Artikel mit ‘HowTo’ getagged

19.
Oktober '16

Post von der PKV – Beitragserhöhung – was Sie nun tun können, sollten und was besser nicht


Eigentlich ist die Sau schon tot, also die die in den letzten Tagen und Wochen durch’s Dorf getrieben wurde. So titelten die Zeitungen und Zeitschriften dramatische Schlagzeilen, alles ist schlimm, die PKV und die Versicherer böse, gierig und gemein. Ist dem so? Wo kommen die Anpassungen her? Woraus resultieren diese? Mehr Informationen und vor allem Hinweise was Sie jetzt gerade nicht übereilt tun sollten, das habe ich Ihnen hier einmal aufgeschrieben.

pkv-bap-schlagzeilen-presse

Was ist aber nun dran an den Schlagzeilen, wen betrifft es und warum werden Beiträge in der privaten Krankenversicherung angepasst? „Lohnt“ sich die PKV nun nicht mehr, hat Sie das denn vorher? Um ein bisschen mehr Wissen hierzu zu bekommen und einige Hintergründe besser zu verstehen, sind einige Fakten nötig. Fakten die nicht immer bequem sind, Fakten die teilweise unbeeinflussbar von dem Versicherer sind, aber auch Fakten und Hintergründe die aus der „Geiz ist Geil“ Mentalität kamen und der Gier einiger Privater Krankenversicherungen nach Geschäft, billigem Geschäft.

Warum werden Beiträge in der Privaten Krankenversicherung angepasst?

Nun, das hat viele verschiedene Gründe. Anpassungen bei den Beiträgen der Privaten Krankenversicherung (PKV) und auch Anpassungen in den Beitragssätzen und Zusatzbeiträgen der gesetzlichen Krankenkasse und dem Höchstbeitrag (neue Zahlen 2017 hier) sind erforderlich. Erforderlich weil es Faktoren gibt, welche die Ausgaben im Gesundheitssystem beeinflussen. So führen:

  • – steigende Ausgaben bei Ärzten, Medikamenten und sonstigen Heilbehandlern
  • – längere Lebenserwartungen
  • – geringere Zinserträge und damit weniger Geld in den (Rücklagen-)Kassen

zu steigenden Beiträgen. Wer mehr Geld für (teure) Medikamente ausgibt wird nicht umhinkommen mehr Geld einnehmen zu müssen. Dabei spielen nicht nur neue, teure Therapien bei Krebspatienten eine Rolle, auch die Pharmakonzerne haben einen Anteil an der Entwicklung. Hier werden manchmal neue Präparate ohne besonderen Zusatznutzen auf den Markt geworfen, diese kosten ein Vielfaches der alten. Gelingt es dem Hersteller nun den Arzt zu überzeugen oder diesem Anreize zu geben doch das neue Medikament zu verordnen, so entstehen auch hier höhere Kosten.

Kleiner Hinweis: In der aktuellen Ausgabe der brandeins findet sich im Schwerpunktthema Gesundheit (die es hier auch als kostenfreie Hörversion gibt) sind durchaus interessante Aspekte angesprochen.

Nun muss man in der Schule kein Mathe-Genie gewesen sein um zu wissen, wenn weniger Geld in einen Topf herein kommt, dann kann auch weniger heraus. Wird aber am Ende mehr benötigt, oder Geld länger benötigt weil die Patienten eben 10, 15 Jahre länger leben als gedacht, dann muss mehr Geld in den Topf herein. Dieses „mehr Geld“ kommt aus dem höheren Beitrag und damit der höheren Einzahlung. pkv-beitraege-schema

Wie auf dem Bild gut zu erkennen, kommen aus zwei unterschiedlichen Wegen Gelder in den Topf der PKV. Zum einen durch die Beiträge die der Versicherte zahlt, zum anderen aus den so genannten Kapitalerträgen, vereinfacht Zinsen genannt im Bild. Liegen dort also 100.000 Euro und bekommt der Versicherer hierfür 4% Zins (was ja in der Vergangenheit nicht so ungewöhnlich war), so füllt sich der Topf jedes Jahr um weitere 4.000 Euro. Über Jahrzehnte kommen dort ansehnliche Summen zusammen, für die keine Beiträge erforderlich sind. So lassen sich viele Kosten allein von den Zinsen/ Kapitalerträgen zahlen.

Doch im Moment sieht es nicht nach 4% Zins aus. Haben Sie einmal geschaut wie hoch der Zins bei Ihren Geldanlagen war? Also der vor 10, 5, 2 Jahren und wie hoch dieser heute ist? Heute wollen Banken bei hohen Anlagen noch Geld haben, so genannte Negativzinsen. Während es also vor Jahren kein Problem war Zinsen zu erwirtschaften, ist dem heute eben nicht so. So fehlen also in dem Topf der PKV tausende Euro, weil die Zinserträge nicht kommen.

