Archiv für die Kategorie ‘Altersvorsorge’

11.
Oktober '18

Wenn Arzt oder Krankenhaus die Zusendung der Krankenakte verweigern


In über zwanzig Jahren in der Branche erlebt man durchaus spannende, aber auch haarsträubende Sachen. Nun ist es kein Geheimnis, dass die Einsicht in die eigene Krankenakte bis auf ganz wenige Einzelfälle ein verbrieftes Recht ist. Gerade bei dem (geplanten) Abschluss einer Versicherung mit Gesundheitsfragen, aber auch aus rein persönlichem Interesse sollte und möchten die Patienten wissen, was in der Krankenakte geschrieben steht.

Mit diesem Artikel erhalten Sie

  • – Informationen zur Beschaffung Ihrer Krankenakte
  • – Hintergrundwissen zu der rechtlichen Voraussetzung
  • – Hinweise, falls der Arzt oder das Krankenhaus die Zusendung verweigert
  • – Hinweise was zu tun ist, wenn der Arzt auf eine Anfrage Ihrer Versicherung besteht
  • – ein kostenfreies Musterformular zum Versand an Arzt und Krankenhaus
  • – einen Hinweis auf Auskunft nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Schon in der Vergangenheit schrieb ich über die Beschaffung der Krankenakte, um eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung zu vermeiden. Anscheinend versuchen aber einige Ärzte und Krankenhäuser jetzt eine neue Masche, daher hier noch einmal etwas detailliertere Informationen dazu.

Warum ist der Auszug aus der Krankenakte wichtig?

Nicht erst seit dem Abrechnungsskandal in der gesetzlichen Krankenversicherung in den letzten Jahren ist klar, der Patient sollte wissen was in seiner Akte steht. Auch wenn es viele Ärzte und Behandler gibt, welche sehr sauber arbeiten und einen großartigen Job machen, gibt es auch hier schwarze Schafe. Da werden dann schnell einmal Diagnosen dazu erfunden, um so einen höheren Betrag abrechnen zu können.

Aus harmlosen Rückenbeschwerden wird ein Bandscheibenvorfall, aus der Magengrippe schnell eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut. Klar interessiert es den (GKV versicherten) Patienten zunächst nicht, da die Abrechnung direkt mit der Kasse erfolgt. Doch was passiert, wenn später in einem Leistungsfall der Kranken(zusatz)- oder Berufsunfähigkeitsversicherung der Versicherer nachforscht? Was passiert, wenn sich dort Diagnosen finden, welche dem Kunden so nicht bekannt waren?

Wollen Sie dann anfangen zu diskutieren und mit dem Arzt (der dann vielleicht schon an einen Nachfolger übergeben hat) zu verhandeln, was, warum und wie in Ihrer Akte steht? Sicher nicht, zumal das Kind dann meist in den Brunnen gefallen ist.

Wer sagt, dass mein Arzt mir die Akte auch aushändigen muss?

Es gibt eine Reihe von gesetzlichen Grundlagen, welche ein Auskunftsrecht des Patienten regeln. Dennoch bedeutet es nicht, dass Sie das Original einfach beim Arzt abholen können, denn dieses steht dem Arzt natürlich zu. Eine Kopie hingegen kann er Ihnen nicht verweigern.

Grundlage ist zunächst der Paragraph 10 der Berufsordnung für Ärzte. Dieser regelt gleich mehrere Verpflichtungen für den Arzt und die Rechte des Patienten. Daher zerlegen wir den Paragraphen einmal etwas und schauen uns an was der Arzt kann und darf:

§ 10 MBO-Ä 1997 – Dokumentationspflicht

(1) Ärztinnen und Ärzte haben über die in Ausübung ihres Berufes gemachten Feststellungen und getroffenen Maßnahmen die erforderlichen Aufzeichnungen zu machen. Diese sind nicht nur Gedächtnisstützen für die Ärztin oder den Arzt, sie dienen auch dem Interesse der Patientin oder des Patienten an einer ordnungsgemäßen Dokumentation.

Zunächst ist es kein „ich schreibe mal etwas auf“, sondern der Arzt MUSS eine Krankenakte führen und dokumentieren. Das tun die Ärzte auch. Doch oft weigern diese sich, die Akte dann herauszugeben. Aber auch das findet sich in der Berufsordnung, nun dem Absatz zwei des gleichen Paragraphen.

