Archiv für die Kategorie ‘GKV’

01.
April '19

Entfall der Familienversicherung – wie kann ich mein Kind rückwirkend versichern?


Allein in den letzten Tagen hatte ich unzählige Anfragen, welche sich alle mit einem Thema beschäftigen. Der rückwirkenden Aufnahme der Kinder, nachdem die gesetzliche Krankenkasse (GKV) das Ende der Familienversicherung erklärt hat. Manchmal passiert dieses nur einige Monate rückwirkend, manchmal aber für mehrere Jahre. Rechnet man dann die Beiträge zusammen, so kommen mit knapp 190 Euro pro Monat und manchmal zwei oder mehr Kindern leicht fünfstellige Beträge zusammen.

Ist das „Kind einmal in den Brunnen gefallen“, so ist der Ärger meist groß. Dann sind schnell Aussagen zu lesen wie:

  • – die private Krankenversicherung will mein Kind nicht rückwirkend aufnehmen
  • – maximal zwei Monate kann ich den Antrag in der PKV zurück datieren
  • – die GKV besteht auf eine rückwirkende Versicherung
  • – wenn ich nachweise, dass ich eine rückwirkende PKV finde, lässt mich die GKV auch raus

Klar, jetzt wird versucht die Nachzahlungen von einigen tausend Euro noch zu vermeiden. Das ist aber problematisch, denn selbst würde eine PKV noch für ein Jahr oder länger den Schutz erklären (und auch hierfür Beiträge verlangen), selbst dann wäre eine Leistung ausgeschlossen. Auch wenn Sie rückwirkend Beiträge zahlen, der Beginn der Versicherung heute führte dazu, dass Leistungen nicht übernommen werden.

Auch kann ein Arzt nicht damals als GKV (da dachten Sie ja noch es wäre die Familienversicherung) und nun plötzlich rückwirkend als private Leistung abrechnen. Also, lange Rede kurzer Sinn, es geht einfach nicht. Ich kann nicht heute einen Versicherungsschutz über Jahre abbilden, welcher damals versäumt wurde.

Familienversicherung – großes Problem bei Selbstständigen und schwankendem Einkommen

Problematisch und meist noch undurchsichtiger wird es, wenn das Einkommen schwankt. So ist es bei Selbstständigen und Freiberuflern. Hier kann es durchaus passieren, dass das Einkommen in einem Jahr über der JAEG liegt. Eine vereinfachte Übersicht wann und wie die Kinder zu versichern sind gibt es hier:

Ändert sich das Einkommen nun aber, so kann eine Familienversicherung auch rückwirkend entfallen. Steht zum Beispiel das Einkommen aus 2017 oder 2018 erst im Jahre 2019 fest, entfällt die Familienversicherung eben nicht erst zur Feststellung, sondern rückwirkend!

Für das Jahr Feststellung der entfällt die Familienversicherung rückwirkend für das jeweilige Jahr. Kommt also der Bescheid 2017 nun gerade im März 2019, so sind die Kinder ab dem Jahr 2017 nicht mehr gesetzlich in der Familienversicherung und müssen dort Beiträge zahlen, oder aber in die private Krankenversicherung. Das geht aber eben nicht rückwirkend.

Klar lassen sich bei einigen Unternehmen einmal zwei oder drei Monate überbrücken und Sie dürfen bis dahin nicht die freiwillige Versicherung beantragt haben, aber eine generelle Lösung kann das nicht sein.

Beamte und der rückwirkende Entfall bei Erhöhung der Besoldung

Ein ähnliches Problem haben Beamte, welche rückwirkend in eine höhere Besoldungsstufe eingruppiert werden oder wo Veränderungen der Besoldung erst Jahre später dokumentiert wurden. So kann auch hier aus einer recht kleinen Erhöhung der Bezüge ein größeres Problem werden. Auch hier ist es durchaus denkbar, dass die Familienversicherung rückwirkend entfällt und somit die gesetzliche Kasse nachträglich Beiträge nachfordert.

Gerade einem Fall aus der letzten Woche passierte genau das. Die GKV erklärte nun zum 01. Januar 2018 den Entfall der Familienversicherung und forderte die Beiträge für beide Kinder ab diesem Termin. Somit standen Beträge von über 5.000 € im Raum. (2 Kinder, 185 € monatlich für GKV inkl. Pflege, rückwirkend ab 01.01. des Vorjahres). Der Versicherte hatte nun die Ideen, seine Kinder einfach bei der Debeka (wo er selbst versichert ist) nachzuversichern. Debeka bot an, zwei Monate maximal zurück zu datieren und damit den Beginn auf den 01.01.2019 festzusetzen. Das gefiel aber der GKV nun gar nicht. Entweder „Sie weisen einen lückenlosen Versicherungsschutz zum 01.01.2018 nach, oder es muss die freiwillige Versicherung erklärt werden.“, schrieb diese dem Familienvater. Eine solche freiwillige Versicherung muss aber auch regulär gekündigt werden. Bei dem Erhalt des Briefes im März 2019 hätte das also bedeutet:

Die rückwirkende und freiwillige Versicherung beider Kinder per 01.01.2018 erklären und diese sofort wieder kündigen. Damit wäre eine Kündigung zum Ende des übernächsten Monats (also April 2019) möglich und endet dann (wenn eine PKV nachgewiesen wurde) per 01. Juni 2019. Für die rückwirkenden Monate (Januar 2018 bis Mai 2019) müssen dann die Beiträge für eine freiwillige Versicherung gezahlt werden, in unserem Fall also 6.290 €.

