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12.
Juni '17

Schweigepflichtsentbindung im Antrag – warum die Einzelfallentscheidung immer besser ist


Die Entbindung von der Schweigepflicht ist ein wichtiges Instrument für die Versicherer. Nur mit einer solchen Genehmigung ist es dem Versicherer überhaupt möglich nachzuprüfen, ob bei der Antragstellung alle Angeben richtig gemacht wurden und ob somit die Risikoentscheidung richtig war und ist. Nur durch eine solche Prüfung und Kontrolle wird dabei auch verhindert, dass Kunden Zuschläge nicht zahlen, weil diese falsche Angaben machen.

Dennoch ist die generelle Genehmigung nicht optimal und birgt mehr Gefahren als diese Nutzen bringen könnte. Leider wird oft aus Bequemlichkeit immer noch diese Variante gewählt und am Ende geht dann, wenn das Kind „in den Brunnen gefallen ist“ das große Gejammer los. Was Sie aber tun können, damit Ihnen dieses gar nicht erst passiert und wie Sie solche Fehler und die Folgen vermeiden lesen Sie hier.

Die Arten der Schweigepflichtsentbindung

Insgesamt haben Sie meist vier Möglichkeiten in zwei verschiedenen Entscheidungen zu treffen, im Leistungsfall und zur Prüfung der Anzeigepflicht und dann jeweils zwei.

Auskünfte bei Leistung

Die erste ist die Frage der Schweigepflichtsentbindung im Leistunfsfall, also dem Fall den Sie (zumindest bei PKV und BU) auch noch erleben (bei Risiko LV ist das ja eher schwer im Todesfall) und somit stehen Ihnen hier zwei Optionen zu. Als Beispiel schauen wir uns den Antrag der Allianz für die Berufsunfähigkeit an, dort heisst es zunächst einmal:

„Sie können diese Erklärungen bereits an dieser Stelle unter Möglichkeit I oder später im Einzelfall (siehe Möglichkeit II) erteilen. Bitte entscheiden Sie sich für eine der beiden nachfolgenden Möglichkeiten. Sie können Ihre Entscheidung nachträglich jederzeit ändern.

Dabei stehen Ihnen die folgenden beiden Möglichkeiten zur Verfügung.

Möglichkeit I:
Ich willige ein, dass der Versicherer – soweit es für die Risikobeurteilung oder für die
Leistungsprüfung erforderlich ist – meine Gesundheitsdaten bei Ärzten, Pflegepersonen sowie bei Bediensteten von Krankenhäusern, sonstigen Krankenanstalten, Pflegeheimen, Personenversicherern, gesetzlichen Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Behörden erhebt und für diese Zwecke verwendet. Ich befreie die genannten Personen und Mitarbeiter der genannten Einrichtungen von ihrer Schweigepflicht, soweit meine zulässigerweise gespeicherten Gesundheitsdaten aus Untersuchungen, Beratungen, Behandlungen sowie Versicherungsanträgen und -verträgen aus einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren vor Antragstellung an den Versicherer übermittelt werden. Ich bin darüber hinaus damit einverstanden, dass in diesem Zusammenhang – soweit erforderlich – meine Gesundheitsdaten sowie gegebenenfalls weitere von der Schweigepflicht geschützte Daten durch den Versicherer an diese Stellen weitergegeben werden und befreie auch insoweit die für den Versicherer tätigen Personen von ihrer Schweigepflicht. Ich werde vor jeder Datenerhebung nach den vorstehenden Absätzen unterrichtet, von wem und zu welchem Zweck die Daten erhoben werden sollen, und ich werde darauf hingewiesen, dass ich widersprechen und die erforderlichen Unterlagen selbst beibringen kann.“

Diese, leider zu oft gewählte Möglichkeit ist eine generelle Entbindung. Der Versicherer kann anfragen, unterrichtet Sie zwar darüber, aber wer weiss ob Sie nicht im Krankenhaus liegen, sich auf Kur befinden oder einfach nicht da sind um den Brief ui kommen. Parallel erfolgt schon die Anfrage an den Arzt und damit ist vielleicht auch die Antwort vom Arzt schon da, bevor Sie auch nur die geringste Chance hatten nachzufragen warum diese Information benötigt wird welche Alternativen es gibt die Informationen zu bekommen

Als Alternative dazu steht Ihnen aber natürlich auch eine adere Möglichkeit zur Verfügung, denn der Gesetzgeber verpflichtet die Anbieter Ihnen beides anzubieten, zumindest müssen sie dieses seit einigen Jahren. Was das für Verträge vor 2010 bedeutet lesen Sie weiter unten. Doch nun zu der Option:

Möglichkeit II:
Ich wünsche, dass mich der Versicherer in jedem Einzelfall informiert, von welchen Personen oder Einrichtungen zu welchem Zweck eine Auskunft benötigt wird. Ich werde dann jeweils entscheiden, ob ich – in die Erhebung und Verwendung meiner Gesundheitsdaten durch den Versicherer einwillige, die genannten Personen oder Einrichtungen sowie deren Mitarbeiter von ihrer Schweigepflicht entbinde und in die Übermittlung meiner Gesundheitsdaten an den Versicherer einwillige – oder die erforderlichen Unterlagen selbst beibringe. Mir ist bekannt, dass dies zu einer Verzögerung der Antragsbearbeitung oder der Prüfung der Leistungspflicht führen kann.
Soweit sich die vorstehenden Erklärungen auf meine Angaben bei der Antragstellung beziehen, gelten sie für einen Zeitraum von fünf Jahren nach Vertragsschluss. Ergeben sich nach Vertragsschluss für den Versicherer konkrete Anhaltspunkte dafür, dass bei der Antragstellung vorsätzlich unrichtige oder unvollständige Angaben gemacht wurden und damit die Risikobeurteilung beeinflusst wurde, gelten die Erklärungen bis zu zehn Jahre nach Vertragsschluss.

