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19.
August '19

Nach PKV Wechsel folgt höhere Lohnsteuer – so beugen Sie bösen Überraschungen vor


Auch wenn ich in der Vergangenheit schon einmal etwas dazu geschrieben habe, auch die Welt der PKV und GKV dreht sich weiter. So ist es durchaus nach einigen Jahren an der Zeit, einiges zu aktualisieren und weitere Informationen zu ergänzen.

Leider scheint in vielen Beratungen so einiges unterzugehen, schließlich möchte der Berater nicht abschrecken. Warum Sie mit einer PKV bzw. einem Wechsel in eine solche kein Geld sparen, niemals nie, das habe ich bereits in vielen Beiträgen erklärt. Doch eine Anfrage im Live Chat heute morgen, erinnerte mich wieder an mein offenes ToDo. Woher kommt denn eine solche Erhöhung und warum wird aus einer vermeintlichen Ersparnis am Ende sogar ein höherer Beitrag bzw. ein geringeres Nettoeinkommen?

Das hat recht einfach zu erklärende Gründe, diese und die Grundlagen einer solchen „Verschiebung des Einkommens“ schauen wir uns hiermit einmal genauer an. Dabei klären wir einmal folgende Fragen:

  • – Wie kommt es zu einem geringeren Netto nach dem PKV Wechsel?

  • – Warum ist meine Lohnsteuer nun höher, obwohl ich den Top Tarif versichert habe?

  • – Ändert sich das wieder?

  • – Wie kann ich das „Steuerproblem“ verhindern?

Wie kommt es zu einem geringeren Netto nach dem PKV Wechsel?

Oft wird es zunächst gar nicht direkt bemerkt. Der Wechsel ist vollzogen, die private Krankenversicherung hat Bescheinigungen geschickt und Sie haben lustig Unterlagen versandt (wie hier beschrieben) und dann, dann kommt die erste Gehaltsabrechnung.

Um uns die Zahlen einmal etwas genauer anzusehen, nehmen wir einen Musterkunden als Beispiel. Konkret Zahlen und Fakten helfen uns hier, um das komplexe Thema zu verstehen und nicht nur in der Theorie „im Dunkeln“ zu tappen. Unser Kunde ist 35 Jahre alt, hat ein Bruttoeinkommen von 5.500 € (und zur Vereinfachung auch nur 12 Gehälter). Dabei ist er (noch) Kinderlos, in keiner Kirche und zahlt in der Steuerklasse 1 als lediger seine Steuern.

Zunächst ist es einmal wichtig eine Grundlage zu haben, diese bildet die bisherige Mitgliedschaft in der GKV (hier die DAK als bundesweite Kasse, mit 1,5% Zusatzbeitrag.) Von seinem Bruttogehalt bleiben nach Abzug aller Kosten 3.210,86 € übrig. Denn natürlich sind die Krankenversicherung und die Lohnsteuer nicht die einzigen, welche auch etwas vom „Kuchen“ abbekommen möchten.

Wichtige Eckdaten aus der Abrechnung sind für uns:

Lohnsteuer: 1.197,25 €

Solidaritätszuschlag: 65,84 €

und ein verbleibendes Netto nach Krankenversicherung von 3.210,86 €

Zu beachten hier aber, es sind keinerlei Zusatzversicherungen enthalten. Würde unsere Kunde aber solche zur Erhöhung der Leistungen abschließen (und damit ambulant, stationär, zahnärztlich und das Krankentagegeld -auf 120 €- aufstocken, so kämen hier gut 70-90 € dazu, bei Kostenerstattungstarifen noch mehr.

Diese Daten nehmen wir aber als Eckdaten, um von hieraus den Wechsel in die PKV zu betrachten und uns dann dort die Zahlen anzusehen. Dazu habe ich mir zwei Tarife herausgesucht und zwei Modelle. Einmal einen sehr leistungsfähigen Tarif mit einem höheren Beitrag, mit dem beginnen wir auch:

Der Tarif stellt einen „Premiumtarif“ dar. Auch wenn ich den Begriff nicht mag, er beschreibt Tarife mit sehr hohen Leistungsansprüchen. Als Beispiel und wirklich nur sehr vereinfacht sind daher im Tarif Leistungen enthalten, wie zum Beispiel:

  • – Einbettzimmer

  • – Wahlleistung Chefarzt/ Privatarzt

  • – Weltgeltung- Zahnersatzleistungen >= 90%

  • – Honorare über der Gebührenordnung und deren Höchstsätzen

  • – 120 € pro Tag Krankengeld- Heilpraktiker, Naturheilkunde und viele mehr

Der Beitrag zur Krankenversicherung liegt hier bis auf wenige Cent bei dem Betrag, der auch für die gesetzliche Krankenkasse angefallen ist und ist somit recht gut vergleichbar. Dabei sind die Leistungen natürlich unterschiedlich, wie eben bereits geschrieben. Der Beitrag für die PFLEGEPFLICHT jedoch liegt bei unserem Musterkunden bei knapp einem Viertel des Beitrages der gesetzlichen Pflegepflicht, obwohl die Leistungen identisch sind.

Doch auch wenn diese Zahlen somit im KV Bereich fast identisch sind und für die Pflegepflichtversicherung sogar 113 € monatlich weniger abgezogen werden (vor AG Anteil), so sinkt das Nettoeinkommen von 3.210 € auf 3.140 € (also um 70 € monatlich).

Doch wie kommt der geringere Nettolohn nun zustande? Schauen Sie einmal genauer auf die Aufstellung der Abrechnung. Dort finden Sie zwei Positionen, welche deutlich angestiegen sind.

Lohnsteuer: 1.310,75 € (statt 1.197,25 €, also +113,50 €)

Solidaritätszuschlag: 72,09 € (statt 65,84 €, also +6,25 €)

und ein verbleibendes Netto nach Krankenversicherung von 3.140,24 € (statt 3.210,86 €, also minus 70,62 €)

Aus der Summe all dieser Beträge und der reduzierten Pflegepflichtversicherung verbleibt damit am Ende ein Minus von 70 € monatlich. Dabei sind Faktoren wie eine Beitragsrückerstattung, höhere Leistungen und dergleichen auch hier nicht berücksichtigt. Vorhin bei der GKV haben wie die Zusatzversicherungen ja auch nicht berücksichtigt.

Warum ist meine Lohnsteuer nun höher, obwohl ich den Top Tarif versichert habe?

Das ist die Frage aller Fragen, denn die Beiträge sind doch hier sogar fast auf den Cent genau gleich. Dennoch gibt es einen Unterschied. Wie sagte einmal einer der Professoren so schön. „Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung.“ und in diesem Fall hilft und ein Blick in das Einkommensteuergesetz, genauer hier der Paragraph 10.

