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05.
März '21

Wie lange dauert eine Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung?


Neben anderen Leserfragen ist die nach der Dauer und „wie schnell geht denn eine Antragstellung“ eine der häufigeren Fragen. Generell und Pauschal kann ich nicht sagen, wie lang die Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung dauert, da dieses sehr individuell ist. Aber nach einigen hundert Beratungen in den letzten Jahren nehme ich hier einmal ein Beispiel für einen längeren Prozess und möchte auch erklären warum eine solche Arbeitskraftabsicherung eben Zeit braucht. Auch schauen wir und in diesem Beitrag an:

  • – Wie Sie sich auf eine Berufsunfähigkeitsberatung und Ihren Beratertermin vorbereiten

  • – Warum die Krankenakte und die Aufbereitung der ärztlichen Unterlagen elementar ist

  • – Welche Punkte besprochen gehören

  • – und auch die Frage, was die Krankenversicherung und das System GKV/PKV damit zu tun hat

Starten wir also und schauen und den Ablauf einer solchen Beratung und die einzelnen Schritte etwas genauer an.

Anfrage zur Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Zuerst einmal müssen Sie für sich natürlich erkennen, dass es hier einen Beratungsbedarf gibt und natürlich einen Bedarf in der Absicherung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Absicherung überhaupt. Denn ohne Einkommen sind auch alle anderen Planungen und Absicherungen irgendwann hin, weil einfach kein Geld da ist.

Anfrage zur BU Beratung im Dezember

Diese Anfrage zur Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung erreichte mich Anfang Dezember, genauer am 02. 12. 2020. Der Interessent hatte schon einiges an Vorarbeit geleistet und sich bereits vorab informiert. Dazu las er bereits hier unter der Rubrik Berufsunfähigkeit allgemeine Informationen, lud sich den Leitfaden herunter und war auch sonst durchaus vorinformiert.

Nach einigen E-Mails und der Zusendung des Kriterienfragebogens (den es mittlerweile auch als interaktives Onlineformular gibt) vereinbarten wir für die folgende Woche einen ersten Telefontermin.

Basiswissen zur Berufsunfähigkeit und Ziele & Wünsche – unser Erstgespräch

„Kennenlerngespräch“ sagen einige Kollegen. Nun, mich „kennen“ Sie meist schon durch umfangreiche Beiträge im Netz und alles was Sie „über mich“ so lesen können. Auch zum Thema meines Beratungsansatzes haben Sie sicher schon etwas gelesen. Falls Sie schauen möchten, was andere Kunden so sagen… Bitte hier auf „Referenzen“ oder hier auf weitere Bewertungen klicken.

Bevor Sie entscheiden können was Sie brauchen und wollen, muss Ihnen jemand erklären was es gibt. Stellen Sie sich einen Autokauf vor. Sie wüssten nicht, dass es Autos mit Airbags gibt und können damit auch nicht entscheiden, ob Ihnen ein solcher wichtig ist. Mit dem Zeitpunkt wo Ihnen aber jemand erklärt was ein Airbag ist und wie der Sie und Ihr Leben schützen kann, ändert sich die Sichtweise. Sie können nun entscheiden, ob Ihnen der Aufpreis für einen solchen Airbag das Geld wert ist, Sie diesen in jedem Fall haben wollen oder darauf verzichten.

Das sind Themen für unser Erstgespräch! Dort geht es zunächst weder um Tarife noch um Prämien und Zuschläge, es geht um Basiswissen. Eine kleine Ausbildung in Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Weiterhin in diesem Gespräch geht es um die Fragen: „Wo wollen wir denn gemeinsam mit der Absicherung in?“

Denn wer in 10 Jahren ein Millionenerbe macht, sich zur Ruhe setzt oder ein Kind plant, ein Haus baut, ins Ausland geht, dessen Bedürfnisse sind anders. Anders im Vergleich zu Menschen, die es nicht planen oder andere Ziele haben. Auch Fragen nach Endalter und die Frage wann und wie kann ich mir Prämien bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sparen, gehören dazu.

Versichern müssen und sollten Sie das, was Sie an Risiko nicht selbst tragen können. Was allein zu „stemmen ist“, muss nicht (oder ggf. später nicht mehr) versichert werden.

Versicherungsschutz ist ein Netz, ein Netz, welches Sie auffängt, wenn Sie fallen und das eigene Seil dünn wird oder zu reißen droht.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Daher sind auch pauschale Lösungen zur Rentenhöhe nicht angebracht. Weil bei dem Kollegen, Nachbarn oder Freund bei 2.000 € netto diese auch monatlich weg sind und dieser also eine Absicherung in der Höhe braucht, ist bei Ihnen vielleicht nur „Fixkostenbedarf von 1.000 €“ und der Absicherungsbedarf sieht gleich ganz anders aus.

Für das erste Telefonat planen Sie bitte mindestens 60, eher 90 Minuten ein. Je nach Vorwissen und Kenntnisstand. In Bezug auf unser „Netz“, welches ich eben bereits ansprach, gilt:

Aufgabe des Beraters ist es, Ihnen zu zeigen welche Netze es gibt und wie haltbar diese sind, damit Sie entscheiden können.

Nach diesem Telefonat bekam der Kunde erstmal erste Unterlagen. Hier gibt es viel zu Lesen und durchzuarbeiten. Fragen zu notieren, Markierungen zu machen und zu überlegen, welche „Features“ sind denn wie wichtig. Die Unterlagen bekam mein Kunde dann ca. am 12.12. und hatte dann sehr schnell Zeit und Muße diese auch durchzuarbeiten.

Nächstes Gespräch – Tarife, Optionen und alle Fragen besprechen

Die Absicherung war zudem so hoch, dass wir ohne ärztliche Untersuchung oder Verteilung der BU Renten auf unterschiedliche Anbieter nicht weiterkommen. Warum zwei BU Anträge zudem besser sind und nicht aus Berater- oder Kundenfaulheit nur einer gestellt werden sollte, habe ich hier erklärt:

Warum zwei Anträge zur BU besser sind – nicht aus Faulheit Zeit sparen wollen.

