Archiv für die Kategorie ‘GKV’

25.
Februar '21

Wenn die Krankenkasse schreibt: „Sie sind nun freiwillig versichert“ – was zu tun ist



Post von der Krankenkasse ist meist nur mittelmäßig erfreulich. „Sie sind nun freiwillig versichert“ ist aber eine durchaus erfreuliche Nachricht. Daher habe ich auch hier einen alten Beitrag von vor einigen Jahren (siehe alte Kommentare) aktualisiert und diese um die neuen Zahlen ergänzt.

Steigen die Beiträge oder gibt es sonst irgendetwas zu klären? Auch das wären Gründe für eine Post der Krankenkasse. Doch für einige ist die Post im Januar, Februar oder manchmal auch erst im März eine andere, eine die durchaus erfreulich ist. Viele gesetzliche Krankenkassen haben diese Mitteilungen bereits verschickt, andere sind noch mitten dabei und einige wenige vergessen es gern auch einmal ganz. Ihnen wird darin mitgeteilt, dass die bisherige Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) endet und diese zu einer freiwilligen Versicherung in der GKV wird.

Sie sind nun freiwillig versichert – Wer bekommt diesen Brief überhaupt?

All diejenigen, welche im Jahr 2020 die Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) von 62.550 Euro pro Jahr überschritten haben und mit dem erzielten Einkommen auch voraussichtlich über der neuen JEAG für 2021 von 64.350 Euro liegen. Welche Komponenten Ihres Einkommens hier zu berücksichtigen sind habe ich bereits vor einiger Zeit beschrieben.

Lesetipp: Was zählt zur Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG)

Sozialversicherungswerte 2021

Die Einstufung wer freiwillig oder pflichtig versichert ist übernimmt der Arbeitgeber. Dieser ist auch für die Richtigkeit der Meldung verantwortlich. Sind Sie mit der Einstufung nicht einverstanden und glauben hier liegt ein Fehler vor, so sprechen Sie am besten zuerst mit Ihrer Personalabteilung. Erst wenn hier keine Klärung möglich ist, kann die gesetzliche Krankenkasse oder im Zweifel auch die Deutsche Rentenversicherung mit einer so genannten Statusfeststellung verbindlich entscheiden.

Sie sind nun freiwillig versichert – Bin ich jetzt nicht mehr versichert?

Mit dem Wechsel vom Pflicht- zum freiwilligen Mitglied ändert sich einiges, dennoch bleiben Sie weiterhin versichert und stehen zu keinem Zeitpunkt ohne Versicherungsschutz da. Nicht nur durch die bestehende Versicherungspflicht endet der Schutz nie, ohne das ein anderer Versicherungsschutz besteht und nachgewiesen wurde. Dennoch kann es sinnvoll sein, hier tätig zu werden, falls Änderungen sinnvoll und gewünscht sind.

Aber anders als bisher können Sie nun selbst entscheiden, in welchem System Sie versichert sein möchten. Das kann weiterhin die gesetzliche Krankenkasse sein, kann aber ebenso ein passender Tarif in der privaten Krankenversicherung (PKV) sein. Hier gilt es aber zunächst ganz in Ruhe zu überlegen und zu prüfen, ob das System der PKV überhaupt das passende für Sie, Ihre Wünsche und Ihren Bedarf ist. Es gibt weder einen Zwang noch eine Vorgabe jetzt zu wechseln oder zu handeln. Unternehmen Sie nichts, bleibt Ihnen auch weiterhin das Kündigungsrecht zum Ende des übernächsten Monats erhalten und Sie können dieses nutzen.

Lesetipp: Leitfaden zu den Unterschieden der GKV und PKV

Was passiert mit mitversicherten Familienangehörigen?

Hatten Sie bisher neben dem eigenen Versicherungsschutz weitere Familienangehörige im Rahmen der kostenfreien Familienversicherung versichert, so bleibt das auch zunächst weiterhin so, es sei denn Sie ändern etwas daran. Solange die Voraussetzungen des Paragraphen 10 des SGB V erfüllt sind, bleibt alles beim wie bisher. Zu beachten sind aber nun ggf. Änderungen bei den mitversicherten Kindern. Waren oder sind diese in der Familienversicherung kostenfrei versichert, so beachten Sie bitte unbedingt die Gesamtsituation mit beiden Eltern. Denn hier gilt es zu prüfen, wo das Kind zu versichern ist. Durch ein Überschreiten der JAEG ändert sich ggf. der Anspruch auf eine kostenfreie Versicherung, je nachdem wo Sie sich (und wo das zweite Elternteil) versichert ist.

Lesetipp: Beiträge zur Familienversicherung

Muss ich nun in die Private Krankenversicherung wechseln?

Natürlich nicht. Sie müssen zunächst einmal überhaupt nix. Tun Sie nichts und ändern auch nicht, so sind Sie weiterhin bei der bestehenden gesetzlichen Krankenkasse versichert. Nur wenn Sie AKTIV etwas ändern und für sich entscheiden, dass die private Versicherung das richtige, für Sie passende System ist, nur dann ändert sich etwas.

Eine Verpflichtung zur PKV gibt es genau so wenig, wie die unsinnige (aber sich wacker haltende Behauptung) jeder der sich selbstständig machte müsse in die PKV. Viele gehören dort einfach nicht hin.

Lesetipp: Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen

Gibt es auch Nachteile gegenüber der Pflichtversicherung?

Es gibt Unterschiede zwischen beiden Versicherungsarten und sogar Verschlechterungen, so zum Beispiel in der Elternzeit. Während pflichtig versicherte Mitglieder der GKV beitragsfreien Schutz während der Elternzeit haben, ist das bei freiwilligen Mitgliedern nicht so, klar, verdienen Sie doch nun soviel und können sich die GKV auch dann leisten *Ironiemodus aus*

Lesetipp: Die nicht immer beitragsfreie Versicherung in der Elternzeit

Sie sind nun freiwillig versichert – was passiert mit meiner Karte?

Erstmal gar nichts. Denn: Da die Mitgliedschaft so bleibt, ändert sich auch an der Versichertenkarte zunächst nichts. Viele Kassen bieten Ihnen nun aber Wahltarife an. Dabei handelt es sich um Tarife mit Beitragsrückzahlungen, besonderen Leistungen, Selbstbeteiligungen oder anderen Abweichungen und Vergünstigungen. Bitte aufpassen. Durch den Abschluss eines Wahltarifes binden Sie sich langfristig an die Kasse und können somit nicht mehr so einfach kündigen.

Lesetipp: Wahltarife und die Eingeschränkte Kündigung der GKV

Bevor Sie eine solche Vereinbarung unterschreiben, loten Sie bitte für sich alle Möglichkeiten aus, darunter auch die der PKV, anderer gesetzlicher Kassen und dergleichen, SIE HABEN ZEIT!

Sie sind nun freiwillig versichert – was passiert nun bei meinem Arbeitgeber?

Bisher, also als pflichtversichertes Mitglied, hat der Arbeitgeber Ihnen einen Anteil vom Lohn abgezogen. 7,3% + ZUSATZbeitrag der Kasse + Pflegeversicherung + ggf. Zuschlag PV bei Kinderlosen. Zukünftig zahlt der Arbeitgeber Ihnen einen Zuschuss. Dieser ist begrenzt und orientiert sich immer an den aktuellen Zahlen der JAEG des jeweiligen Jahres.

Auch hier ist es wichtig zu wissen, es gibt mehrere Optionen. In der Regel ändert der Arbeitgeber nichts. Außer die Meldung der freiwilligen Versicherung passiert hier wenig. Die Beiträge werden auch weiterhin von dem Arbeitgeber an die Krankenkasse gezahlt und der Zuschuss direkt verrechnet.