Einkommensteuergesetz (EStG)
§ 10
(1) Sonderausgaben sind die folgenden Aufwendungen, wenn sie weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind oder wie Betriebsausgaben oder Werbungskosten behandelt werden:

Beiträge zu a)
(…) 2 Für Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sind dies die nach dem Dritten Titel des Ersten Abschnitts des Achten Kapitels des Fünften Buches Sozialgesetzbuch oder die nach dem Sechsten Abschnitt des Zweiten Gesetzes über die Krankenversicherung der Landwirte festgesetzten Beiträge.

3 Für Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung sind dies die Beitragsanteile, die auf Vertragsleistungen entfallen, die, mit Ausnahme der auf das Krankengeld entfallenden Beitragsanteile, in Art, Umfang und Höhe den Leistungen nach dem Dritten Kapitel des Fünften Buches Sozialgesetzbuch vergleichbar sind;

(…) 4 Wenn sich aus den Krankenversicherungsbeiträgen nach Satz 2 ein Anspruch auf Krankengeld oder ein Anspruch auf eine Leistung, die anstelle von Krankengeld gewährt wird, ergeben kann, ist der jeweilige Beitrag um 4 Prozent zu vermindern;

So, sind wir nun schlauer? Ja, sind wird. Denn:

Für einen Versicherten in der gesetzlichen Krankenkasse sind die Beiträge vollständig, bis auf die 4% für das Krankengeld, anrechenbar.

Für einen Versicherten in der Privaten Krankenversicherung müssen wir jedoch den Beitrag hier „zerpflücken“. Anhand (fiktiver, aber nicht unrealistischer) Zahlen machen wir das dann auch einmal. So zerlegen wir die 100% des Beitrages der privaten Krankenversicherung (ohne das Krankentaggeld) wie folgt:

Hier ist nun schnell zu erkennen, was noch zur Anrechnung übrig bleibt. Von den Beitragsanteilen sind nur die drei Elemente mit dem Basisschutz zu berücksichtigen, also 54,60% + 9,88% und 15,11%. In Summe ergibt dieses also 79,59% des gezahlten Beitrages. Nur dieser „Basisanteil“ ist für die Minderung der Steuer relevant.

Damit werden, wenn wir bei den Beiträgen aus unseren Beispielen bleiben, bei der GKV 730,54 € abzüglich 4% für das Krankentagegeld = 701,34 € anrechenbar und finden Berücksichtigung. Unser privat Versicherter Kunde jedoch, der hat folgende Rechnung:

Beitrag zur PKV von 730,03 € minus 61,20 € für das Krankentagegeld = 668,83 €

von diesem Betrag sind nun die oben ermittelten 79,59% anzurechnen, also 532,21 €

Und auch hier wäre noch der AG Zuschuss zu berücksichtigen.

Obwohl also der GKV und der PKV Versicherte fast gleiche Zahlbeiträge haben, sind einmal 701 € und einmal nur 532 € anrechenbar.

Der Hintergrund ist durchaus verständlich. Der Gesetzgeber möchte natürlich nur die Leistungen berücksichtigen und begünstigen, welche allen zustehen. Klar kann auch der GKV Versicherte Kunde weitere Leistungen im Rahmen von Zusatzversicherungen (ohne entsprechende Anrechnung bei der Lohnsteuer) berücksichtigen und damit ist es wieder ausgeglichen.

Hätte ein PKV Tarif nun keine Leistungen für Heilpraktiker, keine Ein- oder Zweibettzimmer oder keine besonderen Leistungen, so wäre dieser dann auch zu einem höheren Prozentsatz anrechenbar.

Ändert sich das wieder?

Im Rahmen der Einkommenssteuererklärung sind am Jahresende zudem alle anderen Beträge und auch Erstattungen anzugeben. Benommen Sie also zum Beispiel Leistungen zurück, so mindern diese nochmals den steuerlichen Aufwand. So kann zum Beispiel die

einen solchen negativen Effekt haben. Daher sind hier neben Gedankenspielen auch Gespräche mit dem Steuerberater sinnvoll. Gerade bei Versicherten mit hohem oder höheren Steuersätzen kann ein Einreichen selbst weniger Rechnungen sinnvoll sein. So verlieren Sie im Zweifel zwar die Beitragsrückerstattung, aber der steuerliche Effekt kann durchaus höher sein. Daher ist eine pauschale und einfache Aussage „Ab welchem Betrag soll ich meine Rechnungen einreichen“ nicht (mehr) möglich. Vor 2010 sah das anders aus.

Wie kann ich das „Steuerproblem“ verhindern?

Neben dem nun ausführlich erklärten steuerlichen Effekt, gibt es aber noch den Arbeitgeberzuschuss und die Tarifleistungen. Daher sollte keineswegs die Steuer oder eine gestiegene Lohnsteuer den Ausschlag für oder gegen einen Tarif geben. Aber: Es spielt eine Rolle!

Auch der Arbeitgeberzuschuss spielt hier eine Rolle. Nehmen wir zum Vergleich noch einen „besonderen Tarif“, den COMFORT der Continentalen. Dieser Tarif hat eine so genannte fallgebundene (und unkalkulierbare) Selbstbeteiligung, ist aber billig.

In unserem Beispiel liegt der Beitrag hier unter 400 €. Dadurch sinkt aber auch der Zuschuss des Arbeitgebers auf einen geringen Betrag von hier 187 €. Über die RISIKEN der fallbezogenen Selbstbeteiligung im Tarif COMFORT der Continentalen habe ich bereits in anderen Beiträgen geschrieben.

Doch für unseren Fall bedeutet dieses, ein höheres Nettoeinkommen. Dabei gut zu sehen, die Lohnsteuer ist sogar noch ein klein wenig höher im Vergleich zu dem TopTarif, aber durch den geringen Beitrag ergibt sich dennoch ein Nettoeinkommen, welches über dem der GKV liegt.

Die richtige Mischung macht es aus

Am Ende ist es wie überall. Es gibt gar kein richtig oder falsch, es gibt aber Beratungsbedarf und damit eine Aufklärung zu dem Thema PKV und Steuer. Dieses sollte in den ersten Analysen / Vorschlägen angesprochen werden. Daher finden meine Mandanten solche Informationen auch in der ersten E-Mail, welche sich mit Tarifen und Analysen beschäftigt und damit auch diesen Punkt zum Nachlesen.

Es ist niemals gut, wenn es im Nachhinein eine Überraschung gibt mit der nicht gerechnet wurde. Zurück zu unserem Fall aus dem Chat…

Können sie mir das erklären?

