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05.
Juli '19

LV1871 mit verbesserter Einstufung in der Schüler-BU (auch Azubi) und vereinfachten Gesundheitsfragen [Aktion bis 31.07.2019]


Die Schule ist für viele nun zu Ende und die Ausbildung naht. Ein Grund mehr, sich zum Thema „Absicherung gegen Berufsunfähigkeit“ Gedanken zu machen. Egal ob als (ehemaliger) Schüler, oder als Eltern. Der Nachteil? Viele Ausbildungsberufe sind deutlich schlechter eingestuft im Vergleich zur „Tätigkeit“ als Schüler. Daher kann es sinnvoll sein, die aktuelle Altion der LV 1871 genauer anzusehen, denn hier besteht auch nach Ende der Schule und sogar bei bereits vorhandenem Ausbildungsvertrag die Chance auf eine bessere Einstufung.

LV1871 mit verbesserter Einstufung in der Schüler-BU – für wen?

Der Versicherungsschutz der Schüler BU ist nicht nur für die Schüler interessant, welche die Schule beendet haben. Auch alle bestehenden Schüler und Schülerinnen können einen solchen Schutz nutzen und durch den frühen Einstieg günstigere Prämien sichern.

Interessant dabei, die Einstufung bleibt auch dann bestehen, wenn später deutlich schlechter eingestufte Berufe ausgeübt werden. Eine Veränderung der Berufsgruppe erfolgt dann nicht mehr. Somit sichern sich Eltern und Schüler bei einem frühen Abschluss nicht nur den Gesundheitszustand, sondern auch die bessere Berufsgruppeneinstufung.

Es handelt sich zudem um eine echte BU Absicherung und keine abgestreckte Schüler-/ Erwerbsunfähigkeitsklausel.

LV1871 mit verbesserter Einstufung in der Schüler-BU – verbesserte Berufsgruppen

In einigen Ausbildungsberufen und für Schüler bestimmter Schulzweige hat die LV 1871 zudem ab 01. Juli die Einstufung verbessert.

LV1871 mit verbesserter Einstufung in der Schüler-BU – vereinfachte Gesundheitsfragen

Zusätzlich zu der Einstufungsverbesserung bietet die LV1871 derzeit ein veinfachte Risikoürfung für verschiedene Personengruppen an. Details dazu folgen in einem weiteren Beitrag. Auch Schüler, Azubis und Studenten können davon profitieren.

04.
Juli '19

[BU Aktion] Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen


Lange hatten wir keine dieser Aktionen mit vereinfachten Gesundheitsfragen und im Vergleich zu früheren ist es auch keine wirkliche „Aktion“, eher der Wunsch des Versicherers hierbei weniger Gesundheitsfragen zu stellen und damit den Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der LV 1871 zu erleichtern.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen – für wen und welche Tarife?

  • – abschließbar für die Tarife Golden BU, Golden BU Start, Performer Golden BU (jeweils auch mit Pflegepaket)

  • – für versicherte Personen bis 35 Jahre

  • – Körpergröße und Gewicht der versicherten Person liegen im normalen Bereich

  • – für eine Vielzahl von Berufen aus dem kaufmännischen Bereich, für Akademiker oder Schüler (Gymnasium) möglich

  • – auch bei Rauchern möglich

Zudem gelten weitere Beschränkungen hinsichtlich der Rentenhöhe und der Vertragsgestaltung.

  • – maximal 1.500 € Rente (oder berufsspezifische Grenzen)

  • – Schüler maximal 1.100 €

  • – max. 3% Dynamik

Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen – welche Fragen müssen beantwortet werden?

Eine wesentliche Voraussetzung ist zudem, Größe und Gewicht müssen im „normalen“ Verhältnis sein. Welcher BMI das genau ist, sagt die LV 1871 noch nicht, ist aber von mir angefragt. Zudem ist ein Schutz über die vereinfachten Fragen nur möglich, wenn ALLE Fragen mit nein beantwortet werden können.

Die ersten Fragen betreffen Hobbys und Beruf.

1. Bestehen bereits Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen oder sind solche beantragt?

2. Üben Sie eine der folgenden Sportarten aus: Motorsport, Bergsport, Flugsport, Tauchsport, Reitsport, Kampfsport, gefährliche Mannschaftssportarten?

3. Planen Sie innerhalb der nächsten zwölf Monate einen mehr als sechswöchigen Auslandsaufenthalt außerhalb der Europäischen Union?

Wer also schon eine BU hat oder eine solche beantragt hat (Voranfragen sind kein Antrag), der kann die vereinfachte Prüfung nicht nutzen. Alle anderen aber schon.

Weiter geht es mit den Gesundheitsfragen. Wobei es eigentlich mehr als 7 Fragen sind, denn die Frage 4. enthält Unterfragen.

4. Wurden Sie in den letzten fünf Jahren von einem Arzt oder sonstigen Heilbehandler untersucht oder behandelt?

bei „ja“ weitere Fragen:

4.a. Wurden Ihnen in den letzten sechs Monaten Medikamente verschrieben oder verabreicht?

4.b. Waren Sie in den letzten fünf Jahren für mehr als 14 Kalendertage durchgehend aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, Ihre übliche Tätigkeit (berufliche Tätigkeit, Teilnahme am Schulunterricht, Studium) auszuüben oder sind Sie derzeit dazu nicht in der Lage?

4.c. Wurden Sie in den letzten fünf Jahren wegen des Genusses von Alkohol oder anderer Suchtmittel beraten oder behandelt?

