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06.
August '19

Der 10%ige Beitragszuschlag in der privaten Krankenversicherung


Wann und bis wann wird dieser gezahlt und was passiert dann damit?

In einem älteren Beitrag hatte ich vor einigen Jahren schon einmal etwas zu diesem Zuschlag geschrieben, ein Zuschlag welcher verpflichtend ist und welcher somit nicht abgewählt werden kann. Da dort noch das alte VAG und damit auch andere Paragraphen galten, hier eine kleine Aktualisierung.

Generell hat sich nur wenig geändert. Der so genannte Gesetzliche Zuschlag ist ein, im Jahr 2000 eingeführtes, Instrument zur Stabilisierung der Beiträge im Alter. Jeder privat Versicherte, ab Vollendung des 21. Lebensjahres, findet diesen Baustein auf seinem Versicherungsschein.

Wer zahlt den Beitragszuschlag?

Die Regelungen dazu finden sich nun im Paragraphen 149 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG). Dort heißt es:

§ 149
Prämienzuschlag in der substitutiven Krankenversicherung

1 In der substitutiven Krankheitskostenversicherung ist spätestens mit Beginn des Kalenderjahres, das auf die Vollendung des 21. Lebensjahres des Versicherten folgt und endend in dem Kalenderjahr, in dem die versicherte Person das 60. Lebensjahr vollendet, für die Versicherten ein Zuschlag von 10 Prozent der jährlichen gezillmerten Bruttoprämie zu erheben.

Heißt also:

Ist das 21. Lebensjahr vollendet, der Versicherte hat also den 21. Geburtstag gefeiert, dann geht es am 01. 01. des FOLGEjahres los und der Versicherer erhebt einen Zuschlag in Höhe von 10% (auf was genau klären wir gleich)

Ein Beispiel: Unser Musterkunde ist am 01.07.1998 geboren und feierte also in diesem Jahr den 21. Geburtstag. Somit ist ab dem 01. Januar des nächsten Jahres (also 01. 01.2020) der Zuschlag zu zahlen.

Wie lange wird dieser gezahlt?

Auch das findet sich in dem eben zitierten Paragraphen. Mit VOLLendung des 60. Lebensjahres, also mit dem ENDE des Kalenderjahres, in welchem der Versicherte 60. wird.

Auch hier ein Beispiel: Unser Kunde ist am 01. 07. 1959 geboren und wurde daher im Jahr 2019, genauer am 01. Juli 60 Jahre alt. Die Pflicht zur Zahlung des Zuschlages endet somit nicht am Geburtstag, sondern mit der Beitragszahlung Dezember. Ab dem 01. Januar 2020 sinkt der Beitrag um 10%, oder richtiger formuliert, der 10% Zuschlag entfällt.

Wie berechnet sich der Zuschlag?

Erhoben wird der Zuschlag in Höhe von 10% auf den Beitrag zur Krankenversicherung (Leistungen für ambulante, stationäre oder zahnärztliche Leistungen). Haben Sie aber weitere Bausteine versichert, wie zum Beispiel Krankentagegeld, Pflegepflicht- oder Pflegezusatzbausteine oder andere zusätzliche Tarife, dann wird auf diese kein Beitragszuschlag erhoben.

Ein Beispiel: Unser Kunde zahlt für einen Kompakttarif in der Krankenversicherung einen Beitrag.

Tarif ABC (ambulant, stationär, Zahn) = 400 € 

Krankentaggeld = 50 €

Pflegepflichtversicherung = 30 €

GESETZLICHER ZUSCHLAG: 40 € (10% von 400 €)

Hätte der Kunde einen Bausteintarif und die Beiträge würden wie folgt aussehen:

Tarifbeitrag ambulant: 100 €

Tarifbeitrag stationär: 150 €

Tarifbeitrag Zahn: 80 €

Dann betrüge der gesetzliche Zuschlag 33 € (10% von 100+150+80)

Wozu dient der Zuschlag?

Auch hier liefert das Gesetz klare Regelungen. Der § 150, Absatz 2+3 des VAG ist hier maßgebend. Schauen wir uns den einmal genauer an und nehmen diesen dann Stück für Stück auseinander. Hier erstmal der ganze Paragraph der Abschnitte 2 und 3.