Auskünfte bei der Prüfung der vorvertraglichen Anzeigepflicht

Auch hier haben Sie die beiden oben genannten Optionen. Dabei geht es aber dann nicht um die Frage ob eine Leistung erbracht wird oder diese medizinisch nötig ist, sondern vielmehr um die Frage der richtigen und vollständigen Angaben bei Antragstellung.

Der Versicherer muss und will hier prüfen, ob alle gemachten Angaben im Antrag vollständig waren, richtig angeben wurden und keine risikoerheblichen Informationen verschwiegen wurden. Das ist auch völlig legitim und richtig, denn nur so kann eine risikogerechte Einschätzung erfolgen und niemand bekommt zu unrecht einen Versicherungsschutz der ihr/ ihm nicht zusteht.

Weitere Artikel zur „vorvertraglichen Anzeigepflicht“

Gefahren der direkten und generellen Einwilligung?

Um zu verstehen, warum ich so vehement von der generellen Genehmigung abrate, schauen wir uns einmal die Formulierung an.

„… dass der Versicherer – soweit es für die Risikobeurteilung oder für die
Leistungsprüfung erforderlich ist – meine Gesundheitsdaten bei Ärzten, Pflegepersonen sowie bei Bediensteten von Krankenhäusern, sonstigen Krankenanstalten, Pflegeheimen, Personenversicherern, gesetzlichen Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Behörden erhebt und für diese Zwecke verwendet. Ich befreie die genannten Personen und Mitarbeiter der genannten Einrichtungen von ihrer Schweigepflicht, soweit
meine zulässigerweise gespeicherten Gesundheitsdaten aus Untersuchungen, Beratungen, Behandlungen sowie Versicherungsanträgen und -verträgen aus einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren vor Antragstellung an den Versicherer übermittelt werden.“

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26.
Dezember '16

PKV Wechsel und Kündigung wegen Beitragserhöhung? Nur keinen Stress, geht auch in 2017 noch


Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen gab es für einige Versicherte noch Post, nicht unbedingt die erfreulichste Post die man erwartet. So haben einige Unternehmen, darunter besonders die Axa und auch die RuV in einigen Tarifstufen, teils größere Anpassungen der Beiträge vornehmen müssen. Dabei sind auch monatlich dreistellige Erhöhungen durchaus keine Seltenheit. Wie bereits in meinem Beitrag zur „Beitragserhöhung in den AXA VITAL Tarifen“ geschrieben, es ist immer eine Frage von welchem Ursprungsbetrag angepasst wurde, wo der heutige Endbeitrag liegt und was genau nun zu zahlen ist.

Auch spielt es eine große Rolle wie lange Sie dort schon versichert sind, wann die letzte Anpassung stattfand und viele weitere Faktoren. Aber: Dennoch bewegt(e) es den ein oder anderen Versicherten sich nach Alternativen umzusehen. Dabei sind grundsätzlich mehrere Fragen zu überlegen, mehrere Punkte zu bedenken und verschiedene Optionen zu prüfen. Stellen Sie sich bitte daher zunächst folgende Fragen:

1.) Wie lange sind Sie schon dort versichert?

2.) Passt der Tarif noch auf die heutigen Bedürfnisse? Haben sich Bedürfnisse verändert? Ist die berufliche und private (Kinder?) Situation noch so, wie diese bei Beginn des Versicherungsschutzes war?

3.) Wie wurde der Tarif damals ausgewählt? (Beraterempfehlung?) Kennen Sie alle Einschränkungen und Leistungen des Tarifs?

4.) In welcher Tarifwelt sind Sie? Bisex, Bissen mit Übertragungswerten, Unisex Tarife? Kennen Sie die Unterscheide und die Vor- und Nachteile?

5.) Bietet Ihre Gesellschaft alternative Tarife an? Passen diese (besser) als Ihr aktueller Tarif?

Speziell um die letzte Frage zu beantworten müssen Sie natürlich erst einmal wissen was Sie wollen und brauchen. Dazu ist eine genaue Überlegung hinsichtlich der Auswahlkriterien zur PKV nötig. Informationen finden Sie dazu unter anderem hier auf der Seite unter „Auswahlkriterien„.

Kommen Sie nun zu dem Ergebnis, der derzeitige Schutz passt nicht mehr zu dem aktuellen Bedarf, dann bleiben grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Die erste ist der Tarifwechsel gem. § 204 VVG, also der Verbleib in Ihrer Gesellschaft.

Vorteile:

  • Verbleib bei der Gesellschaft
  • keine neue Gesundheitsprüfung (ggf. Mehrleistungsverzicht)
  • Anrechnung von Alterungsrückstellungen
  • altes Eintrittsalter, ggf. Verbleib in Bisex

Nachteile:

  • Verbleib bei der Gesellschaft (kann Vor- wie Nachteil sein)
  • ggf. nicht passende Tarife, da auf das Tarifangebot der einen Gesellschaft beschränkt
  • Mehrleistungen können ausgeschlossen werden, dann neue Prämie aber nicht alle Tarifleistungen
  • Risikozuschläge bleiben erhalten, Gesellschaft kennt Angaben die heute nicht mehr abgabepflichtig wären

Die zweite Option ist der Wechsel der Gesellschaft und die Suche nach einer neuen Krankenversicherung. Auch hier gibt es natürlich viele Punkte zu bedenken, viele Kriterien zu berücksichtigen und genau die Nach- gegenüber den Vorteilen abzuwiegen und dann gemeinsam mit einem Spezialisten zu überlegen, ob Sie diesen Schritt noch einmal gehen möchten.