4.d. Sind Sie in den letzten fünf Jahren untersucht oder behandelt worden wegen einer Herzerkrankung, Tumorerkrankung, Nierenerkrankung oder Diabetes?

Anmerkung: Die Frage 4 ist die einzige, welche zunächst mit JA beantwortet werden darf, wenn danach alle Fragen 4a-4d mit NEIN beantwortet werden.

5. Bestehen oder bestanden in den letzten fünf Jahren psychische Beschwerden oder Erkrankungen?

6. Wurden Sie in den letzten zehn Jahren stationär aufgenommen oder ist eine stationäre Behandlung in den nächsten zwölf Monaten geplant?

7. Hatten Sie in den letzten sechs Monaten Beschwerden des Nervensystems oder Gehirns, des Bewegungsapparates oder der Sinnesorgane?

Unter die Frage 7 fallen auch Kurz- und Weitsichtigkeit. Damit wären all diese Kunden auch ausgeschlossen. Ich habe auch das einmal bei der LV 1871 konkret angefragt.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Fazit

Generell ist eine solche BU Aktion immer eine gute Idee, wenn das Produkt passt und die sonstigen Parameter passen. Wer aber diese Fragen alle mit nein beantworten kann, für den sollte auch bei vielen Anbietern eine Beantragung einer normalen BU möglich sein. Ja, dann sind dort mehr Angaben zu machen oder weitere Fragen zu beantworten, dennoch ist aber am Ende die Auswahl der Produkte größer.

Daher gilt auch hier, genau zu überlegen welche Leistungen und Bedingungen benötigt werden und dann im Wege von anonymen Voranfragen eine Annahme zu klären.

–> Anonyme Voranfrage – dazu braucht es einen qualifizierten Berater

–> Auswahlkriterien und Schritte zur richtigen BU

03.
Juli '19

Condor mit neuer Berufsunfähigkeitsversicherung (9T07) ab 01. Juli 2019 – eine Blick in die Bedingungen


Die Condor Lebensversicherung bietet schon bisher eine eigenständige BU (SBU) und eine BUZ (als Kombi zu Lebens- und Rentenversicherungen) an. Die Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung wurden nun zum 01. Juli 2019 verbessert und warten mit einigen durchaus interessanten Formulierungen aus. Wie sich diese auswirken, wer davon profitiert und ob Bestandskunden ebenfalls in den Genuss der verbesserten Regeln kommen, das lesen Sie hier.

Von der grundsätzlichen Produktstruktur wird die neue Berufsunfähigkeitsversicherung als Comfort und Einstiegsvariante angeboten, welche sich in der Zielgruppe und den Erweiterungsmöglichkeiten unterscheiden. Zunächst schauen wir uns hierbei die „normale“, also die Comfort Variante an. Das ist insbesondere dann von Bedeutung, da diese das zukünftige Niveau des Versicherungsschutzes besteht, während die Einstiegsvariante eher eine (prämienreduzierende) Option zu Beginn ist.

Zielgruppe der neuen Condor SBU Comfort

Die Condor spricht mit dem neuen Bedingungswerk der Berufsunfähigkeitsversicherung eine große Gruppe an Personen an. Dabei soll hier auch ein späterer Wechsel in die Beamtenlaufbahn oder ein Schritt in die Selbstständigkeit so abgesichert sein, dass es keinen Bedarf eines (dann vielleicht schwierigen) Anbieterwechsels geben muss.

  • – Angestellte und Arbeiter
  • – Beamte (Lebenszeit, Widerruf, Probe)
  • – Schüler und Studenten (ggf. mit der Einsteigervariante)
  • – Hausfrauen

Einstiegsvariante mit Startphase

In der angewandelten Einstiegsvariante der Start BU, bietet die Condor eine entsprechende Reduzierung der Beiträge (bis zu 60% in einigen Berufsgruppen) in den ersten Jahren. Dabei lassen sich hier, angepasst an die eigene Situation, Startphasen von zwei bis zehn Jahren vereinbaren. In dieser Phase liegt der Fokus auf einem deutlich reduzierten Beitrag, um den Schutz dort bezahlbar zu halten.

Ändern sich die Lebenspläne oder verlängert sich die Ausbildung, so kann diese Phase individuell angepasst werden, in Paragraph 6, Abs. 10. heißt es dazu:

Sie haben das Recht, nach einem Versicherungsjahr die Startphase zu verkürzen. Dies ist jeweils zum nächsten Versicherungsjahrestag möglich. Möchten Sie die Startphase verkürzen, wenden Sie sich an uns. Wir teilen Ihnen dann die neuen Beiträge mit.

Nur das erste Versicherungsjahr ist fest definiert, danach kann die Startphase jederzeit beendet werden, es gelten dann natürlich die höheren Beiträge. Durch ein früheres Ende der Phase, verringern sich die danach dauerhaft anfallenden Beiträge.

Rechte zur Nachversicherung (also einer Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung bei bestimmten Ereignissen) bestehen auch bereits während dieser Einstiegsphase mit. So lassen sich z.Bsp. die Geburt eines Kindes auch hier zur Erhöhung nutzen, ebenfalls berufliche Veränderungen, welche eine Erhöhung auslösen (können).

Bedingungsaussagen der neuen Comfort BU

Mit dem neuen Bedingungswerk der Condor hat diese einige Formulierungen und Verbesserungen eingeführt, die das bestehende BU Produkt noch etwas aufwerten. Einen besseren Überblick bekommen wir, wenn wir uns einige dieser Aussagen einmal etwas genauer anschauen. Es finden sich in dem Bedingungswerk (§2) unterschiedliche Definitionen, welche eine Leistungspflicht auslösen.

