Archiv für die Kategorie ‘Private KV’

25.
Juni '20

Neue Öffnungsaktion für Beamte mit Vorerkrankungen – ein Weg in die Private Kranken-/ Beihilfeversicherung


Wer sich heute privat krankenversichern möchte, der muss Gesundheitsfragen beantworten und manchmal bleibt dann der Weg in die private Krankenversicherung verwehrt. Gerade bei Beamten, welche in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert sind, ist dies manchmal ärgerlich und auch teuer.

So erhalten diese durch die Beihilfe einen Anteil von 50-70% der Krankeheitskosten bereits von dem Dienstherren erstattet, müssen damit nur noch 30-50% der Restkosten im Rahmen einer so genannten Restkostenversicherung absichern.

Bestehen nun Vorerkrankungen, dann gab es bei der ERSTEN Verbeamtung schon immer die Chance einen Weg in die private Krankenversicherung zu nutzen, die so genannte „Öffnungsaktion für Beamte“ Hierbei gab es aber ein entscheidendes Kriterium. Einen solcher Antrag konnte nur

  • – einmalig

  • – bei der ersten Verbeamtung

  • – binnen 6 Monaten nach der Verbeamtung

gestellt werden und verhalf damit dem Antragsteller in die PKV.

Wie gestern durch den Verband bekanntgegeben, wird es in diesem Jahr eine BEFRISTETE neue ÖFFNUNG geben.

Die neue Öffnungsaktion für Beamte – für wen?

Die neue Aktion ersetzt nicht die bestehende Öffnung, sondern ERGÄNZT diese. Ins Leben gerufen wurde diese für:

  • – derzeit freiwillig gesetzlich versicherte Beamte

  • – die aufgrund einer Verbeamtung vor > 6 Monaten die normale Öffnung nicht mehr nutzen können

  • – deren Angehörige, wenn ein gemeinsamer Wechsel stattfindet

Die neue Öffnungsaktion für Beamte – wann gilt diese?

In der befristeten Sonderaktion können Beamte vom

  • – 1. Oktober 2020 bis 31. März 2021

einen Antrag auf Versicherung in der Privaten Krankenversicherung stellen.

Die neue Öffnungsaktion für Beamte – Eckdaten?

  • – Zugang ähnlich der bisherigen Öffnungsaktion

  • – zeitlich befristet (1.10.2020 – 31.03.2021)

  • – in alle, zu dieser Öffnung berechtigten Tarife

  • – es wird niemand abgelehnt

  • – es gibt keine Leistungsausschlüsse

  • – ein Risikozuschlag aufgrund medizinischer Vorgeschichte ist auf maximal 30% begrenzt

Die neue Öffnungsaktion für Beamte – weitere Informationen und Antragstellung

Bis zum Beginn im Oktober ist noch etwas Zeit. Dennoch sollten Sie diese nicht ungenutzt verstreichen lassen. Die Auswahl der entsprechenden Tarife und auch die Suche nach einer passenden Gesellschaft kann durchaus schon jetzt beginnen. Dabei machen Sie sich bitte zunächst mit dem Thema Private Krankenversicherung vertraut.

Zunächst einmal schauen Sie sich bitte folgende Unterlagen an:

Eine Anfrage oder weitere Rückfragen können Sie mir hier unter dem Link:

stellen, oder die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme unter „Kontakt“ am oberen Bildschirmrand nutzen.

Bitte vorab keinen Antrag stellen

Bitte beachten Sie noch einige wichtige Punkte. Auch bei der bisherigen Öffnung gilt die erste Antragstellung. Sollten Sie also „nur mal schauen wollen“, so sollten Sie mit Ihrem Berater maximal anonyme Voranfragen stellen. Die Informationen wie und warum habe ich Ihnen im unten verlinkten Beitrag bereits zusammengestellt.

Manchmal ist eine sorgfältige Aufbereitung der Gesundheitsfragen dann mit einem positiven Ergebnis verbunden und Sie müssen doch gar nicht die Öffnung nutzen, sondern bekommen auch Versicherungsschutz zu normalen Konditionen. Dieses kann natürlich auch einen Zuschlag beinhalten, manchmal kann das Angebot auch höher sein, im Vergleich der Deckelung auf 30%, aber dennoch ist es SINNVOLL auch diese Option genau zu prüfen.