ABER: Sie können auch als Selbstzahler bei der Kasse auftreten. Ist das Ihr Wunsch, dann bekommen Sie den steuerfreien Arbeitgeberzuschuss mit Ihrer Lohnabrechnung mit ausgezahlt und die Krankenkasse wird auch durch Sie direkt bezahlt. Abbuchung oder Überweisung ist Ihre Entscheidung, aber dann zahlt der Arbeitgeber nicht mehr direkt.

Lesetipp: Sozialversicherungswerte und Arbeitgeberzuschuss 2021

Dieser kann im folgenden Jahr also höher und auch niedriger sein (letztes ist in den letzten Jahren nahezu nie passiert, da die Grenze bis zu der die Beiträge berechnet werden (Beitragsbemessungsgrenze) immer angehoben wurde. Aber: Dieser Betrag ist somit veränderbar.

Sie sind nun freiwillig versichert – Gibt es ein Sonderkündigungsrecht?

Ja, dieses allerdings in einer besonderen Form. Generell gilt auch bei freiwillig Versicherten die reguläre, normale Kündigung zum Ende des übernächsten Monats. Kündigen Sie also im Januar noch Ihre GKV (ggf. auch rein vorsorglich)

LESETIPP: GKV ohne Risiko kündigen- Sie riskieren nichts- schaffen sich aber Zeit

so wird die Kündigung zum Ende des übernächsten Monats (März) wirksam und Sie können dann in eine andere Kasse wechseln. Hier ist die Bindungsfrist zu beachten. Sind Sie noch keine 12 Monate (neu in 2021, vorher waren es 18 Monate) bei der bisherigen Kasse versichert, dann ist diese Frist einzuhalten.

ABER: Erhöht die Kasse die Beiträge, also genauer den Zusatzbeitrag, oder führt einen solchen neu ein, so ist auch hier eine besondere Kündigungsfrist zum Monatsende möglich. Also können Sie die Kasse nach der Anpassung zum 1.1. noch bis zum 31.1. verlassen.

Und jetzt kommen wir noch zu dem BESONDEREN KÜNDIGUNGSFRIST bei dem Überschreiten der JAEG. Dieses besteht nur jetzt und nur einmalig. Haben Sie also im Jahr 2020 die Grenze ERSTMALIG überschritten und sind nun zum 1.1. freiwillig versichert, so muss die GKV Sie hierüber schriftlich informieren. Es reicht nicht wenn der Arbeitgeber es Ihnen sagt, die Information muss von der gesetzlichen Krankenkasse erfolgen.

Sie sind nun freiwillig versichert - Versicherungspflicht Ausscheiden

Sie sind nun freiwillig versichert – muss ich nun schnell handeln, oder lieber doch nicht?

Eine Entscheidung über die zukünftige Absicherung gegen Krankheitsfolgen sollte sehr sorgfältig getroffen werden. Ein Haus kauft man ja auch nicht mal „eben schnell“ und genau über solche Summen reden wir auch hier. Schauen Sie sich den Beitrag der GKV an, so sprechen wir über knapp 900 EUR monatlich inkl. Zusatzbeitrag, also über ca. 324.000 Euro in den kommenden 30 Jahren. Bei solchen Summen sollten Sie sich gut und ausführlich Gedanken machen.

Lesetipp: Entscheidung für das passende System in Ruhe treffen

Wenn ich nun wechseln möchte, wie und wann kann ich das tun?

Sollten Sie sich nach ausreichender Beratung, Analyse und Überlegung für einen Wechsel in die private Versicherung entschieden haben, so gibt es auch hier mehrere Möglichkeiten. Haben Sie das Schreiben der GKV im Januar bekommen und möchten Sie nun schnellstmöglich wechseln, so können Sie das nun einmalig und rückwirkend tun. Rückwirkend bedeutet Sie verlassen die GKV zum Beginn des Jahres 2021 und das obwohl die GKV noch nichts davon weiß. Dieses sollten Sie aber nur dann tun, wenn die neue Versicherung klar ist, Tarif und Gesellschaft ausgewählt, Risikoprüfung erfolgt und alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Ist dem nicht so und/ oder brauchen Sie einfach noch ein bisschen Bedenkzeit, so kündigen Sie gleichzeitig mit der Austrittserklärung zum 31.3. und wechseln zum 1.4.2021.

Was passiert mit Behandlungen zwischen dem 1. Januar und einem Wechsel?

Sollten im Zeitraum vom 01. Januar bis zur Erklärung des rückwirkenden Austritts Behandlungen, Untersuchungen oder sonstige Leistungen der GKV stattgefunden oder in Anspruch genommen worden sein, so sind diese natürlich zu erstatten. Die Kassen handhaben das unterschiedlich, fordern aber diese Kosten berechtigt zurück.

In der privaten Krankenversicherung können Sie diese aber nicht einreichen, selbst wenn diese den Schutz auf den 1.1. datieren würde, da die kosten dort vor dem eigentlichen Versicherungsbeginn entstanden wären. Daher sollten Sie- wenn es denn Leistungen gab, eher über einen Wechsel zum 1.4. nachdenken und den rückwirkenden Austritt nicht nutzen.

Gibt es beim Krankengeld etwas zu beachten?

Das Krankentagegeld in der PKV oder das Krankengeld in der GKV sind ähnlich, aber in vielen Bereichen unterschiedlich. Wichtig ist es für alle, die (weit) über der Grenze verdienen, sich die Höhe anzuschauen.

Gerade bei höherem Einkommen gibt es dort eine beachtliche Lücke, welche bekannt sein sollte und ggf. angepasst werden muss.

Weitere Infos finden Sie auch unter dem Punkt „Krankengeld“ hier auf der Seite. Schnell entstehen hier Lücken von mehreren hundert Euro pro Monat, die im Falle einer längeren Krankschreibung tüchtig ins Geld gehen. Und nein, eine vorhandene Berufsunfähigkeitsversicherung reicht hier leider nicht aus um dieses Risiko zu decken.

Wie finde ich die passende Krankenversicherung?

Wenn Sie sich nun weiter mit dem Thema PKV und GKV beschäftigen möchten und sich einmal Gedanken machen, welche Kriterien IHRE persönliche PKV dann erfüllen soll und muss, dann finden Sie unter folgenden Links weitere Hilfe.

1.) Auswahlkriterien der privaten Krankenversicherung

2.) Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung

3.) Kriterienfragebogen zur PKV oder als Interaktiver Onlinefragebogen

24.
Februar '21

Rot, grün, blau oder gelb? Was die unterschiedlichen Farben des Rezeptes bedeuten und wann es eingelöst werden muss




Die Farben des Rezeptes spielen eine entscheidende Rolle bei der Frage für wen und warum bestimmte Rezepte ausgestellt werden. Rezepte, nicht die die beschreiben wie Sie ihre Lieblingssuppe zubereiten, sondern die die der Arzt Ihnen ausstellt um Sie von einer Krankheit zu heilen, genau um diese Art von Rezepten soll es heute gehen.Farben des Rezeptes - Rot, grün, blau oder gelb?

Wer schon einmal bei seinem Arzt gesessen hat, einen Blick über dessen Schreibtisch wirft, der sieht unterschiedlich bunte „Zettel“. Doch warum verwendet der Arzt verschiedene Farben, will er doch mit allen nur ein Medikament für seinen Patienten verordnen.

Farben des Rezeptes – das rote „Standardrezept“

Kassenrezept - Farben des RezeptesFangen wir mit dem am häufigsten verwendeten Rezept an. Das rosarote Rezept kennt jeder, der in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist und ein Medikament verordnet bekommt. Hiermit erkennt der Apotheker sofort, dass es sich um ein Medikament handelt, welches die gesetzliche Krankenkasse (gegebenenfalls mit Zuzahlung) erstattet.

