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22.
November '20

Beitragsanpassung in der PKV – das sollten Sie jetzt tun


Am letzten Wochenende haben viele von Ihnen Post bekommen. Die Beitragsanpassung in der PKV lag im Briefkasten oder Ihrem Online-Postfach des Versicherers. In den nächsten Tagen werden daher einige „windige Berater“ die Kunden anrufen und die Gespräche enden oft mit „Ich habe da eine Alternative, Sie müssen dann wechseln zu Versicherer XYZ.“

Warum es ein fataler Fehler sein kann, übereilt nach der Beitragsanpassung in der PKV zu wechseln und wann ein solcher Wechsel dennoch sinnvoll sein kann, das schauen wir uns gemeinsam heute in diesem Beitrag an.

Zuerst aber möchte ich Sie noch auf meinen (zugegeben recht langen Beitrag) zur Beitragsanpassung in der PKV hinweisen. Hier habe ich nicht nur die Hintergründe beschrieben, sondern auch den Vergleich zu der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und einen Ausblick wie dieses in Zukunft weitergehen wird und kann.

Beitragsanpassung in der PKV

Doch nun schauen wir uns konkret an, was Sie genau tun können um eine solche Anpassung entweder abzumildern, oder aber generell eine Änderung der Tarife und Bausteine zu überlegen.

Beitragsanpassung in der PKV – diese Fragen sollten Sie sich jetzt stellen

Zuerst einmal sind Fakten und Zahlen wichtig, um überhaupt seriös und sinnvoll eine solche Anpassung bewerten zu können. Dabei sollten Sie sich einige Fragen stellen, ohne diese kann Ihnen kein Berater sinnvoll helfen und Tipps geben. Nur wenn Sie sich über die Fragen Gedanken machen und klar ist, was Ihnen wichtig ist, nur dann werden Sie gemeinsam mit Ihrem Berater Lösungen suchen und finden. Beantworten Sie sich daher folgende Fragen zunächst für sich:

  • – Seit wann sind Sie in dem derzeitigen Tarif versichert?

  • – Seit wann sind Sie bei dem Versicherer? Gab es vorher schon einen anderen Tarif?

  • – Gelten die Kriterien, die beim Abschluss galten, auch heute noch?

  • – Hat sich der Familienstand, die Anzahl der Kinder oder der berufliche Status verändert?

  • – Hat Ihr Tarif Bausteine zur Beitragsentlastung im Alter?

  • – Gibt es weitere Tarifbausteine die optional gewählt wurden?

  • – Wie weit nutzen Sie den Arbeitgeberzuschuss aus? Wie hoch ist aktuell Ihr Beitrag (nach Anpassung) in der Krankenversicherung und in der Pflegeversicherung?

Beitragsanpassung in der PKV – Antworten und Hinweise auf Ihre Fragen

Nachdem Sie sich nun die Fragen beantwortet haben und damit die Fakten „auf dem Tisch“ liegen, lassen sich nun auch weitere Handlungsempfehlungen geben. Warum die einzelnen Fragen wichtig sind, schauen wir uns nun mit dem Blick auf die Antworten an.

Seit wann sind Sie in dem derzeitigen Tarif versichert? – Welche Welt gilt?

Diese Frage ist deshalb wichtig, weil damit auch die Tarifgeneration klar ist. Dabei gibt es im Wesentlichen drei Zeitpunkte, welche bei der Beurteilung wichtig sind.

Abschluss vor 2000: (ALTE WELT)

Der Vertrag besteht in der „ganz alten“ Welt. Hier gab es die Unterscheidung zwischen den Geschlechtern ebenso, wie auch keinen gesetzlichen Zuschlag. Dieser 10%-ige Zuschlag in der privaten Krankenversicherung (der gesetzliche Zuschlag) wurde im Januar 2000 für alle Versicherten eingeführt und ist für Neuabschlüsse seitdem verpflichtend. Mehr Informationen dazu, wie lange dieser zu zahlen ist und was ab Vollendung des 60. und 65. Lebensjahres mit dem angesparten Geld passiert, finden Sie hier im Beitrag: „Der gesetzliche Zuschlag in der PKV

Sollten Sie damals schon privat versichert gewesen sein, also im Januar 2000, dann konnten Sie selbst entscheiden und wählen, ob Sie den gesetzlichen Zuschlag auch zahlen wollten. Dieser Baustein wurde dann (langsam ansteigend) in den Vertrag integriert und Sie zahlen auch- wie Neukunden- heute 10% als zusätzlichen Sparbeitrag.

Abschluss vor 2009: (ALTE WELT)

Der Vertrag besteht in der sogenannten alten Welt. Hier wurden die Tarife nach Geschlechtern kalkuliert, Frauen zahlten einen anderen Beitrag im Vergleich zu Männern. Auch galt hier, Altersrückstellungen in dem Tarif sind bei einem Versichererwechsel nicht übertragbar.

Verlassen Sie als Versicherter vor 2009 das Unternehmen, so verbleiben die angesparten Rückstellungen in dem Kollektiv Ihres alten Unternehmens. Diese, als Stornogewinne bezeichneten, Gelder kommen somit allen anderen Versicherten in dem Kollektiv zugute. Überspitzt bedeutet das, verlassen ganz viele Kunden ganz schnell den Tarif und Versicherer und waren alle vor 2009 versichert, so profitieren die verbleibenden von zusätzlichem Geld.

In diesen Tarifen wird als KEIN Übertragungswert gebildet.

Ein weiterer Unterschied. Hier gilt im Alter die Option Standardtarif. Ein Tarifmodell welcher auf den Höchstbeitrag der GKV begrenzt ist und in welchem im Alter die Altersrückstellungen angerechnet werden. Somit ergeben sich hier teils große Anrechnungen und kleine Beiträge im Alter.

Abschluss zwischen 2009 und 2012: (NEUE WELT)

In dieser Tarifwelt, welche auch als „Neue Welt“ bezeichnet wird, werden Übertragungswerte gebildet. Hier können also die Versicherte bei einem Wechsel des Unternehmens (anteilig) Altersrückstellungen mitnehmen. Auch diese Tarife sind noch geschlechterabhängig kalkuliert.

Diese verbleiben somit nicht mehr einfach so als Stornogewinne, sondern Sie übertragen einen Teil des Geldes auf Ihren neuen Vertrag.

Auch die Modelle im Alter haben sich geändert. Wer nach dem 1.1.2009 den Versicherer gewechselt oder in die PKV neu eingetreten ist, der hat keinen Zugang zum Standardtarif. Diese Versicherten haben daher einen Zugang zum Basistarif. Auch hier gilt die gleiche Schutzfunktion wie schon im Standardtarif. Dabei kann bei Hilfebedürftigkeit ein Zuschuss gewährt werden.

Abschluss zwischen 2009 und 2012: (UNISEX WELT)

In dieser neuen UNISEX Tarifwelt gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Männern und Frauen. Das Geschlecht beeinflusst den Beitrag nicht.

Die Altersrückstellungen sind auch in dieser UNISEXWELT übertragbar. Bei einer Kündigung und einem Wechsel des Versicherers werden die angesparten Rückstellungen zu großen Teilen übertragen und so an den neuen Versicherer mitgegeben.

In dieser Tarifwelt wird der Garantiezins erstmals abgesenkt. Während VORHER noch der Rechnungszins in der Bisexwelt bei 3,5% lag (die aufgrund anhaltender Niedrigzinsen immer schwerer erreichbar sind), einigten sich die Unternehmen hier auf einen Zins von 2,75%.

