Archiv für die Kategorie ‘GKV’

12.
Dezember '18

Arbeitgeberzuschuss 2019 und Sozialversicherungswerte 2019


In meinem gestrigen Beitrag habe ich bereits über die neuen Beitragsbemessungsgrenzen und die neue JAEG 2019 geschrieben.

Nun sind aus dem Referentenentwurf auch weitere Zahlen bekannt. Auch die Pläne zur Neuordnung der Pflegeversicherung und der damit verbundenen Anpassung der Beiträge um 0,5 Prozentpunkte sind relativ sicher. Daher habe ich die- Sie kennen es aus den letzten Jahren- Übersichten für 2019 aktualisiert und stelle diese wie immer kostenfrei zur Verfügung.

Hinweis an Kollegen: Unverändert können diese gern genutzt und weitergegeben werden. Für eine Nutzung mit eigenem Logo oder verändert, kontaktieren Sie mich bitte vorab.

Allen Tabellen und Berechnungen liegen folgende Daten zugrunde.

1.) Referentenentwurf mit den vorläufigen Zahlen 2019

2.) Annahme der Steigerung der Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte

3.) durchschnittlicher ZUSATZbeitrag der GKV liegt unverändert bei 1% bestätigt: Zusatzbeitrag 0,9%

4.) Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt auf 2,5%

Es können sich noch die Beiträge der Renten- und/oder Arbeitslosenversicherung (beschlossen wurde eine Senkung von 3,0 auf 2,5% Beitragssatz ab 2019) und damit auch die damit berechneten Höchstbeiträge ändern. Sobald es hier konkrete und verbindliche Zahlen gibt, passe ich es entsprechend an. Doch zunächst einmal die Änderungen 2018 auf 2019 in der Übersicht.

Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung 2019

Die bisherige Grenze betrug in 2018 monatlich 4.425 € oder richtigerweise jährlich 53.100 €. Ab dem 01. 01. 2019 sind in der Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge bis zur neuen Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 4.537,50 €/ jährlich 54.450 € zu zahlen.

Beitragsbemessungsgrenze KV 2019:

54.450 € (2017: 53.100 €), monatlich 4.537,50 €

ACHTUNG! Für die Berechnung des Arbeitgeberzuschuss und auch der folgenden Höchstbeträge sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Dabei sind noch nicht alle Vorgaben bestätigt. Der Gesundheitsminister hat derzeit eine Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrages um 0,5% geplant, final bestätigt ist diese noch nicht. Was aber sicher ist, es kommt ab dem Jahr 2019 wieder eine paritätische Versorgung. Hier hatte ich schon Anfang des Jahres zu Details geschrieben.

Arbeitgeberzuschuss zur Privaten Krankenversicherung in 2019

Damit verändern sich zwangsläufig weitere Werte. Der Arbeitgeberzuschuss 2019 errechnet sich demnach wie folgt:

Für das Jahr 2019 ergibt sich somit folgende Berechnung:

Zuschuss zur Krankenversicherung (Grundbeitrag)

14,6% GKV Beitragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

7,3% x 4.537,50 € = 331,24 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2019

Zuschuss zur Krankenversicherung (auf ZUSATZbeitrag)

DAZU kommt ab 2019 auch der kassenindividuelle ZUSATZbeitrag (dieser liegt zwischen null und 1,7 Prozent, der durchschnittliche ZUSATZbeitrag bei 0,9%)

ZUSCHUSS berechnet sich also in 2019 wie folgt:

0,45% x 4.537,50 € = 20,41 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung TEIL II 2019

Zuschuss zur Pflegeversicherung (Annahmen: 3,05% mit Kindern, 3,3% ohne Kinder)

Pflegeversicherung ZUSCHUSS berechnet sich also in 2019 wie folgt:

1,525 % x 4.537,50 € = 69,20 € = AG Zuschuss zur Pflegeversicherung 2019

Im Vergleich zu 2018 (Werte hier) steigt der Arbeitgeberzuschuss durch die Paritätische Versorgung und die Erhöhung der Beiträge in der Pflegepflichtversicherung auf folgende Werte:

Arbeitgeberzuschuss 2019 Krankenversicherung (inkl. ZUSATZbeitrag) = 351,66 EUR

Arbeitgeberzuschuss 2019 Pflegepflichtversicherung (inkl. ZUSATZbeitrag) = 69,20 EUR