Was ist denn Berufsunfähigkeit bei der Condor?

Neben der klassischen Definition zur Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich 6 Monate ununterbrochen mindestens zu 50 % außerstande ist, ihrem zuletzt ausgeübten Beruf nachzugehen, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war.

Dazu kommen weitere Möglichkeiten, welche zur Leistung führen können und welche eine einfacherer und schnellere Anerkennung ermöglichen.

  • – SchülerInnen gelten als Beruf

  • – Hausfrauen/ -männer gelten als Beruf

  • – Studenten werden auf „Studierfähigkeit“ geprüft, liegt ein Arbeitsvertrag bereits vor (der ein erfolgreiches Studium voraussetzt) gilt dieser Beruf als versichert

  • – in den letzten 15 Jahren- Rentenbescheid wegen voller Erwerbsminderung

  • – bei Beamten auf Lebenszeit, Probe, Widerruf: Versetzung in den Ruhestand aus rein gesundheitlichen Gründen

  • – Infektionsklausel, BU auch bei Verbot Patienten zu behandeln aus gesundheitlichen Gründen

  • – BU aufgrund von Pflegebedürftigkeit ab einem Pflegepunkt

Entscheidet sich die versicherte Person im Leistungsfall (und damit zu Lasten ihrer Gesundheit) zu arbeiten, so hat dieses keine einschränkenden Wirkungen auf die Leistung. Die konkrete Verweisung ist generell ausgeschlossen.

Auch die Formulierungen für das vorübergehenden Ausscheiden oder ein dauerhaftes Verlassen des eigentliches Arbeitslebens hat die Condor geregelt. Hierbei finden sich in §2 Absatz 7 die entsprechenden Aussagen und der Hinweis, die BU wird aufgrund der alten Berufstätigkeit ermittelt.

Teilzeit und Arbeitszeitreduzierung

Eine interessante Lösung finden wir nun aber bei Teilzeittätigkeiten. Hier regelt der Punkt 8 die entsprechenden Voraussetzungen.

Reduziert die versicherte Person während der Versicherungsdauer ihre vertraglich oder gesetzlich fixierte wöchentliche Arbeitszeit, bleibt für die Beurteilung einer Berufsunfähigkeit die während der Versicherungsdauer höchste vertraglich oder gesetzlich fixierte wöchentliche Arbeitszeit maßgebend (Teilzeitklausel). Nachweise über die jeweiligen Arbeitszeiten sind uns vorzulegen. Entsprechendes gilt, wenn die Arbeitszeitreduktion vom Arbeitgeber angeordnet wird (z. B. Kurzarbeit).

Eine durchaus sinnvolle Formulierung, bedenkt man die Anzahl derer, welche in der Lebensplanung durchaus Jahre mit reduzierter Arbeitszeit vorsehen.

Berufsunfähigkeit durch Arbeitsunfähigkeit

Auch eine AU Klausel, oder besser eine entsprechende Regelung in den Bedingungen, findet sich wieder bei der Condor. Diese ist nicht abwählbar und damit Bestandsteil der Bedingungen. Andere Versicherer bieten dieses als (gegen Beitrag hinzuversicherbare) Klausel an, hier gilt es für alle Versicherten und ist in der Prämie kalkuliert. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

  • – mindestens zu 6 Monaten bestehende Arbeitsunfähigkeit

  • – mindestens einmal durch einen Facharzt auf dem Fachgebiet der Erkrankung festzustellen

  • – Nachweis gem. Bescheinigung nach Entgeltfortzahlungsgesetz oder dem Nachweis für die PKV

  • – es müssen zwingend gleichzeitig BU Leistungen beantragt werden

Maximal werden diese Leistungen aus der AU Klausel dann für einen Zeitraum von 36 Monaten erbracht, wobei dieser nicht „zusammen verbraucht“ werden muss. Rückwirkend anerkannte BU Rente führt zur Verrechnung und damit zur „Wiedergutschrift“ der 36 Monate. Auch eine garantierte Rentensteigerung wird- im AU Fall- wie versichert durchgeführt

Umorganisation

Während eine solche bei Arbeitnehmern in der Regel kein Thema ist, sieht das bei Selbstständigen oder Geschäftsführern schon anders aus. Hier verzichtet die Condor auch auf eine Prüfung der Umorganisation, wenn bei Eintritt der BU

  • – die versicherte Person Akademiker ist und mindestens 90% kaufmännisch/ organisierend tätig ist, ODER

  • – der Betrieb weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigt

Leistungsfall, Mitwirkungen, Schadenminderung

Wie üblich regeln die Bedingungen natürlich auch die Pflichten im Leistungsfall. So müssen Versicherte (wie bereits erwähnt) auch im Leistungsfall auf Arbeitsunfähigkeit einen vollständigen BU Leistungsantrag stellen und alle Unterlagen hierzu beibringen. Das haben andere Unternehmen durchaus freundlicher und unkomplizierter gelöst, wenn auch dann oft mit kürzeren Leistungszeiträumen in der AU Leistung.

Die Auflistung der (umfangreichen) Unterlagen finden sich unter dem Paragraphen 13 der Bedingungen (Seite 15 zum Nachlesen).