Vorteile:

  • Auswahl aus allen Tarifen die heute am Markt existieren
  • Tarife der Unisexwelt, mit geringerem Kalkulationszins, welcher eine höhere Sicherheit bedeuten KANN (nicht muss)
  • Neue Tarife mit teilweise deutlich besseren Leistungen als in der alten Bisexwelt
  • Auswahl nach heutigen Bedürfnisse, Abwägung von Leistungen, nicht an Vertriebe gebunden, freie Auswahl bei Spezialisten
  • neue Risikoprüfung, damit auch ggf. nicht mehr anzeigepflichtige Erkrankungen die zu Zuschlägen geführt haben

Nachteile:

  • nur noch Tarife in der Unisexwelt
  • Standardtarif vs. Basistarif
  • neue Erkrankungen die zwischenzeitlich aufgetreten sind können zu neuen Zuschlägen führen
  • Fristen zur Anzeigepflichtverletzung beginnen neu

Sie lesen schon, eine generelle Empfehlung kann es hier nicht geben. Es gibt viele Konstellationen wo der Verbleib in der bisherigen Gesellschaft aus verschiedenen Gründen die richtige Wahl ist. Ebenso gibt es ganz viele Versicherte, die sich damals bei er Auswahl leider nicht die Gedanken gemacht haben die sie hätten sollen. Immer dann, wenn Sie…

  • dem Berater blind vertraut haben (und weder Bedingungen gelesen, noch Tarife verstanden haben)
  • schnell mal bei einem Vertriebler, Einfirmenvertreter, vermögendem Berater abgeschlossen haben
  • eigentlich nur Geld sparen oder gar nicht in die PKV wollten
  • nicht richtig wissen warum Sie gerade den Tarif und die Gesellschaft gewählt haben
  • hohe Risikozuschläge (auch für alte Erkrankungen) zahlen
  • Einstiegs-, Hausarzt-, Billigtarife haben
  • Kinder dazu kamen, Familiensituationen deutlich verändert wurden
  • alles „anders kam als gedacht“ kam
  • oder Sie Angst haben, den Tarif bald nicht mehr bezahlen zu können

immer dann sollten Sie den Tarif einer genauen Prüfung unterziehen lassen. So lassen sich hier vielleicht grobe Fehler ausmerzen, Probleme in den nächsten Jahren verhindern oder der Bedarf doch noch erfüllen.

Aber das schaffe ich ja gar nicht mehr bis Jahresende

Eine der größten Sorgen vieler Versicherter besteht darin, jetzt unter Zeitdruck eine Entscheidung treffen zu müssen, die dann vielleicht wieder falsch ist. Eine Entscheidung die nicht die nötige Zeit bekommen kann, sich entspannt und ganz in Ruhe mit dem Thema PKV, der Tarifauswahl und dem eigenen Wunsch nach Absicherung beschäftigen zu können. So rückt das Jahresende immer näher, nicht mal mehr eine Woche ist es, dann haben wir 2016 und nicht mal eine Woche um eine Entscheidung für einen lebenslangen Vertrag zu treffen?

NICHT DOCH! Es ist noch Zeit, lange sogar.

Die meisten Gesellschaften haben die Mitteilungen zur Beitragserhöhung Ende November, Anfang Dezember verschickt. Wer also seinen Versicherungsschutz beenden möchte, der muss sich an die Regeln des § 205 des VVG halten, dort heisst es:

(4) Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

So haben Sie also ab dem ZUGANG der Erhöhungsmitteilung ZWEI Monate Zeit sich anderweitig zu entscheiden und können (wenn nach dem 1.1.) rückwirkend zum 1. Januar kündigen. Der Zugang der Beitragserhöhung ist in der Regel schwer zu beweisen. Der Versicherer kann meist nur nachweisen, das er diese verschickt hat, oder zumindest das er alle anderen Briefe zur Post gegeben hat. Allein das reicht als Zugang nicht aus. Dennoch glauben auch viele Gerichte dem Versicherer und unterstellen einen Zugang 2-3 Tage nach dem Absenden des Briefes. (–> Was, wenn ich meine Beitragserhöhung nicht bekommen haben?)

Merken Sie also erst im Januar auf Ihrem Konto, das der Betrag sich erhöht hat, fragen Sie den Versicherer. Dieser wird Ihnen dann meist die Anpassung noch einmal zusenden (müssen), der nun erfolgte Zugang ist der Beginn der zweimonatigen Frist. Verlassen Sie sich aber nicht hierauf, denn wer es erhalten hat, aber anders behauptet und vielleicht sogar schon mit dem Versicherer telefoniert hat um nach Alternativen zu fragen, der lügt. Das sollte in einem langjährigen Vertragsverhältnis keine Basis sein. Haben Sie die Erhöhung also wirklich nicht erhalten, fragen Sie nach.

Fristen Kündigung PKVDoch da ist noch was- die Folgeversicherungsbestätigung!

