Archiv für die Kategorie ‘Krankenversicherung’

30.
Juni '20

Achtung! Hallesche ändert Antragsfragen für OLGA Flex und Clinic-Tarife und schließt damit Kindernachversicherung aus


Die Kindernachversicherung ist ein großartiges Feature. Bevor wir uns hier nun die neuen Einschränkungen anschauen, ein Blick auf die Kindernachversicherung selbst und wie genau diese funktioniert.

Was ist die Kindernachversicherung?

Wer selbst einen Vertrag in der privaten Krankenversicherung hat, eine Pflegezusatzversicherung oder eine andere Zusatzversicherung besitzt und wenige Voraussetzungen erfüllt, der kann hiervon profitieren. In der Regel gelten nur wenige Vorgaben:

  • – der Vertrag muss bei Geburt des Kindes oder der Adoption schon mindestens 3 Monate bestanden haben

  • – der Schutz des Kindes darf nicht höher sein im Vergleich zum Schutz der Eltern

  • – es gibt keinerlei Gesundheitsprüfung für das Kind

  • – in den Anträgen der Eltern müssen Erkrankungen (auch wenn schon vorgeburtlich bekannt/befürchtet) nicht angegeben werden

In meinem Artikel zu Versicherungen in/ vor der Schwangerschaft habe ich genau diesen Weg auch beschrieben und rate immer und dringend dazu, für sich selbst den passenden Versicherungsschutz zu wählen, den man auch für das Kind möchte. Hier können Sie den Ablauf und die wichtigen Policen direkt nachlesen.

Warum ändert die Hallesche nun etwas und was machen andere Unternehmen?

Leider werden solche Regelungen auch ausgenutzt. Schauen Sie sich einmal in Foren und Gruppen um in denen sich werdende Eltern unterhalten. Gerade wenn der Arzt bei der Schwangerschaftsvorsorge Vorerkrankungen feststellt und die Eltern sich leider auch mit möglichen Folgen und Behinderungen des Kindes beschäftigen müssen, ist es derzeit immer noch möglich eine solche – schon bekannte – Vorerkrankung zu versichern.

Dazu stellen Sie einen Antrag auf Pflegezusatz oder zum Beispiel eine stationäre Ergänzungsversicherung. Die Gesundheitsfragen für Vater oder Mutter beantworten Sie vollkommen wahrheitsgemäß und sind damit auch sicher vor einer Anzeigepflichtverletzung. Da aber nach Gentests nicht gefragt werden darf und nach Erkrankungen, die das noch nicht geborene Kind haben könnte, auch nicht gefragt wird, bekommt der Versicherer einen Leistungsfall in den Bestand.

Als Beispiel zwei Fälle von Kollegen. Zweimal sind Kinder mit einem Down Syndrom geboren, zweimal wurden während der Schwangerschaft bereits „Auffälligkeiten“ festgestellt und die Eltern vom Arzt darauf vorbereitet was passieren könnte. Beide Kinder hatten ab dem 1. Tag Ihres Lebens Beschwerden und sind beide heute pflegebedürftig. Auch für beide wurde auch dann noch eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen und diese leistet heute. Über 2.000 € JEDEN MONAT fließen so an die Eltern. Das hilf nicht nur enorm die Kosten zu bewältigen, es schafft auch Zeit für berufliche Auszeiten, bezahlte Pflegekräfte zur Entlastung und vieles mehr.

Doch aus Sicht der Versicherer und Kollektive ist es eine Katastrophe. Unterstellen wir nur mal 30 Jahre Leistungszeit. Bei einer monatlichen Rente von 2.000 € sind das dann:

2.000 € * 12 Monate * 30 Jahre = 720.000 €

Steigert der Versicherer die Rente nur alle drei Jahre um 5% im Rahmen einer Dynamik, so sprechen wir über einen Betrag größer 900.000 € Leistung. Alle Leistungen, ohne für das Kind auch nur einen Euro Beitrag bekommen zu haben.

DAS IST NICHT SCHLIMM und SO FUNKTIONIERT VERSICHERUNG. Aber eben nur dann, wenn es risikogerecht kalkuliert ist. Davor möchte sich nun die Hallesche schützen und ändert daher die Antragsprozesse.

Klar ist auch, wer vor einer bekannten Schwangerschaft oder „bei der Familienplanung“ ist, für den ändert sich gar nichts.

Ich bin mir recht sicher, auch andere Unternehmen werden ähnliche Regelungen übernehmen und einführen.

Wie sieht die Änderung aus?

Bisher wurden im Antrag die persönlichen Daten und dazu folgende Gesundheitsfragen gestellt. Den Antrag als komplettes pdf können Sie im Downloadbereich unter Antragsunterlagen auch jetzt noch nachlesen.

In dem neuen Antrag hingegen, ist eine Fragen neu hinzugekommen. Schauen wir uns zunächst einmal die Frage und dann den Hinweis dazu an. Auch diesen Antrag habe ich im Downloadbereich verlinkt.