(2) Ärztinnen und Ärzte haben Patientinnen und Patienten auf deren Verlangen in die sie betreffende Dokumentation Einsicht zu gewähren, soweit der Einsichtnahme nicht erhebliche therapeutische Gründe oder erhebliche Rechte der Ärztin, des Arztes oder Dritter entgegenstehen. Auf Verlangen sind der Patientin oder dem Patienten Kopien der Unterlagen gegen Erstattung der Kosten herauszugeben.

Ja, es gibt einige, insbesondere psychische Erkrankungen, wonach eine solche Herausgabe problematisch ist. Dieses bedarf aber ganz speziellen Gründen und muss medizinisch begründbar sein. Selbst dann ist eine Herausgabe an einen anderen Arzt durchaus denkbar und auch hier besteht ein entsprechender Anspruch des Patienten. Doch zunächst ist nun klar, wenn Sie eine Kopie möchten, dann bekommen Sie auch eine, ob es dem Arzt passt oder nicht.

Der Arzt verlangt, dass die Versicherung direkt anfragt, und nun?

Das ist leider ein neuerdings häufiger vorkommendes Problem. Einige Ärzte versprechen sich dadurch ein Honorar, denn wenn die Versicherung spezielle Fragen stellt oder andere Angaben und Einschätzungen vom Arzt anfordert, dann kann dieser eine solche Leistung abrechnen. Möglich wäre hier die Gebührenziffer 80 oder 85, ggf. auch noch weitere. Diese wären dann entsprechend mit dem Steigerungssatz zu erhöhen.

Sollte also Ihr Arzt oder das Krankenhaus auf eine Anfrage der Versicherung bestehen, oder gar andere Auskünfte komplett verweigern, erklären Sie freundlich aber bestimmt den Hintergrund. Sie möchten die Krankenakte für sich, ebenso möchten Sie nicht vorab Daten an die Versicherung geben, um sich die Möglichkeit der anonymen Voranfrage nicht zu verbauen.

Der Arzt oder das Krankenhaus verweigern die Zusendung, nur Abholung sei möglich?

Eine weitere „Masche“ um es dem Patienten schwerer zu machen, es wird angeboten die Akte beim Arzt einsehen zu können, aber Kopien werden verweigert. Oder aber es ist wie in diesem Fall, welcher mit im LiveChat mehrfach vorgetragen wurde.

Hier sehen wir schon das nächste Problem. Bedingt durch Umzug, eine neue Arbeitsstelle oder einfach private Gründe, kann eine Zusendung per Post der einzig praktikable Weg sein. Das Krankenhaus hier verweigert das aber. Es will (und beruft sich dabei auf den Datenschutz) eine Zusendung verhindern.

Zunächst einmal, DATENSCHUTZ IST WICHTIG. Schließlich möchten Sie auch nicht, dass jemand anderes einfach so Ihre Krankenakte abholen soll und Einsicht in sehr vertrauliche Unterlagen bekommt. Daher ist es zwingend erforderlich, die berechtigten Interessen und die eigene Identität nachzuweisen.

Den Patienten aber deshalb dazu zu zwingen hunderte Kilometer zu fahren, nur um eine Auskunft aus der Akte zu bekommen? Sicher nicht. Doch wie können Sie eine solche „sichere Übertragung“ ermöglichen, ohne dort vorbei zu fahren?

Kopie des Personalausweises mit Anschrift, ggf. mit Beglaubigung

Zunächst einmal werden Sie um einen Nachweis Ihrer Identität nicht umhin kommen. Einfach und unkompliziert ist dieses mit einer Kopie des Personalausweises (auf dem sind Ausweisnummer und andere irrelevante Daten zu schwärzen) möglich. Sollte der Arzt es darauf anlegen Sie zu ärgern, so wird er ggf. zusätzlich auf einer Beglaubigung bestehen. Nur so ist sichergestellt, dass auch Sie den Ausweis kopiert haben und jemand das Original eingesehen hat.

Eine Beglaubigung ist bei offiziellen Stellen (wie zum Beispiel Stadtverwaltung, Landkreis) oder auch bei jedem Notar möglich. Dieser verlangt dafür eine Gebühr von 10-20 Euro, bestätigt Ihnen aber dann die Richtigkeit der Kopie.

Diese reichen Sie dann bei dem Arzt oder Krankenhaus ein und weisen so das berechtigte Interesse nach.

Zusendung wird dennoch verweigert?

