Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

18.
Januar '21

Ein besonderes Jahr braucht einen besonderen Rückblick und ein wenig Ausblick


Das Jahr 2020 wird wohl das sein, wovon wir noch lange unseren Kindern und Enkeln erzählen, das Jahr, in welchem alles anders war. Januar 2020, wie immer war ich weniger im Büro und nutze die Zeit einmal mehr etwas zu planen, Blog und Webseite anzupassen und einfach etwas von dem vorangegangenen Jahresende „runter zu kommen“ 

All die Anfragen die im letzten Jahr nicht geschafft wurden oder die einfach „noch Zeit hatten“, die plante ich auch hier schon für den Februar ein und hatte somit einen gut gefüllten Kalender. Krankheitsbedingt verschob sich dieser Plan dann noch etwas in den März, aber dann, dann sollte es langsam wieder losgehen. 

Los ging es, langsam war da aber nix. Der Beginn der Pandemie kam schneller und die Folgen deutlicher, vorgestellt hatte sich das so wohl niemand und auch dachte wohl niemand daran, wie lange uns das noch beschäftigen würde. Ich plante den verpassten Familienurlaub einfach für den Herbst, war ja nicht wild. Eine durchaus naive Planung, wie sich später herausstellen wird. Aber da ich grundsätzlich optimistisch bin, wird es schon wieder gehen, fragt sich nur wann.

Doch zurück zum eigentlichen Thema, meinen Beratungsfeldern der Privaten Krankenversicherung und der Absicherung der Arbeitskraft. Die Themen haben, zumindest bei uns hier, kein wirkliches hoch und tief, die sind einfach ganzjährig da- Danke dafür auch an jede Weiterempfehlung, jede Nachricht und was auch sonst über meine Beratung berichtet wird. 

Daher ging es auch in 2020 also zunächst im Frühjahr an die letzten „übergebliebenen“ Beratungen aus dem Vorjahr. Schnell vermischte sich das mit einem Ansturm, den es so in den Vorjahren nicht in der Form gab. 

Ich habe es in einigen Telefonaten schon immer einmal wieder erklärt, ich weiß nicht genau wo dieses Interesse und die gesteigerte Nachfrage in der hohen Form plötzlich herkam. Klar, seit 20 Jahren bin ich in der ausschließlichen Beratung der privaten Krankenversicherung und der Absicherung bei Berufsunfähigkeit unterwegs. Mit steigenden Kundenzahlen wird natürlich auch die Anzahl von Mundpropaganda größer und damit steigt auch die Anzahl der Anfragen und Beratungswünschen. Das ist auch gut so und ich mache das weiterhin sehr gern, kann aber oft nicht alle Anfragen abbilden. Dazu aber in einem anderen Beitrag einmal etwas mehr, auch zu einer kurzen Umfrage die ich neulich gestartet habe. 

Zuerst einmal aber zurück zu meiner Vermutung, warum der Anstieg exponentiell war. Interessantes Wort übrigens, haben wir in diesem Jahr leider zu oft gehört und kennt nun sicher jeder, trifft es aber in Bezug auf die Anfragen zu Beratungsterminen ganz gut.

„Die Einschläge kommen näher.“

Über das Jahr, speziell nach den Entwicklungen im Frühjahr hat sich bei meinen Anfragen etwas verändert. Die Interessenten, welche sich mit den Themen Berufsunfähigkeit und damit dem Verlust der Arbeitskraft beschäftigen, werden deutlich jünger. So machen sich gerade die jungen Menschen, entgegen allen Unkenrufen, Gedanken, was im Fall der Fälle mit dem eigenen Einkommen passiert. Wie sicherer ich meinen Lebensstandard, wie schütze ich meine Familie und einiges mehr.

Auch die Nachfrage nach der Privaten Krankenversicherung und einem umfassenderen Schutz der eigenen Gesundheit steig stark an. Ob das jetzt an der Pandemie, den Aussichten oder einfach der nun deutlich mehr vorhandenen Zeit lag, das vermag ich nicht zu beurteilen. Klar ist aber, Menschen aller Altersklassen machen sich Gedanken, wo diese eine passende und individuelle Gesundheitsvorsorge aufbauen können. Dabei geht es gar nicht um einen vorher festgelegten Weg wie GKV oder PKV. Es geht vielmehr darum fundiert und in einer Detailtiefe die Themen zu verstehen und dann eine Entscheidung treffen zu können.

„Bilden Sie mich aus, ich will es verstehen!“

Dieser Satz viel in einer Anfrage eines Interessenten und spiegelt das wieder, was ich seit Jahren erlebe. Auch wenn einige Kollegen weiterhin der Meinung sind, niemand will hunderte Seiten mit Auswertungen, Gegenüberstellungen oder Tabellen lesen. „Er will nur schnell ein kurzes Angebot und dann eine Empfehlung.“ Solche Aussagen kann ich bei meinen Kunden nicht nachvollziehen und hielt ich auch für nicht richtig. Eine Lebensentscheidung ist eine Entscheidung für Ihr Leben, nicht meins. Ich kann unterstützen, erklären, helfen, aber eben nicht entscheiden für Sie.

Wie wissbegierig meine Interessenten sind, zeigt sich an einem kleinen Beispiel. 

Wer schon einmal in meiner Beratung war weiß, dass gerade bei der Privaten Krankenversicherung die erste Auswahl einiger Tarife gern einmal dreißig, vierzig oder fünfzig Seiten lang sein kann. Das ist die Kurzversion, die Tarife in einer tabellarischen Übersicht direkt vergleicht. Dazu kommen Vergleiche einzelner Bedingungsaussagen, Erläuterungen und Modellrechnungen. 

Oft gebe ich in nach den ersten Gesprächen und vor dem Versand von Unterlagen einen Tipp. 