Ja, kann ich und habe ich mit diesem Beitrag dann auch detailliert getan. Obwohl hier also ein Wechsel in die PKV erfolgte und der Beitrag ca. 80 € unter der GKV liegt, dennoch ist das ausgezahlte Nettoeinkommen am Ende geringer.

Grund: Das Finanzamt, oder besser das Einkommensteuergesetz.

13.
August '19

Anforderung der Krankenakte und gespeicherter Informationen – so gehts kostenlos


Die Krankenakte ist oftmals nicht ganz einfach zu bekommen. Da meinen einige Ärzte dann doch ernsthaft: „Sie müssen vorbei kommen, schicken kann ich Ihnen diese nicht.“, andere kommen dann mit einigen kurzen Auszügen um die Ecke und der Dritte sagt „ich muss Ihnen die gar nicht geben.“ Mit einigen dieser Vorurteile räumen wir nun einmal auf und schauen uns an, wie Sie schnell und kostenfrei an Ihre Krankenakte kommen.

Zunächst sei einmal auf bereits erschienene Artikel verwiesen:

Während es also schon immer möglich war, die eigene Krankenakte gegen Erstattung der Kosten für gefertigte Kopien zu bekommen, haben wir seit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung im Jahr 2018 noch eine andere Möglichkeit. Diese verbesserte Situation gilt damit ab dem Jahr 2018 und ermöglicht dem Patienten noch schneller, sicherer und kostenfrei an die entsprechenden Informationen zu kommen.

Wozu bedarf es überhaupt einer Kopie der Krankenakte?

Es gibt ganz verschiedene Gründe, warum die Einsicht in die Krankenakte wichtig und erforderlich ist. Das kann

  • – Prüfung der Diagnosen

  • – Einsicht in die abgerechneten Diagnosen

  • – Antrag auf eine Lebens-/ Berufsunfähigkeits-/ Krankenversicherung

  • – eigenes Interesse

  • – Weitergabe an einen anderen Arzt

  • – eine Zweitmeinung

oder etwas ganz anderes sein. Dabei ist es auch nicht relevant warum Sie diese Kopie haben möchten, sondern nur das Sie es möchten. Ich persönlich fordere jedes Jahr zum Jahresanfang die Unterlagen des zurückliegenden Jahres an. Das hat den Vorteil, dass ich immer alle Unterlagen greifbar habe und mich im Fall der Fälle keine Gedanken machen muss.

Weiterhin ist es auch durchaus aufschlussreich zu wissen, was andere (hier Arzt oder Krankenhäuser) über einen selbst gespeichert haben und ggf. auch, an wen diese Daten weitergeben wurden.

Wer kann den Anspruch geltend machen?

Jeder Patient/ jede Patientin hat einen entsprechenden Anspruch an den Arzt und kann die eigene Krankenakte verlangen. Bei nicht volljährigen Kindern besteht der Anspruch natürlich auch und kann durch die sorgenberechtigten Eltern ausgeübt werden.

Wollen Sie diese Unterlagen hingegen für eine andere Person bekommen, so bedarf es einer ausführlichen Bevollmächtigung, schließlich handelt es sich hier um sehr private und sensible Gesundheitsdaten. Daher ist es am einfachsten, wenn diese durch den jeweilig Betroffenen selbst beantragt werden und auch diesem zugestellt werden sollen.

Darf der Arzt mich zum „Vorbeikommen“ zwingen?

Nein. Auch wenn es einige Ärzte oder Praxismitarbeiter gibt, welche auch heute noch der Meinung sind, es ginge nur persönlich, so ist es schlichtweg falsch. Es gibt insbesondere in der DSGVO aber auch nicht in der Berufsordnung der Ärzte eine Regelung, wonach eine solche Auskunft vor Ort zu erfolgen hat. Gerade nach einem Umzug oder dem Wechsel zu einem anderen Arzt möchten Sie vielleicht gar keinen persönlichen Kontakt mehr, daher reicht es per Post vollkommen aus.

Aber: Sie müssen nachweisen können, dass Sie auch die anspruchsberechtigte Person sind. Das kann über geeignete Unterlagen wie einer Kopie des Ausweises, Reisepasses oder anderer passender Nachweise erfolgen. Eine solche Berechtigung lässt sich aber auch auf die Entfernung einreichen und prüfen.

Was Sie genau antworten können, wenn der Arzt sich dennoch weigert, das habe ich im Artikel hier beantwortet:

Wenn Arzt oder Krankenhaus die Zusendung der Krankenakte verweigern

Lassen Sie sich daher auf keine Diskussionen ein. Setzen Sie ggf. eine Frist, schreiben die Praxis erneut mit Fristsetzung an und haken Sie nach. Auch wenn es am Ende ein bisschen Arbeit macht, es sind Ihre Daten und Ihre Unterlagen.

Welche Rechtsgrundlagen gelten?

Die Regelungen zur Auskunft finden sich in der DSGVO, der Datenschutzgrundverordnung. Genauer im Artikel 15 Absatz 1, denn dort heißt es:

Die betroffene Person hat das Recht, von dem Verantwortlichen eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob sie betreffende personenbezogene Daten verarbeitet werden; ist dies der Fall, so hat sie ein Recht auf Auskunft über diese personenbezogenen Daten und auf folgende Informationen:

a.) die Verarbeitungszwecke;
b.) die Kategorien personenbezogener Daten, die verarbeitet werden;
c.) die Empfänger oder Kategorien von Empfängern, gegenüber denen die personenbezogenen Daten offengelegt worden sind oder noch offengelegt werden, insbesondere bei Empfängern in Drittländern oder bei internationalen Organisationen;
d.) falls möglich die geplante Dauer, für die die personenbezogenen Daten gespeichert werden, oder, falls dies nicht möglich ist, die Kriterien für die Festlegung dieser Dauer;
e.) das Bestehen eines Rechts auf Berichtigung oder Löschung der sie betreffenden personenbezogenen Daten oder auf Einschränkung der Verarbeitung durch den Verantwortlichen oder eines Widerspruchsrechts gegen diese Verarbeitung;
f.) das Bestehen eines Beschwerderechts bei einer Aufsichtsbehörde;
g.) wenn die personenbezogenen Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben werden, alle verfügbaren Informationen über die Herkunft der Daten;
h.) das Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung einschließlich Profiling gemäß Artikel 22 Absätze 1 und 4 und – zumindest in diesen Fällen – aussagekräftige Informationen über die involvierte Logik sowie die Tragweite und die angestrebten Auswirkungen einer derartigen Verarbeitung für die betroffene Person.

