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06.
Juni '20

Berufsunfähigkeitsschutz der Nürnberger mit nur zwei Gesundheitsfragen – ist die Aktion mehr Schein als Sein?


Die Berufsunfähigkeit gehört heute zu den größten Risiken für fast alle Erwerbstätigen und gehört damit – da sind sich selbst sonst kritische Verbraucherzentralen, Finanztest und alle Berater einig – zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt. Damit meine ich gar nicht Horrorszenarien wie „Stellen Sie sich vor, Sie können nie mehr arbeiten.“. Nein, denn viele Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung erstrecken sich über einige Jahre, dann „geht es oft wieder“. Nicht nur Krebserkrankungen, Wirbelsäulenkrankheiten oder die Psyche führen schnell einmal „temporär“ für einige Jahre zum Ausfall des Einkommens. Da wird es schnell eng, denn wie sollen laufende Kosten wie Miete, das Auto, Ausbildung der Kinder und vieles mehr bezahlt werden?

Doch obwohl der Schutz so wichtig ist, gibt es zwei große Gruppen von Personen, welche den Schutz einfach nicht haben. Zuerst sind es die, die keinen Schutz wollen. Da herrschen Aussagen wie „mir passiert ja nix“ oder „was soll schon passieren, damit ich in MEINEM Beruf nicht mehr arbeiten kann“ vor. OK, muss jeder selbst entscheiden.

Die zweite große Gruppe sind leider die, die aufgrund von Vorerkrankungen keinen Schutz bekommen und das obwohl diese gern einen hätten, gerade weil diese das Risiko verstanden, oder im Verwandten- und Bekanntenkreis gesehen haben.

Befristete Aktion der Nürnberger – für wen?

Die Nürnberger Versicherung bietet dazu nun eine vermeintliche Lösung. Im Vergleich zu bisherigen Aktionen, welche häufig auf wenige Berufe, Berufsgruppen oder die Zugehörigkeit zu einem Verein oder einer Kammer begrenzt waren, gilt diese Aktion der Nürnberger für alle. Zusammen mit dem Münchener Maklerpool Fondsfinanz hat die Nürnberger eine BU Aktion aufgelegt, welche bis zum 31.12.2020 gilt und in diesem Zeitraum allen offen steht. (Ok, als Berater braucht es eine Anbindung an den Pool, das war es aber auch schon)

  • – Aktion befristet bis 31.12.2020

  • – Spätester Versicherungsbeginn ist der 1.2.2021

Versichert werden können hier zunächst einmal alle Berufe und -gruppen. Dazu zählen auch die Beamten, für welche die Nürnberger eine Dienstunfähigkeitsversicherung anbietet.

Befristete Aktion der Nürnberger – welche Tarife?

Auch bei den Tarifen gibt es – im Rahmen der Möglichkeiten bei der Nürnberger – einige Optionen. So lassen sich die Anträge mit der vereinfachten Aktion als:

  • – selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU)

  • – selbstständige Dienstunfähigkeitsversicherung (SDU)

  • – Investment-Berufsunfähigkeitsversicherung (IBU)

  • oder als – Einsteiger-Berufsunfähigkeitsversicherung (FC) versichern.

Bei der letztgenannten Variante ist es ebenfalls möglich ein Krankentagegeld zu versichern, nicht aber den „ErstfallSchutz“. Dabei handelt es sich um eine Vorsorge bei schweren Krankheiten.

Befristete Aktion der Nürnberger – welche Kriterien gelten?

Wichtigstes Kriterium bei der Beantragung ist zunächst die Rentenhöhe. Dabei gilt:

  • – maximale Rente 2.500 € Monatsrente (30.000 € pro Jahr)

  • – dabei werden bestehende Verträge angerechnet

  • – bei einigen Berufen gelten berufsspezifische Summengrenzen, welche niedriger sein können.