Bleibt die Ausgabenseite aber gleich oder steigt sogar noch (und muss länger halten, denn leben Menschen länger kostet auch die Gesundheit länger Geld), so muss hier mehr Geld in das System. Dieses muss der private Versicherer also ausgleichen indem er die Beiträge anpasst. Eine solche Anpassung erfolgt unter anderem dann, wenn so genannte „auslösende Faktoren“ erreicht sind. Überschreiten die tatsächlichen Ausgaben die kalkulierten um 5/10% und ist somit der „auslösende Faktor“ erreicht, ist eine Anpassung erforderlich. Wurde dieses in der Vergangenheit aber nicht erreicht, so haben sich Anpassungen aufgestaut und führen dann nun jetzt zu höheren Anpassungen. Aus diesem Grund fallen Anpassungen auch unterschiedlich aus, auch aus diesem Grund sind niemals alle Tarife und Altersstufen eines Unternehmens von einer Anpassung betroffen.

Was können Sie jetzt tun?

Zuerst sollten Sie sich die Relationen einmal vor Augen führen. Aus welchem Betrag wurde angepasst? 10% aus einem Beitrag von 400 Euro sind etwas anderes als 10% aus einem Beitrag über 600 Euro. Weiterhin werfen Sie einmal einen Blick auf den GKV Höchstbetrag und dessen Entwicklung.

Im letzten Jahr gab es- oh Schreck- 34% Anpassung in den AXA VITAL Tarifen. In meinem Beitrag dazu habe ich Ihnen gezeigt wie die Ausgangslage war und warum die 34% durchaus berechtigt waren. Trotz Anpassung sind die Kunden teilweise weit, weit weg von den Prämien, welche in GKV plus Zusatzversicherung fällig geworden wären.

Artikel: 34% Beitragserhöhung im AXA VITAL 250 Tarif zum 01.01.2016- wie Sie als Bestandskunde damit umgehen und was Sie überhaupt tun können

Dennoch ist eine Beitragsanpassung natürlich ärgerlich. Gerade wenn der Arbeitgeberzuschuss schon erreicht ist und die Mehrkosten allein zu Lasten des Versicherten gehen ist es nicht angenehm. Trotzdem: Gesundheit kostet Geld, Gesundheitsvorsorge wird (uns) in den nächsten Jahren und Jahrzehnten allein aufgrund der steigenden Lebenserwartung und/ oder weniger Zinsen noch einiges an Aufwendungen abverlangen. Am Beispiel der Schweiz (siehe brandeins Artikel) sieht man sehr gut wie hoch die Aufwendungen sein können, welche Einschränkungen damit verbunden sind.

Viele Menschen die heute in der PKV sind, sind da falsch.

Ja, richtig gelesen. In die PKV gehören viele Menschen die heute da sind nicht. Wer sich die GKV nicht leisten kann, weil im Rahmen der Selbstständigkeit nicht die gewünschten Gewinne erzielt wurden und einem Vertreter oder Makler die Märchen von der billigen PKV glaubt oder geglaubt hat, der wird sich umsehen. Der wird merken das die PKV nicht das „andere System“ zum Geldsparen ist.

Artikel: Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen

Langfristige Planung, ausreichende Rücklagen und eine sorgfältige Auswahl sind essentiell. Dabei spielen viele persönliche Umstände eine Rolle. Auch die Frage nach dem „bereit sein“ Geld für einen hochwertigen Schutz zu investieren ist berechtigt. Daher geht es nicht darum „irgendwie“ an eine PKV zu kommen, es geht vielmehr darum an den passenden Schutz zu kommen.

Akute Maßnahmen nach der Anpassung

Wenn Sie nun gerade Post bekommen haben und sich nun fragen was Sie tun können, hier einige Hinweise.

  • – 1. überprüfen Sie den Versicherungsschutz. Benötigen Sie alle Leistungen im Vertrag? Stimmen die Anforderungen noch mit denen bei Abschluss überein?
  • – 2. gibt es Leistungen die jetzt neu benötigt werden oder etwas was ausgeschlossen werden kann?
  • – 3. stimmt die Selbstbeteiligung noch, oder kann diese angepasst werden?
  • – 4. enthält der Vertrag einen Risikozuschlag der länger nicht überprüft wurde und nun angepasst werden kann?
  • – 5. handelt es sich um einen alten Bisex- oder neuen Unisextarif? Welcher Kalkulationszins liegt dem Vertrag zu Grunde?
  • – 6. wie kam es damals zu der Auswahl des Versicherers? Gab es Alternativen? Warum wurde es dieser Tarif?
  • – 7. Überprüfen Sie (mit einem Spezialisten) Tarifwechsel nach 204 VVG und das am besten nach den Schritten 1.- 5.
  • – 8. stehen berufliche oder private Veränderungen an?

