Archiv für die Kategorie ‘Altersvorsorge’

14.
Mai '13

Warum „Maklers Lieblinge“ dem Kunden so gar nichts bringen


Wer in meiner Branche arbeitet- und JA ich mache das wirklich gern- der ist einiges gewohnt. Gewohnt unter anderem auch Rankings, Ratings, Tests von selbsternannten Expertenzeitschriften oder Verbraucherschützern, vor denen mancher Verbraucher besser geschützt werden sollte. Doch was bringen all diese Tests und Auswertungen dem Kunden und warum gibt es diese überhaupt?

Wie entstehen solche Tests und warum?

Klar, in den meisten Fällen steckt ein „Auftraggeber“ dahinter. So will der Chefredakteur oder Verleger eines Magazins seine Auflage steigern und überlegt sich einen Test. Gerade in Zeiten wo Kranken-/ Pflege oder Berufsunfähigkeitsversicherungen in aller Munde sind, da muss man doch auch dabei sein. Schön und auflagesteigernd ist das, wenn auf dem Titelblatt wieder etwas von „Die Besten 10 Anbieter für Ihren BU Schutz“ oder etwas ähnliches prangt.

Bei Testern die den Endverbraucher als Zielgruppe haben, ist es also meist die Auflage oder die Steigerung von Nachfrage nach einer Beratung oder einer Analyse, was solchen Anbieter dazu bewegt einen Test aufzulegen. Wer hingegen den Vermittler selbst als „Zielgruppe“ im Visier hat, der erhebt solche Tests und Ratings aus anderen Gründen- So kann man doch dann seine Ergebnisse als Studie verkaufen oder ein Sigel bzw. das Testergebnis dem Versicherer zu Werbezwecken zur Verfügung stellen.

Einige Beispiele und belegte Kritik an Zeitschriftentests finden Sie in den folgenden Blogbeiträgen:

Finanztest und die Halbwahrheiten zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Finanztest Artikel „Die 50 besten Versicherungen“ zur Berufsunfähigkeit oder: Haben die ihre Testergebnisse gewürfelt?

Focus Money PKV Test – und mal wieder im Tal der Ahnungslosen

Der Wirtschaftswoche PKV Test – Warum darf jeder jeden Unsinn schreiben?

und warum es nicht viel bringt:

Ratings und Test – eine echte Hilfe bei der Auswahl der passenden Privaten Krankenversicherung?

Test gut- Anbieter verwenden, Test schlecht- „Alles Unsinn“ ?!

(c) Cosmosdirekt

(c) Cosmosdirekt

Und da sind wir auch schon bei dem eigentlichen Problem der ganzen Sache. Hat der eigene Tarif gut abgeschnitten in einem solchen Test, so sind die Versicherer mit den Marketingabteilungen die ersten, welche dieses verwenden. Orgaleiter und Maklerbetreuer übertreffen sich damit, wer wohl zuerst seien Vertriebspartnern die frohe Kunden mitteilt.

Klar, man hat ja gut abgeschnitten und schließlich kann man dieses werbewirksam einsetzen. Da werden die Homepages mit Werbesiegeln, Testergebnissen und Rankings vollgepflastert, ohne auch nur weiter darüber nachzudenken, schließlich war man gut.

Wem das nicht reicht, der bestellt sich z. Bsp. bei der Finanztest gleich einen kompletten Sonderdruck und kann diesen dann unternehmensintern oder für Kunden verwenden und zeigen wie gut er war.

Aber wehe man war schlecht im Test, dann war der Tester schlecht, die Kriterien falsch ausgewählt und man schimpft lauthals über den, den man im letzten Monat noch gelobt hat (da war man ja gut getestet worden) und dessen Siegel vielleicht noch auf der Homepage prangt. (mehr …)

07.
März '13

IDEAL Lebensversicherung mit neuem Produkt: KrankFallSchutz


Die Ideal Lebensversicherung, einer der Spezialisten für die Pflegerente und auch die Sterbegeldversicherungen, bringt ein neues Produkt unter dem Namen „IDEAL KrankFallSchutz“ auf den Markt.

Was sichert das Produkt ab?

Bei der Versicherung handelt es sich um einen Schutz gegen (bestimmte) Krankheiten und eine Absicherung gegen die Folgen eines Unfalls. Anders als eine „einfache Unfallversicherung“ möchte der Versicherer auch Leistungen im Fall von schweren Krankheiten erbringen. Eine Absicherung gegen Schwere Krankheiten, die so genannten Dread Disease Versicherungen, gibt es von einer Reihe Anbietern am Markt. Die IDEAL kombiniert nun diese beiden Produkte in einem und bietet dieses mit nur zwei Gesundheitsfragen an.

