Artikel mit ‘Beitragsentlastungsbaustein’ getagged

14.
Februar '19

Beitragsentlastung im Alter für die Private Krankenversicherung


Bereits im Jahr 2011 habe ich in einem Artikel Informationen zur Beitragsentlastung im Alter zusammengestellt. Aufgrund einiger Änderungen, vieler Fragen und immer wieder auftretenden Unklarheiten nutze ich die Gelegenheit um eine Aktualisierung vorzunehmen. Dabei geht es um die oft und wiederkehrende Frage der Beitragsentlastung im Alter.

  • Wie kann ich meine Beiträge stabilisieren?

  • Ist der Abschluss eines Beitragsentlastungsbausteines sinnvoll?

  • Zahlt mein Arbeitgeber auch einen Zuschuss für die Beitragsentlastung?

  • Sinkt durch eine Beitragsentlastung mein Zuschuss der Rentenversicherung im Alter?

  • Was passiert bei Kündigung des Bausteins?

  • Was passiert wenn ich wieder in die GKV zurück muss?

Nicht nur diese Fragen kommen immer und immer wieder und bieten sich daher für eine weitere und genauere Erklärung an. Haben Sie aber weitere Fragen zum Thema Beitragsentlastung im Alter, dann stellen Sie diese gern in den Kommentaren unter dem Beitrag und ich werde Antworten entsprechend ergänzen.

  • Wie kann ich meine Beiträge stabilisieren?

Generell sind beide Systeme zur Gesundheitsvorsorge (also GKV oder PKV) Steigerungen unterworfen. Im System der gesetzlich versicherten ändern sich die Jahresarbeitentgeltgrenze (Werte 2019 hier) und die Beitragssätze der gesetzlichen Kassen. Wer PKV versichert ist, der bekommt über eine Beitragsanpassung ebenfalls die Auswirkungen von gestiegenen Kosten oder geringeren Zinsen, aber eben auch die (erfreulicherweise) steigende Lebenserwartung zu spüren. Hier möchten viele Versicherte vorsorgen und gegensteuern.

EINE, nicht „die“ Lösung, sind so genannte Beitragsentlastungsbausteine in der PKV. Vereinfacht ist dieses eine Art Vorsorgesparen. Sie zahlen heute einen (zusätzlichen) Beitragsanteil an den Versicherer und dieser verspricht garantiert Ihnen hierzu eine monatliche Minderung der Beiträge im Alter.

Geld fließt also heute in den Topf hinein und wird im Alter (ab einem bestimmten Datum, welches Sie bei einigen Unternehmen selbst wählen können) entnommen.

Andere Möglichkeiten sind das Fondsparen, Riester- oder Rürup Verträge, Rentenversicherungen und viele weitere Möglichkeiten Geld anzusparen. Ein großer Unterschied zu allen, nur die Beitragsentlastungskomponente ist arbeitgeberzuschussfähig, dazu aber später mehr.

  • Ist der Abschluss eines Beitragsentlastungsbausteines sinnvoll?

Eine pauschale Antwort ist hier weder sinnvoll noch möglich. Dazu sind die Anforderungen und Verläufe der Versicherten viel zu unterschiedlich, als das es eine allgemeingültige Lösung auch nur ansatzweise geben könnte.

Aber. Es gibt durchaus Konstellationen, da ist ein solcher Baustein (mit all seinen Vor- und Nachteilen) einer anderen Form der Beitragsminderung im Alter vorzuziehen.

Nicht nur (wie oft vermutet) bei Angestellten, auch Selbstständige können von einem solchen Baustein profitieren.

Generell gilt aber auch hier, eine Private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen. Ausführliche Hinweise und Erklärungen finden Sie hier im Beitrag.

  • Wo ist der Haken?

Wie jedes Modell, jeder Tarif und alles andere auf der Welt hat auch der Beitragsentlastungsbaustein Nachteile. Diese sollten Sie kennen und für sich hinterfragen bevor Sie einen solchen Tarif abschließen oder diesen nachträglich anpassen.

