Archiv für die Kategorie ‘Krankenversicherung’

12.
März '19

HALLESCHE OPTI.free – neue und umfangreiche Optionen für GKV Versicherte/ Heilfürsorge


Optionen und Anwartschaften sind eine gute Idee, gut deshalb, weil diese einen Weg in die PKV sichern und einen Wechsel auch bei später neu dazugekommenen Erkrankungen ermöglichen. Gerade wer heute noch nicht in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln kann, das aber schon gern würde, der sichert sich damit einen Weg.

Eine Tür mehr bleibt somit auf. Die Hallesche geht nun noch deutlich weiter und stellte heute den neuen Optionstarif HALLESCHE Opti.free vor. Nicht nur der Weg in die Private Vollversicherung wird damit möglich, auch der Abschluss von Zusatzversicherungen, einer Pflegepflichtversicherung und auch der Neuabschluss eines Krankentagegeldes ist damit machbar, ganz ohne neue Gesundheitsfragen.

Warum solche Optionen wichtig sind? In meinem Artikel zu Anwartschaften und Optionen habe ich bereits beschrieben, welche Möglichkeiten sich dann bieten, gerade wenn heute der (berufliche oder private) Weg noch nicht ganz klar ist und ein Wechsel sonst erst später möglich wäre. Diesen Artikel habe ich am Ende nochmals verlinkt.

HALLESCHE OPTI.free – was ist das denn?

Es handelt sich um eine Optionsversicherung. Also einen Tarif, welcher den derzeitigen Gesundheitszustand bei Antragstellung einfriert und somit bei Erreichen bestimmter Termine oder dem Webfallen einer Versicherungspflicht einen Weg in die Private Versicherung ermöglicht. Neu und anders ist hier, dass es auch eine Option auf den Abschluss von Zusatzschutz ist. Damit lassen sich also auch Krankenzusatztarife für die Bereiche ambulant, stationär oder Zahn später abschließen.

Warum bieten Unternehmen sowas an, wenn doch schon heute die Zusatzversicherung abgeschlossen werden kann?

Nun, am Ende ist es ein Instrument der Kundenbindung. Auf der anderen Seite spricht es aber gerade all die Kunden an, welche heute den Schutz in der Zusatzversicherung zwar gern hätten, diesen aber vielleicht aus finanziellen Gründen noch nicht nutzen können. All jenen bietet die Hallesche hiermit ein Modell um sich später zu versichern und dennoch den heutigen Gesundheitszustand zu nutzen.

HALLESCHE OPTI.free – wer kann den Tarif nutzen?

Für den Abschluss des Versicherungsschutzes gelten nur wenige Vorgaben. Daher müssen die Interessenten BEI ABSCHLUSS

  • – in Deutschland leben (es reicht aus, wenn dieses zu Beginn der Fall ist)

  • – in einer deutschen Gesetzlichen Krankenkasse versichert sein

  • – ODER Anspruch auf freie Heilfürsorge haben (Soldaten z. Bsp.)

  • – maximal 44 Jahre alt sein (Als Alter gilt immer „aktuelles Jahr minus Geburtsjahr)

Für zwei Zielgruppen bietet sich damit so ein Schutz auch noch an. Soldaten oder sonstige Bedienstete mit einem Anspruch auf freie Heilfürsorge. Polizisten und Soldaten bekommen bisher die medizinische Versorgung durch den Dienstherren sichergestellt. Hier fließt kein Geld, sondern eine medizinische Leistung. Endet das Dienstverhältnis aber, so müssen sich diese weiter/ neu versichern, was gerade mit einem schlechten Gesundheitszustand ein Problem sein kann. Bisher war die Lösung eine Anwartschaft, nun schafft der OPTI.free eine weitere Möglichkeit. (ob die Anwartschaft oder eine Option besser passt, ist dabei sehr von der persönlichen Situation abhängig)

HALLESCHE OPTI.free – Option auf Zusatzversicherungen

Wer sich also für einen solchen Optionsbaustein entscheidet, der hat unzählige Optionen. Zum einen lassen sich damit Zusatzversicherungen sicherstellen. Dabei gelten unzählige Termine und Möglichkeiten, lediglich mit dem 49. Geburtstag muss eine Entscheidung final getroffen werden.

In welche Zusatzversicherungen kann gewechselt werden?

  • – Versicherungen für die ambulante Ergänzung (Brille, Heilpraktiker, etc.)

  • – Versicherungen für die stationäre Ergänzung (Einbett-, Zweibettzimmer, Privatärztliche Leistungen, Chefarztbehandlung)

  • – Versicherungen für Zahnschutz (Zahnbehandlung, Prophylaxe, Zahnersatz, Kieferorthopädie

  • – Schutz für Krankentagegeld (Selbstständige ab 22. Tag max. 100 EUR, Angestellte ab 43. Tag, max. 150 EUR)

  • – Schutz für Krankenhaustagegeld bis max. 50 EUR

Kein Optionsrecht besteht jedoch, wenn bereits ein Zusatztarif bestand und diese nach Abschluss des Optionstarifes gekündigt wurde. Ein gekündigter Zusatzschutz vor Beginn der Option ist unschädlich.

HALLESCHE OPTI.free – Option auf Vollversicherungen

Auch in der Vollversicherung enthält der Tarif OPTI.free natürlich Optionen. Dabei gelten auch hier unterschiedliche Termine und Fristen. Gut zu sehen, auch wer sich bei der Möglichkeit einer PKV zunächst für die Gesetzliche Krankenkasse und die dortige freiwillige Versicherung entscheidet, der kann später noch den Wechsel nachholen.

Genau hier liegt zum Beispiel das Problem vieler Anwartschaften und Optionen, denn hier ist oft ein Wechseln nur „gleich oder nie mehr“ nach Eintritt der Versicherungsfreiheit möglich. Das führt durchaus zu Problemen, wie hier im Artikel mit einer Aktivierung der Anwartschaft nachzulesen.

In welche Vollversicherungen kann gewechselt werden?

