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06.
September '18

Was kostet eigentlich? MRT zur Kontrolle oder Abklärung


In der Serie „Was kostet eigentlich“ habe ich in den letzten Wochen und Monaten immer einmal wieder einige Kosten herausgenommen und damit gezeigt, welche Kosten „mal schnell“ entstehen können.

In diesem Fall heute geht es um so genannte medizinisch technische Leistungen. Am Ende des Beitrages noch der Hinweis auf Kosten in den USA, wo auch eine ähnliche Untersuchung gemacht wurde, diese wird aber dort anders (pauschal) abgerechnet. Doch zurück zu der Untersuchung in Deutschland. Die Eckdaten hierzu.

Aufgrund von Rückenbeschwerden sollte abgeklärt werden, ob ernste Probleme mit den Bandscheiben oder der Wirbelsäule vorhanden sind. Dazu haben sich die Behandler für eine Untersuchung mit der „Magnetresonanztherapie“ entschieden. Eine Methode, wo mittels Magnetstrahlen die Wirbelsäule untersucht werden soll und damit Veränderungen an Knochen und-/ oder Weichteilen ersichtlich wird.

Eine solche Untersuchung dauert knapp 30 Minuten. Ein Kontrastmittel wurde hier nicht verwendet, da alle gewünschten Befunde so erhoben werden konnten. Dazu kommt noch eine Minderung der Kosten, dazu aber gleich mehr.

Schauen wir uns also die Rechnung von der Behandlung einmal genauer an. Los geht es auch hier wieder mit der Gebührenziffer 1, einer „Beratung auch telefonisch und die Aufklärung zur bevorstehenden Untersuchung.

Abgerechnet wurde hier der Regelhöchstsatz (was ist das eigentlich?) und damit keineswegs erhöhte Sätze. Diese Position beläuft sich dann auf die allseits bekannten 10,72 EUR.

Da auch der behandelnde Arzt hierzu informiert und befragt wurde, folgte die Ziffer 60, als Konsilium abgerechnet. Auch hier nur der Regelhöchstsatz mit 2,3fach und damit einem Betrag von 16.09 EUR.

Die beiden folgenden Ziffern, oder besser die drei, beschreiben die Kosten des MRT als eigentliche Untersuchung. Dabei fielen die Gebührenziffern 5705, 5733 und 5731 an. Bis auf den Zuschlag nach 5733 erfolgt hier die Steigerung mit dem maximal berechenbaren Satz, also dem 1,8fachen Satz. Diese Leistung gehört in den Abschnitt O, daher ist eine höhere Steigerung nicht möglich.

Dabei sind jedoch auch hier die Steigerungssätze unterschiedlich, denn der Zuschlag nach Ziffer 5731 ist nicht steigerungsfähig.

Wer sich das in der Gebührenordnung einmal ansehen möchte, der findet diese HIER als pdf.

Rechnen wir alle Positionen zusammen, so kommen wir auf einen Gesamtbetrag von 619,01 EUR. Dieser Betrag wäre auch zu zahlen, würden Sie in eine Praxis gehen und der Arzt berechnet diese Behandlung im Rahmen einer AMBULANTEN Untersuchung. Doch das war es hier nicht. Ich wurde stationär behandelt und damit von der Station direkt ins MRT gebracht. Da für solche stationären Patienten den (Mit-)Behandlern weniger Aufwand entsteht, werden die Kosten gemindert. Dabei gelten zwei unterschiedliche Minderungssätze.

25 oder 15% Minderung der Rechnung

Entscheidend bei der Frage ist, ob es sich um eine voll-, teil bzw. vor- und nachstationäre Leistung handelt. Dann werden diese Kosten

  • um 25% gemindert, wenn es sich um eine privatärztliche Leistung handelt (also die Leistung eines Wahlarztes, Oberarztes, des Chefarztes)
  • und um 15% gemindert, wenn es sich bei den Leistungen um, durch Belegärzte erbrachte Leistungen handelt
Grundlage hierfür ist der Paragraph 6a der GOÄ.