Es reicht aber nicht aus einfach zu kündigen, das war vor Jahren mal genug. Heute müssen Sie auch noch nachweisen anderweitig versichert zu sein. Der § 205 regelt auch das, dazu heisst es:

(6) Abweichend von den Absätzen 1 bis 5 kann der Versicherungsnehmer eine Versicherung, die eine Pflicht aus § 193 Abs. 3 Satz 1 erfüllt, nur dann kündigen, wenn er bei einem anderen Versicherer für die versicherte Person einen neuen Vertrag abschließt, der dieser Pflicht genügt. Die Kündigung wird nur wirksam, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb von zwei Monaten nach der Kündigungserklärung nachweist, dass die versicherte Person bei einem neuen Versicherer ohne Unterbrechung versichert ist; liegt der Termin, zu dem die Kündigung ausgesprochen wurde, mehr als zwei Monate nach der Kündigungserklärung, muss der Nachweis bis zu diesem Termin erbracht werden.

Diese Frist beginnt dann, wenn Sie Ihre Kündigung erklärt haben. Nun haben Sie zwei Monate Zeit sich um den Nachweis zu kümmern und diesen an den alten Versicherer zu übersenden. Passiert dieses rechtzeitig, so endet ihr Versicherungsschutz zum Wirksamwerden der Erhöhung, also meist zum 01. Januar. Vergessen Sie den Nachweis aber, so besteht der alte Versicherungsschutz weiter und Sie haben im schlimmsten Fall zwei Verträge, also ACHTUNG!

Mein(e) Kind(er) sind auch bei mir versichert, können diese auch kündigen?

Oftmals ist nicht nur eine Person in der PKV versichert. Da sind Kinder, Jugendliche oder die Partner(in) mitversichert. Dennoch werden nicht alle Versicherungen und Tarife gleichzeitig erhöht und es kann durchaus passieren, das nur Ihr Tarif angepasst wird, Sie aber alle wechseln möchten. Auch hierfür schauen wir wieder in den § 205 und die dortigen Regelungen:

(…) kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen

Gekündigt werden kann immer nur das, was auch erhöht wurde, wobei die Pflegepflichtversicherung der Krankenversicherung folgt. Auch hinsichtlich eines bestehenden Krankentagesgeldes gibt es unterschiedliche (Gerichts-)Auffassungen. Sollten Sie dieses mit Wechseln wollen und das Krankentagegeld ein Baustein in Ihrem Vertrag sein, so kündigen Sie den Baustein bitte mit. Hier wäre aber auch durchaus denkbar, das der Versicherer hier diskutiert, was beim Wechsel generell nur unter bestimmten Umständen ein Problem wäre, hier mehr aber in einer Beratung.

Kündigen Sie ihren Schutz und der Tarif des Kindes blieb stabil, so kann dieser nicht automatisch mit gekündigt werden. Gerade bei Kindern lassen viele diese aber „ziehen“, wenn die Eltern gehen. Daher ist es hier ein Versuch wert, einen Rechtsanspruch gibt es aber nicht.

Der Versicherer will aber mein Kind nun auch kündigen, weil es nicht allein versichert werden kann?

Weil Kinder für die PKV aber eher ein „nicht so beliebtes“ Klientel sind und sich die Prämien oft für die Versicherer nicht rechnen, so kommen einige Versicherer auf kreative Ideen. So schrieb ein Stuttgarter Versicherer vor kurzem seinem Kunden, er müsste nun für das Kind auch neuen Schutz besorgen und das Kind können nicht allein versichert bleiben, wenn der Versicherungsnehmer selbst woanders hin ginge.

Das ist UNISNN! Kündigen Sie nur Ihren Versicherungsschutz und möchten Ihr Kind da lassen (zum Beispiel wegen Vorerkrankungen, einer laufenden Kieferorthopädie oder warum auch immer), so können Sie das tun. Dabei ist es vollkommen egal ob dem Versicherer das passt oder ob dieser eigentlich Kinder gar nicht allein versichert. (–> Übersicht wer Kinder allein versichert) Es besteht KEINERLEI Pflicht das Kind zum neuen Versicherer mitzunehmen, es ändert nichts, aber auch gar nichts am bestehenden Schutz des Kindes und auch nicht am Arbeitgeberzuschuss!

Noch einige Informationen:

Machen Sie nichts voreilig. Sollten Sie den Versicherer wechseln wollen, haben Sie in den meisten Fällen noch bis Ende Januar Zeit und können somit in Ruhe entscheiden.

Vordrucke zur Kündigung der PKV finden Sie im Downloadbereich

Wichtig ist nur eins: Überlegen Sie gut und lassen sich ausführlich beraten. Lesen Sie Bedingungen, verstehen Sie was Sie abschließen und nutzen Sie die Expertise von spezialisierten Kollegen. Wenn Sie Fragen haben, fragen Sie bitte! –> Beratung und –> Anfrage zur PKV

Beitragserhöhung PKV, Vertrauensgarantie

19.
Oktober '16

Post von der PKV – Beitragserhöhung – was Sie nun tun können, sollten und was besser nicht


Eigentlich ist die Sau schon tot, also die die in den letzten Tagen und Wochen durch’s Dorf getrieben wurde. So titelten die Zeitungen und Zeitschriften dramatische Schlagzeilen, alles ist schlimm, die PKV und die Versicherer böse, gierig und gemein. Ist dem so? Wo kommen die Anpassungen her? Woraus resultieren diese? Mehr Informationen und vor allem Hinweise was Sie jetzt gerade nicht übereilt tun sollten, das habe ich Ihnen hier einmal aufgeschrieben.