Wer sich im Ausland aufhält und dennoch Leistungen beanspruchen möchte, der muss diese Untersuchungen generell und nach Erstattung der abgestimmten Reisekosten, in Deutschland durchführen lassen. Haben Sie also konkrete Pläne, so sollte dieses berücksichtigt werden. Die Condor KANN zustimmen, eine Untersuchung auch im Ausland durchführen zu lassen. Hierbei werden dann Ärzte zu Rate gezogen, welche die diplomatische Auslandsvertretung der BRD empfiehlt.

Eine Widereingliederungshilfe (mit Deckelung auf 9.000 €) ist nett, aber nicht entscheidend. Diese Regelungen hierzu können Sie im §16, Abs. 7ff. nachlesen.

Hilfsmittel, Operationen, Anzeige der Besserung

Während Sie einfach Hilfsmittel auch nutzen müssen (dazu zählen Gehilfen, Hörgeräte, Prothesen) um eine BU zu verhindern, sieht das bei Operationen oder Behandlungen mit „besonderen“ Schmerzen oder Risiken schon anders aus. Eine Verpflichtung besteht hier nicht. Selbst wer sich gegen eine Operation (mit Chancen auf Besserung oder gar Verschwinden der BU) entscheidet, der wird nicht bestraft.

Auch einen Heilpraktiker (§13, Punkt 6) müssen Sie nicht aufsuchen.

Interessant ist zudem der §15, Absatz 3:

Die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit oder einen Wechsel des Arbeitsplatzes während des Leistungsbezugs müssen Sie uns unverzüglich mitteilen. Sie sind jedoch nicht verpflichtet, uns Verbesserungen im Gesundheitszustand der versicherten Person von sich aus anzuzeigen.

Nachversicherungsgarantien – mehr Schutz bei Veränderung

Interessant wird es wieder ab dem §17, welcher Regelungen zur Nachversicherung bei Veränderungen trifft. Hier geht es immer um Verbesserungen/ Erhöhungen des Versicherungsschutzes, welcher ohne eine neue Gesundheitsprüfung durchgeführt wird und somit auch dann machbar ist, wenn zum Zeitpunkt des Ereignisses Krankheiten bestehen. Solche Ereignisse sind (beispielhaft, sonst im §17)

  • – Volljährigkeit

  • – Heirat, Scheidung des mitverdienenden Partners

  • – Geburt oder Adoption

  • – Tod des Partners

  • – erstmaliger Job nach Ausbildung oder nach akademischem Titel

  • – Selbstständigkeit, BBG Überschreiten

  • – Ausscheiden als Beamter

  • und einige mehr

Interessant sind die Optionen auch bei Erhöhung des Einkommens. Hier gelten unterschiedliche Regeln für Angestellte und Selbstständige, schaffen aber auch hier eine Option, den Schutz nochmals zu verbessern..

k) Erhöhung des Jahreseinkommens der versicherten Person unter folgenden Voraussetzungen

– Ist die versicherte Person angestellt, muss die Erhöhung des erzielten garantierten Jahreseinkommens mindestens 10 % des im Kalenderjahr zuvor erzielten garantierten Jahreseinkommens betragen.

Zum Jahreseinkommen zählen nicht Tantiemen und Sonderzahlungen.

– Übt die versicherte Person eine selbständige Tätigkeit aus, muss die versicherte Person im abgelaufenen Kalenderjahr ein um mindestens 20 % höheres Jahreseinkommen aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von Personensteuern gegenüber dem durchschnittlichen Jahreseinkommen aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von Personensteuer der drei vorangegangenen Kalenderjahre erzielt haben.

– Die versicherte Person ist Beamter/in auf Lebenszeit und steigt in die nächsthöhere Besoldungsgruppe auf.

Doch natürlich gelten weitere Einschränkungen.

  • – maximal 500 € mtl. Rente pro Anpassung

  • – maximal darf die Rente nachversichert werden, welche zu Beginn versichert war,

  • – innerhalb von 5 Jahren maximal 1.000 € Monatsrente nachversicherbar

Auch wenn es sehr positiv ist, dass die Nachversicherung nicht bei 30.000 € Jahresrente entfällt, hier sind doch einige Beschränkungen vorhanden. Besonders die Einschränkung auf die zu Beginn versicherte Rente kann, bei kleinen Startrenten, sehr nachteilig sein.

Reduzierung bei Elternzeit und Stundung

Auch an die geringeren finanziellen Mittel bei Elternzeit oder während einer Arbeitslosigkeit haben die Produktverantwortlichen gedacht. So lassen sich unter bestimmten (in §18 und 19 geregelten) Voraussetzungen die Beiträge stunden.

Gerade bei der Elternzeit, wo dieses bis zu 36 Monaten machbar ist, lässt sich der Schutz dann ohne Gesundheitsprüfung wieder aktivieren. Hierbei aber zu beachten, der wegfallende Schutz während der Beitragsfreistellung und ggf. weitere Einschränkungen.

Die Stundung, welche nur 6 Monate vorgesehen ist, soll kurzfristige Engpässe überbrücken und führt dann zur Nachzahlung der Beiträge.

Profitieren auch Bestandskunden?

Nein. Nur wer seinen Vertrag aktiv und damit mit einer neuen Risikoprüfung umstellt, nur der bekommt die neuen Bedingungen. Im Rahmen der bestehenden Verträge (wie am Markt üblich) stellt auch die Condor die Altverträge nicht um. Das wäre auch kalkulatorisch fragwürdig, da es sich hier um Mehrleistungen handelt und diese nicht einfach ohne neue Prüfung genutzt werden können.

