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06.
Juni '20

Berufsunfähigkeitsschutz der Nürnberger mit nur zwei Gesundheitsfragen – ist die Aktion mehr Schein als Sein?


Die Berufsunfähigkeit gehört heute zu den größten Risiken für fast alle Erwerbstätigen und gehört damit – da sind sich selbst sonst kritische Verbraucherzentralen, Finanztest und alle Berater einig – zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt. Damit meine ich gar nicht Horrorszenarien wie „Stellen Sie sich vor, Sie können nie mehr arbeiten.“. Nein, denn viele Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung erstrecken sich über einige Jahre, dann „geht es oft wieder“. Nicht nur Krebserkrankungen, Wirbelsäulenkrankheiten oder die Psyche führen schnell einmal „temporär“ für einige Jahre zum Ausfall des Einkommens. Da wird es schnell eng, denn wie sollen laufende Kosten wie Miete, das Auto, Ausbildung der Kinder und vieles mehr bezahlt werden?

Doch obwohl der Schutz so wichtig ist, gibt es zwei große Gruppen von Personen, welche den Schutz einfach nicht haben. Zuerst sind es die, die keinen Schutz wollen. Da herrschen Aussagen wie „mir passiert ja nix“ oder „was soll schon passieren, damit ich in MEINEM Beruf nicht mehr arbeiten kann“ vor. OK, muss jeder selbst entscheiden.

Die zweite große Gruppe sind leider die, die aufgrund von Vorerkrankungen keinen Schutz bekommen und das obwohl diese gern einen hätten, gerade weil diese das Risiko verstanden, oder im Verwandten- und Bekanntenkreis gesehen haben.

Befristete Aktion der Nürnberger – für wen?

Die Nürnberger Versicherung bietet dazu nun eine vermeintliche Lösung. Im Vergleich zu bisherigen Aktionen, welche häufig auf wenige Berufe, Berufsgruppen oder die Zugehörigkeit zu einem Verein oder einer Kammer begrenzt waren, gilt diese Aktion der Nürnberger für alle. Zusammen mit dem Münchener Maklerpool Fondsfinanz hat die Nürnberger eine BU Aktion aufgelegt, welche bis zum 31.12.2020 gilt und in diesem Zeitraum allen offen steht. (Ok, als Berater braucht es eine Anbindung an den Pool, das war es aber auch schon)

  • – Aktion befristet bis 31.12.2020

  • – Spätester Versicherungsbeginn ist der 1.2.2021

Versichert werden können hier zunächst einmal alle Berufe und -gruppen. Dazu zählen auch die Beamten, für welche die Nürnberger eine Dienstunfähigkeitsversicherung anbietet.

Befristete Aktion der Nürnberger – welche Tarife?

Auch bei den Tarifen gibt es – im Rahmen der Möglichkeiten bei der Nürnberger – einige Optionen. So lassen sich die Anträge mit der vereinfachten Aktion als:

  • – selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU)

  • – selbstständige Dienstunfähigkeitsversicherung (SDU)

  • – Investment-Berufsunfähigkeitsversicherung (IBU)

  • oder als – Einsteiger-Berufsunfähigkeitsversicherung (FC) versichern.

Bei der letztgenannten Variante ist es ebenfalls möglich ein Krankentagegeld zu versichern, nicht aber den „ErstfallSchutz“. Dabei handelt es sich um eine Vorsorge bei schweren Krankheiten.

Befristete Aktion der Nürnberger – welche Kriterien gelten?

Wichtigstes Kriterium bei der Beantragung ist zunächst die Rentenhöhe. Dabei gilt:

  • – maximale Rente 2.500 € Monatsrente (30.000 € pro Jahr)

  • – dabei werden bestehende Verträge angerechnet

  • – bei einigen Berufen gelten berufsspezifische Summengrenzen, welche niedriger sein können.

So kann es durchaus vorkommen, dass für Polizisten, Feuerwehrleute oder auch Lehrer spezielle Summen gelten, diese gehen dann der 30.000 € Grenze in jedem Fall vor.

Weiterhin, und das ist eher unüblich für Aktions-BUs, ist es auch möglich eine Dynamik in den Vertrag einzuschließen. Ebenso sind jedoch Endalterbeschränkungen zu beachten, welche auch sonst im Neugeschäft gelten. Auch hier gehen diese Beschränkungen vor.

Nur zwei Gesundheitsfragen im „Aktionsantrag“ – wirklich?

Die Nürnberger spricht bei der Vorstellung der „neuen BU Aktion“ von einer sehr vereinfachten „Gesundheitserklärung“ und nur zwei Gesundheitsfragen. Dazu kommt die Angabe Größe und Gewicht und… lesen Sie selbst.

Schauen wir uns aber zunächst einmal diese Fragen an.

Diese Frage dürfte noch recht eindeutig zu beantworten sein und damit auch wenige Probleme machen. Ob und wann sich jemand im Krankenhaus befand („-aufenthalte“ bedeutet in dem Fall „über Nacht da bleiben“), das wird man wissen und fünf Jahre sind somit kein so großer Zeitraum. Doch dann folgt die Zweite der „kurzen Fragen“.

Diese Frage, genauer die Formulierung, hat es in sich und dürfte den Antrag für die meisten Personen ad absurdum führen. Denn wer diese ruhigen Gewissens und korrekt mit nein beantworten kann, der wird auch einen normalen Antrag stellen können. Aber der Reihe nach.

Zunächst geht es auch hier um einen Abfragezeitraum von fünf Jahren, soweit nichts Besonderes. Doch der Rest der Frage hat es in sich. Es folgt die Frage nach BEHANDLUNGEN. Also muss zunächst einmal ein Besuch bei einem BEHANDLER stattgefunden haben. Das kann ein Arzt, aber auch ein Heilpraktiker, Osteopath oder auch ein Physiotherapeut sein. Dabei heißt es auch nicht, es muss verordnet gewesen sein. Wer sich zum Beispiel einmal bei einem verspannten Rücken eine Massage „gegönnt“ hat und diese ganz ohne Rezept selbst bezahlt hat, auch das wäre hier anzeigepflichtig.