Hinweis: In heute existierenden Tarifen und auch mit der Anpassung 2021 wurde dieser Zins weiter reduziert. Am Markt finden sich heute durchaus Unternehmen, welche nur noch mit einem Rechnungszins von 1,95 bis 2,5% kalkulieren, welche nach Auffassung der Aktuare auch langfristig erreichbar sein sollen.

Die Alterslösung ist auch hier der sogenannte Basistarif, welcher auch in der Unisexvariante vorhanden ist.

Seit wann sind Sie bei dem Versicherer? Gab es vorher schon einen anderen Tarif?

Diese Frage ist wichtig, da zum Beispiel durch den Wechsel des Unternehmens oder auch den Wechsel innerhalb der Versicherer eine andere Grundlage gelten kann.

Somit ist es nicht nur wichtig zu wissen, wann Sie in Ihren Tarif heute gewechselt sind, sondern auch wie die Historie aussieht. Erst wenn klar ist, wie Ihr Krankenversicherungsverlauf ab 2000 aussah, lassen sich hier sinnvoll und seriös Tipps geben.

Gelten die Kriterien, die beim Abschluss galten, auch heute noch?

Diese Frage sollten Sie sich generell und immer wieder stellen. Ein Vertrag in der Krankenversicherung ist nicht in Stein gemeißelt. Nur weil es bei dem Abschluss, welcher oft Jahre oder Jahrzehnte zurückliegt, Auswahlkriterien gab die damals richtig waren, müssen diese heute nicht mehr gelten.

–> Auswahlkriterien in der PKV

Haben sich Ihre Ansprüche verändert? Sind Leistungen die Ihnen damals wichtig waren heute nicht mehr relevant? Dann ändert sich auch der Anspruch an den Versicherer und der Tarif kann mehr oder weniger gut passen. Ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft kann hier eine Lösung sein.

Auch wenn damals der Tarif „einfach so und ohne große Kriterienauswahl“ mal schnell abgeschlossen wurde, kann es sinnvoll sein die Leistungen neu zu überprüfen.

Hat sich der Familienstand, die Anzahl der Kinder oder der berufliche Status verändert?

Vorher konnten Sie Kinder nahezu ausschließen, jetzt kam dann doch der Partner/ die Partnerin fürs Leben und im Anschluss wollen/ wollten oder haben Sie bereits Kinder?

Dann beeinflusst das die Tarifauswahl ebenso, wie der Wegfall von Kindern aus dem eigenen Schutz. Auch wenn die Kinder älter werden, Studium oder Ausbildung beginnen oder wieder einen Anspruch auf Familienversicherung haben, auch dann sollten Sie den Schutz überprüfen und anpassen.

Optionsrechte, welche einige Versicherer hier in den Tarifen oder mit Bausteinen anbieten, spielen eine Rolle und helfen bei der Entscheidung.

Hat Ihr Tarif Bausteine zur Beitragsentlastung im Alter? Gibt es weitere Tarifbausteine die optional gewählt wurden?

Gleiches gilt für Bausteine in dem Vertrag. Bei Abschluss können die Kriterien andere gewesen sein und die Auswahl hat sich vielleicht verändert. Nur wenn diese überprüft und angepasst werden, nur dann können die Tarife weiterhin passend sein.

Bausteine können eine Möglichkeit seins, den Tarif wieder etwas „passender zu machen.“

Wie weit nutzen Sie den Arbeitgeberzuschuss aus? Wie hoch ist aktuell Ihr Beitrag (nach Anpassung) in der Krankenversicherung und in der Pflegeversicherung?

Veränderungen bei dem Arbeitgeberzuschuss führen auch zu einem veränderten Vertrag und der Notwenigkeit diesen zu optimieren.

Arbeitgeberzuschuss und Beitragsbemessungsgrenze Entwicklung

Der Arbeitgeberzuschuss hat sich, wie die Beitragsbemessungsgrenze, stetig erhöht. Größere Sprünge gab es zum durch die Wiedereinführung der paritätischen Versorgung.

Die neuen Werte für 2021 (max. Zuschuss steigt auf 384 €) finden Sie hier im Beitrag:

–> Arbeitgeberzuschuss und Sozialversicherungswerte 2021

Doch nachdem wir nun alle Eckdaten geklärt haben, Sie Fakten und Informationen gesammelt, stellt sich die Frage wie und was Sie genau tun sollten und was Sie besser lassen sollten.

Beitragsanpassung in der PKV – das sollten Sie jetzt tun

Zuerst einmal, und das ist auch mit der wichtigste Rat, nichts überstützen. Zuerst schauen Sie sich dann den Beitrag in Bezug auf den Arbeitgeberzuschuss an.

Ist Ihr Beitrag kleiner oder gleich 768 € für die KRANKENVERSICHERUNG? Dann bekommen Sie auch weiterhin 50% Zuschuss zu Ihrem Beitrag. Dabei kommt der Beitrag für die Pflegeversicherung und der Zuschuss dazu noch dazu, dieser ist nahezu immer 50%, da der Höchstbeitrag nicht erreicht wird.

Dann wäre zu prüfen und zu überlegen, wie viel Leistungen/ Mehrleistungen gegenüber dem GKV Schutz bestehen (und was genau hiervon benötigt und gewünscht wird).

Ergänzend: Bekommen Sie zum Beispiel 15% Beitragsanpassung in Ihrem GESAMTvertrag, so ist ein Teil davon eine Erhöhung Ihres SPARanteils, dem Gesetzlichen Zuschlag. Nehmen wir an ein Haupttarif wird von 800 € auf 900 € erhöht. In den 800 € sind 10% gesetzlicher Zuschlag enthalten (727+73). In den 900 € auch (818 + 82). Also sind 9 € der Anpassung die Erhöhung des Gesetzlichen Zuschlags, der Ihnen als Guthaben verbleibt.

Nehmen wir ein Beispiel, eines heute 33 Jährigen Versicherten.

Wollen wir die Leistungen der GKV durch Zusatzversicherungen bestmöglich aufstocken und damit den Leistungsumfang somit an einen Hochleistungstarif wie zum Beispiel den EXPERT+ der Barmenia anpassen, dann benötigen wir:

  • ambulante Ergänzung + „Mehr Sehen Tarif“ = 44,50 € monatlich

  • stationäre Ergänzung (Einbett + Wahlarzt) = 54,11 € (Komf.1 mit Altersrückstellung)

  • Zahn Ergänzung Zahn 100 + Vorsorge = 31,50 €

  • Krankentagegeld 30 € (Aufstockung zur GKV 95 €) = 16,50 €

GESAMTBEITRAG: 146,16 €

Zu diesem Betrag kommt natürlich der Höchstbeitrag (der Arbeitnehmeranteil) der gesetzlichen Krankenkasse. Dieser steigt bei dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag 2021 auf einen Anteil von

Krankenversicherung GKV (inkl. max. der Hälfte von 1,3% ZUSATZbeitrag) max. 384,58 EUR

zzgl. als kinderloser Versicherter max. 85,86 € (73,77+12,09) in der Pflegeversicherung

= 470,44 EUR

Sollten Sie also den TOP Schutz der Barmenia (hier aus unserem Beispiel) mit der GKV vergleichen wollen, so können Sie das recht einfach tun. Nehmen Sie den Beitrag nach der Beitragsanpassung (zum Beispiel 800 € + 50 € Pflege). In der PKV bekommen Sie dann 384 + 25 € Zuschuss, es bleiben also EIGENANTEIL: 441 €.