So kann es durchaus vorkommen, dass für Polizisten, Feuerwehrleute oder auch Lehrer spezielle Summen gelten, diese gehen dann der 30.000 € Grenze in jedem Fall vor.

Weiterhin, und das ist eher unüblich für Aktions-BUs, ist es auch möglich eine Dynamik in den Vertrag einzuschließen. Ebenso sind jedoch Endalterbeschränkungen zu beachten, welche auch sonst im Neugeschäft gelten. Auch hier gehen diese Beschränkungen vor.

Nur zwei Gesundheitsfragen im „Aktionsantrag“ – wirklich?

Die Nürnberger spricht bei der Vorstellung der „neuen BU Aktion“ von einer sehr vereinfachten „Gesundheitserklärung“ und nur zwei Gesundheitsfragen. Dazu kommt die Angabe Größe und Gewicht und… lesen Sie selbst.

Schauen wir uns aber zunächst einmal diese Fragen an.

Diese Frage dürfte noch recht eindeutig zu beantworten sein und damit auch wenige Probleme machen. Ob und wann sich jemand im Krankenhaus befand („-aufenthalte“ bedeutet in dem Fall „über Nacht da bleiben“), das wird man wissen und fünf Jahre sind somit kein so großer Zeitraum. Doch dann folgt die Zweite der „kurzen Fragen“.

Diese Frage, genauer die Formulierung, hat es in sich und dürfte den Antrag für die meisten Personen ad absurdum führen. Denn wer diese ruhigen Gewissens und korrekt mit nein beantworten kann, der wird auch einen normalen Antrag stellen können. Aber der Reihe nach.

Zunächst geht es auch hier um einen Abfragezeitraum von fünf Jahren, soweit nichts Besonderes. Doch der Rest der Frage hat es in sich. Es folgt die Frage nach BEHANDLUNGEN. Also muss zunächst einmal ein Besuch bei einem BEHANDLER stattgefunden haben. Das kann ein Arzt, aber auch ein Heilpraktiker, Osteopath oder auch ein Physiotherapeut sein. Dabei heißt es auch nicht, es muss verordnet gewesen sein. Wer sich zum Beispiel einmal bei einem verspannten Rücken eine Massage „gegönnt“ hat und diese ganz ohne Rezept selbst bezahlt hat, auch das wäre hier anzeigepflichtig.

Weiterhin geht es sogar weiter, denn es geht nicht nur um „durchgeführt“, sondern auch um „empfohlen“. Damit sind auch Empfehlungen eines Arztes oder Behandlers anzugeben, welche dann doch nicht gemacht worden sind. Die Nürnberger zeigt hier in der Angabe in Klammern auch schon deutlich, auch Medikamente, Infusionen, aber auch Logo- oder Ergotherapie sind hier gemeint.

Soweit so gut. Doch dann folgen, wenn auch keine Fragen, noch umfassende Bestätigungen. Sie als Antragsteller müssen somit dem Versicherer noch einige „Versicherungen“ geben, entschuldigen Sie das Wortspiel.

Bestätigen müssen Sie somit nicht nur, dass Sie „uneingeschränkt“ (Anmerkung: also zu 100 Prozent!) arbeitsfähig sind. Weiterhin dürfen Sie in den letzten zwei Jahren nicht mehr als zwei Wochen arbeitsunfähig gewesen sein. Jetzt mag man denken: „ist doch dann eh bei den Behandlungen anzugeben“. Das stimmt natürlich auch. Aber auch ein Selbstständiger, welcher gar keinen „gelben Schein“ hatte und dennoch nicht arbeiten war, muss es hier angeben.

Die Fragen nach bestehender Behinderung oder teilweiser bzw. voller Erwerbsminderung sind da schon „harmloser“. Diese sind auch wichtig und nötig, denn ist jemand nicht mehr in der Lage zu arbeiten, was soll er sich dann gegen das Risiko Berufsunfähigkeit versichern.

