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13.
Mai '18

Schweigepflichtsentbindung im Antrag – warum die Einzelfallentscheidung immer besser ist


Die Entbindung von der Schweigepflicht ist ein wichtiges Instrument für die Versicherer. Nur mit einer solchen Genehmigung ist es dem Versicherer überhaupt möglich nachzuprüfen, ob bei der Antragstellung alle Angeben richtig gemacht wurden und ob somit die Risikoentscheidung richtig war und ist. Nur durch eine solche Prüfung und Kontrolle wird dabei auch verhindert, dass Kunden Zuschläge nicht zahlen, weil diese falsche Angaben machen.

Dennoch ist die generelle Genehmigung nicht optimal und birgt mehr Gefahren als diese Nutzen bringen könnte. Leider wird oft aus Bequemlichkeit immer noch diese Variante gewählt und am Ende geht dann, wenn das Kind „in den Brunnen gefallen ist“ das große Gejammer los. Was Sie aber tun können, damit Ihnen dieses gar nicht erst passiert und wie Sie solche Fehler und die Folgen vermeiden lesen Sie hier.

Die Arten der Schweigepflichtsentbindung

Insgesamt haben Sie meist vier Möglichkeiten in zwei verschiedenen Entscheidungen zu treffen, im Leistungsfall und zur Prüfung der Anzeigepflicht und dann jeweils zwei.

Auskünfte bei Leistung

Die erste ist die Frage der Schweigepflichtsentbindung im Leistunfsfall, also dem Fall den Sie (zumindest bei PKV und BU) auch noch erleben (bei Risiko LV ist das ja eher schwer im Todesfall) und somit stehen Ihnen hier zwei Optionen zu. Als Beispiel schauen wir uns den Antrag der Allianz für die Berufsunfähigkeit an, dort heisst es zunächst einmal:

„Sie können diese Erklärungen bereits an dieser Stelle unter Möglichkeit I oder später im Einzelfall (siehe Möglichkeit II) erteilen. Bitte entscheiden Sie sich für eine der beiden nachfolgenden Möglichkeiten. Sie können Ihre Entscheidung nachträglich jederzeit ändern.

Dabei stehen Ihnen die folgenden beiden Möglichkeiten zur Verfügung.

Möglichkeit I:
Ich willige ein, dass der Versicherer – soweit es für die Risikobeurteilung oder für die
Leistungsprüfung erforderlich ist – meine Gesundheitsdaten bei Ärzten, Pflegepersonen sowie bei Bediensteten von Krankenhäusern, sonstigen Krankenanstalten, Pflegeheimen, Personenversicherern, gesetzlichen Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Behörden erhebt und für diese Zwecke verwendet. Ich befreie die genannten Personen und Mitarbeiter der genannten Einrichtungen von ihrer Schweigepflicht, soweit meine zulässigerweise gespeicherten Gesundheitsdaten aus Untersuchungen, Beratungen, Behandlungen sowie Versicherungsanträgen und -verträgen aus einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren vor Antragstellung an den Versicherer übermittelt werden. Ich bin darüber hinaus damit einverstanden, dass in diesem Zusammenhang – soweit erforderlich – meine Gesundheitsdaten sowie gegebenenfalls weitere von der Schweigepflicht geschützte Daten durch den Versicherer an diese Stellen weitergegeben werden und befreie auch insoweit die für den Versicherer tätigen Personen von ihrer Schweigepflicht. Ich werde vor jeder Datenerhebung nach den vorstehenden Absätzen unterrichtet, von wem und zu welchem Zweck die Daten erhoben werden sollen, und ich werde darauf hingewiesen, dass ich widersprechen und die erforderlichen Unterlagen selbst beibringen kann.“

Diese, leider zu oft gewählte Möglichkeit ist eine generelle Entbindung. Der Versicherer kann anfragen, unterrichtet Sie zwar darüber, aber wer weiss ob Sie nicht im Krankenhaus liegen, sich auf Kur befinden oder einfach nicht da sind um den Brief ui kommen. Parallel erfolgt schon die Anfrage an den Arzt und damit ist vielleicht auch die Antwort vom Arzt schon da, bevor Sie auch nur die geringste Chance hatten nachzufragen warum diese Information benötigt wird welche Alternativen es gibt die Informationen zu bekommen

Als Alternative dazu steht Ihnen aber natürlich auch eine adere Möglichkeit zur Verfügung, denn der Gesetzgeber verpflichtet die Anbieter Ihnen beides anzubieten, zumindest müssen sie dieses seit einigen Jahren. Was das für Verträge vor 2010 bedeutet lesen Sie weiter unten. Doch nun zu der Option:

Möglichkeit II:
Ich wünsche, dass mich der Versicherer in jedem Einzelfall informiert, von welchen Personen oder Einrichtungen zu welchem Zweck eine Auskunft benötigt wird. Ich werde dann jeweils entscheiden, ob ich – in die Erhebung und Verwendung meiner Gesundheitsdaten durch den Versicherer einwillige, die genannten Personen oder Einrichtungen sowie deren Mitarbeiter von ihrer Schweigepflicht entbinde und in die Übermittlung meiner Gesundheitsdaten an den Versicherer einwillige – oder die erforderlichen Unterlagen selbst beibringe. Mir ist bekannt, dass dies zu einer Verzögerung der Antragsbearbeitung oder der Prüfung der Leistungspflicht führen kann.
Soweit sich die vorstehenden Erklärungen auf meine Angaben bei der Antragstellung beziehen, gelten sie für einen Zeitraum von fünf Jahren nach Vertragsschluss. Ergeben sich nach Vertragsschluss für den Versicherer konkrete Anhaltspunkte dafür, dass bei der Antragstellung vorsätzlich unrichtige oder unvollständige Angaben gemacht wurden und damit die Risikobeurteilung beeinflusst wurde, gelten die Erklärungen bis zu zehn Jahre nach Vertragsschluss.

Auskünfte bei der Prüfung der vorvertraglichen Anzeigepflicht

Auch hier haben Sie die beiden oben genannten Optionen. Dabei geht es aber dann nicht um die Frage ob eine Leistung erbracht wird oder diese medizinisch nötig ist, sondern vielmehr um die Frage der richtigen und vollständigen Angaben bei Antragstellung.

Der Versicherer muss und will hier prüfen, ob alle gemachten Angaben im Antrag vollständig waren, richtig angeben wurden und keine risikoerheblichen Informationen verschwiegen wurden. Das ist auch völlig legitim und richtig, denn nur so kann eine risikogerechte Einschätzung erfolgen und niemand bekommt zu unrecht einen Versicherungsschutz der ihr/ ihm nicht zusteht.