„Nehmen Sie sich beim ersten Lesen der Unterlagen direkt zwei unterschiedlich farbige Stifte. Grün und rot, blau und gelb, gern auch rosa, was Ihnen gefällt. Die eine Farbe ist die „gute“, die andere eher „schlecht“. So lassen sich bei dem Lesen von Tarifvergleichen gut die Punkte markieren die Ihnen wichtig(er) sind und gut gefallen, ebenso aber die festhalten, die wir besprechen, klären oder ausräumen müssen.“

Manchmal senden mir meine Kunden die Unterlagen dann bunt zurück, manchmal besprechen wir diese Schritt für Schritt in der nächsten Beratung. Auch diesmal bekam ich die Unterlagen vorher als pdf Datei zurück geschickt und wunderte mich etwas über den Text.

„Entschuldigen Sie bitte, aber es hat etwas länger gedauert, daher musste ich auch den letzten Termin verschieben, aber nach den ersten hundert Seiten brauchte ich mal ein paar Tage Pause.“

Schnell klickte ich auf „öffnen“ um mir die Markierungen anzusehen. Hunderte Seiten? Es waren doch nur knapp 50. Was hatte der Interessent aber gemacht? Nicht nur die Auswertung und Analyse markiert, sondern jede einzelne Seite der Versicherungsbedingungen aller fünf Gesellschaften gelesen und markiert. Kommentare dran geschrieben und damit die nächsten Beratungsstunden perfekt vorbereitet. Auch so kann es gehen und da hat jemand „Lebensentscheidung“ nicht nur wichtig genommen, sondern sich in einer beeindruckenden Detailtiefe damit beschäftigt. 

Nach einigen Wochen schrieb mir ein anderer Kunde dann nach mehreren Beratungen. 

„Nachdem wir so viel Zeit in Telefonberatungen verbracht haben und ich fast jeden Tag der letzten Wochen irgendetwas in den Bedingungen gelesen oder markiert habe, fehlen mir das Kleingedruckte schon ein wenig. Eigentlich schade, dass nun alles in trockenen Tüchern ist.“

Versicherungen machen Spaß. Das es kein Einzelfall ist, können Sie hier bei den Referenzen bei vielen nachlesen.

OK, vielleicht nicht jedem so viel wie mir, aber wenn Sie sich damit beschäftigen wollen, sind Zusammenhänge und Formulierungen schon spannend.

Neuerungen in der Beratung im letzten Jahr

Wer sich bisher zu den Themen PKV und BU beraten lassen wollte, der hatte schon immer erst einige Hausaufgaben auf der Liste. Ist es doch am Ende wie beim Arzt. Ohne sorgfältige Diagnose auch keine Medizin. Wenn ich nicht weiß was Sie suchen, kann ich ihnen nicht sagen was es passendes gibt. 

Stellen Sie sich die folgende Situation vor:

Sie wachen am Morgen mit starken Kopfschmerzen auf. Können sich kaum konzentrieren und lassen alles stehen und liegen und fahren noch vor dem ersten Kaffee zum Arzt. Die Koryphäe fragt was Sie haben… Sie antworten mit „Kopfschmerzen“. Ohne weitere Nachfragen und nach nicht mal 30 Sekunden kommt: „Nehmen Sie das, drei Wochen lang.“

Wie hätten Sie hier reagiert? 

Es macht eben schon einen Unterschied ob die Kopfschmerzen von einem etwas verspannten Nacken oder einer Erkältung kommen, oder Folge eines Hirntumors sind. Oder?

Genau so ist es auch bei beratungsintensiven Produkten. Ohne sich vorher genau anzuschauen welche Ursache, Wünsche und Hintergründe der Wunsch nach Beratung hat, ist keine sinnvolle und begründete Beratung oder gar Empfehlung möglich. Alles andere ist unseriös und hat so gar nichts mit ehrlicher Beratung zu tun.

Doch zurück zu den Hausaufgaben. Diese bestanden (und tun sie noch) aus einem recht umfangreichen Kriterienfragebogen für die Private Krankenversicherung oder die Berufsunfähigkeitsversicherung. 

Im Jahr 2020 ist dieser nun einen Schritt weiter digitaler und interaktiver geworden. War es bisher ein ausführbares pdf, gibt es nun auch einen interaktiven Fragebogen. Einen, der Fragen ein- und ausblenden kann, je nachdem wie die vorherigen Antworten aussahen. So lassen sich Nachfragen vermeiden und einige Punkte noch gezielter erfragen.

Interesse an einem solchen Fragebogen? HIER Beratungsanfrage stellen!

Auch in diesem Jahr wird es noch einige technische Verbesserungen geben, vielleicht wird sogar die Seite endlich neu gestaltet. Seit Jahren, das ist schon etwas peinlich, ist das auf der Liste und ich komme neben dem Tagesgeschäft nicht dazu.

Zuerst dachte ich im Frühjahr, es wird ruhiger und nun gehen wir es an. Leider passierte ganz das Gegenteil. Und bei meinen Prioritäten ist dann eine Beratung oder einfach einmal eine halbe Stunde Livechat und ein Tipp deutlich über der neuen Seite angesiedelt. Dennoch bin ich mir bewusst, dass dieses kommen muss.

Noch ein wenig Rückblick

Im Jahr 2020 änderten sich die Anforderungen auf Kundenseite nochmals. Niemand wollte „billig“, sicher auch weil ich es gebetsmühlenartig immer wieder predige. Geld sparen tut mit der Privaten Krankenversicherung niemand und auch eine Absicherung bei der Berufsunfähigkeit kostet Geld, sichert aber die Zukunft.

Die Anfragen sind nochmals leistungsorientierter geworden. Das Bewusstsein vieler Interessenten liegt noch mehr auf Leistung im Fall der Fälle. Fast ganz weg von „ich fange erstmal leistungsschwächer an, ich bin ja jung“, hin zu: „wenn ich es mache, mache ich es richtig“.

Auch auf Versichererseite hat sich hier etwas verändert. Tarife werden besser, klarer und die Kommunikation ehrlicher. Formulierungen lesen sich nun nicht mehr wie Fachchinesisch, sondern auch die Versicherer versuchen sich zu ändern. Klar geht das langsam, klar ist nicht sofort alles gut. Aber sowohl in der Zusammenarbeit mit vielen Unternehmen allgemein, auch bei direkten Fragen oder Absprachen bleibt es bei einer sehr angenehmen Zusammenarbeit. Auch wenn nicht immer alle einer Meinung sind, steigt Jahr für Jahr das Verständnis.