Müssen Sie eine der Gesundheitsfragen mit „ja“ beantworten oder können Sie die „Bestätigungen“ nicht abgeben, so ist der Aktionsantrag damit erledigt. Dann gelten die normalen Kriterien der Risikoprüfung und Sie sollten schnell die Finger von dem Antrag lassen. Warum ist einfach und schnell erklärt. Auch dieser Aktionsantrag kann dann eben abgelehnt werden und müsste dann bei einer anderen Beantragung angegeben werden. Daher heißt es auch hier:

Risikovoranfrage (die natürlich anonym) geht vor Antrag – IMMER

Befristete Aktion der Nürnberger – was wird noch alles gefragt?

Mit den Gesundheitsfragen ist es natürlich noch nicht zu Ende. Neben diesen sind Fragen zu weiteren Lebensumständen zu beantworten. Auch diese finden Sie im verlinkten Fragebogen. Dazu gehören insbesondere:

  • – Fragen nach Berufs- oder Freizeitgefahren und Hobbys

  • – Fragen nach geplanten Auslandsaufenthalten

  • – Fragen nach anderweitigem Versicherungsschutz

  • – Fragen nach abgelehnten oder mit Zuschlag oder Ausschluss angenommenen Anträgen

Wer also glaubt, mit dieser Aktion dem Zuschlag für bestimmte Sportarten oder andern gefährlichen Hobbys zu entgehen, der wird hier enttäuscht. Auch diese Zuschläge werden im Rahmen der Aktion weiter erhoben.

Befristete Aktion der Nürnberger – für ganz wenige passend?

Nach Durchsicht aller Fragen und der Erklärungen stellt sich die Frage, für wen der Antrag denn überhaupt einen Vorteil bietet. Wer alles mit Nein beantworten kann und zudem weder Behandlungen noch Arztbesuche und dergleichen hat, der kann sich auch auf die Suche nach einem „normalen“ Schutz machen und die Fragen regulär beantworten. Da werden dann oft mehr Fragen gestellt, wenn aber eh nichts da ist, dann kann auch das dort mit nein beantwortet werden.

Daher würde ich hier keinesfalls nur auf die Nürnberger und den Aktionsantrag schauen. Dennoch gibt es aber durchaus Fälle, wo sich hier solche Überlegungen anstellen lassen und wo der Aktionsantrag vorteilhaft sein kann.

Heuschnupfen und Asthma?

Wie sieht es denn hier aus? Nehmen wir einen Kunden, welcher in den letzten Jahren (viele seit Jahrzehnten) an Heuschnupfen leidet, aber im Sommer schnell mit ein, zwei Flaschen frei verkäuflichen (also nicht rezeptpflichtigen) Medikamenten auskommt. Auf den ersten Blick sind das keine Behandlungen welche durchgeführt oder angeraten sind. Hier geht unser Musterkunde nur in die Apotheke und holt sich einfach ein Spray.

Gibt es dazu keinerlei Behandlungen und Arztbesuche, so könnte die Frage mit „nein“ beantwortet werden. Aber ACHTUNG! Oft sind solche Diagnosen, wenn diese denn schon einmal beim Arzt aufgetaucht sind, dauerhaft in der Akte vermerkt und können dennoch im Nachhinein zu Problemen führen. Gerade wenn es einen Arztbesuch (zum Beispiel zur Vorsorge oder bei Impfungen) gab und der Arzt dann in dem Quartal gleich noch den „Heuschnupfen“ mit abgerechnet hat. Hier steht dann durchaus etwas in der Akte.

Fragen Sie daher vorher einmal nach, wie denn die Krankenakte aussieht. In diversen Artikeln zur Krankenakte und DSGVO habe ich Ihnen Informationen und Musteranschreiben dazu zusammengestellt.

Bestehende Hepatitis Diagnose?