Weitere Artikel zur „vorvertraglichen Anzeigepflicht“

Gefahren der direkten und generellen Einwilligung?

Um zu verstehen, warum ich so vehement von der generellen Genehmigung abrate, schauen wir uns einmal die Formulierung an.

„… dass der Versicherer – soweit es für die Risikobeurteilung oder für die
Leistungsprüfung erforderlich ist – meine Gesundheitsdaten bei Ärzten, Pflegepersonen sowie bei Bediensteten von Krankenhäusern, sonstigen Krankenanstalten, Pflegeheimen, Personenversicherern, gesetzlichen Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Behörden erhebt und für diese Zwecke verwendet. Ich befreie die genannten Personen und Mitarbeiter der genannten Einrichtungen von ihrer Schweigepflicht, soweit
meine zulässigerweise gespeicherten Gesundheitsdaten aus Untersuchungen, Beratungen, Behandlungen sowie Versicherungsanträgen und -verträgen aus einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren vor Antragstellung an den Versicherer übermittelt werden.“

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12.
April '18

Was passiert bei Arbeitslosigkeit mit meiner privaten Krankenversicherung?


Eine Frage die recht häufig im LiveChat (den Sie auch kostenfrei auf der linken Seite auf dieser Website nutzen können) vorkommt, ist die nach dem Verbleib in der privaten Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit. Dabei ist der Ablauf eigentlich ganz einfach und daher werde ich hier in einem kurzen Beitrag die wichtigsten Fragen zusammenfassen.

Ich werde arbeitslos, was passiert mit meinem PKV Vertrag?

Grundsätzlich gibt es, je nach Dauer der Vorversicherung, mehrere Optionen. Zunächst einmal löst eine Arbeitslosigkeit allein noch keine Änderung des Versicherungsstatus aus. Wohl aber der Bezug des Arbeitslosengeldes I.

Die Regelung findet sich in dem Sozialgesetzbuch. genau lautet diese wie folgt:

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477)
§ 5 Versicherungspflicht
(1) Versicherungspflichtig sind

1. Arbeiter, Angestellte und zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind,
2. Personen in der Zeit, für die sie Arbeitslosengeld nach dem Dritten Buch beziehen oder nur deshalb nicht beziehen, weil der Anspruch wegen einer Sperrzeit (§ 159 des Dritten Buches) oder wegen einer Urlaubsabgeltung (§ 157 Absatz 2 des Dritten Buches) ruht; dies gilt auch, wenn die Entscheidung, die zum Bezug der Leistung geführt hat, rückwirkend aufgehoben oder die Leistung zurückgefordert oder zurückgezahlt worden ist,

Das bedeutet dann also auch, Sie werden versicherungspflichtig in einer gesetzlichen Krankenkasse.

Es sei denn…

(3a) Personen, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden, sind versicherungsfrei, wenn sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren. Weitere Voraussetzung ist, dass diese Personen mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder nach § 5 Abs. 5 nicht versicherungspflichtig waren. Der Voraussetzung nach Satz 2 stehen die Ehe oder die Lebenspartnerschaft mit einer in Satz 2 genannten Person gleich. Satz 1 gilt nicht für Personen, die nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 versicherungspflichtig sind.

Kann ich auch in der PKV bleiben?

Die Antwort lautet hier „vielleicht“. Vielleicht deshalb, weil zuvor eine andere Frage zu klären ist. Voraussetzung für einen Verbleib in der privaten Krankenversicherung ist demnach eine Befreiung von der Versicherungspflicht. Diese ist- Sie ahnen es schon- ebenfalls im Sozialgesetzbuch geregelt.

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477)
§ 8 Befreiung von der Versicherungspflicht
(1) Auf Antrag wird von der Versicherungspflicht befreit, wer versicherungspflichtig wird

(…)
1a. durch den Bezug von Arbeitslosengeld oder Unterhaltsgeld (§ 5 Abs. 1 Nr. 2) und in den letzten fünf Jahren vor dem Leistungsbezug nicht gesetzlich krankenversichert war, wenn er bei einem Krankenversicherungsunternehmen versichert ist und Vertragsleistungen erhält, die der Art und dem Umfang nach den Leistungen dieses Buches entsprechen,

(…)

(2) Der Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse zu stellen. Die Befreiung wirkt vom Beginn der Versicherungspflicht an, wenn seit diesem Zeitpunkt noch keine Leistungen in Anspruch genommen wurden, sonst vom Beginn des Kalendermonats an, der auf die Antragstellung folgt. Die Befreiung kann nicht widerrufen werden. Die Befreiung wird nur wirksam, wenn das Mitglied das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachweist.

Wenn Sie also versicherungspflichtig werden und das nicht möchten, kann ein Verbleib in der PKV möglich sein. Dazu müssen aber fünf Jahre Versicherungszeit in der Privaten Krankenversicherung erfüllt sein. Weiterhin müssen Sie folgendes tun:

  • 1.) Sie müssen sich bei einer Krankenkasse (egal welche, wenn die letzte vor der PKV bekannt, dann diese) befreien lassen

  • 2.) Sie müssen dort den Nachweis erbringen, anderweitig versichert zu sein. Eine solche Bescheinigung erhalten Sie bei Ihrer bisherigen PKV

Wie finde ich die passende Gesetzliche Krankenkasse?

Entscheiden Sie sich aber gegen die Befreiung oder haben gar keine Option der Befreiung, dann benötigen Sie kurzfristig einen entsprechenden Versicherungsschutz in der GKV. Dazu können Sie sich frei zwischen allen geöffneten Krankenkassen entscheiden. Eine Entscheidungshilfe bietet Ihnen der Vergleichsrechner zu den Gesetzlichen Kassen. Dieser kann sowohl rein nach Beitragssatz und Zusatzbeitrag, aber auch nach gewünschten Leistungen filtern.Dazu klicken Sie einfach auf das folgende Bild und kommen dann zum Krankenkassenvergleich.

Bei dieser gesetzlichen Krankenkasse müssen Sie dann:

Muss mich jede gesetzliche Krankenkasse aufnehmen?

Ja, wenn Sie versicherungspflichtig sind, besteht für jede geöffnete Kasse Aufnahmezwang. Lediglich bestimmte Kassen für einige wenige Personengruppen oder Kassen die in Ihrem Bundesland nicht geöffnet sind können Sie nicht wählen.