pkv-bap-schlagzeilen-presse

Was ist aber nun dran an den Schlagzeilen, wen betrifft es und warum werden Beiträge in der privaten Krankenversicherung angepasst? „Lohnt“ sich die PKV nun nicht mehr, hat Sie das denn vorher? Um ein bisschen mehr Wissen hierzu zu bekommen und einige Hintergründe besser zu verstehen, sind einige Fakten nötig. Fakten die nicht immer bequem sind, Fakten die teilweise unbeeinflussbar von dem Versicherer sind, aber auch Fakten und Hintergründe die aus der „Geiz ist Geil“ Mentalität kamen und der Gier einiger Privater Krankenversicherungen nach Geschäft, billigem Geschäft.

Warum werden Beiträge in der Privaten Krankenversicherung angepasst?

Nun, das hat viele verschiedene Gründe. Anpassungen bei den Beiträgen der Privaten Krankenversicherung (PKV) und auch Anpassungen in den Beitragssätzen und Zusatzbeiträgen der gesetzlichen Krankenkasse und dem Höchstbeitrag (neue Zahlen 2017 hier) sind erforderlich. Erforderlich weil es Faktoren gibt, welche die Ausgaben im Gesundheitssystem beeinflussen. So führen:

  • – steigende Ausgaben bei Ärzten, Medikamenten und sonstigen Heilbehandlern
  • – längere Lebenserwartungen
  • – geringere Zinserträge und damit weniger Geld in den (Rücklagen-)Kassen

zu steigenden Beiträgen. Wer mehr Geld für (teure) Medikamente ausgibt wird nicht umhinkommen mehr Geld einnehmen zu müssen. Dabei spielen nicht nur neue, teure Therapien bei Krebspatienten eine Rolle, auch die Pharmakonzerne haben einen Anteil an der Entwicklung. Hier werden manchmal neue Präparate ohne besonderen Zusatznutzen auf den Markt geworfen, diese kosten ein Vielfaches der alten. Gelingt es dem Hersteller nun den Arzt zu überzeugen oder diesem Anreize zu geben doch das neue Medikament zu verordnen, so entstehen auch hier höhere Kosten.

Kleiner Hinweis: In der aktuellen Ausgabe der brandeins findet sich im Schwerpunktthema Gesundheit (die es hier auch als kostenfreie Hörversion gibt) sind durchaus interessante Aspekte angesprochen.

Nun muss man in der Schule kein Mathe-Genie gewesen sein um zu wissen, wenn weniger Geld in einen Topf herein kommt, dann kann auch weniger heraus. Wird aber am Ende mehr benötigt, oder Geld länger benötigt weil die Patienten eben 10, 15 Jahre länger leben als gedacht, dann muss mehr Geld in den Topf herein. Dieses „mehr Geld“ kommt aus dem höheren Beitrag und damit der höheren Einzahlung. pkv-beitraege-schema

Wie auf dem Bild gut zu erkennen, kommen aus zwei unterschiedlichen Wegen Gelder in den Topf der PKV. Zum einen durch die Beiträge die der Versicherte zahlt, zum anderen aus den so genannten Kapitalerträgen, vereinfacht Zinsen genannt im Bild. Liegen dort also 100.000 Euro und bekommt der Versicherer hierfür 4% Zins (was ja in der Vergangenheit nicht so ungewöhnlich war), so füllt sich der Topf jedes Jahr um weitere 4.000 Euro. Über Jahrzehnte kommen dort ansehnliche Summen zusammen, für die keine Beiträge erforderlich sind. So lassen sich viele Kosten allein von den Zinsen/ Kapitalerträgen zahlen.

Doch im Moment sieht es nicht nach 4% Zins aus. Haben Sie einmal geschaut wie hoch der Zins bei Ihren Geldanlagen war? Also der vor 10, 5, 2 Jahren und wie hoch dieser heute ist? Heute wollen Banken bei hohen Anlagen noch Geld haben, so genannte Negativzinsen. Während es also vor Jahren kein Problem war Zinsen zu erwirtschaften, ist dem heute eben nicht so. So fehlen also in dem Topf der PKV tausende Euro, weil die Zinserträge nicht kommen.

Bleibt die Ausgabenseite aber gleich oder steigt sogar noch (und muss länger halten, denn leben Menschen länger kostet auch die Gesundheit länger Geld), so muss hier mehr Geld in das System. Dieses muss der private Versicherer also ausgleichen indem er die Beiträge anpasst. Eine solche Anpassung erfolgt unter anderem dann, wenn so genannte „auslösende Faktoren“ erreicht sind. Überschreiten die tatsächlichen Ausgaben die kalkulierten um 5/10% und ist somit der „auslösende Faktor“ erreicht, ist eine Anpassung erforderlich. Wurde dieses in der Vergangenheit aber nicht erreicht, so haben sich Anpassungen aufgestaut und führen dann nun jetzt zu höheren Anpassungen. Aus diesem Grund fallen Anpassungen auch unterschiedlich aus, auch aus diesem Grund sind niemals alle Tarife und Altersstufen eines Unternehmens von einer Anpassung betroffen.

Was können Sie jetzt tun?

Zuerst sollten Sie sich die Relationen einmal vor Augen führen. Aus welchem Betrag wurde angepasst? 10% aus einem Beitrag von 400 Euro sind etwas anderes als 10% aus einem Beitrag über 600 Euro. Weiterhin werfen Sie einmal einen Blick auf den GKV Höchstbetrag und dessen Entwicklung.