Wer also gefragt wird, der muss auch wahrheitsgemäß antworten. Dabei ist der voraussichtliche Geburtstermin laut Mutterpass oder das Adoptionsdatum anzugeben. Ist dem so, gilt folgende Regelung:

Im Falle einer anstehenden Geburt oder Adoption kann der Versicherungsbeginn frühestens zum 1. des Vormonats vor dem oben angegebenen Geburts­/ Adoptionsmonat sein (Geburts­/Adoptionsmonat – 1 Monat).

Damit ist das Thema Nachversicherung des Kindes erledigt und nicht mehr möglich. Darauf weist die Hallesche auch explizit direkt im nächsten Satz hin.

Bitte beachten Sie: Eine Mitversicherung ab Geburt gemäß § 198 VVG ist nur möglich, wenn ein Elternteil zu diesem Zeitpunkt bereits mindestens 3 Monate versichert gewesen ist.

Klar ist also warum diese Änderung nötig ist und war. Die Hallesche bietet neben dem Tarif mit Alterungsrückstellungen auch noch einen reinen Risikotarif für Olga Flex, Ein 30jähriger Versicherer zahlt damit bei 2.100 € MONATLICHEM Pflegegeld in den ersten 5 Jahren nur 4,20 € Beitrag (welcher sich dann erhöht). Dazu wählen Sie einfach im unten verlinkten Onlinerechner die Option „reiner Risikoschutz“ unter dem Beitrag und passen die gewünschten Alterungsrückstellungen nach Bedarf an.

Also ist auch weiterhin eine günstige Absicherung des Pflegerisikos möglich, nur eben VOR bekanntwerden der Schwangerschaft.

Selbst berechnen

Die Module OLGA Flex (als Pflegeergänzung, mehr dazu in dem Beitrag „Hallesche Pflegezusatz“) und auch den Tarif CLINIC (stationäre Ergänzung) können Sie selbst rechnen und online die Fragen vor einem Abschluss einsehen.

Den Rechner für die stationäre Zusatzversicherung (den dann bei Abschluss vorher auch das Kind bekommen wird), finden Sie hier:

HALLESCHE ONLINE RECHNER stationäre Zusatzversicherung

Mein Fazit

Ja, der Schritt ist und wird für einige unangenehm und nach dem „die wollen nur nicht zahlen“ klingen. Wollen Sie auch nicht, jedoch das durchaus zu recht. Wer sich um seinen eigenen Schutz nicht kümmert und sich dann um den Versicherungsschutz kümmert wenn es zu spät scheint, den trifft es.

Klar hätte man auch versuchen können Fragen nach der Gesundheit des Kindes zu stellen, oder Fragen nach Vorsorge und Schwangerschaftsauffälligkeiten. Die Hallesche hat sich aber hier für diesen Weg entschieden.

Denken Sie also bereits bei der Familienplanung daran, sich um diese Optionen Gedanken zu machen. Auch heute gibt es eine Reihe anderer Versicherer bei denen das (noch) nicht so ist und auch heute ist noch 3 Monate vor der Geburt ein solcher Schutz zu bekommen. Bedenkt man aber die hohen Leistungen und die hier sehr geringen Startbeiträge, dann ist die Entscheidung im Sinne der Kollektive gefallen. Noch etwas mehr zu Lesen zu dem Thema hier:

Tun Sie (sich und) ihrem Kind etwas Gutes- die Nachversicherungsoption in der Pflegeergänzungsversicherung

26.
Juni '20

Lufthansa Rückholgarantie – „Bring me Home – rundum sorglos“ – Risiken und Nebenwirkungen


Eigentlich geht es hier vorrangig um Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherungen und das seit fast 20 Jahren. Doch heute möchte ich, auch weil es mehrfach gefragt wurde, eine andere Versicherung etwas genauer anschauen. Versicherungsbedingungen sind eben auch recht gleich und wenn man weiß wo man hinschauen muss, ist so etwas auch am Ende schnell gelesen.

Bevor Sie sich also auf das „Bring me Home – Rundum Sorglos“ Paket verlassen, schauen Sie sich die Bedingungen und die Beschränkungen an. Was genau dahinter steckt und ob bzw. was Ihnen diese Absicherung im Fall der Fälle wirklich bringt, dazu hier eine kurze Zusammenfassung.

Was ist die „Lufthansa Rückholgarantie“ eigentlich?

Es ist ein Produkt aus der Not heraus. In den aktuellen Corona Zeiten zahlt sonst der große Teil der normalen und zu anderen Zeiten üblichen Versicherungen nicht. In der Vergangenheit hatte ich bereits zu Versicherungen und Corona hier einige Beiträge verfasst und dringend von dem Vortäuschen falscher Atteste etc. abgeraten.

–> Alle Beiträge zu Versicherungen und Corona

Die Lufthansa hat sich nun, zusammen mit dem Versicherungspartner AXA zusammengetan und gemeinsam mit dem eigenen Versicherungsdienst Albatros ein Produkt entwickelt und entworfen, welches es so am Markt nicht gibt.