(mehr …)

07.
Juni '16

Warum ich keine Angebote für die Private Krankenversicherung verschicke


Die private Krankenversicherung gehört mit Abstand zu den beratungsintensivsten Versicherungssparten in Deutschland. Wir sprechen über eine (unter Umständen) lebenslange Entscheidung, eine Entscheidung die nicht ohne weiteres wieder revidiert werden kann und daher genauestens überlegt werden sollte. (Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen) Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung sind manchmal ärgerlich, oftmals verständlich und nachvollziehbar und dennoch führen diese immer wieder zu den Gedanken und Überlegungen den Vertrag zu kündigen und zu einem anderen Versicherer zu wechseln. In einer Anfrage der letzten Woche ging es genau darum. Jemand war bereits seit 2010 in einem Tarif der privaten Krankenversicherung versichert und hat nun im Rahmen der Beitragsanpassung eine Erhöhung bekommen.

Beitragserhöhung und die Kündigungsmöglichkeiten

Eine Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung bedeutet auch ein Sonderkündigungsrecht. Dieses Recht lässt sich innerhalb bestimmter Fristen ausüben und bietet dem Versicherten die Möglichkeit sich nach einem anderen Tarif oder einem anderen Versicherer umzusehen. Der Wechsel der privaten Krankenversicherung hingegen bedeutet immer einen (teilweisen) Verlust der Alterungsrückstellungen, bedeutet eine neue Gesundheitsprüfung und bedeutet den Neubeginn von Wartezeiten und Summenbegrenzungen. Die Entscheidung für oder gegen einen Tarif sollte daher sehr sorgfältig gewählt werden.

„Sind Sie bitte so nett und erstellen mir ein Angebot der xxx“

Dieser Wunsch eines Kunden mag durchaus legitim sein, er möchte ein Angebot, eine für sich passende Empfehlung für oder gegen einen Tarif. In diesem Fall gab es sogar eine konkrete Vorgabe zur Gesellschaft, nicht jedoch final zu dem Tarif. Sollte es doch ein Tarif sein welcher keine absolute Selbstbeteiligung enthält sondern eine sogenannte fallbezogene. Damit ist die Versichererauswahl arg beschränkt, denn es gibt nur die Continentale mit den Tarifen Economy und Comfort, die eine solche fallbezogene Selbstbeteiligung anbieten. Nun hat dieser Tarif durchaus Vorteile, ebenso wie er mindestens genauso viele Nachteile hat. (Lesehinweis: Kommentar zur Einführung des Continentale-Tarifs)

Doch darum soll es in diesem Artikel gar nicht gehen, es geht darum wie Sie zu dem richtigen, für Sie passenden Tarif der privaten Krankenversicherung kommen. Natürlich können Sie hingehen und können jedem oder mehreren Beratern eine E-Mail schreiben mit dem Hinweis, Sie bräuchten ein Angebot. Genauso wie man das mit dem Einbau einer Heizung, der Renovierung des Bades oder anderen Sachen tut, die man sich anschaffen möchte. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, dass Sie nicht eine „schnelle Anschaffung“ tätigen, sondern eine Lebensentscheidung treffen.