Dennoch stehen auch Bestandskunden die neuen Bedingungen (mit den Nachteilen: neue Gesundheitsprüfung, Eintrittsalter, Berufseinstufung) offen. In einigen Fällen kann eine solche Anpassung sogar sinnvoll sein, gerade wenn sich der Beruf positiv im Sinne der Berufsgruppen verändert hat.

Fazit und Bedingungen

Auch bisher hatte die Condor eine recht ordentliche BU, wenn auch die Annahmepolitik und die Antragsabwicklung meist etwas komplizierter sind. Durch die neuen Anpassungen und Veränderungen passt sich die Condor an den Markt an und führt mit der Teilzeitklausel und auch dem Verzicht auf Umorganisation bei Kleinbetrieben „schöne“ Regelungen ein.

Sollte man nun noch in der Lage sind, Antragsabwicklung, Risikopolitik und Betreuung der Partner zu „reorganisieren“, könnte das ein durchaus interessantes Produkt für einige Zielgruppen werden. Die Bedingungen und auch den Antrag finden Sie im Downloadbereich:

11.
März '19

Wenn die BU Absicherung zu teuer ist – was tun?


In der letzten Woche erzählte ich von einem Fall, einem, wo die Kundin im Lotto gewinnen muss/ sollte und der Vermittler einfach riet „dann, wenn die BU in fünf Jahren teurer wird, kannst Du einfach kündigen.

Den ganzen Fall können Sie im Artikel zur „700 EUR BU und dem Lottogewinn“ nachlesen. Der Hintergrund ist jedoch ein sehr ernster, denn gerade die, die einen BU Schutz so dringend brauchen, gerade die können sich den nicht leisten.

Auch in unserem Fall war das so. Eine angestellte Fleischfachverkäuferin, dazu ein krankes Kind zu Hause, Hauptverdiener und ein geringeres Einkommen. Mit 1.300 EUR monatlichem Netto kommt man da nicht weit. Selbst eine kleine Rente des Kindes oder das Kindergeld selbst machen es dann nicht besser.

Doch was tun? Wie einen BU Schutz sicherstellen?

Zunächst gilt auch in der BU. Wenn die Rente, die man sich leisten kann am Ende so niedrig ist und sich nicht einmal Lebenshaltungskosten decken lassen, dann sparen Sie sich das Geld. Es bringt recht wenig, wenn neben der zu kleinen BU Absicherung dann doch alles auf Hartz IV hinausläuft und Sie sich dann umsonst bemüht haben.

Doch ist das wirklich so? Ist dann keine BU besser? Ist es eine Alternative nicht vorzusorgen?

Nun, generell einen solchen Rat zu geben wäre fatal, aber dennoch kann es Fälle geben, da ist eine 300, 400, 500 EUR BU Rente einfach falsch.

Überlegen Sie sich daher wie hoch Ihr heutiges Einkommen ist und was genau Ihre Ausgaben sind. Es geht am Ende immer um eine Deckung der möglichen Ausgaben und dabei auf der anderen Seite eine Finanzierbarkeit. Ich habe in den letzten Jahren häufiger zum Thema „Richtige Rentenhöhe oder gar keine BU Absicherung“ geschrieben und bleibe dabei. Eine halbherzig gewählte BU macht so gar keinen Sinn.

Überlegen Sie sich genau, welche Beträge Sie benötigen und versuchen dann, diese auch finanzierbar zu versichern. Dabei gibt es durchaus „Stellschrauben“ um einen Schutz doch noch zu bekommen und im Notfall Alternativen zu einer BU Absicherung. Was davon Sinnvoll und in Ihrem speziellen Fall hilfreich ist, dass kann pauschal sicher nicht gesagt werden.

Diese Punkte beeinflussen die Prämie Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung

Es gibt Faktoren, welche die Prämie in der BU beeinflussen und womit sich folglich auch die Beiträge für einen neu abzuschließenden Schutz verändern lassen. Schauen wir uns diese Faktoren einmal genauer an und prüfen, welche verändert werden können.

Das Eintrittsalter

Ja, Sie können es nicht mehr hören. Kümmern Sie sich früh um den wichtigen und dann einen ausreichenden Schutz bei Berufsunfähigkeit. Je jünger und gesünder Sie sind, desto einfacher und kostengünstiger ist es. Nur wer sich rechtzeitig um einen solchen Schutz kümmert, nur der wird den langfristig bezahlbar behalten können. Dabei spielen auch der berufliche (oder schulische) Status eine Rolle und beides beeinflusst die Prämie deutlich und direkt.

Auch wer sich in der Schulzeit noch keine volle Rente leisten kann, wählen Sie einen leistungsstarken Anbieter für sich, ggf. schon für Ihre Kinder, falls Sie es selbst schon verpasst haben. Mit spätestens dem 10. Geburtstag lassen sich BU Optionen, Grundlagen und Voraussetzungen schaffen um später einen entsprechenden Schutz zu haben oder zu bekommen.

Beruf und Ausbildung

Wie bereits erwähnt ist ein Schutz während der Schule oder der Zeit in der Ausbildung bzw. dem Studium oftmals die bessere Wahl. Klar ist auch dort das Geld knapp, aber besser wird es meist in den kommenden Jahren nicht und so wird der wichtige Schutz dann immer und immer wieder nach hinten verschoben. Solange, bis er dann irgendwann so teuer ist und nicht mehr finanziert werden kann.