Zu beachten ist hierbei, dass bei dem Modell mit laufender Beitragszahlung (Sie können auch einen solchen Baustein gegen Einmalzahlung abschließen) dieser laufende Beitrag auch in der Entlastungsphase weiter zu zahlen ist. Kostet der Baustein also 50 EUR und Sie bekommen eine Entlastung von 200 EUR, so sind es effektiv nur 150 EUR reale Entlastung.

  • Zahlt mein Arbeitgeber auch einen Zuschuss für die Beitragsentlastung?

Ja, das tut er. Der Arbeitgeber beteiligt sich auch an dem Beitragsanteil, welcher für die Entlastung im Alter sorgt. Das bedeutet vereinfacht, schon heute zahlt Ihr Arbeitgeber einen Teil Ihrer Krankenversicherungsbeiträge im Alter. Dabei ist es völlig unabhängig davon, wo Sie bis dahin noch alles arbeiten und wie sich die Krankenversicherung weiter entwickelt.

Maßhebend dazu ist der Höchstzuschuss des Arbeitgebers. Im Jahr 2019 hat sich dieser durch die Rückkehr zur Paritätischen Versorgung erneut erhöht und auch durch die neue JAEG wird der Zuschuss jährlich nach oben angepasst.

Bis zu einem Maximalbetrag von 351 EUR pro Monat beteiligt sich der Arbeitgeber an der Krankenversicherung. Alle Zahlen und Daten des Jahres 2019 finden Sie hier.

Arbeitgeberzuschuss 2019 und Sozialversicherungswerte 2019

  • Sinkt durch eine Beitragsentlastung mein Zuschuss der Rentenversicherung im Alter?

Auch diese Frage kommt durchaus öfter vor, sei es in Kommentaren oder E-Mails, aber auch im LiveChat hier auf der Seite. Und ja, es kann durchaus passieren. Um zu verstehen warum, schauen wir uns erst einmal die Verteilung des Beitrages im Alter an. Einen Zuschuss von der Rentenversicherung erhält dann derjenige, der dort eine Altersrente bezieht und privat Krankenversichert ist. Dabei ist auch hier eine Obergrenze vorhanden und es werden nicht einfach 50% des Beitrages übernommen.

Ähnlich des Arbeitgeberzuschusses bekommt der Rentner mit einer Altersrente von der Rentenversicherung nun einen Zuschuss zu seiner PKV, wenn er diesen dann beantragt. Die Rentenversicherung Bund hat dazu umfangreiche Informationen auf deren Webseite zusammengestellt und stellt auch die nötigen Formulare bereit.

Erfüllen der PKV Vertrag und der Versicherungsnehmer die Voraussetzungen, so wird bis maximal 50% des Beitrages zur PKV bezuschusst. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Beitrag in der PKV im Alter verändert wird. Mit Ablauf des 60. Lebensjahres sinkt dieser um 10%, da dann der gesetzliche Zuschlag entfällt. (Was das ist? Hier nachlesen –> gesetzlicher Zuschlag)

Weiterhin entfällt zum Ende des Erwerbslebens der Baustein zur Krankentagegeldversicherung. Nehmen wir nun an, der versicherte Rentner hat/ hätte einen Beitrag von 700 EUR zu zahlen, was je nach Kaufkraft heute oder zukünftig eine andere Zahl sein kann, als wir uns das heute vorstellen.

Als Rentner bekommt er dann eine (heute hochgerechnete) Rente von 2.500 EUR monatlich. Der Beitragszuschuss richtet sich immer nach dem Betrag, den die Rentenversicherung für eine GKV zahlen müsste, also die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes von 14,6%, also 7,3% + den halben ZUSATZbeitrag (durchschnittlich 0,9%, also 0,45%).

Also bekäme unser Rentner aus dem Beispiel von seiner Rentenkasse einen Zuschuss von:

7,3% + 0,45% = 7,75% * 2.500 EUR Rente = 193,85 EUR ZUSCHUSS

Der Höchstzuschuss beträgt aber maximal 50% des Beitrages zur PKV, also 350 EUR.

