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10.
Juni '11

Optionstarife, Anwartschaften und wie man sich sonst die Möglichkeit der PKV sichern kann


Der Eine oder Andere würde gern die Gesetzliche Krankenkasse (GKV) verlassen. Nicht erst seitdem die erste (City BKK), nun vielleicht auch die zweite Kasse (BKK für Heilberufe) insolvent ist, machen sich mehr und mehr Versicherte Gedanken über die Zukunft ihres Krankenversicherungsschutzes.

Doch gerade Berufseinsteiger können noch nicht wechseln. Anders als in anderen Berufen, wo dieses wegen Unterschreiten der Jahresarbeitentgeltgrente (JAEG) auch dauerhaft nicht möglich ist, haben Studierende oftmals nach einigen Jahren die nötige Grenze (in 2011 von 49.500 EUR) erreicht.

Doch was, wenn sich bis dahin der Gesundheitszustand verschlechtert hat? Auch eine kurzfristig in Anspruch genommene Psychotherapie verbaut den Weg in die Private Krankenversicherung (PKV) oft für Jahre. Gerade in stressigen Prüfungssituationen nehmen jedoch Studenten eine solche Beratung von Psychologen oder Therapeuten gern in Anspruch. Kaum jemand macht sich Gedanken über die Folgen. Nicht nur die PKV wird für einige Jahre unmöglich, auch Berufsunfähigkeitsversicherer haben ein Problem damit und verweigern den nötigen Schutz.

Doch sind diese Probleme lösbar?

Es gibt mehrere Möglichkeiten sich den Weg in die PKV zu sichern. Genau wie in der Berufsunfähigkeit gilt jedoch auch hier: Möglichst früh daran denken und nicht erst beantragen (wollen) wenn es zu spät ist, oder die Behandlungen bereits geplant sind. Der Berufsunfähigkeitsschutz kann auch zunächst mit einer geringen Rentenhöhe beantragt werden. Das hält den Beitrag im Studium oder der Ausbildung gering und ermöglicht später eine Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung. Maßgebend dafür sind die so genannten Nachversicherungsoptionen und eine ausreichende Dynamik im Vertrag.

Möglichkeit 1: Anwartschaftsversicherung / Optionstarife

Am Markt werden unterschiedliche Produktvarianten von den Krankenversicherern angeboten. Die Anwartschaftsversicherung gibt es in zwei Varianten. Die große und die so genannte kleine Anwartschaft. Der Unterschied zwischen den beiden Produkten liegt in der Frage, was „gesichert wird“. Schützt die kleine Anwartschaft „nur“ den Gesundheitszustand der versicherten Person, so wird in der großen A. auch gleich noch das Eintrittsalter mit „eingefroren“. Da aber teils deutliche Prämienunterschiede vorhanden sind, will eine Entscheidung wohl überlegt sein.

Der Nachteil der Anwartschaften besteht darin, dass ich nur für das „einfrieren“ des Gesundheitszustandes oder des Eintrittsalters zahle. Natürlich ergibt sich daraus später ein Vorteil, aber mit bis zu 25% des Normalbeitrages ist es eben auch nicht ganz billig.

Daher bieten einige Unternehmen so genannte Optionstarife an. Anders als die Anwartschaft bestehen diese jedoch meist nicht auf einen speziellen Tarif, sondern sichern die Möglichkeit in „alle verkauftsoffenen Tarife der Gesellschaft“ zu wechseln. Diese Optionstarife sind oftmals deutlich preiswerter zu haben, sicher aber den Wechsel nicht jederzeit, sonder zu festgelegten Terminen. Ein solcher Baustein ist der Optionstarif Joker von der Halleschen. Aber natürlich bieten auch andere Unternehmen solchen Schutz an.

Alle gemeinsam haben jedoch eins. Die Gesellschaft ist mit Abschluss eines solchen Tarifes festgelegt. Daher sollten Sie diese sehr genau und nach den möglichen Vollkostentarifen auswählen. Besonders wichtig sind dabei die Auswahlkriterien der Privaten Krankenversicherung, nichts ist schlimmer, also wenn nachher der „Haupttarif“ nicht passt.