§ 150
Gutschrift zur Alterungsrückstellung; Direktgutschrift
(1) 1 Das Versicherungsunternehmen hat den Versicherten in der nach Art der Lebensversicherung betriebenen Krankheitskosten- und freiwilligen Pflegekrankenversicherung (Pflegekosten- und Pflegetagegeldversicherung) jährlich Zinserträge gutzuschreiben, die auf die Summe der jeweiligen zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres vorhandenen positiven Alterungsrückstellung der betroffenen Versicherungen entfallen. 2 Diese Gutschrift beträgt 90 Prozent der durchschnittlichen, über die rechnungsmäßige Verzinsung hinausgehenden Kapitalerträge (Überzins).

(2) 1 Den Versicherten, die den Beitragszuschlag nach § 149 geleistet haben, ist bis zum Ende des Geschäftsjahres, in dem sie das 65. Lebensjahr vollenden, von dem nach Absatz 1 ermittelten Betrag der Anteil, der auf den Teil der Alterungsrückstellung entfällt, der aus diesem Beitragszuschlag entstanden ist, jährlich in voller Höhe direkt gutzuschreiben. 2 Der Alterungsrückstellung aller Versicherten sind von dem verbleibenden Betrag jährlich 50 Prozent direkt gutzuschreiben. 3 Der Prozentsatz nach Satz 2 erhöht sich ab dem Geschäftsjahr des Versicherungsunternehmens, das im Jahr 2001 beginnt, jährlich um 2 Prozent, bis er 100 Prozent erreicht hat.

(3) 1 Die Beträge nach Absatz 2 sind ab der Vollendung des 65. Lebensjahres des Versicherten zur zeitlich unbefristeten Finanzierung der Mehrprämien aus Prämienerhöhungen oder eines Teils der Mehrprämien zu verwenden, soweit die vorhandenen Mittel für eine vollständige Finanzierung der Mehrprämien nicht ausreichen. 2 Nicht verbrauchte Beträge sind mit der Vollendung des 80. Lebensjahres des Versicherten zur Prämiensenkung einzusetzen. 3 Zuschreibungen nach diesem Zeitpunkt sind zur sofortigen Prämiensenkung einzusetzen. 4 In der freiwilligen Pflegetagegeldversicherung können die Versicherungsbedingungen vorsehen, dass anstelle einer Prämienermäßigung eine entsprechende Leistungserhöhung vorgenommen wird.

1.) jährliche Gutschrift des Betrag es bis zum Ende des Jahres, mit dem 61. Geburtstag

Nur bis zu diesem Termin zahlen Sie den Zuschlag überhaupt. Im Jahr danach ist Ihre „Einzahlung“ dazu beendet und der Vertrag läuft ohne die 10% weiter. Eine Wirkung entfaltet der Zuschlag hier aber nicht sofort.

2.) Mit VOLLENDUNG des 65. Lebensjahres passiert nun etwas. Das aber immer nur dann, wenn der Versicherer nach Zustimmung durch den Treuhändler, eine Beitragserhöhung vornehmen muss. Zunächst einmal versucht der Versicherer eine solche Erhöhung durch so genannte Direktgutschriften abzumildern, also eine Beitragsanpassung zu mindern oder gar zu verhindern. Eine weitere Begrenzung oder Abmilderung ist durch die so genannten RfB Mittel möglich und angedacht. Diese so genannten „erfolgsabhängigen Rückstellungen für Beitragsrückersattungen“ haben auch diesen Zweck.

Erst die DANN NOCH verbliebene und notwenige Erhöhung der Beiträge, wird mit den Mitteln aus dem gesetzlichen Zuschlag(stopf) auf null reduziert. Praktisch hat das zur Folge: Solange Geld in dem „Zuschlagstopf“ vorhanden ist, sind keine Beitragserhöhungen mehr (nach dem 66. Geburtstag) zu erwarten. Erst wenn diese aufgebraucht sind, dann sind weitere Erhöhungen möglich.

2.) Nächste Stufe, der 81. Geburtstag

Erfreuen Sie sich des Lebens und genießen Ihren 81. Geburtstag, dann passiert noch etwas. Nach Vollendung des 80. Lebensjahres sollten die restlichen, dann noch im Zuschlagstopf vorhandenen Mittel, verwendet werden um dann die Beiträge aktiv zu senken.