Dem wollte der Beamte entgehen, hat er doch 80% Beihilfeanspruch für die Kinder und eine private Versicherung würde ca. 35 € kosten. Also 35*2 Kinder * 17 Monate = 1.190 €.

Doch daraus wurde nichts. Neben der eigenen Versicherung (der Debeka) weigerte sich auch die private Krankenzusatzversicherung der Mutter, die HUK Coburg, eine solche Absicherung rückwirkend anzubieten. Diese bot noch nicht einmal einen Schutz ab 01. 01. 2019 an, sondern nur in die Zukunft gerichtet.

Die zu stellenden Gesundheitsfragen in beiden Fällen sich zudem noch ein weiteres Thema, gerade wenn die Kinder nicht ganz gesund sind oder aber laufenden Behandlungen (Kieferorthopädie zum Beispiel) anstehen oder bereits angeraten wurden.

In diesem Fall kam noch erschwerend dazu, dass es auch hier weitere Behandlungen in den letzten Monaten gab, wonach ein privater Schutz eher ausgeschlossen werden kann. Eine andere Wahl als nachzuzahlen und die Kinder nun privat zu versichern gab es da leider nicht. Da tun die 6.200 € schon weh, zumal es ab Beginn in der PKV viel einfacher gewesen wäre, dazu als Beamter deutlich günstiger.

Optionen als Lösung

Eine Lösung des Problems? Ein Optionstarif. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, welche Kriterien nötig sind, um ein solche Option zu erfüllen, Die HALLESCHE Krankenversicherung hat vor einigen Wochen einen solchen Tarif aufgelegt und bietet einen Schutz für genau diese Fälle.

Mit dem Optionsbaustein OPTI FLEX bietet sich damit eine Möglichkeit, welche auch bei Entfall der Familienversicherung einen solcher Versicherungsschutz aktiviert werden kann. Wer also für seine Kinder vorsorgt und sich bei Geburt oder dem Wechsel in die PKV für einen solchen Baustein entscheidet, der kann hier durchaus vorsorgen und große Schwierigkeiten vermeiden. Mit einem Beitrag von knapp über 7 Euro pro Monat ist diese Option durchaus das Geld wert.

Denken Sie also bei Geburt eines Kindes, dem Wechsel eines Elternteile in den Beamtenstaus oder dem Wechsel in die PKV auch oder gerade an die Optionen für Ihr Kind.

29.
Januar '19

„Sie sind nun freiwillig versichert.“ – ein Schreiben der Krankenkasse welches alles verändern kann, aber nichts muss


Es gibt eine Reihe von Menschen, die bekommen oder bekamen in den letzten Tagen einen Brief mit nahezu identischem Inhalt. Dort informiert die bisherige (und auch aktuelle) gesetzliche Krankenkasse darüber, dass die bisher bestehenden (Pflicht-)Mitgliedschaft nun zu Ende ist. Daraus ergeben sich, beim ersten Überfliegen des Schreibens, dann auch gleich weitere Fragen und „Probleme“, welche zumindest besprochen werden sollten. Nur wenn Sie umfassend informiert sind und wissen welche Tür sich wo öffnen kann, auch nur dann lässt sich fundiert und begründet entscheiden. Daher habe ich einige der fast immer auftretenden Fragen zusammengefasst und erkläre in diesem Beitrag,

  • – was es mit dem Ende der Pflichtversicherung auf sich hat

  • – ob Sie nun automatisch aus der GKV „rausgeworfen werden“

  • – wo die Tücken bei einem schnellen Abschluss der Weiterversicherung liegen

  • – wann und wie Sie sich nun versichern können

  • – warum Familien- und Berufsplanung elementar sind

  • – ob rückwirkend oder in die Zukunft eine Entscheidung sinnvoller ist

  • – und vieles, vieles mehr

Zunächst schauen wir uns einmal an, wen es denn überhaupt betrifft. Dieses Schreiben, welches Ihnen von Ihrer Krankenkasse geschickt wird, bekommen Sie nur unter bestimmten Voraussetzungen.

 

  • Sie müssen im Jahr 2018 über der damaligen JAEG (Jahresarbeitentgeltgrenze) verdient haben. Diese lag im Jahr 2018 bei 59.400 EUR und hier lesen Sie, was àgehört eigentlich alles zur JAEG und welche Anteile am Einkommen bleiben unberücksichtigt?
  • Sie müssen GLEICHZEITIG auch über der neuen Grenze (60.750 EUR) liegen, also muss Ihr Einkommen in 2018 (Januar bis Dezember) auch die Grenze für das Folgejahr überschritten haben. Alle Grenzwerte finden Sie hier im Blog bei den Sozialversicherungswerten 2019.

Nur wenn diese beiden Tatbestände erfüllt sind und Sie zudem angestellt sind, nur dann erhalten Sie dieses Schreiben und haben einen neue Tür, welche sich nun für Sie öffnet.

Aber allein weil eine Tür aufgemacht wurde, muss niemand durch diese gehen. Dazu aber gleich detailliertere Informationen.

Daher schauen wir uns nun die Fragestellungen etwas detaillierter an.

1.) Was hat es nun mit dem Ende der Pflichtversicherung auf sich?