Gesundheitszustand

Wer sich geben das Risiko der BU versichern will, der muss eine Gesundheitsprüfung „überstehen“. Klar, denn nehmen wir nur 1000 EUR Rente bei einem 20jährigen. In den kommenden 45 Jahren, bei dauernder BU sind das für den Versicherer immerhin über 500.000 EUR Zahlungen. Da möchte dieser schon wissen, welchen Gesundheitszustand der Kunde heute hat und wie sich dieser vielleicht in der Zukunft ändert.

Auch Versicherer können nicht hellsehen, zum Glück, aber dennoch sind Vorerkrankungen und statistische Wahrscheinlichkeiten ein recht verlässlicher Partner. Hiermit lassen sich (neben dem Beruf) eben durchaus Modelle berechnen und ersehen, wie wahrscheinlich eine BU aufgrund bestehender Vorerkrankungen sein könnte.

Wer sich also früh um einen solchen Schutz kümmert, der kommt „günstiger“ weg und vermeidet Zuschläge und Ausschlüsse. (Wer nimmt mich ohne Zuschlag?)

Was beeinflusst im Vertrag meinen Beitrag?

Die eben genannten Punkte, also Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Beruf und Ausbildung liegen eher in der Person begründet. Diese lassen sich oft nicht mehr ändern, wer nicht mehr jung und gesund ist, der wird da nur wenig dran tun können.

Aber auch andere Faktoren beeinflussen den Vertrag und damit den Beitrag.

Das Endalter

„Im Alter wird man schneller berufsunfähig.“ – Echt?

Nun, es gibt sicher Ursachen für die Berufsunfähigkeit, welche im Alter steigen. Abgenutzte Knochen, altersbedingte Krankheiten und nicht mehr so große Belastung. Daher wird der Versicherer dieses berücksichtigen und eine Absicherung bis zum 67 Lebensjahr mit einem höheren Preis versehen.

Möchte sich jemand nur bis zu, 65., 63. oder gar 60. Lebensjahr versichern, so ist dieses günstiger. Klar, der Versicherer muss am Ende auch weniger leisten oder ist bei einem Eintritt der BU nach Ende der Versicherungsdauer komplett raus. Aber… eine solche Reduzierung des Endalters und damit eine geringere Prämie macht nur dann Sinn, wenn hier anderweitig vorgesorgt ist und sich die Versicherten des Risikos bewusst sind.

Kann ich mir nun aber den Schutz bis 67 nicht leisten, so ist auch ein Versicherungsschutz bis 65 immer noch um Welten besser, als ganz zu verzichten. Daher ist es wie mit dem Ausschluss einer einzelnen Erkrankung. Ein Schutz bei 99 Krankheiten ist immer noch die bessere Option, auch wenn 100 der umfassendere Schutz wären.

Die Zusatzbausteine und -erweiterungen

Klar sind Optionen zur Verbesserung des Schutzes wichtig und richtig. Das geht bei Bausteinen zur Arbeitsunfähigkeit (Also einer Leistung auch dann, wenn erst einige Monate AU statt BU bestehen) los, setzt sich aber fort.

Die garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall (Erklärung hier) ist eine durchaus wichtige Option. Kostet aber Geld!

Garantierte Rentensteigerung, Leistungsdynamik, Anpassung bei bestehender Berufsunfähigkeit- eine der wichtig(st)en Optionen in der BU-Absicherung

Kann ich mir eine solche Option nicht leisten, so ist nicht der ganze BU Schutz weg. Auch hier kann es sinnvoll sein darauf zu verzichten und die Absicherung so zu gestalten, dass diese immer noch bezahlbar bleibt.

Auch eine Dynamik kostet Geld, zumindest wenn diese auch genutzt wird. Auch hier wird oft darauf verzichtet, denn dann wird es ja „jedes Jahr teurer“. Klar wird es das. Es steigen Leistung und Beitrag im gleichen Verhältnis, also oft zwischen 2 und 5 Prozent. MUSS ABER NICHT, denn jedes Jahr aufs Neue können Sie neu entscheiden. Daher gehört so eine Dynamik sicher in jeden Vertrag, egal ob diese dann jedes Jahr genutzt wird.

TIPP:

Überlegen Sie daher welche Bausteine verzichtbar sind, was genau als Endalter gebraucht wird und vertretbar / bezahlbar ist und gestalten Sie den BU Schutz so, damit er ausreicht das fehlende Einkommen auszugleichen.

Alternativen zur BU Absicherung

Ist es auch nach Anpassung der Bausteine und Optionen immer noch nicht bezahlbar,. also können Sie sich beim besten Willen einen BU Schutz nicht in der richtigen Höhe leisten, so stehen am Markt durchaus Alternativen mit eingeschränkter Leistung zur Verfügung. Dabei sind Produkte wie eine Absicherung gegen Erwerbsunfähigkeit oder ein Schutz gegen den Verlust von Grundfähigkeiten zwar deutlich weniger leistungsstark, können aber helfen zumindest eine Grundabsicherung aufzubauen.

Auch Verträge wie eine Absicherung bei schweren Krankheiten ersetzt sicher keinen passenden BU Schutz, hilft aber sich zumindest für große und finanziell belastende Krankheiten abzusichern. Dieses kann Ihnen zumindest dabei helfen solange einen eingeschränkten Schutz zu bekommen, bis eine Erweiterung möglich ist.

Um einzuschätzen welche der Alternativen für Sie in Frage kommen, wird es ohne eine umfassende Beratung nicht gehen. Daher suchen Sie sich einen Spezialisten, lassen sich beraten und loten Sie alle Alternativen aus. Erst wenn Sie wissen, welcher Schutz noch möglich und bezahlbar ist, ist eine fundierte Entscheidung sinnvoll zu treffen.