Anonyme Voranfragen bei Berufsunfähigkeit und Krankenversicherung – warum es einen qualifizierten Berater braucht

20.
Juni '20

Arag Krankenversicherung – wir spionieren Sie aus und natürlich nur zu Ihrem Besten


Versicherer haben oftmals zu Unrecht einen schlechten Ruf. Da werden Leistungen zu recht nicht erbracht und der Versicherer ist dennoch „böse“ und das ganz ohne Hintergrund. Doch manchmal…

In den letzten Tagen gab es dann doch Gesprächsstoff. Ein Kollege hatte etwas entdeckt, was Ihnen stutzig machte. Walter Benda von den Finanzprüfern hatte einen Newsletter eines Maklerpools bekommen, in welchen einige „wichtige Informationen“ zu einem Versicherer, der ARAG Krankenversicherung zu Lesen waren. Den Artikel dazu verlinke ich Ihnen am Ende dieses Beitrages ebenso.

Warum braucht der Versicherer Daten?

Das ist recht eindeutig und klar. Will der Versicherer einen Kunden versichern, so muss dieser eine ganze Reihe von Daten und Informationen liefern. Das ist auch völlig berechtigt und korrekt so. Nur wenn ein Versicherer im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten Informationen zu Kunden und Interessenten verarbeitet, nur dann kann dieser auch maßgeschneiderte Angebote erstellen und seine Leistung erfüllen. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden und es muss auch so sein. Stellt also ein Kunde einen Antrag auf eine Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherung, dann muss dieser Antrag geprüft werden. Daten, die hier notwendig sind, können zum Beispiel:

  • – Name und Anschrift

  • – Gesundheitsdaten

  • – Beruf, Ausbildung und aktuelle Tätigkeit

  • – Hobby- oder Freizeitaktivitäten

und einiges mehr sein. Um an diese Informationen zu kommen, gibt es Antragsformulare. In diesen fragt der Versicherer all das ab, was er für eine Antrags-/Annahmeentscheidung wissen will.

Wollen Sie diese Angaben nicht machen oder fragt Ihnen ein Unternehmen zu viel, dann entscheiden Sie sich dagegen und wählen einen anderen Versicherer. Soweit die Theorie.

So viel Daten wie nötig, so wenig wie möglich

Nicht erst seit Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) besteht die Verpflichtung, nur die Daten zu erheben welche zwingend nötig sind. Datensparsamkeit sollte immer und überall das erste Gebot sein und die Anzahl der Daten, die gesammelt werden sollten, beschränkt werden. Was ich nicht für eine Annahme oder die Abwicklung brauche, das sollte ich auch nicht speichern.

In einem Makler-Newsletter eines Pools fand sich nun folgender Hinweis, welcher anscheinend auf Abwicklungen und Erfahrungen beruht und damit als „Warnung“ an die Makler verschickt wurde. Ob dieser auf schlechten Erfahrungen beruht ist nicht bekannt.

Recherche versus unerlaubtes Profiling?

Wir lesen nun also hier, der Antragsprüfer bzw. der Bearbeiter bei der ARAG googelt jeden Kunden und beschafft sich hiermit weitere Informationen ÜBER DEN ANTRAG HINAUS.

Diese Informationen können sich sowohl aus einer Internetseite des Unternehmen oder der selbstständigen Tätigkeit ergeben, aber genauso aus sozialen Netzwerken, Profilen bei Instagram, Facebook und dergleichen oder aus anderen „öffentlichen Quellen“.

Nun gibt es dabei einige Probleme. Zuerst fällt mir dann die Datensparsamkeit wieder ein. Auf der anderen Seite wissen wir alle, mancher möchte im Netz besser dastehen und „hübscht einige Infos etwas auf“. Auch Fake Profile, Berichte Dritter über eine Person oder dergleichen sind vielen sicher ein Begriff.

Stellen wir uns einen typischen Fall vor. Max Muster möchte einen Antrag bei der ARAG Krankenversicherung stellen und tut dieses auch. Nach Ankunft des Antrages bei dem Unternehmen öffnet der Mitarbeiter Google, Facebook und dergleichen und sucht erstmal das zusammen, was er über den (potentiellen) Kunden finden kann.