Ob das passiert und ob dann noch Geld im Topf ist, das hängt von unzähligen Faktoren ab. Dazu zählen neben der Beitragsentwicklung auch und vor allem die Zinsentwicklung, welche in der Niedrigzinsphase aktuell geringer ist.

Richtig und wichtig, aber nicht allein darauf verlassen

Der Zuschlag ist ein gesetzlich verordneter Sparvorgang. Dieser ist im Sinne der Beitragsstabilisierung richtig und wichtig. Aber allein auf diesen sollten Sie sich nicht verlassen.

Die Beiträge lassen sich auch durch andere Maßnehmen stabilisieren. Eine weitere Methode (neben vielen anderen) ist der so genannte Beitragsentlastungsbaustein. Mehr dazu finden Sie im Artikel:

–> Beitragsentlastung – ein Baustein in der privaten Krankenversicherung

Welche Strategie und welche Modelle für Sie aber passend sind und wie sich diese über die Zeit verändern, das lässt sich nur in einer individuellen BERATUNG klären.

14.
Februar '19

Beitragsentlastung im Alter für die Private Krankenversicherung


Bereits im Jahr 2011 habe ich in einem Artikel Informationen zur Beitragsentlastung im Alter zusammengestellt. Aufgrund einiger Änderungen, vieler Fragen und immer wieder auftretenden Unklarheiten nutze ich die Gelegenheit um eine Aktualisierung vorzunehmen. Dabei geht es um die oft und wiederkehrende Frage der Beitragsentlastung im Alter.

  • Wie kann ich meine Beiträge stabilisieren?

  • Ist der Abschluss eines Beitragsentlastungsbausteines sinnvoll?

  • Zahlt mein Arbeitgeber auch einen Zuschuss für die Beitragsentlastung?

  • Sinkt durch eine Beitragsentlastung mein Zuschuss der Rentenversicherung im Alter?

  • Was passiert bei Kündigung des Bausteins?

  • Was passiert wenn ich wieder in die GKV zurück muss?

Nicht nur diese Fragen kommen immer und immer wieder und bieten sich daher für eine weitere und genauere Erklärung an. Haben Sie aber weitere Fragen zum Thema Beitragsentlastung im Alter, dann stellen Sie diese gern in den Kommentaren unter dem Beitrag und ich werde Antworten entsprechend ergänzen.

  • Wie kann ich meine Beiträge stabilisieren?

Generell sind beide Systeme zur Gesundheitsvorsorge (also GKV oder PKV) Steigerungen unterworfen. Im System der gesetzlich versicherten ändern sich die Jahresarbeitentgeltgrenze (Werte 2019 hier) und die Beitragssätze der gesetzlichen Kassen. Wer PKV versichert ist, der bekommt über eine Beitragsanpassung ebenfalls die Auswirkungen von gestiegenen Kosten oder geringeren Zinsen, aber eben auch die (erfreulicherweise) steigende Lebenserwartung zu spüren. Hier möchten viele Versicherte vorsorgen und gegensteuern.

EINE, nicht „die“ Lösung, sind so genannte Beitragsentlastungsbausteine in der PKV. Vereinfacht ist dieses eine Art Vorsorgesparen. Sie zahlen heute einen (zusätzlichen) Beitragsanteil an den Versicherer und dieser verspricht garantiert Ihnen hierzu eine monatliche Minderung der Beiträge im Alter.

Geld fließt also heute in den Topf hinein und wird im Alter (ab einem bestimmten Datum, welches Sie bei einigen Unternehmen selbst wählen können) entnommen.

Andere Möglichkeiten sind das Fondsparen, Riester- oder Rürup Verträge, Rentenversicherungen und viele weitere Möglichkeiten Geld anzusparen. Ein großer Unterschied zu allen, nur die Beitragsentlastungskomponente ist arbeitgeberzuschussfähig, dazu aber später mehr.

  • Ist der Abschluss eines Beitragsentlastungsbausteines sinnvoll?

Eine pauschale Antwort ist hier weder sinnvoll noch möglich. Dazu sind die Anforderungen und Verläufe der Versicherten viel zu unterschiedlich, als das es eine allgemeingültige Lösung auch nur ansatzweise geben könnte.

Aber. Es gibt durchaus Konstellationen, da ist ein solcher Baustein (mit all seinen Vor- und Nachteilen) einer anderen Form der Beitragsminderung im Alter vorzuziehen.