Doch das Wichtigste zum Schluß

DANKE! Danke an Sie alle. 

Jede Einzelne, jeden Einzelnen der das Blog oder die Seite liest. Bei Fragen, einfach Fragen. Wie immer.

Weitere Beiträge die Sie interessieren können?

Und nun, nun schauen wir gemeinsam in ein- hoffentlich nicht ganz so turbulentes- 2021. Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben alles Gute und zusammen bekommen wir das sicher hin. Zu glauben es wäre nicht so, dazu bin ich von Natur aus zu optimistisch.

02.
Oktober '20

24 Jahre Spaß – DANKE!


Jahrestage und Jubiläen kann man feiern oder sich auch einfach jeden Tag auf seinen Job und seine Kunden freuen. Ich habe mich für letztes entschieden.

Dennoch möchte ich ein paar kurze Worte loswerden, hier und jetzt. 24 Jahre Spaß – DANKE! Was es gut beschreibt und gar nicht von mir ist, ist ein Zitat aus einer Kundenbewertung nach einer Beratung:

„Sie leben Ihren Beruf und schaffen es mit so einer Begeisterung über Tarife, Bedingungen und Formulierungen zu sprechen, da habe selbst ich Spaß am Lesen von Versicherungsbedingungen.“

24 Jahre in der Versicherungsbranche

Heute vor 24 Jahren, am 01. Oktober 1996 habe ich mich entschieden in eine Branche einzutauchen, die den schlechtesten Ruf überhaupt hat. Die Versicherungswirtschaft und gerade die Berater dort kommen im Ranking erst nach vielen anderen Berufen. Ein absolut gruseliges Image.

Interessant in dem Zusammenhang ist aber seit Jahren dennoch ein anderer Fakt. Das Ansehen der Branche ist schlecht und wird nicht besser. Das Ansehen des eigenen Beraters hingegen gut. Fragen Sie einmal Ihren Nachbarn, Freund oder Kollegen wie er das Image der „Versicherungsfuzzies“ so sieht und fragen direkt danach wie „sein“ Berater so ist. Da tun sich durchaus große Diskrepanzen auf.

Doch zurück zu mir. Wie Sie seit Jahren bei dem „Über mich“ hier auf der Seite lesen können, hat es mich über die DEVK Versicherungen zu den Sparda Banken und dort auch in die Bereiche Baufinanzierung und Anlage verschlagen.

Nach einem schweren Autounfall 2000 wollte ich dann eine Veränderung und es wurde mein persönliches Steckenpferd, die biometrischen Risiken. Vielleicht- rückblickend- war es auch das selbst erlebte. Also meine große Freude über eine gute und umfassende Krankenversicherung, die mir damals ein Kollege erklärt und beraten hat. Schon seine Aussage damals

„Mach etwas Ordentliches oder such Dir einen anderen Berater, ich mache solchen Billigmist nicht.“

hat mich im Nachhinein tief beeindruckt.

Aus Überzeugung das Richtige tun. Auch gegen einen Abschluss, auch gegen das eigene Geschäft.

Nach meinem Unfall im Jahr 2000 musste eine Entscheidung her. Noch im Krankenhaus habe ich für mich eine solche getroffen und überlegt „Was machst du jetzt anders?“. Die Entscheidung Kunden auf die Distanz via Telefon und E-Mail zu beraten war eher eine zufällige. Meine Wahl auf die Spezialisierung und die reine Beratung in biometrischen Risiken (Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und Vorsorge) war eine bewusste und gewollte Auswahl.

Internetadressen wie „online-pkv.de und online-bu.de“ eine Schnapsidee vor dem Einschlafen. Also wieder aufstehen, Computer anschalten, Domains reservieren. Rückblickend eine der besten Entscheidungen meines beruflichen Lebens. Und nach dem „24 Jahre Spaß“ kam das Einhorn. Dazu aber in den kommenden Wochen mehr.

„Das geht so nicht, das wirst du schon noch merken.“

Als ich dann anfing beratungsintensive Produkte wie die private Krankenversicherung am Telefon erklären zu wollen, haben viele der Kollegen mit dem Kopf geschüttelt und mir lang und breit erklärt warum das alles so nicht gehen kann. Einige haben mich belächelt, andere wohl gedacht „lass den Spinner mal machen, er wird es schon merken.“

Habe ich, also es gemerkt. Anders sein, ein Einhorn sein.

Schnell habe ich- ganz ohne Coaches und Marketinggurus Sachen einfach so gemacht, wie ich diese gerngehabt hätte. Umfangreiche Analysen zu Tarifen erstellt, damals noch mit „Rendite 2000“, der Vergleichssoftware schlechthin. Teuer aber mit wenigen Alternativen. Da musste ich noch Cover für Analysen selbst basteln, die vorgegebenen waren mir zu hässlich. Als ich dann anfing mir ein Bindegerät zu kaufen und 50, 60 oder mehr Seiten Tarifauswertung und Bedingungen ausgedruckt habe und meinen Kunden als Buch geschickt, erklärten mich die Kollegen endgültig für Irre.

60 Seiten Texte, für eine simple Krankenversicherung. Das liest kein Mensch.

„Versicherungen werden verkauft, am Tisch im Wohnzimmer beim Kunden“ und „Du hast keine Ahnung.“ waren die Aussagen. Wenn Du da nicht sitzt, dann macht es der Vertreter um die Ecke. Wieder glaubte ich das nicht und habe weiterhin es so gemacht, wie ich es für richtig hielt. Ohne jemals ein Marketingbuch oder etwas Derartiges gelesen zu haben.