Bisher waren Sie versicherungspflichtig versichert. Die Grundlage für diese Entscheidung bildet das Sozialgesetzbuch V und darin die Paragraphen fünf und alle weiteren. Dabei wird definiert, dass Sie sich mit einem Einkommen unterhalb der JAEG in einer gesetzlichen Kasse versichern müssen. Welche das sein soll, entscheiden Sie selbst, aber eine muss es werden.

Dabei gibt es noch die Besonderheit, eine Kasse nur bei einer Beitragserhöhung oder nach Ablauf der so genannten Bindungsfrist von 18 Monaten wechseln zu dürfen. Das gilt jedoch nicht bei einem Wechsel in die private Versicherung, auch wenn die Kassen es widerrechtlich immer und immer wieder neu behaupten.

Lesehinweis: Bindungsfrist gilt bei Wechseln in die PKV NICHT!

Durch das Überschreiten der JAEG im Jahre 2018 und gleichzeitig das Erreichen der Grenze 2019, wechseln Sie von der Pflicht- in die Freiwillige Mitgliedschaft. Dabei führt (ACHTUNG!) dieser Wechsel nicht zur Aufhebung der Bindungsfrist. Wollen Sie also in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben, so ist auch hier die 18-Monatsfrist zu beachten.

Soll hingegen das System verlassen werden und Sie möchten sich zukünftig privat versichern, dann können Sie dieses zu unterschiedlichen Terminen tun, dazu aber später noch mehr unter PUNKT 4.

2.) Werden Sie nun automatisch aus der GKV „rausgeworfen“?

Nein, natürlich nicht. Auch wenn es „Kollegen“ gibt, die nun zur Eile drängen weil Sie ja nun ohne Schutz sind, das ist mit Verlaub Unsinn. Aufgrund der bestehenden Versicherungspflicht endet ein Vertrag nur dann, wenn der neue Schutz für die Gesundheitsvorsorge nachgewiesen wurde, schriftlich.

Um das nochmals klar und deutlich zu sagen, Sie können raus, müssen es aber nicht und werden keinesfalls ohne Schutz dastehen.

3.) Wo liegen die Tücken bei einem schnellen Abschluss der Weiterversicherung?

Genauso falsch wie sich keine Gedanken zu machen, ist es übereilt die Weiterversicherung als so genannte Freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) zu erklären. Denn hier lauern durchaus gefahren. Einige Krankenkassen(-mitarbeiter) wollen hier das „schnelle Geschäft“ und empfehlen den nun (möglicherweise) abtrünnig werdenden Kunden tolle Tarife. Tarife mit Selbstbeteiligung, Tarife mit einer Rückerstattung wenn Sie keine Leistungen benötigen oder auch Tarife mit weiteren Zusatzleistungen. Alle gemein haben aber eins, es handelt sich um sogenannte Wahltarife. Hiermit beschäftigen sich diverse Paragraphen des Sozialgesetzbuches und es gibt unzählige Tarife davon. Eines haben aber alle gemeinsam. Setzen Sie eine Unterschrift unter einen Wahltarif, so binden Sie sich an die Kasse. So kann es durchaus zu einer Mindestvertragslaufzeit von bis zu drei (!) Jahren kommen, eine Zeit, in der Sie keine andere GKV und auch keine private Versicherung abschließen können.

Mehr Informationen zu den Wahltarifen und deren Kündigung finden Sie HIER

Lesehinweis: Alle Informationen zu Wahltarifen – ein Ratgeber

4.) Wann und wie können Sie sich nun versichern?

Das ist die wichtigste Frage, denn es ist elementar sich zu informieren und Optionen auszuloten, nur wenn Sie den Markt und die Möglichkeiten kennen, nur dann ist eine sinnvolle Entscheidung möglich.

In einem älteren Artikel habe ich den genauen Ablauf schon einmal beschrieben und die beiden Möglichkeiten aufgezeigt.

Lesehinweis: Post von der Krankenkasse – Sie nun versicherungsfrei

Die erste ist eine ganz normale und reguläre Kündigung der GKV um dann zum Ende des übernächsten Monats diese zu verlassen. Kündigen Sie im Januar, endet die GKV also zum Ende März.

Eine andere Option ist die Rückwirkende Beendigung der GKV. Dieses ist möglich aber natürlich auch hier mit Vor- und Nachteilen behaftet. Hier ist jedoch die Frist von 14 Tagen nach Zugang des GKV Schreibens zu beachten.

Sie können nun rückwirkend aus der GKV austreten- wenn Sie mögen

Danach können Sie dann zu einer anderen Kasse wechseln, sich privat versichern und / oder genauer überlegen ob eine Kombination aus GKV und Zusatzversicherung vielleicht sinnvoll ist.

5.) Warum Familien- und Berufsplanung elementar sind

Für die Auswahl des richtigen Systems ist aber lange nicht nur der Versicherungswunsch wichtig. Es ist vielmehr entscheidend wo die private und berufliche Reise im Leben hin gehen soll. Auch wenn da sicher viel „hätte, könnte, sollte, würde und vielleicht“ in diesen Überlegungen steckt, es ist doch sinnvoll sich dazu Gedanken zu machen. In meinem

Leitfaden zur PKV / GKV

erkläre ich Ihnen Unterschiede und Optionen, kläre Fragen zu den Beiträgen im Alter und der Überlegung welcher Schutz oder welche Kombination in Ihrem Fall sinnvoll und passend ist. Klar ist und sollte immer sein, Geld sparen werden Sie mit keinem der Systeme auf das Leben gesehen. Warum? Das gehört in eine sinnvolle Beratung, aber jeder der Ihnen zu einem PKV Wechseln wegen Beitragsersparnis rät, der gehört vor die Tür, auch wenn es da kalt und zugig ist.