Berechnung der Höchstbeiträge 2019 in der gesetzlichen Krankenversicherung

Der Gesamtbeitrag der GKV in 2019 berechnet sich dann wie folgt:

Beitrag zur Krankenversicherung (Grundbeitrag)

14,6% GKV Beitragssatz

14,6% x 4.537,50 € = 662,48 € = Krankenversicherungsbeitrag (Höchstbeitrag) Teil I

Zuschuss zur Krankenversicherung (auf ZUSATZbeitrag)

DAZU kommt ab 2019 auch der halbe Zuschlag auf den durchschnittlichen ZUSATZbeitrag (in 2019 = 0,9%)

ZUSCHUSS berechnet sich also in 2019 wie folgt:

0,9% bis 1,7% x 4.537,50 € = 40,84 bis 77,14 € = Krankenversicherungsbeitrag TEIL II (ZUSATZbeitrag) 2019

Zuschuss zur Pflegeversicherung (Annahmen: 3,05% mit Kindern, 3,3% ohne Kinder)

Pflegeversicherung ZUSCHUSS berechnet sich also in 2019 wie folgt:

KINDERLOS 3,3% x 4.537,50 € = 149,74 € = AG Zuschuss zur Pflegeversicherung 2019

MIT KINDERN 3,05% x 4.537,50 € = 138,39 € = AG Zuschuss zur Pflegeversicherung 2019

Danach ergeben sich folgende Höchstbeiträge:

Gesetzliche Krankenkasse ohne ZUSATZbeitrag: 662,48 €

Gesetzliche Krankenkasse mit durchschnittlichem ZUSATZbeitrag (0,9%): 703,31 €

Gesetzliche Krankenkasse mit höchstem ZUSATZbeitrag (1,7%): 739,62 €

DAZU kommt die Pflegeversicherung

Gesetzliche Pflegeversicherung OHNE KINDER: 149,74 €

Gesetzliche Pflegeversicherung MIT KINDERN: 138,39 €

Ein Arbeitnehmer über der Beitragsbemessungsgrenze zahlt somit für seine

Krankenversicherung GKV (inkl. max. der Hälfte von 1,7% ZUSATZbeitrag) max. 739,62 EUR

zzgl. als Kinderloser Versicherter max. 149,74 EUR in der Pflegeversicherung

= 889,36 EUR

Liegt Ihr Jahreseinkommen zwischen 59.400 € p.a. und 60.750 €, so werden Sie dadurch voraussichtlich ab dem 1. Januar 2019 versicherungspflichtig in der GKV und müssen sich auf Antrag befreien lassen. Diese Befreiung gilt nur für den einen Grund (steigende Beitragsbemessungsgrenze) unwiderruflich, mehr Informationen in meinem Beitrag „Wie kann ich in der PKV bleiben

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung beträgt in 2019

West: 80.400 € oder 6.700 € monatlich (in 2018 waren es 78.000 € €, ein Plus von 2.400 €)

Ost: 73.800 € oder 6.150€ monatlich (in 2018 waren es 69.600 €, ein Plus von 4.200 €)

Vollständige Werte finden sich in meiner neuen Übersicht. Diese steht zur freien Verwendung (unverändert) jedermann zur Verfügung. Download als pdf und als Grafik

10.
Dezember '18

Als GKV Versicherter in eine Privatpraxis? Geht das? Was kostet das und bekomme ich von der Krankenkasse etwas wieder?


Eine durchaus spannende Frage, die da kürzlich auf twitter aufgetaucht ist. Was ist denn, wenn ein gesetzlich Krankenversicherter Patient eine Privatpraxis aufsuchen möchte. Daraus ergeben sich einige Fragen, diese sollten vorab geklärt werden um keine böse Überraschung zu erleben.

  • – Was ist denn eine Privatpraxis?

  • – Darf ich als Kassenpatient dort auch hin?

  • – Welche Kosten entstehen?

  • – Bekomme ich die Kosten (anteilig?) von der GKV ersetzt?

All diese Fragen entstanden auch bei dem Tweet.

Um die Fragen sinnvoll zu beantworten, schauen wir uns das ganze Thema etwas detaillierter an.

Was ist denn eine Privatpraxis?