Mit einer versicherten Beitragsreduzierung von 400 EUR monatlich sähe das dann etwas anders aus. Hat unser versicherte mit Hilfe seiner damaligen Arbeitgeber immer wieder in die Beitragsentlastung eingezahlt und bekommt nun die Ausbeute, so reduziert sich sein Krankenversicherungsbeitrag.

Sein Krankenversicherer will nun monatlich statt der 700 EUR nur noch 300 EUR Beitrag von ihm. Der Zuschuss der Rentenversicherung sinkt damit aber auf 150 EUR, da 50% die obere Grenze sind.

  • Was passiert bei Kündigung des Bausteins?

Hier sind die Vertragsbedingungen elementar und sollten in jedem Fall vorher beachtet werden. Die Versicherer sehen unterschiedliche Regelungen vor. Theoretisch ist auch eine Mitgabe der gebildeten Rückstellungen an einen anderen Versicherer möglich. Ebenso eine Verrechnung mit laufenden Verträgen. Eine allgemeingültige Lösung gibt es hier aber nicht.

  • Was passiert wenn ich wieder in die GKV zurück muss?

Auch ein Rückkehr in die GKV und damit eine Kündigung der privaten Vollversicherung führt zur Beendigung des Beitragsentlastungsbausteines gem. den vereinbarten Bedingungen.

Ein Beispiel der Hallesche KV und deren Beitragsentlastungsbaustein MBZ flex

4.1.1 Beendigung der substitutiven Krankheitskostenversicherung

Endet die substitutiven Krankheitskostenversicherung, wird die MBZ.flex in Verbindung mit einer beim Versicherer anderweitig bestehenden Krankheitskostenversicherung beitragsfrei weiter geführt. Die vereinbarte Beitragsermäßigung vermindert sich dadurch auf höchstens 100% des zu diesem Zeitpunkt zu zahlenden monatlichen Beitrags zur Krankheitskostenversicherung und beginnt immer in dem Jahr, in dem die versicherte Person das 67. Lebensjahr vollendet.

Hier wird also aus der Voll- eine Zusatzversicherung als Ergänzung zur GKV und die Beitragsentlastung im Alter wird beitragsfrei und greift dann mit 67.

  • Kann ich die Höhe der Beitragsentlastung ändern?

Ja, die Anpassung des Entlastungsbetrages ist bei nahezu allen Unternehmen möglich und auch sinnvoll. Warum? Verändert sich der PKV Beitrag, so ist es sinnvoll auch den Entlastungsbetrag anzupassen.

Aber auch zur optimalen Anpassung an den Arbeitgeberzuschuss ist eine solche Überprüfung regelmäßig sinnvoll.

Mehr Informationen und spezielle Erklärungen zu Tarifen zur Beitragsentlastung finden Sie

HIER unter dem tag –> Beitragsentlastung

25.
Juni '18

ARAG Krankenversicherung mit neuem Beitragsentlastungstarif – aber nicht für alle Kunden


Die Beitragsentlastungtarife sind bei Gesellschaften und Kunden durchaus gern gesehen. Auch wenn diese- wie alles im Leben- nicht nur Vorteile haben. Daher sollte sich jeder fragen, was diese Tarife bringen, ob es Alternative Formen der Beitragssicherung gibt und wie diese aussehen können. Doch darum soll es gar nicht speziell gehen, vielmehr ist der Beitragsentlastungstarif der ARAG Krankenversicherung mein heutiges Thema.

Was ist ein Beitragsentlastungstarif?

Mit einem Tarif zur Beitragsentlastung kaufen Sie sich ein Stück Sicherheit. Sie zahlen heute einen zusätzlichen Beitrag für einen Baustein Ihrer privaten Krankenversicherung und können dann von einer garantierten Beitragsentlastung im Alter profitieren. Es ist am Ende nichts anderes, als ein „Sparbaustein“, welcher Ihnen ein zusätzliches Guthaben verschafft und im Alter damit die Beitragslast senkt.

