Artikel mit ‘Auswahl’ getagged

26.
Februar '15

Ich bin doch im Büro, was soll mir schon passieren? Irrtümer über die Berufsunfähigkeit


Wir machen zum Start einmal ein kleines Experiment. Denken Sie bitte einmal an das Wort „Berufsunfähigkeit“ und schließen kurz für einige Sekunden ihre Augen.

Wenn Sie die Augen wieder öffnen, welches Bild hatten sie geistig vor Augen, als sie an Berufsunfähigkeit gedacht haben? Den Dachdecker der vom Dach stürzt und danach nicht mehr arbeiten kann? Den Bäcker der aufgrund einer Allergie nicht mehr in die Backstube darf oder irgend einen anderen handwerklich, körperlich tätigen Beruf der plötzlich das nicht mehr tun kann, was bisher für sein monatliches Einkommen sorgte?

Oder haben Sie an Ingenieure, Büroangestellte, Steuerberater oder Ärzte gedacht? Leider wird Berufsunfähigkeit immer noch verbunden mit „ich trage meinen Kopf unter dem Arm“ und kann überhaupt nichts mehr machen weil ich nicht mehr laufen kann, der Rücken nicht mitspielt oder andere „sichtbare Körperteile“ beeinträchtigt sind. In der Praxis ist das leider eher der entgegengesetzte Fall, denn schon heute sind mehr als die ein Drittel der Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeit begründet in psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen und Beschwerden, Tendenz steigend.

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Es ist eben nicht mehr der Handwerker, welche plötzlich nicht mehr arbeiten kann und sein Einkommen verliert, ist der Büroangestellte der unter Stress, Druck vom Chef, Terminschwierigkeiten oder einfach nur zu viel Arbeit in der Wettbewerbsgesellschaft leidet. Aber natürlich ist man selber nie psychisch krank, es sind immer die Anderen, der Nachbar der nicht mehr mit seinem Leben klarkommt, der Kollege der an Depressionen leidet oder der gute Freund (mehr …)

28.
Januar '15

Sie müssen jetzt aber schnell… warum Eile der falsche Berater bei PKV und Berufsunfähigkeitsversicherung ist


„Aber Hr. Hennig, ich muss mich doch binnen zwei Wochen entscheiden, sagt meine Kasse/ mein Arbeitgeber.“

Für eine Wahl des passenden Gesundheitssystems, für eine ggf. lebenslange Entscheidung? Bitte nicht! Sie kaufen doch auch kein Haus binnen Tagen oder gehen mal schnell zum Altar, ok, manche Menschen machen das, der Regelfall ist es aber nicht. Eine so weitreichende Entscheidung über die eigene (finanzielle) Zukunft sollte keinesfalls in wenigen Tagen getroffen werden.

Aber der Berater sagt…

Egal welche Art von Berater, egal welcher Grund (Eintrittsalter, „ab morgen wird es teurer“, „morgen könnten Sie krank/ tot sein“) Ihnen genannt wird, der beste Rat den Sie sich in dieser Situation selbst geben können: „Werfen Sie ihn/ sie raus!“

Warum? Weil eine Entscheidung für die richtige Private Krankenversicherung oder die notwendige Absicherung bei Berufsunfähigkeit etwas ist, was Zeit braucht. Zeit in der Krankenversicherung Systeme, Unterscheide und Feinheiten zu erkennen und zu verstehen, Zeit in der Absicherung der Arbeitskraft dafür zu sorgen, das diese auch zahlt. Die beste „schnelle Absicherung“ nützt gar nix, wenn nachher die Leistungen nicht da sind oder nicht das absichern was eigentlich geplant war. Daher geht hier Sorgfalt vor Eile.

Natürlich könn(t)en Sie morgen vom Bus überfahren werden, sich ein Bein brechen oder heute Nacht ins Krankenhaus kommen, aber mal „Hand auf’s Herz“, das hatte auch gestern, letzte Woche oder letztes Jahr passieren können, oder?

Älter werden Sie jede Minute, Prämien in den Sparten der Personenversicherung sind vom Alter abhängig und bei den meisten Unternehmen ist es eh „egal“, denn das Eintrittsalter wird nach der Formel

„Abschlussjahr minus Geburtsjahr“

berechnet.