Weiterhin geht es sogar weiter, denn es geht nicht nur um „durchgeführt“, sondern auch um „empfohlen“. Damit sind auch Empfehlungen eines Arztes oder Behandlers anzugeben, welche dann doch nicht gemacht worden sind. Die Nürnberger zeigt hier in der Angabe in Klammern auch schon deutlich, auch Medikamente, Infusionen, aber auch Logo- oder Ergotherapie sind hier gemeint.

Soweit so gut. Doch dann folgen, wenn auch keine Fragen, noch umfassende Bestätigungen. Sie als Antragsteller müssen somit dem Versicherer noch einige „Versicherungen“ geben, entschuldigen Sie das Wortspiel.

Bestätigen müssen Sie somit nicht nur, dass Sie „uneingeschränkt“ (Anmerkung: also zu 100 Prozent!) arbeitsfähig sind. Weiterhin dürfen Sie in den letzten zwei Jahren nicht mehr als zwei Wochen arbeitsunfähig gewesen sein. Jetzt mag man denken: „ist doch dann eh bei den Behandlungen anzugeben“. Das stimmt natürlich auch. Aber auch ein Selbstständiger, welcher gar keinen „gelben Schein“ hatte und dennoch nicht arbeiten war, muss es hier angeben.

Die Fragen nach bestehender Behinderung oder teilweiser bzw. voller Erwerbsminderung sind da schon „harmloser“. Diese sind auch wichtig und nötig, denn ist jemand nicht mehr in der Lage zu arbeiten, was soll er sich dann gegen das Risiko Berufsunfähigkeit versichern.

Müssen Sie eine der Gesundheitsfragen mit „ja“ beantworten oder können Sie die „Bestätigungen“ nicht abgeben, so ist der Aktionsantrag damit erledigt. Dann gelten die normalen Kriterien der Risikoprüfung und Sie sollten schnell die Finger von dem Antrag lassen. Warum ist einfach und schnell erklärt. Auch dieser Aktionsantrag kann dann eben abgelehnt werden und müsste dann bei einer anderen Beantragung angegeben werden. Daher heißt es auch hier:

Risikovoranfrage (die natürlich anonym) geht vor Antrag – IMMER

Befristete Aktion der Nürnberger – was wird noch alles gefragt?

Mit den Gesundheitsfragen ist es natürlich noch nicht zu Ende. Neben diesen sind Fragen zu weiteren Lebensumständen zu beantworten. Auch diese finden Sie im verlinkten Fragebogen. Dazu gehören insbesondere:

  • – Fragen nach Berufs- oder Freizeitgefahren und Hobbys

  • – Fragen nach geplanten Auslandsaufenthalten

  • – Fragen nach anderweitigem Versicherungsschutz

  • – Fragen nach abgelehnten oder mit Zuschlag oder Ausschluss angenommenen Anträgen

Wer also glaubt, mit dieser Aktion dem Zuschlag für bestimmte Sportarten oder andern gefährlichen Hobbys zu entgehen, der wird hier enttäuscht. Auch diese Zuschläge werden im Rahmen der Aktion weiter erhoben.

Befristete Aktion der Nürnberger – für ganz wenige passend?

Nach Durchsicht aller Fragen und der Erklärungen stellt sich die Frage, für wen der Antrag denn überhaupt einen Vorteil bietet. Wer alles mit Nein beantworten kann und zudem weder Behandlungen noch Arztbesuche und dergleichen hat, der kann sich auch auf die Suche nach einem „normalen“ Schutz machen und die Fragen regulär beantworten. Da werden dann oft mehr Fragen gestellt, wenn aber eh nichts da ist, dann kann auch das dort mit nein beantwortet werden.

Daher würde ich hier keinesfalls nur auf die Nürnberger und den Aktionsantrag schauen. Dennoch gibt es aber durchaus Fälle, wo sich hier solche Überlegungen anstellen lassen und wo der Aktionsantrag vorteilhaft sein kann.

Heuschnupfen und Asthma?

Wie sieht es denn hier aus? Nehmen wir einen Kunden, welcher in den letzten Jahren (viele seit Jahrzehnten) an Heuschnupfen leidet, aber im Sommer schnell mit ein, zwei Flaschen frei verkäuflichen (also nicht rezeptpflichtigen) Medikamenten auskommt. Auf den ersten Blick sind das keine Behandlungen welche durchgeführt oder angeraten sind. Hier geht unser Musterkunde nur in die Apotheke und holt sich einfach ein Spray.

Gibt es dazu keinerlei Behandlungen und Arztbesuche, so könnte die Frage mit „nein“ beantwortet werden. Aber ACHTUNG! Oft sind solche Diagnosen, wenn diese denn schon einmal beim Arzt aufgetaucht sind, dauerhaft in der Akte vermerkt und können dennoch im Nachhinein zu Problemen führen. Gerade wenn es einen Arztbesuch (zum Beispiel zur Vorsorge oder bei Impfungen) gab und der Arzt dann in dem Quartal gleich noch den „Heuschnupfen“ mit abgerechnet hat. Hier steht dann durchaus etwas in der Akte.

Fragen Sie daher vorher einmal nach, wie denn die Krankenakte aussieht. In diversen Artikeln zur Krankenakte und DSGVO habe ich Ihnen Informationen und Musteranschreiben dazu zusammengestellt.

Bestehende Hepatitis Diagnose?

Es gibt bekanntlich eine Reihe von Berufen, da kann es mit einer Hepatitis zu einem Berufsverbot kommen. Sinnvoll, klar, man möchte ja niemand anstecken und Patienten in Gefahr bringen. Ist diese Diagnose nun lange bekannt und hat in den letzten fünf Jahren nicht zu einer Behandlung geführt, so wäre man geneigt, hier „nein“ anzukreuzen. Das kann auch durchaus richtig sein, birgt aber ähnliche Gefahren wie bereits beim Heuschnupfen geschildert. Dennoch: Ist es sauber und auch in der Krankenakte sicher dokumentiert und haben wirklich keine Behandlungen stattgefunden, dann kann die Aktion hier den Risikozuschlag in der Berufsunfähigkeit ersparen. Wichtig auch hier ist aber genaues Lesen und studieren der eigenen Krankenakte.