Wie kündige ich meine private Krankenversicherung?

Die private Krankenversicherung ist normalerweise mit einer Frist von drei Monaten zum Versicherungs-/Kalenderjahresende kündbar. Nicht jedoch hier, wenn Versicherungspflicht eintritt. Die Regelungen zur Beendigung der PKV finden sich dazu in dem Paragraphen 205 des Versicherungsvertragsgesetzes. (mehr …)

02.
März '18

Psychologiestudium: Wenn das Studium die (Versicherungs-) Chancen in der Zukunft komplett zerstört und wie Sie dem entgehen können


Nicht zum ersten Mal liegt der Fall einer Psychologiestudentin auf meinem Tisch, eine wo sich die Chancen auf einen vernünftigen Versicherungsschutz für die nächsten Jahrzehnte erledigt haben, eine wo eine wichtige Absicherung bei Berufsunfähigkeit auf absehbare Jahre nicht zu bekommen ist. Aber auch hier eine, welche nichts davon gewusst hat, wie das Psychologiestudium und die dortigen Anforderungen eine Versicherungsfähigkeit in privaten Krankenversicherung (ganz egal ob Voll- oder Zusatzversicherung) und jedweder Absicherung bei Berufsunfähigkeit komplett zerstört haben. Alles nur deshalb, weil niemand vorher beraten und aufgeklärt hat, nun ist es zu spät.

Was ist das Problem bei Psychologiestudenten

Nein, ich meine nicht das Vorurteil, das Psychologen und auch Psychologiestudenten selbst Bedarf an Therapie haben, nichts dergleichen mag ich unterstellen und behaupten. Es geht einfach um die Anforderungen in dem Psychologiestudium. Dazu ist ein Blick ins Gesetz eine große Hilfe, denn dort heißt es:

Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten (PsychTh-APrV)

§ 5 Selbsterfahrung

(1) Die Selbsterfahrung nach § 1 Abs. 3 Satz 1 richtet sich nach dem wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren, das Gegenstand der vertieften Ausbildung ist, und umfaßt mindestens 120 Stunden. Gegenstand der Selbsterfahrung sind die Reflexion oder Modifikation persönlicher Voraussetzungen für das therapeutische Erleben und Handeln unter Einbeziehung biographischer Aspekte sowie bedeutsame Aspekte des Erlebens und Handelns im Zusammenhang mit einer therapeutischen Beziehung und mit der persönlichen Entwicklung im Ausbildungsverlauf.
(2) Die Selbsterfahrung findet bei von der Ausbildungsstätte anerkannten Selbsterfahrungsleitern, die als Supervisoren nach § 4 Abs. 3 Satz 1 oder Abs. 4 anerkannt sind, statt, zu denen der Ausbildungsteilnehmer keine verwandtschaftlichen Beziehungen hat und nicht in wirtschaftlichen oder dienstlichen Abhängigkeiten steht. § 4 Abs. 3 Satz 2 gilt entsprechend.

In der Ausbildung zu einem Therapeuten werden die Studenten also selbst zum Patienten und dabei spielt es keine Rolle ob es eine medizinische Diagnose gibt. Gehen wir mal von „nur“ 80 Euro pro Sitzung aus und überschlagen einmal die Kosten:

mind. 120 Sitzungen a 80 € = 9.600 EUR

dazu kommen weitere Sitzungen in der Selbsterfahrung (ca. 50)

Kosten, welche Studenten ohne einen weiteren Kredit meist nicht aufbringen können. Was liegt da näher, als einen Therapeuten zu wählen, welcher das auch abrechnen kann. Voraussetzung hier, um es bei einer gesetzlichen Krankenkasse oder auch einer privaten Krankenversicherung (der Eltern oder der als StudentIn) abzurechnen ist eine Diagnose. Gibt es die nicht, heißt es selbst zahlen.

Leider schrecken daher viele davor zurück und eine Diagnose wird sich wohl finden. Ängste, schlechter Schlaf, der Anfang einer Depression, Stress und Burnout, der ICD Katalog der „F-Diagnosen“ gibt so einiges her und auch für den Therapeuten ist es ein gutes Geschäft.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte weder einem Berufsstand noch einzelnen Therapeuten unrecht tun, ich kenne davon aber einige Fälle, Fälle wo sich für einige 50, 75, 100 Sitzungen schnell eine Abrechnungsdiagnose fand. Ich möchte gar nicht bestreiten, dass es diese auch bei den Patienten gab, nur ist diese dann das k.o. für alles weiter. Aber schauen wir einmal der Reihe nach.

Eine solche Rechnung könnte so aussehen.

Nun sehen wir hier keine Diagnose, somit wäre die Rechnung so nicht bei der Krankenversicherung abrechenbar. Aber dennoch abgabefähig.

Das K.O. Kriterium für jeden Antrag der Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherung

Schauen wir, um das Problem besser zu verstehen, einmal in den Antrag einer typischen Versicherung. Nehmen wir einmal eine beliebige Krankenversicherung und dann weiterhin einen Antrag auf Absicherung bei Berufsunfähigkeit, welche für Studenten mindestens genau so wichtig ist.

Nehmen wir erst einmal den Antrag auf Krankenversicherung:

Da steht nichts von „war die Behandlung nötig oder wurde diese aus Selbsterleben oder für Studienzwecke durchgeführt?“, sondern wurde diese durchgeführt und das ist bei 120 oder mehr Sitzungen nicht zu leugnen.

Auch in der Berufsunfähigkeit sieht das in den Anträgen ähnlich aus. Nehmen wir den Antrag der Condor zum Vergleich und sehen gleich einen Unterschied.

Über die Frage 1h ließe sich noch diskutieren. Besteht eine Erkrankung, hm, vielleicht nicht wenn die Rechnungen alle selbst bezahlt wurden und auch als Selbsterfahrung deklariert wurden. Damit wäre diese Frage wahrheitsgemäß mit nein zu beantworten. Weiter geht es aber in der Frage 5. Dort wird nicht mehr gefragt ob die Behandlung nötig war oder warum, sondern nur noch ob länger als 2 Wochen eine solche Behandlung durchgeführt wurde. Damit sind auch die anzugeben, die selbst bezahlt sind und es stellt sich hier nicht mehr die Frage nach dem Abschluss, denn der ist damit gestorben.