Das Angebot ist nur so gut, wie die Fragen die davor gestellt wurden

Ich verwende in meiner Beratung einen sogenannten Kriterienfragebogen. Dieser Fragebogen ist vier Seiten lang und enthält unterschiedlichste Fragen zu dem eigenen Wunsch an die zukünftige private Krankenversicherung. Diese Wünsche sollten Sie für sich so spontan als möglich festlegen, denn es gibt mir in der Beratung einen ersten Hinweis darauf, was Sie gern hätten wenn Sie es frei entscheiden. Ohne Hintergedanken über den Preis, das Unternehmen oder andere Vorgaben- einfach Wünsche festlegen. Das bedeutet auch, das diese Anforderungen, die Sie in dem Kriterienfragebogen zunächst festlegen in 99,9% der Fälle nicht erfüllbar sind. Das macht auch gar nichts, denn genau darum geht es. Es geht darum zu verstehen welche eigenen Anforderungen erfüllbar sind, wo Abstriche gemacht werden müssen und welche Vorgaben in der Tarifkombination oder bei der gewünschten Gesellschaft gar nicht vorhanden und damit nicht machbar sind. Würde ich dem Wunsch nachkommen und diesem Interessenten ein Angebot der Gesellschaft XY schicken, vielleicht sogar beider Tarife die diese anbietet, dann verstieße ich hiermit gegen die eigenen Qualitätsmaßstäbe und den eigenen Anspruch an meine Beratung. Eine private Krankenversicherung ist eine so lebenslange Entscheidung, dass ich es persönlich nicht verantworten kann und möchte, dass diese auf  Zuruf  zum Angebot führt. Natürlich muss der Interessent am Ende wissen welcher Tarif in Frage kommt, welche Bausteine er braucht und was diese kosten. Natürlich muss er (irgendwann im Laufe der Beratung) die Unterlagen gemäß Vertragsversicherungsgesetz bekommen, natürlich muss er auch wissen welche Belastung in Form von Beiträgen auf ihn zukommt. Diese Entscheidungen lassen sich aber erst dann begründet treffen und damit auch erst dann begründet Empfehlungen abgeben, wenn ich als Berater einschätzen kann, welche Ansprüche Sie an ihren eigenen Versicherungsschutz haben.

Dabei hilft mir der Kriterienfragebogen als erster Anhaltspunkt. Im Anschluss an den Fragebogen ist ein längeres Telefonat erforderlich um

  • –  persönliche Verhältnisse in Beruf und Familienplanung zu klären
  • –  persönliche Wünsche hinsichtlich spezieller Leistungen zu klären
  • –  individuelle Vorgaben und zukünftige Veränderungen zu berücksichtigen

Erst unter Kenntnis all dieser Umstände und Berücksichtigung des Wissens über Gesellschaften, Tarife und Beitragsentwicklungen, erst jetzt kann ich einen fundierten Rat und eine Empfehlung für mehrere Tarife abgeben. Es wird am Ende dennoch niemals eine konkrete Empfehlung für einen Tarif dabei herauskommen. In den meisten Fällen wird Ihnen der Berater, und genauso tue ich das auch, eine Empfehlung oder eine Entscheidungsgrundlage liefern (mehr …)

06.
Mai '16

Berufsunfähigkeit: Warum es unverantwortlich ist, keinen Schutz für die eigene Arbeitskraft zu haben


Das Auto gehört(e) zu den liebsten Gegenständen der Deutschen. Das ändert sich zwar mit den Generationen derzeit etwas, aber immer noch ist das Auto, das eigene Haus und die Wohnung eine der beliebtesten Investitionen. Klar, irgendwie müssen Sie ja zur Arbeit kommen und auch irgendwo wohnen. Schließlich wussten auch schon die Großeltern, eine eigene Immobilie und damit später mietfrei wohnen können, ist die beste Altersvorsorge.

Ob das so ist und wie wichtig Ihnen das eigene Auto, die Wohnung oder das Haus ist, das muss jeder ganz individuell für sich beantworten. Von dem monatlich „sauer verdienten Geld“ schaffen wir ein Zuhause für uns, die Familie, versorgen unsere Kinder und erfüllen uns Wünsche. Die lange herbeigesehnten Ferien, der Jahresurlaub mit kristallklarem Wasser oder das Skifahren an verschneiten Berghängen, jeder ganz wie er möchte. Andere investieren in die eigene Zukunft oder die Zukunft der Kinder. Das Studium im Ausland, ein Jahr in Übersee um dem Nachwuchs die Sprache näher zu bringen (und natürlich Spaß zu haben und Lebenserfahrung zu sammeln), all das kann eine Ausgabemöglichkeit für unser sauer verdientes Geld sein.

Dabei gibt es auch gar kein richtig oder falsch, es gibt nur das passende für jeden Einzelnen. Eines haben aber all diese Sachen gemeinsam, sie müssen bezahlt werden. Wer nun nicht gerade reich geerbt hat oder sonst zu unsagbar viel Vermögen gekommen ist, der wird für all diese Investitionen arbeiten müssen. Diese Arbeit nennt man dann gewöhnlich Job, Beruf oder Berufung und dieser wird bezahlt. Gut oder weniger gut, das mag auch sein, aber es erfolgt eine Entlohnung für die geleistete Arbeit.

Arbeitskraft weg, Geld weg, alles weg?

Klingt nicht gut? Ist es auch nicht! Vor einigen Tagen schrieb ich über das Ehepaar, welches ohne Haus und ohne Zukunft ist und das, obwohl eine Absicherung bestand. Zu einem Hausbau gehört die Absicherung der Arbeitskraft dazu, denn schließlich haben die meisten Menschen einen hohen Kredit, zahlen zwanzig, dreißig oder mehr Jahre für das eigene Haus und freuen sich auf den Lebensabend. Doch was, wenn plötzlich alles weg ist? Alles, das Haus, die eigene Altersvorsorge und das „mietfrei wohnen im Alter“ auch gleich?