Damit sind wir auch schon bei einem entscheidenden Vorteil. Es ist eine Absicherung, welche Sie so sonst nicht bekommen und eine, für die Sie keine extra Prämie zahlen müssen. Der Preis dafür ist einfach im Ticket enthalten bzw. wird von der Lufthansa im Rahmen eines Gruppenvertrages übernommen.

  • – Sie schließen nichts extra ab

  • – Sie sind versichert, aber nicht Versicherungsnehmer (das ist Lufthansa)

  • – Sie machen Ihre Leistung aber direkt beim Versicherer geltend

  • – eine Prämie zahlen Sie dafür nicht extra

Wer ist durch die „Lufthansa Rückholgarantie“ versichert?

In den aktuellen Bedingungen sind die Zeiten, in welcher das Ticket gekauft / gebucht werden muss klar definiert. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich diese nochmal verlängern und so auch für Buchungen nach dem Zeitraum Versicherungsschutz gelten kann.

 

Aktuell müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden, wie dieser Schutz auch für Sie gilt

  • Buchung muss in dem Zeitraum 25.06.20 bis 31.08.2020 erfolgen

  • – es muss sich lt. Bedingungen um ein Classic- oder Flexticket handeln

  • – es gilt nur für Lufthansa Flüge von/nach Deutschland, Swiss Flüge von/ in die Schweiz, Austrian Flüge von/nach Östereich

  • – andere Konzerngesellschaften (Eurowings zum Beispiel) gelten nicht

  • – ob ein CodeShare Flug (also Lufthansa Buchung, durchgeführt durch andere Airlines wie Swiss, Eurowings etc) gilt ist nicht klar geregelt (wobei es online auch dort angezeigt wurde)

Was ist durch die „Lufthansa Rückholgarantie“ versichert?

Zunächst eines ganz deutlich vorab. Diese Rückhilgarantie deckt NICHT die medizinischen Kosten, welche im Ausland entstehen können. Hierzu bedarf es einer Auslandskrankenversicherung, die zudem auch Pandemie und dergleichen nicht ausschließen darf. Davon gibt es am Markt unzählige. Schauen Sie sich auch hier die Bedingungen an. Ein Beispiel ist die HALLESCHE KOLUMBUS, welche Sie im Onlinerechner selbst berechnen können.

Doch was versichert die Lufthansa bzw. die Axa dann? Schauen wir uns einmal den Versicherungsumfang genauer an.

Versichert ist unter anderem:

A.) Rücktransport

  • – medizinische Rückholung aus dem Ausland bei Corona (COVID-19) Erkrankung (Quelle: 1.3.1 der Bedingungen)

  • – medizinische Rückholung bei anderen Erkrankungen oder Unfällen (Quelle: 1.3.1 der Bedingungen)

  • – der Rücktransport muss MEDIZINISCH NOTWENDIG und ÄRZTLICH ANGEORDNET SEIN

  • – Übernahme der Überführungskosten (oder bis zu deren Höhe die Bestattung vor Ort)

B.) Urlaubsgarantie

Spannend ist schon hier das Wort, denn damit sind diese Leistungen für nicht Urlaubsreisen per se ausgeschlossen, obwohl die Rücktransportgarantie auch dafür gelten kann.

Hierbei geht es um ganz andere Versicherte Ereignisse, also das was passieren muss, damit man eine Leistung bekommt. Diese kann ausgelöst werden (Quelle hier 2.2 der Bedingungen) durch:

  • offizielles Messen der Körpertemperatur am Ankunftsort und auffälligen Werten

  • – Infektion des Reisenden VOR Reisebeginn mit COVID 19

  • – behördlich angeordnete Quarantäne der versicherten Person im ZIELLAND (bitte Beschränkungen beachten)

  • – Lockdown im REISELAND, falls der Reisende schon DA IST und nicht zurückreisen kann

  • – versicherte Person ist nicht reisefähig (2.2.5 zu den Details nachlesen)

  • – Schaden am Eigentum, Erkrankung Angehöriger etc. genau dort nachlesen (2.2.5) Hier wird dann die Rückreise, richtigerweise deren Mehrkosten erstattet, wenn es eines dieser Ereignisse war.

Was wird in diesen Fällen geleistet?

  • max. 250 € für notwendige Mehrkosten im Reiseland für Taxi, Bahn etc.

  • UMBUCHUNGSGEBÜHREN BIS MAX 50 EUR

  • wenn binnen 72 Std. kein Flug mit Lufthansa (Gruppe) möglich, dann max. 500 € für Fremdairlines

  • verlängerte Unterbringung bei Quarantäne – maximal 250 € pro Nacht (aber nicht höhenwertig als bisher gebucht) und max. 14 Tage

  • Erstattung NICHT genutzter Unterkünfte aufgrund von Quarantäne bis max. 250 € pro Nacht max. 14 Tage

  • Erstattung von EVENTS, Konzerten etc. wenn diese STATTGEFUNDEN haben, aber nicht besucht werden konnten, max. 200 €

C.) Assistance und Telemedizin

  • – telemedizinische Beratung via App oder Telefon (keine Behandlung)

  • – Beratung zu Reiseimpfungen, Apothekenstandorten und dergleichen

Was ist nicht versichert oder beschränkt?

zu A.) Rücktransport

Wie üblich sind verschiedene Punkte ausgeschlossen und nicht versichert.