Zum Vergleich in der GKV + Zusatzschutz liegt der EIGENANTEIL GKV bei 146 € (Zusatzvers.) und 470 € = 616 €.

Bei anderen Tarifen und anderen Gesellschaften kann die Rechnung anders aussehen. Gerade wenn der Schutz in der PKV nicht so leistungsfähig ist oder Sie dabei Leistungen nicht mehr brauchen, ändert sich diese Betrachtung etwas. Daher muss und sollte es individuell geprüft und berechnet werden.

Mit einer Anpassung des Tarifes, der Selbstbeteiligung oder anderer Tarifwechsel lassen sich die Optionen ausloten und gemeinsam mit Ihrem Berater entscheiden was passieren kann und soll.

Umstellung auf Jährliche Zahlweise und Vorauszahlung

Auch die Umstellung der Zahlweise kann eine Möglichkeit der Ersparnis sein. Einige Unternehmen geben einen Rabatt bei jährlicher Zahlweise. Hier einige Beispiele:

ARAG, BARMENIA, NÜRNBERGER KV = 4% Nachlass

CONCORDIA, HALLESCHE, HANSE MERKUR, MÜNCHENER VEREIN = 3% Nachlass

AXA = 2% Nachlass

SDK, SIGNAL = 1% Nachlass

RuV = 0,5% Nachlass

KEIN NACHLASS geben derzeit: ALLIANZ. ALTE OLDENBURGER, BBKK, UKV, Debeka, DKV, LKH, UNIVERSA

Dazu lesen Sie bitte auch meinen Artikel zur VORAUSZAHLUNG und Steuerersparnis.

Beitragsanpassung in der PKV – und das sollten Sie lassen

Egal was Ihnen ein Berater rät. Niemals sollten Sie voreilig kündigen, voreilig wechseln oder andere Handlungen überstürzt vornehmen.

Auch ein Tarifwechsel hat eben nicht nur Vorteile. Bedenken Sie bitte bei dem Wechsel innerhalb der Gesellschaft auch die Faktoren wie:

  • – wann war die letzte Anpassung im Zieltarif?

  • – welche Leistungen geben Sie auf?

  • – wie verändert sich die Selbstbeteiligung?

  • – was sind die vordergründigen Wechselmotive?

Bedenken Sie bitte auch, dass Sie bei einem Tarifwechsel nicht ohne Weiteres in den Tarif zurückkommen. Leistungen auf die Sie heute verzichten, lassen sich nicht ohne Gesundheitsprüfung wieder einschließen.

Bevor Sie kündigen und neu Abschließen

Auch eine Kündigung und ein neuer Abschluss kann sinnvoll und richtig sein, ist es aber in den meisten Fällen nicht. Auch hier gilt zunächst zu prüfen, ob und wie der neue Tarif die Leistungen und Wünsche abdeckt, welche HEUTE bestehen.

Je nach Tarifgeneration lassen sich die Übertragungswerte mitnehmen und somit auch Altersarückstellungen „retten“. Damit dieses etwas deutlicher wird. Bei einem 43jährigen Kunden, welcher 3 Jahre versichert war in einem TOP Tarif, wurden laut Bescheinigung der Übertragungswerte knapp 10.000 € angesammelt.

Bei dem Wechsel zu einer anderen Gesellschaft sehen Sie im folgenden Screenshot die Beiträge MIT und OHNE Anrechnung der Übertragungswerte. Die Tarife sind nicht in allen Punkten vergleichbar und der Zieltarif bietet weniger Leistungen in Teilbereichen.BBKK Angebot mit Übertragungswert

In unserem Beispiel führen die mitgebrachten Übertragsungwerte von knapp 10.000 € somit zu einer monatlichen Beitragssenkung von 40 €.

Die Übertragungswerte welche Sie angesammelt haben sind abhängig vom Alter und der Laufzeit, ebenso wie von dem Alter bei Abschluss.

Bevor Sie also etwas unternehmen, wenden Sie sich an Ihren Berater und überlegen gemeinsam was der passende Weg ist. Ob ein Tarifwechsel, erstmal alles so lassen oder ein Gesellschaftswechsel, eines haben alle Modelle gemeinsam.

INFORMIERT entscheidet es sich besser.

31.
Oktober '20

Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung – wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt…


Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung? Eigentlich sollten wir diese doch Beitragserhöhungen nennen, sagte mir die Tage jemand in einer Beratung. Und ja, oft oder meist ist eine Anpassung eine Erhöhung der Beiträge, auch wenn es Beitragssenkungen in der Krankenversicherung ebenso gab und gibt.

Natürlich bekommt niemand gern Post a la „Sie müssen mehr zahlen“. Ich möchte aber- auch wenn meine Beratung bei einigen Kunden Jahrzehnte zurück liegt- heute einmal das „erklärende Einhorn“ spielen. (Was es mit dem Einhorn auf sich hat, dazu in einem anderen Beitrag einmal mehr.)

Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung – welche Gründe haben diese?

Zunächst einmal gibt es nicht den einen Grund. In meinem Beitrag zu den Beitragsanpassungen der Debeka und dem wenig seriösen Angebot der AXA habe ich bereits einige Erklärungen gegeben. Ich möchte das aber durchaus nutzen, um das Thema Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung hier weiter auszuführen.

Gesundheit kostet Geld und gerade in den heutigen Zeiten sehen wir auch, was uns als Gesellschaft ein stabiles und gutes Gesundheitssystem wert sein sollte und wert ist. Wir haben Menschen, die viel Zeit, Herzblut und Leidenschaft in die Tätigkeit im Gesundheitswesen stecken. Geht es um die Frage der fairen Bezahlung dieser Menschen, denn diese sorgen für eine hochwertige Versorgung, dann rufen alle: „Ja klar!“. Das hat aber auch mit steigenden Kosten zu tun. Auch das medizinische Personal möchte mehr in der Tasche haben für Ihren aufwändigen Job als das Klatschen vom Balkon aus. Wenn wir alle gemeinsam, also Personal in wichtiger Infrastruktur (bei aller Kritik an Geldverschwendung und Ineffizienz in einigen Bereichen) vernünftig entlohnen wollen, dann steigen damit unsere aller Beiträge. Das trifft auf GKV und PKV zu.

„Ich will medizinisches Personal und Pflegeberufe gut bezahlt haben… solange ich es nicht zahlen muss.“

…ist leider eine oft auftretende Meinung und das kann es eben gerade nicht sein. Es sind natürlich Kosten, die anfallen und Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung sind nicht vermeidbar und sogar wichtig und sinnvoll. Schauen wir uns einmal in unseren Nachbarländern um, dann sehen wir schnell wie wir es eigentlich nicht wollen: Die oft gelobten nordischen Länder sind nur solange hochgelobt, bis man krank ist.“ Sprechen sie einmal mit Menschen, die beide Systeme kennen und das nicht nur von einem Schnupfe! Diese hochwertige Gesundheitsvorsorge kostet Geld, viel Geld. Auch wenn wir als Gesellschaft oft und gern jammern und ich jeden sehr gut verstehen kann, der nicht (noch) mehr zahlen möchte, so werden wir auch langfristig in keinem System um steigende Gesundheitskosten herum kommen.

In vielen Beratungen habe ich schon einmal die Zahl „25 Prozent“ in den Raum geworfen. Das wird langfristig, meines Erachtens, der Wert sein (gerechnet vom Brutto), den jeder einzelne irgendwie für seie Gesundheit aufwenden muss. Dabei spielt das System: „GKV“ oder „PKV“ noch gar keine Rolle, es geht um eine generelle Entwicklung.