Möglichkeit 2: Zusatztarife und Option

Um nicht erst mit einsetzen der Privaten Vollversicherung (PKV) Schutz zu haben und schon jetzt von besseren Leistungen als gesetzlich Versicherte zu profitieren bietet sich aber noch eine andere Variante an. Dabei werden die Vorteile der Zusatzversicherung um eine Option ergänzt. So finden sich am Markt stationäre Zusatzversicherungen für das Zweibettzimmer, das Einbettzimmer und die privatärztliche Behandlung, erweitert um die Möglichkeit in eine Vollkostenversicherung umstellen zu können. So geht es dem Kunden heute schon besser, falls er mal ins Krankenhaus muss, kann später dann jedoch ohne Probleme in die „richtige PKV“ wechseln.

Auch hier gilt jedoch die sorgfältige Auswahl. Suchen Sie sich immer zunächst das Unternehmen aus, wo Sie später krankenversichert sein wollen. Erst nachdem diese Auswahl abgeschlossen ist, planen Sie die weiteren Schritte. Dabei kann je nach Angebot, sowohl die Möglichkeit 1, als auch die Zusatzversicherung mit Option die richtige Wahl sein.

Doch noch einmal zurück zur Berufsunfähigkeit:

Hierbei sind besonders die Vorgaben und Höchstversicherungssummen für Schüler, Azubis und Studenten zu beachten. Weiterhin ist sehr wichtig auf die möglichen Varianten zur späteren Nachversicherung und eine ausreichende Dynamik zu achten. Damit Sie in beiden Fällen die richtige Wahl treffen können, löchern Sie Ihren Berater mit Fragen und lesen die Bedingungen genau.

Folgende Informationen und Dokumente helfen Ihnen dabei:

Leitfäden zur Privaten Krankenversicherung und zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Auswahlkriterien zur PKV und Berufsunfähigkeit

Fragebögen

02.
Dezember '10

Noch schnell „ein Jahr jünger“ in die Private Krankenversicherung (PKV)


Da ist es wieder, das Jahresende und damit auch der so genannte Alterssprung bei dem Einritt in die Private Krankenversicherung (PKV) oder Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV). Gerade mit diesem Argument wird oft von Verkäufern der dringende Weg in den neuen Vertrag und die schnelle Unterschrift gefordert. Bereits in meinem Blogbeitrag „Sie müssen sich aber schnell entscheiden- der Unsinn von Verkäufern in der PKV“ habe ich Ihnen erklärt, warum ein übereiltes Wechseln nachteilig ist.

Nun wird immer wieder das Argument „sie sind ja ein Jahr älter“ angeführt.

Tatsächlich ist es bei vielen Gesellschaften so, dass das Eintrittsalter nicht dem tatsächlichen Alter entspricht. Berechnet wird es nach der Formel „aktuelles Jahr des Versicherungsbeginns (minus) Geburtsjahr“

Ist jemand also am 01. 12. 1980 geboren und der Versicherungsbeginn ist der 01. 01. 2011, so beträgt das Eintrittsalter 31, nicht 30. Bei Beginn in 2010 ist er „versicherungstechnisch“ noch 30.

Auch der, der am 01. 02. 1980 geboren ist, ist „schon“ 31, falls der Vertrag in 2011 beginnt.

Nun ist es bekanntlich so, dass viele Interessenten für die PKV aus der gesetzlichen Krankenkasse kommen und aufgrund der Neuregelung der 3-Jahresregel erst ab 01. 01. 2011 freiwillig versichert sind. Auch Wechsler aus einer anderen Privaten Krankenversicherung aufgrund von Beitragserhöhung oder aus sonstigen Gründen, können oftmals erst zu, 01. 01. eines Jahres wechseln.

Was also kann man tun, um „noch ein Jahr jünger zu sein“ ?

Die Lösung lautet Anwartschaft. Durch eine solche Anwartschaftsversicherung beginnt der Vertrag selbst im Monat Dezember 2010. Dadurch ist das Eintrittsalter das Gleiche wie in 2010 und kann somit eine beachtliche Beitragsdifferenz bedeutet. Schauen wir uns dieses an folgendem Beispiel einmal an:

Beitrag PKV bei Eintrittsalter 31 in 2011: 365 EUR

Beitrag PKV bei Eintrittsalter 30 in 2011: 349 EUR

Selbst wenn man nun unterstellt, es gäbe keinerlei Beitragsanpassungen im Leben eines Versicherten, so ergibt sich im Laufe der Jahre folgende, fiktive Ersparnis:

Laufzeit 40 Jahre, monatliche Ersparnis 16 EUR

16 * 12 Monate * 40 Jahre = 7.680 EUR

Bei Angestellten ist eine solche Ersparnis natürlich mit dem Arbeitgeber zu teilen, denn dieser zahlt bekanntlich einen so genannten Arbeitgeberzuschuss.