Es gibt bekanntlich eine Reihe von Berufen, da kann es mit einer Hepatitis zu einem Berufsverbot kommen. Sinnvoll, klar, man möchte ja niemand anstecken und Patienten in Gefahr bringen. Ist diese Diagnose nun lange bekannt und hat in den letzten fünf Jahren nicht zu einer Behandlung geführt, so wäre man geneigt, hier „nein“ anzukreuzen. Das kann auch durchaus richtig sein, birgt aber ähnliche Gefahren wie bereits beim Heuschnupfen geschildert. Dennoch: Ist es sauber und auch in der Krankenakte sicher dokumentiert und haben wirklich keine Behandlungen stattgefunden, dann kann die Aktion hier den Risikozuschlag in der Berufsunfähigkeit ersparen. Wichtig auch hier ist aber genaues Lesen und studieren der eigenen Krankenakte.

Befristete Aktion der Nürnberger – Fazit

Eine „bahnbrechende Neuerung“ ist diese Aktion ebenso wenig, wie auch für viele keine besonders lohnenswerte Aktion. Dennoch kann es für einige Versicherte sinnvoll sein, sich auch hier zu informieren und die eigene Gesundheitshistorie zu durchforsten. Diese muss, nicht nur bei dieser Aktion, sauber aufgearbeitet und bekannt sein. Ratschläge, die Akte besser nicht zu besorgen, führen hier nicht nur zu viel Ärger, sondern auch im schlimmsten Fall zur Berufsunfähigkeit ohne Rentenzahlung und das möchte nun sicher niemand.

Alle, für die diese Aktion mit den dortigen Fragen nicht passt, oder wer eine der beiden Fragen mit „ja“ beantwortet, für den gelten die normalen Risikofragen. Auch diese finden Sie hier im Downloadbereich unter dem Stichwort „Antragsunterlagen“ und können sich diese genauer anschauen.

Nürnberger LV, Gesundheitsfragen (Standard), 2020

Nürnberger LV, Aktionsantrag BU Aktionsantrag AKZ: 116, BU Aktion 2020

Bei weiteren Fragen zur Berufsunfähigkeitsabsicherung, der passenden Rentenhöhe oder zu Bausteinen wie einer Leistungsdymanik (garantierte Rentensteigerung) oder Klauseln zur Arbeitsunfähigkeit finden Sie mehr Informationen auf meiner

Beratungsseite zur Berufsunfähigkeit

23.
November '19

Alte Leipziger Berufsunfähigkeitsschutz: FairScore, neue Berufsgruppen, mehr Optionen und Bedingungsverbesserungen


Die Alte Leipziger Lebensversicherung, der Versicherer aus Oberursel bei Frankfurt, bietet seit Jahren ein sehr hochwertiges Produkt für den Schutz bei Berufsunfähigkeit an. Dieses wurde in den letzten Jahren mehrfach angepasst und verbessert und somit einerseits flexibler, andererseits leistungsstärker gemacht.

Einige Veränderungen in den letzten Jahren finden sich in folgenden Beiträgen:

Zum 01. Januar 2020 steht nun eine weitere Veränderung der Bedingungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung an. Die neue Version der Bedingungen, die pm2300- 01.2020 kommt mit einigen Verbesserungen der Leistungen daher, welche wir uns hier genauer anschauen.

FairScore statt nur Berufsgruppe

Vorbei die Zeiten, in denen klar war welcher Beruf in welche Berufsgruppe gehört. Ob man die neuen Wege nun „dynamische Einstufung“ oder FairScore oder wie auch immer nennen mag, die Bewertungen werden individueller. Zukünftig führen eine Reihe von Faktoren zur Einstufung und damit zur Prämie. Im Wesentlichen spielen dabei folgende Kriterien und Bewertungen eine Rolle.