Auf diesem Rezept sind also Medikamente verzeichnet, welche apothekenpflichtig und verschreibungspflichtig sind. Ausnahmen sind jedoch bei Medikamenten und Hilfsmittel möglich, die unter die „bedingt verordnungsfähig“ Kategorie fallen, wie auch bei bestimmten Medizinprodukten.

Für dieses Rezept gibt es zwei unterschiedliche Fristen. Zunächst einmal kann der Patient das Rezept binnen drei Monaten bei der Apotheke einlösen und hat auch so lange ein Anrecht, das verordnete Medikament zu bekommen.

Aber Achtung: die gesetzliche Krankenkasse muss das Medikament nur dann erstatten, wenn es binnen einen Monats nach Ausstellung auch eingelöst wird. (ob der Monat genau 28, 30 oder 31 Tage hat, wird von den Krankenkassen unterschiedlich gehandhabt und ist gegebenenfalls von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich) Nur bei einer Einreichung binnen 28 Tagen ist der Apotheker sicher, auch sein Geld zu bekommen, daher kann er danach die Einreichung (wenn durch GKV erstattet werden soll) verweigern.

Auf der Internetseite des gemeinsamen Bundesausschusses können Sie nachlesen, welche Medikamente verschreibungspflichtig sind.

Farben des Rezeptes – das blaue Rezept für Privatpatienten

Privatrezept blau - Farben des RezeptesDas nächste Rezept ist ein blaues. Dieses Rezept wird bei Privatpatienten verwendet, wobei es keine zwingender Formvorschrift gibt. Der Arzt kann Ihnen ebenso gut auf einem weißen Blatt Papier, einem grünen Rezept (siehe unten), einem Bierdeckel oder der Rückseite eines Kassenzettels ein Medikament verordnen.

Dabei ist es auch bei einer Verordnung auf einem weißen Blatt Papier wichtig: Es muss auch hier bestimmte Angaben enthalten. Name und Geburtsdatum des Patienten sind wichtig, ebenso das genaue Medikament oder aber der Wirkstoff.

Ein solches Privatrezept hat eine Gültigkeit von drei Monaten. Durch dieses andersfarbige Rezept sieht der Apotheker sofort, es handelt sich um einen Privatpatienten und dieser zahlt sein Medikament vollständig in der Apotheke und bekommt es (soweit versichert) von der PKV erstattet.

Je nach versichertem Tarif kann eine Erstattung hier natürlich auch eingeschränkt sein, und eine Verordnung bedeutet nicht zwingend, dass die private Krankenversicherung das Medikament auch bezahlt.

Einige Ärzte verwenden aber statt des blauen, auch einfach das grüne Rezept. Wie gesagt, wenn privat versichert, ist die Farbe (bis auf gelb) nicht entscheidend.

Farben des Rezeptes – das grüne Rezept

Grünes Rezept Farben des RezeptesDas grüne Rezept: Genau betrachtet handelt es sich um gar kein Rezept im eigentlichen Sinne, denn der Arzt empfiehlt hier seinem Patienten ein bestimmtes Medikament. Auch für sogenannte Lifestyleprodukte kann der Arzt dieses nutzen.

Es handelt sich dabei um nicht verschreibungspflichtige aber dennoch apothekenpflichtige Medikamente. Alle Verordnungen auf einem grünen Rezept müssen vom Patienten selbst bezahlt werden. Ein Beispiel für Medikamente sind bestimmte Präparate bei leichten Erkältungen, die nicht verordnungsfähig sind.

Eine besondere Gültigkeit gibt es für dieses Rezept nicht.

BTM Rezept gelb Farben des RezeptesDas besondere, gelbe BTM Rezept. Es gibt noch ein weiteres Rezept, welches Sie hoffentlich nicht so schnell brauchen. Es handelt sich hierbei um das so genannte Betäubungsmittelrezept. Mit diesem Rezept verordnet der Arzt Medikamente, welche unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Hierbei handelt es sich um stärkere Schmerzmittel oder weitere Betäubungsmittel.

Dieses Rezept ist nur sieben Tage gültig. Es muss also innerhalb dieser sieben Tage bei der Apotheke eingelöst sein, der Ausstellungstag zählt hier als ein Tag mit. Ein Rezept, welches am 01.01. ausgestellt wird, ist somit am 8.1. abgelaufen. Hat der Apotheker das Medikament nicht vorrätig, so könne es bestellen. Wichtig ist aber das rechtzeitige Einreichen, da das Rezept danach seine Gültigkeit verliert.

Es besteht aus einem Original und zwei Durchschlägen, wovon eines bei dem Arzt verbleibt, die anderen beiden gehen zunächst zur Apotheke. Dieses besondere Rezept ist mit fälschungssicheren Merkmalen ausgestattet und an weitere strenge Auflagen gebunden. Mehr Informationen zu der rechtlichen Grundlage und den genauen Vorgaben finden Sie unter anderem auf Wikipedia. Diese Rezepte müssen vom Arzt gesondert aufbewahrt werden, immer unter Verschluss gehalten und die Verordnungen werden durch die Bundesopiumsstelle überprüft. (Mehr Informationen)

Die Farben des Rezeptes – das neue e-Rezept, ab 2022 in Ihrem Smartphone

Ab dem kommenden Jahr kommt dann noch eine weitere Variante dazu. Das e-Rezept. Dieses bietet alles, was bisherige Rezepte auch kennen, nur spart es Papier, Aufwand und Wege. Mit dem neuen e-Rezept wird nach dessen Einführung die Verordnung und auch Überwachung von Neben- und Wechselwirkungen noch einfacher. Der Arzt verordnet und Sie holen in der Apotheke ab oder bestellen dieses einfach online.

Mehr Infos hat das Bundesgesundheitsministerium unter der Seite „Das E-Rezept kommt“ aufbereitet.

Auch in der privaten Krankenversicherung ist dieses heute schon möglich. Anbieter wie MedGate oder Teleclinic, mit denen verschiedene Versicherer bereits kooperieren, nutzen elektronische Verordnungen heute schon. In meinem Artikel „Wenn der Arzt durchs Smartphone schaut“ finden Sie hierzu weitere Informationen.

Farben des Rezeptes – Was müssen Sie nach beachten?

Wenn Sie sich nicht alle unterschiedlichen Fristen und Abläufe vermerken wollen, dann sollten Sie Ihre Rezepte immer sofort nach Verordnung einlösen. Meist empfiehlt auch der Arzt eine sofortige Einnahme und es macht wenig Sinn die Rezepte zuhause zu lagern.

Ob sie das Rezept (falls Sie privat versichert sind) direkt einreichen, oder zusammen mit den Arztrechnungen aufheben um eine eventuelle Beitragsrückerstattung nicht zu gefährden, das hängt von Ihrem Tarif und den persönlichen Vorgaben ab. Als Privatpatient sollten Sie zudem darauf achten, dass auf dem Rezept eine Diagnose angegeben ist, oder Sie dieses zusammen mit der entsprechenden Arztrechnung einreichen. Nur so kann der Versicherer erkennen, welche Erkrankung zu dem verordneten Medikament gehört.

Danke auch an Hr. Powalowski für die fachlichen Ergänzungen als Apotheker.

Weitere Informationen

Kann ich Medikamente auch aus Internetapotheken bestellen?

Und falls Sie interessiert wie der Geldfluss hinter den Rezepten funktioniert, was genau Abrechnungszentren damit zu tun haben und warum wir immer noch Originale mit LKWs durch die Republik karren, dazu empfehle ich Ihnen einen langen, aber sehr spannenden Artikel in der Deutschen Apothekerzeitung.

Wie ein Rezept zu Geld wird

Gerade die noch nicht zu lange vergangene Insolvenz eines großen Abrechenzentrums brachte viele kleine Apotheken in Bedrängnis. Auch das lässt sich mit dem Artikel besser verstehen.