Nicht nur (wie oft vermutet) bei Angestellten, auch Selbstständige können von einem solchen Baustein profitieren.

Generell gilt aber auch hier, eine Private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen. Ausführliche Hinweise und Erklärungen finden Sie hier im Beitrag.

  • Wo ist der Haken?

Wie jedes Modell, jeder Tarif und alles andere auf der Welt hat auch der Beitragsentlastungsbaustein Nachteile. Diese sollten Sie kennen und für sich hinterfragen bevor Sie einen solchen Tarif abschließen oder diesen nachträglich anpassen.

Zu beachten ist hierbei, dass bei dem Modell mit laufender Beitragszahlung (Sie können auch einen solchen Baustein gegen Einmalzahlung abschließen) dieser laufende Beitrag auch in der Entlastungsphase weiter zu zahlen ist. Kostet der Baustein also 50 EUR und Sie bekommen eine Entlastung von 200 EUR, so sind es effektiv nur 150 EUR reale Entlastung.

  • Zahlt mein Arbeitgeber auch einen Zuschuss für die Beitragsentlastung?

Ja, das tut er. Der Arbeitgeber beteiligt sich auch an dem Beitragsanteil, welcher für die Entlastung im Alter sorgt. Das bedeutet vereinfacht, schon heute zahlt Ihr Arbeitgeber einen Teil Ihrer Krankenversicherungsbeiträge im Alter. Dabei ist es völlig unabhängig davon, wo Sie bis dahin noch alles arbeiten und wie sich die Krankenversicherung weiter entwickelt.

Maßhebend dazu ist der Höchstzuschuss des Arbeitgebers. Im Jahr 2019 hat sich dieser durch die Rückkehr zur Paritätischen Versorgung erneut erhöht und auch durch die neue JAEG wird der Zuschuss jährlich nach oben angepasst.

Bis zu einem Maximalbetrag von 351 EUR pro Monat beteiligt sich der Arbeitgeber an der Krankenversicherung. Alle Zahlen und Daten des Jahres 2019 finden Sie hier.

Arbeitgeberzuschuss 2019 und Sozialversicherungswerte 2019

  • Sinkt durch eine Beitragsentlastung mein Zuschuss der Rentenversicherung im Alter?

Auch diese Frage kommt durchaus öfter vor, sei es in Kommentaren oder E-Mails, aber auch im LiveChat hier auf der Seite. Und ja, es kann durchaus passieren. Um zu verstehen warum, schauen wir uns erst einmal die Verteilung des Beitrages im Alter an. Einen Zuschuss von der Rentenversicherung erhält dann derjenige, der dort eine Altersrente bezieht und privat Krankenversichert ist. Dabei ist auch hier eine Obergrenze vorhanden und es werden nicht einfach 50% des Beitrages übernommen.

Ähnlich des Arbeitgeberzuschusses bekommt der Rentner mit einer Altersrente von der Rentenversicherung nun einen Zuschuss zu seiner PKV, wenn er diesen dann beantragt. Die Rentenversicherung Bund hat dazu umfangreiche Informationen auf deren Webseite zusammengestellt und stellt auch die nötigen Formulare bereit.

Erfüllen der PKV Vertrag und der Versicherungsnehmer die Voraussetzungen, so wird bis maximal 50% des Beitrages zur PKV bezuschusst. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Beitrag in der PKV im Alter verändert wird. Mit Ablauf des 60. Lebensjahres sinkt dieser um 10%, da dann der gesetzliche Zuschlag entfällt. (Was das ist? Hier nachlesen –> gesetzlicher Zuschlag)

Weiterhin entfällt zum Ende des Erwerbslebens der Baustein zur Krankentagegeldversicherung. Nehmen wir nun an, der versicherte Rentner hat/ hätte einen Beitrag von 700 EUR zu zahlen, was je nach Kaufkraft heute oder zukünftig eine andere Zahl sein kann, als wir uns das heute vorstellen.

Als Rentner bekommt er dann eine (heute hochgerechnete) Rente von 2.500 EUR monatlich. Der Beitragszuschuss richtet sich immer nach dem Betrag, den die Rentenversicherung für eine GKV zahlen müsste, also die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes von 14,6%, also 7,3% + den halben ZUSATZbeitrag (durchschnittlich 0,9%, also 0,45%).