Wir als Gesellschaft können kaum auf der einen Seite faire Bezahlung und passende Versorgung nach Vollkaskomentalität erwarten, dafür aber Beitragsaufwendungen, wie für eine Minimalversorgung zahlen. Faire Bezahlung der Angestellten und Krankenhäuser kann eben nicht billig sein. Billig ungleich gut!

Das sehen wir auch in anderen Bereichen: „Qualität hat ihren Preis“, diese Aussage klingt vielen noch von den Großeltern in den Ohren und diese sehen wir auch in anderen Lebensbereichen. Doch genug der allgemeinen Zahlen, schauen wir uns die Beiträge einmal genauer an und betrachten die Gründe dieser Entwicklung:

Beitragsanpassungen in der gesetzlichen Krankenversicherung – wie wird hier angepasst?

In der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) sieht die Anpassung ganz anders aus und ist nicht mit der Privaten Krankenversicherung vergleichbar. Zumindest nicht von den Verfahrensweisen. Um die Kosten in der GKV zu senken und/ oder mehr Geld in das (umlagefinanzierte) System zu bringen, hat der Staat mehrere Möglichkeiten:

Steuerzuschüsse zur GKV erhöhen

Durch zusätzliche Mittel aus Steuereinnahmen fließen hier mehr Geld in den „Topf“ der gesetzliche Krankenkassen. Das ist nicht nur aktuell in der Pandemie so, auch sonst werden hier die Kosten teilweise auch aus Steuermitteln (mit-)finanziert. Eine solche Finanzspitze gibt es in der PKV so nicht.

Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung- Erhöhung der Zusatzbeiträge der Kassen (GKV)

Anders als der Beitragssatz, der ist aktuell bei einem Wert von 14,6% des Bruttoeinkommens festgeschrieben, gibt es in der GKV einen kassenabhängigen Zusatzbeitrag. Dieser wird, je nach Krankenkasse, erhoben und mittlerweile auch wieder anteilig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert.

Kommt eine Kasse mit dem Geld nicht hin, so muss der Zusatzbeitrag angepasst werden. Das passiert zum Januar, wie üblich, bei einigen Kassen. Dadurch steigt auch der sogenannte durchschnittliche Zusatzbeitrag an. Im Januar 2021 von 1,1 auf 1,3%. Für die Privatversicherten hat das auch eine Auswirkung, denn mit Anstieg des GKV Zusatzbeitrages steigt auch der Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung an, denn die Arbeitgeber müssen auch hier das zahlen, was diese an einen gesetzlich versicherten Arbeitnehmer zahlen würden. Genaue Zahlen zum Arbeitgeberzuschuss sind schon seit längerem bekannt und bei mir im Blog im folgenden Beitrag seit Anfang September zu lesen:

Rechengrößen zur Sozialversicherung 2021, neuer Arbeitgeberzuschuss 2021 und neue Jahresarbeitentgeltgrenze 2021 (vorläufig)

Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze der GKV – auch das sind Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung

Die dritte Option im System der gesetzlichen Kassen liegt in der Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze. Diese Zahl beschreibt, bis zu welchem Einkommen Beiträge gezahlt werden müssen. Lag diese im Jahr 2020 bei 4.687,50 €, so steigt diese auf einen Betrag von 4.837,50 € in 2021.

Auf 150 € mehr Ihres Einkommens müssen somit Menschen, die an der Grenze verdienen, nun zusätzlich Beiträge in die gesetzliche Krankenkasse zahlen. Schauen wir uns das in der Gesamtbeitragsbelastung einmal genauer an:

Der HÖCHSTBEITRAG für einen gesetzlich versicherten Arbeitnehmer in 2020 berechnete sich wie folgt:

4.687,50 € (BBG) * (14,6% GKV + 1,1% Zusatzbeitrag + 3,3% Pflege ohne Kind)

= 890,62 €

ab 2021 ändern sich die ROT markierten Werte

4.837,50 € (BBG) * (14,6% GKV + 1,3% Zusatzbeitrag + 3,3% Pflege ohne Kind)

= 928,80 € (+38,18 €)

Dabei sprechen wir weiter über den reinen GKV-Beitrag. Haben Sie hierzu Zusatzschutz für Bereiche wie Sehhilfen; Hörgeräte; Zahnleistungen; stationäre Ergänzungen (Zweibettzimmer, Privatarzt); Krankentagegeld (was in der GKV für Menschen über BBG zu niedrig ist), dann sind diese dazu zu rechnen.

Ein Arbeitnehmer mit entsprechenden Zusatzversicherungen und Höchstbeitrag in der GKV hat einen Gesamtbeitrag von deutlich über 1.000 €. Davon zahlt der Arbeitgeber die Hälfte des GKV Beitrages, die Hälfte des Zusatzbeitrages, einen Teil der Pflegeversicherung (den Kinderanteil zahlt nur der Arbeitnehmer) und nichts zur Zusatzversicherung.

In unserem Fall – und bei Zusatzversicherungen von vereinfacht 100 € Monatsbeitrag, entfallen auf den Arbeitnehmer folgende Zahlungen:

in 2020: Krankenversicherung 439,45 € + 11,72 € (Pflege-Extrabeitrag) + 100 € Zusatzversicherungen

= 551,17 €

In 2021 ändern sich die Zahlen durch die rot markierten Werte.

in 2021: Krankenversicherung 458,35 € + 12,09 € (Pflege-Extrabeitrag) + 100 € Zusatzversicherungen

= 570,44 €

Steuerliche Aspekte lasse ich hier bewusst unberücksichtigt, da diese sehr individuell sind. Auch in der PKV berücksichtigen wir diese so nicht. Auch Beitragsrückerstattungen in der Privaten Krankenversicherung werde ich hier nicht heranziehen, diese können sich jederzeit ändern..

GKV: Änderung von Leistungen, Erhöhung von Eigenanteile = Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung

In den letzten Jahren- und Jahrzehnten haben sich die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen verändert. Der Gesetzgeber hat Budgetierungen eingeführt, hat Leistungen verändert und gekürzt, Zahnersatz gestrichen oder Brillen und Sehilfen nun nicht mehr bezahlt. Auch Eigenanteile, wie die Zuzahlung bei Medikamenten oder Krankenhausaufenthalten, ist eine Stellschraube um die Kosten zu drücken. Diese Optionen hat die PKV so nicht. Die Leistungen dort sind garantiert, es sei denn Sie ändern proaktiv Ihren Tarif.

Doch, wie bereits mehrfach geschrieben, ändern sich auch die Rahmenbedingungen der Privaten Krankenversicherung und auch hier steigen die Belastungen. Daher schauen wir uns nun einmal die Möglichkeiten und Varianten an, wie sich hier Beiträge entwicklen oder wovon diese beeinflusst werden können:

steigende Ausgaben in der PKV = Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung (PKV)

Dieser Teil ist in der Praxis gar nicht so riesig, wie immer vermutet. Natürlich steigen die Kosten für Arzthonorare, Kosten für Krankenhausbehandlungen und andere Ausgaben der Versicherer weiter an und müssen kompensiert werden. Diese Kostensteigerung ist, je nach Tarif und Versicherer, unterschiedlich, denn auch die Leistungen sind anders.