Möchte ein Arzt auch Kassenpatienten behandeln, so benötigt dieser in Deutschland eine Kassenzulassung. Diese ist an einige Regularien gebunden –> Kassenzulassung. Hat der Arzt nun entweder keine Zulassung bekommen, weil in dem gewünschten Gebiet keine frei ist, oder hat er einfach „keine Lust auf die Regularien und die Kassenpatienten“, dann kann er natürlich auch ohne eine solche Zulassung tätig sein und Patienten behandeln. Aber: Er bekommt eben kein Geld von der Krankenkasse und muss die Leistungen als so genannte „Privatabrechnung“ an den Patienten stellen. Danach ist eine Abrechnung nach den Vorgaben der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) erforderlich. Die Abrechnung sieht dann in etwa so aus, wie in dem folgenden Beitrag beschrieben.

Was darf der Arzt berechnen und was bedeutet eigentlich Regelhöchstsatz?

Darf ich als Kassenpatient dort auch hin?

Klar, denn Privatpraxis bedeutet eben nicht „nur Privatpatienten“, sondern eher „keine Kassenpatienten/ Kassenabrechnung“. In einer kassenärztlichen Praxis sieht das Vertragsverhältnis bzw. die Verbindungen zwischen den Beteiligten zunächst so aus:

Natürlich können Sie als GKV Versicherter auch dann zu einem solchen Arzt in die Behandlung, Sie müssen nur für die Kosten dann selbst aufkommen. Gegenüber dem Arzt sind Sie dann Selbstzahler. Ob Sie dann dafür eine Versicherung haben oder nicht, das spielt dabei keine Rolle. Auch als Privatpatient sind Sie in einem Vertragsverhältnis mit Ihrem Arzt und schulden diesem die Honorare für die erbrachten Leistungen. Hat Ihr Tarif Lücken oder erstattet dieser bestimmte Leistungen nicht, so können Sie solche natürlich dennoch nutzen, müssen diese nur selbst bezahlen.

So ein „Selbstzahler“ sind Sie auch dann, wenn Sie sonst GKV versichert sind.

BESONDERHEIT: Es gibt in der gesetzlichen Krankenkasse so genannte Kostenerstattungstarife. Diese funktionieren so ähnlich wie die PKV. Sie gehen zum Arzt, bekommen Ihre Behandlung und reichen die Rechnung bei der Kasse ein. Diese erstattet einen Teil, den Rest zahlen Sie selbst oder haben den privat abgesichert.

Welche Kosten entstehen?

Das ist vorab nicht zu sagen. Anders als bei pauschalen Leistungen, müssen die Ärzte die Einzelleistungen nach der so genannten Gebührenordnung abrechnen. Diese und was der Arzt dann wie berechnen kann, habe ich in dem oben verlinkten Artikel bereits erklärt. Daher kann Ihnen vor der Behandlung meist nicht, maximal aber ungefähr, gesagt werden welche Kosten entstehen. Dieses birgt ein durchaus beachtliches Risiko. Im ambulanten Bereich und nur bei kleineren Behandlungen ist dieses zwar vertretbar, kann aber dennoch zu höheren Kosten führen.

Doch schauen wir uns das am Beispiel einer Magenspiegelung einmal an. Der Arzt wird hier zunächst eine Untersuchung vornehmen, dabei die persönlichen Umstände des Patienten beurteilen und die Untersuchung planen. Dann sollte er Sie aufklären und die Risiken der Untersuchung erklären. Hierfür fallen dann unterschiedliche Ziffern der Gebührenordnung an. In unserem Fall der Magenspiegelung zum Beispiel die Ziffern 3, 7 und 682.

Die Grundbeträge können Sie der Gebührenordnung für Ärzte entnehmen. In der unten gezeigten Rechnung hat der Arzt zudem nur den normalen, den so genannten Regelhöchstsatz von 2,3 berechnet. Bei Besonderheiten auch während der Untersuchung kann dieser aber bis auf den 3,5fachen, den Höchstsatz, angepasst werden. Die Nummer 682 kann somit entweder 113,95 EUR oder auch 173,40 EUR kosten.Auch Befundberichte kosten natürlich extra. Wird bei der Magenspiegelung eine Narkose erforderlich, so entstehen auch hier gem. der Gebührenordnung Kosten. Diese sollten ca. bei 200 EUR liegen. Doch damit nicht genug. Unser Patient bekommt nun bei der Magenspiegelung noch eine Probe entnommen und diese wird in das Labor zur Untersuchung geschickt. Dieser Posten ist am schwierigsten zu schätzen. Je nachdem wie viele Proben und auf was genau getestet werden soll, können hier 100 aber auch 500 EUR Kosten entstehen.