Ich habe (und tue es noch) geliebt was ich tue. Jeden Morgen neu und jeden Kunden aufs Neue. Über die Jahre wurden die Anfragen mehr, immer mehr Menschen bekamen von Ihren Kollegen, Freunden und Bekannten erzählt „da ist einer, der lebt das Thema, der ist das wandelnde Lexikon der PKV“ (O-Ton Hr. S. aus H.)

Bei einigen Aussagen in Bedingungen oder Test konnte ich nicht nur mit dem Kopf schütteln, es hat mich auch geärgert, wenn mich Versicherer für dumm verkaufen wollen. Die Gothaer Hilfsmittelgarantie war wohl ein solcher Fall. Eine Geschichte, die mich über Monate und Jahre begleitet hat und durch den Markt getragen wurde wie ein grüngestreiftes Kamel.

Veränderungen hin zu besseren Bedingungen oder besser klareren Formulierungen und mehr Sicherheit hat es in den letzten Jahren gegeben. Unzählige.

In mittlerweile knapp 1.300 Blogbeiträgen lesen jedes Jahr über 2.500.000 Menschen Aussagen zu Tarifen und Bedingungen, Fallen in der Beratung oder Risiken in Tarifen. Dazu kommen Berichte und Warnungen vor Fallstricken in Beratungen oder vor dubiosen Kollegen.

2,5 Mio. Leser – Kunden, Berater, Vorstände

Auch wenn es nicht jeden Tag einen neuen Beitrag gibt, das ist zeitlich gar nicht drin, versuche ich aktuell zu bleiben. Dabei greife ich neben aktuellen Themen gerade Fälle auf die Gefahren aufzeigen und somit bei rechtzeitigem Lesen Fehler vermeiden.

Viele Vorstände von Versicherern und Vertrieben lesen mit und viele meiner Beiträge kursieren in internen Newslettern, Empfehlungen an die eigenen Berater oder auch als Warnung „Pass auf, dass Du nicht bei dem Hennig im Blog landest.“

Das ist absolut nicht böse gemeint. Ich habe aber durchaus eine Abneigung gegen schlechte Beratung und „den Kunden über den Tisch ziehen“. Klar leben Berater von Provisionen und Courtagen, wie jeder Händler und jeder Unternehmer vom Geld seiner Kunden lebt.

Dennoch möchte ich morgens, beim Vorbeigehen an meinem Spiegel im Flur oder Badezimmer nicht erschrecken und zusammenzucken müssen.

„Großartige Beratung mit Rundumblick und absolutem Detailwissen.“

Diesen Satz schrieben mir schon einige Kunden in die Referenzen. Das ist genau das, was ich glaube was richtig ist. Ausbilden und selbst entscheiden lassen. Nur wer weiß was es gibt, kann sagen was er möchte.

Ausbildung und Information, statt einfacher Tarifempfehlungen. Das habe ich bereits vor 20 Jahren mit einem Fragebogen begonnen. Damals noch drei Seiten zum von Hand ausfüllen, heute als pdf oder Onlinefragebogen. Aber nur wenn ich weiß was Sie gern möchten, wenn SIE WISSEN WAS SIE MÖCHTEN!

DANKE, DANKE, DANKE!

An jede einzelne Kundin und jeden Kunden. Jede Interessentin und jeden Interessenten.

Auch und gerade wegen Ihnen macht mir das solchen Spaß. Egal ob LiveChat, Telefonate oder Mails. Ich freue mich auf die kommenden Jahre und Jahrzehnte und versuche auch weiterhin mein Bestes.

Fragen? Einfach fragen!

Spende Kinderhospiz Sternenbrücke

 

Zur Feier des Tages habe ich mich – außer der Reihe neben meinen regulären Spenden – für weitere (je 100 €) Spende an das Kinderhospiz Sternenbrücke und den Verein Kinderlachen 009 eV meiner Hausärztin entschieden.

Wer sich beteiligen möchte:

Onlinespende Verein Kinderlachen 009 oder Onlinespende Kinderhospiz Sternenbrücke

Spende Verein Kinderlachen

 

05.
September '20

Rechengrößen zur Sozialversicherung 2021, neuer Arbeitgeberzuschuss 2021 und neue Jahresarbeitentgeltgrenze 2021 (vorläufig)


Wie auch in den letzten Jahren, ändern sich auch in 2021 der Arbeitgeberzuschuss 2021 und die Rechengrößen zur Sozialversicherung ab dem 01. Januar 2021. Dabei sind es auch dieses Jahr wieder vorläufige Größen, da diese noch der Zustimmung des Bundesrates bedürfen. Jedoch hatten wir in den letzten Jahren nie eine Veränderung der Werte nach Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen aus dem Referentenentwurf zur Sozialversicherungs-Rechengrößen­verordnung 2021.

Arbeitgeberzuschuss 2021, Beitragsbemessungsgrenze 2021 und alle Rechengrößen zur Sozialversicherung als Übersicht

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • – die neuen Rechengrößen zur Sozialversicherung 2021

  • – die Berechnung des Arbeitgeberzuschusses 2021 zur Kranken- und Pflegeversicherung für PKV Versicherte

  • – die Jahresarbeitentgeltgrenze 2021

  • – steigende/ neue Höchstbeträge zur gesetzlichen Krankenversicherung

  • – weitere Sozialversicherungswerte 2021

Ebenso finden Sie am Ende des Beitrages zum kostenfreien DOWNLOAD

  • – Übersicht über die Sozialversicherungswerte 2021

  • – Änderungen der Rechengrößen im Vergleich zu 2020

Die Werte ändern sich Jahr für Jahr aufgrund des gesetzlichen Automatismus und orientieren sich an dem gestiegenen Durchschnittseinkommen. Durch diese Änderungen ergeben sich im Jahr 2021 ein steigender Arbeitgeberzuschuss zur Privaten Krankenversicherung (PKV) und ebenso die neuen Höchstbeiträge der gesetzlichen Krankenkasse.

Änderungen an den Werten zur Arbeitslosenversicherung, der Pflegeversicherung und eine Änderung des durchschnittlichen Zusatzbeitrages der gesetzlichen Krankenkassen (aktuell 1,1%) ist derzeit noch nicht geplant/ bekannt.