Im letzten Jahr gab es- oh Schreck- 34% Anpassung in den AXA VITAL Tarifen. In meinem Beitrag dazu habe ich Ihnen gezeigt wie die Ausgangslage war und warum die 34% durchaus berechtigt waren. Trotz Anpassung sind die Kunden teilweise weit, weit weg von den Prämien, welche in GKV plus Zusatzversicherung fällig geworden wären.

Artikel: 34% Beitragserhöhung im AXA VITAL 250 Tarif zum 01.01.2016- wie Sie als Bestandskunde damit umgehen und was Sie überhaupt tun können

Dennoch ist eine Beitragsanpassung natürlich ärgerlich. Gerade wenn der Arbeitgeberzuschuss schon erreicht ist und die Mehrkosten allein zu Lasten des Versicherten gehen ist es nicht angenehm. Trotzdem: Gesundheit kostet Geld, Gesundheitsvorsorge wird (uns) in den nächsten Jahren und Jahrzehnten allein aufgrund der steigenden Lebenserwartung und/ oder weniger Zinsen noch einiges an Aufwendungen abverlangen. Am Beispiel der Schweiz (siehe brandeins Artikel) sieht man sehr gut wie hoch die Aufwendungen sein können, welche Einschränkungen damit verbunden sind.

Viele Menschen die heute in der PKV sind, sind da falsch.

Ja, richtig gelesen. In die PKV gehören viele Menschen die heute da sind nicht. Wer sich die GKV nicht leisten kann, weil im Rahmen der Selbstständigkeit nicht die gewünschten Gewinne erzielt wurden und einem Vertreter oder Makler die Märchen von der billigen PKV glaubt oder geglaubt hat, der wird sich umsehen. Der wird merken das die PKV nicht das „andere System“ zum Geldsparen ist.

Artikel: Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen

Langfristige Planung, ausreichende Rücklagen und eine sorgfältige Auswahl sind essentiell. Dabei spielen viele persönliche Umstände eine Rolle. Auch die Frage nach dem „bereit sein“ Geld für einen hochwertigen Schutz zu investieren ist berechtigt. Daher geht es nicht darum „irgendwie“ an eine PKV zu kommen, es geht vielmehr darum an den passenden Schutz zu kommen.

Akute Maßnahmen nach der Anpassung

Wenn Sie nun gerade Post bekommen haben und sich nun fragen was Sie tun können, hier einige Hinweise.

  • – 1. überprüfen Sie den Versicherungsschutz. Benötigen Sie alle Leistungen im Vertrag? Stimmen die Anforderungen noch mit denen bei Abschluss überein?
  • – 2. gibt es Leistungen die jetzt neu benötigt werden oder etwas was ausgeschlossen werden kann?
  • – 3. stimmt die Selbstbeteiligung noch, oder kann diese angepasst werden?
  • – 4. enthält der Vertrag einen Risikozuschlag der länger nicht überprüft wurde und nun angepasst werden kann?
  • – 5. handelt es sich um einen alten Bisex- oder neuen Unisextarif? Welcher Kalkulationszins liegt dem Vertrag zu Grunde?
  • – 6. wie kam es damals zu der Auswahl des Versicherers? Gab es Alternativen? Warum wurde es dieser Tarif?
  • – 7. Überprüfen Sie (mit einem Spezialisten) Tarifwechsel nach 204 VVG und das am besten nach den Schritten 1.- 5.
  • – 8. stehen berufliche oder private Veränderungen an?

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07.
Juni '16

Warum ich keine Angebote für die Private Krankenversicherung verschicke


Die private Krankenversicherung gehört mit Abstand zu den beratungsintensivsten Versicherungssparten in Deutschland. Wir sprechen über eine (unter Umständen) lebenslange Entscheidung, eine Entscheidung die nicht ohne weiteres wieder revidiert werden kann und daher genauestens überlegt werden sollte. (Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen) Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung sind manchmal ärgerlich, oftmals verständlich und nachvollziehbar und dennoch führen diese immer wieder zu den Gedanken und Überlegungen den Vertrag zu kündigen und zu einem anderen Versicherer zu wechseln. In einer Anfrage der letzten Woche ging es genau darum. Jemand war bereits seit 2010 in einem Tarif der privaten Krankenversicherung versichert und hat nun im Rahmen der Beitragsanpassung eine Erhöhung bekommen.

Beitragserhöhung und die Kündigungsmöglichkeiten

Eine Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung bedeutet auch ein Sonderkündigungsrecht. Dieses Recht lässt sich innerhalb bestimmter Fristen ausüben und bietet dem Versicherten die Möglichkeit sich nach einem anderen Tarif oder einem anderen Versicherer umzusehen. Der Wechsel der privaten Krankenversicherung hingegen bedeutet immer einen (teilweisen) Verlust der Alterungsrückstellungen, bedeutet eine neue Gesundheitsprüfung und bedeutet den Neubeginn von Wartezeiten und Summenbegrenzungen. Die Entscheidung für oder gegen einen Tarif sollte daher sehr sorgfältig gewählt werden.