Welchen Vorteil hat so ein Tarif?

Zunächst einmal ist der Beitragsentlastungsbaustein aus heutiger Sicht Krankenversicherungsbeitrag. Also wird dieser auch steuerlich so behandelt. Gegenüber dem Finanzamt haben Sie somit einen höheren Aufwand für die private Krankenversicherung, welches sich je nach steuerlicher Situation durchaus positiv auswirken kann. Dazu fragen Sie aber bitte einen Steuerberater.

Gibt es für den ARAG BEK Tarif einen Zuschuss vom Arbeitgeber?

Ja, denn wie auch steuerlich, ist es in Hinblick auf die AG Zuschussfähigkeit auch Krankenversicherungsbeitrag. Wer also den eigenen AG Zuschuss noch nicht ausgeschöpft hat (Aktuelle Sozialversicherungswerte 2018 und AG Zuschuss hier nachlesen), der bekommt auch 50% seines Beitrags für den Beitragsentlastungsbaustein erstattet.

Wer kann den neuen ARAG BEK Tarif abschließen?

Sollten Sie jetzt denken „oh, ich bin ja ARAG PKV Kunde, dann mache ich den Tarif doch einmal für mich“, muss ich Sie vielleicht enttäuschen. Nicht jeder vollversicherte Kunde kann sich den Tarif dazu versichern. Es ist zudem ein Mindestalter von 21 Jahren erforderlich.

Folgende Kunden sind berechtigt:

  • – ARAG Vollversicherungskunden nach den Tarifen KOMFORT (K0 bis K1500)

  • – ARAG Vollversicherungskunden nach den Premiumtarifen 200-209, 2020, 21P70-21P90 und 210

Folgende Kundengruppen können den Tarif nicht abschließen:

  • – Kunden aller anderen Vollkostentarife der ARAG

  • – Kunden mit einer ARAG Zusatzversicherung

  • – Kunden deren Vollversicherung in der Anwartschaft geführt wird

  • – Kunden im Notlagentarif

  • – alle Beihilfekunden der ARAG

Tarifbezeichnung

Die Bezeichnung des Tarifes setzt sich dann auch aus dem jeweiligen Namen des Tarifs und des Endalters zusammen. Dieses kann das 63. oder 67. Lebensjahr des Versicherten sein.

Kann das Datum der Entlastung geändert werden?

Der ARAG Tarif wird mit einem fixen Termin angeboten. Dabei gibt es nur zwei Endalter zur Auswahl. Der Entlastungstermin ist somit die Vollendung des 63. oder 67. Lebensjahres. In dem Jahr beginnt die Entlastung dann zu dem Zeitpunkt, in welchem der Tarif einmal begann. Der Geburtsmonat spielt dann keine Rolle.

Was passiert, wenn die PKV der ARAG (oder der berechtigte Tarif) endet?

Endet die ARAG Krankenversicherung, so wird ein so genannter Übertragungswert gebildet und an den neuen Versicherer mitgegeben. Dabei handelt es sich um die Alterungsrückstellungen nach §146 Abs. 1 Nr. 5 VAG und nicht um die eingezahlten Beiträge.

Ist der Versicherte jedoch aufgrund eines Tarifwechsels nun in einem Tarif gelandet, welcher nicht zu der Grundversicherung, also den berechtigten Tarifen, zählt, so muss unterschieden werden. Erfolgt der Wechsel vor dem Jahr in welchem das 63. Lebensjahr vollendet wird, wird das Geld zum Entlastungsbeginn dann zur Beitragsminderung nach §150 Absatz 3 für die dann bestehende Grundversicherung genutzt. Ein Weiterbestehen des Tarifes ist aber nicht möglich, die Beitragszahlung endet dann.

Erfolgt der Tarifwechsel nach dem 31.12. des Jahres, in welchem das 62. Lebensjahr vollendet wird, wird die Beitragsentlastung sofort auf die Grundversicherung angerechnet und mindert deren Beitrag.

