Archiv für die Kategorie ‘Berufsunfähigkeit’

06.
Juni '20

Berufsunfähigkeitsschutz der Nürnberger mit nur zwei Gesundheitsfragen – ist die Aktion mehr Schein als Sein?


Die Berufsunfähigkeit gehört heute zu den größten Risiken für fast alle Erwerbstätigen und gehört damit – da sind sich selbst sonst kritische Verbraucherzentralen, Finanztest und alle Berater einig – zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt. Damit meine ich gar nicht Horrorszenarien wie „Stellen Sie sich vor, Sie können nie mehr arbeiten.“. Nein, denn viele Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung erstrecken sich über einige Jahre, dann „geht es oft wieder“. Nicht nur Krebserkrankungen, Wirbelsäulenkrankheiten oder die Psyche führen schnell einmal „temporär“ für einige Jahre zum Ausfall des Einkommens. Da wird es schnell eng, denn wie sollen laufende Kosten wie Miete, das Auto, Ausbildung der Kinder und vieles mehr bezahlt werden?

Doch obwohl der Schutz so wichtig ist, gibt es zwei große Gruppen von Personen, welche den Schutz einfach nicht haben. Zuerst sind es die, die keinen Schutz wollen. Da herrschen Aussagen wie „mir passiert ja nix“ oder „was soll schon passieren, damit ich in MEINEM Beruf nicht mehr arbeiten kann“ vor. OK, muss jeder selbst entscheiden.

Die zweite große Gruppe sind leider die, die aufgrund von Vorerkrankungen keinen Schutz bekommen und das obwohl diese gern einen hätten, gerade weil diese das Risiko verstanden, oder im Verwandten- und Bekanntenkreis gesehen haben.

Befristete Aktion der Nürnberger – für wen?

Die Nürnberger Versicherung bietet dazu nun eine vermeintliche Lösung. Im Vergleich zu bisherigen Aktionen, welche häufig auf wenige Berufe, Berufsgruppen oder die Zugehörigkeit zu einem Verein oder einer Kammer begrenzt waren, gilt diese Aktion der Nürnberger für alle. Zusammen mit dem Münchener Maklerpool Fondsfinanz hat die Nürnberger eine BU Aktion aufgelegt, welche bis zum 31.12.2020 gilt und in diesem Zeitraum allen offen steht. (Ok, als Berater braucht es eine Anbindung an den Pool, das war es aber auch schon)

  • – Aktion befristet bis 31.12.2020

  • – Spätester Versicherungsbeginn ist der 1.2.2021

Versichert werden können hier zunächst einmal alle Berufe und -gruppen. Dazu zählen auch die Beamten, für welche die Nürnberger eine Dienstunfähigkeitsversicherung anbietet.

Befristete Aktion der Nürnberger – welche Tarife?

Auch bei den Tarifen gibt es – im Rahmen der Möglichkeiten bei der Nürnberger – einige Optionen. So lassen sich die Anträge mit der vereinfachten Aktion als:

  • – selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU)

  • – selbstständige Dienstunfähigkeitsversicherung (SDU)

  • – Investment-Berufsunfähigkeitsversicherung (IBU)

  • oder als – Einsteiger-Berufsunfähigkeitsversicherung (FC) versichern.

Bei der letztgenannten Variante ist es ebenfalls möglich ein Krankentagegeld zu versichern, nicht aber den „ErstfallSchutz“. Dabei handelt es sich um eine Vorsorge bei schweren Krankheiten.

Befristete Aktion der Nürnberger – welche Kriterien gelten?

Wichtigstes Kriterium bei der Beantragung ist zunächst die Rentenhöhe. Dabei gilt:

  • – maximale Rente 2.500 € Monatsrente (30.000 € pro Jahr)

  • – dabei werden bestehende Verträge angerechnet

  • – bei einigen Berufen gelten berufsspezifische Summengrenzen, welche niedriger sein können.

So kann es durchaus vorkommen, dass für Polizisten, Feuerwehrleute oder auch Lehrer spezielle Summen gelten, diese gehen dann der 30.000 € Grenze in jedem Fall vor.

Weiterhin, und das ist eher unüblich für Aktions-BUs, ist es auch möglich eine Dynamik in den Vertrag einzuschließen. Ebenso sind jedoch Endalterbeschränkungen zu beachten, welche auch sonst im Neugeschäft gelten. Auch hier gehen diese Beschränkungen vor.

Nur zwei Gesundheitsfragen im „Aktionsantrag“ – wirklich?