Auch in unserem Fall war das so. Im nun folgenden Gespräch kommen alle die Fragen und Punkte „auf den Tisch“, die sich beim Lesen der Unterlagen angesammelt haben. Ebenso geht es hier schon weiter um Tarifinhalte und Bedingungen, um Aussagen und Folgen und natürlich um Konzeption generell. Dabei ist zu klären welche Verteilung mit welchen Vor- oder Nachteilen verbunden ist und wie dieses in der Praxis aussehen könnte.

Der Kunde besorgt parallel schon einmal alle Daten zum Thema Gesundheit. Das ist wichtig, denn diese Daten brauchen wir später noch genauer. Atteste, Krankenakten, OP und Krankenhausberichte, Medikamente und vieles mehr. Zum Thema „Krankenakte – warum Sie diese nicht, oder doch anfordern sollten

Hilfestellung dazu geben Musterformulare, welche ich Ihnen hier kostenfrei bereitstelle. In meinem Beitrag „Was tun, wenn der Arzt die Krankenakte nicht schicken will“ finden Sie auch Informationen was Sie dann tun können und warum eben nicht die Versicherung anfragen soll, sondern Sie.

Am Ende dieses und weiterer Folgegespräche je nach Bedarf steht dann die generelle Entscheidung zur Konzeption und den Versicherern, zumindest vorläufig. Denn nun geht es um die Frage „Wer nimmt mich denn, wie?“.

Versicherer bieten bei Vorerkrankungen mehrere Optionen an. Von Ablehnung, über Zurückstellung oder Zuschlag und Ausschluss kann alles dabei sein. Weil die Entscheidungen aber völlig unterschiedlich bei den Unternehmen ausfallen, sind

Anonyme Voranfragen – wichtig wie nichts anderes

Spätestens jetzt ist dann auch klar, warum es einen Berater braucht, einen der weiß was er da tut. In unserem Fall starteten wir also noch vor Weihnachten mit den Voranfragen und bereiten hierzu die Gesundheitsangaben auf. Dazu gibt es auf der einen Seite Antragsfragen welche zu beantworten sind, auf der anderen Seite müssen die Informationen für die Antworten ja irgendwo herkommen. Daher Krankenakten, Atteste etc. Das müssen und sollten Sie nicht ganz allein tun. Klar können Sie eine Frage lesen und die Antwort aufschreiben. Was aber wie abgabepflichtig ist, welche Tücken dort lauern und warum Angaben auch nach den Zeiträumen zu erfassen sind, dazu ist Ihr Berater da, um hier zu unterstützen.

Voranfragen, Ausschreibungen, Arztunterlagen und Entscheidungen

Nachdem diese Unterlagen aufbereitet sind, haben Sie erstmal eine kleine Pause verdient. Auch in unserem Fall habe ich dann einige Versicherer (nach der Vorauswahl) mit den Unterlagen angeschrieben, wir haben besprochen was noch nachzusenden ist und was der Kunde noch von wo besorgen muss. Am Ende gab es einige Entscheidungen, welche von Zurückstellung, über Zuschlag bis hin zu Klauseln und Ausschlüssen alles enthielten.

Zuschlag oder Ausschluss – was ist besser?

Nachdem hier nun alle Entscheidungen vorlagen, konnte auch der Kunde gemeinsam mit mir eine Tarifentscheidung treffen. Der erste von zwei Anträgen konnte also gestellt werden. Nach knapp zwei Wochen und einer weiteren Nachfrage zu dem Antrag, ging es dann auch bei dem Versicherer weiter.

Mitte Januar, also knapp 6 Wochen nach der Anfrage lag uns dann die erste Police vor, die gewünschten 2.500 € bei dem ersten Unternehmen waren policiert und somit sicher. Versicherungsschutz besteht also schon einmal für einen Teil.

Antragstellung

Auch die zweite Absicherung sollte nun beantragt werden. Dafür war, aus Gründen wie Nachversicherung und anderen wie zum Beispiel der Staffelung des Endalters, ein anderes Produkt und ein anderes Unternehmen ausgewählt. Ob das sinnvoll ist oder bei Ihnen die Erhöhung der ersten Police die bessere Wahl ist, so etwas klären wir individuell und im Detail dann.

Hier konnten wir also, da ja schon alles da war und auch die Voranfragen und Ausschreibungen schon bekannt, die Antragstellung für den zweiten Antrag vorbereiten. Gleiches Schema wie bisher. Anträge stellen, Unterlagen aufbereiten und beilegen und mehr.

Dieses dauerte aus verschiedenen Gründen hier dann doch noch einige Zeit länger, so konnten wir Mitte Februar dann den letzten Antrag stellen. Auch dieser wurde nach knapp zwei Wochen angenommen.

Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung – das Finale

Am Ende wurde aus einer Anfrage zur Absicherung bei Berufsunfähigkeit ein entsprechendes Paket der Absicherung. Ein BU Schutz, welcher sich aus verschiedenen Gründen auf zwei Versicherer verteilt und einmal 2.500 € und nochmals weitere 2.400 € absichert.

Beide Policen liegen mittlerweile vor und somit ist eine volle Absicherung vorhanden.

Wie schnell es gehen kann und warum dann einige tausende Euro schnell gezahlt werden und wichtig sind, das habe ich in einem ganz anderen Beitrag einmal beschrieben.

42.000 € „eben mal schnell“ gezahlt! warum und wie das ging – schnell erklärt

Auch allgemeine Fragen und Antworten zum Beispiel zur garantierten Rentensteigerung, Dynamik oder der Arbeitsunfähigkeitsklausel finden Sie im Blog beschrieben. Versicherer verändern zudem aktuell immer mal wieder die Einstufung der Berufsgruppen oder verzichten auf diese fast ganz.