6.) Ist die rückwirkende Entscheidung oder eine für die Zukunft sinnvoller?

Hier gibt es kein richtig oder falsch, hier ist es wichtig wie weit Sie schon sind. Auch ist die Frage zu klären, ob es im Jahr 2019 (also 1. Januar bis zum Zugang des Schreibens Ihrer Krankenkasse) schon Arztbesuche gab. Können oder müssen Sie diese Frage mit ja beantworten, so ist es sinnvoller den Wechsel in die Zukunft gerichtet zu vollziehen oder einfach zu warten.

Gab es hingegen keine Behandlungen und Medikamente und sind Sie mit der Entscheidung welches System für Sie das geeignete ist schon weiter fortgeschritten, so kann auch ein rückwirkender Wechsel die passende Lösung sein.

Wichtig ist auch hier, keine überstürzten Entscheidungen zu treffen und diese später zu bereuen. Nur wer sich intensiv mit den Systemen auseinandergesetzt hat, der kann begründet eine Entscheidung treffen.

7.) Sie haben schon eine Anwartschaft oder Option? Dann bitte VORSICHT!

Haben Sie sich in der Vergangenheit schon einmal für eine Anwartschaft entschieden oder eine Option abgeschlossen? Wollten Sie sich damit den Weg in die Private Krankenversicherung sichern? Dann ist dieses eine besondere Situation, welche weitere Beratung und Planung erfordert. Im Wesentlichen hat dieses zwei Gründe. Einerseits gilt es nun zu prüfen, ob die Anforderungen an Tarif und Auswahlkriterien noch immer identisch sind, oder ob es nicht doch passendere Tarife gibt und auf der anderen Seite die Gesundheit.

Beides ist wichtig um zu beurteilen, welche Wege Ihnen (zusätzlich zur Anwartschaft und Option) noch offen stehen.

Ohne Beratung keine sinnvolle Entscheidung

Sie sehen also, es sind doch einige Punkte mehr zu beachten und zu überlegen, bevor eine Entscheidung getroffen werden kann.

Als weitere Lektüre empfehle ich Ihnen folgende Links:

Alles Weitere gilt es dann detailliert zu besprechen, denn hier sind wir dann weit weg von „der oder der Tarif ist gut“ oder „Meine Freunde/ Kollegen sind bei XYZ versichert“, denn Sie kaufen auch nicht die gleiche Kleidung und richten Ihre Wohnung/ das Haus genauso ein, oder?

Meine Kollegen/ Freunde sind bei … versichert. Warum Freunde und Bekannte kein guter Ratgeber bei der Auswahl der privaten Krankenversicherung sind

12.
Dezember '18

Arbeitgeberzuschuss 2019 und Sozialversicherungswerte 2019


In meinem gestrigen Beitrag habe ich bereits über die neuen Beitragsbemessungsgrenzen und die neue JAEG 2019 geschrieben.

Nun sind aus dem Referentenentwurf auch weitere Zahlen bekannt. Auch die Pläne zur Neuordnung der Pflegeversicherung und der damit verbundenen Anpassung der Beiträge um 0,5 Prozentpunkte sind relativ sicher. Daher habe ich die- Sie kennen es aus den letzten Jahren- Übersichten für 2019 aktualisiert und stelle diese wie immer kostenfrei zur Verfügung.

Hinweis an Kollegen: Unverändert können diese gern genutzt und weitergegeben werden. Für eine Nutzung mit eigenem Logo oder verändert, kontaktieren Sie mich bitte vorab.

Allen Tabellen und Berechnungen liegen folgende Daten zugrunde.

1.) Referentenentwurf mit den vorläufigen Zahlen 2019

2.) Annahme der Steigerung der Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte

3.) durchschnittlicher ZUSATZbeitrag der GKV liegt unverändert bei 1% bestätigt: Zusatzbeitrag 0,9%

4.) Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt auf 2,5%

Es können sich noch die Beiträge der Renten- und/oder Arbeitslosenversicherung (beschlossen wurde eine Senkung von 3,0 auf 2,5% Beitragssatz ab 2019) und damit auch die damit berechneten Höchstbeiträge ändern. Sobald es hier konkrete und verbindliche Zahlen gibt, passe ich es entsprechend an. Doch zunächst einmal die Änderungen 2018 auf 2019 in der Übersicht.

Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung 2019

Die bisherige Grenze betrug in 2018 monatlich 4.425 € oder richtigerweise jährlich 53.100 €. Ab dem 01. 01. 2019 sind in der Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge bis zur neuen Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 4.537,50 €/ jährlich 54.450 € zu zahlen.

Beitragsbemessungsgrenze KV 2019:

54.450 € (2017: 53.100 €), monatlich 4.537,50 €

ACHTUNG! Für die Berechnung des Arbeitgeberzuschuss und auch der folgenden Höchstbeträge sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Dabei sind noch nicht alle Vorgaben bestätigt. Der Gesundheitsminister hat derzeit eine Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrages um 0,5% geplant, final bestätigt ist diese noch nicht. Was aber sicher ist, es kommt ab dem Jahr 2019 wieder eine paritätische Versorgung. Hier hatte ich schon Anfang des Jahres zu Details geschrieben.