In einem späteren Artikel nehmen wir uns noch einmal der Frage an, was erstattet eine PKV denn bei Medikamenten und worin liegt der Unterschied zwischen rezept- und/oder apothekenpflichtigen Medikamenten. Auch die Frage nach Nahrungsergänzungsmitteln schauen wir uns dann weiter an.

25.
Januar '21

Impftermin online vereinbaren für PKV Versicherte Kunden – so klappt die Eingabe der Versichertennummer


Sie wollen einen Impftermin für PKV Versicherte beantragen und die Nummer wird nicht akzeptiert? Hier die Lösung.

Die Impfungen gegen das Covid-19 Virus laufen erst langsam an und nur bestimmte Gruppen sind derzeit „dran“. Diese können oder müssen in den meisten Bundesländern einen Impftermin online vereinbaren und geben dort Ihre Daten an. Das klappt für Privat Krankenversicherte Kunden nur so mittel, da das System meldet:

„Keine gültige Versicherungsnummer“

Somit haben auch viele Beamte und Pensionäre das Problem, sie können für sich oder auch die Angehörigen keine Impftermine vereinbaren und das obwohl diese schon berechtigt wären.

Impftermin für PKV Versicherte online vereinbaren – falsche Versichertennummer

Bevor wir uns nun also eine Lösung anschauen, hier noch der Hinweis auf welchen Portalen Sie Ihren Impftermin oder den für berechtigte Personen wie Eltern, Großeltern etc. reservieren können.

Die Techniker Krankenkasse hat auf Ihrer Internetseite eine Übersicht veröffentlicht und dort alle Seiten der Bundesländer entsprechend verlinkt.

Impftermin für PKV Versicherte

Hier können Sie einfach auf das Bild klicken und kommen oben zu der Seite der TKK. Dort lassen sich Bundesland und weitere Informationen auswählen und Sie können dann zum Portal für die Terminvereinbarung wechseln.

Die folgenden Bundesländer nutzen (derzeit) das Portal 116117.de zur Buchung.

  • Baden-Würtemberg

  • Hamburg

  • Hessen

  • Nordrhein-Westphalen

Doch hier gibt es ein kleines Problem, wenn der Impfwillige privat versichert ist. Das System weist die Versichertennummer zurück weil das Muster nicht stimmt.

Impftermin für PKV Versicherte online vereinbaren – PKV Versichertennummer oder Mitgliedsnummer?

Je nach Versicherer haben die Versichertennummern ganz unterschiedliche Formate. Zum Beispiel sieht es bei der Barmenia Krankenversicherung so aus (002873874A00) oder die der Debeka zum Beispiel so: Service-Nr. 6487287.5. Diese Nummern werden aber, mit oder ohne Punkte oder Striche, von dem Portal nicht akzeptiert.

Ändern Sie diese nach einem bestimmten Muster ab, so geht es aber.

Die Nummer in dem Impfportal muss nach einem festen Muster vorliegen. Dieses lautet:

Buchstabe + 9 Ziffern

Da Ihre Versichertennummer bei der PKV ein anderes Format hat, geben Sie einfach eine fiktive Nummer ein. Dabei verwenden Sie den Anfangsbuchstaben des Nachnamens und dann gefolgt von 9 Stellen Ihrer echten Versicherungsnummer (ggf. mit Nullen auffüllen, vorn nach dem Buchstaben oder hinten am Ende.

Beispiele bei einem Kunden Max Mustermann

BBKK/ VKB   KK000052505658    —> wird zu: M052505658

Barmenia   002873874A00    —> wird zu: M002873874

Debeka   6487287.5    —> wird zu M648728750

Mit diesen Nummern können Sie dann auch einen Impftermin vereinbaren.

Impftermin für PKV Versicherte online vereinbaren – Über das zentrale Impfportal Ihres Bundeslandes

Dazu geben Sie die Daten auf dem Portal ein, welches Sie unten durch den Klick auf das Bild erreichen:

Impftermin für PKV Versicherte

Nachdem Sie dort die Daten und Ihre „neu kreierte Versichertennummer“ eingegeben haben, klappt auch die Buchung eines Termins.

Das ändert nichts an der Priorität und der Frage wann und wie Sie dran sind. Es löst nur ein technisches Problem für privatversicherte Kunden, deren Versicherungsnummer/ Mitgliedsnummer nicht erkannt wird. Die Kosten der Impfung werden weder dem GKV noch dem PKV versicherten Kunden in Rechnung gestellt und vom Bund getragen.

Weitere Beiträge rund um das Thema Covid und die PKV finden Sie hier.

31.
Oktober '20

Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung – wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt…


Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung? Eigentlich sollten wir diese doch Beitragserhöhungen nennen, sagte mir die Tage jemand in einer Beratung. Und ja, oft oder meist ist eine Anpassung eine Erhöhung der Beiträge, auch wenn es Beitragssenkungen in der Krankenversicherung ebenso gab und gibt.

Natürlich bekommt niemand gern Post a la „Sie müssen mehr zahlen“. Ich möchte aber- auch wenn meine Beratung bei einigen Kunden Jahrzehnte zurück liegt- heute einmal das „erklärende Einhorn“ spielen. (Was es mit dem Einhorn auf sich hat, dazu in einem anderen Beitrag einmal mehr.)

Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung – welche Gründe haben diese?

Zunächst einmal gibt es nicht den einen Grund. In meinem Beitrag zu den Beitragsanpassungen der Debeka und dem wenig seriösen Angebot der AXA habe ich bereits einige Erklärungen gegeben. Ich möchte das aber durchaus nutzen, um das Thema Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung hier weiter auszuführen.

Gesundheit kostet Geld und gerade in den heutigen Zeiten sehen wir auch, was uns als Gesellschaft ein stabiles und gutes Gesundheitssystem wert sein sollte und wert ist. Wir haben Menschen, die viel Zeit, Herzblut und Leidenschaft in die Tätigkeit im Gesundheitswesen stecken. Geht es um die Frage der fairen Bezahlung dieser Menschen, denn diese sorgen für eine hochwertige Versorgung, dann rufen alle: „Ja klar!“. Das hat aber auch mit steigenden Kosten zu tun. Auch das medizinische Personal möchte mehr in der Tasche haben für Ihren aufwändigen Job als das Klatschen vom Balkon aus. Wenn wir alle gemeinsam, also Personal in wichtiger Infrastruktur (bei aller Kritik an Geldverschwendung und Ineffizienz in einigen Bereichen) vernünftig entlohnen wollen, dann steigen damit unsere aller Beiträge. Das trifft auf GKV und PKV zu.

„Ich will medizinisches Personal und Pflegeberufe gut bezahlt haben… solange ich es nicht zahlen muss.“

…ist leider eine oft auftretende Meinung und das kann es eben gerade nicht sein. Es sind natürlich Kosten, die anfallen und Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung sind nicht vermeidbar und sogar wichtig und sinnvoll. Schauen wir uns einmal in unseren Nachbarländern um, dann sehen wir schnell wie wir es eigentlich nicht wollen: Die oft gelobten nordischen Länder sind nur solange hochgelobt, bis man krank ist.“ Sprechen sie einmal mit Menschen, die beide Systeme kennen und das nicht nur von einem Schnupfe! Diese hochwertige Gesundheitsvorsorge kostet Geld, viel Geld. Auch wenn wir als Gesellschaft oft und gern jammern und ich jeden sehr gut verstehen kann, der nicht (noch) mehr zahlen möchte, so werden wir auch langfristig in keinem System um steigende Gesundheitskosten herum kommen.