Und natürlich bleiben auch weitere Fragen nicht unbeantwortet. „Wo finden Sie eine unabhängige Beratung und welche Vermittler gibt es eigentlich?“ beantworte ich genauso, wie die nach „Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung“ oder „Warum bei Krebs verschiedene Absicherungen greifen sollten“.

Zuletzt noch ein Hinweis für Sie, was können Sie tun, um sich auf Ihre Beratung vorzubereiten? Also quasi die Hausaufgaben schon mal vor dem Besuch der Schule.

So bereiten Sie sich auf Ihre Beratung zur PKV und / oder Berufsunfähigkeitsabsicherung vor

Und am Ende wünsche ich Ihnen, dass Sie den Schutz nach Jahrzehnten anschauen und denken: „Mist, alles umsonst gezahlt, weil ich so gesund bin!“

23.
September '20

Berufsunfähigkeitsversicherung mit Sofortrabatt? – Unterschied zwischen Brutto- und Nettobeitrag ist KEIN Rabatt


Das eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll und wichtig ist und Sie sich früh damit beschäftigen sollten, das ist nichts Neues und hat sich mittlerweile überall herumgesprochen. Selbst die üblichen Kritiker wie Finanztest oder die Verbraucherzentralen sind sich einig. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist der wichtigste Schutz. Diese sichert den Lebensstandard bei Verlust der Arbeitskraft. Nun werben einige Anbieter mit „Berufsunfähigkeitsversicherung mit Sofortrabatt?“, indem einfach der Brutto- und der Nettobeitrag verglichen wird. Das ist natürlich falsch. 

Anmerkung. Dieses ist eine überarbeitete Version des Artikels, da anscheinend das ganze etwas falsch rüber kam. Daher Danke an die Kollegen für die Hinweise.

Dabei muss der Versicherungsschutz bezahlbar und passend sein. Dabei ist eben gerade nicht der Preis das Kriterium. Da aber genau so geworben wird, möchte ich dieses gern etwas aufklären. Denn die Bedingungen sind das wichtigste Kriterium im Leistungsfall.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit Sofortrabatt? Überschüsse sind kein Rabatt

Schauen wir uns nun einmal den Aufbau der Prämie einer Berufsunfähigkeitsversicherung an. Dabei gibt es verschiedene Beitragsarten und Prämien. Wenn Sie sich die Angebote zur Berufsunfähigkeitsversicherung genauer ansehen, finden Sie einen Bruttobeitrag und einen Nettobeitrag. Die Differenz hieraus sind die kalkulierten Überschüsse, welche bei vielen Unternehmen über Jahre konstant sind, aber eben nicht bleiben müssen.

Der höhere Bruttobeitrag ist zunächst einmal der entscheidende Beitrag bei dem Vergleich. Dieser stellt den Betrag dar, den der Versicherer kalkuliert hat, um Ihr Risiko abzusichern. Vergleichen wir also Versicherer, dann betrachten wir zunächst einmal die Leistungen der Verträge und dann die Bruttobeiträge. Diese sind wichtig, da es die obere Grenze meines Beitrages in der Berufsunfähigkeitsversicherung bildet. (Ausnahmen wie Anpassung darüber hinaus bei einigen Unternehmen sind ausgenommen) In unserem Beispiel eines Ingenieurs mit einem Eintrittsalter 30 und einer Laufzeit bis 67 sieht das dann für einige Unternehmen so aus. Abgesichert sind 2.000 € Rente.

Berufsunfähigkeit nach Bruttobeitrag Testsieger Bayerische

Für die gleiche Absicherung können Sie also am Markt 60,40 € zahlen, oder aber auch 200,19 €. Dabei kommt gerade ein Direktversicherer, die COSMOS direkt auf gigantische Prämien. Diese finden Sie im Vergleich oder bei den Onlinerechnern aber erst auf den zweiten Blick. Erstmal müssen Sie die Produkte mit den „verminderten Startbeiträgen“ wegklicken. Denn hier würden die Beiträge Jahr für Jahr steigen. Dann müssen Sie noch bis zum Antrag weiter klicken, denn solange wird Ihnen nur der Nettobeitrag angezeigt.

Der Bruttobeitrag ist aber der Beitrag, welcher OHNE RABATT (Überschüsse) kalkuliert und notwendig ist. Sinken die (nicht garantierten) Überschüsse nun, steigt der Beitrag. Gründe sind hierbei niedrigere Erträge der Kapitalanlagen, höhere Ausgaben für Leistungen und viele weitere Faktoren. Eine solche Beitragserhöhung der Berufsunfähigkeitsversicherung (durch sinkende Überschüsse) ist 1.) kein Kündigungsgrund und 2.) jederzeit möglich. Möchte der Versicherer allerdings über den Bruttobeitrag hinaus seine Beiträge anpassen, dann geht das nicht so einfach. Hier müssen zum einen vorher in den Bedingungen Regelungen getroffen sein und es müssen entsprechende Gründe vorliegen. Einfach ein „wir haben damals zu knapp kalkuliert“ reicht da nicht aus.

Nach dem Bruttobeitrag ist die COSMOS DIREKT in unserem Musterfall also hier der teuerste Versicherer.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit Sofortrabatt? – Netto- oder Zahlbeitrag

Der Nettobeitrag, oder auch Zahlbeitrag genannt, ist dabei der Betrag, der auch bei Ihnen abgebucht wird,. Dieser berechnet sich aus dem Bruttobeitrag. Vergleichen Sie also nur den Nettobeitrag, dann sähe die Tabelle so aus.

Berufsunfähigkeit nach Zahlbeitrag Testsieger Bayerische

Dabei ergibt sich jetzt ein völlig anderes Bild. Während auf den Bruttobeitrag bezogen die CANADA LIFE mit der Berufsunfähigkeitsversicherung noch an erster Stelle war, rutscht diese nun auf den vorletzten Platz.

