Archiv für die Kategorie ‘GKV’

31.
Oktober '20

Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung – wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt…


Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung? Eigentlich sollten wir diese doch Beitragserhöhungen nennen, sagte mir die Tage jemand in einer Beratung. Und ja, oft oder meist ist eine Anpassung eine Erhöhung der Beiträge, auch wenn es Beitragssenkungen in der Krankenversicherung ebenso gab und gibt.

Natürlich bekommt niemand gern Post a la „Sie müssen mehr zahlen“. Ich möchte aber- auch wenn meine Beratung bei einigen Kunden Jahrzehnte zurück liegt- heute einmal das „erklärende Einhorn“ spielen. (Was es mit dem Einhorn auf sich hat, dazu in einem anderen Beitrag einmal mehr.)

Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung – welche Gründe haben diese?

Zunächst einmal gibt es nicht den einen Grund. In meinem Beitrag zu den Beitragsanpassungen der Debeka und dem wenig seriösen Angebot der AXA habe ich bereits einige Erklärungen gegeben. Ich möchte das aber durchaus nutzen, um das Thema Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung hier weiter auszuführen.

Gesundheit kostet Geld und gerade in den heutigen Zeiten sehen wir auch, was uns als Gesellschaft ein stabiles und gutes Gesundheitssystem wert sein sollte und wert ist. Wir haben Menschen, die viel Zeit, Herzblut und Leidenschaft in die Tätigkeit im Gesundheitswesen stecken. Geht es um die Frage der fairen Bezahlung dieser Menschen, denn diese sorgen für eine hochwertige Versorgung, dann rufen alle: „Ja klar!“. Das hat aber auch mit steigenden Kosten zu tun. Auch das medizinische Personal möchte mehr in der Tasche haben für Ihren aufwändigen Job als das Klatschen vom Balkon aus. Wenn wir alle gemeinsam, also Personal in wichtiger Infrastruktur (bei aller Kritik an Geldverschwendung und Ineffizienz in einigen Bereichen) vernünftig entlohnen wollen, dann steigen damit unsere aller Beiträge. Das trifft auf GKV und PKV zu.

„Ich will medizinisches Personal und Pflegeberufe gut bezahlt haben… solange ich es nicht zahlen muss.“

…ist leider eine oft auftretende Meinung und das kann es eben gerade nicht sein. Es sind natürlich Kosten, die anfallen und Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung sind nicht vermeidbar und sogar wichtig und sinnvoll. Schauen wir uns einmal in unseren Nachbarländern um, dann sehen wir schnell wie wir es eigentlich nicht wollen: Die oft gelobten nordischen Länder sind nur solange hochgelobt, bis man krank ist.“ Sprechen sie einmal mit Menschen, die beide Systeme kennen und das nicht nur von einem Schnupfe! Diese hochwertige Gesundheitsvorsorge kostet Geld, viel Geld. Auch wenn wir als Gesellschaft oft und gern jammern und ich jeden sehr gut verstehen kann, der nicht (noch) mehr zahlen möchte, so werden wir auch langfristig in keinem System um steigende Gesundheitskosten herum kommen.

In vielen Beratungen habe ich schon einmal die Zahl „25 Prozent“ in den Raum geworfen. Das wird langfristig, meines Erachtens, der Wert sein (gerechnet vom Brutto), den jeder einzelne irgendwie für seie Gesundheit aufwenden muss. Dabei spielt das System: „GKV“ oder „PKV“ noch gar keine Rolle, es geht um eine generelle Entwicklung.

Wir als Gesellschaft können kaum auf der einen Seite faire Bezahlung und passende Versorgung nach Vollkaskomentalität erwarten, dafür aber Beitragsaufwendungen, wie für eine Minimalversorgung zahlen. Faire Bezahlung der Angestellten und Krankenhäuser kann eben nicht billig sein. Billig ungleich gut!

Das sehen wir auch in anderen Bereichen: „Qualität hat ihren Preis“, diese Aussage klingt vielen noch von den Großeltern in den Ohren und diese sehen wir auch in anderen Lebensbereichen. Doch genug der allgemeinen Zahlen, schauen wir uns die Beiträge einmal genauer an und betrachten die Gründe dieser Entwicklung:

Beitragsanpassungen in der gesetzlichen Krankenversicherung – wie wird hier angepasst?

In der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) sieht die Anpassung ganz anders aus und ist nicht mit der Privaten Krankenversicherung vergleichbar. Zumindest nicht von den Verfahrensweisen. Um die Kosten in der GKV zu senken und/ oder mehr Geld in das (umlagefinanzierte) System zu bringen, hat der Staat mehrere Möglichkeiten:

Steuerzuschüsse zur GKV erhöhen

Durch zusätzliche Mittel aus Steuereinnahmen fließen hier mehr Geld in den „Topf“ der gesetzliche Krankenkassen. Das ist nicht nur aktuell in der Pandemie so, auch sonst werden hier die Kosten teilweise auch aus Steuermitteln (mit-)finanziert. Eine solche Finanzspitze gibt es in der PKV so nicht.

Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung- Erhöhung der Zusatzbeiträge der Kassen (GKV)

Anders als der Beitragssatz, der ist aktuell bei einem Wert von 14,6% des Bruttoeinkommens festgeschrieben, gibt es in der GKV einen kassenabhängigen Zusatzbeitrag. Dieser wird, je nach Krankenkasse, erhoben und mittlerweile auch wieder anteilig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert.

Kommt eine Kasse mit dem Geld nicht hin, so muss der Zusatzbeitrag angepasst werden. Das passiert zum Januar, wie üblich, bei einigen Kassen. Dadurch steigt auch der sogenannte durchschnittliche Zusatzbeitrag an. Im Januar 2021 von 1,1 auf 1,3%. Für die Privatversicherten hat das auch eine Auswirkung, denn mit Anstieg des GKV Zusatzbeitrages steigt auch der Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung an, denn die Arbeitgeber müssen auch hier das zahlen, was diese an einen gesetzlich versicherten Arbeitnehmer zahlen würden. Genaue Zahlen zum Arbeitgeberzuschuss sind schon seit längerem bekannt und bei mir im Blog im folgenden Beitrag seit Anfang September zu lesen:

Rechengrößen zur Sozialversicherung 2021, neuer Arbeitgeberzuschuss 2021 und neue Jahresarbeitentgeltgrenze 2021 (vorläufig)

Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze der GKV – auch das sind Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung

Die dritte Option im System der gesetzlichen Kassen liegt in der Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze. Diese Zahl beschreibt, bis zu welchem Einkommen Beiträge gezahlt werden müssen. Lag diese im Jahr 2020 bei 4.687,50 €, so steigt diese auf einen Betrag von 4.837,50 € in 2021.

Auf 150 € mehr Ihres Einkommens müssen somit Menschen, die an der Grenze verdienen, nun zusätzlich Beiträge in die gesetzliche Krankenkasse zahlen. Schauen wir uns das in der Gesamtbeitragsbelastung einmal genauer an:

Der HÖCHSTBEITRAG für einen gesetzlich versicherten Arbeitnehmer in 2020 berechnete sich wie folgt:

4.687,50 € (BBG) * (14,6% GKV + 1,1% Zusatzbeitrag + 3,3% Pflege ohne Kind)

= 890,62 €

ab 2021 ändern sich die ROT markierten Werte

4.837,50 € (BBG) * (14,6% GKV + 1,3% Zusatzbeitrag + 3,3% Pflege ohne Kind)

= 928,80 € (+38,18 €)

Dabei sprechen wir weiter über den reinen GKV-Beitrag. Haben Sie hierzu Zusatzschutz für Bereiche wie Sehhilfen; Hörgeräte; Zahnleistungen; stationäre Ergänzungen (Zweibettzimmer, Privatarzt); Krankentagegeld (was in der GKV für Menschen über BBG zu niedrig ist), dann sind diese dazu zu rechnen.

Ein Arbeitnehmer mit entsprechenden Zusatzversicherungen und Höchstbeitrag in der GKV hat einen Gesamtbeitrag von deutlich über 1.000 €. Davon zahlt der Arbeitgeber die Hälfte des GKV Beitrages, die Hälfte des Zusatzbeitrages, einen Teil der Pflegeversicherung (den Kinderanteil zahlt nur der Arbeitnehmer) und nichts zur Zusatzversicherung.

In unserem Fall – und bei Zusatzversicherungen von vereinfacht 100 € Monatsbeitrag, entfallen auf den Arbeitnehmer folgende Zahlungen:

in 2020: Krankenversicherung 439,45 € + 11,72 € (Pflege-Extrabeitrag) + 100 € Zusatzversicherungen

= 551,17 €

In 2021 ändern sich die Zahlen durch die rot markierten Werte.

in 2021: Krankenversicherung 458,35 € + 12,09 € (Pflege-Extrabeitrag) + 100 € Zusatzversicherungen

= 570,44 €

Steuerliche Aspekte lasse ich hier bewusst unberücksichtigt, da diese sehr individuell sind. Auch in der PKV berücksichtigen wir diese so nicht. Auch Beitragsrückerstattungen in der Privaten Krankenversicherung werde ich hier nicht heranziehen, diese können sich jederzeit ändern..