Befristete Aktion der Nürnberger – Fazit

Eine „bahnbrechende Neuerung“ ist diese Aktion ebenso wenig, wie auch für viele keine besonders lohnenswerte Aktion. Dennoch kann es für einige Versicherte sinnvoll sein, sich auch hier zu informieren und die eigene Gesundheitshistorie zu durchforsten. Diese muss, nicht nur bei dieser Aktion, sauber aufgearbeitet und bekannt sein. Ratschläge, die Akte besser nicht zu besorgen, führen hier nicht nur zu viel Ärger, sondern auch im schlimmsten Fall zur Berufsunfähigkeit ohne Rentenzahlung und das möchte nun sicher niemand.

Alle, für die diese Aktion mit den dortigen Fragen nicht passt, oder wer eine der beiden Fragen mit „ja“ beantwortet, für den gelten die normalen Risikofragen. Auch diese finden Sie hier im Downloadbereich unter dem Stichwort „Antragsunterlagen“ und können sich diese genauer anschauen.

Nürnberger LV, Gesundheitsfragen (Standard), 2020

Nürnberger LV, Aktionsantrag BU Aktionsantrag AKZ: 116, BU Aktion 2020

Bei weiteren Fragen zur Berufsunfähigkeitsabsicherung, der passenden Rentenhöhe oder zu Bausteinen wie einer Leistungsdymanik (garantierte Rentensteigerung) oder Klauseln zur Arbeitsunfähigkeit finden Sie mehr Informationen auf meiner

Beratungsseite zur Berufsunfähigkeit

23.
November '19

Alte Leipziger Berufsunfähigkeitsschutz: FairScore, neue Berufsgruppen, mehr Optionen und Bedingungsverbesserungen


Die Alte Leipziger Lebensversicherung, der Versicherer aus Oberursel bei Frankfurt, bietet seit Jahren ein sehr hochwertiges Produkt für den Schutz bei Berufsunfähigkeit an. Dieses wurde in den letzten Jahren mehrfach angepasst und verbessert und somit einerseits flexibler, andererseits leistungsstärker gemacht.

Einige Veränderungen in den letzten Jahren finden sich in folgenden Beiträgen:

Zum 01. Januar 2020 steht nun eine weitere Veränderung der Bedingungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung an. Die neue Version der Bedingungen, die pm2300- 01.2020 kommt mit einigen Verbesserungen der Leistungen daher, welche wir uns hier genauer anschauen.

FairScore statt nur Berufsgruppe

Vorbei die Zeiten, in denen klar war welcher Beruf in welche Berufsgruppe gehört. Ob man die neuen Wege nun „dynamische Einstufung“ oder FairScore oder wie auch immer nennen mag, die Bewertungen werden individueller. Zukünftig führen eine Reihe von Faktoren zur Einstufung und damit zur Prämie. Im Wesentlichen spielen dabei folgende Kriterien und Bewertungen eine Rolle.

Zukünftig wird also, noch mehr als bisher, die individuelle Ausgestaltung der Tätigkeit eine Rolle spielen und damit über die Prämienhöhe der versicherten Rente entscheiden. Dabei werden nicht nur der einmal erlernte Beruf, sondern auch weiterführende Qualifikationen im Laufe des Berufslebens und auch die Aufteilung der Tätigkeit in handwerklich, Reisetätigkeit und mehr eine Rolle spielen.

Die Alte Leipziger hinterlegt in FairScore zukünftig mehr als 4.500 Berufe, dazu kommen weitere Differenzierungen in 191 Ingenieure, über 100 Unterscheidungen bei Ärzten und über 56 Varianten bei Lehrern. Damit wir – wie bereits gesagt – die Einstufung noch viel mehr vom genauen Berufsbild und der Ausgestaltung abhängig werden.

Aktuell gibt es in den Tarifen 7 Berufsgruppen. Angefangen von 1++ über 1+ und 1, dann weiter mit 2+, 2, 3+ und 3. Zukünftig werden diese weiter aufgefächert und auf zehn Gruppen verteilt. Diese bekommen dann die folgenden Bezeichnungen.

Schüler – in 24 statt 11 Gruppen

Auch für Schüler wird es umfangreicher in der Auswahl. Schon heute gibt es eine Reihe Versicherer, welche hier differenziert prüfen und nach Schulform und Klassenstufe prüfen und unterscheiden. Das hängt unter anderem mit der Tatsache der möglichen, zukünftigen Berufswahl der Schüler einer Schulform zusammen. Heute gibt es (inkl. Berufsschule) bei der alten Leipziger elf Gruppen in die Schüler einzuordnen sind.

Zukünftig wird dieses auf 24 unterschiedliche Gruppen ausgedehnt und auch hier die Prämie weit auseinander gehen. Da zeigt sich auch hier wieder, wie wichtig ein frühzeitiger Abschluss und damit die richtige Grundlage ist.

Raucherstatus ist zukünftig Tarifkriterium

Im Vergleich zur bisherigen Tarifkalkulation spielt zukünftig auch der Raucher-/ Nichtraucherstatus eine Rolle. Dabei gilt eine einfache Regel. Änderungen sind nicht anzeigepflichtig. Wer also heute nicht raucht, damit aber zukünftig anfängt, der muss es nicht melden und wird auch nicht bestraft.

Ebenso gibt es aber keine Verbesserung. Wer also jetzt als Raucher eingestuft wird und zukünftig dieses Laster los wird, der wird auch dann nicht besser gestellt. Auch eine Anzeige mit schriftlicher Bestätigung nützt gier nichts. Es ist nur über einen neuen Vertrag mit einer komplett neuen Risikoprüfung möglich, den Status wieder los zu werden. Das ist kein so schlechter weg, denn nur so lässt sich Missbrauch einer solchen Klausel eindämmen und damit das Kollektiv schützen.

Der Nichtraucher erhält einen Rabatt auf die Prämie in der Berufsunfähigkeitsversicherung und zahlt damit zukünftig weniger Beiträge.

Verbesserungen der Bedingungen für die Berufsunfähigkeit

Wie immer bei Veränderungen und Verbessrungen von Leistungen sind diese nicht in jedem Fall für alle interessant.