Auch am Beispiel der HUK-Coburg (hier HUK 24 berechnet) lässt sich das gut erkennen. Der Netto- oder Zahlbeitrag der HUK liegt hier mit 69,88 € monatlich 13,06 € über dem günstigsten Anbieter. Das sind immerhin 23%. Vergleicht man die Bruttobeiträge, so ist der Unterschied aber noch gravierender. Mit 106,41 € als maximal möglichem Beitrag ohne Überschüsse liegt der HUK Tarif somit 19,66 € darüber.

Großer Unterschied bei Brutto- und Nettobeitragsdifferenz

Gravierender ist der Unterschied zwischen der BAYERISCHE mit dem BU Comfort und der COSMOS. Auch wenn die Zahlbeiträge „nur“ 22,28 € auseinander liegen, die Bruttobeiträge unterscheiden sich um 113,44 €. Damit haben wir einen Beitragsunterschied von über 100%. 

ACHTUNG: Es bringt daher wenig die großartigen Nettobeiträge zu vergleichen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung mit bis zu 60% Rabatt sieht zwar gut aus, ist aber in der Praxis so nicht relevant. Die Nettobeiträge in der BU Absicherung sind MOMENTAUFNAHMEN mit heutigen Überschüssen. Das es auch schnell anders sein kann, haben wir vor einiger Zeit bei den massiven Beitragserhöhungen der WWK BU (Details hier im Beitrag) gesehen.

Überschussdifferenz

Nun schauen wir uns doch noch die gleiche Tabelle an und sortieren diese einmal nach dem vermeintlichen „Rabatt“ auf den Bruttobeitrag. Damit werden die Cosmos direkt und auch die HUK-Coburg Testsieger. Schließlich geben diese mit 45% und 60% den höchsten Rabatt in unserem Musterfall. Gigantische 60% werden Ihnen als Sofortrabatt erlassen. Klingt gut, oder?

Berufsunfähigkeitsversicherung mit höchstem Rabatt

Nun ist aber gut der Haken an dieser Betrachtung zu erkennen. Auch wenn ein Anbieter Ihnen 60% Rabatt auf seinen Bruttobeitrag gibt, ist dieser weder in dem Brutto- noch dem Zahlbeitrag eine Alternative. Das Risiko mit einem Vertrag wie diesem bei der Cosmos direkt bei dem Maximalbeitrag zu landen ist deutlich höher. Das zeigt aber eine Art der Kalkulation und ein grundsätzliches Verständnis. Hier geht es um einen augenscheinlich günstigen Beitrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Selbst bei großen Vergleichsportalen wie zum Beispiel Check24 ist es nur mit viel Mühe möglich den Bruttobeitrag heraus zu bekommen. In den Vergleichen und Übersichten taucht bis zum Antrag nur der Zahlbeitrag auf, obwohl die Überschüsse nicht garantiert sind. Die Berufsunfähigkeitsversicherung mit Sofortrabatt ist also nur eine Form der Überschussverwendung. Eine weitere ist die Verzinsliche Ansammlung.

Ein hoher Sofort-Rabatt macht keine gute Berufsunfähigkeitsversicherung,

ganz im Gegenteil.

Daher ist hier mit einem solchen Onlinevergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung keine sinnvolle Auswahl möglich. Wer die Nettoprämien vergleicht und dabei die wirklichen Risikoprämien nicht beachtet, der läuft Gefahr steigende Beiträge in Dimensionen zu erleben, welche er in den nächsten Jahren oder gar Jahrzehnten nicht verkraften kann oder will.

Übrigens, das System was hier zum Tragen kommt und die Überschüsse sofort abzieht nennt man Sofortverrechnung oder Gewinnverrechnung. Gerade der letzte Begriff beschreibt es recht gut. Ein (möglicherweise) in der Zukunft entstehender Gewinn wird schon jetzt abgezogen. Ändert sich der Gewinn, ändert sich der Abzug. Rückwirkend geht das aber nicht. Wenn Sie also in diesem Jahr einen Beitrag genannt bekommen haben in Ihrem Versicherungsschein, so ist der auch für das komplette Versicherungsjahr gültig und kann nur mit Wirkung für die Zukunft geändert werden.

Brutto = Netto

Nun gibt es aber einige Ausnahmen. So sehen Sie in den Tabellen bei der neuen Berufsunfähigkeitsversicherung der Canada Life eine Besonderheit. Der Brutto- und Nettobeitrag sind gleich hoch. Es handelt sich nicht um einen Fehler in der Tabelle, sondern um die Art des Produktes und die Kalkulation. Es kann also keine Senkung der Überschüsse geben, denn ein „Sofortrabatt“ ist nicht enthalten.. (Anpassungen der Beiträge sind ggf. dennoch möglich, dazu aber mehr in einem anderen Beitrag).

So kommen Sie zu Ihrem Schutz

Bereits in meinem Beitrag zur Vorbereitung auf eine Beratung in der Berufsunfähigkeitsversicherung habe ich Ihnen Ihre „To-Dos“ beschrieben.

Individuelle Beratung zu Berufsunfähigkeit und PKV – Vorbereitung auf Ihr Beratungsgespräch

Dabei sollten Sie sich zunächst mit den

Kriterien zur Auswahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigen. In meinem Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung beschreibe ich zudem viele unterschiedliche Szenarien und erkläre Ihnen Bedingungsaussagen und deren Bedeutung.

Eine

Beratungsanfrage zur Berufsunfähigkeit

können Sie hier stellen. Gern sende ich Ihnen einen personalisierten LINK zu einem Onlinefragebogen zu. Dazu können Sie HIER eine entsprechende E-Mailanfrage senden, oder mir im LiveChat einfach den Wunsch nach dem Link und Ihre KONTAKTDATEN hinterlassen.

HIER KLICKEN für Ihre E-MAIL ANFRAGE

zur Beratung für eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Und falls Sie einen praktischen Leistungfall „miterleben wollen“, ohne selbst (zum Glück) krank zu sein. Bitte sehr.