Die Nürnberger spricht bei der Vorstellung der „neuen BU Aktion“ von einer sehr vereinfachten „Gesundheitserklärung“ und nur zwei Gesundheitsfragen. Dazu kommt die Angabe Größe und Gewicht und… lesen Sie selbst.

Schauen wir uns aber zunächst einmal diese Fragen an.

Diese Frage dürfte noch recht eindeutig zu beantworten sein und damit auch wenige Probleme machen. Ob und wann sich jemand im Krankenhaus befand („-aufenthalte“ bedeutet in dem Fall „über Nacht da bleiben“), das wird man wissen und fünf Jahre sind somit kein so großer Zeitraum. Doch dann folgt die Zweite der „kurzen Fragen“.

Diese Frage, genauer die Formulierung, hat es in sich und dürfte den Antrag für die meisten Personen ad absurdum führen. Denn wer diese ruhigen Gewissens und korrekt mit nein beantworten kann, der wird auch einen normalen Antrag stellen können. Aber der Reihe nach.

Zunächst geht es auch hier um einen Abfragezeitraum von fünf Jahren, soweit nichts Besonderes. Doch der Rest der Frage hat es in sich. Es folgt die Frage nach BEHANDLUNGEN. Also muss zunächst einmal ein Besuch bei einem BEHANDLER stattgefunden haben. Das kann ein Arzt, aber auch ein Heilpraktiker, Osteopath oder auch ein Physiotherapeut sein. Dabei heißt es auch nicht, es muss verordnet gewesen sein. Wer sich zum Beispiel einmal bei einem verspannten Rücken eine Massage „gegönnt“ hat und diese ganz ohne Rezept selbst bezahlt hat, auch das wäre hier anzeigepflichtig.

Weiterhin geht es sogar weiter, denn es geht nicht nur um „durchgeführt“, sondern auch um „empfohlen“. Damit sind auch Empfehlungen eines Arztes oder Behandlers anzugeben, welche dann doch nicht gemacht worden sind. Die Nürnberger zeigt hier in der Angabe in Klammern auch schon deutlich, auch Medikamente, Infusionen, aber auch Logo- oder Ergotherapie sind hier gemeint.

Soweit so gut. Doch dann folgen, wenn auch keine Fragen, noch umfassende Bestätigungen. Sie als Antragsteller müssen somit dem Versicherer noch einige „Versicherungen“ geben, entschuldigen Sie das Wortspiel.

Bestätigen müssen Sie somit nicht nur, dass Sie „uneingeschränkt“ (Anmerkung: also zu 100 Prozent!) arbeitsfähig sind. Weiterhin dürfen Sie in den letzten zwei Jahren nicht mehr als zwei Wochen arbeitsunfähig gewesen sein. Jetzt mag man denken: „ist doch dann eh bei den Behandlungen anzugeben“. Das stimmt natürlich auch. Aber auch ein Selbstständiger, welcher gar keinen „gelben Schein“ hatte und dennoch nicht arbeiten war, muss es hier angeben.

Die Fragen nach bestehender Behinderung oder teilweiser bzw. voller Erwerbsminderung sind da schon „harmloser“. Diese sind auch wichtig und nötig, denn ist jemand nicht mehr in der Lage zu arbeiten, was soll er sich dann gegen das Risiko Berufsunfähigkeit versichern.

Müssen Sie eine der Gesundheitsfragen mit „ja“ beantworten oder können Sie die „Bestätigungen“ nicht abgeben, so ist der Aktionsantrag damit erledigt. Dann gelten die normalen Kriterien der Risikoprüfung und Sie sollten schnell die Finger von dem Antrag lassen. Warum ist einfach und schnell erklärt. Auch dieser Aktionsantrag kann dann eben abgelehnt werden und müsste dann bei einer anderen Beantragung angegeben werden. Daher heißt es auch hier:

Risikovoranfrage (die natürlich anonym) geht vor Antrag – IMMER

Befristete Aktion der Nürnberger – was wird noch alles gefragt?

Mit den Gesundheitsfragen ist es natürlich noch nicht zu Ende. Neben diesen sind Fragen zu weiteren Lebensumständen zu beantworten. Auch diese finden Sie im verlinkten Fragebogen. Dazu gehören insbesondere:

  • – Fragen nach Berufs- oder Freizeitgefahren und Hobbys

  • – Fragen nach geplanten Auslandsaufenthalten

  • – Fragen nach anderweitigem Versicherungsschutz

  • – Fragen nach abgelehnten oder mit Zuschlag oder Ausschluss angenommenen Anträgen

Wer also glaubt, mit dieser Aktion dem Zuschlag für bestimmte Sportarten oder andern gefährlichen Hobbys zu entgehen, der wird hier enttäuscht. Auch diese Zuschläge werden im Rahmen der Aktion weiter erhoben.