  • – Versicherungen welche für den Neuzugang geöffnet sind

  • – Schutz bei ambulanten, stationären und / oder Zahnleistungen bieten

  • – je nach Bedarf Vollschutz oder Beamte Restkostenabsicherung

  • – Schutz für Krankentagegeld (Selbstständige ab 22. Tag max. 100 EUR, Angestellte ab 43. Tag, max. 150 EUR)

  • – Schutz für Krankenhaustagegeld bis max. 50 EUR

  • – Pflegepflichtversicherung

Gerade die Option auf den Abschluss einer Pflegepflichtversicherung ist wichtig, denn was nützt eine Anwartschaft auf eine PKV, wenn dann für die Pflegepflichtversicherung 500% Zuschlag verlangt werden kann. Aus dem Grunde sicher dieses hier die vollständige Rückkehr.

HALLESCHE OPTI.free – Laufzeit, Eintrittsalter bei Nutzung

Der Tarif OPTI.free kann jederzeit abgeschlossen werden.

  • – FÜNF Jahre mit automatischer Verlängerung

  • – monatlich kündbar

  • – Mindestvertragslaufzeit 2 Jahre

Das erstmalige Versicherungsdauer läuft ab Abschluss bis zum 01. Juli des fünften Kalenderjahres. Danach wird wieder um weitere 5 Jahre verlängert, solange bis zum Ablauf des Monats, in welchem der Versicherte 49 Jahre alt wird.

Eine KÜNDIGUNG ist jederzeit zum Monatsendee kündbar, wenn diese Kündigung mindestens 15 Tage vorher vorliegt UND der Vertrag bereits mindestens 2 Jahre bestand.

Wichtig zu wissen!

Das Eintrittsalter wird erst bei Auslösen der Option berechnet. Also richten sich die Prämien der Voll- und/oder Zusatzversicherung auch nach dem dann erreichten Alter. Das kann und muss auch so sein, denn Altersrückstellungen werden (im Vergleich zu einer großen Anwartschaft) nicht gebildet.

Der alte und bisher bekannte OPTIONSTARIF JOKER FLEX bleibt auch weiterhin abschließbar. Alle Detaisl im Beitrag „Hallesche JOKER FLEX

HALLESCHE OPTI.free – Kann die Option mehrfach genutzt werden?

Ja. So kann ein Versicherter erst die Option für die stationäre Zusatzversicherung nutzen, später das Krankengeld (zum Beispiel als Selbstständiger der in der GKV bleibt) dazu versichern und wiederum später dann die Umwandlung in die Vollversicherung starten. Voraussetzung ist natürlich immer, die Optionstarife bestehen weiter und werden bezahlt.

HALLESCHE OPTI.free – Prämien, Bedingungen, Antrag

Doch was kostst der Tarif? Nun, es gibt altersabhänige Beiträge, der Kunde wird immer für 5 Jahre in die jeweilige Stufe eingruppiert. Wer zum Besipiel mit 34 den Abschluss tätigt, der bleibt auch die kommenden Jahre zu dem Beitrag (8,40 EUR) versichert. Es erfolgt dann eine Neueinstufung nach 5 Jahren in das DANN erreichte Alter. Beispiel: Eintritt mit 29: Beitrag in den ersten fünf Jahren 7,20 EUR, dann fünf Jahre 8,40 EUR, dann fünf Jahre 14,30 EUR und so weiter.

  • Alter 0 bis 30 Jahre = 7,20 EUR monatlich

  • Alter 31- 35 Jahre = 8,40 EUR monatlich

  • Alter 36- 40 Jahre = 14,30 EUR monatlich

  • Alter 41 bis 49 Jahre = 24,70 EUR monatlich

Die genauen Bedingungen für den neuen Tarif OPTI.free habe ich Ihnen im Downloadbereich zur Verfügung gestellt. Mit diesem Link lässt sich das pdf abrufen:

Hallesche, Tarifbedingungen OPTI.free, Stand 01/2019

Antragstellung

Um den OPTI.free Tarif zu beantragen, ist der normale Antrag erfordertlich, also die identischen Gesundheitsfragen zur Vollversicherung. Diesen können Sie HIER abrufen oder direkt im Downloadbereich.

DOWNLOAD: Antragsformular Hallesche OPTI free

HALLESCHE OPTI.free – Fazit

Der neue Optionstarif OPTI.free schafft, wie der Name schon suggeriert, viel Freiraum und viele neue Möglichkeiten. Gerade wer noch nicht weiß, wie das berufliche und private Leben so läuft und das Geld für eine umfassende Zusatzversicherung noch nicht hat, sichert sich hiermit viele Optionen und hält sich Türen offen.

ABER: Auch hier gilt in der Beratung- Zuerst ist zu prüfen, ob die Tarife, die dann nach heutigem Stand abschließbar sind, auch passen. Eine Option für einen Tarif, welchen man eh nie nutzen möchte, macht keinen Sinn. Wer aber noch nicht sicher ist, welche Voll- oder Zusatzversicherung passt und daher die Entscheidung vertagen will, der kann das hiermit gut tun.

Optionstarife, Anwartschaften und wie man sich sonst die Möglichkeit der PKV sichern kann

26.
Februar '19

Hallesche Krankenversicherung mit Verbesserungen und neuen Heilmittelleistungen


Einer der durchaus kostenintensiven Punkte in der privaten Krankenversicherung sind die Heilmittel. Damit sind- im Gegensatz zu den Hilfsmitteln- Behandlungen durch Physiotherapeuten, Logopäden und andere anerkannte Heilberufe gemeint. Diese Behandlungen sind zwar oft als einzelne Leistungen gar nicht so teuer, summieren sich aber durch oftmals lange Behandlungsdauern.

Aber auch die allgemeine Preisentwicklung macht vor den Heilmitteln nicht Halt und Behandler sollten hier auch angemessen bezahlt werden. Daher hat die HALLESCHE Krankenversicherung zum 01. 01. 2019 Anpassungen, genauer Verbesserungen, an deren Heilmittelverzeichnis vorgenommen und die erstattungsfähigen Kosten teilweise deutlich gesteigert. Patienten bekommen somit höhere Erstattungssätze und die Behandler mehr Geld. Für wen das gilt und wer wie und wann davon profitiert, das lesen Sie hier im Beitrag. Am Ende dieses Artikels habe ich Ihnen zudem einige Unterlagen verlinkt, auch eine Gegenüberstellung der alten und neuen Preise.

Hallesche Heilmitteländerungen – für wen gelten diese?

Die Verbesserungen und damit die höhere Erstattungsleistungen für die Krankenversicherungstarife der HALLESCHE gelten

– für Neukunden in 2019 (neue Druckstücke ab März)

– für bereits versicherte Bestandskunden (Infos an die Kunden am 26.2.2019)

Damit profitieren nicht nur neue Versicherte von den Änderungen, auch all diejenigen welche bereits in den Vollkostentarifen versichert sind haben etwas davon.