Leider machen sich viele Menschen keine Gedanken, wollen es auch nicht und verdrängen den Gedanken eines wichtigen und notwenigen Schutzes bei Berufsunfähigkeit. Da wird blauäugig in die Zukunft geguckt, es herrscht die Meinung „mir passiert schon nix“ und wer sich das lange genug einredet, der glaubt es vielleicht irgendwann selbst.

Die Arbeitskraft ist aber diejenige, die alles andere zusammen hält, die, die alles andere finanziert und dabei Hilft Wünsche zu erfüllen oder Ziele zu erreichen!

Wie viel sind Sie sich wert?

Schwer zu sagen? Unmöglich? Kann man so doch gar nicht planen? Stimmt, wir wissen nicht was die nächsten zehn, zwanzig oder mehr Jahre passiert. Zum Glück wissen wir es nicht. Aber was Sie wissen ist das heutige Einkommen. Unterstellen wir einmal, das würde sich nicht ändern, wir hätten keine Inflation, keine Veränderung von Werten, einfach nur die Zahlen von heute. Wo liegt ihr Nettoeinkommen? Dann können Sie dieses einfach hochrechnen und einmal überlegen, welchen Betrag Sie bis zur Rente verdienen werden.

Der Wert der Arbeitskraft

Natürlich sind hier neben vielen Unbekannten auch weitere „weiche Faktoren“ zu berücksichtigen. Inflation, die Frage was das nachher noch wert ist, aber auch Einkommensveränderungen spielen eine Rolle. Was aber gut erkennen ist, verdient ein heute 30-jähriger auch „nur“ eintausend Euro monatlich, so sind das bis zur Rente (mit 67) immerhin 444.000 Euro.

Fast eine halbe Million Euro Einkommen

Fliesst dieser Betrag aber nicht, weil die Arbeitsraft durch einen Unfall, eine Krankheit oder andere gesundheitliche Beeinträchtigungen entfällt, dann gibt es auch nichts. Das Geld fehlt aber dann überall. Haus, Wohnung, Miete, Auto, Kinder, Urlaub, all das geht „den Bach herunter“. Daher ist es absolut unverantwortlich für dieses Risiko nicht vorzusorgen und hier einen Schutz zu haben.

Wollen Sie ernsthaft Ehepartner und Kinder für den Rest des Lebens belasten? Nein, schließlich möchte jeder selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen können und dazu gehört eine Vorsorge für den Fall X ebenso.

„Ich sitze nur im Büro, das kann ich immer noch machen“

Dieses, entschuldigen Sie bitte die deutlichen Worte, scheinheilige Argument dient nur der eigenen Beruhigung. „Mir passiert nichts und wenn doch, ein bisschen arbeiten kann ich immer noch.“ Ich habe in meinem Kundenkreis nur Büro“Täter“. Keiner von denen ist körperlich oder handwerklich tätig, keiner von über eintausend. Dennoch sehen die meisten das Risiko einer Berufsunfähigkeit und schätzen das Risiko realistisch ein. Dabei geht es auch um die Frage, was kann ich wann und wie lange noch machen.

Viele der Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung, heute schon mehr als jeder Vierte, sind auf psychische oder psychosomatische Beschwerden zurück zu führen. Klar, haben viele nicht und auf die „Couch legen Sie sich auch nicht“, oder? Auch diese Meinung herrscht vor. In einem anderen Beitrag in der kommenden Woche erzähle ich Ihnen von einem realen Fall aus dem Leben, das wird die Sichtweise vielleicht etwas schärfen.

Berufsunfähig heisst nicht tot

Berufsunfähig wird oftmals gleichgesetzt mit „ich kann gar nichts mehr tun“. Das ist aber in vielen Fällen (mehr …)

11.
April '16

Warum die Berufsunfähigkeitsversicherung zu jedem Hausbau gehört


Ein eigenes Haus, eine Wohnung welche im Alter die Altersvorsorge sein soll, oder zumindest einen Teil davon sichert, das ist der Traum vieler Menschen. Hausbau ist in Deutschland, auch wegen der niedrigen Zinsen, extrem beliebt und Banken sind teilweise sehr großzügig mit Krediten. Durch Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau können sich viel mehr Menschen den Traum vom eigenen Haus ermöglichen – glauben sie zumindest.