Jetzt argumentieren die Krankenhäuser oder einige Ärzte immer noch, man kann es Ihnen nicht zusenden, schließlich könne den Brief ja jeder lesen. Auch das lässt sich aber lösen. Der Weg dazu, das Einschreiben eigenhändig. Ein Service der Deutschen Post.

Mit dieser besonderen Variante des Einschreibens wird dieses nur gegen Unterschrift und nur Ihnen persönlich, oder einem ausdrücklich Bevollmächtigten, ausgehändigt. Somit geht der Absender sicher, dass diese Unterlagen nicht in falsche Hände gelangen können. Hierfür fallen bei dem Absender Kosten an. Diese liegen (in 2018) für ein Einschreiben/eigenhändig bei 4,65 EUR zzgl. dem normalen Porto je nach Größe des Briefes.

Bieten Sie dem Absender also diese Variante zusätzlich an und erklären auch, die Kosten zu übernehmen, so haben wir auch diese „Verhinderungstaktik“ erledigt. Ein weiterer Weg kann auch die Zusendung an Ihren Hausarzt sein, dort können Sie dann die Unterlagen persönlich und gegen Unterschrift abholen.

Was passiert bei Schließung der Praxis?

Auch hierfür hat der Paragraph 10 eine Lösung. Dort heißt es:

(3) Ärztliche Aufzeichnungen sind für die Dauer von zehn Jahren nach Abschluss der Behandlung aufzubewahren, soweit nicht nach gesetzlichen Vorschriften eine längere Aufbewahrungspflicht besteht.

(4) Nach Aufgabe der Praxis haben Ärztinnen und Ärzte ihre ärztlichen Aufzeichnungen und Untersuchungsbefunde gemäß Absatz 3 aufzubewahren oder dafür Sorge zu tragen, dass sie in gehörige Obhut gegeben werden. Ärztinnen und Ärzte, denen bei einer Praxisaufgabe oder Praxisübergabe ärztliche Aufzeichnungen über Patientinnen und Patienten in Obhut gegeben werden, müssen diese Aufzeichnungen unter Verschluss halten und dürfen sie nur mit Einwilligung der Patientin oder des Patienten einsehen oder weitergeben.

(5) Aufzeichnungen auf elektronischen Datenträgern oder anderen Speichermedien bedürfen besonderer Sicherungs- und Schutzmaßnahmen, um deren Veränderung, Vernichtung oder unrechtmäßige Verwendung zu verhindern. 2Ärztinnen und Ärzte haben hierbei die Empfehlungen der Ärztekammer zu beachten.

Gibt es also keinen Nachfolger, so muss der Arzt selbst dafür sorgen, dass Sie zehn Jahre lang an Ihre Unterlagen kommen. Da dieses in der Realität jedoch schwer werden kann, gerade wenn dann Kontaktdaten fehlen, empfiehlt sich bei Umzug immer direkt eine Kopie mitzunehmen, oder direkt bei Abschluss der Behandlung alle Daten zu kopieren.

Weiterhin sollten Sie sich regelmäßig um ein Update Ihrer Akte kümmern, es spricht nichts dagegen einmal im Jahr eine solche Kopie zu verlangen.

Warum kann die die Unterlagen nicht per E-Mail bekommen?

Nun, das liegt in der Sicherheit der E-Mail und der fehlenden Kontrolle wer diese liest. Ausgenommen sich sicherer E-Maildienste wie die damals eingeführte DE Mail, aber auf diese Diskussion würde ich es gar nicht erst ankommen lassen.

Die Anforderung kann ggf. noch per Mail erfolgen, wenn es sich um unterschriebene und gescannte Unterlagen handelt. Dennoch würde ich diese Anforderung immer per Post im Original senden, am besten auch per Einschreiben um einen Nachweis des Zugangs zu haben.

Krankenhausentlassungsbericht oder Krankenakte?

Krankenhäuser versenden oft einen Entlassungsbericht oder geben Ihnen den mit. Ich für meinen Teil möchte aber- nicht unbedingt zur Freude der Klinik- gern die Kopie der kompletten Krankenakte haben. Nicht weil ich dem Arzt im Bericht nicht glaube, sondern weil mir Laborbefunde oder weitere Unterlagen und Werte aus der Akte wichtig sind und eine Aussage/ Kopie von Tageswerten aus dem Labor nun einmal aussagekräftiger ist, als ein Satz im Entlassungsbericht a la „Der Laborwert ging über den Aufenthalt auf den Normalwert zurück.“

Das kann auch für eine spätere/ weitere Behandlung wichtig sein.

Welche Kosten muss ich tragen?

