lebensumständen (z.Bsp. Heirat, Geburt eines Kindes, Scheidung, Hausbau) nicht mehr ausreichen wird, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Wie funktioniert diese Nachversicherung genau?

Von der Funktionsweise ist das recht einfach. Der Versicherer definiert in seinen Bedingungen feste Ereignisse, festgelegte Momente also, zu welchen er (der VR) eine Anpassung des Versicherungsschutzes zulassen möchte. Tritt dieses Ereignis nun ein, so kann der Versicherte tätig werden, nein MUSS es sogar von sich aus und aktiv innerhalb bestimmter Fristen, um so dem Versicherer zu sagen: „Hey, ich habe geheiratet, ein Haus gebaut, mein Kind ist geboren und nun möchte ich meinen Schutz bei Dir anpassen.“

Nachvers-BU_Ereignisse

Passiert das alles rechtzeitig, so ist es auch unkompliziert, denn der Versicherer erhöht den Versicherungsschutz (und die Prämie) und ermöglicht daher eine höhere BU-Rente, Todesfallsumme oder sonstige Versicherungsleistung für den Kunden.

Geht eine Anpassung auch ohne Ereignis?

Bei einigen Unternehmen ja. Denn ungeachtet der Ereignisse die in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen aufgeführt sind, kann der Versicherer auch Anpassungen außerhalb dieser zulassen. Ein Beispiel bietet aktuell zum Beispiel die Bayerische mit ihrer neuen BU. (das ist keine Wertung, sondern nur eines von vielen Beispielen). So findet sich hier in den Bedingungen folgende Aussage:

Sie haben das Recht, einmalig innerhalb der ersten fünf Versicherungsjahre die versicherte Berufsunfähigkeitsrente unabhängig von einem in Absatz 1 genannten Ereignis aufzustocken. Der Versicherungsschutz aus dieser Erhöhungsrente setzt erst nach einer dreijährigen Wartezeit ein.

oder auch bei der Barmenia, dem Volkswohlbund und vielen mehr.

Barmenia: In den ersten 60 Monaten der Vertragslaufzeit können Sie die versicherte Berufsunfähigkeitsrente auch ohne besonderen Anlass ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.

(mehr …)

11.
Januar '09

Kann Mama (oder Hausfrauen und -männer) auch berufsunfähig werden?


In diesem Artikel möchte ich auf einen sehr wichtigen Aspekt und einen großen Missstand aufmerksam machen. Bei der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit geht: „Mama braucht keine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, die arbeitet ja nicht.

Bei der Absicherung der Berufsunfähigkeit, die nach der Privaten Haftpflichtversicherung die wichtigste Absicherung im privaten Bereich ist, wird in der Regel immer noch der Hauptverdiener ausschließlich abgesichert.

Schauen wir uns nun jedoch mal die Ursachen an, welche zu einer Berufsunfähigkeit führen. Bei über 30% der Fälle sind es Rücken-/ Wirbelsäulenerkrankungen oder die Erkrankungen von Gelenken und Muskeln. Dazu kommt, dass die meisten Unfälle im eigenen Haushalt passieren. Daher kommt vermutlich auch der Trugschuss das eben eine Unfallversicherung, die meist deutlich günstiger zu bekommen ist als eine Berufsunfähigkeitsversicherung, doch eigentlich ausreicht. Leider sieht die Realität etwas anders aus. Nur jeder zehnte Fall der Berufsunfähigkeit ist auf einen Unfall zurückzuführen. Neben bereits genannten Ursachen sind Erkrankungen der Psyche, der Nerven oder des Herz- Kreislaufsystems wie auch Krebs die häufigeren Ursachen.

Auch das Argument „die Mama arbeitet ja nicht“ gilt hier nicht. Auch die nicht aktiv entlohnte Tätigkeit einer Hausfrau/ eines Hausmannes hat natürlich einen wirtschaftlichen Wert. Kalkulieren Sie für den „Ersatz“ einer Hausfrau durch eine externe Arbeitskraft einen monatlichen Betrag von ca. 1.500 bis 2.100 EUR, je nach Bundesland und Umfang der Tätigkeiten natürlich unterschiedlich.