Zukünftig wird also, noch mehr als bisher, die individuelle Ausgestaltung der Tätigkeit eine Rolle spielen und damit über die Prämienhöhe der versicherten Rente entscheiden. Dabei werden nicht nur der einmal erlernte Beruf, sondern auch weiterführende Qualifikationen im Laufe des Berufslebens und auch die Aufteilung der Tätigkeit in handwerklich, Reisetätigkeit und mehr eine Rolle spielen.

Die Alte Leipziger hinterlegt in FairScore zukünftig mehr als 4.500 Berufe, dazu kommen weitere Differenzierungen in 191 Ingenieure, über 100 Unterscheidungen bei Ärzten und über 56 Varianten bei Lehrern. Damit wir – wie bereits gesagt – die Einstufung noch viel mehr vom genauen Berufsbild und der Ausgestaltung abhängig werden.

Aktuell gibt es in den Tarifen 7 Berufsgruppen. Angefangen von 1++ über 1+ und 1, dann weiter mit 2+, 2, 3+ und 3. Zukünftig werden diese weiter aufgefächert und auf zehn Gruppen verteilt. Diese bekommen dann die folgenden Bezeichnungen.

Schüler – in 24 statt 11 Gruppen

Auch für Schüler wird es umfangreicher in der Auswahl. Schon heute gibt es eine Reihe Versicherer, welche hier differenziert prüfen und nach Schulform und Klassenstufe prüfen und unterscheiden. Das hängt unter anderem mit der Tatsache der möglichen, zukünftigen Berufswahl der Schüler einer Schulform zusammen. Heute gibt es (inkl. Berufsschule) bei der alten Leipziger elf Gruppen in die Schüler einzuordnen sind.

Zukünftig wird dieses auf 24 unterschiedliche Gruppen ausgedehnt und auch hier die Prämie weit auseinander gehen. Da zeigt sich auch hier wieder, wie wichtig ein frühzeitiger Abschluss und damit die richtige Grundlage ist.

Raucherstatus ist zukünftig Tarifkriterium

Im Vergleich zur bisherigen Tarifkalkulation spielt zukünftig auch der Raucher-/ Nichtraucherstatus eine Rolle. Dabei gilt eine einfache Regel. Änderungen sind nicht anzeigepflichtig. Wer also heute nicht raucht, damit aber zukünftig anfängt, der muss es nicht melden und wird auch nicht bestraft.

Ebenso gibt es aber keine Verbesserung. Wer also jetzt als Raucher eingestuft wird und zukünftig dieses Laster los wird, der wird auch dann nicht besser gestellt. Auch eine Anzeige mit schriftlicher Bestätigung nützt gier nichts. Es ist nur über einen neuen Vertrag mit einer komplett neuen Risikoprüfung möglich, den Status wieder los zu werden. Das ist kein so schlechter weg, denn nur so lässt sich Missbrauch einer solchen Klausel eindämmen und damit das Kollektiv schützen.

Der Nichtraucher erhält einen Rabatt auf die Prämie in der Berufsunfähigkeitsversicherung und zahlt damit zukünftig weniger Beiträge.

Verbesserungen der Bedingungen für die Berufsunfähigkeit

Wie immer bei Veränderungen und Verbessrungen von Leistungen sind diese nicht in jedem Fall für alle interessant.

Infektionsschutzklausel

Eine der Änderungen, welche meist nur bestimmte Personengruppen betrifft, ist die so genannte Infektionsklausel. Wer also aufgrund einer behördlichen Anordnung nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann (zum Beispiel bei einer Hepatitis Erkrankung), der muss erstmal nicht zwingend berufsunfähig sein. Für einen solchen Fall gab es schon bisher für Ärzte, Zahnärzte und bestimmte Berufe eine zusätzliche Klausel. Der Abschnitt „Infektionsgefahr“ findet sich in den neuen Bedingungen auf Seite 8 ff. wieder und ist nun weiter gefasst. Eine Leistung aus dem BU Vertrag erfolgt auch (denn die versicherte Person gilt als berufsunfähig), wenn:

  • – sie/er für andere eine Infektionsgefahr darstellt

  • – es gibt ein Tätigkeitsverbot nach Bundesinfektionsschutzgesetz oder Rechtsvorschrift

  • – mind. für 6 Monate und mind. 50% der Tätigkeit betroffen

Bei Medizinern und auch med. Personal wie Krankenschwestern, Zahnarzthelferinnen und dergleichen geht es noch etwas weiter. Hier reicht allein das Tätigkeitsverbot, welches sich auf die Behandlung von Patienten bezieht.