Befristete Aktion der Nürnberger – für ganz wenige passend?

Nach Durchsicht aller Fragen und der Erklärungen stellt sich die Frage, für wen der Antrag denn überhaupt einen Vorteil bietet. Wer alles mit Nein beantworten kann und zudem weder Behandlungen noch Arztbesuche und dergleichen hat, der kann sich auch auf die Suche nach einem „normalen“ Schutz machen und die Fragen regulär beantworten. Da werden dann oft mehr Fragen gestellt, wenn aber eh nichts da ist, dann kann auch das dort mit nein beantwortet werden.

Daher würde ich hier keinesfalls nur auf die Nürnberger und den Aktionsantrag schauen. Dennoch gibt es aber durchaus Fälle, wo sich hier solche Überlegungen anstellen lassen und wo der Aktionsantrag vorteilhaft sein kann.

Heuschnupfen und Asthma?

Wie sieht es denn hier aus? Nehmen wir einen Kunden, welcher in den letzten Jahren (viele seit Jahrzehnten) an Heuschnupfen leidet, aber im Sommer schnell mit ein, zwei Flaschen frei verkäuflichen (also nicht rezeptpflichtigen) Medikamenten auskommt. Auf den ersten Blick sind das keine Behandlungen welche durchgeführt oder angeraten sind. Hier geht unser Musterkunde nur in die Apotheke und holt sich einfach ein Spray.

Gibt es dazu keinerlei Behandlungen und Arztbesuche, so könnte die Frage mit „nein“ beantwortet werden. Aber ACHTUNG! Oft sind solche Diagnosen, wenn diese denn schon einmal beim Arzt aufgetaucht sind, dauerhaft in der Akte vermerkt und können dennoch im Nachhinein zu Problemen führen. Gerade wenn es einen Arztbesuch (zum Beispiel zur Vorsorge oder bei Impfungen) gab und der Arzt dann in dem Quartal gleich noch den „Heuschnupfen“ mit abgerechnet hat. Hier steht dann durchaus etwas in der Akte.

Fragen Sie daher vorher einmal nach, wie denn die Krankenakte aussieht. In diversen Artikeln zur Krankenakte und DSGVO habe ich Ihnen Informationen und Musteranschreiben dazu zusammengestellt.

Bestehende Hepatitis Diagnose?

Es gibt bekanntlich eine Reihe von Berufen, da kann es mit einer Hepatitis zu einem Berufsverbot kommen. Sinnvoll, klar, man möchte ja niemand anstecken und Patienten in Gefahr bringen. Ist diese Diagnose nun lange bekannt und hat in den letzten fünf Jahren nicht zu einer Behandlung geführt, so wäre man geneigt, hier „nein“ anzukreuzen. Das kann auch durchaus richtig sein, birgt aber ähnliche Gefahren wie bereits beim Heuschnupfen geschildert. Dennoch: Ist es sauber und auch in der Krankenakte sicher dokumentiert und haben wirklich keine Behandlungen stattgefunden, dann kann die Aktion hier den Risikozuschlag in der Berufsunfähigkeit ersparen. Wichtig auch hier ist aber genaues Lesen und studieren der eigenen Krankenakte.

Befristete Aktion der Nürnberger – Fazit

Eine „bahnbrechende Neuerung“ ist diese Aktion ebenso wenig, wie auch für viele keine besonders lohnenswerte Aktion. Dennoch kann es für einige Versicherte sinnvoll sein, sich auch hier zu informieren und die eigene Gesundheitshistorie zu durchforsten. Diese muss, nicht nur bei dieser Aktion, sauber aufgearbeitet und bekannt sein. Ratschläge, die Akte besser nicht zu besorgen, führen hier nicht nur zu viel Ärger, sondern auch im schlimmsten Fall zur Berufsunfähigkeit ohne Rentenzahlung und das möchte nun sicher niemand.

Alle, für die diese Aktion mit den dortigen Fragen nicht passt, oder wer eine der beiden Fragen mit „ja“ beantwortet, für den gelten die normalen Risikofragen. Auch diese finden Sie hier im Downloadbereich unter dem Stichwort „Antragsunterlagen“ und können sich diese genauer anschauen.