Das bedeutete wiederum auch, am 1. Januar sind Sie genau so alt, wie am 31.12.2015 und daher ist der Grund „Eile“ auch hier wieder ad absurdum geführt. Eine kleine Ausnahme ergibt sich hier bei einer rückdatierbaren Anwartschaft, die könnte tatsächlich noch das Alter 2014 retten, das ist aber ein anderes Thema und nicht generell gültig.

Wer weiss wie gesund Sie morgen sind…

Das stimmt natürlich. Niemand weiss was Ihnen morgen passiert, niemand weiss ob Sie nicht in der nächsten Minuten krank sind oder werden, aber niemand weiss auch, was in zwanzig Jahren ist. Daher ist eine angemessene Absicherung wichtig und richtig, aber das bedeutet aber nicht, das Erstbeste abzuschließen, denn eine schlechte Absicherung bewahrt Sie nicht vor dem Sozialamt, Ihre Hinterbliebenen nicht vor finanziellen Folgen und Ihnen, Ihnen bringt es ebenfalls nichts. (mehr …)

03.
April '14

Welche PKV ist gut, welche Gesellschaft soll ich wählen? – Der Weg zur passenden privaten Krankenversicherung (PKV)


Die Frage aus der Überschrift ist wohl die am häufigsten gestellte Frage auf dem Weg zur Privaten Krankenversicherung. Nicht nur Kunden stellen (sich) diese Frage regelmäßig, sondern auch bei Kollegen aus der Versicherungsbranche ist es keineswegs so, dass diese Frage einfach zu beantworten ist.

Anlass für diesen Beitrag ist daher auch eine Frage eines Kollegen in einem geschlossenen Maklerforum, welche ich zum Anlass nehmen möchte, den Weg in die private Krankenversicherung zu erklären und zu zeigen „so schwer ist es nicht, aber es macht Arbeit“, nicht nur für den Berater.

(…) ich beschäftige mich gerade mit dem Thema PKV, da ich aktuell noch gesetzlich versichert bin. Ich habe zwar einen Favoriten für mich, hätte aber gerne noch mehr Input, damit ich nicht einen Anbieter übersehe. Wo würdet Ihr euch aktuell versichern und ich welchem Tarif und warum würdet Ihr diesen Anbieter wählen.

PKV_GKV1

Der Ansatz sich bei Kollegen Hilfe zu holen ist nicht nur richtig, sondern wichtig. Nur mit ausreichender Information lässt sich eine solche Lebensentscheidung zur PKV beurteilen und nur so lassen sich die entsprechenden Fakten sammeln um fundiert eine Auswahl treffen zu können. Das gilt für jeden Kunden genau so und der Kollege ist in dem Fall nichts anderes als ein Kunde für den Versicherer. Daher schauen wir uns einmal die Hintergründe an und betrachten einige wichtige Fragen.

Ist das System überhaupt das richtige für mich?

Die Systeme der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) unterscheiden sich grundlegend. Daher ist es zunächst einmal wichtig die Unterschiede zu kennen und zu wissen, wo die entscheidenden Vor- und Nachteile eines jeden Systems liegen. Das bedeutet auch, das es erst einmal heißt: Lesen, Lesen, Lesen! Eine erste Lektüre findet sich dazu in meinem Leitfaden zur privaten Krankenversicherung.

Weiterhin sollten Sie alles, was Sie an Informationen finden, auch hinterfragen. So werden gesetzliche Kassen eher das „pro GKV und gegen PKV“ darstellen, private Versicherer werden versuchen das System PKV als das „beste und tollste“ hinzustellen. Daher heißt es nicht nur lesen, sondern auch verstehen und hinterfragen.

Dazu kommen noch viele Adresssammler im Internet. Adress… was? werden Sie vielleicht fragen. Nun, dabei handelt es sich um so „tolle“ Seiten, welche Ihnen versprechen ganz schnell einen Vergleich zur PKV zu erstellen und „die PKV schon ab 58 EUR anzubieten„.

Dazu sind noch Fragen zur Familienplanung, der beruflichen Zukunft und vielem mehr zu stellen und zu beantworten. Ich weiss, es ist extrem schwer heute vorherzusagen wie das eigenen Leben in X Jahren aussehen wird. Auch die Mythen „wenn einmal PKV dann immer PKV“ oder „meine Frau muss ich dann ja mit versichern, wenn sie mit den Kindern zu Hause bleibt“ sollten besprochen werden.