Hinweis an Kollegen: Unverändert können diese gern genutzt und weitergegeben werden. Für eine Nutzung mit eigenem Logo oder verändert, kontaktieren Sie mich bitte vorab.

Grundlage aller Zahlen und Werte in den Übersichten ist der Referentenentwurf zu den Sozialversicherungsgrößen 2021, veröffentlicht am 04.09.2020 durch das Bundesgesundheitsministerium und der gültige durchschnittliche Zusatzbeitrag von 1,1%. Die Barfögbedarfssätze und studentischen Krankenversicherungen gelten bereits ab Oktober 2020 mit Semesterbeginn.

Wie bereits veröffentlicht, hier zunächst die kurze Übersicht mit den wichtigen Zahlen zur Sozialversicherung 2021 und die Veränderungen gegenüber 2020.Sozialversicherungsgrößen 2021 und 2020 im Vergleich

Einen kostenfreien Download finden Sie:

Sozialversicherungswerte 2021 und Arbeitgeberzuschuss als Übersicht

Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung 2021

Die bisherige Grenze betrug in 2020 monatlich 4.687,50 € oder richtigerweise jährlich 56.250 €. Ab dem 01. 01. 2021 sind in der Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge bis zur neuen Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 4.837,50 €/ jährlich 58.050 € zu zahlen.

Beitragsbemessungsgrenze KV 2021:

58.050 € , monatlich ab 01.01.2021 sind das dann: 4.837,50 €

ACHTUNG! Für die Berechnung des Arbeitgeberzuschuss und auch der folgenden Höchstbeträge sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Dabei bleibt es auch weiterhin bei der paritätischen Versorgung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, welche in 2019 wieder eingeführt wurde. Aus der Veränderung aller Zahlen ergeben sich daher im neuen Jahr folgende, neue Werte.

Arbeitgeberzuschuss zur Privaten Krankenversicherung in 2021

Damit verändern sich zwangsläufig weitere Werte. Der Arbeitgeberzuschuss 2021 errechnet sich demnach wie folgt:

TEIL 1: Zuschuss zur Krankenversicherung (Grundbeitrag)

14,6% GKV Beitragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

7,3% x 4.837,50 € = 353,14= AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2021

TEIL 2: Zuschuss zur Krankenversicherung (auf ZUSATZbeitrag)

DAZU kommt auch der kassenindividuelle ZUSATZbeitrag (dieser liegt zwischen null und 2 Prozent, der durchschnittliche ZUSATZbeitrag bei 1,3% für 2021)

Der Durchschnittliche Zusatzbeitrag wurde auf 1,3% für 2021 festgesetzt. Daher ergibt sich hier ein erhöhter Zuschuss. Der berechnet sich also in 2020 wie folgt:

0,65% x 4.837,50 € = 31,44 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung TEIL II 2021

Zuschuss zur Pflegeversicherung (Annahmen: 3,05% mit Kindern, 3,3% ohne Kinder)

Pflegeversicherung ZUSCHUSS berechnet sich also in 2021 wie folgt:

1,525 % x 4.837,50 € = 73,77= AG Zuschuss zur Pflegeversicherung 2021 (der Kinderzuschuss ist allein zu tragen)

Im Vergleich zu 2020 (Werte hier) steigt der Arbeitgeberzuschuss durch die neuen Werte Erhöhung der Beiträge in der Pflegepflichtversicherung auf folgende Werte:

Arbeitgeberzuschuss 2021 Krankenversicherung (inkl. ZUSATZbeitrag) = 384,58 € (+16,61 €)

Arbeitgeberzuschuss 2021 Pflegepflichtversicherung = 73,77 € (+2,29 €)

Berechnung der Höchstbeiträge 2021 in der gesetzlichen Krankenversicherung

Der Gesamtbeitrag der GKV in 2021 berechnet sich dann wie folgt:

Beitrag zur Krankenversicherung (Grundbeitrag)

14,6% GKV Beitragssatz

14,6% x 4.837,50 € = 706,28 € = Krankenversicherungsbeitrag (Höchstbeitrag) Teil I

dazu kommen Krankenversicherung auf ZUSATZbeitrag

0,39% bis 2,5% x 4.837,50 € = 18,87 € bis 120,94 € = Krankenversicherungsbeitrag TEIL II (ZUSATZbeitrag) 2021

Pflegeversicherung (Annahmen: 3,05% mit Kindern, 3,3% ohne Kinder)

KINDERLOS 3,3% x 4.837,50 € = 159,64 € = AG Zuschuss zur Pflegeversicherung 2021

MIT KINDERN 3,05% x 4.837,50 € = 147,54 € = AG Zuschuss zur Pflegeversicherung 2021

demnach ergeben sich folgende Höchstbeiträge:

Gesetzliche Krankenkasse ohne ZUSATZbeitrag: 706,28 €

Gesetzliche Krankenkasse mit durchschnittlichem ZUSATZbeitrag (1,3%): 769,16 €

Gesetzliche Krankenkasse mit höchstem ZUSATZbeitrag (2,5%): 827,21 €

DAZU kommt die Pflegeversicherung

Gesetzliche Pflegeversicherung OHNE KINDER: 159,64 €

Gesetzliche Pflegeversicherung MIT KINDERN: 147,54 €

Ein Arbeitnehmer über der Beitragsbemessungsgrenze zahlt somit für seine

Krankenversicherung GKV (inkl. max. der Hälfte von 1,3% ZUSATZbeitrag) max. 384,58 EUR

zzgl. als kinderloser Versicherter max. 85,86 € (73,77+12,09) in der Pflegeversicherung

= 470,44 EUR

Liegt Ihr Jahreseinkommen zwischen 62.550 € p.a. und 64.350 €, so werden Sie dadurch voraussichtlich ab dem 1. Januar 2020 versicherungspflichtig in der GKV und müssen sich auf Antrag befreien lassen. Diese Befreiung gilt nur für den einen Grund (steigende Beitragsbemessungsgrenze) unwiderruflich, mehr Informationen in meinem Beitrag „Wie kann ich in der PKV bleiben

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung beträgt in 2021

West: 85.200 € oder 7.100 € monatlich (in 2020 waren es 82.800 € €, ein Plus von 2.400 €)

Ost: 80.400 € oder 6.700 € monatlich (in 2020 waren es 77.400 €, ein Plus von 3.000 €)

Vollständige Werte finden sich in meiner neuen Übersicht. Diese steht zur freien Verwendung (unverändert) jedermann zur Verfügung. Download als pdf und als Grafik

Sozialversicherungswerte 2021 und Arbeitgeberzuschuss als Übersicht

22.
August '20

Continentale KV: Sie suchen sich Hilfe, aber mit dem Spezialisten reden wir nicht


Man kann nicht alles können, warum auch, es gibt ja Spezialisten.