Nürnberger LV, Gesundheitsfragen (Standard), 2020

Nürnberger LV, Aktionsantrag BU Aktionsantrag AKZ: 116, BU Aktion 2020

Bei weiteren Fragen zur Berufsunfähigkeitsabsicherung, der passenden Rentenhöhe oder zu Bausteinen wie einer Leistungsdymanik (garantierte Rentensteigerung) oder Klauseln zur Arbeitsunfähigkeit finden Sie mehr Informationen auf meiner

Beratungsseite zur Berufsunfähigkeit

10.
März '20

Reiseversicherung und Corona: „Dann lass Dich doch einfach krankschreiben“ ist ein sehr gefährlicher Rat und richtet mehr Schaden an


In Zeiten von Corona und Einreisebeschränkungen sehen viele leider auch Ihren Urlaub oder andere Reisen dahin gehen. Diese finden nicht statt und nicht immer ist eine Stornierung möglich. Klar, findet der Flug nicht statt, so erhaltet Ihr auch Geld zurück. Aber wer nur aus Angst nicht fliegen mag, der hat eher schlechte Karten.

Nun aber kommen recht eigenwillige Tipps und auch einige Ärzte sind da nicht wirklich „zimperlich“, schließlich ist ein zufriedener Patient ein guter Patient. Warum das aber schnell nach hinten losgehen kann und eine große Gefahr für andere Versicherungen sein kann, das schauen wir uns hier einmal genauer an.

Zuerst noch der Hinweis, wann welche Reiseversicherung überhaupt zahlt und was es bei Reiserücktritt-, Reiseabbruch- oder Auslandskrankenversicherung zu beachten gilt.

Wann zahlt welche meiner Reiseversicherungen bei Corona und den Folgen?

Kann ich eine Versicherung gegen Reiseausfall durch Corona abschließen?

Nein. Warum nicht? Was glauben Sie, was sollte so eine Versicherung kosten? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Police (wenn Sie heute denn neu aufgelegt würde) kostet? Wären Sie bereit bei einer Reise von 2.000 € schnell einmal 1.000 € für eine Versicherung auszugeben?

Es ist wie immer eine Frage des Risikos und der Kalkulierbarkeit. So und genau so funktionieren Versicherungen nun einmal. Auch wenn und ein Anbieter mit einem neuen Zahnschutz „auch wenn es zu spät ist“ einreden möchte, diese Regel gelte nicht mehr.

Nun ist die Frage und Sorge des Reisenden hier durchaus berechtigt, wer zahlt es denn?

Ganz simpel: Keiner, es sei denn es sind buchbare und flexible Raten. Bei Flügen sieht das etwas anders aus, hier findet sich in meinem Reiseblog aber der passendere Platz das zu erklären.

Was die American Express Karte nun zahlt, das lässt sich dort in den Versicherungsbedingungen der Goldkarte oder auch der Platinum nachlesen.

Ganz gefährlicher Rat: „Dann lass Dich doch einfach krankschreiben“

Doch gerade wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, dann werden Menschen leider kreativ und manchmal auch ohne die Folgen zu bedenken. So kommt (hier noch nicht ganz so deutlich formuliert, in vielen Foren einfach deutlicher und direkter) schnell einmal der Rat, sich doch einfach krank schreiben zu lassen.

Dem Arzt Beschwerden vortäuschen

So ist man halt krank, dazu gibt es schnell eine Krankschreibung und am Ende kann der Versicherer es ja eh nicht kontrollieren und der Arzt? „Ach, denn kenne ich schon ewig, der macht das schon.“

Der Tipp „Krankheit mit einem Attest nachweisen“ zieht dann meist eine Kette von Reaktionen nach sich. Am Ende gibt es zwei Varianten. Eine, in der der Arzt gar nichts dafür kann. Hier täuscht der Patient Beschwerden vor, schildert Schmerzen oder Einschränkungen und gaukelt dem Arzt damit etwas Ernstes vor. Klar wird der Arzt dann, je nachdem wie gut sich einzelne Beschwerden verifizieren lassen, Medikamente verschreiben und die Behandlung beginnen. Dazu folgt dann ein Attest mit der Diagnose.

Hier ist einzig und allein der Patient der-/diejenige, der etwas Unrechtmäßiges und Falsches tut.

Mit dem Arzt „gemeinsame Sache machen“

Schlimmer ist noch eine andere Variante, welche leider auch oft genug praktiziert wird. Der Arzt wird „eingeweiht“ und soll helfen, schließlich sind doch tausende Euro für die Reise bezahlt und irgendwie muss man das doch wieder bekommen.

Leider gibt es dann (wenige) Ärzte, welche sich hier „bequatschen lassen“ und dem Patienten ein Gefälligkeitsattest ausfüllen. Ein harmloser Magen-Darm-Infekt, der zu Reiseunfähigkeit führt, der mag hier noch die harmlose Variante sein.