Die Kostenerstattung oder besser die Kostenfreiheit der Information findet sich in Absatz 3:

Der Verantwortliche stellt eine Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbeitung sind, zur Verfügung. Für alle weiteren Kopien, die die betroffene Person beantragt, kann der Verantwortliche ein angemessenes Entgelt auf der Grundlage der Verwaltungskosten verlangen. Stellt die betroffene Person den Antrag elektronisch, so sind die Informationen in einem gängigen elektronischen Format zur Verfügung zu stellen, sofern sie nichts anderes angibt.“

Vereinfacht bedeutet das: Fordern Sie eine Auskunft auf Grundlage des §10 der Berufsordnung für Ärzte an, so ist diese kostenpflichtig. Fordern Sie diese Informationen nach DSGVO an, ist diese kostenfrei.

Ab dem 25.05.2018 wird dieses Recht nunmehr auch durch die DSGVO gesondert geregelt. Denn zum einen gewährt Art. 15 Abs. 1 DSGVO ein Recht auf Auskunft über die verarbeiteten personenbezogenen Daten (s. o.), also über den Inhalt der Patientendaten. Zum anderen besteht nach Art. 15 Abs. 3 DSGVO das Recht auf Erhalt einer „Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbeitung sind“, d. h. insbesondere auf eine Kopie der Patientenakte.

Welche Unterlagen stehen Ihnen zu?

Ganz vereinfacht. Alle. Die Ärztekammer Berlin hat hier in einem Rundschreiben an die Mitglieder sehr schön dargelegt, welche Unterlagen bzw. das alles was der Arzt hat weiterzugeben ist.

Das Recht auf Einsichtnahme in die Behandlungsunterlagen erfasst daher sämtliche selbst dokumentierten Aufzeichnungen sowie auch Fremdbefunde, Arztbriefe und andere Unterlagen. Auch Niederschriften über persönliche Eindrücke oder subjektive Wahrnehmungen der behandelnden Ärztin/des behandelnden Arztes sind bei einem Einsichtsbegehren grundsätzlich offenzulegen. Dies gilt auch für psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungsunterlagen.

Insbesondere stehen Ihnen zu:

  • – die komplette Krankenakte

  • – Aufzeichnungen und subjektive Wahrnehmungen des Arztes

  • – alle Fremdbefunde die dem Arzt übermittelt wurden

  • – Arztbriefe

  • – Laborberichte und Befunde

  • – persönliche Notizen und Wahrnehmungen über den Patienten (auch eine Notiz wie „hat nix, jammert nur rum“ gehört also dazu

  • – gestellte Rechnungen (da auch diese pers. Daten, Diagnosen etc. enthalten)

Wie muss die Anforderung erfolgen? Kostenloses Musterformular

Eine Anforderung muss somit so erfolgen, dass es dem Empfänger möglich ist eine Berechtigung des Anfragenden zu prüfen. So ist sichergestellt, dass die Unterlagen nicht in falsche Hände gelangen und damit missbräuchlich verwendet werden können.

Sie fordern also die Unterlagen einfach auf dem Postweg an. Alternativ ist auch eine sichere, verschlüsselte E-Mail möglich oder aber eine Anforderung per Fax. In der Anforderung ist genau zu benennen, welcher Patient diese Unterlagen anfordert.

Anders als bei dem Anspruch aus der Berufsordnung für Ärzte, sind bei der Auskunft nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) keine Kosten zu befürchten. Mit dem nun verlinkten Musterformular können Sie Ihre Anforderung einfach absenden. Bitte vergessen Sie nicht, einen Identitätsnachweis beizulegen.

Sollten Sie die Anfrage elektronisch an die Arztpraxis senden, so haben Sie zwar keinen Zustellbeweis, aber können nachsehen wann diese versandt ist. Alternativ verwenden Sie ein Einschreiben (ggf. mit Rückschein) um sicher den Zugang nachweisen zu können. Bekommen Sie binnen der Frist keine Antwort, sollten Sie hier erneut tätig werden.

 

29.
Juni '19

Getsurance verändert den Krebs-Schutzbrief – Vorsorge raus, Kinder rein und neue Beiträge


In einem anderen Beitrag hatte ich bereits zur Einführung des neuen Produktes der Getsurance geschrieben. Es handelt sich dabei um einen Schutzbrief, welcher bei Krebs vor den finanziellen Folgen schützen soll. Dabei können Geldsummen versichert werden, welche die finanziellen Folgen einer solchen Erkrankung abmildern oder weitere Hilfe finanzieren.

Schutz bei Krebserkrankungen – unkompliziert und schnell?

Getsurance Krebsschutzbrief im Detail

Dort enthalten war auch ein Vorsorgebonus von 50 € pro Jahr, bei erfolgreich absolvierter Krebsvorsorge. Dieser wurde kurz nach Einführung aber wieder gestrichen- ich vermutete- es wurde schlichtweg zu teuer.

HIER RECHNEN, INFORMIEREN und ABSCHLIESSEN*

Das betritt Getsurance aber und deutete eine Veränderung der Leistungen an und eine Verbesserung nach dem Wunsch der Kunden. Diese ist nun bekannt, daher schauen wir uns die Änderung einmal genauer an.

Vorsorgebonus entfällt

Bei allen Neuabschlüssen ist der Vorsorgebonus nicht mehr enthalten. Damit wollte man ursprünglich Menschen zu Vorsorge ermutigen und versprach ihnen 50 € für die absolvierte Krebsvorsorge, ungeachtet davon wer diese bezahlt. Ein zusätzlicher Ansporn und auch hier positiv für die Versichertengemeinschaft, denn man erkennt den Krebs frühzeitig.

Anscheinend sieht Getsurance aber den Nutzen nicht (mehr) und hat den Baustein aus den neuen Bedingungen ausgeschlossen.

Kinder jetzt (mit halber Summe) mitversichert

Neu, und das ist die angekündigte Verbesserung, ist die Mitversicherung von Kindern in dem eigenen Vertrag. Dabei gibt es einige, wenige Voraussetzungen zu erfüllen. Neu findet sich in den Bedingungen daher folgender Text:

Versicherungsschutz besteht für Sie und für jedes Ihrer Kinder. Auch Kinder, die während der Versicherungsdauer zur Welt kommen, sind versichert.

Damit weiterhin Versicherungsschutz besteht, gelten folgende Regeln:

● – Das Kind ist jünger als 18 Jahre.

● – Es handelt sich um ein leibliches oder adoptiertes Kind.

● – Bei dem Kind wurde vor Versicherungsbeginn noch keine Krebserkrankung diagnostiziert. Außerdem wurden keine Symptome festgestellt, die sich später als Symptome einer Krebserkrankung herausstellen.

Auch haben Kinder nicht den vollen Anspruch.