Welche Leistungen werden erbracht?

Abgesichert werden können, je nach Kundenwunsch, lebenslange Leistungen für den Leistungsfall Unfall und eine bis zu 12 Monate lange Rentenzahlung bei Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebserkrankungen. Dabei ist die Höhe der Leistungsbausteine durch den Antragsteller wählbar und es gelten (bis auf wenige Ausnahmen) keine Wartezeiten.

Weiterhin erbringt der Versicherer im Rahmen der geltenden Bedingungen Zahlungen bei Oberschenkelhals- und Armbruch, eine Sofortleistung kann in den Vertrag integriert werden und es existiert kein Höchstaufnahmealter. So können auch ältere Personen (so denn die Annahme aufgrund der Angaben in den Antragsfragen möglich) versichert werden.

Die Leistungen im Detail:

Bei Unfällen (nach der Definition des Unfallereignisses „plötzlich, von außen, unfreiwillige Gesundheitsschädigung) werden die versicherten Leistungen in Form einer einmaligen Zahlung bei Invalidität erbracht. Dabei wird der Unfallbegriff erweitert und es sind auch Unfälle durch Verrenkung von Gelenken, die Zerrung von Muskeln, Sehnen oder Bändern aber auch die genannten Vergiftungen versichert. (Vgl. Punkt A, Abs. 1 AB_IFK_2013A) Gleiches gilt für tauchtypische Erkrankungen, Ersticken und Ertrinken unter Wasser oder durch Insektenstiche ausgelöste Infektionskrankheiten. (zu beachten hier die genauen Regelungen unter 1.2.)

Eine Leistung kann auch dadurch ausgelöst werden, dass die versicherte Person eine der Grundfähigkeiten durch einen Unfall dauerhaft verliert. Diese sind: Sehen, Sprechen, Hören, Handfunktion, Gehen und der Verlust der geistigen Fähigkeiten. Hierbei werden dann 200% der vereinbarten Versicherungssumme als einmalige Kapitalleistung gezahlt, wenn die genau definierten Voraussetzungen gem. 2.2. erfüllt sind.

Anders als bei den oben genannten Ereignissen erfolgt bei Ausbruch einer schweren Erkrankung keine Kapitalzahlung sondern eine 12-monatige Rentenzahlung. Erkrankungen die unter den Versicherungsschutz fallen (Abschnitt B der AVB) sind der Herzinfarkt, ein Schlaganfall, gutartige Gehirntumore und Krebserkrankungen. Hierbei sind je nach Erkrankung unterschiedliche Voraussetzungen zur Leistung zu erfüllen, welche in den Bedingungen nachzulesen sind.

(mehr …)

14.
Dezember '12

Unisextarife kommen doch (noch) nicht zum 21. Dezember 2012? Bundesrat gibt an Vermittlungsausschuss ab


Es war das Thema der letzten Wochen, Monate und fast Jahre. Unisextarife. Diese müssen von der deutschen Versicherungswirtschaft eingeführt werden um keinen Unterschied mehr zwischen den Prämien für Männer und Frauen zu machen.

Ich hatte ja bereits ausführlich zu den Unisextarifen und den Besonderheiten geschrieben und erklärt, für wen und wann welches Handeln nötig ist. Vielen von Ihnen und meinen Kunden hatte ich auch schon gesagt, dass ich den Termin so kurz vor Weihnachten eher für unglücklich halte und anscheinend wurde ich erhört 🙂

Der Bundesrat hat heute, am 14. 12. 2012 in seiner Sitzung Nr. 905 die Zustimmung verweigert und das SEPA Begleitgesetz (welches auchVorgaben zur Umsetzung des EU Unisexurteils beinhaltet) an den Vermittlungsausschuss verwiesen. (Wie funktioniert das Gesetzgebungsverfahren)

Was bedeutet das nun?

Erstmal nichts, denn es ist ein normales Verfahren bei Unstimmigkeiten in der Gesetzgebung. Die Abgabe an den Vermittlungsausschuss soll, wie der Name schon sagt, eine Vermittlung bei Streitigkeiten geben und ändert an der Umsetzung der EU Richtlinie nichts. Diese Richtlinie schreibt das Verbot von unterschiedlichen Prämien für Männer und Frauen vor.

Sind die gestellten Anträge hinfällig?