Also bekäme unser Rentner aus dem Beispiel von seiner Rentenkasse einen Zuschuss von:

7,3% + 0,45% = 7,75% * 2.500 EUR Rente = 193,85 EUR ZUSCHUSS

Der Höchstzuschuss beträgt aber maximal 50% des Beitrages zur PKV, also 350 EUR.

Mit einer versicherten Beitragsreduzierung von 400 EUR monatlich sähe das dann etwas anders aus. Hat unser versicherte mit Hilfe seiner damaligen Arbeitgeber immer wieder in die Beitragsentlastung eingezahlt und bekommt nun die Ausbeute, so reduziert sich sein Krankenversicherungsbeitrag.

Sein Krankenversicherer will nun monatlich statt der 700 EUR nur noch 300 EUR Beitrag von ihm. Der Zuschuss der Rentenversicherung sinkt damit aber auf 150 EUR, da 50% die obere Grenze sind.

  • Was passiert bei Kündigung des Bausteins?

Hier sind die Vertragsbedingungen elementar und sollten in jedem Fall vorher beachtet werden. Die Versicherer sehen unterschiedliche Regelungen vor. Theoretisch ist auch eine Mitgabe der gebildeten Rückstellungen an einen anderen Versicherer möglich. Ebenso eine Verrechnung mit laufenden Verträgen. Eine allgemeingültige Lösung gibt es hier aber nicht.

  • Was passiert wenn ich wieder in die GKV zurück muss?

Auch ein Rückkehr in die GKV und damit eine Kündigung der privaten Vollversicherung führt zur Beendigung des Beitragsentlastungsbausteines gem. den vereinbarten Bedingungen.

Ein Beispiel der Hallesche KV und deren Beitragsentlastungsbaustein MBZ flex

4.1.1 Beendigung der substitutiven Krankheitskostenversicherung

Endet die substitutiven Krankheitskostenversicherung, wird die MBZ.flex in Verbindung mit einer beim Versicherer anderweitig bestehenden Krankheitskostenversicherung beitragsfrei weiter geführt. Die vereinbarte Beitragsermäßigung vermindert sich dadurch auf höchstens 100% des zu diesem Zeitpunkt zu zahlenden monatlichen Beitrags zur Krankheitskostenversicherung und beginnt immer in dem Jahr, in dem die versicherte Person das 67. Lebensjahr vollendet.

Hier wird also aus der Voll- eine Zusatzversicherung als Ergänzung zur GKV und die Beitragsentlastung im Alter wird beitragsfrei und greift dann mit 67.

  • Kann ich die Höhe der Beitragsentlastung ändern?

Ja, die Anpassung des Entlastungsbetrages ist bei nahezu allen Unternehmen möglich und auch sinnvoll. Warum? Verändert sich der PKV Beitrag, so ist es sinnvoll auch den Entlastungsbetrag anzupassen.

Aber auch zur optimalen Anpassung an den Arbeitgeberzuschuss ist eine solche Überprüfung regelmäßig sinnvoll.

Mehr Informationen und spezielle Erklärungen zu Tarifen zur Beitragsentlastung finden Sie

HIER unter dem tag –> Beitragsentlastung

25.
Juni '18

ARAG Krankenversicherung mit neuem Beitragsentlastungstarif – aber nicht für alle Kunden


Die Beitragsentlastungtarife sind bei Gesellschaften und Kunden durchaus gern gesehen. Auch wenn diese- wie alles im Leben- nicht nur Vorteile haben. Daher sollte sich jeder fragen, was diese Tarife bringen, ob es Alternative Formen der Beitragssicherung gibt und wie diese aussehen können. Doch darum soll es gar nicht speziell gehen, vielmehr ist der Beitragsentlastungstarif der ARAG Krankenversicherung mein heutiges Thema.

Was ist ein Beitragsentlastungstarif?

Mit einem Tarif zur Beitragsentlastung kaufen Sie sich ein Stück Sicherheit. Sie zahlen heute einen zusätzlichen Beitrag für einen Baustein Ihrer privaten Krankenversicherung und können dann von einer garantierten Beitragsentlastung im Alter profitieren. Es ist am Ende nichts anderes, als ein „Sparbaustein“, welcher Ihnen ein zusätzliches Guthaben verschafft und im Alter damit die Beitragslast senkt.

