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24.
November '17

Beitragserhöhung in der PKV und Vorsicht vor den Neppern, Schleppern, Bauernfängern!


Wir schreiben die letzten Monate des Jahres. Wie immer im November und Dezember sind die Briefe der Krankenversicherung unterwegs und führen eben nicht immer zu großer Freude. Zum einen werden die Beitragsrückerstattungen für das nächste Jahr angekündigt, zum anderen aber auch die Beitragsanpassungen der eigenen Tarife. Klar möchte man ungern mehr zahlen, mehr für einen identischen Versicherungsschutz?

Warum werden Beiträge angepasst?

Die gesetzliche Krankenkasse hat zwei Stellschrauben im Wesentlichen. Die eine ist die dabei der Zusatzbeitrag. Dieser wird erhöht oder gesenkt und betrifft (zusammen mit dem Beitragssatz der GKV) dann alle Versicherten. Die zweite Schraube die den Beitrag in der GKV beeinflusst ist das Einkommen, nämlich die so genannte Beitragsbemessungsgrenze. Diese bestimmt bis zu welchem Einkommen Beiträge zu entrichten sind und diese Größe ändert sich auch in 2018 wieder und steigt.

In der Privaten Krankenversicherung ist es jedoch anders. Wie bereits vor langer Zeit unter dem Punkt Beitragsanpassung hier auf der Seite geschrieben, gibt es hier andere Größen, welche die Prämie beeinflussen. Gründe für eine notwenige Beitragsanpassung sind in der PKV damit:

  • – neue Sterbetafeln, also die Frage „Wie lange lebt ein Versicherter?“ und „wie lange kostet er somit Geld?“
  • – gestiegene Kosten für Medikamente, Arzthonorare, Hilfsmittel etc.
  • – geringere Einnahmen aufgrund niedrigerer Zinsen

Alle diese (und noch einige andere mehr) Faktoren beeinflussen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung und führen, wie bei Ihnen vermutlich auch, jetzt zu einer Beitragsanpassung.

Warum ist die Anpassung so hoch (wie sie jetzt ist)?

Diese Frage wird immer einmal wieder gestellt. Getreu dem Motto… warum passt der Versicherer nicht einfach jedes Jahr einige Prozent an, warum wartet er dann so lange, bis hier plötzlich Anpassungen im zweistelligen Prozentbereich zu erwarten sind und erst dann schreibt er mir?

Der „böse auslösende Faktor“

Eine private Krankenversicherung darf nicht einfach anpassen, wenn es ihr gerade passt oder man der Meinung ist es zu tun. Dazu gibt es klare und eindeutige Regelungen in den Versicherungsbedingungen, diese Regeln wann und wie angepasst wird.

In den meisten Versicherungsbedingungen sieht das in etwa so aus:

Im Rahmen der vertraglichen Leistungszusage können sich die Leistungen des Versicherers z.B. wegen steigender Heilbehandlungskosten, einer häufigeren Inanspruchnahme medizinischer Leistungen oder aufgrund steigender Lebenserwartung ändern. Dementsprechend vergleicht der Versicherer zumindest jährlich für jeden Tarif die erforderlichen mit den in den technischen Berechnungsgrundlagen kalkulierten Versicherungsleistungen und Sterbewahrscheinlichkeiten.

Nun hat er verglichen und vielleicht gemerkt: „Mensch, die Leute leben länger und kosten daher auch in den letzten Lebensjahren länger und viel mehr Geld“. Doch darf er dann gleich die Beiträge erhöhen?

Ergibt diese Gegenüberstellung für eine Beobachtungseinheit eines Tarifs eine Abweichung von mehr als dem gesetzlich oder tariflich festgelegten Vomhundertsatz, werden alle Beiträge dieser Beobachtungseinheit vom Versicherer überprüft und, soweit erforderlich, mit Zustimmung des Treuhänders angepasst. Unter den gleichen Voraussetzungen kann auch eine betragsmäßig festgelegte Selbstbeteiligung angepasst und ein vereinbarter Risikozuschlag entsprechend geändert werden.

Da steht etwas vom „Vomhundertsatz“. Wieviel muss denn nun Unterschied sein und ist das bei allen Unternehmen gleich?