Alle Anträge, Anwartschaften, Optionen müssen vor dem Studium gestellt werden

Nun, es ist kein Geheimnis, ein früher Abschluss ist nicht nur preiswerter, er verhindert auch Klauseln und Ausschlüsse, denn meist sind dort weniger gesundheitliche Probleme vorhanden. Daher sollten Sie damit nicht warten, sondern vor dem Studium entsprechende Vorsorge treffen.

Das kann entweder durch einen frühen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung als Schüler oder spätestens als Student sein, oder aber durch die Nutzung von Anwartschaften und Optionen, wie diese auch für Kinder machmal benötigt werden.

Option auf späteren Versicherungsschutz, doch welches ist der richtige Tarif, welche die richtige Gesellschaft?

Auch wenn das geld knapp ist, es ist nicht anders lösbar

Studenten haben gewöhnlich wenig oder gar kein Geld und klar kann ich verstehen, Studium ist teuer, die WG muss bezahlt werden, leben und Party machen möchte man auch noch und ja, die Studienzeit soll auch Spaß machen. Manchmal bleiben nur die Eltern, welche dann bereit sind einzuspringen und noch eine gewisse Zeit den Versicherungsschutz bezahlen können.

Verpasst man hier die Möglichkeit, ist eine spätere Lösung ausgeschlossen. Wer also zu Beginn des Studiums keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, der wird nach der Therapie oder Selbsterfahrung auch mindestens fünf, bei vielen Unternehmen zehn Jahre, auch keine mehr bekommen. Einen Schutz, der elementar wichtig ist und wo es eher unverantwortlich ist, keinen zu haben. Nicht nur das „bisschen Geld“ während des Studiums muss abgesichert werden. Wer zahlt für den Rest des Lebens, die Altersvorsorge und alles weitere, wenn hier aufgrund Berufsunfähigkeit nie gearbeitet werden kann?

Die Lösung

Doch wie ist es nun lösbar? Da gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten.

Krankenversicherung

Eine ist eine Option.

4 Euro monatlich für die Sicherheit später wechseln zu können

11 Euro für stationären Zusatzschutz mit enthaltener Option

Mit beiden Bausteinen ist eines sicher. Endet die Versicherungspflicht in der GKV und möchte der Versicherte die Option nutzen, so fallen keine neuen Gesundheitsprüfungen an, der Gesundheitszustand ist damit eingefroren.

Berufsunfähigkeitsschutz

Hier gibt es so etwas leider nicht. Wer einen Schutz für BU möchte, der muss den auch bezahlen. Doch gerade die Beiträge in der BU Absicherung sind nicht unbedingt klein. Lösungen können hier sein:

verminderter Anfangsbeitrag für eine gewisse Zeit

reduzierter Schutz zu Beginn und Nachversicherungsgarantien

reduzieren des Endalters (nur wenn eine Garantie zur Erhöhung besteht)

Mit diesen Möglichkeiten lassen sich auch hier Absicherungen und Lösungen finden, welche später eine angepasste und bezahlbare Absicherung sicherstellen und verhindern, diese aufgrund der Therapie oder anderer Gesundheitsfragen nicht mehr zu bekommen.

Auch wenn Verbraucherschützer das etwas anders sehen und leider den Sinn nicht so recht verstanden haben, aber das lesen Sie am besten gern selbst.

Warum Verbraucherschützer pleite wären – haarsträubende Aussagen zur Absicherung gegen Berufsunfähigkeit für Studenten

Wer sich nicht kümmert, verbaut sich seine (Absicherungs-)zukunft und wird diesen einmal leichtsinnig gemachten Fehler nie mehr korrigieren können. Daher.

Sie kennen Studenten, Kinder die das Studium ins Auge fassen? Leiten Sie diesen Artikel weiter. Egal wo am Ende die Absicherung abgeschlossen wird und wie diese von der Gesellschaft oder dem Tarif aussieht, alles ist ein Anfang und nichts ist schlimmer als keine Absicherung zu haben und später zu bekommen. 

24.
November '17

Beitragserhöhung in der PKV und Vorsicht vor den Neppern, Schleppern, Bauernfängern!


Wir schreiben die letzten Monate des Jahres. Wie immer im November und Dezember sind die Briefe der Krankenversicherung unterwegs und führen eben nicht immer zu großer Freude. Zum einen werden die Beitragsrückerstattungen für das nächste Jahr angekündigt, zum anderen aber auch die Beitragsanpassungen der eigenen Tarife. Klar möchte man ungern mehr zahlen, mehr für einen identischen Versicherungsschutz?

Warum werden Beiträge angepasst?

Die gesetzliche Krankenkasse hat zwei Stellschrauben im Wesentlichen. Die eine ist die dabei der Zusatzbeitrag. Dieser wird erhöht oder gesenkt und betrifft (zusammen mit dem Beitragssatz der GKV) dann alle Versicherten. Die zweite Schraube die den Beitrag in der GKV beeinflusst ist das Einkommen, nämlich die so genannte Beitragsbemessungsgrenze. Diese bestimmt bis zu welchem Einkommen Beiträge zu entrichten sind und diese Größe ändert sich auch in 2018 wieder und steigt.

In der Privaten Krankenversicherung ist es jedoch anders. Wie bereits vor langer Zeit unter dem Punkt Beitragsanpassung hier auf der Seite geschrieben, gibt es hier andere Größen, welche die Prämie beeinflussen. Gründe für eine notwenige Beitragsanpassung sind in der PKV damit:

  • – neue Sterbetafeln, also die Frage „Wie lange lebt ein Versicherter?“ und „wie lange kostet er somit Geld?“
  • – gestiegene Kosten für Medikamente, Arzthonorare, Hilfsmittel etc.
  • – geringere Einnahmen aufgrund niedrigerer Zinsen

Alle diese (und noch einige andere mehr) Faktoren beeinflussen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung und führen, wie bei Ihnen vermutlich auch, jetzt zu einer Beitragsanpassung.

Warum ist die Anpassung so hoch (wie sie jetzt ist)?

Diese Frage wird immer einmal wieder gestellt. Getreu dem Motto… warum passt der Versicherer nicht einfach jedes Jahr einige Prozent an, warum wartet er dann so lange, bis hier plötzlich Anpassungen im zweistelligen Prozentbereich zu erwarten sind und erst dann schreibt er mir?

Der „böse auslösende Faktor“

Eine private Krankenversicherung darf nicht einfach anpassen, wenn es ihr gerade passt oder man der Meinung ist es zu tun. Dazu gibt es klare und eindeutige Regelungen in den Versicherungsbedingungen, diese Regeln wann und wie angepasst wird.