Stellen Sie sich vor, Sie haben Kopfschmerzen und überlegen was sie dagegen tun können. Natürlich können Sie Doktor Google befragen, Sie können auch im Internet lesen woher ihre Kopfschmerzen kommen können und sich dann in der eigenen Therapie versuchen. Das mag bis zu einem gewissen Grad problemlos funktionieren, doch sobald es tiefergehende Probleme betrifft, ist eine professionelle Unterstützung hilfreich. Auch einen Schadensersatzanspruch nach einem Autounfall machen Sie ja nicht „einfach mal schnell selbst geltend“, sie suchen sich einen Anwalt, einen Gutachter, um ihre Ansprüche zu untermauern.

Schon mein Opa hat früher gesagt: tue das was du kannst und wovon du etwas verstehst, bei allen anderen Themen frage einen der es kann.

Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung und die sonderbaren Continentale / Mannheimer Ansichten

Nun gibt es viele Menschen, welche bereits in der privaten Krankenversicherung versichert sind. Nach einigen Jahren stellt man sich irgendwann durchaus berechtigt die Frage: „Ist der Versicherungsschutz noch passend, oder gibt es vielleicht etwas Besseres?“

Dabei geht es gerade nicht um den Wechsel zu einem anderen Versicherer, sondern es geht um einen gesetzlich garantierten Tarifwechsel Anspruch, geregelt in den Paragraphen 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG).

Kunde beauftragt (s)einen Spezialisten via Vollmacht

Nun passierte in der letzten Woche bei einem Interessenten folgendes: Er suchte sich Hilfe für eine Tarifwechselberatung in der privaten Krankenversicherung. Aus alten Zeiten war dieser Kunde noch bei der Mannheimer versichert, die heute zur Continentale Krankenversicherung gehört. Nicht nur in die alten Tarife der Mannheimer Krankenversicherung kann dieser Kunde nach seinem gesetzlichen Recht wechseln, auch die aktuellen Tarife der Continentale sind hier durch aus eine Option. Ob dieses aber sinnvoll ist und falls ja welche Tarife und Kombinationen sinnvoll sind, das gilt es herauszufinden.

Aus dem Grunde erteilte uns der Kunde einen Maklerauftrag. Zur Erklärung, der Maklerauftrag enthält den Wunsch der Betreuung durch mich, weiterhin eine entsprechende Makler Vollmacht, um mich gegenüber dem Versicherer als berechtigt zu legitimieren. Es wäre auch durchaus fatal, würde der Versicherer jedem der „daher gelaufen käme“ Informationen zu einem bestehenden Vertrag geben. Aus diesem Grunde gibt es also einen bestehenden Maklervertrag und eine Vollmacht. Da ich aber ausschließlich in der Beratung zur privaten Krankenversicherung und biometrischen Risiken tätig bin, daher meinen Kunden auch gar nicht in zum Beispiel Sachversicherungen oder Geldanlage beraten kann und möchte, ist meine Vollmacht und auch der Maklerauftrag auf die private Krankenversicherung begrenzt.

Also habe ich, wie von dem Versicherten gewünscht, den Versicherer kontaktiert. In dieser Kontaktaufnahme habe ich nicht nur die bestehende Vollmacht mitgeschickt, sondern den Versicherer auch darüber informiert, welche Tarife für eine mögliche Tarifumstellung berechnet werden sollen.

Daraufhin erhielt ich folgendes Schreiben:

Ganz vereinfacht möchte mir der Versicherer damit sagen:

„Was interessiert es uns, was unser Kunde will!“

Nur zum besseren Verständnis. Wir sprechen über ein Vertragsverhältnis zwischen einem Versicherten und (s)einem Krankenversicherer. Daraufhin erteilt der Kunde einem Spezialisten eine Vollmacht für ihn Informationen zu einem speziellen Vertrag (dem einzigen bei dem Unternehmen übrigens), seiner Krankenversicherung einzuholen.

Die Mitarbeiterin des Krankenversicherers hat sich sogar die Mühe gemacht, ein Urteil des Bundesgerichtshofs zum Thema begrenzte Vollmachten auszugraben. Leider scheint man hier das Urteil nicht vollständig gelesen zu haben. Es geht eben hier nicht um eine begrenzte Vollmacht für bestimmte Tätigkeiten oder gar nur eine Bevollmächtigung für Teile des Vertrages, sondern es geht um einen Maklerauftrag für genau diesen gesamten Vertrag.

„Du wirst betreut von wem WIR wollen!“

Dass der Kunde bewusst eine Entscheidung getroffen hat, warum er eben von einem Spezialisten betreut werden möchte und nicht von dem bisherigen Außendienst, das interessiert die Continentale Krankenversicherung hier leider überhaupt nicht. Im zweiten Teil des Schreibens teilt man mit, der betreuende Vertriebspartner des Versicherers bekommt nun die Informationen.

Auch Datenschutz und den Wunsch die Betreuung selbst bestimmen zu wollen, scheint die Continentale hier nicht wirklich zu interessieren. Ich finde es ziemlich erschreckend, eine Anforderung von Tarifwechsel Unterlagen (welche bewusst über einen neutralen Dritten erfolgt ist) nun über interne Vertriebswege an den Kunden zusenden.