Wir zahlen die volle Versicherungssumme an Sie aus, wenn Sie an Krebs erkranken. Wir zahlen die halbe Versicherungssumme an Sie aus, wenn eines Ihrer Kinder an Krebs erkrankt. Wenn mehrere Ihrer Kinder an Krebs erkranken, zahlen wir die halbe Versicherungssumme mehrmals aus. Die Auszahlung kann einmal pro Kind in Anspruch genommen werden.

Beitragsanpassungen um bis zu 13%

Bei der Gelegenheit wurden dann auch die Prämien gleich mit angepasst. Dabei verändern sich vorwiegend die Prämien in den höheren Versicherungssummen, währende die 10.000er Stufe in allen Altersgruppen günstiger wird.

Wer sich aber nun als 40 oder 50-jährige(r) versichern möchte, auf den warten seit der Einführung des Produktes vor einigen Monaten nun bis zu 13% mehr Beitrag.

In der nun folgenden Tabelle habe ich die alten und neuen Beiträge exemplarisch zusammengestellt und diese farblich mit geringeren (grün) und höheren (rot) Beiträgen markiert. Für einen 40jährigen mit 50.000 € Versicherungssumme ergeben sich immerhin als Raucher knapp 25 € Mehrbeitrag pro Jahr, dazu der Wegfall von 50 € Vorsorgebonus. Aber nun sind die Kinder- so denn vorhanden- mit halber Summe mitversichert.

Wie läuft der Abschluss ab?

Nach Beantwortung der Fragen erhaltet Ihr sofort online die Zusage und die Police per Mail. Dabei ist der komplette Prozess, also die Antragstellung, die Abfrage der Gesundheitsangaben und auch die Zusendung der Police elektronisch. Per Post werden hier keine Unterlagen verschickt. Auf den folgenden Link klicken und direkt rechnen. (oder auf das Bild)

HIER RECHNEN, INFORMIEREN und ABSCHLIESSEN*

Fazit

Die Veränderungen kamen schnell, erst vor einigen Monaten kam das Produkt an den Markt. Das kann man so und so sehen. Will man es negativ sehen, sieht man Prämienanpassungen kurz nach Marktantritt, ebenso der Wegfall einer Vorsorgepauschale.

Sieht man es positiv, so sind es die Hinzunahme der Versicherung der Kinder und das schnelle reagieren auf Veränderungen, auch die Prämienanpassung scheint hier aus der (kurzen) Erfahrung zu kommen. Nur so ist es zu erklären, dass nicht alle Altersstufen steigende Beiträge zu verzeichnen haben, bzw. nicht alle Versicherungssummen.

Am Ende ist es, wie schon im ersten Beitrag geschrieben. Es handelt sich um ein Produkt, welches für eine Reihe von Menschen geeignet ist. Gerade bei familiärer Vorbelastung und/ oder der Angst vor Krebs und den (finanziellen) Folgen lassen sich zumindest diese hiermit ausgleichen.

Die vollständigen Versicherungsbedingungen finden Sie hier:

Getsurance, Krebs Soforthilfe, Bedingungen Stand 06/2019

* Disclaimer: Es handelt sich um einen uns zugeordneten Link, daher erhalten wir als (Online-)Makler eine Vergütung. Soll der Vertrag durch uns betreut werden, so senden Sie uns im Anschluss bitte den Versicherungsschein und einen Maklerauftrag, da wir diese Unterlagen sonst nicht bekommen.

16.
Juni '19

Warum nur? Wenn der Berater das Krankentagegeld kündigt und neue BU’s abschließt


Es sind immer und immer wieder diese Geschichten, solche die dem Ansehen der Makler, Vertreter, Vermögens-/ Finanzberater und der ganzen Branche mehr schaden als nützen. Schlimm ist es für alle, doch den Schaden hat am Ende nur einer, der Kunde.

Klar, dieser ist oft auch nicht kritisch genug, fragt nicht nach und glaubt einem guten „Verkäufer“ schnell und oft mehr als er sollte. Das führt am Ende aber zu den absurdesten Geschichten, welche im schlimmsten Fall nicht mehr zu lösen sind. Eine solche Geschichte, wo gleich zwei Berater involviert waren und beide sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, eine solche möchte ich Ihnen heute hier erzählen.

Erzählen auch deshalb, damit es Ihnen nicht passiert, damit Sie zukünftig (noch kritischer) hinterfragen und die guten Berater, die ehrlichen, eine Chance haben zu zeigen was diese können.

Absicherungen sind wichtig, diese sichern die finanzielle Existenz und schützen damit mit Hilfe der Versicherer vor den finanziellen Folgen von Krankheit, Berufsunfähigkeit oder anderen Gefahren.

Die Geschichte beginnt vor drei Jahren. Unser Kunde Hr. B. war damals 48 Jahre alt, seit Jahren privat versichert bei der Continentale in einem der alten Bisex Tarife, genauer dem GS1. Einem Tarif aus den ganz alten Zeiten, Zeiten wo steuerliche Anrechnung der Beiträge kein Thema war und eine hohe Rückerstattung eine gute Idee.

Durch Jahrelange Leistungsfreiheit bekommt er nun auch die maximale Erstattung. Jedes Jahr werden also sechs Monatsbeiträge (steuerschädlich) an den Versicherten zurückgezahlt. Im Jahr 2018, richtiger für das Jahr 2018, waren es immerhin fast 3.000 €, also umgerechnet 250 € Nachlass pro Monat.

Zum 01. Januar gab es dann eine recht deutliche Anpassung der Beiträge. Von bisher 577 € stieg der Beitrag auf 709 €, wird aber durch einen befristeten Beitragsnachlass abgemildert

–> befristeter Nachlass – erkauft man sich Kunden durch Rabatte?

und endet so bei 651 €.

Also, für die bessere Übersicht. Gezahlt werden monatlich 651 €, davon zahlt der Arbeitgeber 50%, also bleiben für den Versicherten knapp 325 € übrig.

Dazu folgt (bei weiter bestehender Leistungsfreiheit) eine Rückzahlung von 250 €. Effektiv verbleiben somit vor Steuer ein Eigenanteil von 75 €. Mit 51 Jahren!

Krankentagegeld kann weg – wir machen eine BU, oder zwei

Bis zum Jahr 2016, der Kunde war dort 48 Jahre alt, hatte er neben der Krankenversicherung bei der Continentale auch noch ein Krankentagegeld bei der Europa. Diese ist Partner der Conti, welche kein eigenes Krankentagegeld anbot.

–> Krankentagegeld – Informationen, Berechnungen, Erklärungen

Das Krankentagegeld sichert den Einkommensausfall bei Arbeitsunfähigkeit aus. Jeder der gesetzlich versichert ist, der kennt das Krankengeld der GKV. Wer als Angestellter mindestens 6 Wochen (ggf. auch nicht zusammenhängende 6 Wochen, aber eine Krankheit) erkrankt und ausfällt, der braucht eine solche Absicherung.