Ja, glauben sie, denn nicht immer ist jeder der eine Finanzierung bekommen kann auch jemand, der eine haben sollte. Oftmals vergessen viele Kunden (weil sie es nicht sehen wollen und der Traum des Hauses alles überwiegt) und Bankberater (weil das heutige Geschäft lieber ist als eine langfristige Finanzierbarkeit), was mit Zinsen nach der Zinsbindungsfrist passieren kann und das der Traum und die Finanzierbarkeit gleich wieder vorbei sein kann.

In der letzten Woche wurde ich um Hilfe gebeten, Hilfe für einen Fall der – soviel vorab – leider aussichtslos ist und in die (finanzielle) Katastrophe geführt hat.

Die Ausgangssituation – eine gut situiere Familie

Zunächst war es eine typische Situation. Der Bauherr, selbst Anfang 30, heiratete vor drei Jahren die zwei Jahre jüngere Frau und seither lebten Sie glücklich zusammen. Was sich wie ein Märchen anhörte, geht auch zunächst so weiter. Das eigene Kind, die glückliche, kleine Familie sollte der nächste Schritt ins Glück sein und so kam es auch. Die Frau wurde schwanger, heute vor knapp zwei Jahren wurde das Kind geboren. Stop, nicht das Kind, die Kinder, denn schnell stellte sich heraus, das es sich um Zwillinge handeln sollte. Nach dem ersten „Schock“, wie der Vater heute erzählt, war die Freunde gleich „doppelt“ groß, wurde es nun eben eine größere Familie. Die Kinder kamen kerngesund zur Welt und das Glück setzte sich fort.

Die eigene Dreiraumwohnung in der deutschen Hauptstadt Berlin wurde zu klein, war absehbar, denn ein Kinderzimmer geht die ersten Jahre noch, wird aber irgendwann nicht mehr ausreichen. Doch hier, mitten in der Großstadt sollten die Kinder eh nicht aufwachsen, kamen doch beide Eltern aus einer eher ländlichen Gegend. Während sie schon früher in der Nähe von Berlin wohnte, kam er aus dem hohen Norden, lebte in der Nähe von Kiel. Beruflich waren beide gut „situiert“, wie man das wohl heute nennen würde. Durch verschiedene Karrieresprünge lag sein Einkommen mittlerweile bei über 5.800 Euro jeden Monat, zudem gab der großzügige Arbeitgeber ein dreizehntes und sogar vierzehntes Gehalt dazu, so das das Jahreseinkommen mit 81.200 Euro weit über dem Durchschnitt lag. Durch die Elternzeit der Frau, wurden die Steuerklassen angepasst und aus bisher knapp 3.200 Euro wurden monatlich knappe 3.800 Euro. Vor der Elternzeit verdiente auch die Frau nicht schlecht, waren 3.000 Euro monatliches Bruttoeinkommen doch mit Steuerklasse vier noch 1.900 Euro „wert“. Ein Einkommen von über 5.000 Euro brutto sollte für ein Haus und die Finanzierung ausreichen.

Der Hausbau – Familie im siebten Himmel

Auch der Hausbau lief völlig reibungslos Schon wenige Monate nach dem ersten Geburtstag der Kinder konnte das Haus bezogen werden, war es doch im Rohbau erworben worden von jemandem, der sich „verkalkuliert hat“ hat der Immobilienmakler gesagt und daher war es zudem noch etwas günstiger. Eine Finanzierung war kein Problem. Die Steuerfachangestellte befand sich zwar in Elternzeit, wird aber spätestens ab dem zweiten Geburtstag wieder arbeiten gehen, auch einen Krippenplatz für die beiden Kinder hatte man in der ländlichen Gegend schnell gefunden.

Auf eine entsprechende Absicherung „falls einmal was passiert“ hatte die Bank bereits bestanden. So wurde das Unfallrisiko abgesichert, eine Risikolebensversicherung in Höhe des aufgenommenen Darlehens von 255.000 Euro für die nächsten zwanzig Jahre wollte die Bank ebenfalls und schloß diese auch gleich ab. Eine Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit hatte er schon im Studium durch einen großen Finanzoptimiert bekommen und durch die dynamische Erhöhung wurde diese auch jedes Jahr angepasst. Dumm nur, das die Absicherung auch nach den immer wieder mitgemachten Erhöhungen bei derzeit knapp 1.480 Euro monatlich lag und auch bei der Finanzierung nicht angepasst wurde.

Warum wurde nicht erhöht?

Nun, anscheinend gab es „gute Gründe“. der Bankberater wollte es nicht zwingend, schließlich kostet das auch alles Geld. Und „wenn mir was passiert, dann arbeitet meine Frau wieder und ich passe auf die Kinder auf.“ hat er seinem damaligen Berater gesagt. Mit einem unüberhörbaren Schluchzen erzählt er das am Telefon, nachdem sein Bruder ihn zu mir geschickt hat und weiss nicht mehr weiter.