In vielen Beratungen habe ich schon einmal die Zahl „25 Prozent“ in den Raum geworfen. Das wird langfristig, meines Erachtens, der Wert sein (gerechnet vom Brutto), den jeder einzelne irgendwie für seie Gesundheit aufwenden muss. Dabei spielt das System: „GKV“ oder „PKV“ noch gar keine Rolle, es geht um eine generelle Entwicklung.

Wir als Gesellschaft können kaum auf der einen Seite faire Bezahlung und passende Versorgung nach Vollkaskomentalität erwarten, dafür aber Beitragsaufwendungen, wie für eine Minimalversorgung zahlen. Faire Bezahlung der Angestellten und Krankenhäuser kann eben nicht billig sein. Billig ungleich gut!

Das sehen wir auch in anderen Bereichen: „Qualität hat ihren Preis“, diese Aussage klingt vielen noch von den Großeltern in den Ohren und diese sehen wir auch in anderen Lebensbereichen. Doch genug der allgemeinen Zahlen, schauen wir uns die Beiträge einmal genauer an und betrachten die Gründe dieser Entwicklung:

Beitragsanpassungen in der gesetzlichen Krankenversicherung – wie wird hier angepasst?

In der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) sieht die Anpassung ganz anders aus und ist nicht mit der Privaten Krankenversicherung vergleichbar. Zumindest nicht von den Verfahrensweisen. Um die Kosten in der GKV zu senken und/ oder mehr Geld in das (umlagefinanzierte) System zu bringen, hat der Staat mehrere Möglichkeiten:

Steuerzuschüsse zur GKV erhöhen

Durch zusätzliche Mittel aus Steuereinnahmen fließen hier mehr Geld in den „Topf“ der gesetzliche Krankenkassen. Das ist nicht nur aktuell in der Pandemie so, auch sonst werden hier die Kosten teilweise auch aus Steuermitteln (mit-)finanziert. Eine solche Finanzspitze gibt es in der PKV so nicht.

Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung- Erhöhung der Zusatzbeiträge der Kassen (GKV)

Anders als der Beitragssatz, der ist aktuell bei einem Wert von 14,6% des Bruttoeinkommens festgeschrieben, gibt es in der GKV einen kassenabhängigen Zusatzbeitrag. Dieser wird, je nach Krankenkasse, erhoben und mittlerweile auch wieder anteilig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert.

Kommt eine Kasse mit dem Geld nicht hin, so muss der Zusatzbeitrag angepasst werden. Das passiert zum Januar, wie üblich, bei einigen Kassen. Dadurch steigt auch der sogenannte durchschnittliche Zusatzbeitrag an. Im Januar 2021 von 1,1 auf 1,3%. Für die Privatversicherten hat das auch eine Auswirkung, denn mit Anstieg des GKV Zusatzbeitrages steigt auch der Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung an, denn die Arbeitgeber müssen auch hier das zahlen, was diese an einen gesetzlich versicherten Arbeitnehmer zahlen würden. Genaue Zahlen zum Arbeitgeberzuschuss sind schon seit längerem bekannt und bei mir im Blog im folgenden Beitrag seit Anfang September zu lesen:

Rechengrößen zur Sozialversicherung 2021, neuer Arbeitgeberzuschuss 2021 und neue Jahresarbeitentgeltgrenze 2021 (vorläufig)

Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze der GKV – auch das sind Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung

Die dritte Option im System der gesetzlichen Kassen liegt in der Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze. Diese Zahl beschreibt, bis zu welchem Einkommen Beiträge gezahlt werden müssen. Lag diese im Jahr 2020 bei 4.687,50 €, so steigt diese auf einen Betrag von 4.837,50 € in 2021.

Auf 150 € mehr Ihres Einkommens müssen somit Menschen, die an der Grenze verdienen, nun zusätzlich Beiträge in die gesetzliche Krankenkasse zahlen. Schauen wir uns das in der Gesamtbeitragsbelastung einmal genauer an:

Der HÖCHSTBEITRAG für einen gesetzlich versicherten Arbeitnehmer in 2020 berechnete sich wie folgt:

4.687,50 € (BBG) * (14,6% GKV + 1,1% Zusatzbeitrag + 3,3% Pflege ohne Kind)

= 890,62 €

ab 2021 ändern sich die ROT markierten Werte

4.837,50 € (BBG) * (14,6% GKV + 1,3% Zusatzbeitrag + 3,3% Pflege ohne Kind)

= 928,80 € (+38,18 €)

Dabei sprechen wir weiter über den reinen GKV-Beitrag. Haben Sie hierzu Zusatzschutz für Bereiche wie Sehhilfen; Hörgeräte; Zahnleistungen; stationäre Ergänzungen (Zweibettzimmer, Privatarzt); Krankentagegeld (was in der GKV für Menschen über BBG zu niedrig ist), dann sind diese dazu zu rechnen.

Ein Arbeitnehmer mit entsprechenden Zusatzversicherungen und Höchstbeitrag in der GKV hat einen Gesamtbeitrag von deutlich über 1.000 €. Davon zahlt der Arbeitgeber die Hälfte des GKV Beitrages, die Hälfte des Zusatzbeitrages, einen Teil der Pflegeversicherung (den Kinderanteil zahlt nur der Arbeitnehmer) und nichts zur Zusatzversicherung.

In unserem Fall – und bei Zusatzversicherungen von vereinfacht 100 € Monatsbeitrag, entfallen auf den Arbeitnehmer folgende Zahlungen:

in 2020: Krankenversicherung 439,45 € + 11,72 € (Pflege-Extrabeitrag) + 100 € Zusatzversicherungen

= 551,17 €

In 2021 ändern sich die Zahlen durch die rot markierten Werte.

in 2021: Krankenversicherung 458,35 € + 12,09 € (Pflege-Extrabeitrag) + 100 € Zusatzversicherungen

= 570,44 €

Steuerliche Aspekte lasse ich hier bewusst unberücksichtigt, da diese sehr individuell sind. Auch in der PKV berücksichtigen wir diese so nicht. Auch Beitragsrückerstattungen in der Privaten Krankenversicherung werde ich hier nicht heranziehen, diese können sich jederzeit ändern..

GKV: Änderung von Leistungen, Erhöhung von Eigenanteile = Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung

In den letzten Jahren- und Jahrzehnten haben sich die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen verändert. Der Gesetzgeber hat Budgetierungen eingeführt, hat Leistungen verändert und gekürzt, Zahnersatz gestrichen oder Brillen und Sehilfen nun nicht mehr bezahlt. Auch Eigenanteile, wie die Zuzahlung bei Medikamenten oder Krankenhausaufenthalten, ist eine Stellschraube um die Kosten zu drücken. Diese Optionen hat die PKV so nicht. Die Leistungen dort sind garantiert, es sei denn Sie ändern proaktiv Ihren Tarif.

Doch, wie bereits mehrfach geschrieben, ändern sich auch die Rahmenbedingungen der Privaten Krankenversicherung und auch hier steigen die Belastungen. Daher schauen wir uns nun einmal die Möglichkeiten und Varianten an, wie sich hier Beiträge entwicklen oder wovon diese beeinflusst werden können:

steigende Ausgaben in der PKV = Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung (PKV)

Dieser Teil ist in der Praxis gar nicht so riesig, wie immer vermutet. Natürlich steigen die Kosten für Arzthonorare, Kosten für Krankenhausbehandlungen und andere Ausgaben der Versicherer weiter an und müssen kompensiert werden. Diese Kostensteigerung ist, je nach Tarif und Versicherer, unterschiedlich, denn auch die Leistungen sind anders.

Haben wir einen „TopTarif“ mit vielen Leistungen, so können auch viele Leistungen teurer werden und die Kosten hier weiter ansteigen. Hat ein Tarif zum Beispiel einhundert Leistungsbestandteile und es werden davon neunzig teurer, dann ist der Anstieg allein rechnerisch schon größer. Ein Tarif mit „nur“ siebzig Leistungen von einhundert möglichen, kann auch nur in den 70 teurer werden.

wir leben länger… JUHU… oder doch nicht?