ZUSAMMENFASSUNG:

Die Magenspiegelung kostet „als Paket“ etwas zwischen 150 EUR und 230 EUR

dazu bei Bedarf ca. 200-300 EUR für die Narkose

und dann das Labor, 100 bis 500 EUR (ggf. auch darüber)

 

Bekomme ich die Kosten (anteilig?) von der GKV ersetzt?

Nein. Der „normal in der GKV Pflichtversicherte“ bekommt solche Kosten nicht erstattet. Auch nicht anteilig und auch keinen einfachen Satz oder dergleichen. Dieses Gerücht, die Kasse müsste zumindest den einfachen Satz zahlen hält sich wacker, ist aber falsch. Wer in eine Praxis ohne Kassenzulassung geht, der zahlt die Kosten selbst.

Wer einen so genannten Kostenerstattungstarif seiner Kasse hat, der bekommt anteilig Kosten zurück und muss nur den Rest selbst tragen. Das sind aber nur sehr wenige Versicherte mit ganz besonderen Tarifen.

Empfehlung

Wenn Sie als gesetzlich versicherter Patient in eine solche Privatpraxis wollen, dann besprechen Sie unbedingt mit dem Arzt vorher und ausführlich die MÖGLICHEN Kosten und die Risiken. Lassen Sie sich auch erklären und aufschreiben, welche zusätzlichen Untersuchungen sich ergeben können, was mit Labor, Narkose und dergleichen ist.

Klar, wenn Sie einen Ultraschall und ggf. eine zweite Meinung brauchen, dann in eine Privatpraxis gehen und der Arzt sagt „mache ich für 98,34 EUR“, dann ist der Umfang und der Preis fast klar. Alles andere birgt aber teils hohe Risiken.

13.
November '18

Kann ich mein Kind rückwirkend privat in der PKV versichern?


Der erste Schock ist überwunden, die gesetzliche Krankenkasse hat gekündigt und fordert nun rückwirkend Beiträge nach. Alle Details warum diese das kann, darf und sogar muss habe ich Ihnen hier aufgeschrieben.

Die GKV kündigt rückwirkend die Familienversicherung – was Sie tun können

Die erste Verwunderung ist nun vorbei, jetzt geht es an die weitere Planung wie denn die Kinder zukünftig versichert sein sollen und welches System das passende ist. Forderungen der gesetzlichen Krankenkasse, ein Beitragsbescheid und die Befürchtung „die großen Summen kann ich so schnell gar nicht zahlen“ sind nicht gerade hilfreich für eine besonnene Entscheidung. Die bedarf es aber!

Schnell folgt dann eine durchaus entscheidende Frage, die auf den ersten Blick auf der Hand liegt.

Kann ich mein Kind rückwirkend privat in der PKV versichern?

Das ist nachvollziehbar, denn wenn die gesetzliche Kasse nun einmal 180 EUR oder mehr pro Monate will und es noch nicht einmal einen Arbeitgeberzuschuss für das GKV versicherte Kind gibt, dann kommt schnell die Idee der PKV. Mehrmals die Woche erwartet mich diese Frage im LiveChat, welchen Sie für weitere Rückfragen gern nutzen können.

Doch so einfach ist es dann doch nicht und die Unternehmen der privaten Krankenversicherung können und wollen dann doch keinen Versicherungsschutz für die letzten Jahre rückwirkend bieten, manche nicht einmal einen Tag. Damit zumindest verständlich wird warum, sollten Sie die Unterschiede zwischen dem technischen, materiellen und formellen Versicherungsbeginn zu kennen. (Versicherungsbeginne in der PKV – hier mehr Erklärungen dazu)

Doch bevor wir uns die Möglichkeit der Weiterversicherung anschauen und uns mit der ToDo Liste für Sie beschäftigen, davor klären wir erst einmal, wann der Schutz der GKV endet.