Alles wird gesammelt, aufgeschrieben und in der Kundenakte verarbeitet, sonst hätte man ja hier keinen Zugriff. Es entsteht also so nach und nach ein Kundenprofil mit Informationen, welche ausdrücklich nicht im Antrag abgefragt wurden und welche der Kunde auch sicher nicht für die Versicherung so dargestellt hat.

Wie weit geht die Recherche? Fakeprofile? Detektive?

Eine entscheidende Frage bleibt aber. Wie weit geht eine solche Suche? Was passiert zum Beispiel in sozialen Netzwerken, wo nur bestimmte Infos mit bestimmten Gruppen oder „Freunden“ geteilt werden? Geht es soweit, dass hier Fakeprofile benutzt werden, oder möchte der Sachbearbeiter mit seinem privaten Facebook Profil dann mit dem Kunden „befreundet sein“?

Diese Fragen bleiben offen. Auch ist nicht geklärt, was genau dort an Informationen gesammelt wird. Was ist mit Hobbys oder alten Presseberichten, welche Sportarten beschreiben die der Kunde vielleicht gar nicht mehr betreibt?

Was, wenn jemand mal mit Alkohol am Steuer erwischt wurde oder ständig Bilder von exzessiven Feiern postet? Ist der dann ein „höheres Risiko“ und wird nicht versichert?

Wie mein Kollege schon schrieb:

Zwar gehe ich davon aus, dass man GMV (gesunden Menschenverstand) walten lässt, aber dennoch bleibt es ein unbeschränkter Raum, in dem gewühlt wird. Was z. B. wenn Dinge aus der Vergangenheit auftauchen, die verjährt sind? Oder Falschaussagen, die dem Antragssteller unbekannt waren bzw. sind, beispielsweise Abrechnungsdiagnosen? Oder üble Nachrede?

Dazu hat die ARAG auch einen Passus in die Datenschutzerklärung eingebaut. In dem aktuellen Antrag der ARAG KV findet sich folgende Aussage: (mehr …)

20.
April '20

Continentale Krankenversicherung mit neuem Tarif PREMIUM – eine ausführliche Tarifbewertung


Die Continentale Krankenversicherung hat sich zum 01. April und ganz ohne Scherz, für die Einführung eines neuen Tarifes entschieden. Zu den bestehenden Tarifen der Serien ECONOMY, COMFORT und BUSINESS kommt nun eine weitere Tarifreihe.

Im Gegensatz zu der Vermutung heißt diese aber nun nicht First (Class), sondern PREMIUM.

Mit dem neuen Tarifwerk Premium möchte die Continentale einen verbesserten Schutz bieten und eine andere Zielgruppe, die mit hohen Leistungsansprüchen, endlich wieder zu eigenen Kunden machen. Das gelang in der Vergangenheit eher nicht, da die vorhandenen Tarife eher preisorientiert sind.

Zudem bergen die fallbezogenen Selbstbeteiligungen doch einige Gefahren.

Was sich nun im neuen Tarif geändert hat, welche Leistungen neu und gut und welche vielleicht weiterhin schwierig sind, das schaue ich mir mit Ihnen gemeinsam auf den kommenden 13 Seiten Kommentar zur Tarifeinführung an.

Warum ich glaube, dass die Continentale hierbei Fehler aus der Vergangenheit wiederholt und schon mit dem ersten Prospekt falsche Anreize schafft, das lesen Sie hier.

Zur besseren Lesbarkeit finden Sie den Kommentar als eigenständige PDF Datei im Downloadbereich, oder durch klicken auf das Bild am Ende des Textes hier.

Sehr geehrte Leser,

ein neues Jahr, in vielerlei Hinsicht ein Jahr mit besonderen Herausforderungen. Zumindest aus der aktuellen Erfahrung in der Beratung, wandeln sich nicht nur die Ansprüche der Versicherten, es ändern sich auch gravierend die Produkte und Angebote der Versicherer.