Wird der Versicherte wieder pflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse, so kann der die Rückstellung nach Umwandlung des Haupttarifes in eine Zusatzversicherung ggf. auch hier angerechnet werden. Dazu sind weitere Voraussetzungen zu erfüllen.

  • – Zusatzversicherung schließt unmittelbar an

  • – Zusatzversicherung wird nach Art der Lebensversicherung betrieben

  • – es muss eine Krankheitskosten-, Krankentagegeld- oder Pflegezusatzversicherung sein (geförderte Pflege geht nicht)

  • – der Versicherte muss versicherungsfähig in der Zusatzversicherung sein

In allen anderen Fällen verfallen die Guthaben und Rückstellungen zugunsten der Versichertengemeinschaft. Das gilt auch, wenn die Hauptversicherung wegen Wegzug ins Ausland oder durch Tod endet.

Detaillierte Szenarien finden sich unter Punkt 5 der AVB.

Sonstige Fakten rund um den neuen ARAG BEK Tarif

Ein vorhandener Risikozuschlag oder der gesetzliche Zuschlag, aber auch Auslandszuschläge können nicht reduziert werden. Möchten Sie den Beginn der Entlastung ändern, so können Sie dieses (unter Anpassung des Beitrages) vor Beginn der Entlastungsphase tun. Es gilt das, bei Umstellung erreichte, neue Eintrittsalter.

Erhöhung des Entlastungsbetrages (Dynamik)

Nach Beginn des Vertrages, gerechnet ab 2019, erhöht der Versicherer alle drei Jahre den versicherten Betrag um 10%. Die Anpassung gilt für den Entlastungsbetrag und den Zahlbeitrag.

Ein Widerspruch ist möglich, falls die Erhöhung nicht gewünscht wird. Detaillierte Regelungen zur Dynamik finden Sie in 2.5. der Versicherungsbedingungen.

Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 24 Monate. Versichert werden kann der Tarif nur von Menschen, welche noch 5 Jahre bis zur geplanten Entlastung haben. Je nach gewünschtem Termin ist das Höchstaufnahmealter also das 58. oder 62. Lebensjahr. Abgeschlossen kann maximal (in 1 Euro Schritten) der Beitrag der heutigen Grundversicherung (ohne Zuschläge) plus der Beitrag für die Beitragsentlastung selbst.

Welche Gesundheitsfragen sind zu beantworten?

Keine. Ungeachtet des Gesundheitszustandes ist der Abschluss für alle berechtigten Versicherten möglich. Eine Prüfung findet hier nicht statt.

Wie hoch ist der Beitrag?

Ein heute 30jähriger Versicherter zahlt für 100 EUR Beitragsentlastung:

ab dem 63. Lebensjahr = 30,10 EUR monatlich

ab dem 67. Lebensjahr = 23,70 EUR monatlich

Mit dem Eintrittsalter 40 ändert sich die Beträge auf 43,40 EUR bzw. 34,10 EUR.

In der Modellrechnung sieht das dann so aus:

Der heute 30jährige zahlt bis zum 63. Lebensjahr (ohne Anpassungen und Dynamik) einen Betrag von 30,10 * 12 Monate * 33 Jahre = 11.919 EUR. Da auch in der Entlastungsphase der Beitrag weiter zu zahlen ist, hat er folgende Effektiventlastung. 100 EUR – 30,10 EUR = 69,90 EUR monatlich. Um die 11.919 EUR „zu verbrauchen“, müssten somit (auch hier wieder ohne Zinsen und Anpassungen) mind. 170 Monate also 14 Jahre die Entlastungsbeträge bezogen werden. Wird unser Versicherter also alt, so hat er mit 77 alle Beiträge „wieder raus“. Jedoch ohne damit Zinsen oder andere Erträge berücksichtigt zu haben. Ebenfalls spielen bei diesem Modell Steuern, ersparte Einkommens- oder Lohnsteuer oder andere Faktoren keine Rolle.