Infektionsschutzklausel

Eine der Änderungen, welche meist nur bestimmte Personengruppen betrifft, ist die so genannte Infektionsklausel. Wer also aufgrund einer behördlichen Anordnung nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann (zum Beispiel bei einer Hepatitis Erkrankung), der muss erstmal nicht zwingend berufsunfähig sein. Für einen solchen Fall gab es schon bisher für Ärzte, Zahnärzte und bestimmte Berufe eine zusätzliche Klausel. Der Abschnitt „Infektionsgefahr“ findet sich in den neuen Bedingungen auf Seite 8 ff. wieder und ist nun weiter gefasst. Eine Leistung aus dem BU Vertrag erfolgt auch (denn die versicherte Person gilt als berufsunfähig), wenn:

  • – sie/er für andere eine Infektionsgefahr darstellt

  • – es gibt ein Tätigkeitsverbot nach Bundesinfektionsschutzgesetz oder Rechtsvorschrift

  • – mind. für 6 Monate und mind. 50% der Tätigkeit betroffen

Bei Medizinern und auch med. Personal wie Krankenschwestern, Zahnarzthelferinnen und dergleichen geht es noch etwas weiter. Hier reicht allein das Tätigkeitsverbot, welches sich auf die Behandlung von Patienten bezieht.

Leistungen wie die Sofortzahlung bei Krebs oder auch die Arbeitsunfähigkeitsleistungen gibt es weiterhin, diese sind in den oben genannten, älteren Artikeln verlinkt.

Neue Möglichkeiten der Vertragserweiterung und -veränderung

Auch bisher bot die Alte Leipziger den Versicherten eine Ausbaugarantie. So kann in bestehenden Verträgen innerhalb der ersten fünf Jahre der Schutz nochmals und ohne neue Risikoprüfung erweitert werden und bietet somit eine Option zur Verbesserung. Diese Möglichkeiten werden mit den neuen Bedingungen etwas angepasst und erweitert. Auch zukünftig wird hier zwischen der Ausbau- und der Nachversicherungsgarantie unterschieden. Bei beiden (mehr …)

03.
Juli '19

Condor mit neuer Berufsunfähigkeitsversicherung (9T07) ab 01. Juli 2019 – eine Blick in die Bedingungen


Die Condor Lebensversicherung bietet schon bisher eine eigenständige BU (SBU) und eine BUZ (als Kombi zu Lebens- und Rentenversicherungen) an. Die Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung wurden nun zum 01. Juli 2019 verbessert und warten mit einigen durchaus interessanten Formulierungen aus. Wie sich diese auswirken, wer davon profitiert und ob Bestandskunden ebenfalls in den Genuss der verbesserten Regeln kommen, das lesen Sie hier.

Von der grundsätzlichen Produktstruktur wird die neue Berufsunfähigkeitsversicherung als Comfort und Einstiegsvariante angeboten, welche sich in der Zielgruppe und den Erweiterungsmöglichkeiten unterscheiden. Zunächst schauen wir uns hierbei die „normale“, also die Comfort Variante an. Das ist insbesondere dann von Bedeutung, da diese das zukünftige Niveau des Versicherungsschutzes besteht, während die Einstiegsvariante eher eine (prämienreduzierende) Option zu Beginn ist.

Zielgruppe der neuen Condor SBU Comfort

Die Condor spricht mit dem neuen Bedingungswerk der Berufsunfähigkeitsversicherung eine große Gruppe an Personen an. Dabei soll hier auch ein späterer Wechsel in die Beamtenlaufbahn oder ein Schritt in die Selbstständigkeit so abgesichert sein, dass es keinen Bedarf eines (dann vielleicht schwierigen) Anbieterwechsels geben muss.

  • – Angestellte und Arbeiter
  • – Beamte (Lebenszeit, Widerruf, Probe)
  • – Schüler und Studenten (ggf. mit der Einsteigervariante)
  • – Hausfrauen

Einstiegsvariante mit Startphase

In der angewandelten Einstiegsvariante der Start BU, bietet die Condor eine entsprechende Reduzierung der Beiträge (bis zu 60% in einigen Berufsgruppen) in den ersten Jahren. Dabei lassen sich hier, angepasst an die eigene Situation, Startphasen von zwei bis zehn Jahren vereinbaren. In dieser Phase liegt der Fokus auf einem deutlich reduzierten Beitrag, um den Schutz dort bezahlbar zu halten.

Ändern sich die Lebenspläne oder verlängert sich die Ausbildung, so kann diese Phase individuell angepasst werden, in Paragraph 6, Abs. 10. heißt es dazu:

Sie haben das Recht, nach einem Versicherungsjahr die Startphase zu verkürzen. Dies ist jeweils zum nächsten Versicherungsjahrestag möglich. Möchten Sie die Startphase verkürzen, wenden Sie sich an uns. Wir teilen Ihnen dann die neuen Beiträge mit.

Nur das erste Versicherungsjahr ist fest definiert, danach kann die Startphase jederzeit beendet werden, es gelten dann natürlich die höheren Beiträge. Durch ein früheres Ende der Phase, verringern sich die danach dauerhaft anfallenden Beiträge.

Rechte zur Nachversicherung (also einer Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung bei bestimmten Ereignissen) bestehen auch bereits während dieser Einstiegsphase mit. So lassen sich z.Bsp. die Geburt eines Kindes auch hier zur Erhöhung nutzen, ebenfalls berufliche Veränderungen, welche eine Erhöhung auslösen (können).

Bedingungsaussagen der neuen Comfort BU

Mit dem neuen Bedingungswerk der Condor hat diese einige Formulierungen und Verbesserungen eingeführt, die das bestehende BU Produkt noch etwas aufwerten. Einen besseren Überblick bekommen wir, wenn wir uns einige dieser Aussagen einmal etwas genauer anschauen. Es finden sich in dem Bedingungswerk (§2) unterschiedliche Definitionen, welche eine Leistungspflicht auslösen.

Was ist denn Berufsunfähigkeit bei der Condor?

Neben der klassischen Definition zur Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich 6 Monate ununterbrochen mindestens zu 50 % außerstande ist, ihrem zuletzt ausgeübten Beruf nachzugehen, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war.

Dazu kommen weitere Möglichkeiten, welche zur Leistung führen können und welche eine einfacherer und schnellere Anerkennung ermöglichen.