Wie wir vorhin im Paragraphen 10 schon gelesen haben, sind die Kosten für die Kopien von dem Patienten zu tragen. Kosten für das Anfertigen der Kopien oder weitergehende Kosten jedoch nicht.

Zudem sollten die Kosten angemessen sein. Die Gebührenordnung nennt dabei für Kopien Kosten von 0,17 EUR pro Seite. Ich persönlich halte sogar 30 Cent für durchaus noch „im Rahmen“. Vielmehr sollte es aber nicht sein.

Auch glauben anscheinend einige Ärzte dazu noch die Arbeitszeit für das Kopieren abrechnen zu können. Dafür gibt es aber meines Erachtens keine rechtliche Grundlage.

Wollen Sie die Unterlagen zugesandt haben, so müssen Sie natürlich auch die Kosten für den Versand und ggf. das Einschreiben zahlen. Schickt der Arzt es mit einem normalen Brief an Ihre Anschrift, können Sie bei der Anforderung auch einen Freiumschlag beilegen.

Musterbrief zur Anforderung

Ich habe meinen, seit Jahren genutzten, Musterbrief zum Jahresbeginn nochmals angepasst. Dieser steht Ihnen auch weiterhin zum kostenfreien Download und Verwendung zur Verfügung.

Laden Sie diesen bitte zuerst herunter und speichern diesen lokal auf Ihrem Computer. Danach lassen sich die Felder in der pdf ausfüllen und dann ausdrucken/ speichern und an den Arzt bzw. das Krankenhaus versenden.

DOWNLOAD als ausfüllbare PDF – Musterformular Anforderung Patientenakte/ Krankenakte

DOWNLOAD als ausfüllbare WORD – Musterformular Anforderung Patientenakte/ Krankenakte

29.
September '17

Central Krankenversicherung und Aachen Münchener Lebensversicherung verschwinden vom Markt


Central – Gesundheit bewegt uns, so war der Slogan der Central Krankenversicherung, welche sicher in den letzten Jahren neben Höhen auch Zahlreiche Tiefen hatte. Die Tarifeinführung der damals neuen Tarife war sicher nicht unbedingt das, was man sich an Erfolg so vorgestellt hatte. Auch die Konzentration des Vertriebs auf die Vertreter der DVAG und insbesondere teilweise katastrophale Beitragsentwicklungen haben das Vertrauen in die Marke nicht unbedingt gestärkt.

Alle Artikel zum Thema CENTRAL Krankenversicherung hier nachlesen

Doch nun wird aus dem „Gesundheit bewegt uns“ eher ein „bewegte uns“, denn die Zeiten der Central Krankenversicherung und auch der Aachen Münchener Lebensversicherung sind gezählt und gehen einem Ende entgegen. Einen einzigen Satz war es wert, einen Satz in der aktuellen Pressemitteilung des Mutterkonzerns GENERALI, welcher damit seine „Unternehmensstrategie für mehr Exzellenz“ vorstellte.


Marken verschwinden vollständig

Die Generali schreibt in ihrer Pressemitteilung von einem „One Company“-Ansatz“ und meint damit nichts andres, denn nur der Name Generali soll zukünftig übrig bleiben, keine Aachen Münchener Lebensversicherung und damit auch keine Aachen Münchener BU Versicherung und eben auch keine Central Krankenversicherung.

Verschlankungen und Rationalisierungen sehen wir durchaus auch bei anderen Unternehmen, so sind der Deutsche Ring Krankenversicherung und die Signal Kranken gerade erst verschmolzen. Hier soll die Marke erst bestehen bleiben, aber warten wir auch hier mal ab.

In der Pressemitteilung der Generali heisst es dann wörtlich:

STÄRKUNG DER MARKE GENERALI UND DES VERTRIEBS IN DEUTSCHLAND
Die Generali Deutschland hat eine Vereinbarung mit der DVAG, dem mit 6 Mio. Kunden erfolgreichsten Netzwerk von rund 30.000 Vermögensberatern in Deutschland und einem der größten in Europa, geschlossen. Als Ergebnis der Vereinbarung wird die Generali Deutschland ihre Kernmarke dank des exklusiven Vertriebs durch die DVAG stärken. Die Marken AachenMünchener und Central werden in die Kernmarke Generali überführt.

Folgen für Versicherte der Central Krankenversicherung

Bei Fusionen, Verschmelzungen und immer dann, wenn ein bekanntes Gesicht und eine bekannte Marke verschwindet, löst das durchaus Verunsicherung aus. Verunsicherung bei den Versicherten, denn diese fragen sich zurecht, was mit dem Versicherungsschutz passiert.