08.
März '19

700 € Berufsunfähigkeitsrente und in 5 Jahren gewinnen Sie im Lotto und kündigen die Versicherung einfach


Interessanter Gedanken, oder? Doch zu dem etwas laxen Titel dieses Artikels gibt es einen ganz ernsten Hintergrund und der zeigt einmal mehr, warum Produkte und Beratungen hinterfragt werden müssen. Zudem zeigt und diese Beratung und die danach folgenden Abschlüsse auch, wie „auf Teufel komm raus“ verkauft und keinesfalls beraten wurde.

Hier ging es am Ende gar nicht um die Frage des Bedarfs und welcher Schutz benötigt wird, sondern vielmehr um „wie kann ich noch schnell einen Vertrag an die Frau bringen, einen der dann in 5 Jahren einfach wieder gekündigt wird, weil er eh nichts gebracht hat.

Das Schlimmste aber ist, die Situation ist schon schwer genug. Damit es einfacher zu verstehen ist und Sie als Leser sich in die Lage versetzen können, fangen wir einmal mit der Historie an.

Es war einmal…

ein dunkler und kalter Wintertag, ein grauer Tag im Dezember 2015. Der Berater hatte sich angekündigt, denn schließlich müsse man mal etwas tun, tun für die Altersvorsorge, auch der Schutz der BU und eine Absicherung des Kindes wären wohl zu besprechen.

Dabei sitzt das Geld keineswegs locker und es sind eben keine hunderte Euro vorhanden, die monatlich in (zweifelsfrei wichtige) Absicherungen fließen sollten. So kam es, dass der Berater eines großen Strukturvertriebes dann auch dort klingelte. Die Interessentin hat recht wenig Ahnung von „so Finanz Themen“ und mag sich eigentlich auch nicht so richtig damit beschäftigen.

Ja, jetzt kann man sicher schnell und laut „selbst schuld“ rufen, aber das ist weder zielführend noch hilfreich. Es braucht Beratung und nur weil sich jemand damit nicht auskennt ist es kein Grund einen Unsinn anzudrehen. Es ist eben gerade Aufgabe der Berater dieses zu verhindern, eigentlich!

Die Situation in Zahlen und Fakten

Verkäuferin, genauer Fleischereifachverkäuferin

geboren 1985, bei Abschluss somit 30 Jahre alt

einen Sohn, geb. 2007 und somit damals bei Abschluss 8 Jahre alt

Bruttoeinkommen ca. 1700 EUR, netto um die 1300 EUR

Dazu eine etwas schwere Situation. Der kleine Sohn ist nicht gesund zur Welt gekommen. Von der anfänglichen Lebenserwartung einiger Monate über 1-2 Jahr geht es ihm heute den Umständen entsprechend gut. Neben dauernden Medikamenten und ständigen Arztbesuchen geht es ganz gut. Aber: Vielleicht ist es nicht unbedingt die Lebenserwartung bei 80, 90 oder gar einhundert Jahren.

Bisher hatte die Mutter bereits ein wenig vorgesorgt. Einen Riester Vertrag bei der Swisslife hatte bereits ein anderer Berater vorher angeraten und dieser bestand auch schon einige Jahre. Das Geld floss in einen Fond, es waren einige tausend Euro Guthaben drin und Zulagen wurden genutzt. Also sowohl die eigene, aber auch die Förderung für den Sohn.

Jetzt sollte alles besser werden

Doch der Berater witterte ein wenig Neugeschäft und die Idee den Riester Vertrag so zu lassen kam ihm nicht über die Lippen. Warum auch, bringt ja kein Geld. Also wurde zunächst der bestehende Riester Vertrag auf Eis gelegt. Beiträge sollten nicht mehr bezahlt werden, auf die Idee der Übertragung von Riester Guthaben zu einem neuen Anbieter kam aber nun auch niemand.

So besteht der ruhende Riester Vertrag heute noch, ohne dass auch nur einer einen Gedanken daran verwenden würde. Doch ein neuer Riester musste her. The „one and only“ sollte es werden und so schloss der Herr dann auch gleich eine neue Riesterrente ab. Die DWS Riesterrente Premium sollte es werden und wurde es dann auch.

30 EUR sollten dann auch hinein fließen und so ließ sich die Kundin überzeugen bequatschen und unterschieb. Seit dem Januar 2016 gibt es somit zwei Riesterrenten. Der eine Vertrag schläft gerade und der andere bekommt die 30 EUR monatlichen Beitrag eingezahlt.

Wir halten also fest, eine völlig unnötige Kündigung des Riester Vertrages und gleich noch mal die Übertragung vergessen.

700 EUR BU Rente und es wird noch schlimmer

Manchmal frage ich mich aber, wie unfähig man dann sein kann. Da wurde dann das Thema Berufsunfähigkeit angesprochen, denn es sieht im Falle einer möglichen BU sehr düster aus. Warum es so düster aussieht? Nun, wird die Mutter und damit Haupteinnahmequelle, berufsunfähig so droht großer finanzieller Schaden. Neben denn dann wohl bestehenden gesundheitlichen Problemen fehlt plötzlich ein Einkommen. Aber der Vermittler hatte eine Lösung.

„Ich habe da eine Idee, wir brauchen eine BU“

Doch soweit nur der Ansatz. Da das Geld knapp ist, machte man sich wohl Gedanken und folgte dem „Was können Sie denn zahlen“ Ansatz in der Beratung. Das dieses so überhaupt nichts mit bedarfsgerecht zu tun hat, das sieht man am Ergebnis. Da gab es die glorreiche Idee der Absicherung, welche dann eine Staffel zur Folge hatte.