Nein. Denn dieser „Vomhundertsatz“, der so genannte auslösende Faktor sorgt dafür, dass eben nicht bei einer Abweichung von einem Prozent angepasst werden kann. Die Anpassung kann erst immer dann erfolgen, wenn der Unterschied zwischen kalkulierten Kosten und angenommenen Sterbewahrscheinlichkeiten und der Realität sich um mehr als zehn oder bei einigen Unternehmen fünf Prozent unterscheiden.

eine Veränderung von mehr als 5% der in den technischen Berechnungsgrundlagen kalkulierten Versicherungsleistungen, so werden alle Tarifbeiträge dieser Beobachtungseinheit vom Versicherer überprüft und, soweit erforderlich, mit Zustimmung des Treuhänders angepasst.

„Aber ich möchte bitte lieber kleinere Anpassungen und die dann öfter.“

schrieb mir ein Kunde gestern. Nun, das mag durchaus sein, aber die Regelungen vom Gesetzgeber und die Anpassungsklauseln in den Versicherungsbedingungen regeln etwas anderes. Schauen wir uns also mal ein Beispiel an, welches erklärt warum und wie eine hohe Anpassung zu Stande kommt. Einen Tarif, welcher am besten schon 1o Jahre existiert und in welchem die Anpassung zuletzt (in Ihrer speziellen Altersgruppe und in Ihrer Tarifstufe) in 2013 angepasst worden ist.

Eine Anmerkung hier gleich dazu: Anpassungen finden in Tarifen und Tarifstufen statt, in den so genannten Beobachtungseinheiten. Das bedeutet aber auch, dass zum Beispiel bei einem Tarifwerk wie dem expert+ der Barmenia oder dem NK der Hallesche (oder jedem anderen) nicht immer alle gleich angepasst werden. Mal sind es nur die mit einer bestimmten Selbstbeteiligung, mal nur Erwachsene, nur Kinder, nur Jugendliche. Mal nur die kleine Gruppe mit einer bestimmten SB oder einer bestimmten (Zusatz-)Leistung. Also immer bitte die eigene Tarifstufe und auch nur die betrachten.

Doch zurück zu unserem Fall. Zum 01. Januar 2013 fand die Anpassung statt. Nun hat der Versicherer auch ende 2013 geprüft und festgestellt:

  • 2014: Unterschied zwischen kalkuliert und tatsächlichen Kosten 3%, der Versicherer darf also nicht anpassen, weil die Unterschiede kleiner 10% sind/waren

  • 2015 hat er sich das wieder angesehen. Auch hier stellte er fest, Unterschied beträgt dann 4,5%, auch hier darf also wieder nicht angepasst werden und damit wird es weiter „mitgeschleppt“

  • 2016 könnte eine neue Sterbetafel gekommen sein. Also eine „Liste mit der Lebenserwartung“ der Versicherten die uns nun zeigt: Menschen werden nun ein, zwei, drei Jahre älter. Das Geld für die Krankheitskosten der drei Jahre muss ja irgendwo herkommen, also auch hier ein Anpassungsbedarf. Da aber in diesem Jahr keine Abweichung der realen Kosten und der kalkulierten vorhanden ist (anders gegenüber den letzten beiden Jahren), darf auch hier nicht angepasst werden.

  • 2017 kamen noch etwas weniger Zinserträge dazu, also wurden die Sparanteile der Versicherten, die Alterungsrückstellungen nicht mit den Erträgen erhöht, die gedacht waren.

Was also für Hausbauer und Immobilienkäufer eine paradiesische Zeit ist, ist für Anleger eher „blöd“. Wie schön waren die Zeiten, wo es selbst für das sofort verfügbare Tagesgeld 4% Zinsen hab… und für die Baufinanzierung bei 8% alle gelächelt haben. Nicht? Sehen Sie, es hat alles zwei Seiten.

Doch zurück zu unserer Anpassung. Vielleicht hätte unser Versicherer gern angepasst. In 2014, wo er merkte er braucht 3% mehr Beitrag. In 2015 wo klar war, da kommt noch etwas dazu. In 2016, wo sichergestellt werden musste die letzten Jahre auch noch Geld zu haben um die Gesundheitskosten zu zahlen, auch da durfte er nicht.

Und dann kam das Jahr 2017, „endlich“ war der so genannte auslösende Faktor erreicht und nun musste nicht nur die Anpassung gemacht werden die aktuell fällig ist, sondern nun konnten und mussten auch die Anpassungen welche bisher nicht gemacht werden konnten, nachgeholt werden. Damit ist auch hier keinesfalls bei einer 10% Anpassung klar, es handelt sich um Kosten aus dem Jahr 2017, sondern um „gesammelte Anpassungen der letzten Jahre“.

