Archiv für die Kategorie ‘Berufsunfähigkeit’

05.
Dezember '18

Berufsunfähigkeitsversicherung jetzt für Diabetiker (Typ 1) bis 65 versicherbar


Wer heute bereits an Diabetes erkrankt ist, für den war und ist es schwer einen entsprechenden Schutz zu bekommen. Da nützt auch die Notwenigkeit nichts, wenn es kein entsprechendes Angebot gibt/ gab. Auch bisher sind Versicherungen bei Diabetes möglich, meist jedoch nur mit entsprechend kurzem Endalter. Das ändert sich jetzt etwas, da die Zurich sich auf die Fahnen geschrieben hat, auch Diabetiker bis zum Endalter 65 zu versichern.

BU Schutz bei Diabetes – welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Um einen Schutz zu bekommen, muss der Antragsteller einige Voraussetzungen erfüllen und diese ggf. auch belegen. Dazu zählen folgende Vorgaben:

  • – Sie sind an Diabetes Typ-1 erkrankt

  • – Sie sind mindestens 18 Jahre alt

  • – Sie sind berufstätig (nicht in Ausbildung)

  • – Ihr Diabetes ist aktuell gut eingestellt (HbA1C-Wert zwischen 4,5 und 7,5%)

  • – Sie haben noch keine Folgeerkrankungen durch Ihren Diabetes entwickelt

Sind die Voraussetzungen erfüllt, dann ist eine weitere Prüfung und Versicherung möglich.

BU Schutz bei Diabetes – welche Eckdaten gelten?

Während bisher nur eine Absicherung von 25 Jahren, oder bei einigen Anbietern 30 Jahre ab Erkrankungsbeginn möglich war, ist nun eine Absicherung bis zum 65. Lebensjahr möglich.

  • – Rentenhöhe nach persönlichem Bedarf
  • – maximale Laufzeit bis 65

BU Schutz bei Diabetes – wie erfolgt die (Vor-)Prüfung?

Wie immer gilt auch hier: Eine anonyme Vorprüfung ist sinnvoll und wichtig und verbaut ggf. nicht die Chance auf eine andere Anfrage. Dazu sind einige Unterlagen und Angaben möglich, welche dann zu der anonymen Anfrage und Einschätzung führen. Um eine solche Anfrage zu stellen, benötige ich folgende Angaben von Ihnen:

  • – Ihr Geburtsdatum:
  • – Ihren aktuellen Beruf:
  • – Ihr höchster erreichter Abschluss:
  • – Arbeiten Sie zu mind. 80% im Büro/ Bürotätigkeit?
  • – Wie war Ihr letzter bekannter HbA1c Wert?
  • – Wann wurde der Wert ermittelt?
  • – Hatten oder haben Sie Komplikationen (Neuropathie, Retinopathie, Bluthochdruck) oder eine diabetische Nephropathie oder Proteinurie (Eiweiß im Urin)?
  • – Sind Sie Raucher?
  • – Nutzen Sie einen rTcgm Chip?

Weiterhin senden Sie mir bitte eine Kopie des aktueller Diabetes-Kontrollbefund oder des Diabetes-Pass. Es ist ausreichend, diesen als SCAN oder Foto zu senden. Dabei können Sie die persönlichen Angaben direkt schwärzen, oder wir übernehmen das vor der Anfrage.

HIER KLICKEN FÜR EINE DIREKTE ANFRAGE

(inkl. Möglichkeit des Uploads)

BU Schutz bei Diabetes – der Ablauf

Sobald mir Ihre Anfrage vorliegt, sollten wir dazu einmal telefonieren. Wenn Sie möchten schreiben Sie gern schon einen zeitlichen Vorschlag / besser zwei oder drei, in das Feld mit den Bemerkungen.

04.
Dezember '18

Alte Leipziger mit verbesserten Bedingungen in der Berufsunfähigkeit (großteils auch für Bestandskunden)


Die Alte Leipziger ist als einer der besten Bedingungswerke in der Berufsunfähigkeitsversicherung bekannt und ist für viele Versicherte ein richtiger Partner. Gerade als Anbieter einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (BV10) und auch als Zusatzbaustein zu Lebens-/ Renten- und Rürup Versicherungen ist die BUZ ein weit verbreiteter Tarif. Auch wenn teilweise Kunden mit einer privaten Krankenversicherung trotzdem bei ihrem Krankenversicherer mit einem KT-BU Übergang besser bedient sein können, ist die Alte Leipziger BU ein leistungsstarker Tarif am Markt, welcher nun noch weiter verbessert wird.

Welche Verbesserungen erwarten die Kunden?

Durch die neuen Änderungen an dem Bedingungswerk verbessern sich die Regelungen in den folgenden Bereichen:

  • – Einführung einer Sofortleistung bei Krebs (nur Neukunden)

  • – Verbesserung der Nachversicherung nach Abschluss des Studiums/ der Berufsausbildung

  • – Wiederinkraftsetzen der BU nach Beitragsfreistellung

  • – Anpassung des Begriffs der Pflegebedürftigkeit gem. SGB V

  • – Verzicht auf die Prüfung der Umorganisation bei Betrieben mit weniger als 5 Mitarbeitern

Im Detail sehen die Regelungen dann wie folgt aus:

*** Hinweis: Alle Regelungen (außer der Krebsleistung) gelten auch für den Bestand.

1.) Einführung einer Sofortleistung bei Krebs

Vollkommen neu und ab dem Januar 2019 für Neu- und Bestandskunden verfügbar ist eine Sonderleistung bei Krebserkrankungen. Dazu wurde in die Bedingungen ein neuer Passus eingefügt, welcher sich nun im Paragraphen 9 findet. (Seite 9)

(1) Wenn der Versicherte an Krebs erkrankt, genügt es, wenn Sie einen vereinfachten Nachweis nach Absatz 6 erbringen. In diesem Fall leisten wir für einen Zeitraum von bis zu 15 Monaten. Die Leistungen entsprechen denen, die Sie für den Fall der Berufsunfähigkeit vereinbart haben (siehe § 7 Absatz 1).