Haben wir einen „TopTarif“ mit vielen Leistungen, so können auch viele Leistungen teurer werden und die Kosten hier weiter ansteigen. Hat ein Tarif zum Beispiel einhundert Leistungsbestandteile und es werden davon neunzig teurer, dann ist der Anstieg allein rechnerisch schon größer. Ein Tarif mit „nur“ siebzig Leistungen von einhundert möglichen, kann auch nur in den 70 teurer werden.

wir leben länger… JUHU… oder doch nicht?

Natürlich freuen wir uns alle darüber, wenn die Großmutter mit 80, 90 oder sogar 100 Jahren noch lebt. Diese kann Ihre Enkelkinder oder meist schon Urenkel aufwachsen sehen, ist mehr oder weniger fit und erfreut sich des Lebens. Das ist die sehr positive Seite von Medizin und Entwicklung. Aber – so realistisch müssen wir sein – es gibt auch eine negative.

Je länger wir leben, je länger verursachen wir Kosten. Das ist nun eben so. Wer nicht nur 80, sondern 90 wird, der braucht natürlich auch von 80 bis 90 medizinische Leistungen. Diese sind meist deutlich höher im Vergleich zu den Vorjahren. Damit meine ich nicht nur die Kosten in Pflegeeinrichtungen oder bei der Hilfe im Alltag, sondern auch Kosten für Medikamente und Unterstützungen im täglichen Leben.

Ich bin topfit

sagen viele ältere Leute heute. Ich ergänze dann

„weil Sie medizinisch gut versorgt sind.“

Eine solche umfangreiche Medizin ermöglicht uns erst ein langes oder längeres Leben. Überlegen Sie eimal wie das in Ihrer Kindheit war. Wie alt sind Ihre Großeltern oder Urgroßeltern geworden und wie alt sind vielleicht Ihre Eltern heute?

Was passierte vor Jahrzehnten mit einem Patienten, der einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatte, was machen wir heute in der Medizin alles möglich? Ich möchte gar nicht von ethischen Fragen anfangen, wie weit Medizin gehen sollte, das ist ein ganz anderes Thema. Klar ist aber:

Medizin kostet Geld. Jeder Tag länger leben kostet Geld.

Das trifft dann auch, oder gerade, die Private Krankenversicherung. Steigt also die Lebenserwartung der Menschen statistisch an, so MUSS der private Krankenversicherer dafür sorgen, dass am ENDE DES LEBENS GENUG GELD DA IST. Also muss jedes Jahr längeres Leben finanziert werden.

In der GKV verlagern wir das Problem des langen Lebens an das Ende und denken uns: „sollen sich unsere Kinder später darum kümmern“, in der PKV machen wir das nicht, da dürfen die Versicherer es auch nicht.

sinkende Zinsen = Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung (PKV)

Das aktuell aber größte Thema bei Anpassungen in der Privaten Krankenversicherung ist gar nicht die Kostensteigerung oder das „lange Leben“. Das aktuelle Thema ist die Phase der Niedrigzinsen.

Stellen wir uns vor, wir brauchen in 35 Jahren (also ein heute 32jähriger) einen Betrag von 200.000 € um die Kosten seiner/ Ihrer Gesundheitsvorsorge bis zum Lebensende aufrecht zu erhalten. Was glauben Sie, müssen Sie dafür monatlich bei einem Zins von 3,5%, 3%, 2%, 1,5% oder 1% anlegen? Also wie verändert sich der Monatsbeitrag bei sinkenden Zinsen, wenn am Ende gleich viel Geld „rauskommen“ soll.

Die Lösung. Um 200.000 € in 35 Jahren zu haben, braucht es (mit Zinseszinsen) bei:

3,5% einen monatlichen Betrag von ca. 245 € bei

3,0% braucht es da schon 271 €

bei 2% schon 329 €

bei 1,5% ca. 362 €

und wenn ich nur noch 1% erreiche, dann: 397 €

Das heißt in unserem Beispiel. Würde ein Versicherer statt 3% nun nur noch 2% Zins erreichen können, dann braucht es hier eine monatliche Beitragssteigerung von 58 €, um nur diesen Verlust auszugleichen. Für 1% weniger Zinsen in der Anlage über einen Zeitraum von 35 Jahren braucht es also eine Beitragssteigerung von 21 Prozent!

Die Niedrigzinsphase geht an keinem Lebensbereich direkt oder indirekt vorbei, und es ist eben nicht der „böse Versicherer“ sondern die wirtschaftliche Lage insgesamt. Dazu kommt, einige Parteien sind nicht so böse, wenn man der PKV „schlimme Beitragserhöhungen“ in die Schuhe schieben kann.

Klar werden- und wurden hier auch Fehler gemacht und Tarife waren- und sind zu billig. Dennoch gibt viele Bausteine in dem Puzzle, welche die Versicherer lieber gestern als heute ändern würden, politisch aber nicht gemacht wurden und werden.

Das sehen wir in der Altersvorsorge und auch in der Krankenversicherung, dazu kommen strenge Regeln der Geldanlage. Klar soll das Geld sicher sein, aber viel Sicherheit ist auch wenig Rendite. Klar kann auf Ihrem Sparbuch das Geld (FAST) nicht weg sein, bringt aber eben auch nix. Legen Sie das Geld spekulativ(er) an, so sind auch 4 oder 5% keine Seltenheiten, aber eben auch hier steigt das Risiko. Der Gesetzgeber und die entsprechenden Verordnungen, schreiben hier aber den Versicherern vor, wie und wo diese anlegen dürfen. Das ist- bis zu einem gewissen Grad- auch gut so. So wird vermieden, dass hier Geld „verzockt wird“.

Übrigens: Steigen die (Anlage-)Zinsen wieder, das wird es auch wieder geben, dann profitieren auch die Versicherten davon. Gesetzlich garantiert wandern dann 90% der Überschüsse in die Rückstellungen und wirken somit beitragsmindernd oder stabilisierend.

Noch ergänzend als Beispiel: 

Hat ein Versicherer bisher mit einem Rechnungszins von 3,5% (in den alten Bixestarifen) oder 2,75% oder 2,5% in den Unisextarifen kalkuliert und senkt den Rechnungszins nun auf 2% ab, dann MUSS dieses zu höheren Beiträgen führen und macht den Tarif sicherer. Sie erinnern sich an meine Rechnung von eben?

Nur ein Prozent Senkung im Rechnungszins löst knapp 21% Anpassung aus. (BEISPIELHAFT) Wer als Versicherer später anpasst (weil er nicht darf, kann oder will und den Rechnungszins daher weiter „zu hoch“ lässt), der kann Glück haben, wenn die Zinsen schnell wieder steigen oder richtig auf die Nase fallen, wenn dem nicht so ist.

Klar haben Sie dann heute keine Beitragsanpassung und zahlen weniger, aber zukünftig wird es um so höher angepasst, denn auch Zinseszinsen müssen nun auch noch nachgeholt werden.

Welche Kosten kalkuliert der Versicherer?

Nehmen wir einen Versicherer mit blauem Logo. Dieser bekannte und leistungsfähige Versicherer geht in seiner Kalkulation davon aus, dass Menschen sogar über hundert Jahre alt werden und bis zu diesem Zeitpunkt auch genug Geld da sein muss. Sterben diese früher, war es vielleicht zu vorsichtig, aber „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“, Sie kennen das.

Nun unterstellen wir einen Versicherten, der mit 35 Jahren in die PKV wechselt. Im Schnitt über alle Versicherten geht unser Beispielversicherer hier davon aus, dass im Laufe des Lebens pro Kunde durchschnittlich 500.000 € Kosten zu erstatten sind. Interessant dazu auch meine Serie #WasKostetEigentlich.