Natürlich freuen wir uns alle darüber, wenn die Großmutter mit 80, 90 oder sogar 100 Jahren noch lebt. Diese kann Ihre Enkelkinder oder meist schon Urenkel aufwachsen sehen, ist mehr oder weniger fit und erfreut sich des Lebens. Das ist die sehr positive Seite von Medizin und Entwicklung. Aber – so realistisch müssen wir sein – es gibt auch eine negative.

Je länger wir leben, je länger verursachen wir Kosten. Das ist nun eben so. Wer nicht nur 80, sondern 90 wird, der braucht natürlich auch von 80 bis 90 medizinische Leistungen. Diese sind meist deutlich höher im Vergleich zu den Vorjahren. Damit meine ich nicht nur die Kosten in Pflegeeinrichtungen oder bei der Hilfe im Alltag, sondern auch Kosten für Medikamente und Unterstützungen im täglichen Leben.

Ich bin topfit

sagen viele ältere Leute heute. Ich ergänze dann

„weil Sie medizinisch gut versorgt sind.“

Eine solche umfangreiche Medizin ermöglicht uns erst ein langes oder längeres Leben. Überlegen Sie eimal wie das in Ihrer Kindheit war. Wie alt sind Ihre Großeltern oder Urgroßeltern geworden und wie alt sind vielleicht Ihre Eltern heute?

Was passierte vor Jahrzehnten mit einem Patienten, der einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatte, was machen wir heute in der Medizin alles möglich? Ich möchte gar nicht von ethischen Fragen anfangen, wie weit Medizin gehen sollte, das ist ein ganz anderes Thema. Klar ist aber:

Medizin kostet Geld. Jeder Tag länger leben kostet Geld.

Das trifft dann auch, oder gerade, die Private Krankenversicherung. Steigt also die Lebenserwartung der Menschen statistisch an, so MUSS der private Krankenversicherer dafür sorgen, dass am ENDE DES LEBENS GENUG GELD DA IST. Also muss jedes Jahr längeres Leben finanziert werden.

In der GKV verlagern wir das Problem des langen Lebens an das Ende und denken uns: „sollen sich unsere Kinder später darum kümmern“, in der PKV machen wir das nicht, da dürfen die Versicherer es auch nicht.

sinkende Zinsen = Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung (PKV)

Das aktuell aber größte Thema bei Anpassungen in der Privaten Krankenversicherung ist gar nicht die Kostensteigerung oder das „lange Leben“. Das aktuelle Thema ist die Phase der Niedrigzinsen.

Stellen wir uns vor, wir brauchen in 35 Jahren (also ein heute 32jähriger) einen Betrag von 200.000 € um die Kosten seiner/ Ihrer Gesundheitsvorsorge bis zum Lebensende aufrecht zu erhalten. Was glauben Sie, müssen Sie dafür monatlich bei einem Zins von 3,5%, 3%, 2%, 1,5% oder 1% anlegen? Also wie verändert sich der Monatsbeitrag bei sinkenden Zinsen, wenn am Ende gleich viel Geld „rauskommen“ soll.

Die Lösung. Um 200.000 € in 35 Jahren zu haben, braucht es (mit Zinseszinsen) bei:

3,5% einen monatlichen Betrag von ca. 245 € bei

3,0% braucht es da schon 271 €

bei 2% schon 329 €

bei 1,5% ca. 362 €

und wenn ich nur noch 1% erreiche, dann: 397 €

Das heißt in unserem Beispiel. Würde ein Versicherer statt 3% nun nur noch 2% Zins erreichen können, dann braucht es hier eine monatliche Beitragssteigerung von 58 €, um nur diesen Verlust auszugleichen. Für 1% weniger Zinsen in der Anlage über einen Zeitraum von 35 Jahren braucht es also eine Beitragssteigerung von 21 Prozent!

Die Niedrigzinsphase geht an keinem Lebensbereich direkt oder indirekt vorbei, und es ist eben nicht der „böse Versicherer“ sondern die wirtschaftliche Lage insgesamt. Dazu kommt, einige Parteien sind nicht so böse, wenn man der PKV „schlimme Beitragserhöhungen“ in die Schuhe schieben kann.

Klar werden- und wurden hier auch Fehler gemacht und Tarife waren- und sind zu billig. Dennoch gibt viele Bausteine in dem Puzzle, welche die Versicherer lieber gestern als heute ändern würden, politisch aber nicht gemacht wurden und werden.

Das sehen wir in der Altersvorsorge und auch in der Krankenversicherung, dazu kommen strenge Regeln der Geldanlage. Klar soll das Geld sicher sein, aber viel Sicherheit ist auch wenig Rendite. Klar kann auf Ihrem Sparbuch das Geld (FAST) nicht weg sein, bringt aber eben auch nix. Legen Sie das Geld spekulativ(er) an, so sind auch 4 oder 5% keine Seltenheiten, aber eben auch hier steigt das Risiko. Der Gesetzgeber und die entsprechenden Verordnungen, schreiben hier aber den Versicherern vor, wie und wo diese anlegen dürfen. Das ist- bis zu einem gewissen Grad- auch gut so. So wird vermieden, dass hier Geld „verzockt wird“.

Übrigens: Steigen die (Anlage-)Zinsen wieder, das wird es auch wieder geben, dann profitieren auch die Versicherten davon. Gesetzlich garantiert wandern dann 90% der Überschüsse in die Rückstellungen und wirken somit beitragsmindernd oder stabilisierend.

Noch ergänzend als Beispiel: 

Hat ein Versicherer bisher mit einem Rechnungszins von 3,5% (in den alten Bixestarifen) oder 2,75% oder 2,5% in den Unisextarifen kalkuliert und senkt den Rechnungszins nun auf 2% ab, dann MUSS dieses zu höheren Beiträgen führen und macht den Tarif sicherer. Sie erinnern sich an meine Rechnung von eben?

Nur ein Prozent Senkung im Rechnungszins löst knapp 21% Anpassung aus. (BEISPIELHAFT) Wer als Versicherer später anpasst (weil er nicht darf, kann oder will und den Rechnungszins daher weiter „zu hoch“ lässt), der kann Glück haben, wenn die Zinsen schnell wieder steigen oder richtig auf die Nase fallen, wenn dem nicht so ist.

Klar haben Sie dann heute keine Beitragsanpassung und zahlen weniger, aber zukünftig wird es um so höher angepasst, denn auch Zinseszinsen müssen nun auch noch nachgeholt werden.

Welche Kosten kalkuliert der Versicherer?

Nehmen wir einen Versicherer mit blauem Logo. Dieser bekannte und leistungsfähige Versicherer geht in seiner Kalkulation davon aus, dass Menschen sogar über hundert Jahre alt werden und bis zu diesem Zeitpunkt auch genug Geld da sein muss. Sterben diese früher, war es vielleicht zu vorsichtig, aber „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“, Sie kennen das.

Nun unterstellen wir einen Versicherten, der mit 35 Jahren in die PKV wechselt. Im Schnitt über alle Versicherten geht unser Beispielversicherer hier davon aus, dass im Laufe des Lebens pro Kunde durchschnittlich 500.000 € Kosten zu erstatten sind. Interessant dazu auch meine Serie #WasKostetEigentlich.

–> Hier Beispiele zu der Frage „Was kostet eigentlich…“

500.000 € Kosten bis zum 100. Lebensjahr. Irgendwo muss das Geld ja herkommen.