  • – SchülerInnen gelten als Beruf

  • – Hausfrauen/ -männer gelten als Beruf

  • – Studenten werden auf „Studierfähigkeit“ geprüft, liegt ein Arbeitsvertrag bereits vor (der ein erfolgreiches Studium voraussetzt) gilt dieser Beruf als versichert

  • – in den letzten 15 Jahren- Rentenbescheid wegen voller Erwerbsminderung

  • – bei Beamten auf Lebenszeit, Probe, Widerruf: Versetzung in den Ruhestand aus rein gesundheitlichen Gründen

  • – Infektionsklausel, BU auch bei Verbot Patienten zu behandeln aus gesundheitlichen Gründen

  • – BU aufgrund von Pflegebedürftigkeit ab einem Pflegepunkt

Entscheidet sich die versicherte Person im Leistungsfall (und damit zu Lasten ihrer Gesundheit) zu arbeiten, so hat dieses keine einschränkenden Wirkungen auf die Leistung. Die konkrete Verweisung ist generell ausgeschlossen.

Auch die Formulierungen für das vorübergehenden Ausscheiden oder ein dauerhaftes Verlassen des eigentliches Arbeitslebens hat die Condor geregelt. Hierbei finden sich in §2 Absatz 7 die entsprechenden Aussagen und der Hinweis, die BU wird aufgrund der alten Berufstätigkeit ermittelt.

Teilzeit und Arbeitszeitreduzierung

Eine interessante Lösung finden wir nun aber bei Teilzeittätigkeiten. Hier regelt der Punkt 8 die entsprechenden Voraussetzungen.

Reduziert die versicherte Person während der Versicherungsdauer ihre vertraglich oder gesetzlich fixierte wöchentliche Arbeitszeit, bleibt für die Beurteilung einer Berufsunfähigkeit die während der Versicherungsdauer höchste vertraglich oder gesetzlich fixierte wöchentliche Arbeitszeit maßgebend (Teilzeitklausel). Nachweise über die jeweiligen Arbeitszeiten sind uns vorzulegen. Entsprechendes gilt, wenn die Arbeitszeitreduktion vom Arbeitgeber angeordnet wird (z. B. Kurzarbeit).

Eine durchaus sinnvolle Formulierung, bedenkt man die Anzahl derer, welche in der Lebensplanung durchaus Jahre mit reduzierter Arbeitszeit vorsehen.

Berufsunfähigkeit durch Arbeitsunfähigkeit

Auch eine AU Klausel, oder besser eine entsprechende Regelung in den Bedingungen, findet sich wieder bei der Condor. Diese ist nicht abwählbar und damit Bestandsteil der Bedingungen. Andere Versicherer bieten dieses als (gegen Beitrag hinzuversicherbare) Klausel an, hier gilt es für alle Versicherten und ist in der Prämie kalkuliert. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

  • – mindestens zu 6 Monaten bestehende Arbeitsunfähigkeit

  • – mindestens einmal durch einen Facharzt auf dem Fachgebiet der Erkrankung festzustellen

  • – Nachweis gem. Bescheinigung nach Entgeltfortzahlungsgesetz oder dem Nachweis für die PKV

  • – es müssen zwingend gleichzeitig BU Leistungen beantragt werden

Maximal werden diese Leistungen aus der AU Klausel dann für einen Zeitraum von 36 Monaten erbracht, wobei dieser nicht „zusammen verbraucht“ werden muss. Rückwirkend anerkannte BU Rente führt zur Verrechnung und damit zur „Wiedergutschrift“ der 36 Monate. Auch eine garantierte Rentensteigerung wird- im AU Fall- wie versichert durchgeführt

Umorganisation

Während eine solche bei Arbeitnehmern in der Regel kein Thema ist, sieht das bei Selbstständigen oder Geschäftsführern schon anders aus. Hier verzichtet die Condor auch auf eine Prüfung der Umorganisation, wenn bei Eintritt der BU

  • – die versicherte Person Akademiker ist und mindestens 90% kaufmännisch/ organisierend tätig ist, ODER

  • – der Betrieb weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigt

Leistungsfall, Mitwirkungen, Schadenminderung

Wie üblich regeln die Bedingungen natürlich auch die Pflichten im Leistungsfall. So müssen Versicherte (wie bereits erwähnt) auch im Leistungsfall auf Arbeitsunfähigkeit einen vollständigen BU Leistungsantrag stellen und alle Unterlagen hierzu beibringen. Das haben andere Unternehmen durchaus freundlicher und unkomplizierter gelöst, wenn auch dann oft mit kürzeren Leistungszeiträumen in der AU Leistung.

Die Auflistung der (umfangreichen) Unterlagen finden sich unter dem Paragraphen 13 der Bedingungen (Seite 15 zum Nachlesen).

Wer sich im Ausland aufhält und dennoch Leistungen beanspruchen möchte, der muss diese Untersuchungen generell und nach Erstattung der abgestimmten Reisekosten, in Deutschland durchführen lassen. Haben Sie also konkrete Pläne, so sollte dieses berücksichtigt werden. Die Condor KANN zustimmen, eine Untersuchung auch im Ausland durchführen zu lassen. Hierbei werden dann Ärzte zu Rate gezogen, welche die diplomatische Auslandsvertretung der BRD empfiehlt.

Eine Widereingliederungshilfe (mit Deckelung auf 9.000 €) ist nett, aber nicht entscheidend. Diese Regelungen hierzu können Sie im §16, Abs. 7ff. nachlesen.

Hilfsmittel, Operationen, Anzeige der Besserung

Während Sie einfach Hilfsmittel auch nutzen müssen (dazu zählen Gehilfen, Hörgeräte, Prothesen) um eine BU zu verhindern, sieht das bei Operationen oder Behandlungen mit „besonderen“ Schmerzen oder Risiken schon anders aus. Eine Verpflichtung besteht hier nicht. Selbst wer sich gegen eine Operation (mit Chancen auf Besserung oder gar Verschwinden der BU) entscheidet, der wird nicht bestraft.

Auch einen Heilpraktiker (§13, Punkt 6) müssen Sie nicht aufsuchen.

Interessant ist zudem der §15, Absatz 3:

Die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit oder einen Wechsel des Arbeitsplatzes während des Leistungsbezugs müssen Sie uns unverzüglich mitteilen. Sie sind jedoch nicht verpflichtet, uns Verbesserungen im Gesundheitszustand der versicherten Person von sich aus anzuzeigen.