Das Urteil können sie sich hier einmal genauer ansehen und lesen sie dabei gern einmal genauer die Begründung des Urteils. In der Begründung heißt es:

aa) Der Versicherungsnehmer hat auch bei bereits bestehenden Versicherungsverträgen grundsätzlich ein berechtigtes Interesse daran, seine Angelegenheiten gegenüber dem Versicherer durch einen Vertreter – das kann auch ein Versicherungsmakler sein – wahrnehmen zu lassen. Die Entscheidung seines Vertragspartners, die mit den Versicherungsangelegenheiten zusammenhängenden Arbeiten an einen Vertreter zu delegieren, muss der Versicherer grundsätzlich respektieren. Aus diesem sich als Nebenpflicht aus dem Versicherungsvertrag ergebenden Anspruch folgt zugleich die Verpflichtung des Versicherers, die Bevollmächtigung des Dritten zu beachten und dem Wunsch des Versicherungsnehmers entsprechend mit dem Vertreter im Rahmen bestehender Versicherungsverträge zu korrespondieren.

cc) Ein Anspruch des Versicherungsnehmers auf Korrespondenz mit und Auskunftserteilung gegenüber einem von ihm eingeschalteten Vertreter besteht lediglich dann nicht, wenn sich dies für den Versicherer im Einzelfall als unzumutbar darstellt.

(1) Entgegen der Auffassung des Beklagten folgt eine Unzumutbarkeit allerdings nicht bereits aus seinem Vertriebssystem.

(3) Unzumutbar kann die Korrespondenzpflicht mit einem vom Versicherungsnehmer eingeschalteten Vertreter auch sein, wenn dies für den Versicherer mit einem unzumutbaren Mehraufwand verbunden ist. Das ist allerdings noch nicht der Fall, wenn der Versicherer generell die Korrespondenz mit einem Vertreter führen soll. Ein unzumutbarer Mehraufwand kann aber entstehen, wenn der Versicherungsnehmer seinem Vertreter keine umfassende, sondern lediglich eine begrenzte Vollmacht erteilt hat.

In unserem Beispiel meint die Continentale Krankenversicherung also einen Mehraufwand dadurch zu haben, dass der Kunde mich als Makler beauftragt hat ihn gegenüber dem Versicherer zu vertreten. Die Krankenversicherung, die nur einen Vertrag mit dem Kunden unterhält und der Maklerauftrag, der auf den Bereich Krankenversicherung begrenzt ist, stellt nach Auskunft der Continentale eine unzumutbare Begrenzung und einen höheren Aufwand dar.

Vielleicht kommen wir ja damit durch, denkt die Continentale

Natürlich kann es einen Mehraufwand bedeuten, wenn der Kunde bei einem Unternehmen zig unterschiedliche Verträge hat und eine Vollmacht sich nur auf einen, oder gar einen Teil eines Vertrages bezieht. Das ist hier aber nicht der Fall. Es handelt sich vielmehr um eine standardmäßige Ablehnung, weil man vermutlich einfach keine Lust hat mit einem kompetenten Gegenüber über eine Tarifwechseloption zu diskutieren und sich vermutlich davon verspricht, der Kunde wird es dann wohl lassen.

Es zeigt leider wieder einmal einen Grund, warum der Ruf der Versicherer nicht unbedingt der Beste ist. Sucht der Kunde sich professionelle Unterstützung und Hilfe und will hier „auf Augenhöhe“ die Tarifwechseloptionen besprechen und sucht sich Unterstützung, dann wird gemauert was das Zeug hält.

Gerade für die Altkunden der Mannheimer Krankenversicherung (die heute zur Continentalen gehört) ist es sinnvoll, sich hier über Tarifoptionen zu informieren. Grund sind hier nicht nur die beschränkten Tarifwerke in den alten Verträgen, sondern auch neue Möglichkeiten nach dem Zusammenschluss der Unternehmen.

Liebe Continentale Krankenversicherung – Fairness ist keine Einbahnstraße

Auch wenn man mit solchen Spielchen und Taktiken vielleicht den einen oder anderen Tarifwechsel verhindern kann, und damit vielleicht noch den einen oder anderen Euro mehr Beitrag einnimmt, zu einem Vertrauensverhältnis führen solche Spielchen nicht.

Ich möchte auch keineswegs damit gesagt haben, dass der eigene Außendienst eine solche Tarifwechselberatung nicht durchführen könnte, aber ein Vertreter einer Gesellschaft steht nun einmal im Lager des Versicherers. Das ist auch nicht per se schlecht, aber es ist einfach so. Der Vertreter vertritt die (Interessen) der Gesellschaft. Sucht sich der Versicherte anderweitig Unterstützung, so erwarte ich von einem Vertragspartner dass er diesen Wunsch akzeptiert.

Natürlich verstehe ich auch Versicherer, denn leider wird auch auf Beraterseite bei einigen schwarzen Schafen viel Schaden angerichtet. Da werden Tarifwechsel nur für den eigenen Geldbeutel des Beraters organisiert, und Schaden manchmal mehr als sie nützen.Das ändert aber alles nichts an der Tatsache, das Versicherer eine Vollmacht eben nicht einfach ignorieren dürfen, wenn sie von Kundenseite so gewünscht ist.

Und mit dieser Art von Ablehnung Schreiben hat die Continentale bewiesen, dass sie sich nicht einmal ansatzweise mit der Vollmacht beschäftigt haben, sondern einfach pauschal Tarifwechsel plus Vollmacht = Ablehnung als Grundlage genommen haben.

Nach einigen Mails an den Vorstand und einige Mitarbeiter und etwas Nachhilfe in Sachen Vollmacht, hat auch die Conti den Fehler nun eingesehen. Über die Tarifvorschläge diskutieren wir noch, aber viellicht hilft etwas Nachhilfe auch da.