GKV: Änderung von Leistungen, Erhöhung von Eigenanteile = Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung

In den letzten Jahren- und Jahrzehnten haben sich die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen verändert. Der Gesetzgeber hat Budgetierungen eingeführt, hat Leistungen verändert und gekürzt, Zahnersatz gestrichen oder Brillen und Sehilfen nun nicht mehr bezahlt. Auch Eigenanteile, wie die Zuzahlung bei Medikamenten oder Krankenhausaufenthalten, ist eine Stellschraube um die Kosten zu drücken. Diese Optionen hat die PKV so nicht. Die Leistungen dort sind garantiert, es sei denn Sie ändern proaktiv Ihren Tarif.

Doch, wie bereits mehrfach geschrieben, ändern sich auch die Rahmenbedingungen der Privaten Krankenversicherung und auch hier steigen die Belastungen. Daher schauen wir uns nun einmal die Möglichkeiten und Varianten an, wie sich hier Beiträge entwicklen oder wovon diese beeinflusst werden können:

steigende Ausgaben in der PKV = Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung (PKV)

Dieser Teil ist in der Praxis gar nicht so riesig, wie immer vermutet. Natürlich steigen die Kosten für Arzthonorare, Kosten für Krankenhausbehandlungen und andere Ausgaben der Versicherer weiter an und müssen kompensiert werden. Diese Kostensteigerung ist, je nach Tarif und Versicherer, unterschiedlich, denn auch die Leistungen sind anders.

Haben wir einen „TopTarif“ mit vielen Leistungen, so können auch viele Leistungen teurer werden und die Kosten hier weiter ansteigen. Hat ein Tarif zum Beispiel einhundert Leistungsbestandteile und es werden davon neunzig teurer, dann ist der Anstieg allein rechnerisch schon größer. Ein Tarif mit „nur“ siebzig Leistungen von einhundert möglichen, kann auch nur in den 70 teurer werden.

wir leben länger… JUHU… oder doch nicht?

Natürlich freuen wir uns alle darüber, wenn die Großmutter mit 80, 90 oder sogar 100 Jahren noch lebt. Diese kann Ihre Enkelkinder oder meist schon Urenkel aufwachsen sehen, ist mehr oder weniger fit und erfreut sich des Lebens. Das ist die sehr positive Seite von Medizin und Entwicklung. Aber – so realistisch müssen wir sein – es gibt auch eine negative.

Je länger wir leben, je länger verursachen wir Kosten. Das ist nun eben so. Wer nicht nur 80, sondern 90 wird, der braucht natürlich auch von 80 bis 90 medizinische Leistungen. Diese sind meist deutlich höher im Vergleich zu den Vorjahren. Damit meine ich nicht nur die Kosten in Pflegeeinrichtungen oder bei der Hilfe im Alltag, sondern auch Kosten für Medikamente und Unterstützungen im täglichen Leben.

Ich bin topfit

sagen viele ältere Leute heute. Ich ergänze dann

„weil Sie medizinisch gut versorgt sind.“

Eine solche umfangreiche Medizin ermöglicht uns erst ein langes oder längeres Leben. Überlegen Sie eimal wie das in Ihrer Kindheit war. Wie alt sind Ihre Großeltern oder Urgroßeltern geworden und wie alt sind vielleicht Ihre Eltern heute?

Was passierte vor Jahrzehnten mit einem Patienten, der einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatte, was machen wir heute in der Medizin alles möglich? Ich möchte gar nicht von ethischen Fragen anfangen, wie weit Medizin gehen sollte, das ist ein ganz anderes Thema. Klar ist aber:

Medizin kostet Geld. Jeder Tag länger leben kostet Geld.

Das trifft dann auch, oder gerade, die Private Krankenversicherung. Steigt also die Lebenserwartung der Menschen statistisch an, so MUSS der private Krankenversicherer dafür sorgen, dass am ENDE DES LEBENS GENUG GELD DA IST. Also muss jedes Jahr längeres Leben finanziert werden.

In der GKV verlagern wir das Problem des langen Lebens an das Ende und denken uns: „sollen sich unsere Kinder später darum kümmern“, in der PKV machen wir das nicht, da dürfen die Versicherer es auch nicht.

sinkende Zinsen = Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung (PKV)

Das aktuell aber größte Thema bei Anpassungen in der Privaten Krankenversicherung ist gar nicht die Kostensteigerung oder das „lange Leben“. Das aktuelle Thema ist die Phase der Niedrigzinsen.

Stellen wir uns vor, wir brauchen in 35 Jahren (also ein heute 32jähriger) einen Betrag von 200.000 € um die Kosten seiner/ Ihrer Gesundheitsvorsorge bis zum Lebensende aufrecht zu erhalten. Was glauben Sie, müssen Sie dafür monatlich bei einem Zins von 3,5%, 3%, 2%, 1,5% oder 1% anlegen? Also wie verändert sich der Monatsbeitrag bei sinkenden Zinsen, wenn am Ende gleich viel Geld „rauskommen“ soll.

Die Lösung. Um 200.000 € in 35 Jahren zu haben, braucht es (mit Zinseszinsen) bei:

3,5% einen monatlichen Betrag von ca. 245 € bei

3,0% braucht es da schon 271 €

bei 2% schon 329 €

bei 1,5% ca. 362 €

und wenn ich nur noch 1% erreiche, dann: 397 €

Das heißt in unserem Beispiel. Würde ein Versicherer statt 3% nun nur noch 2% Zins erreichen können, dann braucht es hier eine monatliche Beitragssteigerung von 58 €, um nur diesen Verlust auszugleichen. Für 1% weniger Zinsen in der Anlage über einen Zeitraum von 35 Jahren braucht es also eine Beitragssteigerung von 21 Prozent!

Die Niedrigzinsphase geht an keinem Lebensbereich direkt oder indirekt vorbei, und es ist eben nicht der „böse Versicherer“ sondern die wirtschaftliche Lage insgesamt. Dazu kommt, einige Parteien sind nicht so böse, wenn man der PKV „schlimme Beitragserhöhungen“ in die Schuhe schieben kann.

Klar werden- und wurden hier auch Fehler gemacht und Tarife waren- und sind zu billig. Dennoch gibt viele Bausteine in dem Puzzle, welche die Versicherer lieber gestern als heute ändern würden, politisch aber nicht gemacht wurden und werden.

Das sehen wir in der Altersvorsorge und auch in der Krankenversicherung, dazu kommen strenge Regeln der Geldanlage. Klar soll das Geld sicher sein, aber viel Sicherheit ist auch wenig Rendite. Klar kann auf Ihrem Sparbuch das Geld (FAST) nicht weg sein, bringt aber eben auch nix. Legen Sie das Geld spekulativ(er) an, so sind auch 4 oder 5% keine Seltenheiten, aber eben auch hier steigt das Risiko. Der Gesetzgeber und die entsprechenden Verordnungen, schreiben hier aber den Versicherern vor, wie und wo diese anlegen dürfen. Das ist- bis zu einem gewissen Grad- auch gut so. So wird vermieden, dass hier Geld „verzockt wird“.

Übrigens: Steigen die (Anlage-)Zinsen wieder, das wird es auch wieder geben, dann profitieren auch die Versicherten davon. Gesetzlich garantiert wandern dann 90% der Überschüsse in die Rückstellungen und wirken somit beitragsmindernd oder stabilisierend.

Noch ergänzend als Beispiel: 

Hat ein Versicherer bisher mit einem Rechnungszins von 3,5% (in den alten Bixestarifen) oder 2,75% oder 2,5% in den Unisextarifen kalkuliert und senkt den Rechnungszins nun auf 2% ab, dann MUSS dieses zu höheren Beiträgen führen und macht den Tarif sicherer. Sie erinnern sich an meine Rechnung von eben?

Nur ein Prozent Senkung im Rechnungszins löst knapp 21% Anpassung aus. (BEISPIELHAFT) Wer als Versicherer später anpasst (weil er nicht darf, kann oder will und den Rechnungszins daher weiter „zu hoch“ lässt), der kann Glück haben, wenn die Zinsen schnell wieder steigen oder richtig auf die Nase fallen, wenn dem nicht so ist.

Klar haben Sie dann heute keine Beitragsanpassung und zahlen weniger, aber zukünftig wird es um so höher angepasst, denn auch Zinseszinsen müssen nun auch noch nachgeholt werden.

Welche Kosten kalkuliert der Versicherer?

