Artikel mit ‘Auslandsreisekranken’ getagged

16.
August '13

Reisewarnung für Ägypten – die Folgen für die Krankenversicherung (PKV oder auch den Auslandsreiseschutz)


Reisewarnung ÄgyptenEs besteht bereits eine Teilweisewarnung des Auswärtigen Amtes für Teile von Ägypten, welche auch Urlaubsgebiete umfasst. Nach Informationen von Spiegel Online wird diese Teilweisewarnung in einen vollständige Reisewarnung geändert, mehr Informationen dazu auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Eine solche Reisewarnung kann nicht nur die Urlaubs- oder geschäftliche Reise verhindern, sondern beeinflusst je nach vertraglichen Regelungen auch die private oder die Auslandsreisekrankenversicherung und den dort angebotenen Schutz.

Die privaten Krankenversicherer können das Risiko für Reisen in Länder mit kriegerischen Ereignissen nicht bzw. nur sehr schlecht kalkulieren und so folgen in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen hierzu entsprechende Beschränkungen.

Der Ausschluss für Leistungen als folge von Kriegsereignissen regeln die Versicherer unterschiedlich. So heisst es in den Versicherungsbedingungen der Alten Oldenburger Krankenversicherung dazu in §5 zunächst:

§ 5 Einschränkung der Leistungspflicht, (1) Keine Leistungspflicht besteht

a) für solche Krankheiten einschließlich ihrer Folgen sowie für Folgen von Unfällen und für Todesfälle, die durch Kriegsereignisse verursacht oder als Wehrdienstbeschädigung anerkannt und nicht ausdrücklich in den Versicherungsschutz eingeschlossen sind;

Doch bei dem generellen Ausschluss bleibt es nicht, denn dieser wird im weiteren Verlauf genauer bestimmt. Wer also in einem solchen Land gerade seinen Urlaub verbringt, der beachte bitte auch die weiteren Aussagen in den Bedingungen.

zu § 5 Abs. 1 a) MB/KK 2009, Sofern zum Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalles keine Kriegsereignisse mehr im Aufenthaltsland stattfinden, gewährt der Versicherer unter der Bedingung, dass für das Aufenthaltsland keine Reisewarnung durch das Auswärtige Amt besteht, Versicherungsschutz für Krankheiten und Unfälle, die mittelbar durch Kriegsereignisse verursacht werden.

Bis zur Erteilung einer Reisewarnung bestand also auch für die Kriegsereignisse Versicherungsschutz, dieses verändert sich aber mit der Veröffentlichung der Reisewarnung für das entsprechende Land. Für bereits dort angekommende Urlauber bedeutet dieses sich unmittelbar um die Ausreise zu kümmern und mit dem Versicherer zu sprechen. Wer sich noch in Deutschland befindet, der sollte die Reise nach Möglichkeit verschieben und das nicht nur im Sinne des Versicherungsschutzes.

Auch die Barmenia hat für einige Tarife solche Regelungen. In den TB/KK 11 heisst es dazu:

1a.1 Abweichend von Absatz 1. a) besteht bei Kriegsereignissen nur für solche Krankheiten und deren Folgen sowie für Folgen von Unfällen und für Todesfälle keine Leistungspflicht, die durch vorhersehbare Kriegsereignisse (z. B. durch Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes) verursacht worden sind. Wird die Reisewarnung erst während des Auslandsaufenthaltes ausgesprochen, besteht so lange Versicherungsschutz, bis eine Ausreise aus dem Kriegsgebiet möglich ist. Terroristische Anschläge und deren Folgen zählen nicht zu den Kriegsereignissen im Sinne des Absatz

Für Personen die bereits im entsprechenden Zielgebiet sind war eine solche Warnung nicht vorhersehbar, daher besteht auch hier weiter Versicherungsschutz, wer hingegen trotz Reisewarnung seinen Versicherungsschutz hier antritt, der ist von dem Ausschluss betroffen. Dennoch müssen auch Urlauber die sich in Ägypten aufhalten die Ausreisemöglichkeiten nutzen, denn sonst riskieren diese ihre Absicherung im Krankheitsfall.