Nachversicherungsgarantien – mehr Schutz bei Veränderung

Interessant wird es wieder ab dem §17, welcher Regelungen zur Nachversicherung bei Veränderungen trifft. Hier geht es immer um Verbesserungen/ Erhöhungen des Versicherungsschutzes, welcher ohne eine neue Gesundheitsprüfung durchgeführt wird und somit auch dann machbar ist, wenn zum Zeitpunkt des Ereignisses Krankheiten bestehen. Solche Ereignisse sind (beispielhaft, sonst im §17)

  • – Volljährigkeit

  • – Heirat, Scheidung des mitverdienenden Partners

  • – Geburt oder Adoption

  • – Tod des Partners

  • – erstmaliger Job nach Ausbildung oder nach akademischem Titel

  • – Selbstständigkeit, BBG Überschreiten

  • – Ausscheiden als Beamter

  • und einige mehr

Interessant sind die Optionen auch bei Erhöhung des Einkommens. Hier gelten unterschiedliche Regeln für Angestellte und Selbstständige, schaffen aber auch hier eine Option, den Schutz nochmals zu verbessern..

k) Erhöhung des Jahreseinkommens der versicherten Person unter folgenden Voraussetzungen

– Ist die versicherte Person angestellt, muss die Erhöhung des erzielten garantierten Jahreseinkommens mindestens 10 % des im Kalenderjahr zuvor erzielten garantierten Jahreseinkommens betragen.

Zum Jahreseinkommen zählen nicht Tantiemen und Sonderzahlungen.

– Übt die versicherte Person eine selbständige Tätigkeit aus, muss die versicherte Person im abgelaufenen Kalenderjahr ein um mindestens 20 % höheres Jahreseinkommen aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von Personensteuern gegenüber dem durchschnittlichen Jahreseinkommen aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von Personensteuer der drei vorangegangenen Kalenderjahre erzielt haben.

– Die versicherte Person ist Beamter/in auf Lebenszeit und steigt in die nächsthöhere Besoldungsgruppe auf.

Doch natürlich gelten weitere Einschränkungen.

  • – maximal 500 € mtl. Rente pro Anpassung

  • – maximal darf die Rente nachversichert werden, welche zu Beginn versichert war,

  • – innerhalb von 5 Jahren maximal 1.000 € Monatsrente nachversicherbar

Auch wenn es sehr positiv ist, dass die Nachversicherung nicht bei 30.000 € Jahresrente entfällt, hier sind doch einige Beschränkungen vorhanden. Besonders die Einschränkung auf die zu Beginn versicherte Rente kann, bei kleinen Startrenten, sehr nachteilig sein.

Reduzierung bei Elternzeit und Stundung

Auch an die geringeren finanziellen Mittel bei Elternzeit oder während einer Arbeitslosigkeit haben die Produktverantwortlichen gedacht. So lassen sich unter bestimmten (in §18 und 19 geregelten) Voraussetzungen die Beiträge stunden.

Gerade bei der Elternzeit, wo dieses bis zu 36 Monaten machbar ist, lässt sich der Schutz dann ohne Gesundheitsprüfung wieder aktivieren. Hierbei aber zu beachten, der wegfallende Schutz während der Beitragsfreistellung und ggf. weitere Einschränkungen.

Die Stundung, welche nur 6 Monate vorgesehen ist, soll kurzfristige Engpässe überbrücken und führt dann zur Nachzahlung der Beiträge.

Profitieren auch Bestandskunden?

Nein. Nur wer seinen Vertrag aktiv und damit mit einer neuen Risikoprüfung umstellt, nur der bekommt die neuen Bedingungen. Im Rahmen der bestehenden Verträge (wie am Markt üblich) stellt auch die Condor die Altverträge nicht um. Das wäre auch kalkulatorisch fragwürdig, da es sich hier um Mehrleistungen handelt und diese nicht einfach ohne neue Prüfung genutzt werden können.

Dennoch stehen auch Bestandskunden die neuen Bedingungen (mit den Nachteilen: neue Gesundheitsprüfung, Eintrittsalter, Berufseinstufung) offen. In einigen Fällen kann eine solche Anpassung sogar sinnvoll sein, gerade wenn sich der Beruf positiv im Sinne der Berufsgruppen verändert hat.

Fazit und Bedingungen

Auch bisher hatte die Condor eine recht ordentliche BU, wenn auch die Annahmepolitik und die Antragsabwicklung meist etwas komplizierter sind. Durch die neuen Anpassungen und Veränderungen passt sich die Condor an den Markt an und führt mit der Teilzeitklausel und auch dem Verzicht auf Umorganisation bei Kleinbetrieben „schöne“ Regelungen ein.

Sollte man nun noch in der Lage sind, Antragsabwicklung, Risikopolitik und Betreuung der Partner zu „reorganisieren“, könnte das ein durchaus interessantes Produkt für einige Zielgruppen werden. Die Bedingungen und auch den Antrag finden Sie im Downloadbereich:

11.
März '19

Wenn die BU Absicherung zu teuer ist – was tun?


In der letzten Woche erzählte ich von einem Fall, einem, wo die Kundin im Lotto gewinnen muss/ sollte und der Vermittler einfach riet „dann, wenn die BU in fünf Jahren teurer wird, kannst Du einfach kündigen.

Den ganzen Fall können Sie im Artikel zur „700 EUR BU und dem Lottogewinn“ nachlesen. Der Hintergrund ist jedoch ein sehr ernster, denn gerade die, die einen BU Schutz so dringend brauchen, gerade die können sich den nicht leisten.

Auch in unserem Fall war das so. Eine angestellte Fleischfachverkäuferin, dazu ein krankes Kind zu Hause, Hauptverdiener und ein geringeres Einkommen. Mit 1.300 EUR monatlichem Netto kommt man da nicht weit. Selbst eine kleine Rente des Kindes oder das Kindergeld selbst machen es dann nicht besser.

Doch was tun? Wie einen BU Schutz sicherstellen?