Welchen Vorteil hat so ein Tarif?

Zunächst einmal ist der Beitragsentlastungsbaustein aus heutiger Sicht Krankenversicherungsbeitrag. Also wird dieser auch steuerlich so behandelt. Gegenüber dem Finanzamt haben Sie somit einen höheren Aufwand für die private Krankenversicherung, welches sich je nach steuerlicher Situation durchaus positiv auswirken kann. Dazu fragen Sie aber bitte einen Steuerberater.

Gibt es für den ARAG BEK Tarif einen Zuschuss vom Arbeitgeber?

Ja, denn wie auch steuerlich, ist es in Hinblick auf die AG Zuschussfähigkeit auch Krankenversicherungsbeitrag. Wer also den eigenen AG Zuschuss noch nicht ausgeschöpft hat (Aktuelle Sozialversicherungswerte 2018 und AG Zuschuss hier nachlesen), der bekommt auch 50% seines Beitrags für den Beitragsentlastungsbaustein erstattet.

Wer kann den neuen ARAG BEK Tarif abschließen?

Sollten Sie jetzt denken „oh, ich bin ja ARAG PKV Kunde, dann mache ich den Tarif doch einmal für mich“, muss ich Sie vielleicht enttäuschen. Nicht jeder vollversicherte Kunde kann sich den Tarif dazu versichern. Es ist zudem ein Mindestalter von 21 Jahren erforderlich.

Folgende Kunden sind berechtigt:

  • – ARAG Vollversicherungskunden nach den Tarifen KOMFORT (K0 bis K1500)

  • – ARAG Vollversicherungskunden nach den Premiumtarifen 200-209, 2020, 21P70-21P90 und 210

Folgende Kundengruppen können den Tarif nicht abschließen:

  • – Kunden aller anderen Vollkostentarife der ARAG

  • – Kunden mit einer ARAG Zusatzversicherung

  • – Kunden deren Vollversicherung in der Anwartschaft geführt wird

  • – Kunden im Notlagentarif

  • – alle Beihilfekunden der ARAG

Tarifbezeichnung

Die Bezeichnung des Tarifes setzt sich dann auch aus dem jeweiligen Namen des Tarifs und des Endalters zusammen. Dieses kann das 63. oder 67. Lebensjahr des Versicherten sein.

Kann das Datum der Entlastung geändert werden?

Der ARAG Tarif wird mit einem fixen Termin angeboten. Dabei gibt es nur zwei Endalter zur Auswahl. Der Entlastungstermin ist somit die Vollendung des 63. oder 67. Lebensjahres. In dem Jahr beginnt die Entlastung dann zu dem Zeitpunkt, in welchem der Tarif einmal begann. Der Geburtsmonat spielt dann keine Rolle.

Was passiert, wenn die PKV der ARAG (oder der berechtigte Tarif) endet?

Endet die ARAG Krankenversicherung, so wird ein so genannter Übertragungswert gebildet und an den neuen Versicherer mitgegeben. Dabei handelt es sich um die Alterungsrückstellungen nach §146 Abs. 1 Nr. 5 VAG und nicht um die eingezahlten Beiträge.

Ist der Versicherte jedoch aufgrund eines Tarifwechsels nun in einem Tarif gelandet, welcher nicht zu der Grundversicherung, also den berechtigten Tarifen, zählt, so muss unterschieden werden. Erfolgt der Wechsel vor dem Jahr in welchem das 63. Lebensjahr vollendet wird, wird das Geld zum Entlastungsbeginn dann zur Beitragsminderung nach §150 Absatz 3 für die dann bestehende Grundversicherung genutzt. Ein Weiterbestehen des Tarifes ist aber nicht möglich, die Beitragszahlung endet dann.

Erfolgt der Tarifwechsel nach dem 31.12. des Jahres, in welchem das 62. Lebensjahr vollendet wird, wird die Beitragsentlastung sofort auf die Grundversicherung angerechnet und mindert deren Beitrag.

Wird der Versicherte wieder pflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse, so kann der die Rückstellung nach Umwandlung des Haupttarifes in eine Zusatzversicherung ggf. auch hier angerechnet werden. Dazu sind weitere Voraussetzungen zu erfüllen.