Aber so schlimm kann es auch nicht werden, hatten sie gemacht und gemeinsam entschieden das die Absicherung reicht. Die Frau hatte auch eine Absicherung für die Berufsunfähigkeit, eintausend Euro monatliche Rente auch hier und wenn es ganz, ganz schlimm kommt, haben wir ja eine Risikolebensversicherung und ein bisschen arbeiten kann ich immer.

Die Katastrophe kam in Raten

Vielleicht war der Stress doch etwas viel, der Hausbau, die Kinder, der Job? Niemand weiss warum und was der Auslöser war, aber der Vater wurde schwer krank, sehr schwer. Verlor fast 30kg Gewicht, niemand wusste so richtig warum. Immer und immer schlechter ging es ihm und dazu diese Sorgen. Was ist wenn ich nicht mehr kann, was ist mit Familie und Frau?

Eine Autoimmunerkrankung sei es, hatte der Arzt noch vorsichtig gesagt und da dachte er noch, wir bekommen das irgendwie hin. Keine Nacht habe er mehr geschlafen und jeden Morgen war es schlimmer. „Was, wenn ich mich einfach umbringe“, erzählt wer unter Tränen am Telefon, auch daran hat er oft gedacht und tut es noch, trotz monatelanger Therapie.

Die Berufsunfähigkeit war binnen Monaten anerkannt, die Frau wollte wieder arbeiten, aber wer passt auf die Kinder auf, wer holt sie aus der Krippe ab, bringt sie weg? Einen Babysitter können Sie sich schon lange nicht mehr leisten.

Die Situation heute

Die Frau arbeitet wieder Vollzeit, weil es die einzige Möglichkeit ist überhaupt über die Runden zu kommen. Er pendelt zwischen Krankenhäusern, Reha Klinik, Kuren und zu Hause, arbeiten wird er nie mehr wieder können, sagt er heute. Und dabei habe er damals noch gesagt:

„In meinem Bürojob werde ich doch nie BU, was soll mir passieren das ich nicht zumindest ein paar Stunden noch arbeiten kann.“

Das Haus geht in den nächsten Wochen in den Verkauf und dann wird man sehen müssen was noch machbar ist. Die Raten sind nicht bezahlbar, der Rückzug in eine kleinere Wohnung nicht zu verhindern. Das wäre alles noch nicht das Problem, aber wenn mit Verlust verkauft wird, bleiben diese kosten lebenslang abzuzahlen.

Daher: Berufsunfähigkeit gehört zum Hausbau wie das Dach auf das Haus, denn – bildlich gesprochen – ohne Dach wird es ungemütlich. Fallen Einkommen weg und können diese nicht ausgeglichen werden, dann droht der Verlust von allem anderen.

Was Sie heute und gleich tun müssen

Bitte überprüfen Sie Ihren BU Schutz. Dem Bruder meines Kunden konnte ich leider auch heute nicht mehr helfen, so leid mir das auch tut. Ein „brennendes Haus“ ist nicht mehr versicherbar. Sind Sie aber heute noch gesund und in der Lage den Schutz anzupassen, dann machen Sie das bitte JETZT. Nicht morgen, nicht nächste Woche und auch nicht vielleicht demnächst mal.

Lesen Sie dazu bitte auch den Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung und schauen sich einmal die Auswahlkriterien an, auch dann, wenn Sie heute bereits einen Versicherungsschutz haben. Bei Fragen, nutzen Sie bitte das Kontaktformular.

25.
Februar '16

Beitragsanpassungen bei dir DKV und HUK-was sie tun können und welche (Kündigung-) fristen zu beachten sind


Einige von Ihnen haben in der letzten Zeit unangenehme Post bekommen, der ein oder andere hat davon bereits auf meinem Twitter Account berichtet. Bei vielen „Betroffenen“ herrscht jedoch viel Unsicherheit über die Frage was jetzt zu tun ist, ob ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft oder vielleicht sogar ein Wechsel zu einer anderen Gesellschaft sinnvoll und überhaupt möglich ist.

Aus den E-Mails, Tweets und Nachrichten der letzten Tage werde ich einige Fragen herausnehmen und die sich hier für alle allgemein versuchen zu beantworten. Wobei eines klar sein sollte, eine generelle Antwort die allgemeingültig ist und auf jeden passt gibt es natürlich nicht. Gerade die private Krankenversicherung ist ein Beispiel für Individualität. Sie können sich die Leistungen je nach persönlichem Bedarf zusammenstellen und somit nur vorwiegend das absichern, was ihnen persönlich wichtig ist. Doch der Reihe nach:

Beitragsanpassung erhalten, wie lange kann ich reagieren?