Schritt 1 also: Informieren über beide Systeme! Neutral und umfangreich!

Nimmt mich dann ein Versicherer (zu akzeptablen Konditionen) überhaupt?

Auch das ist eine Frage die vorab grob geklärt werden sollte. Weder Ihnen noch dem Berater bringt es etwas, Sie über Wochen zu beraten und sich in das Thema PKV zu knien (ja, es dauert Wochen) um das festzustellen das eine chronische Erkrankung vorliegt oder eine „Ablehnungsdiagnose“ gegen die generelle Aufnahme in die PKV spricht. Dann haben Sie sich zwar fachlich fit gemacht und können nun mehr als viele Berater, aber es nützt ihnen wenig. Daher machen Sie sich schon einmal Gedanken zu diesen Antragsfragen im Rahmen der Vorprüfung und schauen in der Tabelle einmal nach, wie lange die Unternehmen so zurück fragen.

Schritt 2 nun: Ärzte anfragen, Gedanken zu Gesundheitsfragen machen!

Die richtige Gesellschaft? 

Die private Krankenversicherung (PKV) existiert grundsätzlich in zwei Unternehmensformen. Da gibt es die so genannten Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG’s), also eine Art „Verein“ in dem Sie Mitglied sind, entstanden aus Zusammenschlüssen von vielen die sich gegen Gesundheitsrisiken absichern wollten, das schon vor mehr als 100 Jahren.

Die weitere Rechtsform ist die Aktiengesellschaft. Neuer als die VVaG’s und natürlich mit einem Aktionär versehen, der natürlich auch irgendwas von seinem „Investment“ haben will und sein Geld nicht nur aus Spaß dort investiert.

Aber: Keine der beiden Rechtsformen ist grundsätzlich besser oder schlechter, sondern es entscheiden die Gesamtumstände und viele weitere Faktoren. Versuchen Sie bitte auch nicht eine einzelne Kennzahl zu nehmen und von dieser auf das ganze Unternehmen zu schließen. Kennzahlen sind zum einen Momentaufnahmen und zum anderen bilden diese nur (mehr …)

05.
Februar '14

Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung- ist denn der Tarif XYZ und die Gesellschaft ABC gut für mich/ meinen Kunden „im allgemeinen“ gut?


Am Sonntagabend hatte ich es in einem kurzen Beitrag auf meiner Facebook Seite angekündigt und schon die  Vermutung geäußert, dass ich mir hiermit sicherlich nicht unbedingt Freunde unter „Kollegen“ mache. Dennoch werde ich ihn schreiben, dennoch werde ich ihn veröffentlichen und hoffe das es sowohl Kunden hilft als auch einige „Berater“ zum nach-/umdenken bringt.

In einer Diskussionsgruppe wurde am Sonntagabend eine Frage gestellt, die sich mit dem Thema private Krankenversicherung beschäftigte. Eine Frage die so  nicht nur von Kollegen gestellt wird, sondern die auch häufig von Interessenten und Versicherungsnehmern. Ich habe in den vergangenen Jahren schon öfter zur Auswahl von Tarifen der privaten Krankenversicherung und auch der Berufsunfähigkeitsversicherung geschrieben und eine Frage des Interessenten ob „sein Tarif gut oder schlecht sei“ ist auch mehr als verständlich.

Gibt es den „guten Tarif“?

Eine durchaus berechtigte Frage, denn natürlich möchte der Interessent vor Abschluss eines Vertrages zur Krankenversicherung, vor Abschluss seiner Altersvorsorge oder vor Abschluss der existenziell wichtigen Berufsunfähigkeitsversicherung sichergehen, dass er den bestmöglichen, guten Tarif gewählt hat. Vor diesem Dilemma stehen also nicht nur der Kunde, sondern natürlich auch der Berater. Oftmals macht sich dieser schon Gedanken oder hat aufgrund anderer Vorgaben bestimmte Tarife und Versicherer im Kopf.