Kostet also ein anderer Tarif mit „fast gleichen“ Leistungen deutlich weniger, dann haben wir hier zwei, drei Möglichkeiten:

  • – Versicherer ist „fies“ und hat sich Formulierungen in die Bedingungen geschrieben, welche ihm ermöglichen, nicht oder weniger zu leisten = gemein!
  • – Die Kunden bei diesem Versicherer werden nicht oder weniger krank = eher unwahrscheinlich!
  • – Der Versicherer rechnet mit höheren Zinsen = kann klappen, muss aber nicht!
  • – Der Versicherer glaubt an das frühe Ableben = kann klappen, aber eher unschön!

Jetzt haben Sie generell zwei Optionen: Geld sparen im Tarif und damit etwas höhere Lohnsteuer (siehe hier) zahlen. Dann sollten Sie aber ungeachtet dessen, selbst Geld zusätzlich zurücklegen. (Tipps und Hinweise für meine Kunden gern in einer direkten Beratung, das macht es sonst hier noch Seiten länger. Das kann, muss aber nicht, ein Beitragsentlastungsbaustein sein.

Zweite Option: Sie wählen einen Versicherer mit geringerem Rechnungszins und einer eher vorsichtigen Kalkulation und merken im Alter, zu vorsichtig gewesen zu sein. Ist jetzt nicht so schlecht!

KLAR IST: Nur weil Sie bei Unternehmen A oder B sind, werden Sie nicht mehr oder weniger krank. Stellschrauben sind also nur Leistungen, Bedingungen und/ oder Rückstellungen.

Wann darf denn der Versicherer überhaupt anpassen?

Zuerst einmal ist wichtig zu verstehen, wie Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung überhaupt zu Stande kommen. Dabei werden die Versicherungsleistungen (die ausgezahlt werden/wurden) mit denen verglichen, die kalkuliert werden. Dann ergibt sich hierdurch ein Unterschiedsbetrag. Unterscheidet sich dieser Betrag (auslösender Faktor) um 10 Prozent (wie der Gesetzgeber es regelt), dann muss der Versicherer anpassen. In neueren Verträgen ist die Grenze schon bei 5 Prozent um hier schneller reagieren zu können.

Erreicht aber ein Versicherer diesen auslösenden Faktor nicht, dann „schleppt er den Bedarf zur Anpassung“ über Jahre mit. Erst wenn dieser Faktor erreicht ist, erst dann darf der Versicherer die Beiträge erhöhen. Alles, was dann aber angesammelt wurde, in den letzten Jahren, MUSS JETZT mit angepasst werden.

Beispiel: Ein Tarif wurde zuletzt im Jahr 2015 angepasst. In 2016, 17, 18, 19 gab es keine Anpassung, da die 10% (oder 5% bei neueren Tarifen) nicht erreicht wurden. Nehmen wir weiter an, wir wären jeweils nur knapp unter dem Wert geblieben, also mal 9, mal 8 mal 6% die nötig waren, aber nicht angepasst werden durften.

Nun folgt in 2020 ein Überschreiten der Grenze und alles, was noch „offen an Anpassungen ist“ muss nachgeholt werden.

Mir persönlich wären andere Regelungen auch lieber. Also lieber jährlich 1, 2, 3, 4% Anpassung, statt 5 Jahre nichts und dann 17% wie bei der Debeka aktuell, oder 10- 14% bei anderen Unternehmen. Das möchte aber der Gesetzgeber so nicht, dann fehlen ja negative Schlagzeilen.

Nehmen wir also einen Kunden, der schon 6 Jahre bei „Unternehmen A“ ist. Angepasst wurde zuletzt vor fünf Jahren, dann fünf Jahre nicht, jetzt wieder mit 15%. Für diesen Kunden ist „alles gut“. Anpassung kam lange nicht, da wurden Beiträge gespart, jetzt kommt die (nachgeholte) Anpassung.

Für den zweiten Kunden, der gerade erst zum 01.01.2020 gewechselt ist, für den sieht es anders aus. Der ärgert sich über die Anpassung mehr, denn es ist „seine erste und gleich eine große“. In fünf Jahren sieht er das dann wieder anders.

Beitragsanpassungen kommen NIE ZUM PERFEKTEN Zeitraum, aber man muss sich überlegen, ob man lieber jetzt (wenn das Einkommen höher ist) investiert oder im Alter, mit kleinerer Rente/ kleinerem Einkommen, dann diese Fehler ausbügeln muss.

Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung – was sollten Sie tun?

Hatten Sie bei Abschluss Ihren Versicherer sorgfältig ausgesucht, sich bei der Auswahl Gedanken zu Zielen und Wüschen gemacht? Hatten Sie sich überlegt warum Ihnen diese oder jene Leistung wichtig oder weiter wichtig ist, dann lehnen Sie sich zurück, es gesteht hier wenig Handlungsbedarf.

Sie sind in einem Tarif der- auch nach einer Anpassung- die oben genannten Werte der gesetzlichen Krankenkasse zuzüglich einer Zusatzversicherung (ca. 570 € nach Arbeitgeberanteil), also ca. 970 €, nicht erreicht?

Dann würde ich den Tarif heute nicht ändern. Vorausgesetzt immer, man kann und will sich diese Leistung leisten. Es heißt ja nicht: „Nur weil es Luxusautos gibt, muss ich diese auch haben.“ Wenn mir aber meine Versorgung wichtig ist und genau solche Leistungen für eine optimale Versorgung ausgesucht waren, dann kosten diese eben auch entsprechend Geld.

Klar würde ich Ihnen jetzt gern raten: Specken Sie Ihren Tarif ab, erhöhen Sie die Selbstbeteiligung, die Sie vielleicht heute eh nicht brauchen oder ähnliches. Auch werden „windige Berater“ (Nepper, Schlepper, Bauernfänger – wie hier beschrieben) mit „wehenden Fahnen durch die Gegend laufen“, wie schlimm Versicherer A, B oder F seien. Na und?

Lassen Sie sich vorschreiben welches Auto, welches Haus oder sonstiges Sie haben? Wo Sie essen gehen sollten, weil es doch auch viel billiger geht?

Nochmals ganz deutlich: Gesundheit kostet Geld. Viel Geld. Was es Ihnen wert ist, muss jeder für sich allein entscheiden und überlegen. Auch muss jeder selbst ganz allein überlegen, welche Versorgung für die Kinder, die Familie insgesamt und für sich selbst die passende ist. Will ich das Geld lieber in einen hochwertigen Schutz investieren und Leistungen erstattet bekommen, oder zahle ich im Fall der Fälle einfach die Kosten selbst? Kann ich mir das zu dem Zeitpunkt dann (noch) leisten?

Beitragserhöhung in der PKV und Vorsicht vor den Neppern, Schleppern, Bauernfängern!

Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung – Schritt für Schritt

1.) Tun Sie NICHTS ÜBEREILTES und UNÜBERLEGTES

2.) Sie müssen jetzt und sofort gar nichts, warum auch. Tarifwechsel und Änderungen sind nicht an das Jahresende gebunden. Kündigen ist nur die letzte Option! Klar ist aber auch, wer seine Zeit beim damaligen Abschluss nicht sorgfältig genutzt hat und sich informierte, der kann und sollte das jetzt nachholen. Ob Sie danach wechseln, sich entschieden dort zu bleiben und mit mehr Wissen über den Tarif da zufrieden sind, oder ganz neu anfangen- Ihre Entscheidung!

3.) Änderungen von Komponenten zur Beitragsentlastung sind denkbar, aber auch hier nur, wenn man das Geld im Alter nicht braucht. Jetzt, mit höherem Einkommen, höherem Steuersatz Beträge zurück zu legen um diese dann im Alter zu haben, ist meist die bessere Wahl.