Nehmen wir einen Versicherer mit blauem Logo. Dieser bekannte und leistungsfähige Versicherer geht in seiner Kalkulation davon aus, dass Menschen sogar über hundert Jahre alt werden und bis zu diesem Zeitpunkt auch genug Geld da sein muss. Sterben diese früher, war es vielleicht zu vorsichtig, aber „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“, Sie kennen das.

Nun unterstellen wir einen Versicherten, der mit 35 Jahren in die PKV wechselt. Im Schnitt über alle Versicherten geht unser Beispielversicherer hier davon aus, dass im Laufe des Lebens pro Kunde durchschnittlich 500.000 € Kosten zu erstatten sind. Interessant dazu auch meine Serie #WasKostetEigentlich.

–> Hier Beispiele zu der Frage „Was kostet eigentlich…“

500.000 € Kosten bis zum 100. Lebensjahr. Irgendwo muss das Geld ja herkommen.

Kostet also ein anderer Tarif mit „fast gleichen“ Leistungen deutlich weniger, dann haben wir hier zwei, drei Möglichkeiten:

  • – Versicherer ist „fies“ und hat sich Formulierungen in die Bedingungen geschrieben, welche ihm ermöglichen, nicht oder weniger zu leisten = gemein!
  • – Die Kunden bei diesem Versicherer werden nicht oder weniger krank = eher unwahrscheinlich!
  • – Der Versicherer rechnet mit höheren Zinsen = kann klappen, muss aber nicht!
  • – Der Versicherer glaubt an das frühe Ableben = kann klappen, aber eher unschön!

Jetzt haben Sie generell zwei Optionen: Geld sparen im Tarif und damit etwas höhere Lohnsteuer (siehe hier) zahlen. Dann sollten Sie aber ungeachtet dessen, selbst Geld zusätzlich zurücklegen. (Tipps und Hinweise für meine Kunden gern in einer direkten Beratung, das macht es sonst hier noch Seiten länger. Das kann, muss aber nicht, ein Beitragsentlastungsbaustein sein.

Zweite Option: Sie wählen einen Versicherer mit geringerem Rechnungszins und einer eher vorsichtigen Kalkulation und merken im Alter, zu vorsichtig gewesen zu sein. Ist jetzt nicht so schlecht!

KLAR IST: Nur weil Sie bei Unternehmen A oder B sind, werden Sie nicht mehr oder weniger krank. Stellschrauben sind also nur Leistungen, Bedingungen und/ oder Rückstellungen.

Wann darf denn der Versicherer überhaupt anpassen?

Zuerst einmal ist wichtig zu verstehen, wie Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung überhaupt zu Stande kommen. Dabei werden die Versicherungsleistungen (die ausgezahlt werden/wurden) mit denen verglichen, die kalkuliert werden. Dann ergibt sich hierdurch ein Unterschiedsbetrag. Unterscheidet sich dieser Betrag (auslösender Faktor) um 10 Prozent (wie der Gesetzgeber es regelt), dann muss der Versicherer anpassen. In neueren Verträgen ist die Grenze schon bei 5 Prozent um hier schneller reagieren zu können.

Erreicht aber ein Versicherer diesen auslösenden Faktor nicht, dann „schleppt er den Bedarf zur Anpassung“ über Jahre mit. Erst wenn dieser Faktor erreicht ist, erst dann darf der Versicherer die Beiträge erhöhen. Alles, was dann aber angesammelt wurde, in den letzten Jahren, MUSS JETZT mit angepasst werden.

Beispiel: Ein Tarif wurde zuletzt im Jahr 2015 angepasst. In 2016, 17, 18, 19 gab es keine Anpassung, da die 10% (oder 5% bei neueren Tarifen) nicht erreicht wurden. Nehmen wir weiter an, wir wären jeweils nur knapp unter dem Wert geblieben, also mal 9, mal 8 mal 6% die nötig waren, aber nicht angepasst werden durften.

Nun folgt in 2020 ein Überschreiten der Grenze und alles, was noch „offen an Anpassungen ist“ muss nachgeholt werden.

Mir persönlich wären andere Regelungen auch lieber. Also lieber jährlich 1, 2, 3, 4% Anpassung, statt 5 Jahre nichts und dann 17% wie bei der Debeka aktuell, oder 10- 14% bei anderen Unternehmen. Das möchte aber der Gesetzgeber so nicht, dann fehlen ja negative Schlagzeilen.

Nehmen wir also einen Kunden, der schon 6 Jahre bei „Unternehmen A“ ist. Angepasst wurde zuletzt vor fünf Jahren, dann fünf Jahre nicht, jetzt wieder mit 15%. Für diesen Kunden ist „alles gut“. Anpassung kam lange nicht, da wurden Beiträge gespart, jetzt kommt die (nachgeholte) Anpassung.

Für den zweiten Kunden, der gerade erst zum 01.01.2020 gewechselt ist, für den sieht es anders aus. Der ärgert sich über die Anpassung mehr, denn es ist „seine erste und gleich eine große“. In fünf Jahren sieht er das dann wieder anders.

Beitragsanpassungen kommen NIE ZUM PERFEKTEN Zeitraum, aber man muss sich überlegen, ob man lieber jetzt (wenn das Einkommen höher ist) investiert oder im Alter, mit kleinerer Rente/ kleinerem Einkommen, dann diese Fehler ausbügeln muss.

Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung – was sollten Sie tun?

Hatten Sie bei Abschluss Ihren Versicherer sorgfältig ausgesucht, sich bei der Auswahl Gedanken zu Zielen und Wüschen gemacht? Hatten Sie sich überlegt warum Ihnen diese oder jene Leistung wichtig oder weiter wichtig ist, dann lehnen Sie sich zurück, es gesteht hier wenig Handlungsbedarf.

Sie sind in einem Tarif der- auch nach einer Anpassung- die oben genannten Werte der gesetzlichen Krankenkasse zuzüglich einer Zusatzversicherung (ca. 570 € nach Arbeitgeberanteil), also ca. 970 €, nicht erreicht?

Dann würde ich den Tarif heute nicht ändern. Vorausgesetzt immer, man kann und will sich diese Leistung leisten. Es heißt ja nicht: „Nur weil es Luxusautos gibt, muss ich diese auch haben.“ Wenn mir aber meine Versorgung wichtig ist und genau solche Leistungen für eine optimale Versorgung ausgesucht waren, dann kosten diese eben auch entsprechend Geld.

Klar würde ich Ihnen jetzt gern raten: Specken Sie Ihren Tarif ab, erhöhen Sie die Selbstbeteiligung, die Sie vielleicht heute eh nicht brauchen oder ähnliches. Auch werden „windige Berater“ (Nepper, Schlepper, Bauernfänger – wie hier beschrieben) mit „wehenden Fahnen durch die Gegend laufen“, wie schlimm Versicherer A, B oder F seien. Na und?

Lassen Sie sich vorschreiben welches Auto, welches Haus oder sonstiges Sie haben? Wo Sie essen gehen sollten, weil es doch auch viel billiger geht?

Nochmals ganz deutlich: Gesundheit kostet Geld. Viel Geld. Was es Ihnen wert ist, muss jeder für sich allein entscheiden und überlegen. Auch muss jeder selbst ganz allein überlegen, welche Versorgung für die Kinder, die Familie insgesamt und für sich selbst die passende ist. Will ich das Geld lieber in einen hochwertigen Schutz investieren und Leistungen erstattet bekommen, oder zahle ich im Fall der Fälle einfach die Kosten selbst? Kann ich mir das zu dem Zeitpunkt dann (noch) leisten?

Beitragserhöhung in der PKV und Vorsicht vor den Neppern, Schleppern, Bauernfängern!

Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung – Schritt für Schritt

1.) Tun Sie NICHTS ÜBEREILTES und UNÜBERLEGTES

2.) Sie müssen jetzt und sofort gar nichts, warum auch. Tarifwechsel und Änderungen sind nicht an das Jahresende gebunden. Kündigen ist nur die letzte Option! Klar ist aber auch, wer seine Zeit beim damaligen Abschluss nicht sorgfältig genutzt hat und sich informierte, der kann und sollte das jetzt nachholen. Ob Sie danach wechseln, sich entschieden dort zu bleiben und mit mehr Wissen über den Tarif da zufrieden sind, oder ganz neu anfangen- Ihre Entscheidung!

3.) Änderungen von Komponenten zur Beitragsentlastung sind denkbar, aber auch hier nur, wenn man das Geld im Alter nicht braucht. Jetzt, mit höherem Einkommen, höherem Steuersatz Beträge zurück zu legen um diese dann im Alter zu haben, ist meist die bessere Wahl.