  • – keine Leistungspflicht bei Vorerkrankungen die BEI REISEANTRITT(nicht bei Buchung) bekannt waren (Quelle: 1.4.1 der Bedingungen) Dabei geht es um solche, die während der letztren 12 Monate stationär behandelt wurden, wo es noch keine Testergebnisse gibt oder angeratene/ erwartete Untersuchungen und Behandlungen. Auch die Erkrankungen, welche in den letzten drei Jahren begannen Medikamente erforderlich zu machen oder bei denen sich die EINNAHME geändert hat, sind nicht versichert.

  • – Diese Formulierung hier in 1.4.1. c.) ist deshalb „gemein“, weil sich Medikationen bei Patienten nun mal ändern. Nehmen Sie nur solche, die an Bluthochdruck leiden oder andere dauerhafte/ chronische Erkrankungen haben. Ändert(e) sich die Medikation in den letzten 3 Monaten, so sind diese Krankheiten ausgeschlossen.

  • ausgeschlossen ist auch alles, was „alle zwölf Monate oder häufiger“ eine medizinische, chirurgische oder psychiatrische Untersuchung benötigt oder unheilbar bzw. chronisch ist. (Quelle: 1.4.1, Punkte d.) und e.) der Bedingungen)

Jetzt kommt zudem ein recht spannender Teil. In den Bedingungen unter Punkt 1.4.5. werden die Versicherungsleistungen für alle Ländern ausgeschlossen, in denen das Auswärtige Amt eine Reisewarnung zum Zeitpunkt der Reise ausgesprochen hat.

Weitere Beschränkungen:

  • Reisen maximal 90 Tage (Verlängerung nur, wenn med. Gründe gegen Rückreise sprechen) (Quelle: 1.2. der Bedingungen)

  • sobald transportfähig MUSS gereist werden. Widerspricht der Versicherte (und will sich erst weiter erholen), endet der Schutz sofort (Quelle: 1.3.2, Punkt d.) der Bedingungen)

  • Maximal werden hier 100.000 € als maximale Entschädigungssumme geleistet.

Wer sich schon einmal mit einem Intensivtransport beschäftigt hat, der kann hier gut die Risiken erkennen. Klar kann und wird das in vielen Fällen reichen, Sie sollten aber die Grenzen kennen.

zu B.) Urlaubsgarantie

Das Wichtigste Vorab. JEDE LEISTUNG ist VORAB abzustimmen, sonst wird diese nicht geleistet. (2.3.1.) Dabei wissen wir alle um die Situation bei Hotlines und gerade in Notsituationen mit vielen betroffenen. Aus diesem Grund wäre eine Einschränkung „wenn x Mal nicht durchgekommen nach x Min. Wartezeit“ schön gewesen. Gezahlt wird aber dann unter anderem für:

  • – max. 250 € für notwendige Mehrkosten im Reiseland für Taxi, Bahn etc.

  • – UMBUCHUNGSGEBÜHREN BIS MAX 50 EUR

  • – wenn binnen 72 Std. kein Flug mit Lufthansa (Gruppe) möglich, dann max. 500 € für Fremdairlines

  • – verlängerte Unterbringung bei Quarantäne – maximal 250 € pro Nacht (aber nicht höhenwertig als bisher gebucht) und max. 14 Tage

  • – Erstattung NICHT genutzter Unterkünfte aufgrund von Quarantäne bis max. 250 € pro Nacht max. 14 Tage

  • – Erstattung von EVENTS etc. wenn diese STATTGEFUNDEN haben, aber nicht besucht werden konnten, max. 200 €

  • – Quarantäne die FÜR ALLE GILT, ist nicht versichert. Nur wenn individuell festgelegt

  • – kein Schutz, wenn es eine staatlich geplante Rückholaktion gibt (auch nicht die Kosten dafür dann)

  • – maximal werden 3.500 € pro Reise erstattet und diese Grenze gilt laut 2.3.8. PRO REISE.

  • -Wer gemeinsam reist und jeder diese LH Garantie nutzt, der hat dennoch nur die 3.500 €

Was tun im Schadenfall?