Doch schließlich möchte man ja, dass die Versicherung auch zahlt und da muss schon etwas Handfestes her. Gern genommen sind also immer wieder:

  • starke Rückenbeschwerden

  • HWS-/BWS Blockade

oder noch schlimmer:

  • stressbedingte Überlastung

  • psychische (so genannte F-) Diagnosen

  • psychosomatische Beschwerden

Diese Diagnosen führen dann – so meinen die Beteiligten – sicher zu einer Zahlung durch die Reiserücktrittsversicherung und so hat man dann die Kosten der Reise wieder erstattet bekommen. Am nächsten Stammtisch oder bei Kaffee und Kuchen wird sich dann noch damit gerühmt.

1.) Es ist VersicherungsBETRUG

Das heißt aus, es ist nicht nur strafbar, sondern schadet allen. Klar haben Sie in der Vergangenheit viel Geld für die Versicherung selbst oder aber für die Kreditkarte bezahlt, irgendwie „muss das ja wieder rauskommen“.

Egal ob Patient, oder gar Arzt- und Patient, es handelt sich hier um einen klaren Fall von Betrug.

2.) Der große Schaden kommt erst noch

Der Arzt rechnet natürlich ab. Also findet sich in Ihrer Krankenakte oder auch auf der Rechnung (wenn privat versichert) schon einmal eine Diagnose. Diese ist da, bleibt da und bekommt man so auch nicht wieder raus.

Bei jedem neuen Antrag auf Krankenversicherung, Zusatzprodukte, Berufsunfähigkeits (mehr …)

02.
Januar '20

Jetzt freiwillig versichert? Post vom Arbeitgeber oder der Kasse?


Guten Tag zusammen und erstmal ein frohes und gesundes neues Jahr.

Einige von Ihnen werden in den kommenden Tagen Post bekommen, Post vom Arbeitgeber oder der gesetzlichen Krankenkasse. Die Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse endet, wenn Sie im Jahr 2019 ein Bruttoeinkommen von 62.550 € hatten oder dieses überschritten wurde. Dann sind Sie ab dem 1. Januar diesen Jahres nicht mehr pflichten in einer gesetzlichen Krankenkasse, sondern freiwilliges Mitglied.

Das bringt einige Änderungen mit sich. Weiterhin kursieren bei den Kassen und auch im Netz einige fragwürdige Aussagen zu Bindungsfristen und Kündigungszeiten, daher fasse ich in diesem Beitrag all die Punkte zusammen, welche Sie beachten sollten.

Dabei verlinke ich gern auf alte – bereits in den Vorjahren geschriebene – Beiträge, da die diese Thematik jedes Jahr neu ergibt.

Ende der Versicherungspflicht

Sollte Ihr Einkommen im letzten Jahr die Grenze von 60.750 € brutto und auch voraussichtlich die Grenze von 2020, also 62.550 € überschritten haben, so müssen Sie nicht mehr in der gesetzlichen Krankenkasse versichert bleiben.

Sie haben nun die Wahl zwischen beiden Systemen. Zu den grundsätzlichen Unterschieden finden Sie mehr Informationen in meinem Leitfaden, welchen Sie im Downloadbereich kostenlos laden können.

Wichtig ist noch zu wissen, es gibt jetzt noch ein rückwirkendes Austrittsrecht. Heißt, solange Sie mit der Krankenkassenkarte in diesem Jahr nicht beim Arzt waren, können Sie auch noch rückwirkend zum 1. Januar austreten. Aber: Lassen Sie sich Zeit und überlegen in Ruhe und nicht übereilt. Das Schreiben der Krankenkasse kommt meist nicht vor Mitte/ Ende Januar, bei einigen sogar später. Das heißt nicht, dass Sie darauf warten müssen. Beginnen Sie mit den Überlegungen jetzt und sehen dann in Ruhe weiter. Im folgenden Beitrag habe ich bereits im Jahr 2019 alles für Sie zusammengefasst.

„Sie sind nun freiwillig versichert.“ – ein Schreiben der Krankenkasse welches alles verändern kann, aber nichts muss

 

Sie müssen nicht aus der GKV raus

Auch wichtig, Sie können raus, müssen aber nicht. Auch als freiwilliges Mitglied können Sie in der bisherigen oder einer anderen GKV versichert bleiben. Dabei sollten Sie aber eines bedenken. Ändert sich der Status, so verlieren Sie auch Leistungen.