„Sind Sie bitte so nett und erstellen mir ein Angebot der xxx“

Dieser Wunsch eines Kunden mag durchaus legitim sein, er möchte ein Angebot, eine für sich passende Empfehlung für oder gegen einen Tarif. In diesem Fall gab es sogar eine konkrete Vorgabe zur Gesellschaft, nicht jedoch final zu dem Tarif. Sollte es doch ein Tarif sein welcher keine absolute Selbstbeteiligung enthält sondern eine sogenannte fallbezogene. Damit ist die Versichererauswahl arg beschränkt, denn es gibt nur die Continentale mit den Tarifen Economy und Comfort, die eine solche fallbezogene Selbstbeteiligung anbieten. Nun hat dieser Tarif durchaus Vorteile, ebenso wie er mindestens genauso viele Nachteile hat. (Lesehinweis: Kommentar zur Einführung des Continentale-Tarifs)

Doch darum soll es in diesem Artikel gar nicht gehen, es geht darum wie Sie zu dem richtigen, für Sie passenden Tarif der privaten Krankenversicherung kommen. Natürlich können Sie hingehen und können jedem oder mehreren Beratern eine E-Mail schreiben mit dem Hinweis, Sie bräuchten ein Angebot. Genauso wie man das mit dem Einbau einer Heizung, der Renovierung des Bades oder anderen Sachen tut, die man sich anschaffen möchte. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, dass Sie nicht eine „schnelle Anschaffung“ tätigen, sondern eine Lebensentscheidung treffen.

Das Angebot ist nur so gut, wie die Fragen die davor gestellt wurden

Ich verwende in meiner Beratung einen sogenannten Kriterienfragebogen. Dieser Fragebogen ist vier Seiten lang und enthält unterschiedlichste Fragen zu dem eigenen Wunsch an die zukünftige private Krankenversicherung. Diese Wünsche sollten Sie für sich so spontan als möglich festlegen, denn es gibt mir in der Beratung einen ersten Hinweis darauf, was Sie gern hätten wenn Sie es frei entscheiden. Ohne Hintergedanken über den Preis, das Unternehmen oder andere Vorgaben- einfach Wünsche festlegen. Das bedeutet auch, das diese Anforderungen, die Sie in dem Kriterienfragebogen zunächst festlegen in 99,9% der Fälle nicht erfüllbar sind. Das macht auch gar nichts, denn genau darum geht es. Es geht darum zu verstehen welche eigenen Anforderungen erfüllbar sind, wo Abstriche gemacht werden müssen und welche Vorgaben in der Tarifkombination oder bei der gewünschten Gesellschaft gar nicht vorhanden und damit nicht machbar sind. Würde ich dem Wunsch nachkommen und diesem Interessenten ein Angebot der Gesellschaft XY schicken, vielleicht sogar beider Tarife die diese anbietet, dann verstieße ich hiermit gegen die eigenen Qualitätsmaßstäbe und den eigenen Anspruch an meine Beratung. Eine private Krankenversicherung ist eine so lebenslange Entscheidung, dass ich es persönlich nicht verantworten kann und möchte, dass diese auf  Zuruf  zum Angebot führt. Natürlich muss der Interessent am Ende wissen welcher Tarif in Frage kommt, welche Bausteine er braucht und was diese kosten. Natürlich muss er (irgendwann im Laufe der Beratung) die Unterlagen gemäß Vertragsversicherungsgesetz bekommen, natürlich muss er auch wissen welche Belastung in Form von Beiträgen auf ihn zukommt. Diese Entscheidungen lassen sich aber erst dann begründet treffen und damit auch erst dann begründet Empfehlungen abgeben, wenn ich als Berater einschätzen kann, welche Ansprüche Sie an ihren eigenen Versicherungsschutz haben.

Dabei hilft mir der Kriterienfragebogen als erster Anhaltspunkt. Im Anschluss an den Fragebogen ist ein längeres Telefonat erforderlich um

  • –  persönliche Verhältnisse in Beruf und Familienplanung zu klären
  • –  persönliche Wünsche hinsichtlich spezieller Leistungen zu klären
  • –  individuelle Vorgaben und zukünftige Veränderungen zu berücksichtigen

Erst unter Kenntnis all dieser Umstände und Berücksichtigung des Wissens über Gesellschaften, Tarife und Beitragsentwicklungen, erst jetzt kann ich einen fundierten Rat und eine Empfehlung für mehrere Tarife abgeben. Es wird am Ende dennoch niemals eine konkrete Empfehlung für einen Tarif dabei herauskommen. In den meisten Fällen wird Ihnen der Berater, und genauso tue ich das auch, eine Empfehlung oder eine Entscheidungsgrundlage liefern (mehr …)

06.
Mai '16

Berufsunfähigkeit: Warum es unverantwortlich ist, keinen Schutz für die eigene Arbeitskraft zu haben


Das Auto gehört(e) zu den liebsten Gegenständen der Deutschen. Das ändert sich zwar mit den Generationen derzeit etwas, aber immer noch ist das Auto, das eigene Haus und die Wohnung eine der beliebtesten Investitionen. Klar, irgendwie müssen Sie ja zur Arbeit kommen und auch irgendwo wohnen. Schließlich wussten auch schon die Großeltern, eine eigene Immobilie und damit später mietfrei wohnen können, ist die beste Altersvorsorge.