„Ich bin doch nur im Büro…, was soll mir denn schon passieren.“ – und zack fließen 42.000 € Rente

06.
Juni '20

Berufsunfähigkeitsschutz der Nürnberger mit nur zwei Gesundheitsfragen – ist die Aktion mehr Schein als Sein?


Die Berufsunfähigkeit gehört heute zu den größten Risiken für fast alle Erwerbstätigen und gehört damit – da sind sich selbst sonst kritische Verbraucherzentralen, Finanztest und alle Berater einig – zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt. Damit meine ich gar nicht Horrorszenarien wie „Stellen Sie sich vor, Sie können nie mehr arbeiten.“. Nein, denn viele Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung erstrecken sich über einige Jahre, dann „geht es oft wieder“. Nicht nur Krebserkrankungen, Wirbelsäulenkrankheiten oder die Psyche führen schnell einmal „temporär“ für einige Jahre zum Ausfall des Einkommens. Da wird es schnell eng, denn wie sollen laufende Kosten wie Miete, das Auto, Ausbildung der Kinder und vieles mehr bezahlt werden?

Doch obwohl der Schutz so wichtig ist, gibt es zwei große Gruppen von Personen, welche den Schutz einfach nicht haben. Zuerst sind es die, die keinen Schutz wollen. Da herrschen Aussagen wie „mir passiert ja nix“ oder „was soll schon passieren, damit ich in MEINEM Beruf nicht mehr arbeiten kann“ vor. OK, muss jeder selbst entscheiden.

Die zweite große Gruppe sind leider die, die aufgrund von Vorerkrankungen keinen Schutz bekommen und das obwohl diese gern einen hätten, gerade weil diese das Risiko verstanden, oder im Verwandten- und Bekanntenkreis gesehen haben.

Befristete Aktion der Nürnberger – für wen?

Die Nürnberger Versicherung bietet dazu nun eine vermeintliche Lösung. Im Vergleich zu bisherigen Aktionen, welche häufig auf wenige Berufe, Berufsgruppen oder die Zugehörigkeit zu einem Verein oder einer Kammer begrenzt waren, gilt diese Aktion der Nürnberger für alle. Zusammen mit dem Münchener Maklerpool Fondsfinanz hat die Nürnberger eine BU Aktion aufgelegt, welche bis zum 31.12.2020 gilt und in diesem Zeitraum allen offen steht. (Ok, als Berater braucht es eine Anbindung an den Pool, das war es aber auch schon)

  • – Aktion befristet bis 31.12.2020

  • – Spätester Versicherungsbeginn ist der 1.2.2021

Versichert werden können hier zunächst einmal alle Berufe und -gruppen. Dazu zählen auch die Beamten, für welche die Nürnberger eine Dienstunfähigkeitsversicherung anbietet.

Befristete Aktion der Nürnberger – welche Tarife?

Auch bei den Tarifen gibt es – im Rahmen der Möglichkeiten bei der Nürnberger – einige Optionen. So lassen sich die Anträge mit der vereinfachten Aktion als:

  • – selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU)

  • – selbstständige Dienstunfähigkeitsversicherung (SDU)

  • – Investment-Berufsunfähigkeitsversicherung (IBU)

  • oder als – Einsteiger-Berufsunfähigkeitsversicherung (FC) versichern.

Bei der letztgenannten Variante ist es ebenfalls möglich ein Krankentagegeld zu versichern, nicht aber den „ErstfallSchutz“. Dabei handelt es sich um eine Vorsorge bei schweren Krankheiten.

Befristete Aktion der Nürnberger – welche Kriterien gelten?

Wichtigstes Kriterium bei der Beantragung ist zunächst die Rentenhöhe. Dabei gilt:

  • – maximale Rente 2.500 € Monatsrente (30.000 € pro Jahr)

  • – dabei werden bestehende Verträge angerechnet

  • – bei einigen Berufen gelten berufsspezifische Summengrenzen, welche niedriger sein können.

So kann es durchaus vorkommen, dass für Polizisten, Feuerwehrleute oder auch Lehrer spezielle Summen gelten, diese gehen dann der 30.000 € Grenze in jedem Fall vor.

Weiterhin, und das ist eher unüblich für Aktions-BUs, ist es auch möglich eine Dynamik in den Vertrag einzuschließen. Ebenso sind jedoch Endalterbeschränkungen zu beachten, welche auch sonst im Neugeschäft gelten. Auch hier gehen diese Beschränkungen vor.

Nur zwei Gesundheitsfragen im „Aktionsantrag“ – wirklich?

Die Nürnberger spricht bei der Vorstellung der „neuen BU Aktion“ von einer sehr vereinfachten „Gesundheitserklärung“ und nur zwei Gesundheitsfragen. Dazu kommt die Angabe Größe und Gewicht und… lesen Sie selbst.

Schauen wir uns aber zunächst einmal diese Fragen an.

Diese Frage dürfte noch recht eindeutig zu beantworten sein und damit auch wenige Probleme machen. Ob und wann sich jemand im Krankenhaus befand („-aufenthalte“ bedeutet in dem Fall „über Nacht da bleiben“), das wird man wissen und fünf Jahre sind somit kein so großer Zeitraum. Doch dann folgt die Zweite der „kurzen Fragen“.

Diese Frage, genauer die Formulierung, hat es in sich und dürfte den Antrag für die meisten Personen ad absurdum führen. Denn wer diese ruhigen Gewissens und korrekt mit nein beantworten kann, der wird auch einen normalen Antrag stellen können. Aber der Reihe nach.

Zunächst geht es auch hier um einen Abfragezeitraum von fünf Jahren, soweit nichts Besonderes. Doch der Rest der Frage hat es in sich. Es folgt die Frage nach BEHANDLUNGEN. Also muss zunächst einmal ein Besuch bei einem BEHANDLER stattgefunden haben. Das kann ein Arzt, aber auch ein Heilpraktiker, Osteopath oder auch ein Physiotherapeut sein. Dabei heißt es auch nicht, es muss verordnet gewesen sein. Wer sich zum Beispiel einmal bei einem verspannten Rücken eine Massage „gegönnt“ hat und diese ganz ohne Rezept selbst bezahlt hat, auch das wäre hier anzeigepflichtig.