In den meisten Versicherungsbedingungen sieht das in etwa so aus:

Im Rahmen der vertraglichen Leistungszusage können sich die Leistungen des Versicherers z.B. wegen steigender Heilbehandlungskosten, einer häufigeren Inanspruchnahme medizinischer Leistungen oder aufgrund steigender Lebenserwartung ändern. Dementsprechend vergleicht der Versicherer zumindest jährlich für jeden Tarif die erforderlichen mit den in den technischen Berechnungsgrundlagen kalkulierten Versicherungsleistungen und Sterbewahrscheinlichkeiten.

Nun hat er verglichen und vielleicht gemerkt: „Mensch, die Leute leben länger und kosten daher auch in den letzten Lebensjahren länger und viel mehr Geld“. Doch darf er dann gleich die Beiträge erhöhen?

Ergibt diese Gegenüberstellung für eine Beobachtungseinheit eines Tarifs eine Abweichung von mehr als dem gesetzlich oder tariflich festgelegten Vomhundertsatz, werden alle Beiträge dieser Beobachtungseinheit vom Versicherer überprüft und, soweit erforderlich, mit Zustimmung des Treuhänders angepasst. Unter den gleichen Voraussetzungen kann auch eine betragsmäßig festgelegte Selbstbeteiligung angepasst und ein vereinbarter Risikozuschlag entsprechend geändert werden.

Da steht etwas vom „Vomhundertsatz“. Wieviel muss denn nun Unterschied sein und ist das bei allen Unternehmen gleich?

Nein. Denn dieser „Vomhundertsatz“, der so genannte auslösende Faktor sorgt dafür, dass eben nicht bei einer Abweichung von einem Prozent angepasst werden kann. Die Anpassung kann erst immer dann erfolgen, wenn der Unterschied zwischen kalkulierten Kosten und angenommenen Sterbewahrscheinlichkeiten und der Realität sich um mehr als zehn oder bei einigen Unternehmen fünf Prozent unterscheiden.

eine Veränderung von mehr als 5% der in den technischen Berechnungsgrundlagen kalkulierten Versicherungsleistungen, so werden alle Tarifbeiträge dieser Beobachtungseinheit vom Versicherer überprüft und, soweit erforderlich, mit Zustimmung des Treuhänders angepasst.

„Aber ich möchte bitte lieber kleinere Anpassungen und die dann öfter.“

schrieb mir ein Kunde gestern. Nun, das mag durchaus sein, aber die Regelungen vom Gesetzgeber und die Anpassungsklauseln in den Versicherungsbedingungen regeln etwas anderes. Schauen wir uns also mal ein Beispiel an, welches erklärt warum und wie eine hohe Anpassung zu Stande kommt. Einen Tarif, welcher am besten schon 1o Jahre existiert und in welchem die Anpassung zuletzt (in Ihrer speziellen Altersgruppe und in Ihrer Tarifstufe) in 2013 angepasst worden ist.

Eine Anmerkung hier gleich dazu: Anpassungen finden in Tarifen und Tarifstufen statt, in den so genannten Beobachtungseinheiten. Das bedeutet aber auch, dass zum Beispiel bei einem Tarifwerk wie dem expert+ der Barmenia oder dem NK der Hallesche (oder jedem anderen) nicht immer alle gleich angepasst werden. Mal sind es nur die mit einer bestimmten Selbstbeteiligung, mal nur Erwachsene, nur Kinder, nur Jugendliche. Mal nur die kleine Gruppe mit einer bestimmten SB oder einer bestimmten (Zusatz-)Leistung. Also immer bitte die eigene Tarifstufe und auch nur die betrachten.

Doch zurück zu unserem Fall. Zum 01. Januar 2013 fand die Anpassung statt. Nun hat der Versicherer auch ende 2013 geprüft und festgestellt:

  • 2014: Unterschied zwischen kalkuliert und tatsächlichen Kosten 3%, der Versicherer darf also nicht anpassen, weil die Unterschiede kleiner 10% sind/waren

  • 2015 hat er sich das wieder angesehen. Auch hier stellte er fest, Unterschied beträgt dann 4,5%, auch hier darf also wieder nicht angepasst werden und damit wird es weiter „mitgeschleppt“

  • 2016 könnte eine neue Sterbetafel gekommen sein. Also eine „Liste mit der Lebenserwartung“ der Versicherten die uns nun zeigt: Menschen werden nun ein, zwei, drei Jahre älter. Das Geld für die Krankheitskosten der drei Jahre muss ja irgendwo herkommen, also auch hier ein Anpassungsbedarf. Da aber in diesem Jahr keine Abweichung der realen Kosten und der kalkulierten vorhanden ist (anders gegenüber den letzten beiden Jahren), darf auch hier nicht angepasst werden.

  • 2017 kamen noch etwas weniger Zinserträge dazu, also wurden die Sparanteile der Versicherten, die Alterungsrückstellungen nicht mit den Erträgen erhöht, die gedacht waren.

Was also für Hausbauer und Immobilienkäufer eine paradiesische Zeit ist, ist für Anleger eher „blöd“. Wie schön waren die Zeiten, wo es selbst für das sofort verfügbare Tagesgeld 4% Zinsen hab… und für die Baufinanzierung bei 8% alle gelächelt haben. Nicht? Sehen Sie, es hat alles zwei Seiten.

Doch zurück zu unserer Anpassung. Vielleicht hätte unser Versicherer gern angepasst. In 2014, wo er merkte er braucht 3% mehr Beitrag. In 2015 wo klar war, da kommt noch etwas dazu. In 2016, wo sichergestellt werden musste die letzten Jahre auch noch Geld zu haben um die Gesundheitskosten zu zahlen, auch da durfte er nicht.

Und dann kam das Jahr 2017, „endlich“ war der so genannte auslösende Faktor erreicht und nun musste nicht nur die Anpassung gemacht werden die aktuell fällig ist, sondern nun konnten und mussten auch die Anpassungen welche bisher nicht gemacht werden konnten, nachgeholt werden. Damit ist auch hier keinesfalls bei einer 10% Anpassung klar, es handelt sich um Kosten aus dem Jahr 2017, sondern um „gesammelte Anpassungen der letzten Jahre“.

„Wenn heute angepasst ist, was ist dann im Folgejahr“

Wie bereits eben an dem Beispiel mit den Jahren geschildert ist es hier ebenso, dass die Anpassungen jährlich überprüft aber eben nicht jährlich angepasst werden (dürfen). Das hat auch zur Folge, im kommenden Jahr wird es sich wiederholen, also auch hier über die Jahre hinweg immer wieder neue Überprüfungen und eine Anpassung erst dann, wenn die auslösenden Faktoren erreicht sind.