–> Hier Beispiele zu der Frage „Was kostet eigentlich…“

500.000 € Kosten bis zum 100. Lebensjahr. Irgendwo muss das Geld ja herkommen.

Kostet also ein anderer Tarif mit „fast gleichen“ Leistungen deutlich weniger, dann haben wir hier zwei, drei Möglichkeiten:

  • – Versicherer ist „fies“ und hat sich Formulierungen in die Bedingungen geschrieben, welche ihm ermöglichen, nicht oder weniger zu leisten = gemein!
  • – Die Kunden bei diesem Versicherer werden nicht oder weniger krank = eher unwahrscheinlich!
  • – Der Versicherer rechnet mit höheren Zinsen = kann klappen, muss aber nicht!
  • – Der Versicherer glaubt an das frühe Ableben = kann klappen, aber eher unschön!

Jetzt haben Sie generell zwei Optionen: Geld sparen im Tarif und damit etwas höhere Lohnsteuer (siehe hier) zahlen. Dann sollten Sie aber ungeachtet dessen, selbst Geld zusätzlich zurücklegen. (Tipps und Hinweise für meine Kunden gern in einer direkten Beratung, das macht es sonst hier noch Seiten länger. Das kann, muss aber nicht, ein Beitragsentlastungsbaustein sein.

Zweite Option: Sie wählen einen Versicherer mit geringerem Rechnungszins und einer eher vorsichtigen Kalkulation und merken im Alter, zu vorsichtig gewesen zu sein. Ist jetzt nicht so schlecht!

KLAR IST: Nur weil Sie bei Unternehmen A oder B sind, werden Sie nicht mehr oder weniger krank. Stellschrauben sind also nur Leistungen, Bedingungen und/ oder Rückstellungen.

Wann darf denn der Versicherer überhaupt anpassen?

Zuerst einmal ist wichtig zu verstehen, wie Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung überhaupt zu Stande kommen. Dabei werden die Versicherungsleistungen (die ausgezahlt werden/wurden) mit denen verglichen, die kalkuliert werden. Dann ergibt sich hierdurch ein Unterschiedsbetrag. Unterscheidet sich dieser Betrag (auslösender Faktor) um 10 Prozent (wie der Gesetzgeber es regelt), dann muss der Versicherer anpassen. In neueren Verträgen ist die Grenze schon bei 5 Prozent um hier schneller reagieren zu können.

Erreicht aber ein Versicherer diesen auslösenden Faktor nicht, dann „schleppt er den Bedarf zur Anpassung“ über Jahre mit. Erst wenn dieser Faktor erreicht ist, erst dann darf der Versicherer die Beiträge erhöhen. Alles, was dann aber angesammelt wurde, in den letzten Jahren, MUSS JETZT mit angepasst werden.

Beispiel: Ein Tarif wurde zuletzt im Jahr 2015 angepasst. In 2016, 17, 18, 19 gab es keine Anpassung, da die 10% (oder 5% bei neueren Tarifen) nicht erreicht wurden. Nehmen wir weiter an, wir wären jeweils nur knapp unter dem Wert geblieben, also mal 9, mal 8 mal 6% die nötig waren, aber nicht angepasst werden durften.

Nun folgt in 2020 ein Überschreiten der Grenze und alles, was noch „offen an Anpassungen ist“ muss nachgeholt werden.

Mir persönlich wären andere Regelungen auch lieber. Also lieber jährlich 1, 2, 3, 4% Anpassung, statt 5 Jahre nichts und dann 17% wie bei der Debeka aktuell, oder 10- 14% bei anderen Unternehmen. Das möchte aber der Gesetzgeber so nicht, dann fehlen ja negative Schlagzeilen.

Nehmen wir also einen Kunden, der schon 6 Jahre bei „Unternehmen A“ ist. Angepasst wurde zuletzt vor fünf Jahren, dann fünf Jahre nicht, jetzt wieder mit 15%. Für diesen Kunden ist „alles gut“. Anpassung kam lange nicht, da wurden Beiträge gespart, jetzt kommt die (nachgeholte) Anpassung.

Für den zweiten Kunden, der gerade erst zum 01.01.2020 gewechselt ist, für den sieht es anders aus. Der ärgert sich über die Anpassung mehr, denn es ist „seine erste und gleich eine große“. In fünf Jahren sieht er das dann wieder anders.

Beitragsanpassungen kommen NIE ZUM PERFEKTEN Zeitraum, aber man muss sich überlegen, ob man lieber jetzt (wenn das Einkommen höher ist) investiert oder im Alter, mit kleinerer Rente/ kleinerem Einkommen, dann diese Fehler ausbügeln muss.

Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung – was sollten Sie tun?

Hatten Sie bei Abschluss Ihren Versicherer sorgfältig ausgesucht, sich bei der Auswahl Gedanken zu Zielen und Wüschen gemacht? Hatten Sie sich überlegt warum Ihnen diese oder jene Leistung wichtig oder weiter wichtig ist, dann lehnen Sie sich zurück, es gesteht hier wenig Handlungsbedarf.

Sie sind in einem Tarif der- auch nach einer Anpassung- die oben genannten Werte der gesetzlichen Krankenkasse zuzüglich einer Zusatzversicherung (ca. 570 € nach Arbeitgeberanteil), also ca. 970 €, nicht erreicht?

Dann würde ich den Tarif heute nicht ändern. Vorausgesetzt immer, man kann und will sich diese Leistung leisten. Es heißt ja nicht: „Nur weil es Luxusautos gibt, muss ich diese auch haben.“ Wenn mir aber meine Versorgung wichtig ist und genau solche Leistungen für eine optimale Versorgung ausgesucht waren, dann kosten diese eben auch entsprechend Geld.

Klar würde ich Ihnen jetzt gern raten: Specken Sie Ihren Tarif ab, erhöhen Sie die Selbstbeteiligung, die Sie vielleicht heute eh nicht brauchen oder ähnliches. Auch werden „windige Berater“ (Nepper, Schlepper, Bauernfänger – wie hier beschrieben) mit „wehenden Fahnen durch die Gegend laufen“, wie schlimm Versicherer A, B oder F seien. Na und?

Lassen Sie sich vorschreiben welches Auto, welches Haus oder sonstiges Sie haben? Wo Sie essen gehen sollten, weil es doch auch viel billiger geht?

Nochmals ganz deutlich: Gesundheit kostet Geld. Viel Geld. Was es Ihnen wert ist, muss jeder für sich allein entscheiden und überlegen. Auch muss jeder selbst ganz allein überlegen, welche Versorgung für die Kinder, die Familie insgesamt und für sich selbst die passende ist. Will ich das Geld lieber in einen hochwertigen Schutz investieren und Leistungen erstattet bekommen, oder zahle ich im Fall der Fälle einfach die Kosten selbst? Kann ich mir das zu dem Zeitpunkt dann (noch) leisten?

Beitragserhöhung in der PKV und Vorsicht vor den Neppern, Schleppern, Bauernfängern!

Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung – Schritt für Schritt

1.) Tun Sie NICHTS ÜBEREILTES und UNÜBERLEGTES

2.) Sie müssen jetzt und sofort gar nichts, warum auch. Tarifwechsel und Änderungen sind nicht an das Jahresende gebunden. Kündigen ist nur die letzte Option! Klar ist aber auch, wer seine Zeit beim damaligen Abschluss nicht sorgfältig genutzt hat und sich informierte, der kann und sollte das jetzt nachholen. Ob Sie danach wechseln, sich entschieden dort zu bleiben und mit mehr Wissen über den Tarif da zufrieden sind, oder ganz neu anfangen- Ihre Entscheidung!