Bei der weiteren Auswahl der entsprechenden Tarife oder vielleicht der Benutzung einer Analysesoftware kommen dann vielleicht doch noch einige Fragen und/oder Zweifel und man fragt dann einmal bei Kollegen nach. Es gab also eine kurze Information zum Alter des Interessenten und darüber hinaus zu dem Tarif welchen sich der Kollege überlegt hatte. Am Ende dieses Beitrages stand die Frage:

„Was spricht gegen den Tarif ABC? Leistungen sind ja wirklich gut und auch die Beitragsentwicklung kann sich sehen lassen… Zustimmung oder andere Vorschläge?“

Bei solchen Fragen frage ich mich besorgt wie jemand hierauf eine (auch nur halbwegs vernünftige?) Antwort erwarten kann. Eine solche Antwort ist unmöglich, selbst wenn die Kollegen durchaus gerne helfen und wir sicherlich oftmals untereinander Ratschläge und Tipps geben (können). Anders als bei einem starren Produkt wo ich vielleicht eine Wohnung mit X Quadratmeter, keinerlei Besonderheiten, keinerlei besondere Wertgegenstände und sonst irgendetwas habe und daher eine Frage nach der Hausratversicherung vielleicht noch beantworten kann (auch hier werden wir die spezialisierten Kollegen gleich sagen dass das nicht geht), so ist das speziell in der Personen-/Krankenversicherung einfach unmöglich.

Das ist in etwa so, als träfe ich Sie morgens auf dem Weg zur Arbeit und fragte nur so nebenher, ob denn das neue Automodell des Herstellers XY gut ist. Sie werden vielleicht ein „Fan“ des Herstellers sein, vielleicht sogar selber ein Fahrzeug der Marke fahren und mir begeistert von dem Modell erzählen und das Fahrzeug natürlich gut finden. Das mag auch durchaus so sein und sich anhand einiger technischer Daten und Fakten belegen lassen, dennoch ist die Antwort unsinnig. Nicht weil sie eine falsche Antwort gegeben haben, sondern weil die von mir gestellte Frage schlichtweg falsch war.

Wenn ich als zwanzigjähriger Single frage, dann ist ein tolles, sportliches Cabrio mit zwei Sitzen, einer tollen Lackierung mit Sportausstattung ein tolles und gutes Auto. Es hat ein Lenkrad, es Sitze, zudem einiges an Sicherheitsausstattung und bringt mich mit großer Wahrscheinlichkeit sicher von A nach B. Stelle ich die gleiche Frage als Familienvater mit zwei Kindern, so ist das Auto noch gut, für mich aber völlig ungeeignet.

Genau so ist es in der privaten Krankenversicherung oder bei der Absicherung gegen die finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit auch. Es gibt Tarife die sind grundsätzlich in Ordnung, in Ordnung deshalb weil der Versicherer sich vielleicht beim Schreiben der Bedingungen besondere Mühe gegeben hat, keine schwammigen Formulierungen oder unklaren Aussagen in den Bedingungen hat und der Tarif im Großen und Ganzen „ganz o.k.“ ist. Nehmen wir nun die gleiche Aussage einmal unter der Situation an, dass es sich um einen Beamten, oder jemanden der vielleicht einmal verbeamtet werden kann, handelt, so ist die Empfehlung für genau diesen Tarif (der eben noch „gut“ war) vollkommen unsinnig. Es ist vielleicht sogar eine der falschesten Empfehlungen die man dem Kunden geben kann.

Genauso ist auch eine Empfehlung an einen Kollegen für oder gegen einen Tarif schlichtweg unmöglich, wenn ich außer das Alter und die Beschäftigung im öffentlichen Dienst keine weiteren Informationen über den Kunden, seine Bedürfnisse, Auswahlkriterien und vieles mehr habe. Warum wohl dauert eine Beratung bzw. sogar das erste Gespräch zum Thema private Krankenversicherung mehr als 1 Stunde und macht es erforderlich eine Vielzahl an Kriterien zu besprechen, Eventualitäten zu beleuchten und gemeinsam anzuschauen welche Veränderungen in der Zukunft vielleicht schon heute planbar/vorhersehbar sind?

In welchem Tarif sind sie selbst versichert? (Link zum Blogbeitrag mit der Frage)

Auch diese Frage wird durchaus von Interessenten aufgestellt, vor dem Hintergrund „da wo der Berater versichert ist muss es ja gut sein“. Ich habe dazu schon einmal ausführlicher in einem Blogbeitrag etwas geschrieben und schon damals erklärt das die Antwort auf die Frage null Informationskraft hat.