Doch hier kann ich Sie beruhigen. Gerade in der privaten Krankenversicherung sind ein langfristiger Vertrag und damit eine Jahrzehntelange gemeinsame Partnerschaft das A und O. Für die Versicherten stellen sich daher Fragen zum Erhalt der Verträge.

  • – Verträge bleiben uneingeschränkt gültig
  • – Alle Beitragszahlungen und alle Leistungsansprüche bestehen weiter wie bisher
  • – Das Logo und dann die Rechtsträge gehen in die Generali über
  • – Neue Versicherungsscheine im turnusmäßigem Versand

Die Kunden bekommen zu den Veränderungen natürlich separate Informationen. Die Verträge sind unverändert und auch an den Leistungen ändert sich nichts.

  • – es besteht KEIN Sonderkündigungsrecht in den geschlossenen Verträgen

Warum auch, denn die Generali wird Rechtsnachfolger und tritt damit in die Rechte und Pflichten ein. Ausgegebene Karten, die so genannte KlinikCards werden irgendwann erneuert und dann auch kein Logo der Central mehr tragen. Wichtig sind die genauen Bezeichnungen nur dann, wenn in einem Rechtsgeschäft, so zum Beispiel einer Klage, der richtige Partner zu benennen ist.

Folgen für Versicherte der Aachen Münchener Lebensversicherung

Auch an den Verträgen der Berufsunfähigkeitsversicherung oder anderen Verträgen der Lebensversicherung mit der Aachen Münchener ändert sich rechtlich nichts. Rechte und Pflichten bleiben auch hier bestehen. Hier wird die Veränderung sogar später optisch auffallen, denn es gibt keine Versichertenkarte oder keine Dokumente, welche sofort ausgetauscht werden müssen.

Der Versicherungsschein und die Post wird irgendwann ohne das Logo daherkommen, vielleicht ändert sich auch die Farbe des Papiers, aber am Inhalt ändert das sicher nichts.

Daher ist auch hier

  • – KEIN Sonderkündigungsrecht

vorhanden und es gibt keine Anpassung an den bestehenden Verträgen. In der Altersvorsorge ist das Unternehmen und dessen Bonität und Entwicklung sicher nochmals interessanter. Aber jetzt gleich davon zu laufen macht meines Erachtens wenig Sinn, warum auch. Der Abschluss der Verträge hatte ja hoffentlich eine Beratung davor und die Entscheidung war fundiert. Daher… alles bleibt wie es ist. Fast zumindest.

 

11.
September '17

Neue Rechengrößen zur Sozialversicherung 2018 und neuer Arbeitgeberzuschuss 2018 – Sozialversicherungswerte im Überblick


Und jährlich grüßt das… Wie in den letzten Jahren auch, sind uns ab Anfang September die ersten Zahlen für die Sozialversicherungswerte für das nächste Jahr, also die Sozialversicherungsgrößen für das Jahr 2018 bekannt. Wie immer auch dieses Jahr der Hinweis, die Werte sind auf dem Papier noch vorläufige Zahlen, jedoch haben diese sich auch in den letzten Jahren gegenüber den finalen zahlen nicht verändert.

Für Arbeitnehmer und GKV Versicherte folgen daraus höhere Beiträge, für PKV Versicherte aber auch ein höherer Arbeitgeberzuschuss. Haufe veröffentlichte wie immer die neuen, noch vorläufigen Grenzen für die Sozialversicherung 2018. Später im Jahr, meist Ende November, folgt dann die finale Bestätigung durch die Bundesregierung. Daher finden Sie hier die neuen Zahlen, gültig ab 2018 und ebenfalls die neue Berechnung des Arbeitgeberzuschusses, des maximalen Beitrages zur Kranken- und Pflegeversicherung und mehr.

Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung 2018

Die bisherige Grenze betrug in 2017 monatlich 4.350 € oder richtigerweise jährlich 52.200 €. Ab dem 01. 01. 2018 sind in der Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge bis zur neuen Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 4.425 €/ jährlich 53.100 € zu zahlen.