Voraussetzung hierfür ist: Der Vertrag besteht mindestens sechs Monate. Diese Voraussetzung gilt auch für Erhöhungen mit Ausnahme von Erhöhungen aus einer Dynamik.

Um eine solche Leistung, welche für maximal 15 Monate bezahlt wird und in der Höhe der versicherten BU Rente entspricht, zu bekommen, muss der Versicherte ein entsprechendes Facharztattest vorlegen und folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • – Chemo- oder Strahlentherapie hat begonnen oder steht unmittelbar bevor
  • – Eine OP von Krebs führt zu lebenslangen Medikamenteneinnahmen (Anm. wie z.Bsp. auch nach Transplantationen), oder es besteht ein Grad der Behinderung oder eine dauerhafte Einschränkung der Berufsfähigkeit liegt vor
  • – der Vertrag besteht bereits seit 6 Monaten

Die Beantragung der Leistung ist nur mit einem onkologischen Bericht des Facharztes mit den, in §9 Abs. 6 genannten Angaben möglich. Die Leistungsentscheidung erfolgt nach max. 5 Tagen nach Vorlage der Unterlagen.

Leistungen aufgrund von Berufs- oder Arbeitsunfähigkeit werden wie bisher beantragt und folgen nach den 15 Monaten der Krebsleistung.

Mit diesem Leistungsbaustein geht die Alte Leipziger einen Schritt in Richtung schnellerer Leistung und stellt bereits wenige Tage nach der Diagnose und/ oder OP bzw. dem Beginn der Chemotherapie eine Leistung in Höhe der BU Rente zur Verfügung.

Die Leistungen werden auch dann für 15 Monate erbracht, wenn sich der Zustand des Versicherten bessert.

Entgegen der Leistung bei Arbeitsunfähigkeit (hier nachzulesen: Alte Leipziger AU Leistungen) folgt diese nicht erst nach Monaten, sondern unmittelbar nach der Diagnose/ OP.

2.) Verbesserung der Nachversicherung nach Abschluss des Studiums/ der Berufsausbildung

Bisher war eine Nachversicherung nach Ende der Ausbildung oder des Studiums bereits möglich, jedoch auf einen Betrag von 500 EUR Monatsrente beschränkt. Gemäß der Neuregelung im §25 der AVB entfällt diese Grenze bei dem erfolgreichen Abschluss des Studiums oder der Berufsausbildung und die Regegelungen lauten wie folgt: (Seite 21)

Sie können eine Nachversicherung innerhalb von sechs Monaten nach Eintritt eines der folgenden Ereignisse beantragen: Der Versicherte […]

nimmt eine berufliche Tätigkeit auf. Dies gilt dann, wenn er zuvor eine Berufsausbildung oder ein Studium erfolgreich abgeschlossen hat. Die neue jährliche Rente bei Berufsunfähigkeit darf 6.000 EUR übersteigen, wenn Sie ein Gehalt in entsprechender Höhe nachweisen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Versicherte eine berufliche Tätigkeit ausübt, die seiner Ausbildung entspricht. Auch dann darf die gesamte jährliche Rente aus allen bei uns bestehenden Versicherungen höchstens 30.000 EUR betragen. Dazu zählt auch die neu versicherte Rente. Erhöhungen aus der [→] Dynamik zählen nicht dazu.

Entgegen der bisherigen Rente ist nunmehr eine Anpassung an das reale Gehalt des Versicherten möglich und somit zum Beispiel von 1.000 EUR auch eine Anpassung auf maximal 2.500 EUR Monatsrente nach Ausbildungsende möglich. Einzige Voraussetzung ist hier ein entsprechendes Gehalt.

3.) Wiederinkraftsetzen der BU nach Beitragsfreistellung

Wer seine Berufsunfähigkeitsversicherung aus finanziellen Gründen beenden musste, der kann einen neuen Vertrag bekommen und das ohne eine neue Gesundheitsprüfung absolvieren zu müssen. Die neuen Regelungen finden sich ebenfalls auf Seite 20 der neuen AVB.

(3) Sie können nach einem Beitrags-Stopp einen neuen Vertrag abschließen, um den ursprünglichen Schutz bei Berufsunfähigkeit wieder herzustellen. Für den neuen Vertrag verzichten wir darauf, das Risiko erneut zu prüfen. Sie können eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Rentenversicherung mit BUZ abschließen.

Wichtig dabei sind die- doch recht engen Voraussetzungen. Ein Antrag muss maximal 6 Monate nach Beitragsstopp gestellt werden und der Versicherte darf noch nicht berufsunfähig oder (wenn AU Leistungen versichert waren/sollen) arbeitsunfähig sein.

Es gelten dann die Risikoeinstufungen des letzten (beitragsfreien) Vertrages.

Statt einer Beitragsfreistellung kann eine Stundung der Beiträge übrigens eine bessere Wahl sein, das aber nur als Anmerkung am Rande.

4.) Anpassung des Begriffs der Pflegebedürftigkeit gem. SGB V

Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wurde dem Sozialgesetzbuch angepasst. Das ist eher eine „kosmetische“ Änderung, da in den alten Bedingungen noch die alte Definition verwendet wurde.