Das bedeutet auch, eine Anpassung in der Größenordnung von mehreren Jahren wiederholt sich nahezu nicht im Jahr danach. Wie auch, denn erst einmal hat man ja dafür gesorgt, den „Anpassungsstau“ abzubauen und den Tarif Wieder „glatt zu ziehen“.

Steigende Zinsen – weniger Beitrag?

Auch hierzu wäre die Frage zu stellen, wie die Zinsen und damit auch die Nettoverzinsung des Krankenversicherers aussieht. Hat dieser noch mit einem Kalkulationszins von 3,5% kalkuliert (wie in den alten Bisextarifen) und erreicht nun nur 3,6%, dann ist es eher ungünstig. Klar ist es immer noch genug, aber so sind weitere Senkungen schlechter aufzufangen. Anders sieht es aber aus, wenn (wie in den Unisextarifen) nur von 2,5 oder 2,75% ausgegangen wird. Erreicht der Versicherer dann 3,… oder 4,… Prozent Nettoverzinsung ist das durchaus positiv.

Für alle bedeutet aber eine Niedrigzinsphase zumindest eine vorübergehende Belastung und damit sind wir wieder bei dem Thema „PKV muss man sich leisten können und wollen“, denn gerade hier ist es wichtig ruhig zu bleiben, auch solche Zinsphasen sind mal länger und mal kürzer, dauern aber nicht ein Leben lang.

Umgekehrt sieht es aber eben in Hochzinsphasen aus, hier werden dann mehr Rückstellungen und mehr Erträge frei und diese stehen dann auch zukünftig weiter zur Verfügung.

Was kann ich heute tun gegen meine Anpassung?

Zunächst einmal spielen dabei viele Faktoren eine Rolle, Maßnahmen gibt es zudem dabei einige. Ob und welche Maßnahmen erforderlich sind und wie diese konkret aussehen, das ist sehr individuell. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nutzen, einige generelle Möglichkeiten zu zeigen und zu beleuchten, wie diese sich auswirken.

1.) Anpassung der Beitragsentlastungsbausteine

Dieser Baustein in der privaten Krankenversicherung- wenn er denn abgeschlossen wurde- ist ein kleiner Hebel mit dem nachjustiert werden kann. Wer also den bisherigen Beitrag „künstlich erhöht hat“ und dort mit Hilfe von Beitragsentlastuingsbausteinen die Steuer und auch den AG Zuschuss optimieren wollte und auch getan hat, der kann dieses jetzt nachjustieren.

So lässt sich die Beitragsentlastungskomponente jederzeit verändern. Reduzieren tun Sie damit aber auch die dann in der Zukunft garantierte Beitragsentlastung, es senkt aber derzeit den Beitrag.

2.) Änderung der Selbstbeteiligung

Auch dieses ist eine Möglichkeit, aber eine die gut überlegt sein will. Eine Erhöhung der Selbstbeteiligung und damit die Änderung des Beitrages nach unten ist eine interessante Komponente, wenn diese ins Gesamtkonstrukt passt. Machen Sie aus einer 300 eine 600 € jährliche Selbstbeteiligung, sinkt derzeit der Beitrag. ABER: Im schlechtesten Fall müssen Sie die Selbstbeteiligung auch zahlen, nämlich immer dann, wenn Krankheitskosten auftreten. Zudem kann es steuerlich nicht sinnvoll sein, eine Senkung zu erreichen, denn damit sinkt auch der anrechenbare Betrag und möglicherweise steigt damit die Steuer.

3.) Reduzierung des Versicherungsschutzes

Natürlich ist ein Tarifwechsel möglich. Bietet der Versicherer Tarife mit weniger Versicherungsschutz, einem Hausarztmodell oder weniger Leistungen insgesamt an, so können Sie in diesen auch wechseln. Dabei spielt aber zudem die Frage der Rückkehr eine Rolle. Nur wenn es in Ihrem Tarif entsprechende Optionsrechte gibt und nur dann, wenn hier klar geregelt ist wann und wie Sie wieder zurückkommen, nur dann ist so ein Wechsel sinnvoll.

Es nützt rein gar nichts den eigenen Schutz (der hoffentlich bewusst so ausgewählt war) zu verringern und dann am Ende zu dem Ergebnis zu kommen „das war falsch, ich bekomme weniger Leistungen“.

Allein aus diesem Grund ist eine Überprüfung und diese nur in Abhängigkeit der individuellen und persönlichen Situation sinnvoll. Manchmal werden steuerliche Vorteile, höhere Rückerstattungen, mehr Leistungen schnell vergessen, wenn nur der Brief mit der Beitragserhöhung auf dem Tisch liegt.

Nichts überstürzen und in Ruhe überlegen

Gerade wer bereits in den vergangenen Jahren überlegt hat oder schon heute weiß, der Versicherungsschutz von vor 10, 20 Jahren passt nicht mehr zu mir, der wird oft durch so eine Anpassung weiter verunsichert. Dazu kommen dubiose Anbieter, welche auf die Schnelle eine Anpassung bzw. besser eine Reduzierung versprechen. 20% sollten es sein, schauen Sie mal in Ihr E-Mailpostfach. Andere werben gerade mit 40% Reduzierung und das alles bei gleichen Leistungen.

Natürlich kann bei sehr alten Verträgen ein Tarifwechsel sinnvoll sein. Aber generell und pauschale Aussagen bringen Sie da nicht weiter und machen mehr kaputt und verhindern hier einen sinnvollen Schutz. Fehler, die in manchen Fällen lebenslang nicht wieder gut zu machen sind.

Schauen Sie daher vorher auf Seite, vorher einmal hinterfragen wer das was will. In unserem Beispiel bzw. meiner heutigen Email und Anlass für diesen Blogpost war es ein Impressum aus Thailand. Klar, im Datenschutzblatt stand auch noch „Ihre Daten werden nicht weitergehen“ und „Sie werden von einem Berater angerufen“. Ob man wohl aus Thailand anruft?

Was damit passiert wenn Sie solche Daten eingeben? Nun, diese werden als so genannte Datensätze an Berater verkauft. 100, 200, 300 € zahlen diese dafür um nur Ihre Daten, die Telefonnummer und eine Mailadresse zu bekommen und dann… sehen Sie selbst was dann passiert, oder lassen Sie es besser.