  • – Zusatzversicherung schließt unmittelbar an

  • – Zusatzversicherung wird nach Art der Lebensversicherung betrieben

  • – es muss eine Krankheitskosten-, Krankentagegeld- oder Pflegezusatzversicherung sein (geförderte Pflege geht nicht)

  • – der Versicherte muss versicherungsfähig in der Zusatzversicherung sein

In allen anderen Fällen verfallen die Guthaben und Rückstellungen zugunsten der Versichertengemeinschaft. Das gilt auch, wenn die Hauptversicherung wegen Wegzug ins Ausland oder durch Tod endet.

Detaillierte Szenarien finden sich unter Punkt 5 der AVB.

Sonstige Fakten rund um den neuen ARAG BEK Tarif

Ein vorhandener Risikozuschlag oder der gesetzliche Zuschlag, aber auch Auslandszuschläge können nicht reduziert werden. Möchten Sie den Beginn der Entlastung ändern, so können Sie dieses (unter Anpassung des Beitrages) vor Beginn der Entlastungsphase tun. Es gilt das, bei Umstellung erreichte, neue Eintrittsalter.

Erhöhung des Entlastungsbetrages (Dynamik)

Nach Beginn des Vertrages, gerechnet ab 2019, erhöht der Versicherer alle drei Jahre den versicherten Betrag um 10%. Die Anpassung gilt für den Entlastungsbetrag und den Zahlbeitrag.

Ein Widerspruch ist möglich, falls die Erhöhung nicht gewünscht wird. Detaillierte Regelungen zur Dynamik finden Sie in 2.5. der Versicherungsbedingungen.

Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 24 Monate. Versichert werden kann der Tarif nur von Menschen, welche noch 5 Jahre bis zur geplanten Entlastung haben. Je nach gewünschtem Termin ist das Höchstaufnahmealter also das 58. oder 62. Lebensjahr. Abgeschlossen kann maximal (in 1 Euro Schritten) der Beitrag der heutigen Grundversicherung (ohne Zuschläge) plus der Beitrag für die Beitragsentlastung selbst.

Welche Gesundheitsfragen sind zu beantworten?

Keine. Ungeachtet des Gesundheitszustandes ist der Abschluss für alle berechtigten Versicherten möglich. Eine Prüfung findet hier nicht statt.

Wie hoch ist der Beitrag?

Ein heute 30jähriger Versicherter zahlt für 100 EUR Beitragsentlastung:

ab dem 63. Lebensjahr = 30,10 EUR monatlich

ab dem 67. Lebensjahr = 23,70 EUR monatlich

Mit dem Eintrittsalter 40 ändert sich die Beträge auf 43,40 EUR bzw. 34,10 EUR.

In der Modellrechnung sieht das dann so aus:

Der heute 30jährige zahlt bis zum 63. Lebensjahr (ohne Anpassungen und Dynamik) einen Betrag von 30,10 * 12 Monate * 33 Jahre = 11.919 EUR. Da auch in der Entlastungsphase der Beitrag weiter zu zahlen ist, hat er folgende Effektiventlastung. 100 EUR – 30,10 EUR = 69,90 EUR monatlich. Um die 11.919 EUR „zu verbrauchen“, müssten somit (auch hier wieder ohne Zinsen und Anpassungen) mind. 170 Monate also 14 Jahre die Entlastungsbeträge bezogen werden. Wird unser Versicherter also alt, so hat er mit 77 alle Beiträge „wieder raus“. Jedoch ohne damit Zinsen oder andere Erträge berücksichtigt zu haben. Ebenfalls spielen bei diesem Modell Steuern, ersparte Einkommens- oder Lohnsteuer oder andere Faktoren keine Rolle.

Fazit

Es hängt von vielen Faktoren ab, ob sich ein solcher Tarif lohnt oder ob andere Varianten besser geeignet sind. Auch eine geförderte Altersvorsorge, ein Fond- oder ETF Sparplan oder andere Anlageformen können eine Alternative sein. Daher sollte das Thema Beitragsentlastung immer detailliert beraten und besprochen werden.