5.) Verzicht auf die Prüfung der Umorganisation bei Betrieben mit weniger als 5 Mitarbeitern

Die Regelung kennen wir schon von den Akademikern. Solche, die eine akademische Ausbildung haben und mind. 90% kaufmännisch und organisatorisch tätig sind, hatten auch schon bisher den Verzicht auf eine Umorganisation.

Neu ist diese Regelung aber für kleine Selbstständige mit weniger als 5 Mitarbeitern. Hier ist eine Umorganisation oft schwer, denn die Arbeiten des „Chefs“ lasen sich eben nicht so einfach weg-organisieren. Daher findet sich in §8 (3), Seite 8 nun folgende Regelung.

Wir verzichten darauf, die Umorganisation des Betriebs abstrakt zu prüfen, wenn bei Eintritt der Berufsunfähigkeit eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

– Der Selbständige ist Akademiker und übt in seiner täglichen Arbeitszeit mindestens zu 90 % kaufmännische oder organisatorische Tätigkeiten aus. (alte Regel)

Der Selbständige beschäftigt in seinem Betrieb in den letzten zwei Jahren durchgehend weniger als fünf Mitarbeiter.

Auch diese Verbesserung ist für die Selbstständigen sicher positiv zu bewerten, denn zum einen geht es um die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl und zum anderen ist es damit für Selbstständige mit kleinen Betrieben einfacher nicht auf eine Umorganisation „geschoben zu werden“.

Für wen gelten die Änderungen?

Die Änderung gilt, laut Alte Leipziger, für alle Kunden. Dabei gibt es also keinen Unterschied zwischen Neukunden und solchen, die schon länger dort versichert sind.

Neue Bedingungen als pdf zum Download

Die neuen Bedingungen stelle ich Ihnen im Downloadbereich zur Verfügung.

–> Bedingungen ALTE LEIPZIGER BU, Stand 2019, pm2300_01-2019

Die entsprechenden Änderungen ersehen Sie am schnellsten anhand der farblichen Markierungen.

Ebenfalls hat die Alte Leipziger die Schüler BU verändert (großteils verbessert). Genauere Details finden Sie in einem der nächsten Blogbeiträge.

23.
November '18

Dynamik – wird es dann jedes Jahr teurer und muss ich das hinnehmen?


Die Dynamik ist, auch wenn es nur ein kleiner Baustein im Vertrag ist, immer noch etwas was zu Verwirrungen führt. Aufgrund vieler Rückfragen hier einmal einige Erklärungen zur dynamischen Erhöhung, welche sich zum Beispiel in einer Berufsunfähigkeitsversicherung finden sollte.

Was ist die Dynamik?

Die dynamische Erhöhung ist nichts anderes, als ein Versprechen des Versicherers Ihnen jedes Jahr eine Dynamisierung, also eine Erhöhung des Versicherungsschutzes anzubieten. Die Betonung liegt auf anzubieten, denn es ist lediglich ein Angebot, welches der Versicherer Ihnen jährlich macht/ machen muss.

Dabei wird der monatliche Beitrag und gleichzeitig die Leistung des Vertrages (also zum Beispiel die BU Rente) um einen vorher vereinbarten Prozentsatz erhöht. Sie wissen also heute schon, wie das Angebot der Erhöhung in den nächsten Jahres aussieht. Bei einigen Unternehmen lassen sich unterschiedliche Modelle wählen.

  • – Erhöhung des Beitrages und der Leistung um X Prozent der Anfangsbeträge (Rente, Beitrag)

  • – Erhöhung um X Prozent des Vorjahresbeitrages

  • – Erhöhung um den Anstiegsbetrag der gesetzlichen Rentenversicherung

Je nachdem was vereinbart ist, bekommen Sie alle 12 Monate von Ihrem Versicherer Post mit den neuen Werten für das Folgejahr. Dieses Angebot können Sie annahmen oder ablehnen, mehr dazu und auch die zu beachtenden Punkte finden Sie weiter unten.

Sollte ich diese bei Vertragsabschluss wählen?

Ja, das sollten Sie immer. Es ist kein Nachteil eine dynamische Anpassung zu wählen. Der entscheidende Vorteil liegt aber dann in der MÖGLICHKEIT von einer Erhöhung der versicherten Rente (und natürlich des Beitrages) bei Bedarf Gebrauch zu machen. Der entscheidende und wichtigste Aspekt dabei, es ist eine Anpassung ohne neue Gesundheitsprüfung. Auch wenn Sie also krank werden, andere oder neue Gebrechen und Beschwerden dazukommen, so bekommen Sie hierfür bei Nutzung der Dynamik keinen Zuschlag, keinen Ausschluss oder sonstige Einschränkungen.

Warum ist diese Anpassung wichtig?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Auf der einen Seite lässt sich damit die Entwertung des Geldes über die Jahre ausgleichen. So kann eine Nutzung der Dynamik verhindern, dass eine Rente von 2.000 EUR zu Beginn im weiteren Verlauf (und unter Berücksichtigung der Inflation) nur noch 1.800 EUR wert ist und irgendwann nicht mehr reicht. Der

Inflationsausgleich

ist somit ein ganz entscheidender Aspekt. Aber auch ein anderer Grund spricht für die Dynamik. Egal ob Sie tarifgebunden beschäftigt sind, oder Ihr Arbeitgeber eigene Regeln hat, eine

Einkommenssteigerung

in regelmäßigen Abständen kann auch hier ausgeglichen werden. Damit ist keineswegs ein Karrieresprung und damit sofort 200, 300, 500 EUR monatlich höherer Bedarf gemeint, aber eine normale Einkommensentwicklung ist damit schon auszugleichen. Für Karrieresprünge gibt es zum Beispiel die Nachversicherungsgarantie.