Als drittes Beispiel noch eine Aussage der Halleschen Krankenversicherung, welche auch ganz klar auf die Reisewarnung abstellt und daran ihren Versicherungsschutz orientiert. So heisst es in den Bedingungen dazu:  Teil II, §5, Abs. 1 a,b

 „Leistungseinschränkung (…) gilt nicht, wenn a.) für das Aufenthaltsland keine Reisewarnung durch das auswärtige Amt besteht oder „… eine Reisewarnung erst während des Aufenthaltes ausgesprochen wurde und die Versicherte Person aus Gründen, die sie nicht zu vertreten hat, an der Ausreise gehindert war.“

Auch Versicherte in der beliebten Auslandsreisekrankenversicherung des ADAC haben eine entsprechende Regelung in den Versicherungsbedingungen. In dem §2 heisst es unter dem Punkt „Wann besteht kein Versicherungsschutz„:

d) für Krankheiten und deren Folgen, für Todesfälle und für Folgen von Unfällen, die  durch vorhersehbare Kriegsereignisse oder Unruhen oder durch die aktive Teilnahme  an Kriegsereignissen oder Unruhen verursacht und nicht ausdrücklich in den Versicherungsschutz eingeschlossen sind. Als vorhersehbar gelten Kriegsereignisse oder  innere Unruhen insbesondere dann, wenn das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland – vor Reisebeginn – für das jeweilige Land eine Reisewarnung ausspricht;

Auch hier ist demnach besondere Vorsicht geboten, denn wer jetzt trotz (Teil-)reisewarnung noch in die entsprechenden Länder und Gebiete reist, der hat keinerlei Versicherungsschutz für  dort auftretende Behandlungen.

Aktuelle Informationen zum Stand der Reisewarnung veröffentlicht das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite.

02.
April '13

Neue Auslandsreiseversicherung der Allianz Krankenversicherung nicht mehr nur für Allianz Kunden und mit Leistungsverbesserungen


Die Allianz Private Krankenversicherung führt aktuell ein neues Produkt in der Auslandsreisekrankenversicherung ein. Gegenüber den derzeitigen Produkten gibt es in verschiedenen Bereichen Leistungsverbesserungen. In Kürze sind die Verbesserungen und „Highlights“ der neuen Produkte wie folgt auszugsweise zusammen gefasst.

Kein Eintrittshöchstalter mehr (=altersunabhängige Versicherbarkeit).

Reisedauer nun maximal 8 Wochen (56 Tage).

In Produkten der Mitbewerber gilt hier meist eine Grenze von 42 Tagen, was den meisten Versicherten auch ausreichen sollte. Dennoch kann es bei bestimmten Aufenthalten sinnvoll sein, diese Frist zu verlängern. Ist eine Behandlung im Ausland erforderlich und die Rückreise aus medizinischen Gründen nicht möglich, so verlängert sich der Schutz. In den AVB heisst es dazu:

(2) Verlängerte Leistungspfl icht bei Behandlungen im Ausland

Wenn eine im Ausland begonnene Behandlung im Zeitpunkt des Ablaufs des Versicherungsschutzes fortgesetzt werden muss, leisten wir für entschädigungspflichtige Versicherungsfälle über die nach Absatz 1 vereinbarten 8 Wochen hinaus, solange die Rückreise aus medizinischen Gründen nicht möglich ist.

Auch eine Versorgung mit Hilfsmitteln (Ausnahme sind Sehhilfen und Hörgeräte) ist in den Bedingungen enthalten. Genau heisst es dazu in den Unterlagen:

(5) Aufwendungen für Hilfsmittel (ohne Sehhilfen und Hörgeräte)

Wir ersetzen 100 Prozent der Aufwendungen für Hilfsmittel – mit Ausnahme von Sehhilfen und von Hörgeräten –, wenn das Hilfsmittel ärztlich verordnet worden ist. Der Aufwendungsersatz setzt außerdem voraus, dass das Hilfsmittel während der versicherten Dauer der Auslandsreise der versicherten Person erstmals erforderlich wird.

Weitere Leistungen in den Verträgen

100%ige Erstattung für provisorischen Zahnersatz.

Erstattung der Kosten eines Rücktransports, wenn dieser medizinisch sinnvoll und vertretbar ist. Kostenübernahme für eine Begleitperson beim Rücktransport, wenn die Begleitperson ebenfalls mit der Leistung „Rücktransport aus dem Ausland“ bei uns versichert ist.

Dazu auch hier die Aussage aus den Bedingungen: (mehr …)

21.
März '13

Versicherungsschutz in der Auslandsreisekrankenversicherung bei bereits bestehenden Erkrankungen- Ein Urteil des OLG Köln, Az. 20 U 111/11


Die Auslandsreisekrankenversicherung wird nicht nur von den Versicherern selbst angeboten, auch gesetzliche Krankenkassen vermitteln einen solchen Schutz über Kooperationspartner, Kreditkartenunternehmen schließen Leistungen dafür in die „Versicherungspakete“ ein und viele der Auslandsreisenden haben einen solchen Schutz. Klar- denn die meisten Reisenden sind sich bewusst, das Gesundheitsrisiko im Ausland abdecken zu wollen und müssen.