Auch die Continentale Krankenversicherung, welche mit der fallbezogenen Selbstbeteiligung einen sehr eigenwilligen Weg am Markt bestreitet, kann den neuen Anforderungen und Wünschen der (potenziellen) Kunden nicht entgehen und führte damit vor einigen Tagen einen neuen Tarif der Krankenvollversicherung am Markt ein.

PREMIUM – der neue Krankenvolltarif der Continentale Krankenversicherung aG

In der Vergangenheit hatte man sich (aus meiner Sicht durchaus zu viel) auf das Kriterium „billig“ gestürzt und teilweise sah es so aus, als müsste man um jeden Preis die Prämie der Mitbewerber unterbieten, oder zumindest den Anschein erwecken dies zu können.

Wie sich der neue Tarif am Markt positioniert und welche Vor- und Nachteile dieser bietet, das schauen wir uns hier gemeinsam im Detail an.

HIER WEITERLESEN

Kommentar zur Tarifeinführung CONTINENTALE PREMIUM [pdf]

Weitere Unterlagen zu dem Tarif finden Sie hier:

24.
März '20

Kurzarbeit und die Private Krankenversicherung – Fragen und Antworten


Das Thema Kurzarbeit und private Krankenversicherung, aber auch das Thema Kurzarbeit generell beschäftigt aktuell viele Arbeitnehmer und Unternehmen. Dabei tauchen auch hier im LiveChat immer wieder fast gleiche Fragen auf. Ich habe mich daher entschlossen einige von diesen Fragen etwas zu bündeln und eine einer Art „FAQ“ zusammenzusammeln. Sollten Ihnen weitere Fragen einfallen, senden Sie diese gern über das Kontaktformular, im LiveChat oder als Kommentar zu diesem Beitrag.

Bitte beachten Sie zudem vorab: Dieser Beitrag stellt eine Sammlung von Fragen und Antworten dar. Eine individuelle Beratung oder gar Rechtsberatung ist hier weder erlaubt noch möglich. Dazu wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt oder Steuerberater.

HINWEIS: Sie können direkt auf die Fragen klicken und springen direkt dort hin.

1.) Tritt durch Kurzarbeit Versicherungspflicht ein?

Nein. Allein durch die Kurzarbeit tritt keine Versicherungspflicht ein. In der Zeit der Kurzarbeit wird weiter ein fiktives Einkommen in der identischen Höhe wie bisher angenommen und damit gibt es (fiktiv) kein verändertes Einkommen.

Das bedeutet also. Haben Sie zum Beispiel Januar bis März ein Bruttoeinkommen von 6.000 € gehabt und diese reduziert sich durch Kurzarbeit in den Monaten April bis August auf 2.000 € (oder einen anderen Betrag), so bleibt Ihr anzurechnendes Jahreseinkommen zur JAEG (und damit zur Prüfung ob Versicherungspflicht eintritt) bei 72.000 €. (Dabei werden 12 Monate a 6.000 € angesetzt)

Auszug aus dem Rundschreiben der Spitzenverbände der Krankenkassen „Versicherungsfreiheit von Arbeitnehmern bei Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze vom 20. März 2019“:

Ein bei vorliegender Versicherungsfreiheit nur vorübergehendes Unterschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze, das ohne Auswirkungen auf den Versicherungsstatus bleibt, wird nur in engen Grenzen für zulässig und vertretbar erachtet und ist auf wenige Sachverhalte beschränkt. In Betracht kommen im Wesentlichen die Fälle der Kurzarbeit (mit Ausnahme des Bezugs von Transferkurzarbeitergeld) und der stufenweisen Wiedereingliederung in das Erwerbsleben. In diesen Fällen bleibt der Versicherungsstatus für die Dauer des jeweiligen Tatbestandes unverändert. Dies ist gerechtfertigt, da das aus Anlass der Kurzarbeit oder der Wiedereingliederung ausfallende regelmäßige Arbeitsentgelt durch eine Entgeltersatzleistung (Kurzarbeitergeld bzw. Krankengeld) ersetzt wird und der eigentliche Entgeltanspruch dem Grunde nach unberührt bleibt.

1.1.) Wie wird die Kurzarbeit am Jahresende bei dem Gesamteinkommen berücksichtigt?