Arbeitgeberzuschuss zur Privaten Krankenversicherung in 2019

Damit verändern sich zwangsläufig weitere Werte. Der Arbeitgeberzuschuss 2019 errechnet sich demnach wie folgt:

Für das Jahr 2019 ergibt sich somit folgende Berechnung:

Zuschuss zur Krankenversicherung (Grundbeitrag)

14,6% GKV Beitragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

7,3% x 4.537,50 € = 331,24 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2019

Zuschuss zur Krankenversicherung (auf ZUSATZbeitrag)

DAZU kommt ab 2019 auch der kassenindividuelle ZUSATZbeitrag (dieser liegt zwischen null und 1,7 Prozent, der durchschnittliche ZUSATZbeitrag bei 0,9%)

ZUSCHUSS berechnet sich also in 2019 wie folgt:

0,45% x 4.537,50 € = 20,41 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung TEIL II 2019

Zuschuss zur Pflegeversicherung (Annahmen: 3,05% mit Kindern, 3,3% ohne Kinder)

Pflegeversicherung ZUSCHUSS berechnet sich also in 2019 wie folgt:

1,525 % x 4.537,50 € = 69,20 € = AG Zuschuss zur Pflegeversicherung 2019

Im Vergleich zu 2018 (Werte hier) steigt der Arbeitgeberzuschuss durch die Paritätische Versorgung und die Erhöhung der Beiträge in der Pflegepflichtversicherung auf folgende Werte:

Arbeitgeberzuschuss 2019 Krankenversicherung (inkl. ZUSATZbeitrag) = 351,66 EUR

Arbeitgeberzuschuss 2019 Pflegepflichtversicherung (inkl. ZUSATZbeitrag) = 69,20 EUR

Berechnung der Höchstbeiträge 2019 in der gesetzlichen Krankenversicherung

Der Gesamtbeitrag der GKV in 2019 berechnet sich dann wie folgt:

Beitrag zur Krankenversicherung (Grundbeitrag)

14,6% GKV Beitragssatz

14,6% x 4.537,50 € = 662,48 € = Krankenversicherungsbeitrag (Höchstbeitrag) Teil I

Zuschuss zur Krankenversicherung (auf ZUSATZbeitrag)

DAZU kommt ab 2019 auch der halbe Zuschlag auf den durchschnittlichen ZUSATZbeitrag (in 2019 = 0,9%)

ZUSCHUSS berechnet sich also in 2019 wie folgt:

0,9% bis 1,7% x 4.537,50 € = 40,84 bis 77,14 € = Krankenversicherungsbeitrag TEIL II (ZUSATZbeitrag) 2019

Zuschuss zur Pflegeversicherung (Annahmen: 3,05% mit Kindern, 3,3% ohne Kinder)

Pflegeversicherung ZUSCHUSS berechnet sich also in 2019 wie folgt:

KINDERLOS 3,3% x 4.537,50 € = 149,74 € = AG Zuschuss zur Pflegeversicherung 2019

MIT KINDERN 3,05% x 4.537,50 € = 138,39 € = AG Zuschuss zur Pflegeversicherung 2019

Danach ergeben sich folgende Höchstbeiträge:

Gesetzliche Krankenkasse ohne ZUSATZbeitrag: 662,48 €

Gesetzliche Krankenkasse mit durchschnittlichem ZUSATZbeitrag (0,9%): 703,31 €

Gesetzliche Krankenkasse mit höchstem ZUSATZbeitrag (1,7%): 739,62 €

DAZU kommt die Pflegeversicherung

Gesetzliche Pflegeversicherung OHNE KINDER: 149,74 €

Gesetzliche Pflegeversicherung MIT KINDERN: 138,39 €

Ein Arbeitnehmer über der Beitragsbemessungsgrenze zahlt somit für seine

Krankenversicherung GKV (inkl. max. der Hälfte von 1,7% ZUSATZbeitrag) max. 739,62 EUR

zzgl. als Kinderloser Versicherter max. 149,74 EUR in der Pflegeversicherung

= 889,36 EUR

Liegt Ihr Jahreseinkommen zwischen 59.400 € p.a. und 60.750 €, so werden Sie dadurch voraussichtlich ab dem 1. Januar 2019 versicherungspflichtig in der GKV und müssen sich auf Antrag befreien lassen. Diese Befreiung gilt nur für den einen Grund (steigende Beitragsbemessungsgrenze) unwiderruflich, mehr Informationen in meinem Beitrag „Wie kann ich in der PKV bleiben

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung beträgt in 2019

West: 80.400 € oder 6.700 € monatlich (in 2018 waren es 78.000 € €, ein Plus von 2.400 €)

Ost: 73.800 € oder 6.150€ monatlich (in 2018 waren es 69.600 €, ein Plus von 4.200 €)

Vollständige Werte finden sich in meiner neuen Übersicht. Diese steht zur freien Verwendung (unverändert) jedermann zur Verfügung. Download als pdf und als Grafik

13.
November '18

Kann ich mein Kind rückwirkend privat in der PKV versichern?