Hallesche Heilmitteländerungen – was ändert sich

Zwei grundlegende Änderungen werden im Zuge dieser Anpassung vollzogen. Dabei muss zwischen neuen Leistungen und höheren Sätzen unterschieden werden. Zunächst einmal ändern sich in nahezu allen versicherten Leistungen die Höchstsätze der Erstattungen. Einige Beispiele zur Erklärung:

Krankengymnastische Behandlung auf neurophysiologischer Grundlage (Bobath, Vojta) bei angeborenen oder frühkindlich erworbenen zentralen Bewegungsstörungen als Einzelbehandlung bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, Richtwert: 45 Minuten

bisher wurden hierfür maximal 39,50 EUR erstattet, neu sind es nun 52,10 EUR (ein Plus von über 30%)

oder

Unterwasserdruckstrahlmassage, einschließlich der erforderlichen Nachruhe, Richtwert: 20 Minuten

bisher wurden hierfür maximal 26,60 EUR erstattet, neu sind es nun 35,10 EUR (ein Plus von über 30%)

oder auch

Logopädie, Einzelbehandlung bei Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen Richtwert: 30 Minuten

bisher wurden hierfür maximal 36,50 EUR erstattet, neu sind es nun 48,10 EUR (ein Plus von über 30%)

Im Downloadbereich finden Sie die neue Heilmittelliste und eine handschriftliche Ergänzung der alten Beträge. So lassen sich die Änderungen auf einen Blick schnell ablesen. (gilt nicht für den PRIMO oder den Standardtarif, deren Verzeichnisse weiter unten)

HALLESCHE Hilmittelverzeichnis 2019 mit Gegenüberstellung alter Preise

Neben den deutlich erhöhten Sätzen sind auch Behandlungen oder andere Zeitstufen hinzu gekommen und sind nun im neuen Heilmittelverzeichnis enthalten.

Hallesche Heilmitteländerungen – neue Leistungen

Neu sind zum Beispiel psychotherapeutische Erstbefundungen und die Erstellung eines Behandlungsplans für maximal 19 EUR, aber auch Logopädie mit nun bis zu 90 Min (119,00 EUR), Hydroelektrische Teilbäder (bis 17,20 EUR), aber auch neue podologische Leistungen wie zum Beispiel:

Erstversorgung mit einer Federstahldraht-Orthonyxiespange nach Ross-Fraser, einteilig, einschließlich Abdruck und Anfertigung der Passiv-Nagelkorrektur-Spange nach Modell, Applikation sowie Spangenkontrolle nach 1 bis 2 Wochen

erstattungsfähig bis 223,80 EUR

Ernährungstherapie und physiotherapeutische Palliativversorgung

Die Hallesche erweitert ohne Mehrpämie für alle Versicherten die Leistungen in den beiden Bereichen. Wird eine solche Ernährungstherapie von Diätassistenten, Oecotrophologen sowie Ernährungswissenschaftlern erbracht, so ist diese ab sofort ebenfalls versichert und erstattungsfähig. Dabei gelten Preise (je nach Art und Umfang) von 12,70 EUR bis 75,90 EUR pro Behandlung als erstattungsfähige Höchstsätze. Mehr dazu auf der letzten Seite des Hilfsmittelverzeichnisses.

Auch die physiotherapeutische Palliativversorgung bekommt einen höheren Stellenwert. Um schwerstkranken die letzte Zeit des Lebens zu erleichtern, werden physiotherapeutische Leistungen dort erstattet, wenn diese nicht bereits durch die spezialisierte Palliativversorgung erfasst sind.

Erweiterungen bei der Podologie, Geburtsvorbereitung und Rehasport

Bei Podologie (medizinische Fußpflege) entfällt die Begrenzung auf das diabetische Fußsyndrom. Podologie hat sich inzwischen auch in anderen Bereichen als medizinisch not- wendige Heilbehandlung etabliert.
Bei Geburtsvorbereitung / Schwangerschaftsgymnastik / Rückbildungsgymnastik durch Heilmittelerbringer aktualisieren wir das Verzeichnis entsprechend der Entwicklung der Vergütung von Hebammen.
Im Bereich Rehabilitationssport haben wir unsere Positionen an Vergütungsvereinbarungen der GKV ausgerichtet. Diese haben sich deutlich verändert und werden nun angepasst.

All diese Änderungen gelten, wie bereits geschrieben, nicht nur für Neukunden sondern auch im Bestand. Die neuen Heilmittelverzeichnisse finden Sie hier auf der Seite unter „Downloads“ und Versicherungsbedingungen oder hier:

HALLESCHE, Heilmittelliste 2019 (Tarife außer Primo)

HALLESCHE, Heilmittelliste 2019 Tarif Primo

HALLESCHE, Heilmittelliste 2019 Standardtarif

21.
Februar '19

Wer solche Berater hat, braucht keine Feinde – warum Qualifizierung des Beraters elementar ist


Es gibt so Anfragen und Geschichten Schicksale, da fällt einem auch als Makler wenig bis nichts mehr zu ein. Zwei davon hatte ich gleich heute im Postfach. Eine drehte sich um Wucherhonorare eines „Kollegen“ bei einem Tarifwechsel (die erzähle ich vielleicht später einmal) und eine betrifft eine junge Frau, schwerbehindert, mit psychischen Erkrankungen und nun ohne bezahlbaren Versicherungsschutz. Hier zeigt sich wieder einmal, warum Sie Aussagen Ihres Beraters hinterfragen sollten und sich Aussagen nach dem Motto „das brauchen Sie so nicht aufschreiben/ angeben“ schriftlich bestätigen lassen sollten. Meist bekommen Sie eine solche Bestätigung dann nicht und wissen: „hier ist etwas faul“. Die Verzweiflung war schon nach dem ersten Absatz klar zu erkennen, hieß es doch in der Anfrage:

„Sehr geehrter Herr Henning,

über einen Bekannten meiner Großtante XXX bekam ich ihre Kontaktdaten. Derzeit stehe ich vor einem riesen Problem, es ist etwas unübersichtlich deshalb hoffe ich dass ich es dennoch klar formuliert habe.“

Bis Ende August war alles gut. Die junge Dame war bei den Eltern in der gesetzlichen Krankenkasse, genauer der Familienversicherung mitversichert und hat so einige Vorerkrankungen. Darunter durchaus schwerwiegende. Angegeben war jedoch eine Verhaltenstherapie in 2014 mit unter 25 Sitzungen. All das was nun folgt fehlte im Antrag. Wohlgemerkt, der Antrag wurde mit Hilfe eines Beraters in 2018 gestellt und die Interessentin fragte mehrfach nach, ob diese auch ja nichts vergessen hat, da auch hier Krankenakte und weitere Unterlagen vorlagen.