Was passiert, wenn ich diese nicht nutzen möchte?

Bei Vertragsabschluss bekommen Sie meist schon eine Tabelle, wie sich eine solche dynamische Anpassung entwickelt. Genau das verstört aber oft, denn wie oft höre ich dann „dann zahle ich ja 500 EUR für meine BU“. Klar, wenn ich jedes Jahr die Leistung mitmache dann ist das vielleicht einmal so. Eine 5% Dynamik bei einer Rente zum Start von 2.000 EUR ist dann aber auch im 10. Jahr auf 3.100 EUR gestiegen. Prozentual hat sich der Beitrag dann auch verändert, hier von 101 auf 164 EUR Zahlbeitrag. (der Unterschied zwischen Brutto- und Nettobeitrag ist hier erklärt)Setzen Sie hingegen zwei Jahre aus und machen nur einmal die Dynamik mit, dann sähe das wie folgt aus:

Dabei ist dann natürlich auch die Rente geringer, es sind nach 10 Jahren nur 2.389 EUR, statt der ursprünglich versicherten 2.000 EUR. Dennoch ist alle drei Jahre eine gute Zeit. Denn eines ist noch zu beachten:

Dynamik wird ausgeschlossen

Bei den meisten Unternehmen wird bei der 3. Ablehnung ausgeschlossen. Wer also zweimal ablehnt, sollte im dritten Jahr gut überlegen ob er das nochmal tut. Nach 3 Jahren sind zudem auch aus Gründen der Inflation 5% Anpassung durchaus nicht so verkehrt. Schließt der Versicherer die Dynamik aus, so ist diese nur mit einer neuen Gesundheitsprüfung wieder in den Vertrag zu bekommen.

Wann Sie diese immer mitmachen sollten?

Gerade wer aber krank ist, Vorerkrankungen hat, die bei einem neuen Antrag zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führen, der ist mit einer dynamischen Anpassung sehr gut bedient. Denn bevor Sie einen eingeschränkten Vertrag bekommen, machen Sie einfach jedes Jahr die Dynamik mit und erhöhen somit Ihren Schutz. Dabei ist noch auf die Angemessenheit zu achten, einige Gesellschaften weisen hier ab bestimmten Rentenhöhen explizit darauf hin. Aber so lässt sich der Schutz auch dann noch erhöhen, wenn schon neue Erkrankungen vorliegen.

Nicht zu verwechseln ist diese Dynamik aber mit der so genannten Leistungsdynamik oder auch „garantierte Rentensteigerung„. Die habe ich unter folgendem Link erklärt.

Garantierte Rentensteigerung, Leistungsdynamik, Anpassung bei bestehender Berufsunfähigkeit- eine der wichtig(st)en Optionen in der BU-Absicherung

11.
Oktober '18

Wenn Arzt oder Krankenhaus die Zusendung der Krankenakte verweigern


In über zwanzig Jahren in der Branche erlebt man durchaus spannende, aber auch haarsträubende Sachen. Nun ist es kein Geheimnis, dass die Einsicht in die eigene Krankenakte bis auf ganz wenige Einzelfälle ein verbrieftes Recht ist. Gerade bei dem (geplanten) Abschluss einer Versicherung mit Gesundheitsfragen, aber auch aus rein persönlichem Interesse sollte und möchten die Patienten wissen, was in der Krankenakte geschrieben steht.

Mit diesem Artikel erhalten Sie

  • – Informationen zur Beschaffung Ihrer Krankenakte
  • – Hintergrundwissen zu der rechtlichen Voraussetzung
  • – Hinweise, falls der Arzt oder das Krankenhaus die Zusendung verweigert
  • – Hinweise was zu tun ist, wenn der Arzt auf eine Anfrage Ihrer Versicherung besteht
  • – ein kostenfreies Musterformular zum Versand an Arzt und Krankenhaus
  • – einen Hinweis auf Auskunft nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Schon in der Vergangenheit schrieb ich über die Beschaffung der Krankenakte, um eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung zu vermeiden. Anscheinend versuchen aber einige Ärzte und Krankenhäuser jetzt eine neue Masche, daher hier noch einmal etwas detailliertere Informationen dazu.

Warum ist der Auszug aus der Krankenakte wichtig?

Nicht erst seit dem Abrechnungsskandal in der gesetzlichen Krankenversicherung in den letzten Jahren ist klar, der Patient sollte wissen was in seiner Akte steht. Auch wenn es viele Ärzte und Behandler gibt, welche sehr sauber arbeiten und einen großartigen Job machen, gibt es auch hier schwarze Schafe. Da werden dann schnell einmal Diagnosen dazu erfunden, um so einen höheren Betrag abrechnen zu können.

Aus harmlosen Rückenbeschwerden wird ein Bandscheibenvorfall, aus der Magengrippe schnell eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut. Klar interessiert es den (GKV versicherten) Patienten zunächst nicht, da die Abrechnung direkt mit der Kasse erfolgt. Doch was passiert, wenn später in einem Leistungsfall der Kranken(zusatz)- oder Berufsunfähigkeitsversicherung der Versicherer nachforscht? Was passiert, wenn sich dort Diagnosen finden, welche dem Kunden so nicht bekannt waren?

Wollen Sie dann anfangen zu diskutieren und mit dem Arzt (der dann vielleicht schon an einen Nachfolger übergeben hat) zu verhandeln, was, warum und wie in Ihrer Akte steht? Sicher nicht, zumal das Kind dann meist in den Brunnen gefallen ist.

Wer sagt, dass mein Arzt mir die Akte auch aushändigen muss?