Auch das natürlich nicht. Für die bisher gestellten Anträge sind in gleichem Maße wirksam, wie bei in Kraft treten des Gesetzes und somit der Einführung der Unisextarife am 21. Dezember 2012. Wichtig ist, es ist nur VERSCHOBEN, nicht aufgehoben. Auch an dem Bedarf ändert sich nichts und weitere Prämienerhöhende Faktoren wie ein höheres Eintrittsalter, der niedrigere Rechnunsgzins in der PKV und dergleichen bleiben erhalten. Daher ist- wenn der Schutz und die Tarife sorgfältig ausgewählt worden sind, daran auch nichts auszusetzen.

Kann ich mir nun doch Zeit lassen?

Nein, denn 1. wissen wir nicht wie und wann es zu einer finalen Entscheidung kommt und zum anderen lassen sich Faktoren wie das Eintrittsalter und auch gesunkene Garantiezinsen nicht lösen. Warum auch sollte eine heute vernünftig getroffene Entscheidung revidiert werden?

Positiv wirkt sich das alles aber doch für einige aus. Alle die bisher noch zu keiner Tarifentscheidung kommen konnten und so befürchten mussten, nur noch zu neuen Unisexkonditionen in die PKV oder BU wechseln zu können, den bleiben nun noch einige Tage mehr Zeit und Sie (und ich auch) können in Ruhe und entspannt Weihnachten vorbereiten und die (nun) besinnliche Zeit genießen.

An der Auswahl, dem Bedarf für eine BU Absicherung oder weiteren Faktoren hat sich nichts verändert, aber wir alle müssen uns nun nicht mehr überschlagen. Wer also in den letzten Tagen nur deshalb abgeschlossen hat, weil er eine übereilte Entscheidung getroffen hat, der hat nun noch einige Tage um sich bei so wichtigen Fragen wie der Absicherung des gesundheitlichen Risikos und der Absicherung der Arbeitskraft etwas genauer mit den Tarifen geschäftigen zu können. Ich mag das!

Können die Gesellschaften dennoch die neuen Tarife einführen?

JA, auch ohne eine gesetzliche Grundlage steht es den Unternehmen ja frei, ihre Tarife zu ändern und anzupassen. Daher verlassen Sie sich nicht darauf, dass es nun alles „noch Zeit hat“. Gesellschaften können und werden dennoch umsetzen, auch ohne die bereits beschlossene Grundlage!

Daher hier gleich mal was zu lesen, sonst ist es bald wieder „zu spät“:

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung und Leitfaden zur Berufsunfähigkeit

Auswahlkriterien zur PKV und auchAuswahlkriterien BU

Weitere Infos zum Thema:

Pressemitteilung des GDV zur Lebensversicherung

Focus meint zu wissen, dass es anders ist

03.
Dezember '12

Der AWD „Ihr Finanzoptimierer“ verschwindet vom Markt. Was das für Kunden bedeutet und ob Sie etwas tun müssen


Der Finanzoptimierer, einst das schillernde Beispiel es eines erfolgreichen Strukturvertriebes wird verschwinden. Die Marke AWD, welche heute mit dem Slogan „Ihr persönlicher Finanzoptimierer“ unterwegs ist, wird es bald nicht mehr geben. Nachdem der Vertrieb in der Vergangenheit vom dem schweizer Versicherungskonzern Swiss Life gekauft wurde und der damalige Gründer ausschied, steht es in den Medien nicht gut um den Vertrieb. Nicht nur Klageverfahren wegen Falschberatung, auch der schlechte Ruf trugen nicht gerade zum weiteren Erfolg bei.

Der Eigentümer SwissLife hat sich nun entschieden, die vertrieblichen Aktivitäten unter neuem Namen zu bündeln und sich von unrentablen Geschäftsgebieten zu trennen. So sollen einige Osteuropaaktivitäten beendet und sich auf die Kernmärkte konzentriert werden. Der neue Name des Vertriebes wird Swiss Life Select lauten.

Was passiert mit Ihren Verträgen?

Nichts. Die vertraglichen Verpflichtungen haben mit der Umbenennung gar nichts zu tun. Ihre Versicherungs- und Finanzverträge bestehen mit den jeweiligen Gesellschaften und wurden nur durch den AWD vermittelt und werden auch von diesem betreut. Durch eine Namensänderung ändert sich daran auch nichts. Auch zukünftig werden die Ihnen bekannten Vermittler die Veträge weiter betreuen können, wenn diese denn bei dem neuen Unternehmen weiter tätig sein werden.