Wann endet der Schutz in der gesetzlichen Krankenkasse

Wir müssen hierbei unterscheiden, ob der Schutz der Familienversicherung nach § 10 SGB V endet, oder ob der Schutz in der GKV generell beendet wird und damit auch keine Leistungen mehr erbracht werden. Bisher war die gesetzliche Krankenkasse davon ausgegangen, die Kinder wären kostenfrei im Rahmen der Familienversicherung versichert. Das ist nun nicht mehr so. Durch Kenntnis neuer Umstände und/ oder eines ausgefüllten Familienfragebogens weiß diese nun, dass ein Schutz nicht mehr kostenfrei bestehen kann.

Dennoch gilt auch weiterhin die Versicherungspflicht und damit ist nicht einfach Schluss mit GKV Leistungen. Dennoch möchte die Krankenkasse natürlich dann für Ihre Leistungen Geld, einen Beitrag als freiwilliges Mitglied.

Durch diese Regelungen, unter anderem begründet in §193 VVG (Versicherungspflicht), §10 SGB V (Familienversicherung) und weitere. Aus dem §10 ergibt sich übrigens auch die Verpflichtung, geänderte Umstände zu melden. Dort heißt es:

(6) Das Mitglied hat die nach den Absätzen 1 bis 4 Versicherten mit den für die Durchführung der Familienversicherung notwendigen Angaben sowie die Änderung dieser Angaben an die zuständige Krankenkasse zu melden. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen legt für die Meldung nach Satz 1 ein einheitliches Verfahren und einheitliche Meldevordrucke fest.

Weitere Regelungen dazu finden sich auch im §9, denn dort heißt es:

§ 9 Freiwillige Versicherung
(1) Der Versicherung können beitreten

  1. (…)

  2. Personen, deren Versicherung nach § 10 erlischt oder nur deswegen nicht besteht, weil die Voraussetzungen des § 10 Abs. 3 vorliegen, wenn sie oder der Elternteil, aus dessen Versicherung die Familienversicherung abgeleitet wurde, die in Nummer 1 genannte Vorversicherungszeit erfüllen,

Auch da seht können, nicht müssen. Wer sein Kind also nicht in der GKV weiterversichern möchte, der braucht das eben nicht tun. Dann bedarf es aber eines anderen Schutzes, welcher die Voraussetzungen zur Versicherungspflicht erfüllt- die PKV.

Wie bekomme ich rückwirkenden PKV Schutz?

In den meisten Fällen wollen und können die privaten Versicherer den Schutz nicht rückwirkend abbilden. Einige bieten an, für die letzten Monate einen Versicherungsschutz zu gewähren, hierbei gibt es aber einige Stolperfallen zu beachten.

1.) Rückwirkender Antrag und Beginn bedeutet keine Rückwirkende Leistung

2.) Leistungen aus der GKV müssen ggf. zurück gezahlt werden

3.) Es kann, muss aber nicht die eigene Gesellschaft sein.

Um einen solchen Schutz zu bekommen ist eine umfangreiche Beratung nötig. Mal „schnell eben nebenbei“ lässt sich ein solches Konstrukt nicht abbilden. Der Schutz der gesetzlichen Krankenkasse endet nicht einfach so und automatisch, Sie müssen etwas tun.

Folgende Unterlagen brauchen Sie für eine Beratung

Bevor es überhaupt Überlegungen gibt, die Kinder nun teilweise rückwirkend privat zu versichern, besorgen Sie bitte folgende Unterlagen und scannen sie ein, um diese bei einer Beratung greifbar zu haben.

1.) Kopie Ihres letzten Versicherungsscheins der eigenen PKV

2.) Kopie des Schreibens der GKV, ggf. mit dem zugegangenen Beitragsbescheid

3.) U Untersuchungshefte der Kinder (dabei auch die like Seite, auch oder gerade wenn dort nichts angekreuzt ist)

Weiterhin machen Sie sich bitte Gedanken zu dem gewünschten Versicherungsschutz. Dabei helfen Ihnen

1.) die Auswahlkriterien zur PKV

2.) der Kriterienfragebogen zur PKV

Mit all diesen Unterlagen wenden Sie sich an einen qualifizierten Berater. Dieser wird dann die Möglichkeiten mit Ihnen herausfinden und Ihnen zeigen, bei welchen Gesellschaften Sie den Schutz auch rückwirkend bekommen können. Das wird jedoch niemals über einen Zeitraum mehrerer Jahre gehen, ist aber auch dort auch aus anderen Gründen nicht sinnvoll.