Es gibt eine Reihe von gesetzlichen Grundlagen, welche ein Auskunftsrecht des Patienten regeln. Dennoch bedeutet es nicht, dass Sie das Original einfach beim Arzt abholen können, denn dieses steht dem Arzt natürlich zu. Eine Kopie hingegen kann er Ihnen nicht verweigern.

Grundlage ist zunächst der Paragraph 10 der Berufsordnung für Ärzte. Dieser regelt gleich mehrere Verpflichtungen für den Arzt und die Rechte des Patienten. Daher zerlegen wir den Paragraphen einmal etwas und schauen uns an was der Arzt kann und darf:

§ 10 MBO-Ä 1997 – Dokumentationspflicht

(1) Ärztinnen und Ärzte haben über die in Ausübung ihres Berufes gemachten Feststellungen und getroffenen Maßnahmen die erforderlichen Aufzeichnungen zu machen. Diese sind nicht nur Gedächtnisstützen für die Ärztin oder den Arzt, sie dienen auch dem Interesse der Patientin oder des Patienten an einer ordnungsgemäßen Dokumentation.

Zunächst ist es kein „ich schreibe mal etwas auf“, sondern der Arzt MUSS eine Krankenakte führen und dokumentieren. Das tun die Ärzte auch. Doch oft weigern diese sich, die Akte dann herauszugeben. Aber auch das findet sich in der Berufsordnung, nun dem Absatz zwei des gleichen Paragraphen.

(2) Ärztinnen und Ärzte haben Patientinnen und Patienten auf deren Verlangen in die sie betreffende Dokumentation Einsicht zu gewähren, soweit der Einsichtnahme nicht erhebliche therapeutische Gründe oder erhebliche Rechte der Ärztin, des Arztes oder Dritter entgegenstehen. Auf Verlangen sind der Patientin oder dem Patienten Kopien der Unterlagen gegen Erstattung der Kosten herauszugeben.

Ja, es gibt einige, insbesondere psychische Erkrankungen, wonach eine solche Herausgabe problematisch ist. Dieses bedarf aber ganz speziellen Gründen und muss medizinisch begründbar sein. Selbst dann ist eine Herausgabe an einen anderen Arzt durchaus denkbar und auch hier besteht ein entsprechender Anspruch des Patienten. Doch zunächst ist nun klar, wenn Sie eine Kopie möchten, dann bekommen Sie auch eine, ob es dem Arzt passt oder nicht.

Der Arzt verlangt, dass die Versicherung direkt anfragt, und nun?

Das ist leider ein neuerdings häufiger vorkommendes Problem. Einige Ärzte versprechen sich dadurch ein Honorar, denn wenn die Versicherung spezielle Fragen stellt oder andere Angaben und Einschätzungen vom Arzt anfordert, dann kann dieser eine solche Leistung abrechnen. Möglich wäre hier die Gebührenziffer 80 oder 85, ggf. auch noch weitere. Diese wären dann entsprechend mit dem Steigerungssatz zu erhöhen.

Sollte also Ihr Arzt oder das Krankenhaus auf eine Anfrage der Versicherung bestehen, oder gar andere Auskünfte komplett verweigern, erklären Sie freundlich aber bestimmt den Hintergrund. Sie möchten die Krankenakte für sich, ebenso möchten Sie nicht vorab Daten an die Versicherung geben, um sich die Möglichkeit der anonymen Voranfrage nicht zu verbauen.

Der Arzt oder das Krankenhaus verweigern die Zusendung, nur Abholung sei möglich?

Eine weitere „Masche“ um es dem Patienten schwerer zu machen, es wird angeboten die Akte beim Arzt einsehen zu können, aber Kopien werden verweigert. Oder aber es ist wie in diesem Fall, welcher mit im LiveChat mehrfach vorgetragen wurde.

Hier sehen wir schon das nächste Problem. Bedingt durch Umzug, eine neue Arbeitsstelle oder einfach private Gründe, kann eine Zusendung per Post der einzig praktikable Weg sein. Das Krankenhaus hier verweigert das aber. Es will (und beruft sich dabei auf den Datenschutz) eine Zusendung verhindern.

Zunächst einmal, DATENSCHUTZ IST WICHTIG. Schließlich möchten Sie auch nicht, dass jemand anderes einfach so Ihre Krankenakte abholen soll und Einsicht in sehr vertrauliche Unterlagen bekommt. Daher ist es zwingend erforderlich, die berechtigten Interessen und die eigene Identität nachzuweisen.

Den Patienten aber deshalb dazu zu zwingen hunderte Kilometer zu fahren, nur um eine Auskunft aus der Akte zu bekommen? Sicher nicht. Doch wie können Sie eine solche „sichere Übertragung“ ermöglichen, ohne dort vorbei zu fahren?

Kopie des Personalausweises mit Anschrift, ggf. mit Beglaubigung

Zunächst einmal werden Sie um einen Nachweis Ihrer Identität nicht umhin kommen. Einfach und unkompliziert ist dieses mit einer Kopie des Personalausweises (auf dem sind Ausweisnummer und andere irrelevante Daten zu schwärzen) möglich. Sollte der Arzt es darauf anlegen Sie zu ärgern, so wird er ggf. zusätzlich auf einer Beglaubigung bestehen. Nur so ist sichergestellt, dass auch Sie den Ausweis kopiert haben und jemand das Original eingesehen hat.

Eine Beglaubigung ist bei offiziellen Stellen (wie zum Beispiel Stadtverwaltung, Landkreis) oder auch bei jedem Notar möglich. Dieser verlangt dafür eine Gebühr von 10-20 Euro, bestätigt Ihnen aber dann die Richtigkeit der Kopie.

Diese reichen Sie dann bei dem Arzt oder Krankenhaus ein und weisen so das berechtigte Interesse nach.