Der erste Schock ist überwunden, die gesetzliche Krankenkasse hat gekündigt und fordert nun rückwirkend Beiträge nach. Alle Details warum diese das kann, darf und sogar muss habe ich Ihnen hier aufgeschrieben.

Die GKV kündigt rückwirkend die Familienversicherung – was Sie tun können

Die erste Verwunderung ist nun vorbei, jetzt geht es an die weitere Planung wie denn die Kinder zukünftig versichert sein sollen und welches System das passende ist. Forderungen der gesetzlichen Krankenkasse, ein Beitragsbescheid und die Befürchtung „die großen Summen kann ich so schnell gar nicht zahlen“ sind nicht gerade hilfreich für eine besonnene Entscheidung. Die bedarf es aber!

Schnell folgt dann eine durchaus entscheidende Frage, die auf den ersten Blick auf der Hand liegt.

Kann ich mein Kind rückwirkend privat in der PKV versichern?

Das ist nachvollziehbar, denn wenn die gesetzliche Kasse nun einmal 180 EUR oder mehr pro Monate will und es noch nicht einmal einen Arbeitgeberzuschuss für das GKV versicherte Kind gibt, dann kommt schnell die Idee der PKV. Mehrmals die Woche erwartet mich diese Frage im LiveChat, welchen Sie für weitere Rückfragen gern nutzen können.

Doch so einfach ist es dann doch nicht und die Unternehmen der privaten Krankenversicherung können und wollen dann doch keinen Versicherungsschutz für die letzten Jahre rückwirkend bieten, manche nicht einmal einen Tag. Damit zumindest verständlich wird warum, sollten Sie die Unterschiede zwischen dem technischen, materiellen und formellen Versicherungsbeginn zu kennen. (Versicherungsbeginne in der PKV – hier mehr Erklärungen dazu)

Doch bevor wir uns die Möglichkeit der Weiterversicherung anschauen und uns mit der ToDo Liste für Sie beschäftigen, davor klären wir erst einmal, wann der Schutz der GKV endet.

Wann endet der Schutz in der gesetzlichen Krankenkasse

Wir müssen hierbei unterscheiden, ob der Schutz der Familienversicherung nach § 10 SGB V endet, oder ob der Schutz in der GKV generell beendet wird und damit auch keine Leistungen mehr erbracht werden. Bisher war die gesetzliche Krankenkasse davon ausgegangen, die Kinder wären kostenfrei im Rahmen der Familienversicherung versichert. Das ist nun nicht mehr so. Durch Kenntnis neuer Umstände und/ oder eines ausgefüllten Familienfragebogens weiß diese nun, dass ein Schutz nicht mehr kostenfrei bestehen kann.

Dennoch gilt auch weiterhin die Versicherungspflicht und damit ist nicht einfach Schluss mit GKV Leistungen. Dennoch möchte die Krankenkasse natürlich dann für Ihre Leistungen Geld, einen Beitrag als freiwilliges Mitglied.

Durch diese Regelungen, unter anderem begründet in §193 VVG (Versicherungspflicht), §10 SGB V (Familienversicherung) und weitere. Aus dem §10 ergibt sich übrigens auch die Verpflichtung, geänderte Umstände zu melden. Dort heißt es:

(6) Das Mitglied hat die nach den Absätzen 1 bis 4 Versicherten mit den für die Durchführung der Familienversicherung notwendigen Angaben sowie die Änderung dieser Angaben an die zuständige Krankenkasse zu melden. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen legt für die Meldung nach Satz 1 ein einheitliches Verfahren und einheitliche Meldevordrucke fest.

Weitere Regelungen dazu finden sich auch im §9, denn dort heißt es:

§ 9 Freiwillige Versicherung
(1) Der Versicherung können beitreten

  1. (…)

  2. Personen, deren Versicherung nach § 10 erlischt oder nur deswegen nicht besteht, weil die Voraussetzungen des § 10 Abs. 3 vorliegen, wenn sie oder der Elternteil, aus dessen Versicherung die Familienversicherung abgeleitet wurde, die in Nummer 1 genannte Vorversicherungszeit erfüllen,

Auch da seht können, nicht müssen. Wer sein Kind also nicht in der GKV weiterversichern möchte, der braucht das eben nicht tun. Dann bedarf es aber eines anderen Schutzes, welcher die Voraussetzungen zur Versicherungspflicht erfüllt- die PKV.

Wie bekomme ich rückwirkenden PKV Schutz?

In den meisten Fällen wollen und können die privaten Versicherer den Schutz nicht rückwirkend abbilden. Einige bieten an, für die letzten Monate einen Versicherungsschutz zu gewähren, hierbei gibt es aber einige Stolperfallen zu beachten.

1.) Rückwirkender Antrag und Beginn bedeutet keine Rückwirkende Leistung

2.) Leistungen aus der GKV müssen ggf. zurück gezahlt werden

3.) Es kann, muss aber nicht die eigene Gesellschaft sein.

Um einen solchen Schutz zu bekommen ist eine umfangreiche Beratung nötig. Mal „schnell eben nebenbei“ lässt sich ein solches Konstrukt nicht abbilden. Der Schutz der gesetzlichen Krankenkasse endet nicht einfach so und automatisch, Sie müssen etwas tun.

Folgende Unterlagen brauchen Sie für eine Beratung

Bevor es überhaupt Überlegungen gibt, die Kinder nun teilweise rückwirkend privat zu versichern, besorgen Sie bitte folgende Unterlagen und scannen sie ein, um diese bei einer Beratung greifbar zu haben.