Weitere Unterlagen:

23.
November '11

Alte Oldenburger Krankenversicherung AG- nun auch mit Tarifbaustein zur Beitragsentlastung im Alter


Es ist noch gar nicht solange her, da hat die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG ihre Bedingungen in der Krankenvollversicherung (PKV) klargestellt, bzw. verbessert. Zum Januar 2012 folgt nun eine weitere Änderung im Tarifportfolio des Versicherers. Wie einige Mitbewerber erkennt auch die Alte Oldenburger den steigenden Bedarf an so genannten Beitragsentlastungstarifen. Die Universa Krankenversicherung hatte einen solchen Tarif (BEflex) vor einiger Zeit bereits eingeführt.

Was genau solche Tarife sind, wem und wozu sie nutzen und wie diese generell funktionieren, lesen Sie in meinem Blogbeitrag mit dem Titel Beitragsentlastung im Alter- ein Baustein in der Privaten Krankenversicherung

Zum 1. Januar 2012 führt nun auch die Alte Oldenburger den Tarif ein, welcher natürlich „unschlagbare Vorteile“ gegenüber den Mitbewerbern hat. Als besondere Highlights des Tarifs für die AOL an:

Arbeitgeberzuschussfähig: Der Beitrag für den Baustein zur Beitragsentlastung ist auch bei der alten Oldenburger (wie bei allen anderen Mitbewerbern auch) geeignet um einen Arbeitgeberzuschuss dafür zu bekommen. Maßgebend ist auch hier der Höchstbeitrag. Änderungen des Arbeitgeberzuschuss ändert sich zum 1.1.2012.

Sicherung von Steuervorteilen: Der zusätzliche Beitrag für die Beitragsentlastung ist in gleichem Umfang wie die Haupttarife der Krankenversicherung entsprechend des Bürgerentlastungsgesetzes steuerlich absetzbar. Auch dieses ist bei den Mitbewerbern jedoch nicht anders.

Interessant sind jedoch die beiden folgenden Vorteile, welche die Alte Oldenburger in ihrem Flyer aufführt.

(c) Alte Oldenburger

Da mir die gedruckten Versicherungsbedingungen noch nicht vorliegen, beschäftige ich mich zunächst mit den Informationen aus dem Flyer. Der Versicherer verspricht seinen Kunden im Falle der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) eine Anrechnung der angesparten Beträge. Dieses ist nicht bei allen Versicherern der Fall. Es gibt durchaus Unternehmen, wo das Geld schlichtweg verfällt. Voraussetzung für die Anrechnung ist jedoch das Weiterbestehen einer Krankenzusatzversicherung bei der Alten Oldenburger.
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18.
November '11

Riester Rente zur Beitragsentlastung in der privaten Krankenversicherung?


Eine der grundsätzlichen Befürchtungen jedes privat oder gesetzlich Krankenversicherten ist die Entwicklung der Beiträge im Alter. Dabei gibt es recht wenige Unterschiede, zwischen dem einen und dem anderen System. Beide Systeme sind von Kostensteigerungen betroffen, die aus verschiedenen Gründen herrühren. (Blogbeitrag zur Entwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung)

Um diese Steigerungen im Alter zu kompensieren, bieten verschiedene Versicherer so genannte „Beitragsentlastungsmodelle“ an. Letztendlich handelt es sich hierbei um einen „Sparvertrag“ welcher im Alter dazu dient, die Beiträge der privaten Krankenversicherung teilweise zu finanzieren. Das Modell hat jedoch Vor- und Nachteile. Einer der größten Nachteile ist der Verlust des angesparten Geldes, für den Fall der Kündigung des privaten Krankenversicherungsvertrages.

Die Beendigung der PKV kann verschiedene Gründe haben, solche die der Kunde selbst beeinflussen kann und solche die ihm vom Gesetzgeber aufgezwungen werden.  Auch ein Wechsel zu einem anderen Krankenversicherer führt zu dem Verlust der bereits angesparten Beträge. Ein weiterer Nachteil bei dem Modell der Beitragsentlastung ist die Tatsache, dass der Beitrag für so ein Modell auch im Alter weiterzuzahlen ist. Aus einer monatlichen Beitragsentlastung von zum Beispiel 200 €, wird eine reale Entlastung von 200 € minus dem Beitrag für die Beitragsentlastungskomponente. Ob die Vorteile eines solchen Modells (arbeitgeberzuschussfähig, steuerlich gesehen Krankenversicherungsbeitrag, 3,5 % Verzinsung) den Nachteilen überlegen sind, ist von der persönlichen Situation und vielen weiteren Faktoren abhängig.
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