Zusendung wird dennoch verweigert?

Jetzt argumentieren die Krankenhäuser oder einige Ärzte immer noch, man kann es Ihnen nicht zusenden, schließlich könne den Brief ja jeder lesen. Auch das lässt sich aber lösen. Der Weg dazu, das Einschreiben eigenhändig. Ein Service der Deutschen Post.

Mit dieser besonderen Variante des Einschreibens wird dieses nur gegen Unterschrift und nur Ihnen persönlich, oder einem ausdrücklich Bevollmächtigten, ausgehändigt. Somit geht der Absender sicher, dass diese Unterlagen nicht in falsche Hände gelangen können. Hierfür fallen bei dem Absender Kosten an. Diese liegen (in 2018) für ein Einschreiben/eigenhändig bei 4,65 EUR zzgl. dem normalen Porto je nach Größe des Briefes.

Bieten Sie dem Absender also diese Variante zusätzlich an und erklären auch, die Kosten zu übernehmen, so haben wir auch diese „Verhinderungstaktik“ erledigt. Ein weiterer Weg kann auch die Zusendung an Ihren Hausarzt sein, dort können Sie dann die Unterlagen persönlich und gegen Unterschrift abholen.

Was passiert bei Schließung der Praxis?

Auch hierfür hat der Paragraph 10 eine Lösung. Dort heißt es:

(3) Ärztliche Aufzeichnungen sind für die Dauer von zehn Jahren nach Abschluss der Behandlung aufzubewahren, soweit nicht nach gesetzlichen Vorschriften eine längere Aufbewahrungspflicht besteht.

(4) Nach Aufgabe der Praxis haben Ärztinnen und Ärzte ihre ärztlichen Aufzeichnungen und Untersuchungsbefunde gemäß Absatz 3 aufzubewahren oder dafür Sorge zu tragen, dass sie in gehörige Obhut gegeben werden. Ärztinnen und Ärzte, denen bei einer Praxisaufgabe oder Praxisübergabe ärztliche Aufzeichnungen über Patientinnen und Patienten in Obhut gegeben werden, müssen diese Aufzeichnungen unter Verschluss halten und dürfen sie nur mit Einwilligung der Patientin oder des Patienten einsehen oder weitergeben.

(5) Aufzeichnungen auf elektronischen Datenträgern oder anderen Speichermedien bedürfen besonderer Sicherungs- und Schutzmaßnahmen, um deren Veränderung, Vernichtung oder unrechtmäßige Verwendung zu verhindern. 2Ärztinnen und Ärzte haben hierbei die Empfehlungen der Ärztekammer zu beachten.

Gibt es also keinen Nachfolger, so muss der Arzt selbst dafür sorgen, dass Sie zehn Jahre lang an Ihre Unterlagen kommen. Da dieses in der Realität jedoch schwer werden kann, gerade wenn dann Kontaktdaten fehlen, empfiehlt sich bei Umzug immer direkt eine Kopie mitzunehmen, oder direkt bei Abschluss der Behandlung alle Daten zu kopieren.

Weiterhin sollten Sie sich regelmäßig um ein Update Ihrer Akte kümmern, es spricht nichts dagegen einmal im Jahr eine solche Kopie zu verlangen.

Warum kann die die Unterlagen nicht per E-Mail bekommen?

Nun, das liegt in der Sicherheit der E-Mail und der fehlenden Kontrolle wer diese liest. Ausgenommen sich sicherer E-Maildienste wie die damals eingeführte DE Mail, aber auf diese Diskussion würde ich es gar nicht erst ankommen lassen.

Die Anforderung kann ggf. noch per Mail erfolgen, wenn es sich um unterschriebene und gescannte Unterlagen handelt. Dennoch würde ich diese Anforderung immer per Post im Original senden, am besten auch per Einschreiben um einen Nachweis des Zugangs zu haben.

Krankenhausentlassungsbericht oder Krankenakte?

Krankenhäuser versenden oft einen Entlassungsbericht oder geben Ihnen den mit. Ich für meinen Teil möchte aber- nicht unbedingt zur Freude der Klinik- gern die Kopie der kompletten Krankenakte haben. Nicht weil ich dem Arzt im Bericht nicht glaube, sondern weil mir Laborbefunde oder weitere Unterlagen und Werte aus der Akte wichtig sind und eine Aussage/ Kopie von Tageswerten aus dem Labor nun einmal aussagekräftiger ist, als ein Satz im Entlassungsbericht a la „Der Laborwert ging über den Aufenthalt auf den Normalwert zurück.“

Das kann auch für eine spätere/ weitere Behandlung wichtig sein.

Welche Kosten muss ich tragen?

Wie wir vorhin im Paragraphen 10 schon gelesen haben, sind die Kosten für die Kopien von dem Patienten zu tragen. Kosten für das Anfertigen der Kopien oder weitergehende Kosten jedoch nicht.

Zudem sollten die Kosten angemessen sein. Die Gebührenordnung nennt dabei für Kopien Kosten von 0,17 EUR pro Seite. Ich persönlich halte sogar 30 Cent für durchaus noch „im Rahmen“. Vielmehr sollte es aber nicht sein.

Auch glauben anscheinend einige Ärzte dazu noch die Arbeitszeit für das Kopieren abrechnen zu können. Dafür gibt es aber meines Erachtens keine rechtliche Grundlage.

Wollen Sie die Unterlagen zugesandt haben, so müssen Sie natürlich auch die Kosten für den Versand und ggf. das Einschreiben zahlen. Schickt der Arzt es mit einem normalen Brief an Ihre Anschrift, können Sie bei der Anforderung auch einen Freiumschlag beilegen.