„Ich war mir unsicher ob alle Angaben gemacht wurden und fragte nach. Rückmeldung war, dass sonstige Leistungen abgesichert seien.“

Es ist mir völlig schleierhaft, weil man einer angehenden Beamtin (noch Ausbildung, dann auf Probe, irgendwann auf Lebenszeit verbeamtet) unter Kenntnis dieser Diagnosen überhaupt zur PKV raten kann.

Öffnungsaktion gleich mit kaputtgemacht

Denn mit einer Antragstellung jetzt, also ohne den Anspruch auf die Öffnungsaktion zu prüfen und ggf. später zu nutzen, verbaut er der Kundin auch diese Chance. Mit der Öffnungsaktion für Beamte (neuerdings auch Beamte auf Widerruf) sichern einige Unternehmen der PKV zu, Antragsteller mit einem Zuschlag von 30% auch dann zu versichern, wenn diese sonst abgelehnt werden.

Doch diese Anträge (von Kunden die die PKV eigentlich nicht möchte) werden eben nicht mit einer Courtage vergütet. Daher zahlen Kunden regelmäßig ein Honorar an Ihren Berater. Das wollte der Makler hier wohl nicht nehmen oder seiner Kundin anbieten und so versuchte er mit halben Angaben einen normalen Antrag. Das ging -natürlich- nach hinten los.

Vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt – Rauswurf

Klar musste der Versicherer hier reagieren. Denn die Geschickte musste kommen wie es kommen musste.

Ende September diagnostizierte mein neuer Hausarzt Sodbrennen und eine mittelschwere depressive Episode und überwies mich zum Therapeuten. Dieser sagte mir ein Reha Aufenthalt wäre das Beste. Da eine ambulante Behandlung für den Anfang zu kostspielig und aufwendig wäre. Also stellte ich einen Antrag und die Reha wurde genehmigt. Daraufhin erhielt ich ein Schreiben des Onlinemaklers, dass wohl ein Fehler unterlaufen sei und ich nachweisen müsste, dass ich in den letzten 5 Jahren unter 25 psychotherapeutische Sitzungen hatte. Also sagte ich den Aufnahmetermin in der Rehaklinik ab. Kümmerte mich um den Nachweis und bekam dann das OK des Onlinemaklers.

Wenn ich das so lese (und danach weitere Details erfrage) stellen sich mir erschrocken einige Fragen.

1. Wie kam und kommt der Makler denn dazu, ein „OK“ für etwas zu geben?

Für was auch? Leistungsentscheidungen trifft der Versicherer. Prüfungen der Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht passieren auch beim Versicherer. Wollte der Berater hier nun ein zweites Mal „Gesundheitsfragen optimieren“?

2. Warum soll die Kundin bestätigen, dass diese nur 25 Sitzungen hatte? Was laut vorliegender Bescheinigung der Klinik falsch ist.

Klar, es liegt die Vermutung nahe, das hier getrickst wurde, denn bei über 245 Sitzungen in den letzten Jahren hätte der Versicherer gar nicht erst angefangen, sondern gleich abgelehnt. Zudem ist hier wohl etwas mit den Jahren nur so halb korrekt angegeben worden.

Am Ende kommt es wie es kommen musste, die Kundin erhält (was verständlich ist bei den Diagnosen aus dem Screenshot oben) KEIN Angebot zur Weiterversicherung mit Zuschlag, sondern muss zwingend gekündigt werden. Juristisch richtig ist es noch nicht einmal eine Kündigung, sondern ein Rücktritt vom Vertrag. Denn klar, auch im Sinne der anderen Versicherten hätte es hier nie zu einem Vertrag kommen dürfen und die Kosten der nun anstehenden stationären Behandlung (einer längeren Psychotherapie) kann nicht dem Kollektiv zu Lasten angetreten werden.

Der Versicherer tut also aus seiner Sicht das einzig richtige und tritt vom Vertrag zurück. Damit endet der Versicherungsschutz und auch für die angefragten Leistungen besteht (rückwirkend) kein Anspruch. OK, das ist das eine Problem, aber was kann die Kundin nun tun? Aufgrund der Versicherungspflicht kann und darf diese nicht ohne Schutz sein, was in dem konkreten Fall bei den bestehenden Erkrankungen durchaus auch fatal wäre.

Die Dame befindet sich in Ausbildung, bekommt also weniger Geld im Vergleich zu Angestellten, aber 50% Beihilfe. Damit müssen die restlichen 50% entsprechend versichert werden. Ein anderer privater Versicherer kann und wird sie aber nicht aufnehmen, gerade mit der akuten Behandlung, den Beschwerden und der Vorgeschichte inkl. Rücktritt. Daher stellt sich die Frage:

Welche Möglichkeiten einer anderen Versicherung bleiben nun?

Zunächst einmal, eine Rückkehr einfach in die GKV und/ oder die Familienversicherung der Eltern ist nicht möglich. Gem. §5 und 6 ff. des Sozialgesetzbuches V ist eine solche Versicherbarkeit nicht möglich und selbst wenn die GKV wollte, sie DARF NICHT. Durch das Erklären des Austritts und damit des Verlassens der GKV ist eine Rückkehr nun, wo die PKV zurück getreten ist, nicht mehr möglich.

Daher muss nun überlegt werden, was alternativ als Versicherung in Frage kommt.

Abbruch der Ausbildung

Beendet die Kundin die Ausbildung und bricht diese ab, so wäre hier eine erneute Familienversicherung denkbar und zu prüfen, damit ist aber die Ausbildung weg. Auch sind die Voraussetzungen der Familienversicherung (u.a. jünger 23 Jahre) zu prüfen und zu erfüllen, ist aber insgesamt eher keine Option

Auch wenn es eine andere Ausbildung wird, bei der dann nicht mehr der Status Beamtin greift, sondern zum Beispiel eine klassische Azubistelle in der freien Wirtschaft, auch dann tritt ggf. Versicherungspflicht in der GKV ein. Diese wird dann nach §5 ff. SGB V begründet und führt zu einer Rückkehr in die GKV. ACHTUNG: Mal schnell eben in die GKV und dann ne Woche später zurück in die Ausbildung ist nicht möglich und verstößt gegen das SGB V, das geht nach hinten los, sobald es auffliegt.