Leistungen wie die Sofortzahlung bei Krebs oder auch die Arbeitsunfähigkeitsleistungen gibt es weiterhin, diese sind in den oben genannten, älteren Artikeln verlinkt.

Neue Möglichkeiten der Vertragserweiterung und -veränderung

Auch bisher bot die Alte Leipziger den Versicherten eine Ausbaugarantie. So kann in bestehenden Verträgen innerhalb der ersten fünf Jahre der Schutz nochmals und ohne neue Risikoprüfung erweitert werden und bietet somit eine Option zur Verbesserung. Diese Möglichkeiten werden mit den neuen Bedingungen etwas angepasst und erweitert. Auch zukünftig wird hier zwischen der Ausbau- und der Nachversicherungsgarantie unterschieden. Bei beiden (mehr …)

08.
August '19

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Umtauschaktion


In der Vergangenheit gab es bereits einige Aktionen zur Berufsunfähigkeit und solche, womit ein Abschluss einer notwenigen Berufsunfähigkeitsversicherung mit wenigen oder eingeschränkten Fragen möglich war. Eine solche Aktion, allerdings für bereits versicherte Kunden (wenn auch mit altem oder reduziertem Schutz) gibt es nun aktuell wieder. Alle Details zur Aktion und die genauen Vorgaben finden Sie hier im Beitrag.

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Wer kann diese nutzen?

Um von dieser speziellen Aktion profitieren zu können, müssen Sie bereits eine BU-Absicherung haben, auch wenn diese vielleicht alt, nicht mehr passend oder mit falscher Rente oder anderen Eckdaten abgeschlossen wurde. Diese alte Berufsunfähigkeitsversicherung muss NACH dem 30.06.2015 beantragt worden sein.

Zudem müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein, damit der Altvertrag für die „Umtauschaktion“ berechtigt ist.

  • – es muss sich um einen Fremdvertrag handeln (außer Nürnberger)

  • – es sind auch Verträge mit Zuschlägen oder Ausschlüssen berechtigt

  • – es darf sich um keinen Optionsvertrag, einen Vertrag aus einer BU Aktion oder mit einer Dienstfähigkeitserklärung handeln

  • – es muss sich um einen laufenden Vertrag mit laufender Beitragszahlung handeln

  • – eine BU Leistung darf noch nicht aus dem Vertrag beantragt oder erhalten sein

Sind all diese Voraussetzungen erfüllt und möchten Sie eine neue BU abschließen, so kann diese Aktion durchaus interessant sein.

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Rentenhöhe und Eckdaten

Natürlich gibt es bei der Aktion auch weitere Vorgaben für den Neuvertrag, denn nur mit einer solchen Begrenzung ist die Aktion überhaupt für den Versicherer machbar.

Versichert werden dürfen neben der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung auch die DU, Kombinationen im Rahmen von (fondsgebundenen) Produkten (z.Bsp. IBU), oder auch eine Einsteiger BU ist möglich.

Interessant in dem Zusammenhang ist auch der gleichzeitige Abschluss einer Krankentagegeldversicherung nach dem Tarif TG6.