Die Kundin ist- nur zur Erinnerung- 1985 geboren. Im Jahr 2022 ist sie also 37 Jahre alt.

Klar kann man da schon mal von der grandiosen BU Rente von 700 EUR (plus einen nicht garantierten Bonus von 70 EUR in 2017) dann auch noch die Hälfte weglassen.

Somit hat die Kundin ab Alter 37 nur noch eine VERSICHERTE BU RENTE VON 350 EUR monatlich.

Grandiose Idee, oder?

Wie kann man so dreist beraten? Und jetzt kommen die Befürworter und schreiben…

„Sie kann ja dann die Rente beibehalten, wenn diese benötigt wird.“

Klar kann die Kundin das, sogar ohne neue Risikoprüfung. Aber dann steigt die Prämie natürlich im Verhältnis auf das doppelte an und die kann sie sich schon heute nicht leisten?

Aber der Rat, der dann der Kundin geben wurde, der schlägt dem Fass den Boden aus.

„In fünf Jahren, wenn die BU teurer wird, kündigen Sie die einfach.“

Das war ernsthaft der Rat, welcher der Kundin gegeben wurde um die Sorgen zu zerstreuen. In der Schule würde man sicher mit „Sechs, setzen!“ antworten und bei einem Test wäre hier sicher der Berater durchgefallen.

Wer so ein Produkt für die Berufsunfähigkeit vermittelt und das nur, um noch ein paar Euro Courtage in die eigene Tasche zu scheffeln, der gehört bestraft und dem gehört auch die Zulassung entzogen. Warum dieses hier noch sinnvoll ist, das lesen Sie im einem der nächsten Teile, denn hier wurden noch Produkte für den Sohn verkauft. Die sind noch deutlich schlimmer.

Die Lösung

Nun, jetzt bringt es ja uns oder der Kundin nichts, hier zu jammern und keine Lösung zu präsentieren. Doch wie kann die aussehen, wenn doch hier ein sehr knappes Budget vorhanden ist.

Die BU Absicherung ist allerdings so unsinnig, da diese im Leistungsfall nicht ansatzweise ausreichend ist und es dann doch auf Hartz 4 hinauslaufen wird. Daher muss überlegt werden, ob hier eine BU Absicherung bezahlbar ist. Gute Bedingungen, Renten > 1.000 EUR monatlich und ein Schutz bis 65/65 wird schnell bei Beizträgen um die 70-90 EUR monatlich liegen, also über dem dieses „Schrott Schutzes“

Dennoch muss sich hier die Frage der Prioritäten gestellt werden, denn nur eine passende BU Rente ist auch eine sinnvolle BU Rente. Auch sind Alternativen zu überlegen. Das kann eine Grundfähigkeitsabsicherung, ein Schutz gehen Erwerbsunfähigkeit, eine schwere Krankheiten Absicherung oder auch eine ganz andere Lösung sein.

Was genau hier sinnvoll ist, das wird erst in einer genauen Analyse und Beratung zu klären sein, das hier ist es aber definitiv nicht.

Wie sehen Ihre Verträge aus?

Haben Sie auch so alte BU Verträge, welche mal „schnell und unbedacht“ abgeschlossen wurden? Verträge, die über Jahre oder gar Jahrzehnte nicht angepasst wurden und nicht mehr passend sind?

Sie sollten sich dringend all Ihre Verträge anschauen, überlegen wie hoch die Renten sind und was heute benötigt wird. Ist ein Schutz bis ins richtige Alter sichergestellt? Gibt es privates Vermögen oder andere Absicherungen? Muss angepasst werden?

Hier zeigt sich aber einmal mehr, wie wichtig ein früher Abschluss und eine rechtzeitige Vorsorge ist, gerade bei Berufen in der Berufsgruppe 2 oder schlechter liegt hier ein enormes Sparpotential bei einer frühzeitigen Absicherung.

Sollten auch Sie alte und lange unbeachtete Verträge bei sich finden, so überprüfen Sie diese unbedingt. Eine Hilfe sind die

AUSWAHLKRTITERIEN zur Berufsunfähigkeit

passend dazu auch ein

KRITERIENFRAGEBOGEN

Gerade wenn Sie sich damals nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigen konnten oder wollten, dann wird es Zeit dieses jetzt zu tun.

Nicht eine Beratergruppe ist gut oder schlecht

Ja, es war ein Vermögensberater, welcher diesen Unsinn vermittelt hat und der gehört sicher bestraft. Wenn sich schon nichts mehr lösen lässt, zumindest mit einer Rückzahlung der Provision oder Teilen davon. Aber: Auch in anderen Berufsgruppen passieren solche Beratungen. Ich wüsste hier in der Umgebung noch mindestens zwei Makler, welche ähnlich beraten und eher auf den eigenen Vorteil bedacht sind.

Das macht es nicht besser, zeigt aber auch, nicht eine Berufsgruppe ist gut oder schlecht. Zum Thema Beratung und die unterschiedlichen Verrmittlertypen habe ich bereits in dem folgenden Beitrag einiges geschrieben.

Wo bekomme ich eine unabhängige Beratung zu Versicherungsfragen?

und weiter geht es mit dem BU Thema und der Frage, was tun wenn die wichtige Absicherung zu teuer ist.

Wenn die BU Absicherung zu teuer ist – was tun?