Verbleib in der Ausbildung

Damit bliebe die Frage, wie eine Versicherung dann sichergestellt werden kann, da die PKV sie ja nun bereits nicht mehr will. Die Lösung in dem Fall liegt im Basistarif. Sie kann also bei allen Unternehmen der PKV (außer dem, welches gerade zurücktrat) einen Antrag auf Versicherung im Basistarif stellen. Dabei ist zu beachten, dass der Basistarif einen sogenannten Annahmezwang hat. Das heißt nicht, dass hier nichts anzugeben ist, es heißt nur man darf nicht ablehnen.

Der Beitrag ist hier abhängig vom Höchstbeitrag der GKV (Zahlen 2019 hier), welcher für die Kranken- und Pflegeversicherung zusammen bei ca. 812 EUR plus. ZUSATZbeitrag. Zum Vergleich noch etwas detailliertere Zahlen.

Gesetzliche Krankenkasse ohne ZUSATZbeitrag: 662,48 €

Gesetzliche Krankenkasse mit durchschnittlichem ZUSATZbeitrag (0,9%): 703,31 €

Gesetzliche Krankenkasse mit höchstem ZUSATZbeitrag (1,7%): 739,62 €

DAZU kommt die Pflegeversicherung

Gesetzliche Pflegeversicherung OHNE KINDER: 149,74 €

Gesetzliche Pflegeversicherung MIT KINDERN: 138,39 €

Für Beihilfeberechtigte ist der Beitrag demnach prozentual zu zahlen. In unserem Fall zahlt die Dame also 50% des Beitrages, da hier eine 50%ige Beihilfe vorliegt. Am Ende fallen so etwas über 400 EUR monatlicher Beitrag an (statt der knapp 110, welche zuvor zu zahlen gewesen wären). Jetzt werden die ersten rufen: „Nein, vorher kamen noch Risikozuschläge dazu“. Das ist auch durchaus korrekt, nur wären die im Rahmen der Öffnungsaktion auf 30% gedeckelt, diese hat der unfähige Vermittler aus Sicht auf seine Provision dann gleich mit verhindert.

Öffnungsaktion bei späterer Verbeamtung

Bei einer vernünftigen Beratung und der Angabe aller Gesundheitsangaben wäre hier der einzig sinnvolle und richtige Rat gewesen, nach der Vorprüfung in der GKV zu bleiben. Denn bei einer späteren Verbeamtung könnte sonst die Öffnungsaktion genutzt werden. Hierbei verpflichtet sich der Versicherer zu einer Annahme des Antrages mit maximal 30% Risikozuschlag.

Dieses ist jedoch nur bei erster Antragstellung möglich, diese Option hat der „tolle Makler“ hier für die Kundin gleich mit zerstört.

Risikovoranfragen und Weitblick sind elementar

Wie bereits in einem anderen Artikel geschrieben, es ist elementar wichtig sich an einen Berater zu wenden, der weiß was er da tut. Es geht eben nicht nur darum heute möglichst schnell einen Antrag zu stellen und einen Schutz zu finden der für ein paar Wochen hält. Viel wichtiger ist es- gerade bei vielen Vorerkrankungen- auch in Hinblick auf die Zukunft die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Anonyme Voranfragen bei Berufsunfähigkeit und Krankenversicherung – warum es einen qualifizierten Berater braucht

14.
Februar '19

Beitragsentlastung im Alter für die Private Krankenversicherung


Bereits im Jahr 2011 habe ich in einem Artikel Informationen zur Beitragsentlastung im Alter zusammengestellt. Aufgrund einiger Änderungen, vieler Fragen und immer wieder auftretenden Unklarheiten nutze ich die Gelegenheit um eine Aktualisierung vorzunehmen. Dabei geht es um die oft und wiederkehrende Frage der Beitragsentlastung im Alter.

  • Wie kann ich meine Beiträge stabilisieren?

  • Ist der Abschluss eines Beitragsentlastungsbausteines sinnvoll?

  • Zahlt mein Arbeitgeber auch einen Zuschuss für die Beitragsentlastung?

  • Sinkt durch eine Beitragsentlastung mein Zuschuss der Rentenversicherung im Alter?

  • Was passiert bei Kündigung des Bausteins?

  • Was passiert wenn ich wieder in die GKV zurück muss?

Nicht nur diese Fragen kommen immer und immer wieder und bieten sich daher für eine weitere und genauere Erklärung an. Haben Sie aber weitere Fragen zum Thema Beitragsentlastung im Alter, dann stellen Sie diese gern in den Kommentaren unter dem Beitrag und ich werde Antworten entsprechend ergänzen.

  • Wie kann ich meine Beiträge stabilisieren?

Generell sind beide Systeme zur Gesundheitsvorsorge (also GKV oder PKV) Steigerungen unterworfen. Im System der gesetzlich versicherten ändern sich die Jahresarbeitentgeltgrenze (Werte 2019 hier) und die Beitragssätze der gesetzlichen Kassen. Wer PKV versichert ist, der bekommt über eine Beitragsanpassung ebenfalls die Auswirkungen von gestiegenen Kosten oder geringeren Zinsen, aber eben auch die (erfreulicherweise) steigende Lebenserwartung zu spüren. Hier möchten viele Versicherte vorsorgen und gegensteuern.

EINE, nicht „die“ Lösung, sind so genannte Beitragsentlastungsbausteine in der PKV. Vereinfacht ist dieses eine Art Vorsorgesparen. Sie zahlen heute einen (zusätzlichen) Beitragsanteil an den Versicherer und dieser verspricht garantiert Ihnen hierzu eine monatliche Minderung der Beiträge im Alter.

Geld fließt also heute in den Topf hinein und wird im Alter (ab einem bestimmten Datum, welches Sie bei einigen Unternehmen selbst wählen können) entnommen.

Andere Möglichkeiten sind das Fondsparen, Riester- oder Rürup Verträge, Rentenversicherungen und viele weitere Möglichkeiten Geld anzusparen. Ein großer Unterschied zu allen, nur die Beitragsentlastungskomponente ist arbeitgeberzuschussfähig, dazu aber später mehr.