Beitragsbemessungsgrenze KV 2018:

53.100 € (2017: 52.200€), monatlich 4.425 €

Damit verändern sich zwangsläufig weitere Werte. Der Arbeitgeberzuschuss 2017 errechnet sich demnach wie folgt:

Für das Jahr 2018 ergibt sich somit folgende Berechnung:

14,6% GKV Beitrragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

+ ggf. einkommensabhängiger Zusatzbeitrag in der GKV (Infos hier)

7,3% x 4.425€ = 323,03 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2018 (bisher 317,55 €, + 5,48 €)

Damit bekommen Arbeitnehmer die in der privaten Krankenversicherung versichert sind, zukünftig monatlich 5,48 € mehr Zuschuss zu Ihrer Krankenversicherung, maximal jedoch 50% des Beitrages.

Der Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung berechnet sich wie folgt:

2,55% Pflegevers. Beitragssatz, davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 1,275% (außer in Sachsen)

1,275% x 4.425 € = 56,42 € = AG Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung 2018 (bisher 55,46 €, +0,96 €)

Auch für die private Pflegepflichtversicherung erhöht sich der Beitragszuschuss um 0,96 €.

Durch die veränderten Werte steigt zudem auch der Höchstbeitrag welcher für die gesetzliche Krankenkasse zu zahlen ist. Der bisherige Beitrag für Kranken- und Pflegeversicherung in der GKV 2017 lag bei maximal 756,90 € + Zusatzbeitrag der Krankenkasse und verändert sich nun wie folgt:

Krankenversicherung: 4.425 € * 14,6% = 646,05 € (bisher 635,10 €, + 10,95 € + Zusatzbeitrag für AN allein)

Pflegepflichtversicherung: 4.425 €* (2,55% + 0,25% (Kinderlose)) =  123,90 € (bisher 121,80 €, +2,10 €)

GESAMT sind in der Krankenversicherung dann 769,95 € (bisher 756,90 €, +13,05 €) pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten, + Zusatzbeitrag den die Kasse prozentual (vom eigenen Einkommen) erhebt.

Davon zahlt der (kinderlose) Arbeitnehmer allein:

KV: 4.425 € * (7,3%) = 323,03 € (bisher 317,55 €, +5,48 €)

Pflege: 4.425 € * (1,275% + 0,25%)= 67,48 € (bisher 66,34 €, +1,14 €)

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2018: 390,51 €

(bisher 383,89 € + 6,62 €) zuzüglich des Zusatzbeitrag der GKV, einkommensabhängig wenn erhoben, Eine Übersicht der Zusatzbeiträge finden Sie hier)

Arbeitnehmer mit einem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze haben ab dem 1.1.2018 somit eine monatliche Mehrbelastung von mindestens 6,62 € zu zahlen, zuzüglich dem Zusatzbeitrag welchen die gesetzliche Kasse einkommensabhängig erheben kann.

Natürlich verändert sich auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) und steigt um 1.800 € und damit von bisher 57.600 € (in 2017) auf 59.400 € in 2018.

allgemeine Versicherungspflichtgrenze 2018: 59.400 € p.a. oder 4.950 € mtl. (brutto)

besondere Versicherungspflichtgrenze 2018: 53.100 € p.a. oder 4.425 €

Beitragsbemessungsgrenze KV 2018 ebenfalls bei 53.100 € p.a. oder 4.425 €

Liegt Ihr Jahreseinkommen zwischen 57.600 € p.a. und 59.400 €, so werden Sie dadurch voraussichtlich ab dem 1. Januar 2018 versicherungspflichtig in der GKV und müssen sich auf Antrag befreien lassen. Diese Befreiung gilt nur für den einen Grund (steigende Beitragsbemessungsgrenze) unwiderruflich, mehr Informationen in meinem Beitrag „Wie kann ich in der PKV bleiben

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung beträgt in 2018

West: 78.000 € oder 6.500 € monatlich (in 2017 76.200 € €, ein Plus von 1.800 €)

Ost: 69.600 € oder 5.800€ monatlich (in 2017 68.400 €, ein Plus von 1.200 €)

Vollständige Werte finden sich in meiner neuen Übersicht. Diese steht zur freien Verwendung (unverändert) jedermann zur Verfügung. Download als pdf und als Grafik 

02.
Dezember '15

Und, bin ich jetzt zu spät oder wie komme ich noch „ein Jahr jünger“ in die PKV, BU oder sichere mir bis zu 10% mehr Ertrag bei der Vorsorge?