24.
Juni '20

CLARK und die PKV Beratung – Sie können alles mit nein ankreuzen – so geht es dann bitte auch nicht


Seit nunmehr 20 Jahren bin ich fast ausschließlich in der Beratung zur Privaten Krankenversicherung und Berufsunfähigkeit unterwegs und mache das gern, sehr gern. Ich könnte nicht einen Tag nennen, an dem ich meine Entscheidung bereut habe. Doch auf dem Weg begegnen einem immer wieder „Kollegen“, da stellt es einem die Nackenhaare auf. Vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung, komische Beratungen und Ratschläge und vieles mehr säumen den Weg. Würde ich nur von diesen Fällen schrieben, brauchte es einen täglichen Blog.

Das wäre sehr schade, denn es gibt so viele tolle und sehr fair und sauber arbeitenden Kollegen und Unternehmen, diese müssen sich aber leider den Unsinn einiger weniger mit ansehen. Klar, es gibt gute und schlechte Ärzte, Anwälte, Handwerker, wie in allen Berufen.

Obwohl ich in der Vergangenheit den einen oder anderen Disput mit Clark (mehr dazu hier) hatte und auch heute nicht mit allem konform gehe, gibt es auch bei den App-Anbietern gute und schlechte Berater, wie überall. Auch die Idee ist gut und hätte Clark diesen Kunden nicht angesprochen, so wäre es sicher gar nicht zu der Überlegung PKV bei ihm gekommen.

Was war bei Clark passiert?

Ein Interessent schrieb mich vor einiger Zeit an.In der ersten Anfrage war keine Rede von dem Berater und auch nicht wie diese bisher abgelaufen war. Das ergab sich erst im Verlauf der weiteren Beratung. Hier hatte jemand zunächst einmal eine App genutzt und seine Verträge eingetragen um diese in einer App alle gemeinsam zu sehen und die Unterlagen parat zu haben. Das hiermit der bisherige Berater vor die Tür gesetzt wird, das haben wir bereits an anderer Stelle diskutiert und es sollte mittlerweile allen Nutzern klar sein, dass hier eine Maklervollmacht erteilt wird.

Einige Kollegen meinen, hier wird die Maklervollmacht „untergeschoben“ und unbewusst der Vertrag übertragen. Ich meine, es ist auch nach einiger Kritik besser geworden. Klar passiert es auch heute noch unbewusst und App-Nutzer wundern sich dann, wenn der bisherige Berater weg ist. Aber die Unterschrift unter eine Maklervollmacht (die auch als solche zu erkennen ist) sollte das vorab klar machen. Hier liegt es leider oft auch an „ich lese das nicht alles durch und klicke schnell weiter“ und nicht an dem, der die App betreibt. Doch das spielt hier auch gar keine Rolle. Der Kunde war hier gesetzlich versichert und hatte gar keinen PKV Vertrag.

Im Verkauf der Dateneingabe in die App und damit auch Eingabe von Einkommen und Gesundheitsschutz kam ein Berater von Clark auf den Kunden zu. Klar, Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze und damit durchaus einen Hinweis oder eine Nachfrage zur PKV wert.

Insgeheim (was der Berater nicht wusste) hatte auch der Kunde das Thema PKV schon vorher einmal auf dem Schirm gehabt und es war dann eingeschlafen. So fehlte nur der Anstoß um es einmal mehr aufzugreifen.

Der Ablauf der Beratung

Los ging es mit einem ersten Kontakt, wie der Kunde erzählt. Den detaillierten Ablauf hat er inzwischen auch in einer öffentlich zugänglichen Bewertung im Netz veröffentlicht, aus der ich hier einfach zitiere. So ist es einfacher den Ablauf nachzuvollziehen und im Anschluss schauen wir uns dann das eigentliche Problem der Voranfrage und der Gesundheitsfragen an. Also hier die Beschreibung des Kunden: (Hervorhebungen durch mich)

Ich wurde von clark kontaktiert, weil die zu recht festgestellt haben, dass ich in die PKV wechseln kann.

Zur „Beratung“ wurde mir dann eine Übersicht geschickt bestehend aus vier Tarifen von drei Gesellschaften und einem Tarif, bei einer Gesellschaft bei der eine Risikovoranfrage bereits abgelehnt wurde. Es fand im Voraus keine Abfrage statt, welche Leistungen mir wichtig sind, über mein Lebenssituation und was ich für die Zukunft vorhabe. Die Übersicht ist 21 Seiten lang und für jemanden, der sich mit der PKV nicht auskennt aus meiner Sicht nur sehr schwer durchschaubar.

Seitens Clark wurden zwei Tarife als Top-Tarife hervorgehoben. Wobei die eindeutige Tendenz in der Beratung war den absoluten Top-Tarif zu nehmen (der auch am meisten kostete natürlich). Details der Tarife wurden kaum besprochen, es wurde nicht erläutert, worauf bei der Tarifwahl zu achten ist, etc.. Auf die Nachfrage, ob man nicht noch andere Gesellschaften betrachten könne, wurde dies relativ lapidar abgetan (kann man, mache es aber unübersichtlicher) und mir wurde einer der Tarife einfach mit einer anderen Selbstbeteiligung angeboten.

Nach einer Risikovoranfrage bei den beiden Gesellschaften mit den Top-Tarifen wurde mir nach ein paar Tagen mitgeteilt, dass die eine Gesellschaft (mit dem teuersten Tarif) mich mit einem Risikozuschlag von 10% nehmen würde (was den monatlichen Beitrag auf über 900€ gehoben hätte). Ich wartete dann noch auf das Ergebnis der zweiten Gesellschaft und dort sollte ich ohne Zuschlag angenommen werden.

Also entschloss ich mich mit dem „zweitbesten“ Tarif zufrieden zu sein.

So kann man für mein Verständnis PKV nicht beraten und so darf es auch nicht sein. Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einem Arzt weil Sie seit einigen Tagen starke Kopfschmerzen plagen. Nun öffnen Sie die Tür zum Sprechzimmer, der Arzt schaut Sie an, stellt sich vor und fragen was Sie haben. Sie antworten: „Kopfschmerzen“, seit Tagen. (mehr …)