Musterbrief zur Anforderung

Ich habe meinen, seit Jahren genutzten, Musterbrief zum Jahresbeginn nochmals angepasst. Dieser steht Ihnen auch weiterhin zum kostenfreien Download und Verwendung zur Verfügung.

Laden Sie diesen bitte zuerst herunter und speichern diesen lokal auf Ihrem Computer. Danach lassen sich die Felder in der pdf ausfüllen und dann ausdrucken/ speichern und an den Arzt bzw. das Krankenhaus versenden.

DOWNLOAD als ausfüllbare PDF – Musterformular Anforderung Patientenakte/ Krankenakte

DOWNLOAD als ausfüllbare WORD – Musterformular Anforderung Patientenakte/ Krankenakte

10.
April '18

Wenn die Vermittlerin lügt – „Die Thrombose war ja nur im Unterschenkel, da brauchen Sie diese nicht angeben!“


Seit nunmehr zwanzig Jahren bin ich in der Vermittlung und Beratung von biometrischen Produkten unterwegs. Seit 2007 können Sie meine Erfahrungen und Erlebnisse hier im Blog mitverfolgen und haben sicher nicht nur einmal- mit mir gemeinsam- den Kopf geschüttelt. Klar manchen Menschen Fehler, klar passieren bei vielen Beratungen auch einmal Fehler. Davon kann und soll sich niemand freisprechen. Wenn allerdings strafrechtlich relevante Punkte berührt werden, wenn Anträge beim Versicherer anders ankommen, als die Kopie beim Kunden, dann ist schon etwas „seltsam“.

Vor einigen Jahren hatte ich genau über diesen „Kollegen“, richtigerweise über einen seiner Mitarbeiter, schon einmal geschrieben. Da ging es um einen anderen Fall und dort waren und sind einige Ungereimtheiten in der Sache selbst aufgetreten. Diese zu klären steht jedoch im Aufgabenbereich der Staatsanwaltschaft und daher möchte ich ihn keineswegs vorverurteilen. Doch nun liegen mir zwei weitere Fälle vor, einen davon möchte ich Ihnen heute gern etwas genauer erzählen, machen Sie sich einfach selbst ein Bild.

Es handelt sich um eine Familie. Selbstständige, fleißige Menschen aus der Dienstleistungsbranche und vielleicht manchmal etwas zu gutgläubig. Das meine ich keineswegs böse, sie haben schlichtweg der Beraterin geglaubt und die Aussagen dort als gegeben und ungeprüft hingenommen.

Die Ausgangslage

Die Famile, Mutter 44 Jahre alt, Vater 48 Jahre alt und die Tochter zehn Jahre, wurden vor einigen Jahren beraten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kunden bereits 13, 9 und 10 Jahren bei einem anderen privaten Krankenversicherer versichert. Hier bestanden Vollkostenverträge, also solche die Eintrittsalterrelevant sind und natürlich Alterungsrückstellungen bilden. Solche Rückstellungen waren damals nicht portierbar, konnten also nicht mitgenommen werden.

Die Beratung

Die Versicherten waren also lange bei einem Versicherer, Zahnstaffeln und Summenbegrenzungen waren bereits vorbei. Ob hier ein Wechsel Vorteile brachte, also außer für den Vermittler, mag ich einmal vorsichtig in Frage stellen. Laut Auskunft der Versicherten wurden Sie aber angesprochen und dann zu einem Wechsel beraten und sollten aus Köln nach Hamburg wechseln, also bezogen auf den Sitz des Versicherers.

Selbst wenn es also eine Unzufriedenheit mit dem Versicherer gegeben hätte, eine Prüfung ob es eine interne Umstellungsmöglichkeit gegeben hätte, wäre sicher nicht die schlechteste Idee gewesen.

Stattdessen wurde ein Wechseln angestoßen. Dazu wurden also im Jahr 2015 Beratungen durchgeführt (und die eigenen Fehler zum Glück fein säuberlich in dem Beratungsprotokoll dokumentiert). Nach dem Ergebnis kam es nun zur Antragstellung. So werden Anträge auf einen neuen Versicherungsschutz mit Beginn 01. 01. 2016 und (für zwei Personen) mit Beginn 1.1.2017 gestellt. Wie das geht, wo doch eine Vordatierung des Antrages maximal 6 Monate ging? Nun, man hat dem Kunden folgendes verkauft.

Anträge aus 11/2015

Frau soll wechseln zum 1.1.2016 – Antrag soweit normal vordatiert

Mann soll wechseln zum 1.1.2017 – Antrag auf Anwartschaft ab 1.5.2016, dann Beginn 1.1.2017

Kind soll wechseln zum 1.1.2017 – Antrag auf Anwartschaft ab 1.5.2016, dann Beginn 1.1.2017

Warum macht man das? Weil der Vermittlerin das Geschäft nicht entgehen sollte vielleicht? Denn eine Anwartschaft kann durchaus Vorteile haben. Der Kunde zahlt hierfür einen Beitrag mit Beginn der Anwartschaft und zahlt diesen solange (ca. 25% des normalen Beitrages), bis der Vertrag richtig beginnen kann. Also in unserem Fall für die Monate Mai bis Dezember 2016. Klar, denn so konnte man im November 2015 schon das „Geschäft eintüten“ und schließlich zahlt es ja der Kunde.

Ungeachtet dessen, ob die Beratung und der Wechsel überhaupt richtig waren, wurden so dem Kunden einige Monate Anwartschaftsbeitrag aufgebürdet.

Was wäre die Alternative?