3.) Änderungen von Komponenten zur Beitragsentlastung sind denkbar, aber auch hier nur, wenn man das Geld im Alter nicht braucht. Jetzt, mit höherem Einkommen, höherem Steuersatz Beträge zurück zu legen um diese dann im Alter zu haben, ist meist die bessere Wahl.

4.) Tarifänderungen sollten gut überlegt werden, denn: „Warum hatten Sie sich noch für genau diese Leistungen und Tarife entschieden?“

5.) Fragen Sie gern: Telefonisch, per Mail oder via Kontaktformular oder nutzen den LiveChat (der leidet zeitlich gerade etwas bei vielen anderen offenen Beratungen, sorry dafür). Dennoch versuche ich mir Zeit zu nehmen. Für jede und jeden einzelnen und beantworte Ihnen auch gern als (Nichtkunde) Ihre Fragen, soweit es zeitlich irgendwie einzurichten ist.

Das ich das, was ich tue, gern tue und viel Spaß daran habe, das lassen sie sich am besten von 149 Referenzen zu meiner Beratung erklären. Hier bewerten Kunden warum ich anders bin, ein Einhorn eben.

Sie sind bis hier mit dem Lesen gekommen? HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH. So- und genau so kenne ich das von vielen meiner Kunden. Manchmal ist es wichtig und richtig nach einem ersten Telefonat von etwas abzuraten, ganz gehen das eigene „Geschäft“, dafür aber ruhig und zufrieden abends eizuschlafen. Informieren in absoluter Detailtiefe, welche Ihnen eine fundierte Entscheidung ermöglicht und so eine Basis schafft, um sich ganz in Ruhe Gedanken zu machen. Es treibt Sie niemand, niemals!

Ihre Versicherer, egal ob Hallesche, Barmenia, Debeka, Axa, Hanse Merkur oder wo auch immer Sie aktuell versichert sind, werden Ihnen auch noch weitere Informationen zu der Anpassung liefern. Und nein, das ist kein „Schönreden“, das ist Realität und betrifft uns nun einmal alle.

Zu Beginn meiner Ausbildung waren vier, fünf, oder mehr Prozent für täglich verfügbare Geldanlagen noch möglich und Festgelder hatten acht und neun Prozent Rendite. Dafür waren Baufinanzierungen und Kredite teurer, es war eine andere Zeit. Aktuell ist es etwas anders und das Ansparen in Fonds und ähnlichem ist derzeit besser denn je. Aktienmärkte schwanken stark, bieten aber dafür auch Chancen. Und … die wirtschaftliche (Welt)-Situation ist aktuell gerade sowieso außergewöhnlich.

Daher… machen Sie ganz in Ruhe, wir bekommen das alle gemeinsam hin und … es wird auch wieder besser. Versprochen!

Wenn Sie am Ende etwas mehr Verständnis und Hintergrundwissen für Ihre Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung bekommen haben und auch andere von dem Wissen profitieren lassen wollen, teilen Sie den Artikel gern in (ihren) sozialen Netzwerken. Wissen ist Macht und Nichtwissen führt leider zu unüberlegten Handlungen oder zum Reinfall auf „Nepper, Schlepper und Bauernfänger„.

27.
Oktober '20

Debeka Beitragserhöhung und die Axa mit einem PKV Wechselangebot


Auch nach zwanzig Jahren in der PKV Beratung gibt es immer wieder etwas, wo ich nicht so recht weiß ob man lachen oder weinen soll. Wie jedes Jahr wird eine neue Sau durch das Dorf getrieben, die Beitragserhöhung, oder richtigerweise Beitragsanpassung in der Privaten Krankenversicherung. Diesmal besonders die Debeka Beitragserhöhung. Jeden Herbst auf ein Neues gibt es dann Gesellschaften und Berater, die noch schnell „etwas von dem Wechselkuchen“ abhaben wollen.

Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung sind nicht nur nötig und richtig, denn nur so lässt sich eine Leistungsfähigkeit erhalten. Klar ist es ärgerlich, wenn Sie nun ab dem Januar mehr Geld für Ihre Private Krankenversicherung zahlen müssen, aber (so gemein es klingen mag), es ist nun einmal so. Bereits am Beispiel der Anpassungen der AXA selbst vor einigen Jahren habe ich das genauer erklärt. (Lesen Sie gern hier nach, was es mit dem großen Beitragssprung der AXA damals auf sich hatte)

Debeka Beitragserhöhung – der Marktführer erhöht nun auch?

Dieses Jahr trifft es auch den Marktführer, welcher seine Beiträge anpassen wird und muss. Das ist nicht schlimm und es ist nötig, denn auch an großen Unternehmen gehen Entwicklungen wie Niedrigzinsphase und Kostensteigerungen nicht vorbei. Was es aber diesmal anders macht, es trifft den Streber aus der Klasse, den, den alle nicht mögen.

Warum? Die Debeka hat sich für einen Vertriebsweg der eigenen Vertreter entschieden und bekräftigt immer wieder, mit den unabhängigen Beratern am Markt auf Kriegsfuß zu stehen. Das zeigt sich manchmal auch in dem Verhalten, wenn man mauert und blockiert wo man kann. Aussagen wie: „Makler können uns ja gar nicht vermitteln und empfehlen uns deshalb nicht“ sind eben (generell) falsch. Solche Sprüche zeigen leider auch wenig von einem fairen Miteinander. Das ist aber ein anderes Thema.

In der Vergangenheit hat man schnell und oft mit erhobenem Zeigefinger auf die „anderen“ gezeigt. Dabei war man nicht überdrüssig zu erklären „wir können das alles besser, wir sind die großen, wir sind der Marktführer“. Damit hat sich nicht nur eine Gesellschaft, sondern auch ein Vorstand nicht unbedingt Freunde gemacht.

Debeka Beitragserhöhung – wie hoch wird denn angepasst?

Nun kommen dieses Jahr – was es nicht besser macht – die Mitbewerber und zeigen mit dem Finger auf die „böse“ Debeka. Der Marktführer in der PKV muss nun die Beiträge anpassen. Das ist nicht einen Deut besser, im Vergleich zu dem sonst so kritisierten Verhalten.

Bevor wir uns aber nun mit wilden Spekulationen beschäftigen, schauen wir uns einmal Zahlen an. Diese wurden mir freundlicherweise „über fünf Ecken“ zur Verfügung gestellt, sollten aber auch kein Geheimnis sein.

Angepasst werden Unisex und Bisex Tarife um Neugeschäft und auch im Bestand. Damit wir ein besseres Gefühl für die Höhen bekommen, hier einige Beispiele.

  • – Beamtentarife prozentual ca. 19% oder maximal 79 € (bei 100%)

  • – damit bei 50% Beihilfe LIMITIERUNG auf 39,50 €

Hier ein konkretes Anpassungsschreiben der Debeka aus einem Bestandstarif.

Debeka Anpassung 2021Neben den Beamtentarifen kommen auch in Tarifen für Angestellte und Selbstständige Anpassungen, wo auch hier Limitierungen greifen. Daher werden auch hier die 79 € als maximale Anpassung zu Buche schlagen.