§ 6a Gebühren bei stationärer Behandlung

(1) Bei vollstationären, teilstationären sowie vor- und nachstationären privatärztlichen Leistungen sind die nach dieser Verordnung berechneten Gebühren einschließlich der darauf entfallenden Zuschläge um 25 von Hundert zu mindern. Abweichend davon beträgt die Minderung für Leistungen und Zuschläge nach Satz 1 von Belegärzten oder niedergelassenen anderen Ärzten 15 vom Hundert. Ausgenommen von der Minderungspflicht ist der Zuschlag nach Buchstabe J in Abschnitt B V des Gebührenverzeichnisses. [Anm. Buchstabe J ist die Zuschlag, Belegarzt-Visite, je Tag]
(2) Neben den nach Absatz 1 geminderten Gebühren darf der Arzt Kosten nicht berechnen; die §§ 7 bis 10 bleiben unberührt.
Die Tatsache der stationären Behandlung mindert hier also unsere Rechnung um 92,85 EUR und damit ist der

Endbetrag für die MRT Untersuchung 526,16 EUR

Hier zeigt sich schnell, auch mit vermeintlich kleinen Beschwerden, wie Rückenschmerzen und einer dann erforderlichen Untersuchung zur Abklärung von schlimmeren Erkrankungen und meist vor Einleitung der richtigen Behandlung entstehen nicht unerhebliche Kosten.
Auch das ist ein Grund, warum Versicherer bei bestehenden (und gerade wiederkehrenden) Rückenbeschwerden in der Vergangenheit selten ohne einen Risikozuschlag in den ersten Jahren auskommen.
Hier noch der Hinweis auf die Kosten im Ausland für eine CT Untersuchung.
03.
Juni '11

Krankenhaustagegeld zum Ausgleich der Kosten für Chefarzt und Zweibettzimmer?


In der Privaten Krankenversicherung (PKV) gibt es nicht nur große Unterschiede in scheinbar gleichwertigen Tarifen, sondern auch unzählige Kombinationsmöglichkeiten der verschiednen Zusatzbausteine. Neben dem üblicherweise nötigen Krankentaggeld, welches den Einkommensverlust ausgleicht, existiert noch ein anderer Baustein- das Krankenhaustagegeld.

Wann genau wird ein Krankenhaustagegeld (KHT) gezahlt?

Voraussetzung für die Zahlung ist ein stationärer Aufenthalt. Je nach Tarifbedingungen werden meist Aufnehme- und Entlassungstag als ein eigener Tag berechnet.

Wer entscheidet, welcher Betrag ausgezahlt wird??

Bei der Krankenhaustagegeldversicherung (KHT) ist ein fester Tagessatz versichert. Dieser ist bei Vertragsbeginn von dem Versicherten (fast) frei wählbar. Meist ist dieser Betrag in 5 oder 10 Euro Schritten staffelbar, damit eine optimale Anpassung an den Bedarf erreicht werden kann.

Abschließen können Sie den Tarif sowohl allein, als auch als Ergänzungsbaustein zu einer privaten Krankenversicherung oder einer Krankenzusatzversicherung. Damit ist die Nutzung dieses Tarifbausteines auch für gesetzlich krankenversicherte Kunden möglich.

Kann ich diesen Tarif zum Ausgleich der Kosten für ein Ein- oder Zweibettzimmer oder die Chefarztbehandlung wählen?

Einige Berater wollen Ihnen genau das verkaufen. Es wird häufig argumentiert, ein Tarif ohne Einbett-/ Zweibettzimmer und ohne stationäre Wahlleistungen sei ja viel günstiger und diese Mehrkosten gleichen Sie dann einfach durch ein Krankenhaustagegeld über 150 EUR aus. Berechtigt stellen Sie sich nun die Frage, ob das denn geht und warum die Gesellschaften denn dann speziell Tarife mit den Wahlleistungen anbieten.