So müssen Sie in der Elternzeit nun Beiträge zahlen, was Sie als Pflichtmitglied nicht mussten. Details dazu in dem folgenden Beitrag:

Elternzeit und die (nicht immer) beitragsfreie Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse

und auch in dem hier verlinkten Beitrag noch einige Änderungen zur Elternzeit und besonders zur Beitragsberechnung.

Elternzeit und die Beitragsberechnung in der gesetzlichen Krankenkasse

 

Familienversicherung und Kinder beachten

Wer bisher gesetzlich und nun vielleicht zukünftig privat versichert sein möchte, der bedenkt bitte auch die Auswirkungen auf die Familienversicherung. Dabei ergeben sich auch Jahre nach einem Wechsel immer wieder – teils gravierende – Probleme.

Entfall der Familienversicherung – wie kann ich mein Kind rückwirkend versichern?

In der hier folgenden Übersicht sehen Sie, wann das Kind wie versichert werden muss. Die Heirat (oder die geplante) ist ein wichtiges Datum, auch oder gerade für den Versicherungsschutz. Die Übersicht gibt es auch als pdf- ideal für das schwarze Brett in der Firma oder als Schreibtischunterlage.

Der Unsinn zur 18-Monate Bindungsfrist

Leider scheinen einige gesetzliche Kassen es bewusst darauf anzulegen, einen Dummen gefunden zu haben der den Unsinn auch glaubt. Da wird einfach behauptet:

Sie sind noch keine 18 Monate bei uns versichert, dann können Sie gar nicht kündigen.

Das ist leider falsch und ich möchte hoffen, dass es nur Unwissen und nicht bewusste Täuschung ist. Denn ganz einfach und simpel. Bei einem Wechsel zur privaten Krankenkasse gibt es keine Bindungsfrist von 18 Monaten, auch wenn die Kasse etwas anderes behauptet.

Mit welcher Formulierung Sie dann doch raus kommen und was Sie wem und wann schreiben müssen, das habe ich im Beitrag zusammengefasst.

18 Monate Bindungsfrist und die falschen Aussagen der Krankenkasse

Lassen Sie sich also bitte nicht verunsichern oder glauben den Unsinn auch noch. Bestehen Sie auf einem Bescheid, einem mit Rechtsbehelf, dann geht das auch.

Wahltarife – machen Sie mal schnell – dann lassen wir Sie nicht mehr weg

Ein anderes beliebtes Mittel Kunden zu binden sind so genannte Wahltarife. Auch wenn der Gesetzgeber in der Vergangenheit die Regelungen verändert hat, mit einem solchen selbst ausgesuchten Tarif mit

– Selbstbeteiligung

– Rückerstattung bei Leistungsfreiheit

– besonderen Therapieformen und Vorsorgeleistungen

kann durchaus eine lange Bindung an die Kasse bestehen. Daran ändert auch ein Statuswechsel nichts. Daher ist es immer gut genau zu überlegen, immer dann wenn besondere Tarife abgeschlossen werden sollen.

Wahltarife und Zusatzbausteine in der GKV verhindern Kündigung – Ein Ratgeber

Sie sehen also, es gibt einiges zu bedenken, zu überlegen und zu beachten. Daher machen Sie sich ganz in Ruhe Gedanken, lassen sich nicht hetzen, verunsichern oder drängen und überlegen sehr genau, wie es mit dem zukünftigen Schutz weitergehen soll. Auf der speziellen Beratungsseite zur PKV und auch der zur Berufsunfähigkeit finden Sie weitere Unterlagen, Fragebögen, Videos und Hinweise für Unterstützung auf dem Weg, ihrem Weg!

Haben Sie weitere Fragen, vielleicht auch solche die für andere Leser interessant sein können? Dann schildern Sie Ihren Fall oder stellen Sie Ihre Frage gern direkt unter dem Beitrag als Kommentar. Ich beantworte und ergänze dieses dann.

23.
November '19

Alte Leipziger Berufsunfähigkeitsschutz: FairScore, neue Berufsgruppen, mehr Optionen und Bedingungsverbesserungen


Die Alte Leipziger Lebensversicherung, der Versicherer aus Oberursel bei Frankfurt, bietet seit Jahren ein sehr hochwertiges Produkt für den Schutz bei Berufsunfähigkeit an. Dieses wurde in den letzten Jahren mehrfach angepasst und verbessert und somit einerseits flexibler, andererseits leistungsstärker gemacht.