Der Arbeitgeber ist nach 6 Wochen aus jedweder Zahlung heraus und privat versicherte Arbeitnehmer, wie unser Hr. B., zahlen dann auch den Arbeitgeberanteil weiter. Dazu dient also das Krankentagegeld.

–> Krankentagegeld – die richtige Höhe entscheidet

Doch dann begann das Unheil, als der Berater um die Ecke kam. Der hatte nämlich eine tolle Idee. Schließlich war der Kunde kaum krank, da braucht es auch kein Krankengeld. Viel wichtiger ist zudem eine BU Absicherung. Was das nun wieder ist, und warum das eine mit dem anderen nur bedingt etwas zu tun hat, das lesen Sie hier:

–> Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit, Invalidität – eine Erklärung im Begriffsdschungel

Also kam unser toller Berater und sprach mit dem Kunden über eine BU, oder besser zwei, denn doppelt hält schließlich besser und das Risiko muss man ja auch verteilen.

Gut, drei Monate vor dem Abschluss der neuen BU war der Kunde im Krankenhaus. Unregelmäßiger Puls, Einweisung durch den Betriebsarzt. OK, angegeben wurde das nun leider auch nicht im Antrag auf BU, aber das ist ein anderes Thema.

Das Krankentagegeld wurde also dann, zu Gunsten einer eher mäßigen (von den Bedingungen) Berufsunfähigkeitsversicherung gekündigt. Ist unser Kunde nun sechs Wochen krank, kann aber irgendwann wieder arbeiten, so hat er ein Problem.

Die PKV und alle laufenden Kosten will weitergezahlt werden, aber ein Einkommen oder eine Ersatzleistung gibt es nicht.

Neu zu versichern ist es heute auch nicht mehr, da es gesundheitlich weitere Diagnosen bezüglich Herz- und Kreislauferkrankungen gibt. Da wird unser Kunde nun wohl selbst vorsorgen müssen und sparen, sparen, sparen, um am Ende den Ausfall kompensieren zu können. Schließlich sprechen wir noch über 16 Jahre bis zur Rente.

Im Schlimmsten Fall fehlen die 2.700 € jeden Monat, solange wie Arbeitsunfähigkeit besteht.

Das ist nicht nur ein elementarer Beratungsfehler, es sorgt auch für große finanzielle Probleme.

Zwei BU’s, welche nichts voneinander wissen, mit unvollständigen Gesundheitsangaben

Abgeschlossen wurden stattdessen zwei unterschiedliche Berufsunfähigkeitsversicherungen und das bei unterschiedlichen Anbietern. Auf eine Klausel bei Arbeitsunfähigkeit hat man verzichtet, auch wenn es diese in 2016 für einige Anbieter schon gab. (Nicht bei so vielen wie heute, aber es gab sie).

Durch die Beantragung der Verträge bei zwei Anbietern (2000 € + 2000 € Rente) sollte wohl eine ärztliche Untersuchung verhindert werden. Bei den meisten Unternehmen wird ab einer Rente von 2.500 € oder mehr pro Monat eine ärztliche Untersuchung fällig. Das dient einer genaueren Einschätzung.

Aus diesem Grund sind zwei Anträge nacheinander auch besser, wie Sie hier lesen können.

–> Zwei BU Anträge sind besser, auch wenn es mehr Arbeit bedeutet

Nur so wird eine Einschätzung verbessert und ggf. bei neuen Befunden der alte Schutz gesichert. Doch das brauchte der Berater natürlich nicht, denn „vergisst“ man Angaben wie einen Krankenhausaufenthalt, dann kann auch der Versicherer nicht nachfragen.

Auch die Angabe einer anderen Beantragung oder eines bestehenden Schutzes wurde natürlich hier nicht gemacht, denn wäre dem so, so gäbe es Nachfragen und die Anforderung der Untersuchung. Das selbst dann, wenn es eine andere Rente bei einem anderen Anbieter gibt.

Was haben wir also heute?

Probleme über Probleme.

Problem 1 – fehlendes Krankengeld

Einen 51jährigen Kunden, welcher bis zum Rentenalter mit 67 wohl kein passendes Krankengeld mehr bekommen wird. Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Einnahme von Beta Blockern und mehr führt zu Ausschlüssen, hohen Zuschlägen und mehr.

Auch müsste das Krankengeld heute natürlich mit neuem Eintrittsalter und unter Verlust aller Rückstellungen von damals neu beantragt werden.

Problem 2 – Berufsunfähigkeitsschutz der wohl nie zahlen muss

Beide Verträge mit der BU Rente müssen wohl nie zahlen. Die 240 € monatlicher Beitrag könnten somit auch aus dem Fenster geworfen werden. Warum? Weil bei beiden eine Anzeigepflichtverletzung besteht. Beide Verträge sind somit unter falschen Voraussetzungen zustande bekommen und beide Versicherer könnten (und würden) im Leistungsfall zurücktreten.

Somit verlässt sich der Versicherte auf einen Schutz, den er nicht hat.

Die Probleme sind Nichtangabe des anderen Schutzes und damit Verhinderung der ärztlichen Untersuchungen auf der einen Seite, und fehlende Gesundheitsangaben auf der anderen.

Zudem haben wir auch hier das Problem – neuer Schutz heute wird wohl eher noch schwieriger, ähnlich dem Krankengeld.

Was soll der Versicherte nun tun?

Generell geht es nur in kleinen Schritten. Zunächst einmal wäre zu überlegen, die fehlenden Anhaben nach zu melden und einen nachträglichen Zuschlag oder aber einen Ausschluss in Kauf zu nehmen. Alles besser im Vergleich zu einem Rauswurf wenn es akut wird.

Zudem sind die Angaben im Antrag über anderweitigen Schutz nachzuholen und ebenfalls die Versicherer zu informieren. Auch Ausschreibungen über heute neuen, möglichen anderen Schutz, sind im Rahmen von anonymen Anfragen zu prüfen.

–> Anonyme Voranfragen und Ausschreibungen – was dabei wichtig ist

Erst nach Einschätzung der weiteren Versicherbarkeit lässt sich eine vernünftige Aussage treffen. Zudem lauert da noch ein anderes Problem. Der nächste schlaue Berater ist mit einer Tarifwechselidee für die PKV um die Ecke gekommen. Dazu aber in einer anderen Geschichte etwas mehr.