Doch was kostet eine solche Anwartschaft und wie bekomme ich diese?

Generell sind die Prämien in der PKV für die Anwartschaft unterschiedlich hoch. So ist von 20 bis 50% eines Monatsbeitrages alles möglich. Nicht alle Unternehmen bieten überhaupt eine solche Lösung an, prüfen sollten Sie oder ihr Berater dieses aber in jedem Fall.

So liegt in dem oben genannten Beispiel die Prämie für die Anwartschaft im Monat Dezember (und ggf. im Januar, falls die GKV erst zum 01. 02. gekündigt ist) bei monatlich ca. 160 EUR und löst keine Leistungspflicht aus.

Es besteht also im Dezember trotz Beitragszahlung kein Versicherungsschutz, diese Lösung sichert lediglich das Eintrittsalter und den Gesundheitszustand und „konserviert dieses“.

Auch diese Lösung ist wieder ein Argument mehr, eine Entscheidung in die Private Krankenversicherung keinesfalls zu überstürzen und sich mit den Fragen und Bedingungen zu beschäftigen.

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10.
März '10

Auswandern aus Deutschland – was passiert mit der PKV


Die Zahl derer, die Deutschland aus privaten oder oft auch aus beruflichen Gründen verlassen nimmt stetig zu. Auch wenn es keine aktuelle Statistik gibt, ist diese (Quelle: statistica.com) doch durchaus bezeichnend. Demnach stiegen die Zahlen der Auswanderer kontinuierlich an und erreichten 2007 mit knapp 160.000 Personen einen neuen Höchststand.

Zu dem Trend passt auch die aktuelle Anfrage eines Kunden:

Ich werde Ende des Jahres 2010 dauerhaft nach Thailand auswandern. Jedoch möchte ich in einer dt. Krankenversicherung bleiben um im Falle einer etwaigen Rückkehr nach Deutschland keine Probleme zu bekommen. Der XXXX Tarif ermöglicht eine Versicherung im Ausland nach 12 Monaten dauerhaft. Ist dieser Tarif für mich längerfristig geeignet oder würden Sie mir eine andere Versicherung nahelegen?

Schaut man sich nun die Tarifbedingungen des Tarifes an, so lauten diese:

Der Versicherungsschutz erstreckt sich nach einer Versicherungsdauer von 12 Monaten auch auf das außereuropäische Ausland. Vom 13. Aufenthaltsmonat an wird ein Beitragszuschlag für USA, Kanada und Japan in Höhe von 50 % erhoben. Dauert ein Auslandsaufenthalt des Versicherungsnehmers länger als 3 Monate, so ist ein im Inland wohnender Bevollmächtigter zur Entgegennahme von Versicherungsleistungen und Willenserklärungen zu benennen.

Diese Regelung gilt, solange ein Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland besteht (siehe auch §§ 1 Absatz 5 und 15 Absatz 3 MB/KK 2009).

Weiterhin wird auf den §15 (3) verwiesen, der lautet:

§ 15 Sonstige Beendigungsgründe

(3) Verlegt eine versicherte Person ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einen anderen Staat als die in § 1 Abs. 5 genannten, endet insoweit das Versicherungsverhältnis, es sei denn, dass es aufgrund einer anderweitigen Vereinbarung fortgesetzt wird. Der Versicherer kann im Rahmen dieser anderweitigen Vereinbarung einen angemessenen Beitragszuschlag verlangen. Bei nur vorübergehender Verlegung des Wohnsitzes oder gewöhnlichen Aufenthaltes in einen anderen Staat als die in § 1 Abs. 5 genannten kann verlangt werden, das Versicherungsverhältnis in eine Anwartschaftsversicherung umzuwandeln.