  • – Normaltarife N / NC: Kinder und Jugendliche, Frauen und Männer +15% oder absolut 51 €

  • – Mediziner-Tarife Nmed ca. + 12% oder 42%

  • – Tarife NW Kinder, Frauen und Männer + 13% oder 45 €

  • – Beitragsentlastungstarife BM67 steigen um 19%

Das waren nur einige Auszüge und stellt keine vollständige Liste dar.

Debeka Beitragserhöhung – Erhöhung der Selbstbeteiligung und Senkung der Beitragsrückerstattung?

Zusätzlich zur Beitragserhöhung folgen eine Anpassung der Selbstbeteiligung in den Tarifen. So erhöhen sich die vertraglichen Eigenbeteiligungen von 640 € auf 660 € und von 1.250 € auf einen Betrag von 1.320 €.

Die bisher bei Leistungsfreiheit gewährte Beitragsrückerstattung sinkt zudem, wobei hier noch keine finalen Zahlen bekannt sind.

Der Rechnungszins sinkt auf einen Prozentsatz von 2,3% (laut interner Information an die Vertriebspartner). Die „Limitierungen erfolgen prozentual oder absolut – je nachdem, was günstiger für den Versicherten ist. Für Kinder, Jugendliche und Personen in Ausbildung (Ausnahme Tarife BC, BGA, WL und WLA) erfolgt keine Limitierung.

Debeka Beitragserhöhung – was tun?

Die wichtigste Regel: NICHTS ÜBERSTÜTZEN. Das galt schon immer und gilt gleichermaßen auch für diese Anpassung. Neben der Debeka finden auch Beitragsanpassungen in anderen Tarifen und bei anderen Gesellschaften statt. Es war und ist kein guter Rat, wenn der Berater nun an die Tür klopft um Ihnen schnell einen „viel beitragsstabileren Tarif“ zu verkaufen.

TARIFWECHSEL geht vor GESELLSCHAFTSWECHSEL

So gilt es zunächst einmal zu prüfen, wie sich die Bedürfnisse und Wünsche zu dem Versicherungsschutz geändert haben. Natürlich ist es denkbar, dass nach Jahren oder gar Jahrzehnten die Leistungskriterien andere sind. Eine Hilfestellung liefert Ihnen der Punkt „Auswahlkriterien“ hier auf meiner Seite. Natürlich sollten Schritte wie

+ die Erhöhung der Selbstbeteiligung

+ eine Reduzierung der Leistungen

+ Kündigen von Teiltarifen oder Beitragsentlastungsbausteinen

sehr genau überlegt werden. Oft gibt es keinen Weg zurück, zumindest nicht ohne eine neue Risikoprüfung, welche oft einen solchen Wechsel dann verhindert.

Auch hier möchte ich Sie auf andere, bereits erschienen, Blogbeiträge hinweisen. Auch wenn dieser Beitrag schon drei Jahre alt ist, es gilt weiterhin zu 100%.

Beitragserhöhung in der PKV und Vorsicht vor den Neppern, Schleppern, Bauernfängern!

Axa mit einem PKV Wechselangebot

Nachdem ist gerade geschrieben habe, es gilt vorrangig nicht die Gesellschaft zu wechseln, gibt es dann doch wieder einen der auf diesen Zug aufspringt. Die AXA präsentiert sich hier gegenüber einigen Vertriebspartnern als „der Retter in der Not“ und bietet einen AKTIONSANTRAG für PKV Wechsler an.

Nicht, dass die Wettbewerbsrichtlinien generell schon einen solchen Wechsel der PKV als unerwünscht darstellen, aber was stört es den, dem es einen Vorteil bringt. Dieser „Sonderantrag gilt unter besonderen Voraussetzungen. Da es ein „Aktionsantrag“ unter dem Label der DBV ist, dürfte die Zielgruppe klar sein. Die DBV sichert im Hause der AXA Krankenversicherung das Beamtengeschäft und ist auch hier vorrangig unterwegs. Bis zum 31.12.2020 bietet sich hier also eine sehr vereinfachte Gesundheitsprüfung an.

AXA DBV Aktionsantrag für PKW-Wechsler
Schauen wir aber erst einmal zu den Voraussetzungen, wer darf den Antrag denn überhaupt nutzen?

Voraussetzungen für den Aktionsantrag

Für die zu versichernden Personen wurde ab dem 01.01.2018 eine private Krankenversicherung beim Vorversicherer abgeschlossen.

Es besteht bei der Vorversicherung eine Vollkostenversicherung.

Beim Vorversicherer wurde im Vertrag keine Sondervereinbarung (Risikozuschlag, Leistungsausschluss oder Leistungseinschränkung) geschlossen.

Die genannten Voraussetzungen sind durch eine Policenkopie des Vorversicherung nachzuweisen.

Wer also heute einen Versicherungsschutz hat., welcher NACH dem 01.01.2018 beantragt wurde (nicht begann) und zudem ohne Risikozuschlag angenommen wurde, der kann sich mit nur drei Fragen bei der DBV versichern. Zielgruppe ist damit wohl klar.

DBV Aktionsantrag PKV 2020

Es geht also nur noch um stationäre Behandlungen welche geplant oder in der Zeit nach 20218 passiert sind und um Arzneimittel, welche länger als vier Wochen genommen wurden. Klar, HIV möchte man auch noch wissen.

Das war es aber dann auch schon. Leider befürchte ich, dass diese Masche auch hier funktioniert. Es wird mit wehenden Fahnen durch die Lande gezogen und es werden die gesunden Kunden abgeworben. Ja, abgeworben, denn anders kann man diese Masche kaum beschreiben.

Wer bei Beitragsanpassung kommt, geht bei Beitragsanpassung

Diese Aussage predige ich seit Jahren, interessiert aberhttps://www.online-pkv.de/6-0-Kontakt.html keinen Vorstand. Kommt jemand, weil der Berater diesem den alten Schutz schlecht redet und die Beitragsanpassung verteufelt, geht er auch wieder. Spätestens bei der nächsten eigenen Anpassung der AXA/ DBV sind diese Kunden schneller wieder weg und ziehen mit der Karawane weiter zum nächsten.

Natürlich hat die AXA/ DBV hier dann Ihre Neugeschäftszahlen einmal „aufgehübscht“ und kann mit Wachstum prahlen. Nachhaltig ist das meines Erachtens nicht.

Nun bin ich nicht primär in der Beratung von Beamten tätig, das können Kollegen wie der Thomas Schösser, Lars U. Harms oder Alexander Kuhlen besser und mit diesen kooperiere ich hier auch. Wenn Sie also konkrete Fragen haben oder überprüfen wollen ob solch ein Wechsel denn aus KUNDENSICHT passt, dann nutzen Sie gern den LiveChat oder das Kontaktformular. Dort können Sie gern weitere Fragen stellen oder sich eine kostenfreie Zweitmeinung einholen.

Alternativ schreiben Sie einfach eine

E-Mail zur Zweitmeinung Beitragsanpassung

Wichtig, auch wenn ich das bereits schrieb, LASSEN SIE SICH ZEIT. Überlegen Sie in Ruhe und treffen Sie keine übereilten Entscheidungen. Klar kann es sinnvoll sein einen Tarif oder eine Gesellschaft auch im Nachhinein zu wechseln. Gründe können der veränderte Bedarf sein, auch falsch oder unvollständig ausgefüllte Gesundheitsfragen machen oftmals Probleme und diese lassen sich so lösen. Klar muss aber auch sein, dieses „es wird teurer und dann wechsle ich eben“ ist weder gewünscht noch aus Kundensicht sinnvoll.