4.) Tarifänderungen sollten gut überlegt werden, denn: „Warum hatten Sie sich noch für genau diese Leistungen und Tarife entschieden?“

5.) Fragen Sie gern: Telefonisch, per Mail oder via Kontaktformular oder nutzen den LiveChat (der leidet zeitlich gerade etwas bei vielen anderen offenen Beratungen, sorry dafür). Dennoch versuche ich mir Zeit zu nehmen. Für jede und jeden einzelnen und beantworte Ihnen auch gern als (Nichtkunde) Ihre Fragen, soweit es zeitlich irgendwie einzurichten ist.

Das ich das, was ich tue, gern tue und viel Spaß daran habe, das lassen sie sich am besten von 149 Referenzen zu meiner Beratung erklären. Hier bewerten Kunden warum ich anders bin, ein Einhorn eben.

Sie sind bis hier mit dem Lesen gekommen? HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH. So- und genau so kenne ich das von vielen meiner Kunden. Manchmal ist es wichtig und richtig nach einem ersten Telefonat von etwas abzuraten, ganz gehen das eigene „Geschäft“, dafür aber ruhig und zufrieden abends eizuschlafen. Informieren in absoluter Detailtiefe, welche Ihnen eine fundierte Entscheidung ermöglicht und so eine Basis schafft, um sich ganz in Ruhe Gedanken zu machen. Es treibt Sie niemand, niemals!

Ihre Versicherer, egal ob Hallesche, Barmenia, Debeka, Axa, Hanse Merkur oder wo auch immer Sie aktuell versichert sind, werden Ihnen auch noch weitere Informationen zu der Anpassung liefern. Und nein, das ist kein „Schönreden“, das ist Realität und betrifft uns nun einmal alle.

Zu Beginn meiner Ausbildung waren vier, fünf, oder mehr Prozent für täglich verfügbare Geldanlagen noch möglich und Festgelder hatten acht und neun Prozent Rendite. Dafür waren Baufinanzierungen und Kredite teurer, es war eine andere Zeit. Aktuell ist es etwas anders und das Ansparen in Fonds und ähnlichem ist derzeit besser denn je. Aktienmärkte schwanken stark, bieten aber dafür auch Chancen. Und … die wirtschaftliche (Welt)-Situation ist aktuell gerade sowieso außergewöhnlich.

Daher… machen Sie ganz in Ruhe, wir bekommen das alle gemeinsam hin und … es wird auch wieder besser. Versprochen!

Wenn Sie am Ende etwas mehr Verständnis und Hintergrundwissen für Ihre Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung bekommen haben und auch andere von dem Wissen profitieren lassen wollen, teilen Sie den Artikel gern in (ihren) sozialen Netzwerken. Wissen ist Macht und Nichtwissen führt leider zu unüberlegten Handlungen oder zum Reinfall auf „Nepper, Schlepper und Bauernfänger„.

15.
Oktober '20

Telefonische Krankschreibung ab sofort wieder möglich


Schon bei Beginn der Corona Pandemie im Frühjahr, hatte der gemeinsame Bundesausschuss es die telefonische Krankschreibung für Versicherte eingeführt. Hintergrund ist die Tatsache, dass Versicherte mit Erkältung – und Grippesymptomen für eine telefonische Krankschreibung die Arztpraxis nicht mehr aufsuchen müssen. Dennoch erhalten diese Versicherten eine Krankschreibung.

Diese Sonderregelung wurde bereits im Frühjahr Regel genutzt und verbindet daher den Kontakt zu anderen Patienten und Ärzten in den Praxen.

Telefonische Krankschreibung ab sofort wieder möglich – Befristung vom 19. Oktober bis 31. Dezember

Für die Krankschreibung gilt auch in der jetzigen, befristeten Sonderregelung ein enger Rahmen. Um eine telefonische Krankschreibung zu bekommen, müssen daher folgende Punkte bei den Patienten erfüllt sein.

1.) PatientIn hat typische Erkältungs- oder Grippe-Symptomen
2.) Es muss eine ausführliche telefonische Beratung des Arztes bei dem Patienten geben (ein Anruf bei der Sprechstundenhilfe reicht NICHT aus)
3.) Krankschreibung darf maximal für bis zu 7 Tage erfolgen
4.) es gilt eine EINMALIGE Krankschreibung, bei Verlängerung muss die Praxis aufgesucht werden

Telefonische Krankschreibung auch für privat versicherte Kunden

Obwohl es sich hier um einen Beschluss des gemeinsamen Bundesausschuss es der Krankenkassen handelt, kann sich auch ein privat versicherter Kunde eine solche Krankschreibung telefonisch bei seinem Arzt geben lassen. Hierbei rechnet der Arzt normal (wie bei jedem persönlichen Arztbesuch) die Beratung nach den Gebührenziffern der Gebühren Ordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Seine Leistungen stellt diesem dem Patienten in Rechnung. Versicherte reichen ihre Rechnungen dann normal bei seiner privaten Krankenversicherung ein.

Gerade bei einer Krankschreibung aufgrund einer Corona Erkrankung ist es wichtig, diese von Beginn an vorweisen zu können. Nach einer Dauer von sechs Wochen endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Hier ist es dann durch den Versicherten zwingend erforderlich, den Beginn der Arbeitsunfähigkeit bei seinem Krankenversicherer nachweisen zu können. Der weitere Ablauf erfolgt dann mit dem PENDELATTEST, welches ich in einem anderen Beitrag zur Krankschreibung und Karenzzeit beschrieben habe.

Telefonische Krankschreibung – kein Arztbesuch mit Symptomen

Der gemeinsame Bundesausschuss weist erneut darauf hin, dass bei typischen Erkrankungssymptomen der COVID-19 Erkrankung ein Besuch in der Praxis vorher anzukündigen ist.

Unabhängig von der Ausnahmeregelung zur telefonischen Krankschreibung sollten Versicherte bei typischen COVID-19-Symptomen, nach Kontakt zu COVID-19-Patienten und bei unklaren Symptomen von Infektionen der oberen Atemwege vor dem Arztbesuch telefonisch Kontakt zur Praxis aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen.
Der Beschluss zur bundesweiten Sonderregelung der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit tritt nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger mit Wirkung vom 19. Oktober in Kraft.

Telefonische Krankschreibung – gilt das auch bei anderen Erkrankungen?

Generell ist diese Sonderregelung auf Erkrankungen mit entsprechenden Symptomen in dieser Sondersituation beschränkt. Für einige privat krankenversicherte Kunden ist eine solche Krankschreibung längst gelebte Praxis. Das Ausstellen von Rezepten und die Videosprechstunde lässt sich dabei auch bei allen anderen Erkrankungen nutzen. Hat Ihr PKV Tarif eine solche Option nicht, so lässt sich diese separat ergänzen.

Wer sich als gesetzlich Krankenversicherte(r) die Vorteile der Video Sprechstunde und einer ärztlichen Beratung via App sichern möchte, der kann das ebenfalls tun. Auch wenn die eigene Krankenkasse ein solches Modell nicht anbietet, lässt sich ein solcher Wunsch realisieren.

Barmenia MediApp TelemedizinDer neue MEDIAPP Tarif der Barmenia kann von allen gesetzlich oder privat Versicherten Kunden abgeschlossen werden, und ist unabhängig von der bestehenden gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung.

Telemedizin via APP – für 9,80 € direkt buchen

Barmenia MediApp Leistungen

Die entsprechenden Tarife sind monatlich kündbar, können damit jederzeit wieder beendet werden und risikofrei getestet. Für Kunden, welche bei der Barmenia privat krankenvollversichert sind, sind diese Leistungen generell im Tarif enthalten.

Im folgenden Video der Barmenia finden Sie weitere Erklärungen dazu:

Telefonische Krankschreibung – ab wann gilt die Regelung?

Der Beschluss zur bundesweiten Sonderregelung der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit tritt nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger mit Wirkung vom 19. Oktober in Kraft.

Die ganze Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses können Sie hier nachlesen.

 

05.
Oktober '20

Kinderkrankenversicherung – Alles was Sie wissen müssen – Teil 2


Heute setzen wir die Serie zur Kinderkrankenversicherung mit dem zweiten Teil fort. Wer den ersten Teil verpasst hat, der kann im Blogbeitrag unter diesem Link nochmals nachlesen oder Nachhören.

Kinderkrankenversicherung – Alles was Sie wissen müssen – Teil 1

Dort haben wir uns folgende Fragen und Situationen genauer angeschaut:

  • – Muss mein Kind in die private Krankenversicherung (PKV)?
  • – Hat mein Kind Anspruch auf die kostenfreie Familienversicherung?
  • – Vorsicht bei Selbstständigen und schwankendem Einkommen
  • – Kann das Kind rückwirkend in die private Krankenversicherung wechseln?

Auch heute haben Sie wieder die Möglichkeit den Beitrag selbst zu lesen, oder aber sich die Fragen und Antworten hier als Hörbeitrag anzuhören. Heute, im Teil 2, geht es um folgende Fragen.

Kinderkrankenversicherung – Alles was Sie wissen müssen – Teil 2

  • – Bekomme ich für mein Kind einen Arbeitgeberzuschuss?