„Wenn heute angepasst ist, was ist dann im Folgejahr“

Wie bereits eben an dem Beispiel mit den Jahren geschildert ist es hier ebenso, dass die Anpassungen jährlich überprüft aber eben nicht jährlich angepasst werden (dürfen). Das hat auch zur Folge, im kommenden Jahr wird es sich wiederholen, also auch hier über die Jahre hinweg immer wieder neue Überprüfungen und eine Anpassung erst dann, wenn die auslösenden Faktoren erreicht sind.

Das bedeutet auch, eine Anpassung in der Größenordnung von mehreren Jahren wiederholt sich nahezu nicht im Jahr danach. Wie auch, denn erst einmal hat man ja dafür gesorgt, den „Anpassungsstau“ abzubauen und den Tarif Wieder „glatt zu ziehen“.

Steigende Zinsen – weniger Beitrag?

Auch hierzu wäre die Frage zu stellen, wie die Zinsen und damit auch die Nettoverzinsung des Krankenversicherers aussieht. Hat dieser noch mit einem Kalkulationszins von 3,5% kalkuliert (wie in den alten Bisextarifen) und erreicht nun nur 3,6%, dann ist es eher ungünstig. Klar ist es immer noch genug, aber so sind weitere Senkungen schlechter aufzufangen. Anders sieht es aber aus, wenn (wie in den Unisextarifen) nur von 2,5 oder 2,75% ausgegangen wird. Erreicht der Versicherer dann 3,… oder 4,… Prozent Nettoverzinsung ist das durchaus positiv.

Für alle bedeutet aber eine Niedrigzinsphase zumindest eine vorübergehende Belastung und damit sind wir wieder bei dem Thema „PKV muss man sich leisten können und wollen“, denn gerade hier ist es wichtig ruhig zu bleiben, auch solche Zinsphasen sind mal länger und mal kürzer, dauern aber nicht ein Leben lang.

Umgekehrt sieht es aber eben in Hochzinsphasen aus, hier werden dann mehr Rückstellungen und mehr Erträge frei und diese stehen dann auch zukünftig weiter zur Verfügung.

Was kann ich heute tun gegen meine Anpassung?

Zunächst einmal spielen dabei viele Faktoren eine Rolle, Maßnahmen gibt es zudem dabei einige. Ob und welche Maßnahmen erforderlich sind und wie diese konkret aussehen, das ist sehr individuell. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nutzen, einige generelle Möglichkeiten zu zeigen und zu beleuchten, wie diese sich auswirken.

1.) Anpassung der Beitragsentlastungsbausteine

Dieser Baustein in der privaten Krankenversicherung- wenn er denn abgeschlossen wurde- ist ein kleiner Hebel mit dem nachjustiert werden kann. Wer also den bisherigen Beitrag „künstlich erhöht hat“ und dort mit Hilfe von Beitragsentlastuingsbausteinen die Steuer und auch den AG Zuschuss optimieren wollte und auch getan hat, der kann dieses jetzt nachjustieren.

So lässt sich die Beitragsentlastungskomponente jederzeit verändern. Reduzieren tun Sie damit aber auch die dann in der Zukunft garantierte Beitragsentlastung, es senkt aber derzeit den Beitrag.

2.) Änderung der Selbstbeteiligung

Auch dieses ist eine Möglichkeit, aber eine die gut überlegt sein will. Eine Erhöhung der Selbstbeteiligung und damit die Änderung des Beitrages nach unten ist eine interessante Komponente, wenn diese ins Gesamtkonstrukt passt. Machen Sie aus einer 300 eine 600 € jährliche Selbstbeteiligung, sinkt derzeit der Beitrag. ABER: Im schlechtesten Fall müssen Sie die Selbstbeteiligung auch zahlen, nämlich immer dann, wenn Krankheitskosten auftreten. Zudem kann es steuerlich nicht sinnvoll sein, eine Senkung zu erreichen, denn damit sinkt auch der anrechenbare Betrag und möglicherweise steigt damit die Steuer.

3.) Reduzierung des Versicherungsschutzes

Natürlich ist ein Tarifwechsel möglich. Bietet der Versicherer Tarife mit weniger Versicherungsschutz, einem Hausarztmodell oder weniger Leistungen insgesamt an, so können Sie in diesen auch wechseln. Dabei spielt aber zudem die Frage der Rückkehr eine Rolle. Nur wenn es in Ihrem Tarif entsprechende Optionsrechte gibt und nur dann, wenn hier klar geregelt ist wann und wie Sie wieder zurückkommen, nur dann ist so ein Wechsel sinnvoll.

Es nützt rein gar nichts den eigenen Schutz (der hoffentlich bewusst so ausgewählt war) zu verringern und dann am Ende zu dem Ergebnis zu kommen „das war falsch, ich bekomme weniger Leistungen“.