Zuerst einmal, klären Sie alles was medizinisch notwenig ist. Alles andere ist „nur Geld“, Gesundheit geht vor. Direkt als zweiten Schritt sollten Sie sich aber dann um die Meldung des Schadens an die Versicherung bzw. Lufthansa kümmern. Beachten Sie bitte auch, eine Meldung an der normalen Lufthansa Hotline ist nicht möglich. Der Schaden muss zwingend bei der Axa als Partner gemeldet werden. Hierzu stehen Ihnen folgende Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung:

Beauftragt mit der Abwicklung der Assistance- und Versicherungsleistungen sind:

AXA Assistance Deutschland GmbH, Colonia-Allee 10-20, 51067 Köln

und

Inter Partner Assistance Service GmbH, Große Scharrnstraße 36, 15230 Frankfurt (Oder)

Um diese Leistungen in Anspruch zu nehmen wenden Sie sich bitte direkt an folgende

Hotline: ​+49 221 80247 1869

E-Mail Adresse Assistance: ​BMH_Assistance@axa-assistance.de

E-Mail Adresse Schaden: ​BMH_Schaden@axa-assistance.de

Fazit zur Lufthansa Bring-me-home „Versicherung“

Zuerst einmal sei nochmals erwähnt, es geht um eine kostenlose Versicherung die die Lufthansa für die Reisenden abschließt und welche immer „besser als nix“ ist. Dennoch enthält die Absicherung viele Verpflichtungen und Obliegenheiten, an welche sich die Kunden halten müssen. Die wichtigste ist im Wesentlichen: Was nicht vorher abgesprochen ist, zahlen wir auch nicht.

Dieses und dann besonders die Ausschlüsse, sollten Sie sich genau vor Augen führen und verinnerlichen. Prüfen Sie außerdem genau und sorgfältig, ob Sie generell überhaupt Versicherungsschutz haben oder dieser nicht aufgrund von Vorerkrankungen ausgeschlossen ist.

Einige Punkte sind ziemlich „gemein“ und undeutlich formuliert. So ist auch der folgende Satz fast ein Freifahrtschein.

„2.4.6. (…) Wenn eine Leistung aber aufgrund lokaler Umstände nicht erbracht werden kann, entfällt unsere Leistungspflicht“

Eine Formulierung die man sehr „ziehen kann“. Was ist, wenn es gerade in der Stadt /Region/ Bundesstaat kein Hotel gibt, in anderen angrenzenden Regionen schon. Ist die AXA dann Leistungsfrei oder muss diese auch dann nicht zahlen? Auch die Formulierung zum medizinisch notwenigen Rücktransport (unter Punkt III. Definitionen erläutert) ist spannend. Dort heißt es:

„Eine Rückführung ist dann medizinisch notwendig, wenn am Reiseort eine ärztliche Unterversorgung besteht. Eine ärztliche Unterversorgung bedeutet, dass die medizinische Versorgung vor Ort nicht dem Standard in Deutschland bzw. dem Standard im Land des Wohnsitzes der versicherten Person entspricht. Das Urteil über eine Unterversorgung obliegt unserem medizinischen Personal.“

In nahezu allen europäischen Ländern dürfte eine Unterversorgung nicht vorhanden sein. Ein Bezug auf die akute Lage (wie in Italien oder Spanien) vermisse ich hier in den Bedingungen explizit und so könnte man (wenn man nicht zahlen will) sich hierauf zurückziehen.

Insgesamt hat die Lufthansa hier ein (fast einmaliges) Produkt kreiert und bietet einen Mehrwert in bestimmten Fällen. Klar hat das auch den Anreiz, wieder eher bei Lufthansa zu buchen. Von einem „RUNDUM SORGLOS PAKET“ ist es aber – realistisch betrachtet – weit entfernt.

Ergänzende Unterlagen:

25.
Juni '20

Neue Öffnungsaktion für Beamte mit Vorerkrankungen – ein Weg in die Private Kranken-/ Beihilfeversicherung


Wer sich heute privat krankenversichern möchte, der muss Gesundheitsfragen beantworten und manchmal bleibt dann der Weg in die private Krankenversicherung verwehrt. Gerade bei Beamten, welche in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert sind, ist dies manchmal ärgerlich und auch teuer.

So erhalten diese durch die Beihilfe einen Anteil von 50-70% der Krankeheitskosten bereits von dem Dienstherren erstattet, müssen damit nur noch 30-50% der Restkosten im Rahmen einer so genannten Restkostenversicherung absichern.

Bestehen nun Vorerkrankungen, dann gab es bei der ERSTEN Verbeamtung schon immer die Chance einen Weg in die private Krankenversicherung zu nutzen, die so genannte „Öffnungsaktion für Beamte“ Hierbei gab es aber ein entscheidendes Kriterium. Einen solcher Antrag konnte nur

  • – einmalig

  • – bei der ersten Verbeamtung

  • – binnen 6 Monaten nach der Verbeamtung

gestellt werden und verhalf damit dem Antragsteller in die PKV.

Wie gestern durch den Verband bekanntgegeben, wird es in diesem Jahr eine BEFRISTETE neue ÖFFNUNG geben.

Die neue Öffnungsaktion für Beamte – für wen?