  • – Was ändert sich durch eine Hochzeit?

  • – Muss das Kind in der Versicherung der Eltern versichert werden?

  • – Können auch andere Tarife als die der Eltern gewählt werden?

Blogbeitrag zum HörenWenn Sie lieber hören statt Lesen, bitte sehr.

Kinderkrankenversicherung – Alles was Sie wissen müssen – Teil 1

Ich freue mich sehr, gerade hierzu, wieder auf Ihr Feedback.

Kinderkrankenversicherung – bekomme ich für mein Kind einen Arbeitgeberzuschuss?

Kinder in der Privaten Krankenversicherung bei denen ein angestelltes Elternteil auch privat versichert ist, haben generell erst einmal einen Anspruch auf Zuschuss durch den Arbeitgeber. Dieser Zuschuss ist auf einen Höchstbetrag gedeckelt, welcher sich jedes Jahr durch die Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze und die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrages ändert. Im Jahr 2021 wird der maximale Arbeitgeberzuschuss bei circa 375 EUR pro Monat liegen.

Arbeitgeberzuschuss für die Familienangehörigen

Wichtig ist dabei auch, der Zuschuss gilt für alle zusammen und beträgt maximal 50% der tatsächlich gezahlten Beiträge.

Entscheiden sich die Eltern das Kind gegen eigenen Beitrag in der freiwilligen gesetzlichen Krankenkasse zu versichern und zahlen dort den Beitrag (ca. 175 EUR), dann besteht für diesen Beitrag KEIN Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss nach §257 SGB V. Obwohl also hier sogar höhere Zahlungen anfallen im Vergleich zu Tarifen in der privaten Krankenversicherung, dennoch beteiligt sich der Arbeitgeber hier nicht.

–> Arbeitgeberzuschuss für Familienangehörige

Kinderkrankenversicherung – Was ändert sich durch eine Hochzeit?

Alles. 🙂 Ja, nicht nur das was Sie denken, auch das System der Kinderkrankenversicherung ist nun anders zu bewerten. Eine generelle Zuordnung der Kinder zur Mutter (oder dem Elternteil wo das Kind lebt) ist nun erledigt. Jetzt geht es, wie Sie in dem Schema bereits sehen konnten, um detailliertere Fragen.

Wo sind die Kinder zu versichern Schema

Wichtig ist hierbei auch, eine Hochzeit und damit eine Veränderung der Lebensumstände ist der Krankenkasse zu melden. Allein und ohne dass diese es ahnen müssen. Auch wenn einige der Anrufer manchmal meinen: „Ich habe denen doch geschrieben, meine Frau heißt jetzt anders.“ Das allein ist keine korrekte Meldung neuer Versicherungsverhältnisse. Schließlich kann damit die Kasse immer noch nicht wissen, ob und wie der nun neue Ehepartner versichert ist.

Der sicherste Weg die Kinderkrankenversicherung nicht zu gefährden, ist die Anzeige der Hochzeit an die gesetzliche Krankenkasse und die Anforderung eines Familienfragebogens. Das kann formlos durch (zum Beispiel) folgenden Text geschehen.

Musterbrief zur Meldung an die gesetzliche Krankenkasse

„Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich am ___________ geheiratet habe. Die Eheurkunde lege ich bei, hier können Sie auch meinen neuen Namen entnehmen. Bitte senden Sie mir für meine Versicherungsnummer _________ eine neue Versichertenkarte zu.

Meine Kinder __________ geb. am __________ und ___________ haben den bisherigen Namen nicht/ auch geändert und heißen nun __________.

Da mein Ehepartner/ meine Ehepartnerin in einer privaten Krankenversicherung versichert ist, senden Sie mir zur Prüfung der Familienversicherung bitte einen Familienfragebogen zu. Teilen Sie mir bitte auch mit, welche Unterlagen Sie zur Prüfung benötigen.

Mit freundlichen Grüßen“

Wenn Sie dieses an die gesetzliche Kasse senden und einen Nachweis der Zustellung (Einschreiben/ Rückschein/ Fax+ Brief) haben, dann dürften Sie hiermit Ihrer Verpflichtung zur Information nachgekommen sein und die GKV ist nun „am Zug“.

Kinderkrankenversicherung – Muss das Kind in der Versicherung der Eltern versichert werden?

Entscheiden Sie sich die Kinder nun nicht mehr in der gesetzlichen Krankenkasse versichern zu wollen, dann gibt es generell mehrere Möglichkeiten. Nicht alle Versicherer bieten einen Tarif für alleinversicherte Kinder. Einige Versicherer möchten Kinder erst mit einem bestimmten Alter allein versichern, andere lehnen das generell ab.

Daher gilt es mit einem spezialisierten Berater den passenden Tarif und die passende Gesellschaft auszuwählen. Hierbei geht es zunächst darum herauszufinden, welche Kriterien die Kinderkrankenversicherung erfüllen soll. Dabei sind diese keineswegs für alle Eltern gleich.

Sicher ist aber, diese Auswahlkriterien für die Kinderkrankenversicherung unterscheiden sich teilweise erheblich von denen für Erwachsene. Kriterien die damals bei Abschluss für Ihren Tarif richtig und wichtig waren können sich ändern. So sind bei der Kinderkrankenversicherung andere Dinge wichtig.

Gerade Leistungen wie Kieferorthopädie, besondere Behandlungsmethoden für Osteopathie und auch das Roaming In sind Leistungen, welche bei Tarifen für Erwachsene eher weniger interessant sind.

Damit Sie sich in Ruhe Gedanken machen können welche Krankenversicherung die passende für Ihre Kinder ist, habe ich einen Fragebogen als Onlineversion für Sie vorbereitet. Damit Sie nichts vergessen, frage ich in dem Fragebogen alle wichtigen Punkte und Kriterien ab. Den Link zu Ihrem persönlichen Onlinefragebogen erhalten Sie direkt an Ihre E-Mailadresse oder aber als SMS Link auf Ihr Smartphone.

HIER Beratungsanfrage Kinderkrankenversicherung anfordern

Kinderkrankenversicherung – Können auch andere Tarife als die der Eltern gewählt werden?

Auch wenn es oft so gesagt wird, es gibt keinen Zwang das Kind auch im Tarif der Eltern zu versichern. Heiraten Sie und das Kind wird nach der Hochzeit mit Gesundheitsfragen/ nach einer Risikoprüfung versichert, muss es nicht der Tarif sein. Nicht mal die Gesellschaft muss gleich sein. Prüfen Sie hier daher die Alternativen und schauen sich mindestens drei, eher mehr, Tarife an. Gemeinsam mit Ihnen prüfe ich daher, ob es andere Unternehmen und Tarife gibt, welche besser geeignet sind Ihr Kind optimal zu versichern.

Dabei sind einige Einschränkungen zu beachten, denn einige Gesellschaften bieten Kindertarife nur dann an, wenn auch ein Elternteil versichert ist oder wird. Andere wiederum bieten erst ab einem bestimmten Alter einen passenden Schutz für allein versicherte Kinder an.

Wie die Tarifauswahl aussehen sollte und welche Selbstbeteiligung oder Bonustarife in Frage kommen, das besprechen wir gemeinsam. Prüfen Sie dabei bitte auch, welche Rechnungen der Versicherer für Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen erstattet. Bei Kindern sind dabei viele Kosten vorab planbar und fallen auch dann an, wenn diese gesund sind. Hier sollten Sie prüfen, ob der Tarif diese außerhalb oder nur mit Anrechnung auf die Selbstbeteiligung erstattet.

Genaueres zu den Kriterien einer passenden Kinderkrankenversicherung erläutere ich Ihnen in unserem Gespräch. Auch in diversen Blogbeiträgen hier finden Sie weitere Informationen dazu.

Kinderkrankenversicherung – Können auch andere Tarife als die der Eltern gewählt werden?

Bei der Frage muss unterschieden werden zwischen der Nachversicherung eines Neugeborenen während ein Elternteil bereits privat versichert ist und der Versicherung der Kinder in höherem Alter.

Bei der Nachversicherung bei Geburt birgt diese bei anderen Unternehmen durchaus große Kostenrisiken. Hier kann das Krankenhaus in vielen Fällen die Kosten der Geburt dem Neugeborenen berechnen. Hier passiert es bei vielen Unternehmen die Kinder allein versichern, dass diese Geburtskosten dann nicht versichert sind. Grund ist hier die rückwirkende Versicherung, welche ja erst nach der Geburt erfolgen kann.

Berechnet das Krankenhaus dann die ca. 2.500 bis 4.000 EUR Geburtskosten und die neue Krankenversicherung übernimmt diese (noch) nicht, dann liebe Eltern, haben Sie ein Problem.