Wir die bestehenden Rente aus dem alten Vertrag übernommen, so findet zudem keine finanzielle Risikoprüfung nötig. Dabei darf die Rente bis zu 5% über der alten Rente liegen. (Grenze ist hier aber die Rente bei Antragstellung, nicht die ggf. durch Dynamik erhöhte)

  • – in Ergänzung zu dieser Begrenzung darf die neue Rente max. 30.000 € betragen und somit auch (mit Prüfung der finanziellen Angemessenheit) über der alten Rente liegen

  • – Grenzen, welche aus speziellen Berufen resultieren, gelten ebenfalls

  • – Beginn muss spätestens der 01. Oktober 2019 sein

Interessant ist zudem der Umgang mit der Anzeigepflichtverletzung und den Fristen aus (mehr …)

05.
Juli '19

LV1871 mit verbesserter Einstufung in der Schüler-BU (auch Azubi) und vereinfachten Gesundheitsfragen [Aktion bis 31.07.2019]


Die Schule ist für viele nun zu Ende und die Ausbildung naht. Ein Grund mehr, sich zum Thema „Absicherung gegen Berufsunfähigkeit“ Gedanken zu machen. Egal ob als (ehemaliger) Schüler, oder als Eltern. Der Nachteil? Viele Ausbildungsberufe sind deutlich schlechter eingestuft im Vergleich zur „Tätigkeit“ als Schüler. Daher kann es sinnvoll sein, die aktuelle Altion der LV 1871 genauer anzusehen, denn hier besteht auch nach Ende der Schule und sogar bei bereits vorhandenem Ausbildungsvertrag die Chance auf eine bessere Einstufung.

LV1871 mit verbesserter Einstufung in der Schüler-BU – für wen?

Der Versicherungsschutz der Schüler BU ist nicht nur für die Schüler interessant, welche die Schule beendet haben. Auch alle bestehenden Schüler und Schülerinnen können einen solchen Schutz nutzen und durch den frühen Einstieg günstigere Prämien sichern.

Interessant dabei, die Einstufung bleibt auch dann bestehen, wenn später deutlich schlechter eingestufte Berufe ausgeübt werden. Eine Veränderung der Berufsgruppe erfolgt dann nicht mehr. Somit sichern sich Eltern und Schüler bei einem frühen Abschluss nicht nur den Gesundheitszustand, sondern auch die bessere Berufsgruppeneinstufung.

Es handelt sich zudem um eine echte BU Absicherung und keine abgestreckte Schüler-/ Erwerbsunfähigkeitsklausel.

LV1871 mit verbesserter Einstufung in der Schüler-BU – verbesserte Berufsgruppen

In einigen Ausbildungsberufen und für Schüler bestimmter Schulzweige hat die LV 1871 zudem ab 01. Juli die Einstufung verbessert.

LV1871 mit verbesserter Einstufung in der Schüler-BU – vereinfachte Gesundheitsfragen

Zusätzlich zu der Einstufungsverbesserung bietet die LV1871 derzeit ein veinfachte Risikoürfung für verschiedene Personengruppen an. Details dazu folgen in einem weiteren Beitrag. Auch Schüler, Azubis und Studenten können davon profitieren.

04.
Juli '19

[BU Aktion] Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen


Lange hatten wir keine dieser Aktionen mit vereinfachten Gesundheitsfragen und im Vergleich zu früheren ist es auch keine wirkliche „Aktion“, eher der Wunsch des Versicherers hierbei weniger Gesundheitsfragen zu stellen und damit den Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der LV 1871 zu erleichtern.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen – für wen und welche Tarife?

  • – abschließbar für die Tarife Golden BU, Golden BU Start, Performer Golden BU (jeweils auch mit Pflegepaket)

  • – für versicherte Personen bis 35 Jahre

  • – Körpergröße und Gewicht der versicherten Person liegen im normalen Bereich

  • – für eine Vielzahl von Berufen aus dem kaufmännischen Bereich, für Akademiker oder Schüler (Gymnasium) möglich

  • – auch bei Rauchern möglich

Zudem gelten weitere Beschränkungen hinsichtlich der Rentenhöhe und der Vertragsgestaltung.