  • Ist der Abschluss eines Beitragsentlastungsbausteines sinnvoll?

Eine pauschale Antwort ist hier weder sinnvoll noch möglich. Dazu sind die Anforderungen und Verläufe der Versicherten viel zu unterschiedlich, als das es eine allgemeingültige Lösung auch nur ansatzweise geben könnte.

Aber. Es gibt durchaus Konstellationen, da ist ein solcher Baustein (mit all seinen Vor- und Nachteilen) einer anderen Form der Beitragsminderung im Alter vorzuziehen.

Nicht nur (wie oft vermutet) bei Angestellten, auch Selbstständige können von einem solchen Baustein profitieren.

Generell gilt aber auch hier, eine Private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen. Ausführliche Hinweise und Erklärungen finden Sie hier im Beitrag.

  • Wo ist der Haken?

Wie jedes Modell, jeder Tarif und alles andere auf der Welt hat auch der Beitragsentlastungsbaustein Nachteile. Diese sollten Sie kennen und für sich hinterfragen bevor Sie einen solchen Tarif abschließen oder diesen nachträglich anpassen.

Zu beachten ist hierbei, dass bei dem Modell mit laufender Beitragszahlung (Sie können auch einen solchen Baustein gegen Einmalzahlung abschließen) dieser laufende Beitrag auch in der Entlastungsphase weiter zu zahlen ist. Kostet der Baustein also 50 EUR und Sie bekommen eine Entlastung von 200 EUR, so sind es effektiv nur 150 EUR reale Entlastung.

  • Zahlt mein Arbeitgeber auch einen Zuschuss für die Beitragsentlastung?

Ja, das tut er. Der Arbeitgeber beteiligt sich auch an dem Beitragsanteil, welcher für die Entlastung im Alter sorgt. Das bedeutet vereinfacht, schon heute zahlt Ihr Arbeitgeber einen Teil Ihrer Krankenversicherungsbeiträge im Alter. Dabei ist es völlig unabhängig davon, wo Sie bis dahin noch alles arbeiten und wie sich die Krankenversicherung weiter entwickelt.

Maßhebend dazu ist der Höchstzuschuss des Arbeitgebers. Im Jahr 2019 hat sich dieser durch die Rückkehr zur Paritätischen Versorgung erneut erhöht und auch durch die neue JAEG wird der Zuschuss jährlich nach oben angepasst.

Bis zu einem Maximalbetrag von 351 EUR pro Monat beteiligt sich der Arbeitgeber an der Krankenversicherung. Alle Zahlen und Daten des Jahres 2019 finden Sie hier.

Arbeitgeberzuschuss 2019 und Sozialversicherungswerte 2019

  • Sinkt durch eine Beitragsentlastung mein Zuschuss der Rentenversicherung im Alter?

Auch diese Frage kommt durchaus öfter vor, sei es in Kommentaren oder E-Mails, aber auch im LiveChat hier auf der Seite. Und ja, es kann durchaus passieren. Um zu verstehen warum, schauen wir uns erst einmal die Verteilung des Beitrages im Alter an. Einen Zuschuss von der Rentenversicherung erhält dann derjenige, der dort eine Altersrente bezieht und privat Krankenversichert ist. Dabei ist auch hier eine Obergrenze vorhanden und es werden nicht einfach 50% des Beitrages übernommen.

Ähnlich des Arbeitgeberzuschusses bekommt der Rentner mit einer Altersrente von der Rentenversicherung nun einen Zuschuss zu seiner PKV, wenn er diesen dann beantragt. Die Rentenversicherung Bund hat dazu umfangreiche Informationen auf deren Webseite zusammengestellt und stellt auch die nötigen Formulare bereit.

Erfüllen der PKV Vertrag und der Versicherungsnehmer die Voraussetzungen, so wird bis maximal 50% des Beitrages zur PKV bezuschusst. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass der Beitrag in der PKV im Alter verändert wird. Mit Ablauf des 60. Lebensjahres sinkt dieser um 10%, da dann der gesetzliche Zuschlag entfällt. (Was das ist? Hier nachlesen –> gesetzlicher Zuschlag)

Weiterhin entfällt zum Ende des Erwerbslebens der Baustein zur Krankentagegeldversicherung. Nehmen wir nun an, der versicherte Rentner hat/ hätte einen Beitrag von 700 EUR zu zahlen, was je nach Kaufkraft heute oder zukünftig eine andere Zahl sein kann, als wir uns das heute vorstellen.

Als Rentner bekommt er dann eine (heute hochgerechnete) Rente von 2.500 EUR monatlich. Der Beitragszuschuss richtet sich immer nach dem Betrag, den die Rentenversicherung für eine GKV zahlen müsste, also die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes von 14,6%, also 7,3% + den halben ZUSATZbeitrag (durchschnittlich 0,9%, also 0,45%).

Also bekäme unser Rentner aus dem Beispiel von seiner Rentenkasse einen Zuschuss von:

7,3% + 0,45% = 7,75% * 2.500 EUR Rente = 193,85 EUR ZUSCHUSS

Der Höchstzuschuss beträgt aber maximal 50% des Beitrages zur PKV, also 350 EUR.

Mit einer versicherten Beitragsreduzierung von 400 EUR monatlich sähe das dann etwas anders aus. Hat unser versicherte mit Hilfe seiner damaligen Arbeitgeber immer wieder in die Beitragsentlastung eingezahlt und bekommt nun die Ausbeute, so reduziert sich sein Krankenversicherungsbeitrag.

Sein Krankenversicherer will nun monatlich statt der 700 EUR nur noch 300 EUR Beitrag von ihm. Der Zuschuss der Rentenversicherung sinkt damit aber auf 150 EUR, da 50% die obere Grenze sind.

  • Was passiert bei Kündigung des Bausteins?

Hier sind die Vertragsbedingungen elementar und sollten in jedem Fall vorher beachtet werden. Die Versicherer sehen unterschiedliche Regelungen vor. Theoretisch ist auch eine Mitgabe der gebildeten Rückstellungen an einen anderen Versicherer möglich. Ebenso eine Verrechnung mit laufenden Verträgen. Eine allgemeingültige Lösung gibt es hier aber nicht.

  • Was passiert wenn ich wieder in die GKV zurück muss?