Ob ich bei der Gesellschaft A, B oder C versichert bin und in welchen Tarif ich das bin ist doch für die Entscheidung und Auswahl ihres Tarifes völlig unwichtig. O.k., ich fahre privat einen BMW. Kaufen Sie sich jetzt auch einen? Kaufen Sie das Auto was ihr Autoverkäufer fährt? Kaufen Sie den Pullover welchen der Verkäufer im Kaufhaus trägt?

Natürlich sind diese Vergleiche bewusst überspitzt formuliert, sie sollen ihn aber zeigen dass es keinen allgemein gültigen guten oder schlechten Tarif gibt. Es gibt Tarife und Gesellschaften die in der Kombination auf den einen oder anderen Kunden mehr oder weniger passen. Ein Tarif der wenig Leistungen hat, dazu schwammige Formulierungen und vielleicht eine Gesellschaft die sich nicht unbedingt mit einer zügigen Leistungsabwicklung hervorgetan hat in der Vergangenheit, dafür aber ungemein ich ist, was ist das für ein Tarif? Ist der gut? Ist das schlecht?

Für viele wird genau dieser Tarif und genau diese Gesellschaft schlecht sein. Für jemanden der sich gar nicht versichern will weil er Millionen von Euro auf seinem Konto hat, eigentlich gar keine Versicherung will aber aufgrund der Versicherungspflicht ein haben muss, ist das vielleicht sogar ein Tarif der „gut ist“.

Vergessen Sie solche Fragen bitte jetzt!

Es gibt nicht die gute Gesellschaft, es gibt nicht den guten Tarif, es gibt nur das was auf sie persönlich passt und ihren individuellen Wunsch nach Absicherung deckt.

Die entscheidende Frage (und das gilt nicht nur für den Kunden sondern auch für den Berater) ist doch aber: wie finde ich gemeinsam genau diesen passenden Tarif?

Wenn jetzt hier einer Patentlösung erwarten, muss ich Sie leider schon wieder enttäuschen. Eine solche Lösung kann und wird es nicht geben. Es gibt aber durchaus Lösungsansätze und Wege wie man zu dem passenden Tarif kommt bzw. einen findet der die eigenen Ansprüche bestmöglich erfüllen kann. Nicht nur in der privaten Krankenversicherung, auch bei Fragen zur Altersvorsorge oder bei der Auswahl einer Unfallversicherung sollten Sie sich zunächst einmal darüber Gedanken machen, was genau sie (ver-) absichern möchten. Sie sollten sich anhand von Auswahlkriterien zur privaten Krankenversicherung oder zur Berufsunfähigkeitsversicherung anfordern auf die dort gestellten Fragen überlegen ist es mir wichtig das Leistung A, B und/oder C erfüllt sind oder kann ich mir einzelne Leistungen durchaus allein leisten? Ist es in der Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig das mein Produkt erweiterbar ist, dass Erhöhungen möglich sind oder dass es genau bis zum Rentenbeginn eine Rentenzahlung gibt? Oder habe ich vielleicht eigenes Vermögen mit dem ich einige Jahre überbrücken könnte?

Auch wenn Sie all diese Fragen vollständig beantwortet haben/so weit das überhaupt für Sie möglich ist, auch dann kaufen Sie mit einem Produkt immer noch viele, ganz viele Unbekannte mit. Wir wissen alle nicht was ihnen in den nächsten Jahren passiert, wie sich die Kosten entwickeln ob wir vielleicht in einigen Jahrzehnten plötzlich 150 Jahre alt werden oder ob sich viele andere Parameter (die wir nicht beeinflussen können) verändert werden?

Nur wenn Sie das verstehen und für sich begreifen und akzeptieren das es das hundertprozentige ideale Produkt nicht gibt, nur dann werden sie zu einer vernünftigen kommen und nur dann werden sie eine für sich akzeptable Lösung finden.

Denn selbst wenn wir unterstellen es gebe heute das ideale Produkt und sie machen sich Ewigkeiten Gedanken und schieben die Auswahl immer und immer wieder vor sich hin (weil sie keinen Fehler machen wollen), selbst wenn es dieses Produkt gäbe- wer sagt uns das es nicht morgen, nächstes Jahr oder in fünf Jahren ein Produkt gibt was (dann) viel besser passt.