Dabei besteht Versicherungsschutz immer nur dann, wenn die Erkrankung unerwartet und plötzlich auftritt. Beispielhaft dafür ein Blick in die Versicherungsbedingungen eines Anbieters, hier der ADAC Auslandsreisekrankenversicherung.

ADAC

Das ist durchaus verständlich, denn nur unerwartete und akute Erkrankungen lassen sich versicherungstechnisch sinnvoll erfassen und versichern. Wenn bereits Erkrankungen bestehen, so kann der Versicherer das Risiko hierfür nicht zu akzeptablen Prämien decken.

Mit einem solchen Fall hatte sich auch das OLG Köln zu beschäftigen. Hier ist zwar nicht bekannt um welchen Versicherer es sich dabei handelt, das ist aber für die weitere Betrachtung des Urteils auch nicht entscheidend.

Um was ging es in dem Urteil?

Die versicherte Ehefrau des Klägers befand sich 2008 in einer stationären Behandlung wegen eines Pleuraergusses, einer Ansammlung von Flüssigkeit im Brustraum. Dazu wurde die mitversicherte Dame bis zum 17. 07. 2008 stationär behandelt. Am 19. 07. 08, also nur zwei Tage später, reiste diese mit ihrem Mann zu Verwandten nach Spanien. Leider verschlechterte sich der Zustand bzw. trat neu auf und so wurde diese am 25. 07. 2008 notfallmäßig in ein spanisches Krankenhaus eingeliefert. (mehr …)

02.
Mai '12

Auslandsreisekrankenversicherung trotz PKV


Eine häufig gestellte Frage in der Beratung zur privaten Krankenversicherung betrifft die Frage nach dem Ende oder Weiterbestehen der Auslandsreisekrankenversicherung. Viele Interessenten haben auch schon vor dem Wechsel in die private Krankenversicherung einen solchen Schutz.

Sei es über Pakete bei der Buchung einer Urlaubsreise, oder aber bei der Kreditkarte oder sonstigen Anbietern wie dem ADAC. Dieser Schutz ersetzt nicht die Geltung der privaten Krankenversicherung außerhalb eines Urlaubs, jedoch deckt dieser die Kosten bei Behandlungen im Ausland in den ersten 42 Tagen (in der Regel) ab. Um genau „erkunden“, welcher Schutz enthalten ist, schauen wir uns einmal die Bedingungen eines Anbieters an. Als Beispiel dient der ADAC mit seiner Auslandsreisekrankenversicherung.

Mit einer Jahresprämie von 13,90 EUR (für Nichtmitglieder) oder 12,80 EUR (für Mitglieder des ADAC) ist diese vergleichsweise günstig. Angeboten werden 3 Varianten, wobei die Grundleistungen identisch sind. Wer mehr dazu erfahren möchte, hier der Link zur Produktübersicht auf der Seite des ADAC.

Der Versicherungsschutz ist zunächst einmal zeitlich begrenzt.

§ 5 Ab wann und wie lange haben Sie Versicherungsschutz?

1. Der Versicherungsschutz wird ab Grenzübertritt in das Ausland gewährt.

2. Der Versicherungsschutz besteht für die ersten 45 Tage einer jeden Auslandsreise während der Laufzeit der Versicherung, sofern der Versicherungsvertrag vor Grenzübertritt abgeschlossen wurde. Wurde der Versicherungsvertrag während der Auslandsreise abgeschlossen, besteht für diese Reise kein Versicherungsschutz.

3. Der Versicherungsschutz endet

a) mit Grenzübertritt nach Deutschland. Dies gilt auch, wenn die gesundheitliche Beeinträchtigung und die medizinische Behandlung in Deutschland fortdauern. Beim Krankenrücktransport und bei der Überführung Verstorbener endet der Versicherungsschutz mit dem Ende des Transportes in Deutschland.

Da der Schutz erst bei Grenzübertritt endet, besteht zum Beispiel bei einem Herzinfarkt in einem Flugzeug noch kein Versicherungsschutz. Kann der Patient nicht innerhalb der 45 Tage das Land verlassen, so verlängert sich der Schutz entsprechend bis zur Transportfähigkeit. Der Rücktransport ist jedoch ebenfalls an verschiedene Voraussetzungen geknüpft.

Wichtig ist hierbei noch die Anordnung des Transportes durch den ADAC. Zwar stimmt dieser sich mit dem behandelnden Arzt ab, jedoch entscheidet der Versicherer hier letztendlich über den Transport. Schaut man sich jedoch die Regelungen in anderen Tarifen der Privaten Krankenversicherung an, so können solche Formulierungen durchaus besser sein, da diese nicht von einer Anordnung durch den Versicherer abhängig gemacht werden können. So heißt es in den Bedingungen der Halleschen Krankenversicherung, Tarif NK:

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