Weiterhin geht es sogar weiter, denn es geht nicht nur um „durchgeführt“, sondern auch um „empfohlen“. Damit sind auch Empfehlungen eines Arztes oder Behandlers anzugeben, welche dann doch nicht gemacht worden sind. Die Nürnberger zeigt hier in der Angabe in Klammern auch schon deutlich, auch Medikamente, Infusionen, aber auch Logo- oder Ergotherapie sind hier gemeint.

Soweit so gut. Doch dann folgen, wenn auch keine Fragen, noch umfassende Bestätigungen. Sie als Antragsteller müssen somit dem Versicherer noch einige „Versicherungen“ geben, entschuldigen Sie das Wortspiel.

Bestätigen müssen Sie somit nicht nur, dass Sie „uneingeschränkt“ (Anmerkung: also zu 100 Prozent!) arbeitsfähig sind. Weiterhin dürfen Sie in den letzten zwei Jahren nicht mehr als zwei Wochen arbeitsunfähig gewesen sein. Jetzt mag man denken: „ist doch dann eh bei den Behandlungen anzugeben“. Das stimmt natürlich auch. Aber auch ein Selbstständiger, welcher gar keinen „gelben Schein“ hatte und dennoch nicht arbeiten war, muss es hier angeben.

Die Fragen nach bestehender Behinderung oder teilweiser bzw. voller Erwerbsminderung sind da schon „harmloser“. Diese sind auch wichtig und nötig, denn ist jemand nicht mehr in der Lage zu arbeiten, was soll er sich dann gegen das Risiko Berufsunfähigkeit versichern.

Müssen Sie eine der Gesundheitsfragen mit „ja“ beantworten oder können Sie die „Bestätigungen“ nicht abgeben, so ist der Aktionsantrag damit erledigt. Dann gelten die normalen Kriterien der Risikoprüfung und Sie sollten schnell die Finger von dem Antrag lassen. Warum ist einfach und schnell erklärt. Auch dieser Aktionsantrag kann dann eben abgelehnt werden und müsste dann bei einer anderen Beantragung angegeben werden. Daher heißt es auch hier:

Risikovoranfrage (die natürlich anonym) geht vor Antrag – IMMER

Befristete Aktion der Nürnberger – was wird noch alles gefragt?

Mit den Gesundheitsfragen ist es natürlich noch nicht zu Ende. Neben diesen sind Fragen zu weiteren Lebensumständen zu beantworten. Auch diese finden Sie im verlinkten Fragebogen. Dazu gehören insbesondere:

  • – Fragen nach Berufs- oder Freizeitgefahren und Hobbys

  • – Fragen nach geplanten Auslandsaufenthalten

  • – Fragen nach anderweitigem Versicherungsschutz

  • – Fragen nach abgelehnten oder mit Zuschlag oder Ausschluss angenommenen Anträgen

Wer also glaubt, mit dieser Aktion dem Zuschlag für bestimmte Sportarten oder andern gefährlichen Hobbys zu entgehen, der wird hier enttäuscht. Auch diese Zuschläge werden im Rahmen der Aktion weiter erhoben.

Befristete Aktion der Nürnberger – für ganz wenige passend?

Nach Durchsicht aller Fragen und der Erklärungen stellt sich die Frage, für wen der Antrag denn überhaupt einen Vorteil bietet. Wer alles mit Nein beantworten kann und zudem weder Behandlungen noch Arztbesuche und dergleichen hat, der kann sich auch auf die Suche nach einem „normalen“ Schutz machen und die Fragen regulär beantworten. Da werden dann oft mehr Fragen gestellt, wenn aber eh nichts da ist, dann kann auch das dort mit nein beantwortet werden.

Daher würde ich hier keinesfalls nur auf die Nürnberger und den Aktionsantrag schauen. Dennoch gibt es aber durchaus Fälle, wo sich hier solche Überlegungen anstellen lassen und wo der Aktionsantrag vorteilhaft sein kann.

Heuschnupfen und Asthma?

Wie sieht es denn hier aus? Nehmen wir einen Kunden, welcher in den letzten Jahren (viele seit Jahrzehnten) an Heuschnupfen leidet, aber im Sommer schnell mit ein, zwei Flaschen frei verkäuflichen (also nicht rezeptpflichtigen) Medikamenten auskommt. Auf den ersten Blick sind das keine Behandlungen welche durchgeführt oder angeraten sind. Hier geht unser Musterkunde nur in die Apotheke und holt sich einfach ein Spray.

Gibt es dazu keinerlei Behandlungen und Arztbesuche, so könnte die Frage mit „nein“ beantwortet werden. Aber ACHTUNG! Oft sind solche Diagnosen, wenn diese denn schon einmal beim Arzt aufgetaucht sind, dauerhaft in der Akte vermerkt und können dennoch im Nachhinein zu Problemen führen. Gerade wenn es einen Arztbesuch (zum Beispiel zur Vorsorge oder bei Impfungen) gab und der Arzt dann in dem Quartal gleich noch den „Heuschnupfen“ mit abgerechnet hat. Hier steht dann durchaus etwas in der Akte.

Fragen Sie daher vorher einmal nach, wie denn die Krankenakte aussieht. In diversen Artikeln zur Krankenakte und DSGVO habe ich Ihnen Informationen und Musteranschreiben dazu zusammengestellt.

Bestehende Hepatitis Diagnose?