Nun aber zur Erklärung:

Da der Kunde dauerhaft Deutschland verlässt muss unterschieden werden, ob dieser einen Wohnsitz hier behält. Es kann durchaus ein Zweit-/ Drittwohnsitz sein, aber eben ein Wohnsitz. Die Umwandlung in die Anwartschaftsversicherung gem. §15.3. ist eher schwieriger, denn von einer „nur vorrübergehenden Verlegung“ kann hier wohl eher keine Regel sein. Der Versicherte verlässt Deutschland auf Dauer.

Bei dem hier versicherten Tarif wird es dann zu einem Problem, wenn es keinen solchen Wohnsitz gibt. Dieses kann aus privaten oder steuerlichen Gründen durchaus erforderlich sein.

Was kann der Versicherte nun tun?

Er könnte versuchen bei dem Unternehmen einen anderen Tarif zu finden, welcher dieser Regelungen nicht enthält. Das es sich hierbei aber um Regelungen des Teil I/ II der Musterbedingungen für die Private Krankenversicherung handelt, gelten diese für andere Tarife des Unternehmens auch. Daher könnte es nur sein, das es einen speziellen Tarif mit einer anderen (tariflichen) Regelung gibt.

Eine weitere Option besteht darin, einen anderen Versicherer zu wählen, welcher solche Einschränkungen nicht enthält. Hierbei sind aber zwei Dinge zu beachten. Zum einen wird ein „Wechsel“ erst zum Ablauf des Jahres 2010 möglich sein, zum anderen fragen manche Unternehmen schon in den Anträgen ob ein solcher Wegzug beabsichtigt ist und könnten einen solchen Antrag ablehnen.

Daher gilt auch hier. Eine pauschale Lösung kann hier nicht gelten. Es kommt sehr stark auf die individuellen Pläne an. Der Kontakt mit dem Versicherer, ggf. über einen spezialisierten Berater, ist hier unabdingbar. So käme unter Umständen auch eine individuell vereinbarte Anwartschaft für die spätere Rückkehr in Betracht.

Bei jeder Option sind aber die individuellen Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung zu berücksichtigen, die neben dem Thema „Ausland“ auch noch viele andere Punkte enthalten, die beachtet werden sollten.

05.
April '09

Arbeitslosigkeit und die Private Krankenversicherung – PKV


Das Thema ist brandaktuell und dennoch ist bei der Suche im Netz nicht wirklich etwas Brauchbares zu finden.

Arbeitslosigkeit und die Private Krankenversicherung, aber auch die Frage: „Was passiert mit meiner Berufsunfähigkeitsversicherung?“

Die Arbeitslosigkeit kommt meist plötzlich und man muss sich schnell Gedanken machen was nun werden soll. Hier möchte ich Ihnen einige Hinweise geben, welche Sie unbedingt beachten sollten, da hier oft Ausschlussfristen greifen die einzuhalten sind.

Bei der Privaten Krankenversicherung ist zunächst die Frage zu stellen, wie lange Sie schon in der PKV versichert sind. Die Regelung dazu finden wir im Sozialgesetzbuch V, der passende Paragraph ist der §5. Dieser regelt die Versicherungspflicht wie folgt:

Versicherungspflichtig sind (…) (2) Personen in der Zeit, für die sie Arbeitslosengeld oder Unterhaltsgeld nach dem Dritten Buch beziehen oder nur deshalb nicht beziehen, weil der Anspruch ab Beginn des zweiten Monats bis zur zwölften Woche einer Sperrzeit (§ 144 des Dritten Buches) oder ab Beginn des zweiten Monats wegen einer Urlaubsabgeltung (§ 143 Abs. 2 des Dritten Buches) ruht; dies gilt auch, wenn die Entscheidung, die zum Bezug der Leistung geführt hat, rückwirkend aufgehoben oder die Leistung zurückgefordert oder zurückgezahlt worden ist,

Aber wer meinen Blog bereits länger liest kennt das ja, keine Regel ohne Ausnahme und dazu müssten wir den §8 anschauen. Denn hier gibt es eine Befreiungsmöglichkeit für bestimmte Gruppen von Privatversicherten.