1.) Kopie Ihres letzten Versicherungsscheins der eigenen PKV

2.) Kopie des Schreibens der GKV, ggf. mit dem zugegangenen Beitragsbescheid

3.) U Untersuchungshefte der Kinder (dabei auch die like Seite, auch oder gerade wenn dort nichts angekreuzt ist)

Weiterhin machen Sie sich bitte Gedanken zu dem gewünschten Versicherungsschutz. Dabei helfen Ihnen

1.) die Auswahlkriterien zur PKV

2.) der Kriterienfragebogen zur PKV

Mit all diesen Unterlagen wenden Sie sich an einen qualifizierten Berater. Dieser wird dann die Möglichkeiten mit Ihnen herausfinden und Ihnen zeigen, bei welchen Gesellschaften Sie den Schutz auch rückwirkend bekommen können. Das wird jedoch niemals über einen Zeitraum mehrerer Jahre gehen, ist aber auch dort auch aus anderen Gründen nicht sinnvoll.

Die GKV muss daher wirksam beendet und dort ein neuer Schutz nachgewiesen werden. Die private Krankenversicherung leistet aber auch dann nicht rückwirkend, wenn Sie dort eine Prämie zahlen. Es kann jedoch dennoch sinnvoll sein diese soweit als irgend möglich zurück zu datieren und einen solchen Schutz der GKV nachzuweisen. Fragen zur Rückforderung von GKV Behandlungskosten stehen dann noch zusätzlich im Raum und sollten besprochen werden.

Weiterhin sollten Sie nie voreilig eine freiwillige Versicherung in der GKV für die Kinder erklären oder einen solchen Antrag unterschreiben.

Fazit

Ein Schutz in der PKV ist auch rückwirkend möglich, wenn auch nicht über Jahre zurück. Hierbei sind jedoch verschiedene Fragen zu klären und Gegebenheiten zu berücksichtigen, welche in eine ausführliche Beratung gehören. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an einen spezialisierten Berater oder nutzen die Kontaktmöglichkeiten hier auf der Seite oder im LiveChat

07.
November '18

Die GKV kündigt rückwirkend die Familienversicherung – was Sie tun können


Es scheint gerade wieder „in“ zu sein bei den gesetzlichen Kassen, die Prüfung der Familienversicherung der Kinder. Nur damit kein falscher Eindruck entsteht, die Kassen müssen das tun und tun das auch zurecht.

Warum wird die Familienversicherung geprüft?

Die gesetzliche Krankenkasse tut das, was die tun muss. Sie prüft die Voraussetzungen der gesetzlichen Familienversicherung der Kinder. Anders als die freiwillige Versicherung in der GKV ist eine Familienversicherung unter verschiedenen Voraussetzungen beitragsfrei und kostet somit keinen Beitrag.

Dabei müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt werden, welche im weitesten Sinne in dem Paragraphen 10 des Sozialgesetzbuches V festgeschrieben sind. Damit es etwas einfacher zu prüfen ist, habe ich ein Schema erstellt. Gehen Sie dieses langsam von oben nach unten durch. Dadurch prüfen Sie selbst ob ein Anspruch auf (kostenfreie) Familienversicherung der Kinder besteht oder ob Beiträge fällig werden.

Muss ich die Kasse selbstständig informieren?

Viele von Ihnen werden auf diese Seite gekommen sein, weil die Kasse gerade einen Fragebogen geschickt hat oder gar schon einen Beitragsbescheid. Auch die Kündigung der Familienversicherung ist ein Anlass danach zu googeln und so landen einige von Ihnen hier.

Haben Sie vorher bereits zusammengelebt und vielleicht gemeinsame Kinder, so ändert sich die Situation der Versicherung der Kinder oft bei der Hochzeit. Hier besteht durchaus die Pflicht zur Information. Ist dieses nicht erfolgt, so schickt die gesetzliche Krankenkasse früher oder später einen so genannten „Fragebogen zur Familienversicherung“. Mit diesem soll geprüft werden, ob die Kinder einen Anspruch auf eine kostenfreie Weiterversicherung haben.

Ist dem nicht so, so kann die Kasse reagieren und Sie sich entscheiden. Informieren Sie die Kasse nicht und hoffen nun „wird schon nichts passieren“, so ist das keine gute Wahl. Irgendwann stehen hohe Nachzahlungen im Raum und es macht die Situation nicht besser.

Sie sollten die Krankenkasse informieren, wenn

  • – wenn sich der Familienstand ändert

  • – wenn ein Kind geboren wird

  • – wenn sich der Status eines Elternteils ändert (GKV oder PKV)

  • – bei verändertem Einkommen/ Zugang des Steuerbescheides

Darf die Kasse die Kinder aus der GKV werfen?

Generell wirft Sie die Kasse nicht raus, auch wenn das oftmals so geschildert wird oder so erscheint. In dem Schreiben der gesetzlichen Krankenkasse heißt es oft:

„Wir kündigen hiermit die Familienversicherung der Kinder rückwirkend zum _____. Bitte senden sie uns den Antrag auf freiwillige Weiterversicherung bis zum ____ zu.“

Damit endet die freiwillige Familienversicherung, es endet aber nicht der Versicherungsschutz für die Kinder.

Haben die Kinder sofort keinen Versicherungsschutz?