Es gibt bekanntlich eine Reihe von Berufen, da kann es mit einer Hepatitis zu einem Berufsverbot kommen. Sinnvoll, klar, man möchte ja niemand anstecken und Patienten in Gefahr bringen. Ist diese Diagnose nun lange bekannt und hat in den letzten fünf Jahren nicht zu einer Behandlung geführt, so wäre man geneigt, hier „nein“ anzukreuzen. Das kann auch durchaus richtig sein, birgt aber ähnliche Gefahren wie bereits beim Heuschnupfen geschildert. Dennoch: Ist es sauber und auch in der Krankenakte sicher dokumentiert und haben wirklich keine Behandlungen stattgefunden, dann kann die Aktion hier den Risikozuschlag in der Berufsunfähigkeit ersparen. Wichtig auch hier ist aber genaues Lesen und studieren der eigenen Krankenakte.

Befristete Aktion der Nürnberger – Fazit

Eine „bahnbrechende Neuerung“ ist diese Aktion ebenso wenig, wie auch für viele keine besonders lohnenswerte Aktion. Dennoch kann es für einige Versicherte sinnvoll sein, sich auch hier zu informieren und die eigene Gesundheitshistorie zu durchforsten. Diese muss, nicht nur bei dieser Aktion, sauber aufgearbeitet und bekannt sein. Ratschläge, die Akte besser nicht zu besorgen, führen hier nicht nur zu viel Ärger, sondern auch im schlimmsten Fall zur Berufsunfähigkeit ohne Rentenzahlung und das möchte nun sicher niemand.

Alle, für die diese Aktion mit den dortigen Fragen nicht passt, oder wer eine der beiden Fragen mit „ja“ beantwortet, für den gelten die normalen Risikofragen. Auch diese finden Sie hier im Downloadbereich unter dem Stichwort „Antragsunterlagen“ und können sich diese genauer anschauen.

Nürnberger LV, Gesundheitsfragen (Standard), 2020

Nürnberger LV, Aktionsantrag BU Aktionsantrag AKZ: 116, BU Aktion 2020

Bei weiteren Fragen zur Berufsunfähigkeitsabsicherung, der passenden Rentenhöhe oder zu Bausteinen wie einer Leistungsdymanik (garantierte Rentensteigerung) oder Klauseln zur Arbeitsunfähigkeit finden Sie mehr Informationen auf meiner

Beratungsseite zur Berufsunfähigkeit

23.
November '19

Alte Leipziger Berufsunfähigkeitsschutz: FairScore, neue Berufsgruppen, mehr Optionen und Bedingungsverbesserungen


Die Alte Leipziger Lebensversicherung, der Versicherer aus Oberursel bei Frankfurt, bietet seit Jahren ein sehr hochwertiges Produkt für den Schutz bei Berufsunfähigkeit an. Dieses wurde in den letzten Jahren mehrfach angepasst und verbessert und somit einerseits flexibler, andererseits leistungsstärker gemacht.

Einige Veränderungen in den letzten Jahren finden sich in folgenden Beiträgen:

Zum 01. Januar 2020 steht nun eine weitere Veränderung der Bedingungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung an. Die neue Version der Bedingungen, die pm2300- 01.2020 kommt mit einigen Verbesserungen der Leistungen daher, welche wir uns hier genauer anschauen.

FairScore statt nur Berufsgruppe

Vorbei die Zeiten, in denen klar war welcher Beruf in welche Berufsgruppe gehört. Ob man die neuen Wege nun „dynamische Einstufung“ oder FairScore oder wie auch immer nennen mag, die Bewertungen werden individueller. Zukünftig führen eine Reihe von Faktoren zur Einstufung und damit zur Prämie. Im Wesentlichen spielen dabei folgende Kriterien und Bewertungen eine Rolle.

Zukünftig wird also, noch mehr als bisher, die individuelle Ausgestaltung der Tätigkeit eine Rolle spielen und damit über die Prämienhöhe der versicherten Rente entscheiden. Dabei werden nicht nur der einmal erlernte Beruf, sondern auch weiterführende Qualifikationen im Laufe des Berufslebens und auch die Aufteilung der Tätigkeit in handwerklich, Reisetätigkeit und mehr eine Rolle spielen.

Die Alte Leipziger hinterlegt in FairScore zukünftig mehr als 4.500 Berufe, dazu kommen weitere Differenzierungen in 191 Ingenieure, über 100 Unterscheidungen bei Ärzten und über 56 Varianten bei Lehrern. Damit wir – wie bereits gesagt – die Einstufung noch viel mehr vom genauen Berufsbild und der Ausgestaltung abhängig werden.

Aktuell gibt es in den Tarifen 7 Berufsgruppen. Angefangen von 1++ über 1+ und 1, dann weiter mit 2+, 2, 3+ und 3. Zukünftig werden diese weiter aufgefächert und auf zehn Gruppen verteilt. Diese bekommen dann die folgenden Bezeichnungen.

Schüler – in 24 statt 11 Gruppen

Auch für Schüler wird es umfangreicher in der Auswahl. Schon heute gibt es eine Reihe Versicherer, welche hier differenziert prüfen und nach Schulform und Klassenstufe prüfen und unterscheiden. Das hängt unter anderem mit der Tatsache der möglichen, zukünftigen Berufswahl der Schüler einer Schulform zusammen. Heute gibt es (inkl. Berufsschule) bei der alten Leipziger elf Gruppen in die Schüler einzuordnen sind.

Zukünftig wird dieses auf 24 unterschiedliche Gruppen ausgedehnt und auch hier die Prämie weit auseinander gehen. Da zeigt sich auch hier wieder, wie wichtig ein frühzeitiger Abschluss und damit die richtige Grundlage ist.

Raucherstatus ist zukünftig Tarifkriterium

Im Vergleich zur bisherigen Tarifkalkulation spielt zukünftig auch der Raucher-/ Nichtraucherstatus eine Rolle. Dabei gilt eine einfache Regel. Änderungen sind nicht anzeigepflichtig. Wer also heute nicht raucht, damit aber zukünftig anfängt, der muss es nicht melden und wird auch nicht bestraft.