  • – maximal 1.500 € Rente (oder berufsspezifische Grenzen)

  • – Schüler maximal 1.100 €

  • – max. 3% Dynamik

Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen – welche Fragen müssen beantwortet werden?

Eine wesentliche Voraussetzung ist zudem, Größe und Gewicht müssen im „normalen“ Verhältnis sein. Welcher BMI das genau ist, sagt die LV 1871 noch nicht, ist aber von mir angefragt. Zudem ist ein Schutz über die vereinfachten Fragen nur möglich, wenn ALLE Fragen mit nein beantwortet werden können.

Die ersten Fragen betreffen Hobbys und Beruf.

1. Bestehen bereits Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen oder sind solche beantragt?

2. Üben Sie eine der folgenden Sportarten aus: Motorsport, Bergsport, Flugsport, Tauchsport, Reitsport, Kampfsport, gefährliche Mannschaftssportarten?

3. Planen Sie innerhalb der nächsten zwölf Monate einen mehr als sechswöchigen Auslandsaufenthalt außerhalb der Europäischen Union?

Wer also schon eine BU hat oder eine solche beantragt hat (Voranfragen sind kein Antrag), der kann die vereinfachte Prüfung nicht nutzen. Alle anderen aber schon.

Weiter geht es mit den Gesundheitsfragen. Wobei es eigentlich mehr als 7 Fragen sind, denn die Frage 4. enthält Unterfragen.

4. Wurden Sie in den letzten fünf Jahren von einem Arzt oder sonstigen Heilbehandler untersucht oder behandelt?

bei „ja“ weitere Fragen:

4.a. Wurden Ihnen in den letzten sechs Monaten Medikamente verschrieben oder verabreicht?

4.b. Waren Sie in den letzten fünf Jahren für mehr als 14 Kalendertage durchgehend aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, Ihre übliche Tätigkeit (berufliche Tätigkeit, Teilnahme am Schulunterricht, Studium) auszuüben oder sind Sie derzeit dazu nicht in der Lage?

4.c. Wurden Sie in den letzten fünf Jahren wegen des Genusses von Alkohol oder anderer Suchtmittel beraten oder behandelt?

4.d. Sind Sie in den letzten fünf Jahren untersucht oder behandelt worden wegen einer Herzerkrankung, Tumorerkrankung, Nierenerkrankung oder Diabetes?

Anmerkung: Die Frage 4 ist die einzige, welche zunächst mit JA beantwortet werden darf, wenn danach alle Fragen 4a-4d mit NEIN beantwortet werden.

5. Bestehen oder bestanden in den letzten fünf Jahren psychische Beschwerden oder Erkrankungen?

6. Wurden Sie in den letzten zehn Jahren stationär aufgenommen oder ist eine stationäre Behandlung in den nächsten zwölf Monaten geplant?

7. Hatten Sie in den letzten sechs Monaten Beschwerden des Nervensystems oder Gehirns, des Bewegungsapparates oder der Sinnesorgane?

Unter die Frage 7 fallen auch Kurz- und Weitsichtigkeit. Damit wären all diese Kunden auch ausgeschlossen. Ich habe auch das einmal bei der LV 1871 konkret angefragt.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Fazit

Generell ist eine solche BU Aktion immer eine gute Idee, wenn das Produkt passt und die sonstigen Parameter passen. Wer aber diese Fragen alle mit nein beantworten kann, für den sollte auch bei vielen Anbietern eine Beantragung einer normalen BU möglich sein. Ja, dann sind dort mehr Angaben zu machen oder weitere Fragen zu beantworten, dennoch ist aber am Ende die Auswahl der Produkte größer.

Daher gilt auch hier, genau zu überlegen welche Leistungen und Bedingungen benötigt werden und dann im Wege von anonymen Voranfragen eine Annahme zu klären.

–> Anonyme Voranfrage – dazu braucht es einen qualifizierten Berater

–> Auswahlkriterien und Schritte zur richtigen BU