Ob das so ist und wie wichtig Ihnen das eigene Auto, die Wohnung oder das Haus ist, das muss jeder ganz individuell für sich beantworten. Von dem monatlich „sauer verdienten Geld“ schaffen wir ein Zuhause für uns, die Familie, versorgen unsere Kinder und erfüllen uns Wünsche. Die lange herbeigesehnten Ferien, der Jahresurlaub mit kristallklarem Wasser oder das Skifahren an verschneiten Berghängen, jeder ganz wie er möchte. Andere investieren in die eigene Zukunft oder die Zukunft der Kinder. Das Studium im Ausland, ein Jahr in Übersee um dem Nachwuchs die Sprache näher zu bringen (und natürlich Spaß zu haben und Lebenserfahrung zu sammeln), all das kann eine Ausgabemöglichkeit für unser sauer verdientes Geld sein.

Dabei gibt es auch gar kein richtig oder falsch, es gibt nur das passende für jeden Einzelnen. Eines haben aber all diese Sachen gemeinsam, sie müssen bezahlt werden. Wer nun nicht gerade reich geerbt hat oder sonst zu unsagbar viel Vermögen gekommen ist, der wird für all diese Investitionen arbeiten müssen. Diese Arbeit nennt man dann gewöhnlich Job, Beruf oder Berufung und dieser wird bezahlt. Gut oder weniger gut, das mag auch sein, aber es erfolgt eine Entlohnung für die geleistete Arbeit.

Arbeitskraft weg, Geld weg, alles weg?

Klingt nicht gut? Ist es auch nicht! Vor einigen Tagen schrieb ich über das Ehepaar, welches ohne Haus und ohne Zukunft ist und das, obwohl eine Absicherung bestand. Zu einem Hausbau gehört die Absicherung der Arbeitskraft dazu, denn schließlich haben die meisten Menschen einen hohen Kredit, zahlen zwanzig, dreißig oder mehr Jahre für das eigene Haus und freuen sich auf den Lebensabend. Doch was, wenn plötzlich alles weg ist? Alles, das Haus, die eigene Altersvorsorge und das „mietfrei wohnen im Alter“ auch gleich?

Leider machen sich viele Menschen keine Gedanken, wollen es auch nicht und verdrängen den Gedanken eines wichtigen und notwenigen Schutzes bei Berufsunfähigkeit. Da wird blauäugig in die Zukunft geguckt, es herrscht die Meinung „mir passiert schon nix“ und wer sich das lange genug einredet, der glaubt es vielleicht irgendwann selbst.

Die Arbeitskraft ist aber diejenige, die alles andere zusammen hält, die, die alles andere finanziert und dabei Hilft Wünsche zu erfüllen oder Ziele zu erreichen!

Wie viel sind Sie sich wert?

Schwer zu sagen? Unmöglich? Kann man so doch gar nicht planen? Stimmt, wir wissen nicht was die nächsten zehn, zwanzig oder mehr Jahre passiert. Zum Glück wissen wir es nicht. Aber was Sie wissen ist das heutige Einkommen. Unterstellen wir einmal, das würde sich nicht ändern, wir hätten keine Inflation, keine Veränderung von Werten, einfach nur die Zahlen von heute. Wo liegt ihr Nettoeinkommen? Dann können Sie dieses einfach hochrechnen und einmal überlegen, welchen Betrag Sie bis zur Rente verdienen werden.

Der Wert der Arbeitskraft

Natürlich sind hier neben vielen Unbekannten auch weitere „weiche Faktoren“ zu berücksichtigen. Inflation, die Frage was das nachher noch wert ist, aber auch Einkommensveränderungen spielen eine Rolle. Was aber gut erkennen ist, verdient ein heute 30-jähriger auch „nur“ eintausend Euro monatlich, so sind das bis zur Rente (mit 67) immerhin 444.000 Euro.

Fast eine halbe Million Euro Einkommen

Fliesst dieser Betrag aber nicht, weil die Arbeitsraft durch einen Unfall, eine Krankheit oder andere gesundheitliche Beeinträchtigungen entfällt, dann gibt es auch nichts. Das Geld fehlt aber dann überall. Haus, Wohnung, Miete, Auto, Kinder, Urlaub, all das geht „den Bach herunter“. Daher ist es absolut unverantwortlich für dieses Risiko nicht vorzusorgen und hier einen Schutz zu haben.

Wollen Sie ernsthaft Ehepartner und Kinder für den Rest des Lebens belasten? Nein, schließlich möchte jeder selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen können und dazu gehört eine Vorsorge für den Fall X ebenso.

„Ich sitze nur im Büro, das kann ich immer noch machen“

Dieses, entschuldigen Sie bitte die deutlichen Worte, scheinheilige Argument dient nur der eigenen Beruhigung. „Mir passiert nichts und wenn doch, ein bisschen arbeiten kann ich immer noch.“ Ich habe in meinem Kundenkreis nur Büro“Täter“. Keiner von denen ist körperlich oder handwerklich tätig, keiner von über eintausend. Dennoch sehen die meisten das Risiko einer Berufsunfähigkeit und schätzen das Risiko realistisch ein. Dabei geht es auch um die Frage, was kann ich wann und wie lange noch machen.

Viele der Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung, heute schon mehr als jeder Vierte, sind auf psychische oder psychosomatische Beschwerden zurück zu führen. Klar, haben viele nicht und auf die „Couch legen Sie sich auch nicht“, oder? Auch diese Meinung herrscht vor. In einem anderen Beitrag in der kommenden Woche erzähle ich Ihnen von einem realen Fall aus dem Leben, das wird die Sichtweise vielleicht etwas schärfen.

Berufsunfähig heisst nicht tot

Berufsunfähig wird oftmals gleichgesetzt mit „ich kann gar nichts mehr tun“. Das ist aber in vielen Fällen (mehr …)