(1) Auf Antrag wird von der Versicherungspflicht befreit, wer versicherungspflichtig wird (…)

(1a) durch den Bezug von Arbeitslosengeld oder Unterhaltsgeld (§ 5 Abs. 1 Nr. 2) und in den letzten fünf Jahren vor dem Leistungsbezug nicht gesetzlich krankenversichert war, wenn er bei einem Krankenversicherungsunternehmen versichert ist und Vertragsleistungen erhält, die der Art und dem Umfang nach den Leistungen dieses Buches entsprechen,

und weiter wird im gleichen Paragraphen die Frist geregelt und festgeschrieben, dass die Befreiung unwiderruflich ist. Gerade letzteres führt immer wieder zu Verwirrungen und Fragen. Die Befreiung ist eben nur für den Grund (Arbeitslosigkeit) ausgesprochen und auch nur für diesen unwiderruflich. Werden Sie aus einem anderen Grund versicherungspflichtig so können Sie sich hier neu entscheiden.

(2) Der Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse zu stellen. Die Befreiung wirkt vom Beginn der Versicherungspflicht an, wenn seit diesem Zeitpunkt noch keine Leistungen in Anspruch genommen wurden, sonst vom Beginn des Kalendermonats an, der auf die Antragstellung folgt. Die Befreiung kann nicht widerrufen werden.
Damit wäre geklärt ob ich in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren muss und wie dieses abläuft. Die Private Krankenversicherung ist unter diesen Umständen und bei rechtzeitiger Meldung verpflichtet, den Vertrag aufzuheben. Regelungen dazu sind in den Pragraphen 13 (3) der Musterbedingungen Kranhkeitskosten MN/KK festgeschrieben.  Ist dieses der Fall, so sollten Sie die Private Krankenversicherung nun ruhen lassen.

Einige Versicherer bieten dieses kostenfrei über einen bestimmten Zeitraum an. (Bsp. 36 Monate). Bei anderen müssen und sollten Sie Ihren Versicherungsschutz in eine so genannte Anwartschaft umstellen, denn nur so sichern Sie sich weitere Ansprüche. Ob eine Zusatzversicherung für den Zeitraum der GKV sinnvoll und gewünscht ist entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Berater. Für alle die sich nun befreien lassen und einen Verbleib in der PKV vorziehen stellen sich jedoch nun weitere Fragen.

  •  Wer zahlt meine Beiträge und bekomme ich einen Zuschuss?
  • Muss ich meinen Tarif ändern oder bleibt alles wie gehabt?
Für die Beiträge gibt es eine einfache Lösung. Die Arbeitsagentur zahlt Ihnen gem. § 258 SGB V einen Zuschuss. Dieser ist jedoch begrenzt auf den Betrag, welcher hier in der GKV zu zahlen wäre und kann somit auch weniger als die 50% sein- mehr ist es in keinem Fall.

Ob der Tarif so bleiben soll oder Sie diesen anpassen (Höhe der Selbstbeteiligung, Reduzierung der Leistungen etc.) sollten Sie genau mit Ihren Ansprüchen und Ihrem Berater klären. Denn in der Regel ist es so, dass eine spätere Verbesserung der Leistungen/ Rückkehr in den alten, besseren Tarif nur mit einer zusätzlichen Gesundheitsprüfung möglich ist. Einige Versicherer bieten jedoch inzwischen Tarifwechselrechte (z. Bsp. Mannheimer, R+V) oder Optionen (Dt. Ring, Hallesche) um später die Leistungen verbessern zu können. (Aufzählung nur beispielhaft)

Wenn Sie all diese Punkte berücksichtigt haben, so sichern Sie sich auch während der Arbeitslosigkeit einen ädequaten Versicherungsschutz der bezahlbar bleibt.

Gleiches gilt aber auch bei der Absicherung bei Berufsunfähigkeit. Hier sollte darauf geachtet werden, dass der Versicherer bei einer Leistungsprüfung immer auf den Beruf vor Eintritt der Arbeitslosigkeit abstellt und Sie somit „in Ihrem Beruf berufsunfähig werden“ und nicht als Arbeitsloser.

Für die Reduzierung der Beiträge gibt es hier durchaus Möglichkeiten. Diese reichen von Stundung über den so genannten Risikozwischenbeitrag oder ein Ruhen des Versicherungsschutzes. Welche Möglichkeiten für Sie konkret bestehen, hängt vom Vertrag und den Bedingungen ab. Mehr dazu in einem der folgenden Blogbeiträge.

Was bei Kurzarbeit passiert lesen Sie hier. (Autor UM)