Fazit

Es hängt von vielen Faktoren ab, ob sich ein solcher Tarif lohnt oder ob andere Varianten besser geeignet sind. Auch eine geförderte Altersvorsorge, ein Fond- oder ETF Sparplan oder andere Anlageformen können eine Alternative sein. Daher sollte das Thema Beitragsentlastung immer detailliert beraten und besprochen werden.

Weitere Unterlagen:

09.
Juni '16

ARAG Krankenversicherung schafft Beitragsentlastungstarif BE ab


Das ging mal schnell. Die ARAG Krankenversicherung hatte im März diesen Jahres einen Beitragsentlastungstarif für die Kunden in der Krankenvollversicherung geschaffen.

Beitragsentlastungstarif – Was ist das?

Bei einem so genannten Beitragsentlastungstarif oder auch Beitragsentlastungsbaustein handelt es sich um einen Tarifbaustein in der Privaten Krankenversicherung. Für versicherte Kunden der ARAG Krankenversicherung, welche einen Vollkostentarif abgeschlossen haben, konnte hier ein solcher Baustein zusätzlich abgeschlossen werden. Mehr Informationen finden Sie in meinem Blogbeitrag:

Beitragsentlastung – ein Baustein in der Privaten Krankenversicherung

Mit Hilfe eines solchen Bausteins zahlen Sie heute einen Mehrbeitrag dafür, damit Sie im Alter eine garantierte Entlastung in Ihrer Krankenversicherung haben. Das ist insbesondere dann interessant, wenn Versicherte Ihren Arbeitgeberzuschuss noch nicht ausgeschöpft haben, den Arbeitgeber somit an der Beitragsentlastung im Alter beteiligen können.

Eingeführt im März, abgesetzt im Juni

Das hat ja nicht lange gehalten. Den im März 2016 eingeführten Tarifbaustein BE stellt die ARAG Krankenversicherung per sofort ein. In einer knappen Mitteilung an die Softwarehäuser heißt es dazu:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im März dieses Jahres hat die ARAG Krankenversicherungs-AG die Beitragsentlastungskomponente BE in der Vollversicherung eingeführt. Wir müssen Ihnen mitteilen, dass wir diese ab sofort nicht mehr anbieten. Wir bitten Sie daher, die Beitragsentlastungskomponente BE umgehend aus Ihrer Angebotssoftware zu entfernen.

Über die Gründe kann man nur spekulieren, denn solche Bausteine kosten den Versicherer natürlich Geld. ARAG BE BAPAuch wenn eine Beitragsanpassung für den Baustein unter bestimmten Bedingungen zulässig ist, das Geld muss natürlich erwirtschaftet werden. Dennoch sieht die Nettoverzinsung aus den letzten Jahren, wie auch die durchschnittliche Verzinsung der Kapitalanlagen bei der ARAG Krankenversicherung gar nicht so schlecht aus. ARAG KV NettoverzinsungÜber die Gründe bleibt daher nur Spekulation. Hat die ARAG sich mehr Kunden versprochen, oder waren es zu viele die sich für den Tarif entschieden haben? Wir wissen es nicht. Im Vergleich der Bausteine mit anderen Versicherern lag die AXA eher im unteren Bereich. So koststet bei einem 33jährigen Versicherten die Beitragsentlastung ab 67 pro 10 € Entlastungsbetrag bei der ARAG nur 2,27€ mtl. Barmenia und Dt. Ring verlangen hier mit 2,86€ und 2,80€/10 Euro einen fast 25% mehr Prämie.

Was passiert mit bestehenden Kunden?

Ganz einfach und eindeutig. Nichts!

Wenn Sie bereits bei der ARAG versichert sind und diesen Baustein abgeschlossen haben, so gibt es keinen Grund hieran etwas zu ändern. Wenn der Baustein vor zwei oder drei Monaten gepasst hat, dann wird er das auch heute noch tun. Der Versicherer kann diesen nicht einseitig ändern.

Auch ist das nicht anbieten einer solchen Komponente kein Grund den Versicherer zu wechseln oder zu verlassen, bei Neukunden kann dieses ein Punkt sein der VOR Abschluss zu bedenken ist.