Hierbei ist es, wie unter 1.) beschrieben. Nicht nur bei der monatlichen Bewertung, auch bei der Betrachtung der Jahreseinkünfte wird hier fiktiv weitergerechnet und der Arbeitgeber meldet hier keine Versicherungspflicht. Das sollten Sie jedoch am Jahresende selbst im Auge behalten, da hier Fehler schnell zu größeren Problemen führen können.

2.) Wie berechnet sich das Kurzarbeitergeld – Onlinerechner

Das Kurzarbeitergeld (KUG) berechnet sich nach einem fixen Satz. Dabei muss zuerst der Einkommensverlust durch die Kurzarbeit berechnet werden.

Würden wir eine Steuer nicht berücksichtigen, so sieht das vereinfacht so aus.

  • bisheriges Brutto: 6.000 €
  • Kurzarbeit 50% Brutto (0-100% möglich): 3.000 €
  • Differenz: 3.000 €

Das Kurzarbeitergeld beträgt nun 60% (ohne Kinder) oder 67% (mit Kinderfreibetrag).

Mit dem Rechner (EXTERNER ANBIETER) oder vielen anderen Kurzarbeitergeldrechnern können Sie das exakte Kurzarbeitergeld berechnen.

Mit diesem Rechner lassen sich die Auswirkungen einer Kurzarbeit berechnet. Nach Eingabe Ihrer persönlichen Daten erhalten Sie Ihre individuelle Berechnung des Kurzarbeitergeldes.

2.2.) Kann der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aufstocken?

Ja, der Arbeitgeber kann, wenn es seine Leistungsfähigkeit zulässt, das Kurzarbeitergeld aufstocken. Dabei gelten einige Besonderheiten, welche sich hier insbesondere mit den Sozialabgaben auf diesen Zuschuss beschäftigen.

Generell gelten zunächst die gleichen Eckdaten wie bisher bei der Berechnung des Kurzarbeitergeldes (KUG). Dabei ist das bisherige Einkommen das so genannte SOLL-Entgelt.

Das Einkommen während der Kurzarbeit das so genannte IST-Entgelt.

Darauf aufgesetzt folgt das Kurzarbeitergeld, nach den Sätzen 60% des entfallenden Einkommens bei Arbeitnehmern ohne Kinder und 67% bei Arbeitnehmern mit Kindern.

JETZT folgt die Aufstockung.

Hierbei ist es zulässig, das IST Entgelt + Kurzarbeitergeld (das wäre der Betrag den der Arbeitnehmer während der Kurzarbeit bekommt, noch weiter zu erhöhen, um den Einkommensverlust der Arbeitnehmer weiter zu reduzieren. Dabei ist eine Erhöhung BIS ZU 80% des ausgefallenen (und durch KUG ersetzten) Arbeitsentgeltes möglich, ohne Beiträge (Sozialabgaben) hierauf zu zahlen.

Die Aufstockung von 80% bis zum vollen Nettoeinkommen des Arbeitnehmers ist auch möglich, dann aber nicht mehr beitragsfrei (Sozialabgaben).

WICHTIG: Beide Stufen der Aufstockung sind jedoch steuerpflichtig.

Detailliert und mit Beispielen finden Sie dieses auf den Seiten von Lohn-Info erklärt, welche Sie unter dem folgenden LINK erreichen.

3.) Was passiert mit Firmenwagen, Vermögenswirksamen Leistungen und weiteren Lohnbestandteilen?

Auch hier ist genauer zu prüfen welche Bestandteile in die Berechnung einfließen. Lexware, der Anbieter der Lohnabrechnersoftware für Arbeitgeber hat hierzu bereits Informationen in seinem Handbuch veröffentlicht.

Dabei gehören verschiedene Lohnbestandteile zu dem so genannten SOLL Entgelt, also dem Lohn, welcher für die weitere Berechnung des Kurzarbeitergeldes benötigt wird. (Quelle: Lexware)

Soll-Entgelt ist das beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt (max. BBG RV), das der Arbeitnehmer ohne den Arbeitsausfall im Anspruchszeitraum (Kalendermonat) erzielt hätte.