05.
April '19

Schutz bei Krebserkrankungen – unkompliziert und schnell? Getsurance Krebsschutzbrief im Detail


UPDATE: 

Den neuen Beitrag mit den (in 06/2019) geänderten Bedingungen und den neuen Prämien finden Sie hier:

Getsurance verändert den Krebs-Schutzbrief –

Vorsorge raus, Kinder rein und neue Beiträge

Die Angst oder zumindest nicht unberechtigte Sorge an Krebs zu erkranken beschäftigt derzeit viele. Natürlich kann sich niemand wirklich schützen oder gar verhindern zu erkranken. Aber. Gegen die finanziellen Folgen vorsorgen geht natürlich. Eine solche Vorsorge bieten einige Unternehmen an und aufgrund steigender Rückfragen werde ich mich mit diesem Produktbereich in den nächsten Wochen und Monaten hier im Blog genauer befassen. Los geht es mit einem Produkt und einem Anbieter, der schon einmal hier seine Erwähnung gefunden hat, GETSURANCE. in dem damaligen Beitrag und bei dem dort besprochenen Produkt ging es um eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei vorhandenen psychischen Erkrankungen. Hier lehnen viele Anbieter ab, Getsurance bietet hier einen Ausschluss an. (mehr dazu im Test der Getsurance BU in diesem Beitrag)

Zu den Risiken und Kosten bei Krebs habe ich in einem anderen Beitrag schon einiges erklärt.

zum besseren Verständnis habe ich mir das Produkt einmal genauer angeschaut und in den letzten Wochen einige Fragen aus dem LiveChat gesammelt. Diese fasse ich hier in einem Beitrag zusammen und wir schauen einmal, ob es denn wirklich so gut ist, wie die Werbung verspricht.

Warum noch eine Versicherung? Zahlt das nicht meine Krankenkasse/ PKV?

Klar, medizinisch notwenige Behandlungen und Medikamente zahlt die gesetzliche Krankenkasse oder der private Krankenversicherer. Dabei werden hier natürlich zurecht die Maßstäbe angesetzt, die auch für andere Behandlungen gelten. Eine Behandlung muss medizinisch notwendig sein und wissenschaftlichen Standards genügen.

Dennoch gibt es viele Angebote, Hilfen und unterstützende Maßnehmen, welche hier nicht bezahlt werden. Das kann eine weitere Meinung sein, die man sich privat einholen möchte oder bei einem Arzt, der keine Kassenzulassung hat. Ebenso lassen sich hiermit natürlich andere Kosten finanzieren. Es können alternative Behandlungsmethoden sein, aber auch ein Urlaub nach der Diagnose, eine Absicherung einer Haushaltshilfe oder auch eine Absicherung der Hinterbliebenen. Diese wird dann, anders als eine Lebensversicherung, eben nicht erst bei Tod gezahlt.

Weiterhin zahlt auch die gesetzliche oder private Krankenversicherung die dort versicherten Leistungen. Wer aber zum Beispiel als GKV Patient eine spezielle Behandlung bei einem Privatarzt versichern möchte, der kann dieses mit einem solchen Produkt tun.

Was ist der Unterschied zu einer Krankenzusatzversicherung?

Der wesentliche Unterschied liegt in dem Produkt selbst. Während eine Krankenversicherung als Zusatzabsicherung zur GKV oder auch die PKV eine Kostenerstattung vornimmt, wird bei der Krebsversicherung eine einmalige Summe ausgezahlt.

Es ist daher nicht notwendig Rechnungen einzureichen oder diese prüfen zu lassen, sondern die Leistung wird bei bestätigter Diagnose ausgezahlt und ist gerade NICHT an eine feste Verwendung gekoppelt. Ob Sie von dem Betrag nun in den Urlaub fahren, eine Haushaltshilfe bezahlen, letzte Wünsche erfüllen oder das Geld als Schutz für die Hinterbliebenen verwenden ist völlig Ihnen überlassen.

Das Einreichen einer Rechnung ist nicht nötig, eine bestätigte Diagnose ist für die Leistung Voraussetzung.

Was genau ist versichert?

Wie auch bei anderen Produkten bedarf es hier Versicherungsbedingungen. Diese habe ich am Ende der Seite verlinkt, so können Sie auch hier alle Details in Ruhe nachlesen.

Es wird die Diagnose und das Bestehen einer Krebserkrankung als Leistungsvoraussetzung genannt. Das bedeutet auch, Vorstufen von Krebs werden nicht geleistet, die Diagnose muss feststehen. Dazu heißt es in den Bedingungen:

„Wir zahlen die vereinbarte Versicherungssumme aus, wenn bei der Versicherten Person Krebs diagnostiziert wird. Der Versicherungsschutz gilt weltweit.“

Was Krebs ist, regeln auch hier die Versicherungsbedingungen genauer.

Es ist also zwingend erforderlich, einen Pathologiebericht eines FACHarztes zu haben, der genau die Diagnose Krebs bestätigt. Dabei ist es möglich, diesen einfach als Foto per Smartphone einzureichen. Mehr dazu unter der Frage „Wann wird ausgezahlt? Gibt es Wartezeiten?“

Neben der Diagnose ist der Nachweis der Krankenversicherung zu erbringen. Das bedeutet, Sie fordern bei der gesetzlichen Krankenkasse eine Patientenquittung der letzten 18 Monate an. Der Grund hier ist einfach. Mit Einsicht in diesen Auszug kann der Versicherer erkennen, ob schon davor Behandlungen bei Krebs durchgeführt wurden. Auch kann es passieren, dass der Pathologiebericht nicht aussagekräftig ist, dann behält sich der Versicherer Nachfragen/ Nachprüfungen vor.

Wann wird ausgezahlt? Gibt es Wartezeiten?

Ausgezahlt wird also dann, wenn die Diagnose feststeht und bestätigt wurde. Dabei muss unterschieden werden, ob die Wartezeit schon erfüllt ist. Es gilt eine Wartezeit von 6 Monaten. Erst nach Ablauf der 6 Monate Wartezeit ist eine Leistung möglich. Wer sich also jetzt zum 01.05. versichert, der hat einen Anspruch auf Leistungen bei festgestellter Krebsdiagnose ab dem 01. November. Wir vorher eine Erkrankung diagnostiziert, so endet die Versicherung und die bereits bezahlten Beiträge werden wieder ausgezahlt.

Wie kann ich den Schutz kündigen oder ändern?

Ein Vorteil des Produktes ist die Flexibilität. Die Getsurance Krebs Soforthilfe kann monatlich gekündigt werden. Wenn Sie also entscheiden, der Schutz ist nicht mehr nötig, so ist eine Kündigung jederzeit möglich. Diese Kündigung kann jederzeit zum Monatsende erfolgen.

Alternativ zur Kündigung ist die Reduzierung der Versicherungssumme möglich. Auf ein Minimum von 5.000 € Leistung kann Ihr Schutz heruntergefahren werden und reduziert somit auch die Beiträge.