Lesen, verstehen und eine begründete Auswahl treffen

Das genau sind die Kriterien und Schritte die gehen sollten, um ein entsprechendes Produkt zu finden. Beschäftigen sie sich mit Produkten, Aussagen in den Bedingungen, Leistungen und vor allem „nicht-Leistungen“ und setzen sich (auch wenn es vielleicht mühselig und Tod langweilig für sie klingt) mit den Versicherungsbedingungen auseinander. Ja, diese sind schwierig zu verstehen, ja diese sind nicht unbedingt die Lieblingslektüre und ja Versicherungen schreiben Bedingungen aus bestimmten Gründen.

Aber kaufen Sie bitte kein Produkt was sie nicht verstanden haben!

Und an die Kollegen Berater die gleiche Bitte: weder Sie, noch ich, noch irgendjemand anders aus unserer Branche kann alle Produkte und alle Bereiche gleichermaßen (gut) beherrschen. Gerade deshalb ist es wichtig sich untereinander auszutauschen und sich den Rat von Spezialisten und erfahrenen Kollegen einzuholen. Es ist im Übrigen (so finde ich zumindest) auch gar nicht schlimm, peinlich oder sonst etwas, wenn man offen zugibt etwas nicht zu wissen oder nicht auf allen Gebieten etwas zu wissen. Aber bitte haben Sie auch Verständnis dafür, dass ich (und sicherlich auch die meisten anderen Kollegen) zwar gern helfen, aber unmögliche Fragen auch nicht beantworten können (und ich für meinen Teil auch nicht wollen).

Machen Sie es doch wie viele meiner „enger bekannten“ Kollegen und ich. Das Geschäft und die Bereiche die sie nicht vollständig beherrschen geben Sie doch bitte einem ihrer Kollegen. Der Verzicht auf einen Antrag, einen Vertrag oder ein Geschäft und die Aussage gegenüber dem Kunden „wir machen das gemeinsam mit (m)einem Spezialisten oder erfahrenen Kollegen“, diese Aussage wird sie glaubwürdiger und ehrlicher erscheinen lassen als jede andere (und vielleicht falsche) Empfehlung. In diesem Sinne, weiterhin gute Geschäfte!

und hier noch ein kleiner Auszug aus der Diskussion mit einem interessanten Kommentar, den ich Ihnen nicht vorenthalten will… viel Spaß bei den „nicht überlebensfähigen Gymnasiasten“

FB

14.
Oktober '13

Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit- warum lieber heute als morgen sinnvoll ist


Es ist wie mit allen Themen in der Versicherungswelt, die Vorstellung einmal krank, körperlich eingeschränkt oder gar komplett außer Stande zu sein seinen Beruf auszuüben macht viele Menschen nicht nur Angst, sondern oder vielleicht gerade deshalb verdrängt man diese auch. So ist es leider immer noch so, dass die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit zwar (neben der Haftpflicht) die wichtigste Versicherung überhaupt ist, dennoch aber ein Großteil der Menschen immer noch keinen entsprechenden Versicherungsschutz hat.

Warum ist das so?

Das hat sicherlich mehrere Gründe. Zum einen will man sich über so ein „schlimmes“ Ereignis keine Gedanken machen und sich daher auch nicht vorstellen was alles passieren kann, auf der anderen Seite herrscht immer noch die Meinung vor „bis ich berufsunfähig bin muss ich ja meinen Kopf unter dem Arm tragen“. Gerade bei Menschen mit kaufmännischen Berufen herrscht diese Meinung immer noch vor, den schließlich könne man ja “ fast immer arbeiten“. Dass dem nicht so ist zeigen nicht nur Statistiken sondern auch die Erfahrungen bei uns hier im eigenen Kundenkreis. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit bis zur gesetzlichen Rente berufsunfähig zu werden, gar nicht so klein.

Berufsunfähigkeit bis zur Rente mit 65
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Was sind die Gründe für eine Berufsunfähigkeit?

Gründe sind jedoch sehr umfangreich, abhängig von der beruflichen Tätigkeit und verändern sich stetig. So haben in den letzten Jahren gerade die Erkrankungen des Rückens/der Wirbelsäule und alle Erkrankungen der Psyche zugenommen und führen immer öfter zu einer zeitweisen oder dauerhaften Berufsunfähigkeit. Dabei muss Berufsunfähigkeit eben nicht immer bedeuten, bis ans Lebensende (mehr …)