Die neue Aktion ersetzt nicht die bestehende Öffnung, sondern ERGÄNZT diese. Ins Leben gerufen wurde diese für:

  • – derzeit freiwillig gesetzlich versicherte Beamte

  • – die aufgrund einer Verbeamtung vor > 6 Monaten die normale Öffnung nicht mehr nutzen können

  • – deren Angehörige, wenn ein gemeinsamer Wechsel stattfindet

Die neue Öffnungsaktion für Beamte – wann gilt diese?

In der befristeten Sonderaktion können Beamte vom

  • – 1. Oktober 2020 bis 31. März 2021

einen Antrag auf Versicherung in der Privaten Krankenversicherung stellen.

Die neue Öffnungsaktion für Beamte – Eckdaten?

  • – Zugang ähnlich der bisherigen Öffnungsaktion

  • – zeitlich befristet (1.10.2020 – 31.03.2021)

  • – in alle, zu dieser Öffnung berechtigten Tarife

  • – es wird niemand abgelehnt

  • – es gibt keine Leistungsausschlüsse

  • – ein Risikozuschlag aufgrund medizinischer Vorgeschichte ist auf maximal 30% begrenzt

Die neue Öffnungsaktion für Beamte – weitere Informationen und Antragstellung

Bis zum Beginn im Oktober ist noch etwas Zeit. Dennoch sollten Sie diese nicht ungenutzt verstreichen lassen. Die Auswahl der entsprechenden Tarife und auch die Suche nach einer passenden Gesellschaft kann durchaus schon jetzt beginnen. Dabei machen Sie sich bitte zunächst mit dem Thema Private Krankenversicherung vertraut.

Zunächst einmal schauen Sie sich bitte folgende Unterlagen an:

Eine Anfrage oder weitere Rückfragen können Sie mir hier unter dem Link:

stellen, oder die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme unter „Kontakt“ am oberen Bildschirmrand nutzen.

Bitte vorab keinen Antrag stellen

Bitte beachten Sie noch einige wichtige Punkte. Auch bei der bisherigen Öffnung gilt die erste Antragstellung. Sollten Sie also „nur mal schauen wollen“, so sollten Sie mit Ihrem Berater maximal anonyme Voranfragen stellen. Die Informationen wie und warum habe ich Ihnen im unten verlinkten Beitrag bereits zusammengestellt.

Manchmal ist eine sorgfältige Aufbereitung der Gesundheitsfragen dann mit einem positiven Ergebnis verbunden und Sie müssen doch gar nicht die Öffnung nutzen, sondern bekommen auch Versicherungsschutz zu normalen Konditionen. Dieses kann natürlich auch einen Zuschlag beinhalten, manchmal kann das Angebot auch höher sein, im Vergleich der Deckelung auf 30%, aber dennoch ist es SINNVOLL auch diese Option genau zu prüfen.

Anonyme Voranfragen bei Berufsunfähigkeit und Krankenversicherung – warum es einen qualifizierten Berater braucht

24.
Juni '20

CLARK und die PKV Beratung – Sie können alles mit nein ankreuzen – so geht es dann bitte auch nicht


Seit nunmehr 20 Jahren bin ich fast ausschließlich in der Beratung zur Privaten Krankenversicherung und Berufsunfähigkeit unterwegs und mache das gern, sehr gern. Ich könnte nicht einen Tag nennen, an dem ich meine Entscheidung bereut habe. Doch auf dem Weg begegnen einem immer wieder „Kollegen“, da stellt es einem die Nackenhaare auf. Vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung, komische Beratungen und Ratschläge und vieles mehr säumen den Weg. Würde ich nur von diesen Fällen schrieben, brauchte es einen täglichen Blog.

Das wäre sehr schade, denn es gibt so viele tolle und sehr fair und sauber arbeitenden Kollegen und Unternehmen, diese müssen sich aber leider den Unsinn einiger weniger mit ansehen. Klar, es gibt gute und schlechte Ärzte, Anwälte, Handwerker, wie in allen Berufen.

Obwohl ich in der Vergangenheit den einen oder anderen Disput mit Clark (mehr dazu hier) hatte und auch heute nicht mit allem konform gehe, gibt es auch bei den App-Anbietern gute und schlechte Berater, wie überall. Auch die Idee ist gut und hätte Clark diesen Kunden nicht angesprochen, so wäre es sicher gar nicht zu der Überlegung PKV bei ihm gekommen.

Was war bei Clark passiert?

Ein Interessent schrieb mich vor einiger Zeit an.In der ersten Anfrage war keine Rede von dem Berater und auch nicht wie diese bisher abgelaufen war. Das ergab sich erst im Verlauf der weiteren Beratung. Hier hatte jemand zunächst einmal eine App genutzt und seine Verträge eingetragen um diese in einer App alle gemeinsam zu sehen und die Unterlagen parat zu haben. Das hiermit der bisherige Berater vor die Tür gesetzt wird, das haben wir bereits an anderer Stelle diskutiert und es sollte mittlerweile allen Nutzern klar sein, dass hier eine Maklervollmacht erteilt wird.