Die GKV muss daher wirksam beendet und dort ein neuer Schutz nachgewiesen werden. Die private Krankenversicherung leistet aber auch dann nicht rückwirkend, wenn Sie dort eine Prämie zahlen. Es kann jedoch dennoch sinnvoll sein diese soweit als irgend möglich zurück zu datieren und einen solchen Schutz der GKV nachzuweisen. Fragen zur Rückforderung von GKV Behandlungskosten stehen dann noch zusätzlich im Raum und sollten besprochen werden.

Weiterhin sollten Sie nie voreilig eine freiwillige Versicherung in der GKV für die Kinder erklären oder einen solchen Antrag unterschreiben.

Fazit

Ein Schutz in der PKV ist auch rückwirkend möglich, wenn auch nicht über Jahre zurück. Hierbei sind jedoch verschiedene Fragen zu klären und Gegebenheiten zu berücksichtigen, welche in eine ausführliche Beratung gehören. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an einen spezialisierten Berater oder nutzen die Kontaktmöglichkeiten hier auf der Seite oder im LiveChat

07.
November '18

Die GKV kündigt rückwirkend die Familienversicherung – was Sie tun können


Es scheint gerade wieder „in“ zu sein bei den gesetzlichen Kassen, die Prüfung der Familienversicherung der Kinder. Nur damit kein falscher Eindruck entsteht, die Kassen müssen das tun und tun das auch zurecht.

Warum wird die Familienversicherung geprüft?

Die gesetzliche Krankenkasse tut das, was die tun muss. Sie prüft die Voraussetzungen der gesetzlichen Familienversicherung der Kinder. Anders als die freiwillige Versicherung in der GKV ist eine Familienversicherung unter verschiedenen Voraussetzungen beitragsfrei und kostet somit keinen Beitrag.

Dabei müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt werden, welche im weitesten Sinne in dem Paragraphen 10 des Sozialgesetzbuches V festgeschrieben sind. Damit es etwas einfacher zu prüfen ist, habe ich ein Schema erstellt. Gehen Sie dieses langsam von oben nach unten durch. Dadurch prüfen Sie selbst ob ein Anspruch auf (kostenfreie) Familienversicherung der Kinder besteht oder ob Beiträge fällig werden.

Muss ich die Kasse selbstständig informieren?

Viele von Ihnen werden auf diese Seite gekommen sein, weil die Kasse gerade einen Fragebogen geschickt hat oder gar schon einen Beitragsbescheid. Auch die Kündigung der Familienversicherung ist ein Anlass danach zu googeln und so landen einige von Ihnen hier.

Haben Sie vorher bereits zusammengelebt und vielleicht gemeinsame Kinder, so ändert sich die Situation der Versicherung der Kinder oft bei der Hochzeit. Hier besteht durchaus die Pflicht zur Information. Ist dieses nicht erfolgt, so schickt die gesetzliche Krankenkasse früher oder später einen so genannten „Fragebogen zur Familienversicherung“. Mit diesem soll geprüft werden, ob die Kinder einen Anspruch auf eine kostenfreie Weiterversicherung haben.

Ist dem nicht so, so kann die Kasse reagieren und Sie sich entscheiden. Informieren Sie die Kasse nicht und hoffen nun „wird schon nichts passieren“, so ist das keine gute Wahl. Irgendwann stehen hohe Nachzahlungen im Raum und es macht die Situation nicht besser.

Sie sollten die Krankenkasse informieren, wenn

  • – wenn sich der Familienstand ändert

  • – wenn ein Kind geboren wird

  • – wenn sich der Status eines Elternteils ändert (GKV oder PKV)

  • – bei verändertem Einkommen/ Zugang des Steuerbescheides

Darf die Kasse die Kinder aus der GKV werfen?

Generell wirft Sie die Kasse nicht raus, auch wenn das oftmals so geschildert wird oder so erscheint. In dem Schreiben der gesetzlichen Krankenkasse heißt es oft:

„Wir kündigen hiermit die Familienversicherung der Kinder rückwirkend zum _____. Bitte senden sie uns den Antrag auf freiwillige Weiterversicherung bis zum ____ zu.“

Damit endet die freiwillige Familienversicherung, es endet aber nicht der Versicherungsschutz für die Kinder.