Manchmal ist es schon nicht so einfach. Bereits vor Wochen schrieb ich einen Beitrag zu der Frage, welche Folgen ein verspäteter Abschluss in der Berufsunfähigkeitsversicherung hat und wie Sie schnell und ohne großen Aufwand mehr als 4.500€ an Beiträgen sparen können. Der Schlüssel zum Erfolg war ist das Eintrittsalter, denn dieses ist nicht abhängig davon wann Sie wirklich geboren sind, sondern davon in welchem Kalenderjahr der Vertrag beginnt. Wer also im kommenden Jahr 30 wird, der ist (auch wenn er erst am 31.12.2016 die 30 erreicht) bereits ab dem 1. Januar 2016 genau so alt, wie er in dem Jahr wird.

Grundsätzlich ist dagegen ja auch nichts einzuwenden, würde nicht das um ein Jahr erhöhte Eintrittsalter bei der Beantragung der Versicherung zu deutlich höheren Prämien führen, welche sich einfach vermeiden lassen. All das ändert aber nichts daran, dass die Auswahl des Produktes, des Versicherers und des richtigen und individuell passenden Tarifs elementar wichtig ist und auch nicht zu einem überstürzen Abschluss führen sollte.

Auch wenn das Jahresende keinesfalls überraschend kommt- Sie werden es kaum glauben, aber es kommt immer und immer wieder- so arbeiten (und entscheiden) Menschen oftmals Fragen zum Versicherungsschutz erst wenn es zu spät ist, oder wenn der nötige Druck da ist. Exemplarisch eine Antwort eines meiner Interessenten auf eine SMS von mir.

SMS_ EntscheidungFür den einen ist lange hin- und her überlegen die richtige Wahl, andere brauchen eine „Deadline“ um sich entscheiden zu müssen/ können. Eine generelle Lösung gibt es hierfür auch nicht und nur weil eine Frist abläuft sollte man auch keinen Abschluss tätigen, das ist ganz sicher der falsche Weg. Eine Entscheidung der so wichtigen Absicherung gegen die Folgen des Verlustes der Arbeitskraft hingegen, die sollte auch nicht immer und immer wieder aufgeschoben werden. Warum ist schnell und einfach gesagt. Das Eintrittsalter ist der eine Punkt, die Frage nach dem Gesundheitszustand die andere. Und ja…

„Ich war die letzten Jahre nicht krank, warum sollte es gerade jetzt passieren?

ist auch so eine typische Antwort, mit der Sie sich selbst gut einreden können eine Entscheidung nicht oder noch nicht treffen zu müssen. Ist ja auch schön bequem, so ist man selbst „nicht schuld“ wenn was schief läuft und kann das eigene Gewissen beruhigen. Solange Sie ledig sind und keine Verpflichtungen haben, so lange mag das auch noch gehen. Sie werden berufsunfähig und dann zum Sozialfall? So what, ist ja keiner der zu versorgen ist. Kritischer und auch unverantwortlich wird es aber dann, wenn Frau/ Mann/ Partner(in) zu versorgen sind oder Kinder geboren werden. Jetzt und spätestens jetzt ist eine umfangreiche Absicherung nötig und unumgänglich.

Auch davor war diese für den Fall der BU schon wichtig. Warum? Weil es nur bedingt schön ist als Sozialfall zu enden und auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein? Weil es ein selbstbestimmtes Leben erst dann ermöglicht, wenn auch die Mittel dazu da sind. Selbst wenn die Sozialhilfe (Hartz IV) gerade so ausreicht um die laufenden Kosten zu decken, Geld für eine Altersvorsorge bleibt hier sicher keines mehr übrig. Das hat dann aber zur Folge, das auch mit Beginn des Rentenalters keine Leistungen da sind und nur die Mindestrente, also die so genannte Grundsicherung vorhanden ist. Wollen Sie genau das?

Eine Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit kann dieses Problem lösen, ist aber auch keine Garantie. Natürlich ist es so, das der Versicherer nur dann zahlt wenn er es muss. Daher sind die Auswahl des richtigen Versicherers und die Beantwortung der Gesundheitsfragen von entscheidender Bedeutung und das braucht Zeit.

Erfolgt der Abschluss nun zum 1.12., so gilt das Eintrittsalter 2015, erfolgt der Abschluss erst zum 1.1., so sind Sie ein Jahr älter.

Aber der 1. Dezember war doch schon?