Einige Veränderungen in den letzten Jahren finden sich in folgenden Beiträgen:

Zum 01. Januar 2020 steht nun eine weitere Veränderung der Bedingungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung an. Die neue Version der Bedingungen, die pm2300- 01.2020 kommt mit einigen Verbesserungen der Leistungen daher, welche wir uns hier genauer anschauen.

FairScore statt nur Berufsgruppe

Vorbei die Zeiten, in denen klar war welcher Beruf in welche Berufsgruppe gehört. Ob man die neuen Wege nun „dynamische Einstufung“ oder FairScore oder wie auch immer nennen mag, die Bewertungen werden individueller. Zukünftig führen eine Reihe von Faktoren zur Einstufung und damit zur Prämie. Im Wesentlichen spielen dabei folgende Kriterien und Bewertungen eine Rolle.

Zukünftig wird also, noch mehr als bisher, die individuelle Ausgestaltung der Tätigkeit eine Rolle spielen und damit über die Prämienhöhe der versicherten Rente entscheiden. Dabei werden nicht nur der einmal erlernte Beruf, sondern auch weiterführende Qualifikationen im Laufe des Berufslebens und auch die Aufteilung der Tätigkeit in handwerklich, Reisetätigkeit und mehr eine Rolle spielen.

Die Alte Leipziger hinterlegt in FairScore zukünftig mehr als 4.500 Berufe, dazu kommen weitere Differenzierungen in 191 Ingenieure, über 100 Unterscheidungen bei Ärzten und über 56 Varianten bei Lehrern. Damit wir – wie bereits gesagt – die Einstufung noch viel mehr vom genauen Berufsbild und der Ausgestaltung abhängig werden.

Aktuell gibt es in den Tarifen 7 Berufsgruppen. Angefangen von 1++ über 1+ und 1, dann weiter mit 2+, 2, 3+ und 3. Zukünftig werden diese weiter aufgefächert und auf zehn Gruppen verteilt. Diese bekommen dann die folgenden Bezeichnungen.

Schüler – in 24 statt 11 Gruppen

Auch für Schüler wird es umfangreicher in der Auswahl. Schon heute gibt es eine Reihe Versicherer, welche hier differenziert prüfen und nach Schulform und Klassenstufe prüfen und unterscheiden. Das hängt unter anderem mit der Tatsache der möglichen, zukünftigen Berufswahl der Schüler einer Schulform zusammen. Heute gibt es (inkl. Berufsschule) bei der alten Leipziger elf Gruppen in die Schüler einzuordnen sind.

Zukünftig wird dieses auf 24 unterschiedliche Gruppen ausgedehnt und auch hier die Prämie weit auseinander gehen. Da zeigt sich auch hier wieder, wie wichtig ein frühzeitiger Abschluss und damit die richtige Grundlage ist.

Raucherstatus ist zukünftig Tarifkriterium

Im Vergleich zur bisherigen Tarifkalkulation spielt zukünftig auch der Raucher-/ Nichtraucherstatus eine Rolle. Dabei gilt eine einfache Regel. Änderungen sind nicht anzeigepflichtig. Wer also heute nicht raucht, damit aber zukünftig anfängt, der muss es nicht melden und wird auch nicht bestraft.

Ebenso gibt es aber keine Verbesserung. Wer also jetzt als Raucher eingestuft wird und zukünftig dieses Laster los wird, der wird auch dann nicht besser gestellt. Auch eine Anzeige mit schriftlicher Bestätigung nützt gier nichts. Es ist nur über einen neuen Vertrag mit einer komplett neuen Risikoprüfung möglich, den Status wieder los zu werden. Das ist kein so schlechter weg, denn nur so lässt sich Missbrauch einer solchen Klausel eindämmen und damit das Kollektiv schützen.

Der Nichtraucher erhält einen Rabatt auf die Prämie in der Berufsunfähigkeitsversicherung und zahlt damit zukünftig weniger Beiträge.

Verbesserungen der Bedingungen für die Berufsunfähigkeit

Wie immer bei Veränderungen und Verbessrungen von Leistungen sind diese nicht in jedem Fall für alle interessant.