Haben die Kinder sofort keinen Versicherungsschutz?

Aufgrund der herrschenden Versicherungspflicht kann auch niemand ohne Versicherungsschutz sein. Dieser besteht also bei der GKV weiter, auch wenn Sie hierfür nun (rückwirkend) Beiträge zahlen müssen.

Ihr Kind ist also auch weiterhin versichert, auch müssen Sie keine Kosten für ärztliche Behandlungen zurückzahlen. Alle bisher erstatteten Kosten für Ärzte, Krankenhäuser und auch den Kieferorthopäden werden Sie auch weiterhin erstattet bekommen bzw. müssen diese auch nicht zurückzahlen.

Muss ich nachzahlen?

Ja. Endet die Familienversicherung rückwirkend, dann müssen die Beiträge ab dem Termin nachgezahlt werden. Dabei wäre es auch ungerecht wenn dem nicht so wäre, denn sonst fördert dieses „ich mache mal nix, wird schon klappen“. Die Versicherten, welche es direkt melden und damit Beiträge zahlen sollen nicht gegenüber denen die es nicht melden (ob bewusst oder aus Unwissenheit) benachteiligt werden.

Die gesetzliche Krankenkasse kann dabei auch Beiträge der letzten drei Versicherungsjahre nachfordern, das bedeutet bei einer Festsetzung in 2018 müssen Sie auch die Monate aus 2015 noch nachzahlen.

Durch solche langen Fristen und oft auch verspätete Steuerbescheide führt dieses oft zu hohen Nachzahlungen.

Wie hoch ist der Beitrag für freiwillig versicherte Kinder?

Das kommt auf das Einkommen an. Hat das Kind kein anderes Einkommen, so muss dieses den Mindestbeitrag zahlen. Dabei gilt für Kinder der ermäßigte Beitragssatz (ohne Anspruch auf Krankengeld) Für Kinder liegt dieser je nach Krankenkasse und deren Zusatzbeitrag bei:

  • 150 – 165 EUR/ Monat für die Krankenversicherung

  • plus ca. 25 EUR/ Monat für die Pflegepflichtversicherung

Damit fallen schon einmal knapp 180 EUR pro Monat an. Bei einer Rückforderung von 3 Jahren liegen diese Beitragsbescheide somit schnell bei 6.500 Euro oder mehr. Wer dazu mehrere Kinder hat, der hat eine solche Rückforderung für jedes Kind zu zahlen.

Gibt es Ratenzahlung?

Ja, sprechen Sie rechtzeitig mit der gesetzlichen Kasse und klären die Umstände. Ist der Beitragsbescheid erlassen, beachten Sie bitte darauf die Rechtsbehelfbelehrung. Diese enthält eine Frist, in der müssen Sie auf eine Festsetzung reagieren, da diese sonst (selbst wenn diese falsch wäre) wirksam wird.

Meine Kasse stellt mir über 700 EUR pro Monat und Kind in Rechnung?

Einigen Versicherten schreiben die Kassen vorab und fordern den Familienfragebogen oder weitere Unterlagen an. Werden solche Anfragen ignoriert, so sehen die Kassen als einzige Chance dann noch einen Beitragsbescheid zum Höchstbeitrag. Damit unterstellt man dem Kind eigene Einkünfte und berechnet daher den Höchstbeitrag. So werden statt der 180 EUR schnell einmal 750 EUR pro Monat und aus 7.000 EUR Rückforderung schnell 27.000 EUR. Eine solche Geschichte finden Sie in meinem Beitrag HIER.

Wie kann ich meine Kinder nun versichern?

Generell besteht hier Wahlfreiheit. Auch eine Pflicht das Kind nun in der Privaten Krankenversicherung (PKV) zu versichern besteht nicht. Das habe ich in meinem Beitrag hier bereits erklärt.

Mein Kind muss „ja dann auch“ in die Private Krankenversicherung (PKV)

Dabei besteht somit als erstes die Möglichkeit die Kinder auch weiterhin in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Dabei fallen dann die oben beschriebenen Beiträge an. Dazu muss ein Antrag auf freiwillige Versicherung gestellt werden.