Rückkehr auf die alte Summe

Innerhalb von 12 Monaten nach der Reduzierung kann der Schutz wieder auf die alte Summe angehoben werden. Hierfür fällt dann keine Gesundheitsprüfung an. Voraussetzung ist aber auch hier, dass noch keine Diagnose Krebs gestellt wurde.

Gefahren, Lücken, Tücken der Krebs Soforthilfe

ACHTUNG: Die Tarife unterscheiden sich nach Raucher und Nichtrauchertarifen. Wer in den letzten 12 Monaten vor Antragstellung nicht geraucht hat und auch nicht aktiv sonst Nikotin konsumiert hat, der ist Nichtraucher.

ABER AUCH wenn Sie WÄHREND DER LAUFZEIT das Rauchen anfangen, muss dieses angezeigt werden, eine solche Anzeige muss unverzüglich (also ohne schuldhaftes Verschulden) erfolgen. Diese kann per Mail oder über das Kundenportal erfolgen. Dabei verändert sich dann der Beitrag. Getsurance verzichtet ausdrücklich auf das Recht, dann wegen Gefahrenerhöhung zu kündigen. Aber: Rückwirkend zum Beginn des Rauchens erhöht sich dann der Beitrag auf den Normaltarif für Raucher.

Vergessen Sie eine solche Mitteilung, so wird im Leistungsfall die Leistung reduziert. Also statt einer Erhöhung des Beitrags bekommen Sie dann die Versicherungssumme ausgezahlt, welche Sie mit dem bezahlten Betrag im Rauchertarif versichert haben könnten.

Das ging schnell. Kaum beworben, schon hat man sich entschlossen die Vorsorge für (Neu-)Kunden nicht mehr anzubieten. Das war dann wohl am Ende doch zu teuer. 

Zusatzleistung 50 € für die Krebsvorsorge

Anders als in dem Krebsschutz gelten hier keine Wartezeiten. EINMAL jährlich können Sie- bei Nachweis der Vorsorge- eine BONUS VON 50 € in Anspruch nehmen. Dabei ist es vollkommen egal, ob Sie damit eine Vorsorgeuntersuchung bezahlt haben oder bezahlen wollen. Selbst wenn die Krankenkasse oder der PKV Versicherer diese Untersuchung bezahlt (hat), bekommen Sie diese 50 € Bonus.

Es ist eine „Belohnung“ dafür, dass Sie die Vorsorge machen lassen und keine Erstattung der Untersuchungskosten.

Ersetzt diese Versicherung ein anderes Produkt? Meine Berufsunfähigkeits- oder meine Krankenversicherung?

Nein. Kein anderes Produkt in Ihrer Absicherung wird dadurch ersetzt. Die Leistungen aus der Getsurance Krebs Soforthilfe sind nur ergänzend zu sehen. Sie schaffen finanziellen Freiraum im Falle einer Krebserkrankung und bieten die Möglichkeit eine entsprechende Summe als Einmalbetrag zu bekommen.

Die Leistungen bei Berufsunfähigkeit (die eine Krebserkrankung auslösen kann aber nicht muss) bleiben hiervon völlig unberührt. Auch Leistungen aus der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung haben damit rein gar nichts zu tun.

Welche Gesundheitsfragen werden gestellt?

Der Versicherer fragt hier nur nach vier Gesundheitsfragen, dazu sind Angaben zu Größe und Gewicht nötig. Dabei geht es primär um die Frage nach dem Rauchen und nach der Bluterkrankheit. Dazu kommen die Frage nach Behandlungen wegen Tumoren UND die Frage nach ausstehenden Untersuchungsergebnissen.

Wie läuft der Abschluss ab?

Nach Beantwortung der Fragen erhaltet Ihr sofort online die Zusage und die Police per Mail. Dabei ist der komplette Prozess, also die Antragstellung, die Abfrage der Gesundheitsangaben und auch die Zusendung der Police elektronisch. Per Post werden hier keine Unterlagen verschickt. Auf den folgenden Link klicken und direkt rechnen. (oder auf das Bild)

HIER RECHNEN, INFORMIEREN und ABSCHLIESSEN

Welche Summen können versichert werden?

Der Versicherungsschutz ist zwischen der Einmalzahlung von 10.000 € und einer maximalen Summe von 100.000 € versicherbar. Dabei solltet Ihr beachten, für Antragsteller nach dem 45. Lebensjahr gilt ein Höchstbetrag von 50.000 €.

Im Falle von Zahlungsschwierigkeiten ist- wie bereits beschrieben- eine Reduzierung bis auf den Betrag von 5.000 € möglich.

Wie hoch sind die Beiträge?

Die Beiträge werden von drei Faktoren beeinflusst.

  • – 1. dem Eintrittsalter
  • – 2. der gewünschten Summe
  • – 3. dem Status Raucher oder Nichtraucher

Zur Orientierung hier einige Beiträge: (Hinweis: Der Gutschein für die beiden kostenfreien Monate gilt nur bis Mitte August)

Getsurance Krebs Soforthilfe – Fazit

Die Soforthilfe bei Krebs ist immer dann sinnvoll und hilfreich, wenn eine solche Diagnose zu einer finanziellen Belastung wird. Wer ausreichende Rücklagen hat und diese im Fall der Fälle auch direkt verfügen kann, der wird so einen Schutz nicht brauchen.

Wenn Sie aber bei einer solchen Diagnose andere Behandlungen nutzen wollen, welche sich ggf. nicht von der PKV oder GKV abdecken lassen oder Kosten bestreiten müssen um die Familie, Kinder und den Haushalt nach einer solchen Erkrankung weiter zu finanzieren, dann ist eine solche Absicherung durchaus angeraten.

Wichtig ist zu verstehen, es ist keine Erstattung von Kosten, sondern die Auszahlung einer vereinbarten und versicherten Summe. Auch die 50 € jährliche Rückzahlung bei Krebsvorsorge ist nicht an eine Rechnung gebunden, sondern wird als „Belohnung ausgezahlt“.

HIER RECHNEN, INFORMIEREN und ABSCHLIESSEN*

Durch die flexible und monatlich mögliche Kündigung können Sie flexibel reagieren und den Vertrag anpassen oder wieder kündigen. Der Onlineabschluss ist mit wenigen Fragen möglich. Bitte beachten Sie noch, der Gutschein für die beiden kostenlosen Monate ist befristet.

Die vollständigen Versicherungsbedingungen finden Sie hier:

Getsurance, Krebs Soforthilfe, Bedingungen Stand 11/2018

*Disclaimer: Es handelt sich um einen so genannten Affiliatelink. Als (Online-)Makler erhalten wir hierfür eine Vergütung.