Vorsicht bei Geburtskosten und nachträglicher Berechnung durch das Krankenhaus

Dieses ist vermeidbar bei einer Nachversicherung im Tarif der Eltern. Dabei darf der Versicherungsschutz erst einmal nicht höher oder umfassender sein. Das gilt auch für die Selbstbeteiligung. Haben die Eltern damals aus Beitragsgründen einen Tarif mit 1.200 EUR oder gar 3.000 EUR Selbstbeteiligung gewählt, so ist das für Kinder eher ungeeignet. Gerade in den ersten Jahren nach der Geburt entstehen für Vorsorge, U-Untersuchungen und Impfungen planbare Kosten. Rechnungen die vor Versicherungsbeginn oder vor Erstellung der Police entstehen müssen selbst getragen werden. Aus diesem Grund und auch für all die kleinen Wehwehchen ist die Krankenversicherung ohne, oder mit einer kleinen Selbstbeteiligung besser geeignet. Junge Eltern, die Ihr Kind erst kennen und einschätzen lernen müssen sollten auf eine kleine Eigenbeteiligung achten.

Geringere Selbstbeteiligung für das Kind

Einige Gesellschaften lassen dieses auch zu. So kann ein Versicherter bei der Halleschen Krankenversicherung im Tarif NK wählen, ob das Kind eine kleinere Selbstbeteiligung haben soll. Sie oder er bleibt weiter bei 1.200 EUR Eigenanteil im Jahr, das Kind dagegen hat nur 300 EUR oder gar keine SB. Dabei können mit unterschiedlichem Alter der Kinder andere Tarifstufen sinnvoll sein. Sie können den Schutz mit Beginn der Schule oder der Studium auch erneut anpassen.

Lässt Ihr Versicherer eine solche Wahl nicht zu, dann sollten Sie bereits zu Beginn der Schwangerschaft handeln und die Weichen so stellen, dass dieses ohne einen Wechsel Ihrer eigenen Krankenversicherung dennoch möglich wird.

Nun sind wir auch mit der Beantwortung der Fragen aus Teil 2 am Ende. Teil 3 erscheint dann später mit den Antworten auf folgende Fragen:

Kinderkrankenversicherung Teil 3:

  • – Kann ich mein Kind auch privat versichern, wenn beide Eltern in der GKV sind?
  • – Welche Fristen gelten?
  • – Wenn das Kind in der GKV bleibt, was sollte ich bedenken?
  • – Kann das Kind in beiden Systemen gleichzeitig versichert sein?

Gern können Sie mir auch eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten senden, dann erhalten Sie kostenfrei und unverbindlich den Fragebogen per Mail oder SMS-Link.

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27.
September '20

Kinderkrankenversicherung – Alles was Sie wissen müssen – Teil 1




Die Kinderkrankenversicherung ist – nach allen medizinischen Fragen und riesiger Vorfreude – ein Thema, welches werdende Eltern schnell auf der Agenda haben. Oft wird dieses aber leider doch recht schnell auf die leichte Schulter genommen und einfach das Kind da angemeldet wo man selbst ist. Klingt einfach und ist ja simpel, was soll da schon schief gehen.

Blogbeitrag zum HörenWenn Sie lieber hören statt Lesen, bitte sehr.

Kinderkrankenversicherung – Alles was Sie wissen müssen – Teil 1

Ich freue mich sehr, gerade hierzu, auf Ihr Feedback.

Das Thema ist aber weitaus komplexer und umfangreich und so machen sich sorgsame Eltern immer wieder Gedanken und es kommen viele Fragen auf. Zuerst dachte ich: „Schreib ich mal schnell einen Blogbeitrag und erkläre das.“.

Nachdem ich schnell gemerkt habe, es ist viel zu umfangreich, habe ich mich entschlossen eine Serie aus Beiträgen daraus zu machen und diese in den kommenden Tagen nach und nach online zu stellen.

In meiner Blogserie zur Kinderkrankenversicherung beschäftigen wir uns mit den folgenden Fragen und Themen.

Kinderkrankenversicherung Teil 1:

  • – Muss mein Kind in die private Krankenversicherung (PKV)?

  • – Hat mein Kind Anspruch auf die kostenfreie Familienversicherung?

  • – Vorsicht bei Selbstständigen und schwankendem Einkommen

  • – Kann das Kind rückwirkend in die private Krankenversicherung wechseln?

Kinderkrankenversicherung Teil II:

  • – Bekomme ich für mein Kind einen Arbeitgeberzuschuss?
  • – Was ändert sich durch eine Hochzeit?
  • – Muss das Kind in der Versicherung der Eltern versichert werden?
  • – Können auch andere Tarife als die der Eltern gewählt werden?

Kinderkrankenversicherung Teil III:

  • – Kann ich mein Kind auch privat versichern, wenn beide Eltern in der GKV sind?
  • – Welche Fristen gelten?
  • – Wenn das Kind in der GKV bleibt, was sollte ich bedenken?
  • – Kann das Kind in beiden Systemen gleichzeitig versichert sein?

Kinderkrankenversicherung Teil IV:

  • – mit Ihren Fragen und einigen weiteren (angrenzenden) Themen

Die Schwangerschaft hat gerade erst begonnen und bereits jetzt machen sich viele Eltern Gedanken über die Kinderkrankenversicherung. Sich so früh damit zu beschäftigen ist auch gut und wichtig. Jedoch sind falsche Entscheidungen oft mit hohen Kostenrisiken verbunden. Bei der Beantragung der Kinderkrankenversicherung sollten Sie sich rechtzeitig von einem Spezialisten unterstützen lassen.

Kinderkrankenversicherung – so finden Sie das richtige Versicherungssystem

Gerade wenn die Eltern in unterschiedlichen Systemen versichert sind, ist die Kinderkrankenversicherung manchmal nicht ganz einfach. Die gesetzliche Krankenkasse bei dem einen Elternteil oder die private Krankenversicherung bei dem anderen und schon stellen sich viele Fragen, die ersten beantworten wir heute.

Weiterhin biete ich Ihnen eine kostenlose Telefonberatung zur Kinderkrankenversicherung an. Auch eine Unterstützung im LiveChat für erste Fragen ist kostenfrei möglich.

Kinderkrankenversicherung – Muss mein Kind in die Private Krankenversicherung?

Diese Frage ist ganz einfach und eindeutig zu beantworten. NEIN, das Kind muss erst einmal gar nichts. Ob eine private Krankenversicherung eine Möglichkeit ist, das ergibt sich aus diversen Umständen beider Eltern. Auch wenn es immer noch als Mythos durch das Internet geistert, auch wenn das Höherverdienende Elternteil in der Privaten Krankenversicherung ist, gibt es keinen Zwang das Kind privat zu versichern.

In einem bereits erschienenen Artikel geht es genau um diese Frage.

–> Mein Kind muss dann ja auch in die PKV

Damit Sie schneller herausfinden können, wo das Kind versichert ist und welche Ansprüche es hat, habe ich ein Schema vorbereitet. Hier können Sie in der kostenlosen pdf Datei „Wo sind die Kinder zu versichern“ schnell einfach nachprüfen, ob das Kind in der gesetzlichen Krankenkasse kostenfrei versichert sein kann. Diese Familienversicherung regelt der §10 des Sozialgesetzbuches V.Kinderkrankenversicherung Wo ist das Kind zu versichern

Kinderkrankenversicherung – Hat mein Kind Anspruch auf die kostenfreie Familienversicherung?

Zunächst einmal hat das Kind immer dann einen Anspruch auf eine kostenlose Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse, falls die Eltern nicht verheiratet sind und die Mutter in der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist.

Ebenfalls besteht der Anspruch natürlich dann, wenn beide Eltern gesetzlich versichert sind. In diesem Fall spielen auch Einkommen oder Eheschließung keine Rolle und verändern den Anspruch nicht.

Wie Sie aber in dem Schaubild erkennen können, spielende unterschiedlicher Versicherung nach einer Hochzeit die Einkommensdaten eine große Rolle. Hier geht es um die Frage, wer mehr verdient und wo dieses Elternteil versichert ist. Dabei ist dann zu prüfen, ob hier ein Einkommen über der Jahresarbeitentgeltgrenze (ab 2021 in Höhe von 64.350 EUR pro Jahr brutto) vorliegt. Dann entfällt, wenn das höher verdienende Elternteil darüber liegt, die kostenlose Familienversicherung für das Kind.

Vorsicht bei Selbstständigen oder schwankendem Einkommen bei Beamten

Gerade bei Selbstständigen ist nicht jedes Jahr gleich. Es gibt Jahre mit einem hohen Einkommen und damit einem Überschreiten der Grenze und Jahre mit weniger Geld in der Kasse. Hier kann somit auch rückwirkend der Anspruch auf Familienversicherung entfallen. Das wird regelmäßig aber erst mit dem Steuerbescheid festgestellt. Ein Beispiel:

Ein freiberuflicher Rechtsanwalt (PKV versichert) hat im Jahr 2018 ein Jahreseinkommen von 70.000 EUR, im Vorjahr waren es noch 50.000 EUR. Für das Jahr 2019 ist noch keine Steuererklärung fertiggestellt, aber 2020 wird er wohl auch wieder über der JAEG liegen.