Zunächst einmal sollten Sie sich den Erhalt der Beitragsanpassung, also das Datum an dem Sie den Brief erhalten haben notieren, um später ein konkretes Datum benennen und gegebenenfalls sogar nachweisen zu können. Beitragsanpassungen werden in den meisten Fällen nicht per Einschreiben verschickt, und oftmals tragen diese nicht mal ein konkretes Datum, sondern nur „im Februar“.

DKV Screenshot

Theoretisch kann das bedeuten, der Versicherer hat das Dokument am 1. Februar erstellt, dann wäre es normalerweise am 3. Februar bei Ihnen gewesen. Auf der anderen Seite kann es auch bedeuten, das Dokument ist am 29. Februar erstellt, dann käme es sogar erst im März bei Ihnen an.

Oftmals wollen Versicherte nach einer hohen Beitragsanpassung schnell kündigen. Natürlich besteht diese Möglichkeit, jedoch ist diese (gerade wenn sie übereilt getroffen wird) nicht unbedingt die richtige Entscheidung. Doch auch hierzu gibt es im Gesetz klare Regelungen, der Paragraf 205 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) regelt hierzu folgendes:

§ 205 Kündigung des Versicherungsnehmers

(…)
(4) Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

In diesem Paragrafen finden sich viele wichtige Aussagen. Zunächst einmal bezieht sich eine mögliche Kündigung immer nur auf die versicherte Person, die auch von der Erhöhung betroffen ist. Werden also die Beiträge zum Beispiel nur für den Versicherungsnehmer erhöht, so kann ein (im gleichen Vertrag) mitversichertes Kind seinen Tarif nicht kündigen. Im Umkehrschluss darf der Versicherer den Vertrag für das Kind auch nicht beenden.

Kinder können auch dann alleinversichert bleiben, wenn der Versicherer sonst gar keine Kinder alleine versichert. (–> Übersicht Kinderalleinversicherung)

Auch wenn Versicherer es durchaus einmal versuchen, oder ein Berater genau dieses behauptet, es ist verkehrt. Der Vertrag des Kindes in der privaten Krankenversicherung besteht und endet keinesfalls dadurch, dass der bisherige Versicherungsnehmer seinen eigenen Vertragsteil beenden möchte.

Weiter heißt es in dem Paragrafen, sie können innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung kündigen, zudem Termin an dem die Erhöhung wirksam wird. Bezogen auf den Fall im oben genannten Bild, besteht also ein Kündigungsrecht, welches zum 1.4.2016 ausgesprochen werden kann. Bei einer Kündigung ist jedoch noch zu beachten, dass die Versicherungspflicht weiterhin erfüllt werden muss. Dazu steht im gleichen Paragrafen folgendes:

(6) Abweichend von den Absätzen 1 bis 5 kann der Versicherungsnehmer eine Versicherung, die eine Pflicht aus § 193 Abs. 3 Satz 1 erfüllt, nur dann kündigen, wenn er bei einem anderen Versicherer für die versicherte Person einen neuen Vertrag abschließt, der dieser Pflicht genügt. Die Kündigung wird nur wirksam, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb von zwei Monaten nach der Kündigungserklärung nachweist, dass die versicherte Person bei einem neuen Versicherer ohne Unterbrechung versichert ist; liegt der Termin, zu dem die Kündigung ausgesprochen wurde, mehr als zwei Monate nach der Kündigungserklärung, muss der Nachweis bis zu diesem Termin erbracht werden.

Damit es etwas verständlicher wird, hier ein Beispiel.Fristen Kündigung PKV bei BAP

Unser Versicherte in dem Bild, hat also bis zum 11. April Zeit seinen Vertrag zu kündigen, dieses kann dann auch noch rückwirkend zum1. April erfolgen. Der zweite wichtige Termin bis zu dem die Nachweise der Folge Versicherung erbracht werden müssen, ist in unserem Fall der 2. Mai, da in unserem Beispiel am 2. März gekündigt wurde.

Doch was passiert wenn ich meine Anpassung nicht erhalten habe?

Zunächst eines vorweg. Die Beitragsanpassung schreiben werden in Chargen verschickt und normalerweise kommen diese auch an. Nun gibt es dennoch verschiedene Gründe, warum eine solche Anpassung nicht im Briefkasten war. Spätestens mit der Abbuchung des Beitrages im April sollte dann auch dem letzten aufgefallen sein, dass der Beitrag plötzlich höher ist. Ich habe vor einiger Zeit schon einmal (mehr …)