Infektionsschutzklausel

Eine der Änderungen, welche meist nur bestimmte Personengruppen betrifft, ist die so genannte Infektionsklausel. Wer also aufgrund einer behördlichen Anordnung nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann (zum Beispiel bei einer Hepatitis Erkrankung), der muss erstmal nicht zwingend berufsunfähig sein. Für einen solchen Fall gab es schon bisher für Ärzte, Zahnärzte und bestimmte Berufe eine zusätzliche Klausel. Der Abschnitt „Infektionsgefahr“ findet sich in den neuen Bedingungen auf Seite 8 ff. wieder und ist nun weiter gefasst. Eine Leistung aus dem BU Vertrag erfolgt auch (denn die versicherte Person gilt als berufsunfähig), wenn:

  • – sie/er für andere eine Infektionsgefahr darstellt

  • – es gibt ein Tätigkeitsverbot nach Bundesinfektionsschutzgesetz oder Rechtsvorschrift

  • – mind. für 6 Monate und mind. 50% der Tätigkeit betroffen

Bei Medizinern und auch med. Personal wie Krankenschwestern, Zahnarzthelferinnen und dergleichen geht es noch etwas weiter. Hier reicht allein das Tätigkeitsverbot, welches sich auf die Behandlung von Patienten bezieht.

Leistungen wie die Sofortzahlung bei Krebs oder auch die Arbeitsunfähigkeitsleistungen gibt es weiterhin, diese sind in den oben genannten, älteren Artikeln verlinkt.

Neue Möglichkeiten der Vertragserweiterung und -veränderung

Auch bisher bot die Alte Leipziger den Versicherten eine Ausbaugarantie. So kann in bestehenden Verträgen innerhalb der ersten fünf Jahre der Schutz nochmals und ohne neue Risikoprüfung erweitert werden und bietet somit eine Option zur Verbesserung. Diese Möglichkeiten werden mit den neuen Bedingungen etwas angepasst und erweitert. Auch zukünftig wird hier zwischen der Ausbau- und der Nachversicherungsgarantie unterschieden. Bei beiden (mehr …)

08.
August '19

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Umtauschaktion


In der Vergangenheit gab es bereits einige Aktionen zur Berufsunfähigkeit und solche, womit ein Abschluss einer notwenigen Berufsunfähigkeitsversicherung mit wenigen oder eingeschränkten Fragen möglich war. Eine solche Aktion, allerdings für bereits versicherte Kunden (wenn auch mit altem oder reduziertem Schutz) gibt es nun aktuell wieder. Alle Details zur Aktion und die genauen Vorgaben finden Sie hier im Beitrag.

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Wer kann diese nutzen?

Um von dieser speziellen Aktion profitieren zu können, müssen Sie bereits eine BU-Absicherung haben, auch wenn diese vielleicht alt, nicht mehr passend oder mit falscher Rente oder anderen Eckdaten abgeschlossen wurde. Diese alte Berufsunfähigkeitsversicherung muss NACH dem 30.06.2015 beantragt worden sein.

Zudem müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein, damit der Altvertrag für die „Umtauschaktion“ berechtigt ist.

  • – es muss sich um einen Fremdvertrag handeln (außer Nürnberger)

  • – es sind auch Verträge mit Zuschlägen oder Ausschlüssen berechtigt

  • – es darf sich um keinen Optionsvertrag, einen Vertrag aus einer BU Aktion oder mit einer Dienstfähigkeitserklärung handeln

  • – es muss sich um einen laufenden Vertrag mit laufender Beitragszahlung handeln

  • – eine BU Leistung darf noch nicht aus dem Vertrag beantragt oder erhalten sein

Sind all diese Voraussetzungen erfüllt und möchten Sie eine neue BU abschließen, so kann diese Aktion durchaus interessant sein.

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Rentenhöhe und Eckdaten

Natürlich gibt es bei der Aktion auch weitere Vorgaben für den Neuvertrag, denn nur mit einer solchen Begrenzung ist die Aktion überhaupt für den Versicherer machbar.

Versichert werden dürfen neben der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung auch die DU, Kombinationen im Rahmen von (fondsgebundenen) Produkten (z.Bsp. IBU), oder auch eine Einsteiger BU ist möglich.

Interessant in dem Zusammenhang ist auch der gleichzeitige Abschluss einer Krankentagegeldversicherung nach dem Tarif TG6.

Wir die bestehenden Rente aus dem alten Vertrag übernommen, so findet zudem keine finanzielle Risikoprüfung nötig. Dabei darf die Rente bis zu 5% über der alten Rente liegen. (Grenze ist hier aber die Rente bei Antragstellung, nicht die ggf. durch Dynamik erhöhte)

  • – in Ergänzung zu dieser Begrenzung darf die neue Rente max. 30.000 € betragen und somit auch (mit Prüfung der finanziellen Angemessenheit) über der alten Rente liegen

  • – Grenzen, welche aus speziellen Berufen resultieren, gelten ebenfalls

  • – Beginn muss spätestens der 01. Oktober 2019 sein

Interessant ist zudem der Umgang mit der Anzeigepflichtverletzung und den Fristen aus (mehr …)