Richtig, den Termin haben Sie nun mal verpasst. Je nach Versicherungssparte gibt es aber derzeit noch Möglichkeiten ein Eintrittsalter 2015 zu sichern, das geht aber eben nicht ewig und ist ggf. mit Kosten verbunden. Daher schauen wir einmal in die unterschiedlichen Bereiche:

Berufsunfähigkeitsabsicherung

In der BU Absicherung gibt es- je nach Gesellschaft- unterschiedliche Fristen die zu beachten sind. So ist es bei vielen Unternehmen durchaus noch möglich, einen Antrag auf den 1.12. zurück zu datieren.Der Vorteil liegt in einem deutlich geringeren Monatsbeitrag, da das Alter ein Jahr geringer ist. Aber: Sie zahlen natürlich für einen Versicherungsschutz rückwirkend, wo keine Leistung eingetreten sein kann. Daher ist ein solcher Abschluss oft begrenzt. Bei vielen Unternehmen ist dieses bis zum 15. Dezember möglich, einige andere lassen auch bis Jahresende eine Rückdatierung zu. So müssen Sie 1-31 Tage Beitrag für einen Schutz zahlen, den Sie gar nicht mehr haben können, dennoch ist dieses oft sinnvoll, da schon die Beitragsersparnis im ersten Versicherungsjahr einen solchen Mehrbeitrag ausgleicht.

Haben Sie noch einen bestehenden Versicherungsschutz und passt dieser nicht mehr, so muss dieser natürlich noch gekündigt werden. Wie Sie eine unpassende Berufsunfähigkeitsversicherung beenden können, habe ich bereits in meinem Beitrag geschrieben –> KLICK!. Ob das nötig ist, oder der bestehende Vertrag auch einfach angepasst und umgestellt werden kann, das lässt sich nicht pauschal beantworten und erfordert weitere Beratung. Dazu sollten Sie einmal den Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung lesen, sich die –> Auswahlkriterien anschauen und dann den –> Fragebogen zur BU ausfüllen. Auch prüfen Sie bitte unbedingt die höhe der versicherten Rente, denn eine zu kleine BU Rente sichert Ihnen auch gleich den Bezug von Hart IV, dann können Sie von den Beiträgen lieber gleich jeden Monat schön essen gehen, also: Richtige Rente oder gar nicht!

BU Leitfaden BU Kriterienfr

Merke: Ein fehlender (oder falscher) BU Schutz kostet nicht nur die finanzielle Existenz im BU Fall, sondern „sichert“ damit auch in den meisten Fällen die Altersarmut, denn Beiträge in die gesetzliche oder private Altersvorsorge können dann nicht mehr aufgebracht werden.

Private Krankenversicherung 

Wer au der gesetzlichen (oder einer anderen privaten) Krankenversicherung in die PKV wechseln möchte (oder muss), für den gibt es noch einiges mehr zu beachten. Hier sind die Kriterien für einen Wechsel zudem weitaus umfangreicher und müssen nochmals mehr bedacht werden. Neben der gewünschten Absicherung, welche Sie (mehr …)

24.
November '14

Überschussdeklaration 2015 – Ideal und Alte Leipziger Lebensversicherung preschen vor


Keiner will der erste sein, zumindest scheint es so als wolle bei der Bekanntgabe der Überschüsse für das Folgejahr niemand der erste sein. Doch bereits in der letzten Woche hatte die Ideal Lebensversicherung die Deklaration der Überschüsse für das Jahr 2015 bekannt gegeben.

Laufende Verzinsung im Branchendurchschnitt

Auch an der Lebensversicherung gehen natürlich die sinkenden Entwicklungen der Kapitalmärkte nicht vorbei und gerade in Zeiten von Strafzinsen bei Banken sind die Zinsen für die Lebensversicherer ein entscheidendes Argument. Schauen wir uns die Entwicklung der Zinsen im Branchendurchschnitt an, so haben diese sich bereits halbiert. (2000: 7,15%, 2013: 3,4%)

Laufende Zinsentwicklung

 

Neue Überschüsse ab 2015

Die Ideal Lebensversicherung hat nun bekannt gegeben, die Gesamtverzinsung beträgt auch in 2015 beachtliche 4,8% (darin enthalten ist eine laufende Verzinsung von 4%). Die Alte Leipziger Lebensversicherung gibt nun bekannt, die Gesamtverzinsung beträgt 2015 nun 3,85%, darin enthalten ist eine laufende Verzinsung von 3,05%.

Was passiert mit meinem Vertrag?

Sollten Sie einen alten Lebensversicherungsvetrag besitzen, mit einer Verzinsung von 4% zum Beispiel, so ändert sich hieran nichts. Der Garantiezins beschreibt hierbei die Mindestversorgung in Ihrem Vertrag.