Mit so pauschalen Versprechungen und Versprechungen ist es wie mit anderen Lügen, es ist reine Bauernfängerei und Werbung. Natürlich gibt es eine ganze Reihe von seriöser und sehr gut arbeitender Versicherungsberater. Solche die ein Honorar für einen Tarifwechsel nehmen Ihnen auch dann helfen können, wenn Ihr Berater nicht will oder kann. Ich persönlich sehe das etwas anders. Für die eigenen Kunden gehört gerade das zum Service, denn gerade hier und jetzt zeigt sich, was eine Beratung zur PKV wert ist und war.

Beratung ist nicht mit dem Antrag zu Ende, Beratung läuft immer und immer weiter, wie der Vertrag auch.

Für meine Kunden gilt daher das, was schon immer galt. Bei Fragen melden Sie sich gern, Sie wissen wo und wie Sie mich erreichen und dann schauen wir gern gemeinsam ob es Handlungsbedarf gibt.

Aber eines sollte auch klar sein. Es ist sinnvoller heute einen Versicherer zu haben, der vorsichtig ist, richtig und auskömmlich kalkuliert und damit zu Zeiten des Arbeitslebens (und in Zeiten höherer Steuersätze) mehr Rücklagen bildet. Was ist die andere Variante? Billig, billig und nochmal billig und dann im Alter die große Rache? Nein Dank1

Tun Sie sich daher einen großen Gefallen, überlegen Sie, lassen Sie die Entscheidung sacken und melden Sie sich gern bei Fragen. Dann lässt sich dieses auch besonnen entscheiden und nicht übereilt und später mit unlösbaren Folgen.

16.
August '17

Krankschreibung in der PKV – wann muss ich meinen Arbeitgeber / die PKV informieren?


Auch heute wieder eine Leserfrage, diesmal zu den Themen Krankschreibung, Karenzzeit und Informationspflichten an den Arbeitgeber. Hier gibt es einige Unterschiede zu einem gesetzlich versicherten Arbeitnehmer, diese klären wir heute einmal etwas genauer.

Hallo Herr Hennig. Wann und wie muss ich meinen Arbeitgeber/ die Krankenversicherung informieren? Wie ist das wenn man PKV versichert ist. Muss ich eine AU Bescheinigung bei dem PKV abgeben. Bei mehreren hintereinander liegenden Arbeitsunfähigkeiten : Woher weiß der AG ob es sich um dieselbe Erkrankung handelt (wegen der Entgeltfortzahlung von max. 6 Wochen)

Teilen wir die Frage einmal auf und tasten uns so langsam an die entsprechenden Themen heran. Beginnen wir zunächst mit der Frage der Information. Dazu sind zwei Begriffe zunächst wichtig und zu klären, Arbeitsunfähigkeit und Karenzzeit. Hierzu habe ich in der Vergangenheit schon einmal etwas geschrieben, daher hier einige Artikel als Leseempfehlung vorab:

Lohnfortzahlung für privat versicherte Arbeitnehmer

Der Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist bei gesetzlich und privat versicherten Arbeitnehmern gleich. Beide erhalten von dem Arbeitgeber eine Weiterzahlung des Lohnes in den ersten Wochen der Krankschreibung bei Arbeitsunfähigkeit. Die entsprechende gesetzliche Regelung findet sich im Entgeltfortzahlungsgesetz.

Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz)

§ 3 Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

(1) Wird ein Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne daß ihn ein Verschulden trifft, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen. Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, so verliert er wegen der erneuten Arbeitsunfähigkeit den Anspruch nach Satz 1 für einen weiteren Zeitraum von höchstens sechs Wochen nicht, wenn

1. er vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge derselben Krankheit arbeitsunfähig war oder
2. seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen ist.

Wir sehen also, es besteht ein Anspruch für die ersten sechs Wochen. Daher lässt sich auch für einen Arbeitnehmer eine Absicherung gegen die finanziellen Folgen der Arbeitsunfähigkeit erst nach den sechs Wochen versichern.

Die Zeit in der war der Versicherungsfall eintreten kann, aber noch kein Anspruch auf Leistungen besteht, nennt man Karenzzeit. Also beträgt diese hier bei unserem Arbeitnehmer 6 Wochen oder 42 Tage. Erst NACH Ablauf der Karenzzeit hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Leistungen aus der Krankentagegeldversicherung.

Lesehinweis: Was ist Arbeitsunfähigkeit – ein Ratgeber durch den Begriffsdschungel

erneute Arbeitsunfähigkeit bei gleicher Erkrankung

Hier sind zwei unterschiedliche „Baustellen“ zu betrachten, der Arbeitgeber auf der einen Seite und der Krankenversicherer auf der anderen Seite. Beide haben eine vertragliche Vereinbarung mit dem Versicherten, der eine einen Arbeitsvertrag, der andere einen Versicherungsvertrag. Darin enthalten sind Regelungen, welche die Lohnfortzahlung auch bei gleichen Erkrankungen regeln und die Verfahrensweisen festlegen. Diese können aber bei der Versicherung anders aussehen, der Arbeitgeber hat sich hier an die oben zitierten Regelungen aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz zu halten.

Regelungen bei dem Arbeitgeber

Wird ein Arbeitnehmer nun also noch einmal mit der gleichen Krankheit krank, so ergibt sich hier ein erneuter Anspruch auf Lohnfortzahlung gegen den Arbeitgeber nur dann, wenn entweder mindestens sechs Monate nicht wegen dieser Krankheit(sdiagnose) arbeitsunfähig war, oder seit dem Beginn der letzten AU bereist zwölf Monate vorbei sind. Das soll den Arbeitgeber davor schützen, bei immer der gleichen Krankheit jedesmal neu sechs Wochen den Lohn weiterzahlen zu müssen. Auch hier regelt das Gesetz die Vorgabe, wann und wie die Arbeitsunfähigkeit anzuzeigen ist.