Soll das Kind aber in der PKV versichert werden, so sollten Sie diesen Antrag gerade nicht stellen. Einige Tücken sind hier zu beachten um nicht unnötig lange in der GKV gebunden zu sein.

Wer sich für die gesetzliche Krankenkasse (GKV) für seine Kinder entscheidet, der muss zwingend beachten: Ein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss für eine freiwillige Versicherung besteht nicht.

Arbeitgeberzuschuss für Kinder und freiwillig GKV Versicherte

Wenn das Kind in die PKV soll…

oder zumindest dieses überlegt wird, dann steht Beratung an erster Stelle. Dabei müssen nicht nur viele Auswahlkriterien beachtet werden, auch einige Mythen sind aus dem Weg zu räumen.

Es muss nicht die gleiche Versicherung sein, bei der die Eltern versichert sind, es muss auch nicht der gleiche Schutz sein und vieles mehr.

Wie Sie die Kinder rückwirkend versichern können, ob und wie weit in die Vergangenheit dieses möglich ist, das erkläre ich in einem weiteren Beitrag. Zunächst gilt aber:

  • – keine Anträge bei der GKV unterschreiben

  • – sich beraten lassen

  • – auch bei hohen Beitragsbescheiden nicht erschrecken lassen

  • – auf die Fristen zum Widerspruch achten (Begründung kann nachgereicht werden)

05.
November '18

Bundeskabinett legt durchschnittlichen Zusatzbeitrag der GKV für 2019 fest


Das Bundesgesundheitsministerium hat am 23. Oktober 2018 den neuen, durchschnittlichen Zusatzbeitrag in der gesetzlcihen Krankenkasse für das Beitragsjahr 2019 festgelegt.

Im Bundesanzeiger wurde dieses am 26. 10. 2018 bekanntgegeben.

Wie ändert sich der Zusatzbeitrag?

Ab dem 01. Januar 2019 sinkt somit der durchschnittliche Zusatzbeitrag um 0,1 Prozentpunkte auf damit 0,9%. Wichtig ist der durchschnittliche Zusatzbeitrah für die Bezieher von Arbeitslosengeld II und für die Berechnung des Arbeitgeberzuschusses zur PKV ab 2019.

Wie ich hier bereits erklärte, kehren wir ab 2019 wieder zu der paritätischen Versorgung zurück. Während Arbeitnehmer bisher die Beiträge für den Zusatzbeitrag allein tragen mussten, beteiligt sich der Arbeit

Was bedeutet dieses für Versicherte in der PKV?

Der Arbeitgeberzuschuss wird, aufgrund der Änderung der Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) jährlich neu festgelegt. Durch die Rückkehr zur paritätischen Versorgung bekommen Versicherte in der privaten Krankenversicherung mehr Zuschuss. Der neue Höchstzuschuss zur privaten Krankenversicherung berechnet sich dann ab 2019 wie folgt:

neue Beitragsbemessungsgrenze (BBG): 54.450 EUR pro Jahr, 4.537,50 EUR pro Monat

Der Arbeitgeberzuschuss 2019 errechnet sich demnach wie folgt:

Zuschuss zur Krankenversicherung (Grundbeitrag)

14,6% GKV Beitragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

7,3% x 4.537,50 € = 331,24 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2019

Zuschuss zur Krankenversicherung (auf ZUSATZbeitrag)

DAZU kommt ab 2019 auch der kassenindividuelle ZUSATZbeitrag (dieser liegt zwischen null und 1,7 Prozent, der durchschnittliche ZUSATZbeitrag bei 0,9%)

ZUSCHUSS berechnet sich also in 2019 wie folgt: (legt man den durchschnittlichen Beitrag zu Grunde)

0,45% x 4.537,50 € = 20,42 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung TEIL II 2019

Somit bekommt der privat Versicherte Abrbeitnehmer, neben dem Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung immer 50% des Beitrages der zur PKV gezahlt wird, maximal aber die Höchstbeiträge.

Dabei kann auch ein Zuschuss für Kinder und Familie gezahlt werden.

Arbeitgeberzuschuss: Wie Sie auch für Frau und Kind einen PKV Zuschuss vom Arbeitgeber bekommen