Einige Kollegen meinen, hier wird die Maklervollmacht „untergeschoben“ und unbewusst der Vertrag übertragen. Ich meine, es ist auch nach einiger Kritik besser geworden. Klar passiert es auch heute noch unbewusst und App-Nutzer wundern sich dann, wenn der bisherige Berater weg ist. Aber die Unterschrift unter eine Maklervollmacht (die auch als solche zu erkennen ist) sollte das vorab klar machen. Hier liegt es leider oft auch an „ich lese das nicht alles durch und klicke schnell weiter“ und nicht an dem, der die App betreibt. Doch das spielt hier auch gar keine Rolle. Der Kunde war hier gesetzlich versichert und hatte gar keinen PKV Vertrag.

Im Verkauf der Dateneingabe in die App und damit auch Eingabe von Einkommen und Gesundheitsschutz kam ein Berater von Clark auf den Kunden zu. Klar, Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze und damit durchaus einen Hinweis oder eine Nachfrage zur PKV wert.

Insgeheim (was der Berater nicht wusste) hatte auch der Kunde das Thema PKV schon vorher einmal auf dem Schirm gehabt und es war dann eingeschlafen. So fehlte nur der Anstoß um es einmal mehr aufzugreifen.

Der Ablauf der Beratung

Los ging es mit einem ersten Kontakt, wie der Kunde erzählt. Den detaillierten Ablauf hat er inzwischen auch in einer öffentlich zugänglichen Bewertung im Netz veröffentlicht, aus der ich hier einfach zitiere. So ist es einfacher den Ablauf nachzuvollziehen und im Anschluss schauen wir uns dann das eigentliche Problem der Voranfrage und der Gesundheitsfragen an. Also hier die Beschreibung des Kunden: (Hervorhebungen durch mich)

Ich wurde von clark kontaktiert, weil die zu recht festgestellt haben, dass ich in die PKV wechseln kann.

Zur „Beratung“ wurde mir dann eine Übersicht geschickt bestehend aus vier Tarifen von drei Gesellschaften und einem Tarif, bei einer Gesellschaft bei der eine Risikovoranfrage bereits abgelehnt wurde. Es fand im Voraus keine Abfrage statt, welche Leistungen mir wichtig sind, über mein Lebenssituation und was ich für die Zukunft vorhabe. Die Übersicht ist 21 Seiten lang und für jemanden, der sich mit der PKV nicht auskennt aus meiner Sicht nur sehr schwer durchschaubar.

Seitens Clark wurden zwei Tarife als Top-Tarife hervorgehoben. Wobei die eindeutige Tendenz in der Beratung war den absoluten Top-Tarif zu nehmen (der auch am meisten kostete natürlich). Details der Tarife wurden kaum besprochen, es wurde nicht erläutert, worauf bei der Tarifwahl zu achten ist, etc.. Auf die Nachfrage, ob man nicht noch andere Gesellschaften betrachten könne, wurde dies relativ lapidar abgetan (kann man, mache es aber unübersichtlicher) und mir wurde einer der Tarife einfach mit einer anderen Selbstbeteiligung angeboten.

Nach einer Risikovoranfrage bei den beiden Gesellschaften mit den Top-Tarifen wurde mir nach ein paar Tagen mitgeteilt, dass die eine Gesellschaft (mit dem teuersten Tarif) mich mit einem Risikozuschlag von 10% nehmen würde (was den monatlichen Beitrag auf über 900€ gehoben hätte). Ich wartete dann noch auf das Ergebnis der zweiten Gesellschaft und dort sollte ich ohne Zuschlag angenommen werden.

Also entschloss ich mich mit dem „zweitbesten“ Tarif zufrieden zu sein.

So kann man für mein Verständnis PKV nicht beraten und so darf es auch nicht sein. Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einem Arzt weil Sie seit einigen Tagen starke Kopfschmerzen plagen. Nun öffnen Sie die Tür zum Sprechzimmer, der Arzt schaut Sie an, stellt sich vor und fragen was Sie haben. Sie antworten: „Kopfschmerzen“, seit Tagen. (mehr …)

20.
Juni '20

Arag Krankenversicherung – wir spionieren Sie aus und natürlich nur zu Ihrem Besten


Versicherer haben oftmals zu Unrecht einen schlechten Ruf. Da werden Leistungen zu recht nicht erbracht und der Versicherer ist dennoch „böse“ und das ganz ohne Hintergrund. Doch manchmal…

In den letzten Tagen gab es dann doch Gesprächsstoff. Ein Kollege hatte etwas entdeckt, was Ihnen stutzig machte. Walter Benda von den Finanzprüfern hatte einen Newsletter eines Maklerpools bekommen, in welchen einige „wichtige Informationen“ zu einem Versicherer, der ARAG Krankenversicherung zu Lesen waren. Den Artikel dazu verlinke ich Ihnen am Ende dieses Beitrages ebenso.

Warum braucht der Versicherer Daten?