§ 5 Anzeige- und Nachweispflichten
(1) Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als in der Bescheinigung angegeben, ist der Arbeitnehmer verpflichtet, eine neue ärztliche Bescheinigung vorzulegen. Ist der Arbeitnehmer Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse, […]

Der Arbeitgeber bekommt keine Diagnosen mitgeteilt, da diese dem Datenschutz unterliegen. Natürlich kann und muss der Arzt bzw. die Krankenkasse/ Krankenversicherung einen entsprechenden Nachweis ausstellen, falls es sich um eine Folgeerkrankung handelt und damit kein neuer Anspruch begründet wird. Mit so einem Fall haben sich die Landesarbeitsgerichte des öfteren zu beschäftigen, einen dieser Fälle hat das LAG nun zur Revision zugelassen, auch hier ging es um die Frage der Folgeerkrankungen und der Informationspflicht gegenüber dem Arbeitgeber. (Az. 4 Sa 70/15)

Regelungen in der Krankenversicherung

Auch die private Krankentagegeldversicherung hat entsprechende Regelungen in den Versicherungs- und Tarifbedingungen. Hierbei handelt es sich um die Musterbedingungen zu Krankentagegeldversicherung (MB/KT), welche der Versicherer in seiner eigenen Version weiter spezifiziert und entsprechend in den Tarifbedingungen konkretisiert. In den MB/KT heisst es hierzu:

§ 9 Obliegenheiten

(1) Die ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit ist dem Versicherer unverzüglich, spätestens aber innerhalb der im Tarif festgesetzten Frist, durch Vorlage eines Nachweises (§ 4 Abs. 7) anzuzeigen. Bei verspätetem Zugang der Anzeige kann das Krankentagegeld bis zum Zugangstage nach Maßgabe des § 10 gekürzt werden oder ganz entfallen; eine Zahlung vor dem im Tarif vorgesehenen Zeit- punkt erfolgt jedoch nicht. Fortdauernde Arbeitsunfähigkeit ist dem Versicherer innerhalb der im Tarif festgesetzten Frist nachzuweisen. Die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ist dem Versicherer binnen drei Tagen anzuzeigen.

Dazu folgenden spezielle Regelungen- je nach Versicherer- in den Tarifbedingungen. Hier ein Beispiel der HALLESCHE Krankenversicherung im Tarif KT (U).

3. Die Karenzzeit gilt für jede Arbeitsunfähigkeit neu. In Tarifstufen mit einer Karenzzeit von 42 Tagen und länger werden Zeiten wiederholter Arbeitsunfähigkeit wegen der gleichen Krankheit, die der Arbeitgeber bei Arbeitnehmern bei der Fortzahlung des Entgelts berechtigterweise zusammenrechnet, auch hinsichtlich der Karenzzeit zusammengerechnet. Für Selbstständige gilt diese Bestimmung sinngemäß.

Auch hier findet also eine Zusammenrechnung statt, immer unter der Voraussetzung, dass der Arbeitgeber eine solche vornimmt und diese berechtigt ist. Allein deshalb liegt es im Interesse des Kunden, eine solche Bescheinigung gegenüber dem Arbeitgeber vorzulegen, nur so kann dieser zusammenrechnen und die Karenzzeit beginnt nicht neu.

Meldung an den Arbeitgeber, bis wann? wie?

Die private Krankenversicherung verlangt auch hier eine unverzügliche Meldung der Arbeitsunfähigkeit, das zumindest soweit die Regelung in den Musterbedingungen. Demnach wäre auch eine Erkältung und damit eine kurze Arbeitsunfähigkeit sofort anzuzeigen, zumindest dann wenn ein KT Anspruch daraus resultieren könnte. Die Versicherer würden aber somit eine ganze Reihe von Meldungen bekommen, welche nur Aufwand verursachen und nie eine Leistung begründen, denn wer ist schon sechs Wochen wegen einer Erkältung krank. Daher sind die Regelungen in den Tarifen etwas „aufgeweicht“ und lauten zum Beispiel so (auch hier wieder, MB/KT der HALLESCHE)

§ 9 Obliegenheiten

1 Der Eintritt der völligen Arbeitsunfähigkeit ist dem Versicherer spätestens bis zum Tage des festgelegten Leistungsbeginns anzuzeigen. Die ärztliche Bescheinigung muss auch die Bezeichnung der Krankheit enthalten.

2 Die Frist für den Nachweis der fortdauernden Arbeitsunfähigkeit wird dem Versicherten jeweils im Versicherungsfall mitgeteilt.

Wer also ein Krankengeld ab der sechsten Woche versichert hat, da ist es dann ausreichend bis zum Ablauf der sechs Wochen eine entsprechende Information an den Versicherer vorzunehmen. Das ändert aber nichts an der nötigen Krankschreibung, denn nur so lässt sich der Beginn der 6-Wochen-Frist später auch belegen. Der Arzt kann nicht nach sechs Wochen kommen und rückwirkend (obwohl er Sie nie gesehen hat) eine AU Bescheinigung ausstellen.

Die Barmenia lässt sogar noch etwas mehr Zeit, denn diese schreibt:

Zu § 9 MB/KT 2009

1.1 Die Arbeitsunfähigkeit ist dem Versicherer innerhalb der ersten Woche nach Ablauf der Karenzzeit des vereinbarten Tarifs anzuzeigen. Aus der ärztlichen Bescheinigung muss die Bezeichnung der Krankheit ersichtlich sein. Fortdauernde Arbeitsunfähigkeit ist dem Versicherer auf Verlangen nachzuweisen.

Insgesamt sollten Sie sich also merken:

  • – sofort krankschreiben lassen wenn die AU eintritt
  • – spätestens nach drei Tagen, manchmal auch früher „unverzüglich“ den Arbeitgeber informieren
  • – spätestens bis zum Ablauf der sechs Wochen den Krankenversicherer in Kenntnis setzen, diese schickt dann ein so genanntes Pendelattest

Lesehinweis: Pendelattest in der PKV – was es ist, wie es funktioniert und was Sie beachten müssen

Dieses Attest pendelt (darum heisst es ja so) zwischen Ihnen und dem Versicherer hin und her. Bitte achten Sie auch dort immer auf die Fristen, bis zu denen es zurück zu senden ist. Die erste Info der Krankschreibung kann aber auch telefonisch, bei einigen Versicherern über die App oder über die Homepage erfolgen.

Wenn Sie sich also an diese Eckdaten halten und Ihre Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig und pünktlich anzeigen, dann brauchen Sie sich keine Sorgen um die Leistung zu machen. Einen „gelben Schein“, also dieses Formular welches Sie aus der GKV kennen, das brauchen Sie für die PKV nicht zwingend. Für den Arbeitgeber aber schon. Die private Krankenversicherung benötigt aber insbesondere Informationen darüber, wie der Beruf aussieht, ob Sie vollständig (also 100%) arbeitsunfähig sind und weitere Informationen, die dieser bei Ihnen nach Information über die AU mit einem oder mehreren Formularen abfragt.