Zunächst gilt auch in der BU. Wenn die Rente, die man sich leisten kann am Ende so niedrig ist und sich nicht einmal Lebenshaltungskosten decken lassen, dann sparen Sie sich das Geld. Es bringt recht wenig, wenn neben der zu kleinen BU Absicherung dann doch alles auf Hartz IV hinausläuft und Sie sich dann umsonst bemüht haben.

Doch ist das wirklich so? Ist dann keine BU besser? Ist es eine Alternative nicht vorzusorgen?

Nun, generell einen solchen Rat zu geben wäre fatal, aber dennoch kann es Fälle geben, da ist eine 300, 400, 500 EUR BU Rente einfach falsch.

Überlegen Sie sich daher wie hoch Ihr heutiges Einkommen ist und was genau Ihre Ausgaben sind. Es geht am Ende immer um eine Deckung der möglichen Ausgaben und dabei auf der anderen Seite eine Finanzierbarkeit. Ich habe in den letzten Jahren häufiger zum Thema „Richtige Rentenhöhe oder gar keine BU Absicherung“ geschrieben und bleibe dabei. Eine halbherzig gewählte BU macht so gar keinen Sinn.

Überlegen Sie sich genau, welche Beträge Sie benötigen und versuchen dann, diese auch finanzierbar zu versichern. Dabei gibt es durchaus „Stellschrauben“ um einen Schutz doch noch zu bekommen und im Notfall Alternativen zu einer BU Absicherung. Was davon Sinnvoll und in Ihrem speziellen Fall hilfreich ist, dass kann pauschal sicher nicht gesagt werden.

Diese Punkte beeinflussen die Prämie Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung

Es gibt Faktoren, welche die Prämie in der BU beeinflussen und womit sich folglich auch die Beiträge für einen neu abzuschließenden Schutz verändern lassen. Schauen wir uns diese Faktoren einmal genauer an und prüfen, welche verändert werden können.

Das Eintrittsalter

Ja, Sie können es nicht mehr hören. Kümmern Sie sich früh um den wichtigen und dann einen ausreichenden Schutz bei Berufsunfähigkeit. Je jünger und gesünder Sie sind, desto einfacher und kostengünstiger ist es. Nur wer sich rechtzeitig um einen solchen Schutz kümmert, nur der wird den langfristig bezahlbar behalten können. Dabei spielen auch der berufliche (oder schulische) Status eine Rolle und beides beeinflusst die Prämie deutlich und direkt.

Auch wer sich in der Schulzeit noch keine volle Rente leisten kann, wählen Sie einen leistungsstarken Anbieter für sich, ggf. schon für Ihre Kinder, falls Sie es selbst schon verpasst haben. Mit spätestens dem 10. Geburtstag lassen sich BU Optionen, Grundlagen und Voraussetzungen schaffen um später einen entsprechenden Schutz zu haben oder zu bekommen.

Beruf und Ausbildung

Wie bereits erwähnt ist ein Schutz während der Schule oder der Zeit in der Ausbildung bzw. dem Studium oftmals die bessere Wahl. Klar ist auch dort das Geld knapp, aber besser wird es meist in den kommenden Jahren nicht und so wird der wichtige Schutz dann immer und immer wieder nach hinten verschoben. Solange, bis er dann irgendwann so teuer ist und nicht mehr finanziert werden kann.

Gesundheitszustand

Wer sich geben das Risiko der BU versichern will, der muss eine Gesundheitsprüfung „überstehen“. Klar, denn nehmen wir nur 1000 EUR Rente bei einem 20jährigen. In den kommenden 45 Jahren, bei dauernder BU sind das für den Versicherer immerhin über 500.000 EUR Zahlungen. Da möchte dieser schon wissen, welchen Gesundheitszustand der Kunde heute hat und wie sich dieser vielleicht in der Zukunft ändert.

Auch Versicherer können nicht hellsehen, zum Glück, aber dennoch sind Vorerkrankungen und statistische Wahrscheinlichkeiten ein recht verlässlicher Partner. Hiermit lassen sich (neben dem Beruf) eben durchaus Modelle berechnen und ersehen, wie wahrscheinlich eine BU aufgrund bestehender Vorerkrankungen sein könnte.

Wer sich also früh um einen solchen Schutz kümmert, der kommt „günstiger“ weg und vermeidet Zuschläge und Ausschlüsse. (Wer nimmt mich ohne Zuschlag?)

Was beeinflusst im Vertrag meinen Beitrag?

Die eben genannten Punkte, also Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Beruf und Ausbildung liegen eher in der Person begründet. Diese lassen sich oft nicht mehr ändern, wer nicht mehr jung und gesund ist, der wird da nur wenig dran tun können.

Aber auch andere Faktoren beeinflussen den Vertrag und damit den Beitrag.

Das Endalter

„Im Alter wird man schneller berufsunfähig.“ – Echt?

Nun, es gibt sicher Ursachen für die Berufsunfähigkeit, welche im Alter steigen. Abgenutzte Knochen, altersbedingte Krankheiten und nicht mehr so große Belastung. Daher wird der Versicherer dieses berücksichtigen und eine Absicherung bis zum 67 Lebensjahr mit einem höheren Preis versehen.

Möchte sich jemand nur bis zu, 65., 63. oder gar 60. Lebensjahr versichern, so ist dieses günstiger. Klar, der Versicherer muss am Ende auch weniger leisten oder ist bei einem Eintritt der BU nach Ende der Versicherungsdauer komplett raus. Aber… eine solche Reduzierung des Endalters und damit eine geringere Prämie macht nur dann Sinn, wenn hier anderweitig vorgesorgt ist und sich die Versicherten des Risikos bewusst sind.

Kann ich mir nun aber den Schutz bis 67 nicht leisten, so ist auch ein Versicherungsschutz bis 65 immer noch um Welten besser, als ganz zu verzichten. Daher ist es wie mit dem Ausschluss einer einzelnen Erkrankung. Ein Schutz bei 99 Krankheiten ist immer noch die bessere Option, auch wenn 100 der umfassendere Schutz wären.

Die Zusatzbausteine und -erweiterungen

Klar sind Optionen zur Verbesserung des Schutzes wichtig und richtig. Das geht bei Bausteinen zur Arbeitsunfähigkeit (Also einer Leistung auch dann, wenn erst einige Monate AU statt BU bestehen) los, setzt sich aber fort.