Auch ein Rückkehr in die GKV und damit eine Kündigung der privaten Vollversicherung führt zur Beendigung des Beitragsentlastungsbausteines gem. den vereinbarten Bedingungen.

Ein Beispiel der Hallesche KV und deren Beitragsentlastungsbaustein MBZ flex

4.1.1 Beendigung der substitutiven Krankheitskostenversicherung

Endet die substitutiven Krankheitskostenversicherung, wird die MBZ.flex in Verbindung mit einer beim Versicherer anderweitig bestehenden Krankheitskostenversicherung beitragsfrei weiter geführt. Die vereinbarte Beitragsermäßigung vermindert sich dadurch auf höchstens 100% des zu diesem Zeitpunkt zu zahlenden monatlichen Beitrags zur Krankheitskostenversicherung und beginnt immer in dem Jahr, in dem die versicherte Person das 67. Lebensjahr vollendet.

Hier wird also aus der Voll- eine Zusatzversicherung als Ergänzung zur GKV und die Beitragsentlastung im Alter wird beitragsfrei und greift dann mit 67.

  • Kann ich die Höhe der Beitragsentlastung ändern?

Ja, die Anpassung des Entlastungsbetrages ist bei nahezu allen Unternehmen möglich und auch sinnvoll. Warum? Verändert sich der PKV Beitrag, so ist es sinnvoll auch den Entlastungsbetrag anzupassen.

Aber auch zur optimalen Anpassung an den Arbeitgeberzuschuss ist eine solche Überprüfung regelmäßig sinnvoll.

Mehr Informationen und spezielle Erklärungen zu Tarifen zur Beitragsentlastung finden Sie

HIER unter dem tag –> Beitragsentlastung

29.
Januar '19

„Sie sind nun freiwillig versichert.“ – ein Schreiben der Krankenkasse welches alles verändern kann, aber nichts muss


Es gibt eine Reihe von Menschen, die bekommen oder bekamen in den letzten Tagen einen Brief mit nahezu identischem Inhalt. Dort informiert die bisherige (und auch aktuelle) gesetzliche Krankenkasse darüber, dass die bisher bestehenden (Pflicht-)Mitgliedschaft nun zu Ende ist. Daraus ergeben sich, beim ersten Überfliegen des Schreibens, dann auch gleich weitere Fragen und „Probleme“, welche zumindest besprochen werden sollten. Nur wenn Sie umfassend informiert sind und wissen welche Tür sich wo öffnen kann, auch nur dann lässt sich fundiert und begründet entscheiden. Daher habe ich einige der fast immer auftretenden Fragen zusammengefasst und erkläre in diesem Beitrag,

  • – was es mit dem Ende der Pflichtversicherung auf sich hat

  • – ob Sie nun automatisch aus der GKV „rausgeworfen werden“

  • – wo die Tücken bei einem schnellen Abschluss der Weiterversicherung liegen

  • – wann und wie Sie sich nun versichern können

  • – warum Familien- und Berufsplanung elementar sind

  • – ob rückwirkend oder in die Zukunft eine Entscheidung sinnvoller ist

  • – und vieles, vieles mehr

Zunächst schauen wir uns einmal an, wen es denn überhaupt betrifft. Dieses Schreiben, welches Ihnen von Ihrer Krankenkasse geschickt wird, bekommen Sie nur unter bestimmten Voraussetzungen.

 

  • Sie müssen im Jahr 2018 über der damaligen JAEG (Jahresarbeitentgeltgrenze) verdient haben. Diese lag im Jahr 2018 bei 59.400 EUR und hier lesen Sie, was àgehört eigentlich alles zur JAEG und welche Anteile am Einkommen bleiben unberücksichtigt?
  • Sie müssen GLEICHZEITIG auch über der neuen Grenze (60.750 EUR) liegen, also muss Ihr Einkommen in 2018 (Januar bis Dezember) auch die Grenze für das Folgejahr überschritten haben. Alle Grenzwerte finden Sie hier im Blog bei den Sozialversicherungswerten 2019.

Nur wenn diese beiden Tatbestände erfüllt sind und Sie zudem angestellt sind, nur dann erhalten Sie dieses Schreiben und haben einen neue Tür, welche sich nun für Sie öffnet.

Aber allein weil eine Tür aufgemacht wurde, muss niemand durch diese gehen. Dazu aber gleich detailliertere Informationen.

Daher schauen wir uns nun die Fragestellungen etwas detaillierter an.

1.) Was hat es nun mit dem Ende der Pflichtversicherung auf sich?

Bisher waren Sie versicherungspflichtig versichert. Die Grundlage für diese Entscheidung bildet das Sozialgesetzbuch V und darin die Paragraphen fünf und alle weiteren. Dabei wird definiert, dass Sie sich mit einem Einkommen unterhalb der JAEG in einer gesetzlichen Kasse versichern müssen. Welche das sein soll, entscheiden Sie selbst, aber eine muss es werden.

Dabei gibt es noch die Besonderheit, eine Kasse nur bei einer Beitragserhöhung oder nach Ablauf der so genannten Bindungsfrist von 18 Monaten wechseln zu dürfen. Das gilt jedoch nicht bei einem Wechsel in die private Versicherung, auch wenn die Kassen es widerrechtlich immer und immer wieder neu behaupten.

Lesehinweis: Bindungsfrist gilt bei Wechseln in die PKV NICHT!

Durch das Überschreiten der JAEG im Jahre 2018 und gleichzeitig das Erreichen der Grenze 2019, wechseln Sie von der Pflicht- in die Freiwillige Mitgliedschaft. Dabei führt (ACHTUNG!) dieser Wechsel nicht zur Aufhebung der Bindungsfrist. Wollen Sie also in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben, so ist auch hier die 18-Monatsfrist zu beachten.

Soll hingegen das System verlassen werden und Sie möchten sich zukünftig privat versichern, dann können Sie dieses zu unterschiedlichen Terminen tun, dazu aber später noch mehr unter PUNKT 4.

2.) Werden Sie nun automatisch aus der GKV „rausgeworfen“?

Nein, natürlich nicht. Auch wenn es „Kollegen“ gibt, die nun zur Eile drängen weil Sie ja nun ohne Schutz sind, das ist mit Verlaub Unsinn. Aufgrund der bestehenden Versicherungspflicht endet ein Vertrag nur dann, wenn der neue Schutz für die Gesundheitsvorsorge nachgewiesen wurde, schriftlich.