Aufgrund der herrschenden Versicherungspflicht kann auch niemand ohne Versicherungsschutz sein. Dieser besteht also bei der GKV weiter, auch wenn Sie hierfür nun (rückwirkend) Beiträge zahlen müssen.

Ihr Kind ist also auch weiterhin versichert, auch müssen Sie keine Kosten für ärztliche Behandlungen zurückzahlen. Alle bisher erstatteten Kosten für Ärzte, Krankenhäuser und auch den Kieferorthopäden werden Sie auch weiterhin erstattet bekommen bzw. müssen diese auch nicht zurückzahlen.

Muss ich nachzahlen?

Ja. Endet die Familienversicherung rückwirkend, dann müssen die Beiträge ab dem Termin nachgezahlt werden. Dabei wäre es auch ungerecht wenn dem nicht so wäre, denn sonst fördert dieses „ich mache mal nix, wird schon klappen“. Die Versicherten, welche es direkt melden und damit Beiträge zahlen sollen nicht gegenüber denen die es nicht melden (ob bewusst oder aus Unwissenheit) benachteiligt werden.

Die gesetzliche Krankenkasse kann dabei auch Beiträge der letzten drei Versicherungsjahre nachfordern, das bedeutet bei einer Festsetzung in 2018 müssen Sie auch die Monate aus 2015 noch nachzahlen.

Durch solche langen Fristen und oft auch verspätete Steuerbescheide führt dieses oft zu hohen Nachzahlungen.

Wie hoch ist der Beitrag für freiwillig versicherte Kinder?

Das kommt auf das Einkommen an. Hat das Kind kein anderes Einkommen, so muss dieses den Mindestbeitrag zahlen. Dabei gilt für Kinder der ermäßigte Beitragssatz (ohne Anspruch auf Krankengeld) Für Kinder liegt dieser je nach Krankenkasse und deren Zusatzbeitrag bei:

  • 150 – 165 EUR/ Monat für die Krankenversicherung

  • plus ca. 25 EUR/ Monat für die Pflegepflichtversicherung

Damit fallen schon einmal knapp 180 EUR pro Monat an. Bei einer Rückforderung von 3 Jahren liegen diese Beitragsbescheide somit schnell bei 6.500 Euro oder mehr. Wer dazu mehrere Kinder hat, der hat eine solche Rückforderung für jedes Kind zu zahlen.

Gibt es Ratenzahlung?

Ja, sprechen Sie rechtzeitig mit der gesetzlichen Kasse und klären die Umstände. Ist der Beitragsbescheid erlassen, beachten Sie bitte darauf die Rechtsbehelfbelehrung. Diese enthält eine Frist, in der müssen Sie auf eine Festsetzung reagieren, da diese sonst (selbst wenn diese falsch wäre) wirksam wird.

Meine Kasse stellt mir über 700 EUR pro Monat und Kind in Rechnung?

Einigen Versicherten schreiben die Kassen vorab und fordern den Familienfragebogen oder weitere Unterlagen an. Werden solche Anfragen ignoriert, so sehen die Kassen als einzige Chance dann noch einen Beitragsbescheid zum Höchstbeitrag. Damit unterstellt man dem Kind eigene Einkünfte und berechnet daher den Höchstbeitrag. So werden statt der 180 EUR schnell einmal 750 EUR pro Monat und aus 7.000 EUR Rückforderung schnell 27.000 EUR. Eine solche Geschichte finden Sie in meinem Beitrag HIER.

Wie kann ich meine Kinder nun versichern?

Generell besteht hier Wahlfreiheit. Auch eine Pflicht das Kind nun in der Privaten Krankenversicherung (PKV) zu versichern besteht nicht. Das habe ich in meinem Beitrag hier bereits erklärt.

Mein Kind muss „ja dann auch“ in die Private Krankenversicherung (PKV)

Dabei besteht somit als erstes die Möglichkeit die Kinder auch weiterhin in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Dabei fallen dann die oben beschriebenen Beiträge an. Dazu muss ein Antrag auf freiwillige Versicherung gestellt werden.

Soll das Kind aber in der PKV versichert werden, so sollten Sie diesen Antrag gerade nicht stellen. Einige Tücken sind hier zu beachten um nicht unnötig lange in der GKV gebunden zu sein.

Wer sich für die gesetzliche Krankenkasse (GKV) für seine Kinder entscheidet, der muss zwingend beachten: Ein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss für eine freiwillige Versicherung besteht nicht.

Arbeitgeberzuschuss für Kinder und freiwillig GKV Versicherte

Wenn das Kind in die PKV soll…

oder zumindest dieses überlegt wird, dann steht Beratung an erster Stelle. Dabei müssen nicht nur viele Auswahlkriterien beachtet werden, auch einige Mythen sind aus dem Weg zu räumen.

Es muss nicht die gleiche Versicherung sein, bei der die Eltern versichert sind, es muss auch nicht der gleiche Schutz sein und vieles mehr.

Wie Sie die Kinder rückwirkend versichern können, ob und wie weit in die Vergangenheit dieses möglich ist, das erkläre ich in einem weiteren Beitrag. Zunächst gilt aber:

  • – keine Anträge bei der GKV unterschreiben

  • – sich beraten lassen

  • – auch bei hohen Beitragsbescheiden nicht erschrecken lassen

  • – auf die Fristen zum Widerspruch achten (Begründung kann nachgereicht werden)