Die garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall (Erklärung hier) ist eine durchaus wichtige Option. Kostet aber Geld!

Garantierte Rentensteigerung, Leistungsdynamik, Anpassung bei bestehender Berufsunfähigkeit- eine der wichtig(st)en Optionen in der BU-Absicherung

Kann ich mir eine solche Option nicht leisten, so ist nicht der ganze BU Schutz weg. Auch hier kann es sinnvoll sein darauf zu verzichten und die Absicherung so zu gestalten, dass diese immer noch bezahlbar bleibt.

Auch eine Dynamik kostet Geld, zumindest wenn diese auch genutzt wird. Auch hier wird oft darauf verzichtet, denn dann wird es ja „jedes Jahr teurer“. Klar wird es das. Es steigen Leistung und Beitrag im gleichen Verhältnis, also oft zwischen 2 und 5 Prozent. MUSS ABER NICHT, denn jedes Jahr aufs Neue können Sie neu entscheiden. Daher gehört so eine Dynamik sicher in jeden Vertrag, egal ob diese dann jedes Jahr genutzt wird.

TIPP:

Überlegen Sie daher welche Bausteine verzichtbar sind, was genau als Endalter gebraucht wird und vertretbar / bezahlbar ist und gestalten Sie den BU Schutz so, damit er ausreicht das fehlende Einkommen auszugleichen.

Alternativen zur BU Absicherung

Ist es auch nach Anpassung der Bausteine und Optionen immer noch nicht bezahlbar,. also können Sie sich beim besten Willen einen BU Schutz nicht in der richtigen Höhe leisten, so stehen am Markt durchaus Alternativen mit eingeschränkter Leistung zur Verfügung. Dabei sind Produkte wie eine Absicherung gegen Erwerbsunfähigkeit oder ein Schutz gegen den Verlust von Grundfähigkeiten zwar deutlich weniger leistungsstark, können aber helfen zumindest eine Grundabsicherung aufzubauen.

Auch Verträge wie eine Absicherung bei schweren Krankheiten ersetzt sicher keinen passenden BU Schutz, hilft aber sich zumindest für große und finanziell belastende Krankheiten abzusichern. Dieses kann Ihnen zumindest dabei helfen solange einen eingeschränkten Schutz zu bekommen, bis eine Erweiterung möglich ist.

Um einzuschätzen welche der Alternativen für Sie in Frage kommen, wird es ohne eine umfassende Beratung nicht gehen. Daher suchen Sie sich einen Spezialisten, lassen sich beraten und loten Sie alle Alternativen aus. Erst wenn Sie wissen, welcher Schutz noch möglich und bezahlbar ist, ist eine fundierte Entscheidung sinnvoll zu treffen.

05.
Dezember '18

Berufsunfähigkeitsversicherung jetzt für Diabetiker (Typ 1) bis 65 versicherbar


Wer heute bereits an Diabetes erkrankt ist, für den war und ist es schwer einen entsprechenden Schutz zu bekommen. Da nützt auch die Notwenigkeit nichts, wenn es kein entsprechendes Angebot gibt/ gab. Auch bisher sind Versicherungen bei Diabetes möglich, meist jedoch nur mit entsprechend kurzem Endalter. Das ändert sich jetzt etwas, da die Zurich sich auf die Fahnen geschrieben hat, auch Diabetiker bis zum Endalter 65 zu versichern.

BU Schutz bei Diabetes – welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Um einen Schutz zu bekommen, muss der Antragsteller einige Voraussetzungen erfüllen und diese ggf. auch belegen. Dazu zählen folgende Vorgaben:

  • – Sie sind an Diabetes Typ-1 erkrankt

  • – Sie sind mindestens 18 Jahre alt

  • – Sie sind berufstätig (nicht in Ausbildung)

  • – Ihr Diabetes ist aktuell gut eingestellt (HbA1C-Wert zwischen 4,5 und 7,5%)

  • – Sie haben noch keine Folgeerkrankungen durch Ihren Diabetes entwickelt

Sind die Voraussetzungen erfüllt, dann ist eine weitere Prüfung und Versicherung möglich.

BU Schutz bei Diabetes – welche Eckdaten gelten?

Während bisher nur eine Absicherung von 25 Jahren, oder bei einigen Anbietern 30 Jahre ab Erkrankungsbeginn möglich war, ist nun eine Absicherung bis zum 65. Lebensjahr möglich.

  • – Rentenhöhe nach persönlichem Bedarf
  • – maximale Laufzeit bis 65

BU Schutz bei Diabetes – wie erfolgt die (Vor-)Prüfung?

Wie immer gilt auch hier: Eine anonyme Vorprüfung ist sinnvoll und wichtig und verbaut ggf. nicht die Chance auf eine andere Anfrage. Dazu sind einige Unterlagen und Angaben möglich, welche dann zu der anonymen Anfrage und Einschätzung führen. Um eine solche Anfrage zu stellen, benötige ich folgende Angaben von Ihnen:

  • – Ihr Geburtsdatum:
  • – Ihren aktuellen Beruf:
  • – Ihr höchster erreichter Abschluss:
  • – Arbeiten Sie zu mind. 80% im Büro/ Bürotätigkeit?
  • – Wie war Ihr letzter bekannter HbA1c Wert?
  • – Wann wurde der Wert ermittelt?
  • – Hatten oder haben Sie Komplikationen (Neuropathie, Retinopathie, Bluthochdruck) oder eine diabetische Nephropathie oder Proteinurie (Eiweiß im Urin)?
  • – Sind Sie Raucher?
  • – Nutzen Sie einen rTcgm Chip?

Weiterhin senden Sie mir bitte eine Kopie des aktueller Diabetes-Kontrollbefund oder des Diabetes-Pass. Es ist ausreichend, diesen als SCAN oder Foto zu senden. Dabei können Sie die persönlichen Angaben direkt schwärzen, oder wir übernehmen das vor der Anfrage.

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(inkl. Möglichkeit des Uploads)

BU Schutz bei Diabetes – der Ablauf

Sobald mir Ihre Anfrage vorliegt, sollten wir dazu einmal telefonieren. Wenn Sie möchten schreiben Sie gern schon einen zeitlichen Vorschlag / besser zwei oder drei, in das Feld mit den Bemerkungen.