Dazu zählen folgende Entgeltbestandteile:

  • – vermögenswirksame Leistungen
  • – Anwesenheitsprämien
  • – Leistungs- und Erschwerniszulagen
  • – Feiertage
  • – Beitragspflichtige Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nacharbeit
  • – bezahlter Urlaub
  • – überlassener Dienstwagen (geldwerter Vorteil)
  • – Sozialversicherungspflichtige Zusatzleistungen des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersvorsorge

Nicht zum Soll-Entgelt gehören:

  • – Mehrarbeitsvergütungen (Stundenlöhne und Zuschläge)

  • – Einmalzahlungen

  • – steuer- und beitragsfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Steuerberater oder Lohnbüro bei weiteren individuellen Fragen zur Anrechnung für das Kurzarbeitergeld. Bitte beachten Sie auch, dass ein Dienstwagen, welcher weiter benutzt werden darf, auch weiter zu bezahlen ist.

Bitte beachten Sie auch die Verbesserungen bei dem Kurzarbeitergeld, welche die Bundesregierung aufgrund der Corona Pandemie am 18.03.2020 beschlossen hat. Hier ist unter anderem auch die Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge durch die Arbeitsagentur enthalten. Nachzulesen bei HAUFE.

4.) Wie bekomme ich bis zu 100% Arbeitgeberzuschuss zur Privaten Krankenversicherung bei Kurzarbeit?

Hier gibt es einen großen Unterschied zu der Zeit bei „normaler Arbeit“. Während Sie dort maximal 50% des PKV Beitrages und dieses zudem gedeckelt auf die Höchstbeiträge des Arbeitgeberzuschuss vom Arbeitgeber bekommen, ist das bei Kurzarbeit anders.

Denn für einen Teil der Bezüge ist diese Begrenzung aufgehoben. So bekommen

Arbeitnehmer in Kurzarbeit bis zu 100% des Beitrages zur PKV

von Ihrem Arbeitgeber erstattet. Sind in Ihrem Vertrag auch noch Kinder oder Partner mit versichert, so gilt dieses auch für deren Beiträge. Leider ist die Berechnung des dann neuen Arbeitgeberzuschusses etwas kompliziert und auch vielen Arbeitgebern nicht bekannt.

Daher habe ich Ihnen in einem alten Blogbeitrag in 2019 bereits hier erläutert.

Dennoch fällt es vielen schwer hier eine entsprechende Berechnung für sich vorzunehmen. Daher bieten wir eine solche Berechnung an. Für eine Pauschale von 5 € erhalten Sie eine Berechnung, welche Sie dann dem Arbeitgeber mitgeben können und ebenfalls für sich genaue Werte haben.

Damit tun Sie noch etwas Gutes, da das Geld einem Kinderhospiz und einem Kinderhilfsverein zu Gute kommt. Die Details finden Sie hier. Mit dem folgenden Formular können Sie eine Berechnung mit Ihren Daten anfordern.

5.) Muss ich den Arbeitgeber informieren oder es aktiv beantragen?

Theoretisch nicht. Praktisch schon.

Für viele Arbeitgeber ist die Situation mindestens genau so neu und viele Lohnabteilungen mussten bisher nie Kurzarbeit abrechnen. Daher seien Sie bitte etwas nachsichtig, wenn auch hier nicht alles reibungslos klappt. Nehmen Sie einfach Ihre individuelle Berechnung (siehe 4.) mit und erleichtern Sie somit allen die Arbeit.

Die Lohnabteilungen rechnen meist nachschüssig ab. Also bekommen Sie im April noch den Lohn für März ohne Kurzarbeitergeld. Daher ist auch der erhöhte Arbeitgeberzuschuss zeitversetzt, denn er gilt nur für die Abrechnungsmonate mit Kurzarbeit. Danach erfolgt wieder die Deckelung auf die Höchstbeiträge und 50% des zu zahlenden Beitrages.

Weitere Fragen?

Fällt Ihnen noch etwas ein? Haben Sie weitere Fragen oder möchten Sie etwas zu Ihrem PKV Schutz wissen? Fragen Sie einfach über die bereits angesprochenen Wege.