Um das nochmals klar und deutlich zu sagen, Sie können raus, müssen es aber nicht und werden keinesfalls ohne Schutz dastehen.

3.) Wo liegen die Tücken bei einem schnellen Abschluss der Weiterversicherung?

Genauso falsch wie sich keine Gedanken zu machen, ist es übereilt die Weiterversicherung als so genannte Freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) zu erklären. Denn hier lauern durchaus gefahren. Einige Krankenkassen(-mitarbeiter) wollen hier das „schnelle Geschäft“ und empfehlen den nun (möglicherweise) abtrünnig werdenden Kunden tolle Tarife. Tarife mit Selbstbeteiligung, Tarife mit einer Rückerstattung wenn Sie keine Leistungen benötigen oder auch Tarife mit weiteren Zusatzleistungen. Alle gemein haben aber eins, es handelt sich um sogenannte Wahltarife. Hiermit beschäftigen sich diverse Paragraphen des Sozialgesetzbuches und es gibt unzählige Tarife davon. Eines haben aber alle gemeinsam. Setzen Sie eine Unterschrift unter einen Wahltarif, so binden Sie sich an die Kasse. So kann es durchaus zu einer Mindestvertragslaufzeit von bis zu drei (!) Jahren kommen, eine Zeit, in der Sie keine andere GKV und auch keine private Versicherung abschließen können.

Mehr Informationen zu den Wahltarifen und deren Kündigung finden Sie HIER

Lesehinweis: Alle Informationen zu Wahltarifen – ein Ratgeber

4.) Wann und wie können Sie sich nun versichern?

Das ist die wichtigste Frage, denn es ist elementar sich zu informieren und Optionen auszuloten, nur wenn Sie den Markt und die Möglichkeiten kennen, nur dann ist eine sinnvolle Entscheidung möglich.

In einem älteren Artikel habe ich den genauen Ablauf schon einmal beschrieben und die beiden Möglichkeiten aufgezeigt.

Lesehinweis: Post von der Krankenkasse – Sie nun versicherungsfrei

Die erste ist eine ganz normale und reguläre Kündigung der GKV um dann zum Ende des übernächsten Monats diese zu verlassen. Kündigen Sie im Januar, endet die GKV also zum Ende März.

Eine andere Option ist die Rückwirkende Beendigung der GKV. Dieses ist möglich aber natürlich auch hier mit Vor- und Nachteilen behaftet. Hier ist jedoch die Frist von 14 Tagen nach Zugang des GKV Schreibens zu beachten.

Sie können nun rückwirkend aus der GKV austreten- wenn Sie mögen

Danach können Sie dann zu einer anderen Kasse wechseln, sich privat versichern und / oder genauer überlegen ob eine Kombination aus GKV und Zusatzversicherung vielleicht sinnvoll ist.

5.) Warum Familien- und Berufsplanung elementar sind

Für die Auswahl des richtigen Systems ist aber lange nicht nur der Versicherungswunsch wichtig. Es ist vielmehr entscheidend wo die private und berufliche Reise im Leben hin gehen soll. Auch wenn da sicher viel „hätte, könnte, sollte, würde und vielleicht“ in diesen Überlegungen steckt, es ist doch sinnvoll sich dazu Gedanken zu machen. In meinem

Leitfaden zur PKV / GKV

erkläre ich Ihnen Unterschiede und Optionen, kläre Fragen zu den Beiträgen im Alter und der Überlegung welcher Schutz oder welche Kombination in Ihrem Fall sinnvoll und passend ist. Klar ist und sollte immer sein, Geld sparen werden Sie mit keinem der Systeme auf das Leben gesehen. Warum? Das gehört in eine sinnvolle Beratung, aber jeder der Ihnen zu einem PKV Wechseln wegen Beitragsersparnis rät, der gehört vor die Tür, auch wenn es da kalt und zugig ist.

6.) Ist die rückwirkende Entscheidung oder eine für die Zukunft sinnvoller?

Hier gibt es kein richtig oder falsch, hier ist es wichtig wie weit Sie schon sind. Auch ist die Frage zu klären, ob es im Jahr 2019 (also 1. Januar bis zum Zugang des Schreibens Ihrer Krankenkasse) schon Arztbesuche gab. Können oder müssen Sie diese Frage mit ja beantworten, so ist es sinnvoller den Wechsel in die Zukunft gerichtet zu vollziehen oder einfach zu warten.

Gab es hingegen keine Behandlungen und Medikamente und sind Sie mit der Entscheidung welches System für Sie das geeignete ist schon weiter fortgeschritten, so kann auch ein rückwirkender Wechsel die passende Lösung sein.

Wichtig ist auch hier, keine überstürzten Entscheidungen zu treffen und diese später zu bereuen. Nur wer sich intensiv mit den Systemen auseinandergesetzt hat, der kann begründet eine Entscheidung treffen.

7.) Sie haben schon eine Anwartschaft oder Option? Dann bitte VORSICHT!

Haben Sie sich in der Vergangenheit schon einmal für eine Anwartschaft entschieden oder eine Option abgeschlossen? Wollten Sie sich damit den Weg in die Private Krankenversicherung sichern? Dann ist dieses eine besondere Situation, welche weitere Beratung und Planung erfordert. Im Wesentlichen hat dieses zwei Gründe. Einerseits gilt es nun zu prüfen, ob die Anforderungen an Tarif und Auswahlkriterien noch immer identisch sind, oder ob es nicht doch passendere Tarife gibt und auf der anderen Seite die Gesundheit.

Beides ist wichtig um zu beurteilen, welche Wege Ihnen (zusätzlich zur Anwartschaft und Option) noch offen stehen.

Ohne Beratung keine sinnvolle Entscheidung

Sie sehen also, es sind doch einige Punkte mehr zu beachten und zu überlegen, bevor eine Entscheidung getroffen werden kann.

Als weitere Lektüre empfehle ich Ihnen folgende Links:

Alles Weitere gilt es dann detailliert zu besprechen, denn hier sind wir dann weit weg von „der oder der Tarif ist gut“ oder „Meine Freunde/ Kollegen sind bei XYZ versichert“, denn Sie kaufen auch nicht die gleiche Kleidung und richten Ihre Wohnung/ das Haus genauso ein, oder?

Meine Kollegen/ Freunde sind bei … versichert. Warum Freunde und Bekannte kein guter Ratgeber bei der Auswahl der privaten Krankenversicherung sind