Die gesetzlichen Kassen fragen manchmal von allein und senden Ihnen einen „Fragebogen zur Familienversicherung“ zu. ACHTUNG: Hier besteht eine Auskunftspflicht. Wer hier trödelt oder bewusst hinauszögert, der macht sich mehr Probleme und verhindert eine saftige Nachzahlung nicht. Füllen Sie den Fragebogen nicht aus oder sendet Ihnen die Krankenkasse einen solchen nicht automatisch zu, befreit Sie dieses nicht von einer Nachzahlung. Dieses habe ich bereits in diversen Artikel ausführlich beschrieben.

Alle Artikel zur Nachzahlung und Nachforderung der GKV Familienversicherung

Bei unserem Beispiel (und der Annahme das die mit dem Anwalt verheiratete Mutter in der GKV Pflichtmitglied ist) wurden die Kinder in der gesetzlichen und kostenlosen Familienversicherung gelassen.

Eine Information an die Kasse erfolgte durch den Versicherten aus eigenem Antrieb nicht. „Die können ja fragen, dann antworte ich.“ herrscht hier oft als Meinung vor. Ganz nüchtern betrachtet hatten die Kinder einen Anspruch auf Familienversicherung in dem Jahr 2017, da das Einkommen unter der Jahresarbeitentgeltgrenze lag. Für das Jahr 2018 entfiel dieser Anspruch durch das höhere Einkommen. Für das Jahr 2019 liegen noch keine Unterlagen vor, da hier Abschreibungen und Investitionen die Fertigstellung der Steuererklärung verzögern.

Ohne weitere Informationen an die Krankenkasse der Mutter und Kinder sind die Kinder also aktuell mit einer Versichertenkarte ausgestattet und nutzen diese auch für Arztbesuche.

Klar ist, für die Jahre 2018, vielleicht 2019 und garantiert 2020 sind die Kinder in der kostenfreien Familienversicherung unberechtigt versichert. Wüsste die Kasse von den korrekten Zahlen, so wären Beiträge für die Kinder seit dem 01.01.2018 zu zahlen.

Eine Kinderkrankenversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse kostet je nach Kasse zwischen 175 und 190 EUR, inkl. der Pflegepflichtversicherung des Kindes. In unserem Beispiel sind für die zwei Kinder nun schon einmal Nachzahlungen in Höhe von mindestens 4.200 EUR zu leisten. Sobald die Kasse davon Kenntnis erlangt, beendet diese rückwirkend die Familienversicherung und erstellt einen Beitragsbescheid. Auch wenn die Zahlen für das Jahr 2019 von dem Steuerberater noch gar nicht fertiggestellt sind, dennoch sind auch hier zunächst Beiträge an die gesetzliche Kasse zu zahlen. Grund hierfür ist die Einstufung aus dem Vorjahr. Somit erhöht sich die Nachzahlung um weitere 4.200 EUR, womit wir schon bei einem Beitragsbescheid von 8.400 EUR sind.

Nun ist aber auch das Jahr 2020 schon weit fortgeschritten und auch hier wurden bisher keinerlei Beiträge gezahlt. Für den Zeitraum Januar bis September sind somit auch für zwei Kinder a‘ 175 EUR monatlich und damit in Summe 3.150 EUR zu berappen.

Der gesetzlichen Krankenkasse stehen somit auf einen Schlag 11.500 EUR zu, welche diese binnen Monatsfrist haben möchten und welche denen auch zusteht. Stellt sich später mit der Steuererklärung 2019 heraus, dass das Einkommen unter der JAEG 2019 gelegen hat, dann werden hier die Kosten auch wieder rückgerechnet.

Kinderkrankenversicherung – Kann mein Kind rückwirkend in die Private Krankenversicherung wechseln?

Diese Frage wird mir mindestens einmal die Woche im LiveChat oder in der Telefonberatung gestellt. Daher habe ich bereits in einem anderen Beitrag die Möglichkeiten und Varianten einer rückwirkenden privaten Krankenversicherung für Kinder beschrieben. Dort finden Sie Hinweise und Erläuterungen wie und ob Sie Ihr Kind rückwirkend privat versichern können.

–> Kann mein Kind rückwirkend in der PKV versichert werden

Ergänzend hierzu sind aber noch weitere Überlegungen anzustellen. Auf dem Markt gibt es schon heute entsprechende Optionsbausteine wie den OptiFree der Hallesche oder auch Bausteine der Allianz und zukünftig weiterer Unternehmen. Mit diesen Bausteinen sichern Sie sich als Eltern eine nahtlose Versicherung der Kinder nach dem Ende der Familienversicherung. Gelingt dieses sauber zu lösen und haben Sie sich rechtzeitig Gedanken gemacht und gehandelt, so können Sie hier tausende Euro an Nachzahlungen sparen.

Vorsicht ist aber auch hier geboten, denn während der Familienversicherung entstandene Kosten für Arztbesuche oder sonstige medizinische Versorgung sind der GKV in den meisten Fällen zu erstatten. Ob diese dann durch die Private Krankenversicherung rückwirkend getragen werden können, hängt von vielen Umständen ab.

Wichtigste Regel: Wenn schon beide Systeme optimal (aus-)genutzt werden sollen, dann bedarf dieses einer rechtzeitigen und sorgfältigen Planung.

Bei Fragen, gern Fragen!

Bevor wir nun mit den ganzen weiteren Fragen und Antworten in den kommenden Teilen weitermachen, bis hierhin erstmal vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Bei Fragen zur Kindernachversicherung eines Neugeborenen oder Vorschlägen zur Versicherung von Kindern melden Sie sich gern über die Kontaktseite oder aber den LiveChat.

Gern können Sie mir auch eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten senden, dann erhalten Sie kostenfrei und unverbindlich den Fragebogen per Mail oder SMS-Link.

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08.
September '20

Versicherungspflicht für Angestellte ab 2021 durch steigende Jahresarbeitentgeltgrenze


Auch in 2021 heißt es für einige Angestellte wieder zittern, für andere erfüllt sich ein Wunsch der Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse durch die eintretende Versicherungspflicht für Angestellte ab 2021. Welche Gruppe von Angestellten genau davon betroffen sind und was Sie tun können, das habe ich in diesem Beitrag einmal zusammengefasst.

Versicherungspflicht für Angestellte ab 2021

Warum unterliegen nun einige Angestellte der Versicherungspflicht?

Grund für die eintretende Versicherungspflicht ab dem 01. 01. 2021 ist der Anstieg der Jahresarbeitentgeltgrenze im Jahr 2021. Diese ist bereits bekannt, auch wenn die Werte bis zur Bestätigung durch den Bundesrat noch vorläufig sind. In den letzten Jahren, gar Jahrzehnten, gab es den Fall der Ablehnung durch den Bundesrat nicht.

Die Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) wird auch die Versicherungspflichtgrenze genannt und beschreibt den Wert des Jahreseinkommens, der zur Beurteilung einer Versicherungspflicht für Angestellte maßgeblich ist. Hierbei sollten Sie zudem berücksichtigen, welche –> Einkünfte zur Jahresarbeitentgeltgrenze hinzugerechnet werden.

Ab dem 01. Januar 2021 gilt für Angestellte eine neue Versicherungspflichtgrenze von 64.350 € womit diese im Vergleich zum Vorjahr 2021 erneut um 1.800 € steigt.

Schema - werden Sie am 01. 01. 2021 versicherungspflichtig als Angestellte(r)

Angestellt und ein Einkommen zwischen 62.550 € und 64.350 € brutto pro Jahr?

Dann besteht für Sie Handlungsbedarf. Unterschreiten Sie mit Ihrem Einkommen die neue JAEG und liegen damit ab dem 01. Januar 2021 (als Grundlage dient das Einkommen 2021) unter der neuen Grenze, dann werden Sie zunächst einmal versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse und müssen die private Krankenversicherung verlassen.

Falls Sie zurück in die gesetzliche Krankenkasse möchten

Eine wichtige Voraussetzung ist das Alter. Sollten Sie noch nicht 55 Jahre alt sein:

Sollte der Wechsel in die GKV gewünscht sein, so brauchen Sie erst einmal nichts unternehmen. Der Arbeitgeber informiert Sie meist nochmals und meldet Sie dann zum 01.01.2021 wieder als Pflichtmitglied an. Sie können sich dann selbst eine Krankenkasse auswählen.