Ebenso gibt es aber keine Verbesserung. Wer also jetzt als Raucher eingestuft wird und zukünftig dieses Laster los wird, der wird auch dann nicht besser gestellt. Auch eine Anzeige mit schriftlicher Bestätigung nützt gier nichts. Es ist nur über einen neuen Vertrag mit einer komplett neuen Risikoprüfung möglich, den Status wieder los zu werden. Das ist kein so schlechter weg, denn nur so lässt sich Missbrauch einer solchen Klausel eindämmen und damit das Kollektiv schützen.

Der Nichtraucher erhält einen Rabatt auf die Prämie in der Berufsunfähigkeitsversicherung und zahlt damit zukünftig weniger Beiträge.

Verbesserungen der Bedingungen für die Berufsunfähigkeit

Wie immer bei Veränderungen und Verbessrungen von Leistungen sind diese nicht in jedem Fall für alle interessant.

Infektionsschutzklausel

Eine der Änderungen, welche meist nur bestimmte Personengruppen betrifft, ist die so genannte Infektionsklausel. Wer also aufgrund einer behördlichen Anordnung nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann (zum Beispiel bei einer Hepatitis Erkrankung), der muss erstmal nicht zwingend berufsunfähig sein. Für einen solchen Fall gab es schon bisher für Ärzte, Zahnärzte und bestimmte Berufe eine zusätzliche Klausel. Der Abschnitt „Infektionsgefahr“ findet sich in den neuen Bedingungen auf Seite 8 ff. wieder und ist nun weiter gefasst. Eine Leistung aus dem BU Vertrag erfolgt auch (denn die versicherte Person gilt als berufsunfähig), wenn:

  • – sie/er für andere eine Infektionsgefahr darstellt

  • – es gibt ein Tätigkeitsverbot nach Bundesinfektionsschutzgesetz oder Rechtsvorschrift

  • – mind. für 6 Monate und mind. 50% der Tätigkeit betroffen

Bei Medizinern und auch med. Personal wie Krankenschwestern, Zahnarzthelferinnen und dergleichen geht es noch etwas weiter. Hier reicht allein das Tätigkeitsverbot, welches sich auf die Behandlung von Patienten bezieht.

Leistungen wie die Sofortzahlung bei Krebs oder auch die Arbeitsunfähigkeitsleistungen gibt es weiterhin, diese sind in den oben genannten, älteren Artikeln verlinkt.

Neue Möglichkeiten der Vertragserweiterung und -veränderung

Auch bisher bot die Alte Leipziger den Versicherten eine Ausbaugarantie. So kann in bestehenden Verträgen innerhalb der ersten fünf Jahre der Schutz nochmals und ohne neue Risikoprüfung erweitert werden und bietet somit eine Option zur Verbesserung. Diese Möglichkeiten werden mit den neuen Bedingungen etwas angepasst und erweitert. Auch zukünftig wird hier zwischen der Ausbau- und der Nachversicherungsgarantie unterschieden. Bei beiden (mehr …)

08.
August '19

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Umtauschaktion


In der Vergangenheit gab es bereits einige Aktionen zur Berufsunfähigkeit und solche, womit ein Abschluss einer notwenigen Berufsunfähigkeitsversicherung mit wenigen oder eingeschränkten Fragen möglich war. Eine solche Aktion, allerdings für bereits versicherte Kunden (wenn auch mit altem oder reduziertem Schutz) gibt es nun aktuell wieder. Alle Details zur Aktion und die genauen Vorgaben finden Sie hier im Beitrag.

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Wer kann diese nutzen?

Um von dieser speziellen Aktion profitieren zu können, müssen Sie bereits eine BU-Absicherung haben, auch wenn diese vielleicht alt, nicht mehr passend oder mit falscher Rente oder anderen Eckdaten abgeschlossen wurde. Diese alte Berufsunfähigkeitsversicherung muss NACH dem 30.06.2015 beantragt worden sein.

Zudem müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein, damit der Altvertrag für die „Umtauschaktion“ berechtigt ist.

  • – es muss sich um einen Fremdvertrag handeln (außer Nürnberger)

  • – es sind auch Verträge mit Zuschlägen oder Ausschlüssen berechtigt

  • – es darf sich um keinen Optionsvertrag, einen Vertrag aus einer BU Aktion oder mit einer Dienstfähigkeitserklärung handeln

  • – es muss sich um einen laufenden Vertrag mit laufender Beitragszahlung handeln

  • – eine BU Leistung darf noch nicht aus dem Vertrag beantragt oder erhalten sein

Sind all diese Voraussetzungen erfüllt und möchten Sie eine neue BU abschließen, so kann diese Aktion durchaus interessant sein.

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Rentenhöhe und Eckdaten

Natürlich gibt es bei der Aktion auch weitere Vorgaben für den Neuvertrag, denn nur mit einer solchen Begrenzung ist die Aktion überhaupt für den Versicherer machbar.

Versichert werden dürfen neben der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung auch die DU, Kombinationen im Rahmen von (fondsgebundenen) Produkten (z.Bsp. IBU), oder auch eine Einsteiger BU ist möglich.

Interessant in dem Zusammenhang ist auch der gleichzeitige Abschluss einer Krankentagegeldversicherung nach dem Tarif TG6.

Wir die bestehenden Rente aus dem alten Vertrag übernommen, so findet zudem keine finanzielle Risikoprüfung nötig. Dabei darf die Rente bis zu 5% über der alten Rente liegen. (Grenze ist hier aber die Rente bei Antragstellung, nicht die ggf. durch Dynamik erhöhte)

  • – in Ergänzung zu dieser Begrenzung darf die neue Rente max. 30.000 € betragen und somit auch (mit Prüfung der finanziellen Angemessenheit) über der alten Rente liegen

  • – Grenzen, welche aus speziellen Berufen resultieren, gelten ebenfalls

  • – Beginn muss spätestens der 01. Oktober 2019 sein

Interessant ist zudem der Umgang mit der Anzeigepflichtverletzung und den Fristen aus (mehr …)