4.) Tarifänderungen sollten gut überlegt werden, denn: „Warum hatten Sie sich noch für genau diese Leistungen und Tarife entschieden?“

5.) Fragen Sie gern: Telefonisch, per Mail oder via Kontaktformular oder nutzen den LiveChat (der leidet zeitlich gerade etwas bei vielen anderen offenen Beratungen, sorry dafür). Dennoch versuche ich mir Zeit zu nehmen. Für jede und jeden einzelnen und beantworte Ihnen auch gern als (Nichtkunde) Ihre Fragen, soweit es zeitlich irgendwie einzurichten ist.

Das ich das, was ich tue, gern tue und viel Spaß daran habe, das lassen sie sich am besten von 149 Referenzen zu meiner Beratung erklären. Hier bewerten Kunden warum ich anders bin, ein Einhorn eben.

Sie sind bis hier mit dem Lesen gekommen? HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH. So- und genau so kenne ich das von vielen meiner Kunden. Manchmal ist es wichtig und richtig nach einem ersten Telefonat von etwas abzuraten, ganz gehen das eigene „Geschäft“, dafür aber ruhig und zufrieden abends eizuschlafen. Informieren in absoluter Detailtiefe, welche Ihnen eine fundierte Entscheidung ermöglicht und so eine Basis schafft, um sich ganz in Ruhe Gedanken zu machen. Es treibt Sie niemand, niemals!

Ihre Versicherer, egal ob Hallesche, Barmenia, Debeka, Axa, Hanse Merkur oder wo auch immer Sie aktuell versichert sind, werden Ihnen auch noch weitere Informationen zu der Anpassung liefern. Und nein, das ist kein „Schönreden“, das ist Realität und betrifft uns nun einmal alle.

Zu Beginn meiner Ausbildung waren vier, fünf, oder mehr Prozent für täglich verfügbare Geldanlagen noch möglich und Festgelder hatten acht und neun Prozent Rendite. Dafür waren Baufinanzierungen und Kredite teurer, es war eine andere Zeit. Aktuell ist es etwas anders und das Ansparen in Fonds und ähnlichem ist derzeit besser denn je. Aktienmärkte schwanken stark, bieten aber dafür auch Chancen. Und … die wirtschaftliche (Welt)-Situation ist aktuell gerade sowieso außergewöhnlich.

Daher… machen Sie ganz in Ruhe, wir bekommen das alle gemeinsam hin und … es wird auch wieder besser. Versprochen!

Wenn Sie am Ende etwas mehr Verständnis und Hintergrundwissen für Ihre Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung bekommen haben und auch andere von dem Wissen profitieren lassen wollen, teilen Sie den Artikel gern in (ihren) sozialen Netzwerken. Wissen ist Macht und Nichtwissen führt leider zu unüberlegten Handlungen oder zum Reinfall auf „Nepper, Schlepper und Bauernfänger„.

15.
Oktober '20

Telefonische Krankschreibung ab sofort wieder möglich


Schon bei Beginn der Corona Pandemie im Frühjahr, hatte der gemeinsame Bundesausschuss es die telefonische Krankschreibung für Versicherte eingeführt. Hintergrund ist die Tatsache, dass Versicherte mit Erkältung – und Grippesymptomen für eine telefonische Krankschreibung die Arztpraxis nicht mehr aufsuchen müssen. Dennoch erhalten diese Versicherten eine Krankschreibung.

Diese Sonderregelung wurde bereits im Frühjahr Regel genutzt und verbindet daher den Kontakt zu anderen Patienten und Ärzten in den Praxen.

Telefonische Krankschreibung ab sofort wieder möglich – Befristung vom 19. Oktober bis 31. Dezember

Für die Krankschreibung gilt auch in der jetzigen, befristeten Sonderregelung ein enger Rahmen. Um eine telefonische Krankschreibung zu bekommen, müssen daher folgende Punkte bei den Patienten erfüllt sein.

1.) PatientIn hat typische Erkältungs- oder Grippe-Symptomen
2.) Es muss eine ausführliche telefonische Beratung des Arztes bei dem Patienten geben (ein Anruf bei der Sprechstundenhilfe reicht NICHT aus)
3.) Krankschreibung darf maximal für bis zu 7 Tage erfolgen
4.) es gilt eine EINMALIGE Krankschreibung, bei Verlängerung muss die Praxis aufgesucht werden

Telefonische Krankschreibung auch für privat versicherte Kunden

Obwohl es sich hier um einen Beschluss des gemeinsamen Bundesausschuss es der Krankenkassen handelt, kann sich auch ein privat versicherter Kunde eine solche Krankschreibung telefonisch bei seinem Arzt geben lassen. Hierbei rechnet der Arzt normal (wie bei jedem persönlichen Arztbesuch) die Beratung nach den Gebührenziffern der Gebühren Ordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Seine Leistungen stellt diesem dem Patienten in Rechnung. Versicherte reichen ihre Rechnungen dann normal bei seiner privaten Krankenversicherung ein.

Gerade bei einer Krankschreibung aufgrund einer Corona Erkrankung ist es wichtig, diese von Beginn an vorweisen zu können. Nach einer Dauer von sechs Wochen endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Hier ist es dann durch den Versicherten zwingend erforderlich, den Beginn der Arbeitsunfähigkeit bei seinem Krankenversicherer nachweisen zu können. Der weitere Ablauf erfolgt dann mit dem PENDELATTEST, welches ich in einem anderen Beitrag zur Krankschreibung und Karenzzeit beschrieben habe.

Telefonische Krankschreibung – kein Arztbesuch mit Symptomen

Der gemeinsame Bundesausschuss weist erneut darauf hin, dass bei typischen Erkrankungssymptomen der COVID-19 Erkrankung ein Besuch in der Praxis vorher anzukündigen ist.

Unabhängig von der Ausnahmeregelung zur telefonischen Krankschreibung sollten Versicherte bei typischen COVID-19-Symptomen, nach Kontakt zu COVID-19-Patienten und bei unklaren Symptomen von Infektionen der oberen Atemwege vor dem Arztbesuch telefonisch Kontakt zur Praxis aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen.
Der Beschluss zur bundesweiten Sonderregelung der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit tritt nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger mit Wirkung vom 19. Oktober in Kraft.

Telefonische Krankschreibung – gilt das auch bei anderen Erkrankungen?

Generell ist diese Sonderregelung auf Erkrankungen mit entsprechenden Symptomen in dieser Sondersituation beschränkt. Für einige privat krankenversicherte Kunden ist eine solche Krankschreibung längst gelebte Praxis. Das Ausstellen von Rezepten und die Videosprechstunde lässt sich dabei auch bei allen anderen Erkrankungen nutzen. Hat Ihr PKV Tarif eine solche Option nicht, so lässt sich diese separat ergänzen.

Wer sich als gesetzlich Krankenversicherte(r) die Vorteile der Video Sprechstunde und einer ärztlichen Beratung via App sichern möchte, der kann das ebenfalls tun. Auch wenn die eigene Krankenkasse ein solches Modell nicht anbietet, lässt sich ein solcher Wunsch realisieren.

Barmenia MediApp TelemedizinDer neue MEDIAPP Tarif der Barmenia kann von allen gesetzlich oder privat Versicherten Kunden abgeschlossen werden, und ist unabhängig von der bestehenden gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung.

Telemedizin via APP – für 9,80 € direkt buchen

Barmenia MediApp Leistungen

Die entsprechenden Tarife sind monatlich kündbar, können damit jederzeit wieder beendet werden und risikofrei getestet. Für Kunden, welche bei der Barmenia privat krankenvollversichert sind, sind diese Leistungen generell im Tarif enthalten.

Im folgenden Video der Barmenia finden Sie weitere Erklärungen dazu:

Telefonische Krankschreibung – ab wann gilt die Regelung?

Der Beschluss zur bundesweiten Sonderregelung der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit tritt nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger mit Wirkung vom 19. Oktober in Kraft.

Die ganze Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses können Sie hier nachlesen.