Doch wie genau es mit der Abrechnung aussieht, schauen wir uns an einem typischen Krankenhausaufenthalt an. Bei der Aufnahme ohne eine Vereinbarung über so genannte Wahlleistungen (Chef-/ Privatarzt und ein Zimmer nach Wahl) werden die Kosten für den stationären Aufenthalt durch die so genannte DRG (Diagnostis Related Groups), also die Fallpauschalen abgerechnet. Nach Entlassung stellt das Krankenhaus anhand der Diagnose und eventueller Nebendiagnosen eine Rechnung. Diese Abrechnung enthält dann alle Kosten für Unterbringung, Verpflegung und Behandlung.

Entscheiden Sie sich aber für eine Wahlleistung, so bekommen Sie mehrere Rechnungen. Die erste ist eine pauschalisierte (DRG) Abrechnung, welche die Unterbringung, Verpflegung und Pflege des Patienten berücksichtigt. Eine weitere Abrechnung berücksichtigt das gewählte Ein- oder Zweibettzimmer. Hierfür sind pauschale Tagessätze vorhanden, die Ihnen bereits bei der Aufnahme bekannt sind. Bei einer Abrechnung im Einbettzimmer sind (je nach Krankenhaus) 100- 150 EUR, im Zweibettzimmer liegen die Kosten etwas niedriger. Eine vorgeschriebene und verbindliche Pauschale gibt es jedoch nicht. Das Deutsche Herzzentrum in Berlin berechnet im Einbettzimmer zum Beispiel 110 EUR, das Zweibettzimmer ist für die Hälfte zu bekommen.

Diese Mehrkosten können daher sehr gut durch eine Krankenhaustagegeldversicherung ausgeglichen werden.

Anders sieht es aber mit den Kosten für die Chef- oder Privatarztbehandlung aus. Die Kosten hierfür sind weder planbar, noch pauschal zu berücksichtigen. Anders als die Kosten für das Zimmer, entstehen die Arzthonorare nach dem Behandlungsaufwand. Der Arzt rechnet seine Leistungen gemäß den Vorgaben der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab und mindert diese um 25%. Diese Minderung erfolgt immer dann, wenn der Arzt während eines stationären Aufenthaltes behandelt.

Da aber vorher nicht klar sein kann, was behandelt werden muss oder welche Untersuchungen im Einzelnen durchgeführt werden, ist es auch nicht möglich diese Kosten mit einem Krankenhaustagegeld auszugleichen. Wie hoch sollte dieses sein? 100, 200 oder gar 500 EUR pro Tag? Wird nur behandelt oder sind Operationen und aufwendige Diagnostik nötig?

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In dem Beispiel dieser Rechnung ist die die Einzelaufstellung sehr gut zu erkennen. Jede Visite und jede Spritze ist eine Einzelleistung. Gerade bei umfangreicher Diagnostik und Behandlung kommen hier beachtliche Kosten zusammen. Einen Ausgleich, aus einer pauschalen Zahlung von zum Bsp. 100 EUR Krankenhaustagegeld, ist hier nicht möglich.

Was muss ich im Krankenhaus beachten?

Haben Sie einen Versicherungsschutz ohne Wahlleistungen für die privatärztliche Behandlung abgeschlossen, so sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit eine solche Leistung auch nicht in Anspruch nehmen. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn es eine verbindliche Vereinbarung über die Höhe der geplanten Behandlung gibt. In allen anderen Fällen müssen Sie entweder genügend eigenes Vermögen vorhalten, oder auf eine verbesserte Behandlung verzichten.

Daher wählen Sie Ihren Tarif stets so aus, das die Auswahlkriterien zum eigenen Bedarf passen. Dann vermeiden Sie aus böse Überraschungen bei der Krankenhausrechnung und fallen nicht auf Berateraussagen herein.