Kann ich Verträge daher außerplanmäßig kündigen?

Auch das geht nicht. Selbst wenn der Versicherer selbst seinen Namen ändern würde, wäre kein Sonderkündigungsrecht möglich, daher bleiben auch hier die Vertragsbedingungen die gleichen. Sie erhalten auch keine neue Police. Zukünftiger Schriftwechsel wird dann unter dem Namen des neuen Unternehmens geführt werden, erteilte Vollmachten bleiben weiter gültig.

Was ist, wenn mein Vermittler/ Vertreter nicht mehr dort tätig ist?

Für den Fall, dass sich ihr bisheriger AWD Vertreter entscheidet sich nicht im neuen Unternehmen zu engagieren, so ändert auch dieses nur etwas ander Betreuung, nicht aber dem Vertrag selbst. Schauen Sie sich dann nach einem neutralen und unabhängigen Vertreter um, denn auch der AWD ist laut Impressum kein Versicherungsmakler, sondern ein Vertreter. Somit stand und steht dieser rechtlich im Lager des Versicherers, nicht auf Seiten des Kunden.

Muss ich sonst etwas tun?

Generell ergibt sich erst einmal kein Handlungsbedarf für Ihren Schutz, wenn dieser denn sorgfältig und begründet ausgewählt wurde und Sie genau wissen, was Sie da im Detail gekauft haben. Leider ist und war das in der (mehr …)

08.
Oktober '12

Neue Sterbetafel und die Bedeutung für die Versicherungswirtschaft


Vor einigen Tagen teilte das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung mit, dass die Lebenserwartung in Deutschland erneut gestiegen sei. Doch welche Auswirkungen ergeben sich aufgrund der längeren Lebenserwartung für die Versicherer, insbesondere in den Sparten der privaten Krankenversicherung und der Lebensversicherung? Um diese Frage zu beantworten, ist zunächst einmal zu klären, welche Rolle die Lebenserwartung generell in der Personenversicherung spielt.

Wenn ein Versicherer (bzw. sein Aktuar) ein Produkt wie zum Beispiel die Rentenversicherung, oder aber die private Krankenversicherung kalkuliert, spielt die Lebenserwartung eine entscheidende Rolle. In der Krankenversicherung bestimmt die Lebenserwartung die Zeit, bis zu der der Versicherer Krankheitskosten im Rahmen seiner vertraglichen Verpflichtung bringen muss. Lebt ein Mensch nun länger, so muss der Versicherer mehr Geld kalkulieren (und mehr Rücklagen bilden) um bis ans Lebensende seine Leistungspflicht erfüllen zu können. In der privaten Rentenversicherung hingegen leistet der Versicherer eine lebenslange Rente um das Einkommen des Kunden abzusichern. Auch hier gilt: je länger ein Mensch lebt, desto länger ist die monatliche Rente vom Versicherer an den Versicherten.

Doch warum steigt die Lebenserwartung?

In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben sich die medizinische Versorgung, die Lebensumstände, aber auch die Ernährungsgewohnheiten beträchtlich verändert. Durch veränderte Ernährung oder eine bessere Heilung von Krankheiten, leben wir heute einfach deutlich länger. Gab es früher Krankheiten, welche schnell zum Tod geführt haben, so sind diese heute mit Medikamenten „in den Griff zu bekommen“, einige andere Erkrankungen sind mittlerweile sogar heilbar oder es lassen sich zumindest die Symptome eindämmen. Das bedeutet aber auch, Menschen leben länger und verursachen damit länger Gesundheitskosten.

Der Umstand, dass wir länger leben ist natürlich sehr erfreulich. Dennoch müssen sich die Versicherer Gedanken machen, woher sie das Geld für die länger anfallenden Kosten nehmen können. Um diese steigende Lebenserwartung zu berücksichtigen, kalkulieren Versicherer in ihren Tarifen die so genannten Sterbetafeln mit ein. Verändern sich diese nun, weil wir irgendwann erleben, müssen auch diese Veränderungen in der Kalkulation berücksichtigt werden. Das führt zum Beispiel in der privaten Krankenversicherung, aber auch in der Rentenversicherung zu steigenden Beiträgen.

Wie hat sich die Lebenserwartung verändert?

In der Sterbetafel 2008/2011 wurde ein neugeborener Junge statistisch 77 Jahre und 6 Monate alt. Ein neugeborenes Mädchen hatte demnach eine Lebenserwartung von 82 Jahren und 7 Monaten. Die aktuelle Sterbetafel, (mehr …)