Ein Hinweis noch: Bevor Sie an dem vorhandenen Vertrag zur PKV etwas ändern, lassen Sie sich bitte beraten. Voreilige Änderungen lassen sich manchmal nicht mehr korrigieren und sollten wohl überlegt sein. Auch Versicherer bieten hier unterschiedliche Lösungen an, die uns alle Helfen durch diese Zeit zu kommen.

Bleiben Sie gesund!

19.
März '20

PKV Arbeitgeberzuschuss bei Kurzarbeit – so bekommen Sie bis zu 100% des Beitrages


Die Zeit um und mit Corona hat uns alle fest im Griff. Dank Verbesserungen im Kurzarbeitergeld und aufgrund der angespannten Situationen bei Unternehmen nutzen diese immer häufiger Kurzarbeitergeld.

Eine Berechnung und weitere detaillierte Informationen zum Arbeitgeberzuschuss bei Kurzarbeitergeld habe ich bereits in 2019 erstellt und in dem folgenden Blogbeitrag beschrieben.

Kurzarbeit und die private Krankenversicherung – warum es bis zu 100% Zuschuss zum Beitrag gibt

Aufgrund vieler Nachfragen und Wünschen nach Berechnungen des individuellen Zuschusses durch Ihren Arbeitgeber, welcher bis zu 100% des Beitrages für Sie und die Kinder/ PartnerIn betragen kann, habe ich in den letzten Tagen ein entsprechendes Tool erstellt. Mit diesem können Sie:

  • – nach Eingabe von altem Brutto und Brutto während der Kurzarbeit

  • – und Angabe der PKV Beiträge im Detail

eine einseitige Berechnung im Detail erstellen. Diese stellt den erhöhten Arbeitgeberzuschuss dann genau dar.

Leider wissen viele Personalabteilungen und Büros zur Lohnabrechnung auch hier nich über alle Details und die gesetzlichen Hintergründe Bescheid. Hier hilft eine detaillierte Aufstellung ungemein.

Wie kommen Sie an Ihre individuelle Abrechnung

Dabei müssen wir unterscheiden, wo Ihr PKV Vertrag betreut wird.

Von mir betreute PKV Kunden

Sollten Sie Ihre private Krankenversicherung bei mir damals abgeschlossen haben oder sollte ich Ihren Vertrag direkt betreuen, dann erstellen wir Ihnen diese Modellrechnung mit den detaillierten Daten gern KOSTENFREI und unverbindlich.

Es reicht aus, wenn Sie mir per E-Mail folgende Daten übermitteln.

  • – Bruttoeinkommen bisher

  • – Bruttoeinkommen während der Kurzarbeit (reduziertes Brutto)

  • – Beitrag zur PKV

  • – Beitrags zur Pflegepflichtversicherung

Alle anderen PKV Kunden, Lohnbüros, Interessierte

Haben Sie Ihre private Krankenversicherung anderweitig abgeschlossen und wird diese anderweitig oder bei dem Versicherer direkt betreut, oder haben Sie nur Interesse an einer Modellrechnung, dann können Sie diese selbstverständlich auch bekommen.

Seit mehreren Jahren, fast nun einem Jahrzehnt, unterstütze ich mit solchen Berechnungen, Tools und mehr die Arbeit eines Kinderhospizes und einen Kinderhilfsverein meiner Hausärztin. HIER mehr Details. Das möchte und werde ich auch hier wieder tun.

Gegen eine

Pauschale von 5 €

erhalten Sie, nach Bekanntgabe Ihrer Daten, auch diese Berechnung. Diese Beträge werde ich wieder sammeln und dann auf beide Organisationen verteilt spenden.

FORMULAR zur Anforderung der Berechnung

Alternativ können Sie- wenn online- mir die Daten auch im LiveChat übermitteln und für die „Bezahlung“ auf

diesen Link klicken.

Auch in der Email mit dem oben genannten Link finden Sie alle Daten.

Lassen Sie uns gemeinsam aus der unerfreulichen Sitiation Kurzarbeit noch eine kleine aber schöne Aktion machen.

Bei Fragen gilt wie immer- fragen!

Weitere Informationen finden Sie im folgenden Beitrag.

Kurzarbeit und die Private Krankenversicherung – Fragen und Antworten