Zum Eintritt der Versicherungspflicht kann die private Krankenversicherung außerordentlich gekündigt werden. Hierzu benötigen Sie den Nachweis der GKV Mitgliedschaft. Diese stellt eine sogenannte „Folgeversicherungsbescheinigung“ aus, denn nur wer die Erfüllung der Versicherungspflicht nachweist, nur dessen PKV kann auch beendet werden. Achten Sie aber hier auf Möglichkeiten einer Umwandlung in eine Anwartschaft, die Nutzung von Zusatzversicherungen und den (teilweise) Erhalt von Altersrückstellungen und lassen sich daher hier beraten.

Haben Sie das 55. Lebensjahr bereits erreicht, dann passiert das nicht wie eben beschrieben. Hier tritt dann KEINE Versicherungspflicht automatisch ein. Ein (so einfaches) Zugangsrecht in die gesetzliche Krankenkasse gibt es hier so nicht mehr. Auch hier kann noch eine Rückkehr möglich sein, dazu wenden Sie sich aber an Spezialisten, die Ihnen hier behilflich sind. Dort sind Fragen wie der bisherige Versicherungsverlauf und die Familiensituation genauer zu prüfen.

Die Suche nach der passenden Krankenkasse ist manchmal nicht ganz einfach. Keineswegs sind „alle gleich und es ist egal“. Einen Überblick über Kassen, Beiträge und Varianten finden Sie in unserem:

–> Interaktiven Vergleichsrechner für die Gesetzlichen Krankenkassen

Hier können Sie ganz in Ruhe vergleichen und die passende Kasse direkt beantragen und Ihrem Arbeitgeber mitteilen. Bitte beachten Sie noch zusätzlich: Die Auswahl der Kasse ist dann für 18 Monate bindend und kann nicht geändert werden. Beachten Sie bitte auch die Hinweise zu laufenden Behandlungen am Ende des Beitrages.

Falls Sie in der privaten Krankenversicherung bleiben möchten

Hier gibt es einiges zu beachten. In einem anderen Artikel habe ich bereits in der Vergangenheit beschrieben, was bei Eintritt der Versicherungspflicht passiert. Für das Jahr 2021 gilt dieses analog.

Versicherungspflicht durch Erhöhung der Jahresarbeitentgeltgrenze, Befreiungsmöglichkeit und Fakten

Werden Sie nur versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse, weil die Grenze vom Gesetzgeber angehoben wurde, dann können Sie sich befreien lassen. Werden sie allerdings versicherungspflichtig weil ihr Einkommen sinkt, dann gibt es diese Befreiungsmöglichkeit nicht.

Zur Vereinfachung habe ich auch in diesem Jahr wieder eine aktuelle Übersicht kostenlos zum Download bereitgestellt. Hier können Sie einfach Schritt für Schritt für sich prüfen und kommen am Ende zur Antwort, ob Sie ab 2021 versicherungspflichtig werden.

Schema - werden Sie am 01. 01. 2021 versicherungspflichtig als Angestellte(r)

Wie funktioniert die Befreiung?

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass sie aktiv tätig werden müssen. Dabei gelten Fristen, die sich nicht verlängern lassen und bei überschreiten eine Befreiung unmöglich machen. Daher beschäftigen Sie sich bitte rechtzeitig mit dem Thema. In meinem oben verlinkten Beitrag (hier nochmals der Link) habe ich Ihnen detailliert beschrieben, was sie wann tun müssen.

Werde ich dann nie wieder versicherungspflichtig und ist das nicht ein Risiko?

Die Befreiung von der Versicherungspflicht gilt für diesen Grund unwiderruflich und dauerhaft. Das bedeutet, bei der nächsten Anhebung der Jahres Arbeitsentgeltgrenze im Jahr 2022 tritt nicht wieder Versicherungspflicht bei Ihnen ein. Für diesen Grund (Erhöhung der Grenze durch den Gesetzgeber) kann also auch in zukünftigen Jahren nicht in die gesetzliche Krankenkasse zurück gewechselt werden.

ABER: auch hier bedarf es des genaueren Blickes eines Spezialisten. Denn Unterbrechungen, eine neue Pflicht durch zum Beispiel einen neuen Job oder dergleichen verändern die Situation hier ggf. auch noch. Bleiben Sie aber in dem gleichen Arbeitsverhältnis und wird kommendes Jahr die Grenze erneut erhöht, löst genau das keine Pflicht aus.

ACHTUNG! Alle anderen Gründe bei denen Versicherungspflicht eintreten kann und wird (zum Beispiel Arbeitslosigkeit, eine neue Tätigkeit mit einem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze oder andere Gründe) führen auch weiterhin zur Versicherungspflicht und zurückkehren in die gesetzliche Krankenkasse.

Was passiert mit mitversicherten Kindern durch meine Versicherungspflicht?

Über die Frage wo die Kinder zu versichern sind, habe ich bereits in diversen Beiträgen geschrieben. Nun kann es durch die eintretende Versicherungspflicht des zweiten Elternteils zu der Situation kommen, dass plötzlich wieder beide in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Damit haben auch die Kinder wieder einen Anspruch auf kostenfreie Familienversicherung.

Dennoch möchten einige Eltern ihre Kinder auch weiterhin in der privaten Krankenversicherung versichert lassen. Das geht auch, jedoch gibt es dann keinen entsprechenden Arbeitgeberzuschuss mehr. Wer seine Kinder (aufgrund laufender Behandlungen, bessere Leistungen oder sonstigen Gründen) weiterhin in der privaten Krankenversicherung lassen möchte, der sollte bei der Kündigung der eigenen privaten Krankenversicherung darauf aufpassen, nur seinen Anteil zu kündigen.

Die private Versicherung kann (auch wenn das einige gern behaupten) die Kinder nicht von selbst kündigen, und sie auch nicht dazu zwingen die Kinder in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Beachten Sie aber, es gibt hier Obliegenheitspflichten die Sie zu einer Information der PKV über die neue Situation verpflichten. Auch hier bedarf es Beratung um nicht in die Falle zu tappen.

Sie dürfen natürlich Leistungen nur einmal in Anspruch nehmen und müssen sich vor Behandlungsbeginn zwingend entscheiden welches System sie nutzen möchten. Haben Sie das getan, so spricht auch nichts gegen eine parallele Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse (als kostenfreie Familienversicherung) und in der privaten Krankenversicherung (mit verbesserten Leistungen).

Gerade bei begonnen der Kieferorthopädie oder sonstigen größeren Behandlungen der Kinder, kann dieses eine durchaus sinnvolle und denkbare Option sein.

Was passiert mit bereits begonnenen und / oder laufenden Behandlungen

Vorsicht ist bei laufenden Behandlungen geboten. Für Behandlungen die bis zum Jahresende nicht beendet worden sind, endet trotzdem die Leistungspflicht der privaten Krankenversicherung. Das bedeutet im schlimmsten Fall, dass eine Behandlung die am 31. Dezember mittags beginnt und noch in das neue Jahr hinein dauern wird, teilweise in dem einen und teilweise in dem anderen System abgerechnet wird.

Daher ist es wichtig und richtig sich vorher über den Versicherungsschutz ab dem 1. Januar Gedanken zu machen, und sich auch vorher um die entsprechende gesetzliche Krankenkasse zu kümmern. Während das bei kleineren ambulanten Behandlungen sicherlich eher unkompliziert ist, bedeutet dass bei einem andauernden stationären Aufenthalt ein finanzielles Risiko.

Bei verordneten Medikamenten gilt in jedem Falle das Bezugsdatum. Das bedeutet, holen Sie das Medikament noch im Jahr 2020 ab, fällt es in den Versicherungsschutz für dieses Jahr. Bekommen Sie aber nur das Rezept und holen es erst im Januar ab, dann muss es von der privaten Krankenversicherung (die zum Jahresende beendet wurde) nicht mehr erstattet werden.

Weitere Informationen dazu auch im Beitrag „Rechnungs- und/ oder Behandlungsdatum“.

Entwicklung der Jahresarbeitentgeltgrenze und der Beitragsbemessungsgrenze

Zum Abschluss sehen Sie in der folgenden Grafik noch die Entwicklung der entsprechenden Grenzen. Dabei finden Sie sowohl die Jahres Arbeitsentgeltgrenze, aber auch die Beitragsbemessungsgrenze zur Krankenversicherung. Hier lässt sich in den letzten Jahren sehr deutlich ein regelmäßiger Anstieg erkennen.

Bereits seit dem Jahr 2011 ist die Grenze nicht mehr gesunken oder gleich geblieben, sondern steigt in jedem Jahr kontinuierlich an. Das bedeutet auf der anderen Seite auch eine jährliche Erhöhung der zu zahlenden Höchstbeiträge in der gesetzlichen Krankenkasse, für die Privatversicherten hingegen auch eine Erhöhung des Arbeitgeberzuschusses.

 

Entwicklung der JAEG, Jahresarbeitentgeltgrenze auch Versicherungspflichtgrenze und der Beitragsbemessungsgrenze BBG