Vertraglich gesehen gelten auch bei Hausfrauen hinsichtlich der Berufsunfähigkeit die gleichen Regeln wie bei allen anderen Versicherten.

Die nach 1961 geborenen haben nur einen gesetzlichen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Dieses jedoch nur dann wenn nicht mind. 3 (volle Rente) oder 6 Std. (halbe Rente) keine andere Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt mehr ausgeübt werden kann. Dabei geht es nicht darum ob eine entsprechende Tätigkeit zur Verfügung steht, sondern nur ob diese „theoretisch ausgeübt werden kann“. Damit ist jede Tätigkeit gemeint, ohne Berücksichtigung der Fähigkeiten, Kenntnisse und der eigenen Ausbildung.

Bescheinigt er Arzt, dass die bisherige (Hausfrauen-/ Hausmann) Tätigkeit zu mindestens 50% nicht mehr ausgeübt werden kann, und dieser Zustand über 6 Monate besteht bzw. bestand, so ist der Tatbestand der Berufsunfähigkeit erfüllt und die Gesellschaft zahlt eine versicherte Berufsunfähigkeitsrente.

Die Bedingungen der einzelnen Gesellschaften unterscheiden sich genauso wie die verlangten Prämien für den Schutz. Dabei ist es zum einen unterschiedlich in welche Berufsgruppe die Hausfrau/ der Hausmann eingestuft wird. Das geht von einer eigenen Berufsgruppe für Hausfrauen/ Hausmänner (ARAG, Ergo) über die Gruppe 1 (Allianz, Volkswohlbund und die Gruppe 2 (AachenMünchener, Alte Leipziger, Axa etc.) bis zur Gruppe 4. (beispielhafte und nicht abschließende Aufzählung der Gesellschaften).

Auch bei der so genannten abstrakten Verweisung gibt es durchaus Unterschiede. Es existieren noch Tarife auf dem Markt die eine solche zulassen, was zum Beispiel bedeuten kann das die Hausfrau, der vielleicht früher Ingenieurin war, nun eine Tätigkeit als Pförtner ausüben muss und es dazu keine Rentenzahlung gibt.

Die klare Empfehlung ist demnach sich frühzeitig um einen entsprechenden Schutz zu bemühen, denn eine einmal abgeschlossene Police hat auch in der Zeit als Hausfrau weiter Bestand.

Je älter – desto teurer?

Ja, die Berufsunfähigkeitsversicherung wird individuell kalkuliert. Dabei spielt nicht nur der Beruf und das damit verbundene Risiko eine Rolle, sondern auch der Gesundheitszustand zu Vertragsabschluss und das aktuelle Alter. Achten Sie auch auf Punkte wie die Nachversicherungsgarantie. Damit besteht die Möglichkeit den Schutz neuen Situationen anzupassen, ohne eine erneute Risikoprüfung.

Auch sollten Sie auf das Endalter des gewünschten Schutzes und die Höhe der Rente achten. Ein Schutz bis 60 ist zwar billiger als ein Endalter 65 oder 67, jedoch ermöglicht letztgenannter einen nahtlosen Übergang in die Rente. Bei Hausfrauen/ -mänern begrenzen die meisten Gesellschaften die Rentenhöhe auf 750 – 1.500 EUR monatliche Rente. Auch hier gilt- hat vorher ein höherer Schutz bestanden gilt dieser meist weiter.

Denken Sie also an ausreichenden Schutz und legen Sie besonderen Wert auf die Versicherungsbedingungen, denn es gibt nur „schwarz-oder-weiss“, also Rente bekommen oder eben nicht.

Mehr Fakten und Infos finden Sie in meinem Leitfaden zur Berufsunfähigkeit, welcher auf meiner Homepage http://www.online-bu.de zum kostenfreien Download zur Verfügung steht. Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Hier gehts zum Folgeartikel: Berufsunfähigkeitsversicherung für Hausfrauen und Mütter