Natürlich wäre es möglich gewesen, den Antrag auf Krankenversicherung erst später, also Mitte 2016 zu stellen. Antragstellung im Juni 2016 hätte bedeutet, kostenfreier Schutz bis Jahresende und normaler Wechsel zum 1.1.2017. Aber natürlich will man das nicht, schließlich könnte der Kunde sich das ja anders überlegen und vielleicht noch eine passendere Beratung bekommen.

Noch schnell „ein Jahr jünger“ in die Private Krankenversicherung (PKV)

Richtig ist aber auch, in so einem Fall wären Erkrankungen von November 2015 bis zur Antragstellung im Juni 2016 abgabepflichtig gewesen. Klar kann in der Zeit etwas passieren und würde dann zu einem Zuschlag oder gar zur Ablehnung führen, das ist klar. Ob man sich aber mit knapp 700 € Anwartschaftsbeträgen hier einen Gefallen getan hat? Mag es einfach jeder selbst entscheiden.

Wenn die Vermittlerin lügt

Nun hat eine Krankenversicherung Gesundheitsfragen. Immer! Dort möchte der Versicherer seinen Kunden, oder besser den potentiellen Kunden, kennenlernen und sich ein Bild über den Gesundheitszustand machen.

Da die Tochter sich zum Zeitpunkt der Antragstellung in einer Behandlung befand, sollte Ihr Wechsel eben nicht mit der Mutter zum 1.1.16, sondern zum 1.1.17 vollzogen werden. Die laufende Kieferorthopädische Behandlung wäre zu diesem Zeitpunkt das k.o. für die neue KV gewesen. Also kam die Beraterinnenaussage: „Ach, bleiben Sie erstmal bei der A. und machen die Kieferorthopädie zu Ende, wir stellen jetzt den Antrag für die Tochter dann zum 1.1.2017 und sie wechselt dann.“

Soweit keine so summe Idee, ist doch dann eine Behandlung abgeschlossen und vielleicht eine bessere Annahme möglich. Dumm nur, im Antrag findet sich keinerlei Hinweis. Schlimmer noch, die Frage 12 ist einfach und frech mit NEIN angekreuzt und das obwohl bekannt war (war ja der Grund für die Wahl). Klar kann man nun sagen „das lesen die Kunden und die unterschreiben es ja auch.“ und auch „die sind ja naiv“. Klar kann man das. Aber schauen wir einmal weiter.

Während der Vater einen Zuschlag bekommt aufgrund einer angegebenen Erkrankung mit regelmäßigen Medikamenten, ist es bei der Mutter etwas anders. Diese äußert gegenüber der Vermittlerin eine Thrombose. Im Krankenhausbericht steht dazu:

Nun schauen wir uns dazu also einmal die Antragsfragen an. (ja, es fällt in den Zeitraum von 3 Jahren) und lesen dort:

Was meinen Sie? Welche der Erkrankungen ist denn wie in die Antragsfragen zu schreiben? Dazu ist es wichtig einmal genau zu schauen, wie diese formuliert sind. Maßgebend sind bei unserer Kundin die Fragen 1, 2 und 3.

Was genau hätten Sie dazu in die Antragsfragen geschrieben?

Durch die erste Frage sind bereits die Behandlungen erfasst. Also allein der Besuch im Krankenhaus (dabei ist es egal ob ambulant oder stationär, da in den letzten drei Jahren gewesen) sind anzugeben. Dazu die Diagnosen des Berichtes. Auch unter Frage zwei fällt es, denn Untersuchungen haben nun einmal stattgefunden, selbst wenn diese ohne einen weiteren Befund gewesen WÄREN.

Doch es kommt anders. Die Kundin ist sich nicht sicher und so bietet die Vermittlerin an, sich einmal mit dem Versicherer in Verbindung zu setzten. Das passiert dann auch und als Antwort kommt dann:

„Die Unterschenkelthrombose brauchen Sie aber nicht angeben, da diese ja nur im Unterschenkel war.“

Die Dame gibt gegenüber der Kundin an, Sie habe „mit dem Risikoprüfer gesprochen“ und der „hätte dieses nochmals so bestätigt.“ Das ist aber eine glatte Lüge. Niemand, kein einziger Risikoprüfer wird jemals so eine Aussage treffen, nicht schriftlich und schon gar nicht telefonisch. Warum auch, denn dazu ist der Antrag ja eindeutig. Dort ist eine Frage gestellt, oder besser mehrere.

Dennoch und auch deshalb, weil bei dem Mann mit entsprechenden Vorerkrankungen ein Zuschlag erhoben wurde, verlässt sich die Familie auf die Aussage der Kundin. In dem Antrag steht damit nichts. Einzige Gesundheitsangaben die im Antrag angeben wurden sind „Vorsorgeuntersuchungen ohne Befund (Frauenarzt, Zahnarzt)“, sonst aber rein gar nichts.

Nicht einmal der Arztbesuch, keine weiteren Behandlungen, die wir mittlerweile aus der Krankenakte kennen. Keine Medikamente, keine Beschwerden.

Klar kann man auch hier wieder argumentieren: „Das hätte die Kundin doch wissen müssen, sie hat es ja unterschrieben.“ und ja, natürlich trifft sie hier eine gewisse Mitschuld. Aber: Hätte die Vermittlerin hier nicht gelogen und bewusst vorgegeben „sie habe mit dem Risikoprüfer gesprochen und es vorab geklärt“, wäre es zu der Situation nie gekommen.

Nun ist guter Rat teuer

Doch was nun? Warum kommt der Fall überhaupt Jahre später auf den Tisch? Nun, weil sich die Kunden natürlich darüber gar keine Sorgen gemacht haben, denn diese waren ja in dem Glauben, eine Angabe sei nicht nötig. Auf einer nun später eingereichten Rechnung hat der Versicherer aber nun „Wind davon bekommen“ und (mehr …)