Das ist recht eindeutig und klar. Will der Versicherer einen Kunden versichern, so muss dieser eine ganze Reihe von Daten und Informationen liefern. Das ist auch völlig berechtigt und korrekt so. Nur wenn ein Versicherer im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten Informationen zu Kunden und Interessenten verarbeitet, nur dann kann dieser auch maßgeschneiderte Angebote erstellen und seine Leistung erfüllen. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden und es muss auch so sein. Stellt also ein Kunde einen Antrag auf eine Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherung, dann muss dieser Antrag geprüft werden. Daten, die hier notwendig sind, können zum Beispiel:

  • – Name und Anschrift

  • – Gesundheitsdaten

  • – Beruf, Ausbildung und aktuelle Tätigkeit

  • – Hobby- oder Freizeitaktivitäten

und einiges mehr sein. Um an diese Informationen zu kommen, gibt es Antragsformulare. In diesen fragt der Versicherer all das ab, was er für eine Antrags-/Annahmeentscheidung wissen will.

Wollen Sie diese Angaben nicht machen oder fragt Ihnen ein Unternehmen zu viel, dann entscheiden Sie sich dagegen und wählen einen anderen Versicherer. Soweit die Theorie.

So viel Daten wie nötig, so wenig wie möglich

Nicht erst seit Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) besteht die Verpflichtung, nur die Daten zu erheben welche zwingend nötig sind. Datensparsamkeit sollte immer und überall das erste Gebot sein und die Anzahl der Daten, die gesammelt werden sollten, beschränkt werden. Was ich nicht für eine Annahme oder die Abwicklung brauche, das sollte ich auch nicht speichern.

In einem Makler-Newsletter eines Pools fand sich nun folgender Hinweis, welcher anscheinend auf Abwicklungen und Erfahrungen beruht und damit als „Warnung“ an die Makler verschickt wurde. Ob dieser auf schlechten Erfahrungen beruht ist nicht bekannt.

Recherche versus unerlaubtes Profiling?

Wir lesen nun also hier, der Antragsprüfer bzw. der Bearbeiter bei der ARAG googelt jeden Kunden und beschafft sich hiermit weitere Informationen ÜBER DEN ANTRAG HINAUS.

Diese Informationen können sich sowohl aus einer Internetseite des Unternehmen oder der selbstständigen Tätigkeit ergeben, aber genauso aus sozialen Netzwerken, Profilen bei Instagram, Facebook und dergleichen oder aus anderen „öffentlichen Quellen“.

Nun gibt es dabei einige Probleme. Zuerst fällt mir dann die Datensparsamkeit wieder ein. Auf der anderen Seite wissen wir alle, mancher möchte im Netz besser dastehen und „hübscht einige Infos etwas auf“. Auch Fake Profile, Berichte Dritter über eine Person oder dergleichen sind vielen sicher ein Begriff.

Stellen wir uns einen typischen Fall vor. Max Muster möchte einen Antrag bei der ARAG Krankenversicherung stellen und tut dieses auch. Nach Ankunft des Antrages bei dem Unternehmen öffnet der Mitarbeiter Google, Facebook und dergleichen und sucht erstmal das zusammen, was er über den (potentiellen) Kunden finden kann.

Alles wird gesammelt, aufgeschrieben und in der Kundenakte verarbeitet, sonst hätte man ja hier keinen Zugriff. Es entsteht also so nach und nach ein Kundenprofil mit Informationen, welche ausdrücklich nicht im Antrag abgefragt wurden und welche der Kunde auch sicher nicht für die Versicherung so dargestellt hat.

Wie weit geht die Recherche? Fakeprofile? Detektive?

Eine entscheidende Frage bleibt aber. Wie weit geht eine solche Suche? Was passiert zum Beispiel in sozialen Netzwerken, wo nur bestimmte Infos mit bestimmten Gruppen oder „Freunden“ geteilt werden? Geht es soweit, dass hier Fakeprofile benutzt werden, oder möchte der Sachbearbeiter mit seinem privaten Facebook Profil dann mit dem Kunden „befreundet sein“?

Diese Fragen bleiben offen. Auch ist nicht geklärt, was genau dort an Informationen gesammelt wird. Was ist mit Hobbys oder alten Presseberichten, welche Sportarten beschreiben die der Kunde vielleicht gar nicht mehr betreibt?

Was, wenn jemand mal mit Alkohol am Steuer erwischt wurde oder ständig Bilder von exzessiven Feiern postet? Ist der dann ein „höheres Risiko“ und wird nicht versichert?

Wie mein Kollege schon schrieb:

Zwar gehe ich davon aus, dass man GMV (gesunden Menschenverstand) walten lässt, aber dennoch bleibt es ein unbeschränkter Raum, in dem gewühlt wird. Was z. B. wenn Dinge aus der Vergangenheit auftauchen, die verjährt sind? Oder Falschaussagen, die dem Antragssteller unbekannt waren bzw. sind, beispielsweise Abrechnungsdiagnosen? Oder üble Nachrede?

Dazu hat die ARAG auch einen Passus in die Datenschutzerklärung eingebaut. In dem aktuellen Antrag der ARAG KV findet sich folgende Aussage: (mehr …)