Allein aus diesem Grund ist eine Überprüfung und diese nur in Abhängigkeit der individuellen und persönlichen Situation sinnvoll. Manchmal werden steuerliche Vorteile, höhere Rückerstattungen, mehr Leistungen schnell vergessen, wenn nur der Brief mit der Beitragserhöhung auf dem Tisch liegt.

Nichts überstürzen und in Ruhe überlegen

Gerade wer bereits in den vergangenen Jahren überlegt hat oder schon heute weiß, der Versicherungsschutz von vor 10, 20 Jahren passt nicht mehr zu mir, der wird oft durch so eine Anpassung weiter verunsichert. Dazu kommen dubiose Anbieter, welche auf die Schnelle eine Anpassung bzw. besser eine Reduzierung versprechen. 20% sollten es sein, schauen Sie mal in Ihr E-Mailpostfach. Andere werben gerade mit 40% Reduzierung und das alles bei gleichen Leistungen.

Natürlich kann bei sehr alten Verträgen ein Tarifwechsel sinnvoll sein. Aber generell und pauschale Aussagen bringen Sie da nicht weiter und machen mehr kaputt und verhindern hier einen sinnvollen Schutz. Fehler, die in manchen Fällen lebenslang nicht wieder gut zu machen sind.

Schauen Sie daher vorher auf Seite, vorher einmal hinterfragen wer das was will. In unserem Beispiel bzw. meiner heutigen Email und Anlass für diesen Blogpost war es ein Impressum aus Thailand. Klar, im Datenschutzblatt stand auch noch „Ihre Daten werden nicht weitergehen“ und „Sie werden von einem Berater angerufen“. Ob man wohl aus Thailand anruft?

Was damit passiert wenn Sie solche Daten eingeben? Nun, diese werden als so genannte Datensätze an Berater verkauft. 100, 200, 300 € zahlen diese dafür um nur Ihre Daten, die Telefonnummer und eine Mailadresse zu bekommen und dann… sehen Sie selbst was dann passiert, oder lassen Sie es besser.

Mit so pauschalen Versprechungen und Versprechungen ist es wie mit anderen Lügen, es ist reine Bauernfängerei und Werbung. Natürlich gibt es eine ganze Reihe von seriöser und sehr gut arbeitender Versicherungsberater. Solche die ein Honorar für einen Tarifwechsel nehmen Ihnen auch dann helfen können, wenn Ihr Berater nicht will oder kann. Ich persönlich sehe das etwas anders. Für die eigenen Kunden gehört gerade das zum Service, denn gerade hier und jetzt zeigt sich, was eine Beratung zur PKV wert ist und war.

Beratung ist nicht mit dem Antrag zu Ende, Beratung läuft immer und immer weiter, wie der Vertrag auch.

Für meine Kunden gilt daher das, was schon immer galt. Bei Fragen melden Sie sich gern, Sie wissen wo und wie Sie mich erreichen und dann schauen wir gern gemeinsam ob es Handlungsbedarf gibt.

Aber eines sollte auch klar sein. Es ist sinnvoller heute einen Versicherer zu haben, der vorsichtig ist, richtig und auskömmlich kalkuliert und damit zu Zeiten des Arbeitslebens (und in Zeiten höherer Steuersätze) mehr Rücklagen bildet. Was ist die andere Variante? Billig, billig und nochmal billig und dann im Alter die große Rache? Nein Dank1

Tun Sie sich daher einen großen Gefallen, überlegen Sie, lassen Sie die Entscheidung sacken und melden Sie sich gern bei Fragen. Dann lässt sich dieses auch besonnen entscheiden und nicht übereilt und später mit unlösbaren Folgen.

28.
September '17

Bekommt die AXA jetzt erneut eine blutige Nase? Beitragsanpassungen unwirksam, bestätigte das Landgericht Potsdam (Az. 6S 80/16)


Das könnte böse enden und nicht nur mit einer Verwarnung oder blutigen Nase, meinen zumindest einige Experten aus der Branche und natürlich die Anwälte der Klägerseite. Bereist im Februar ging das Thema einmal durch die Medien und auch ich hatte damals bereits dazu geschrieben:

Ist die Beitragsanpassung der AXA ab 2000 nun unwirksam? Urteil des Amtsgerichtes Potsdam Urteil AG Potsdam zur Beitragsanpassung der AXA, Az. 29 C 122/16

Die AXA Krankenversicherung hat es derzeit wahrlich nicht leicht. Nicht nur auf der Seite des Neugeschäfts, gerade im Bereich der Bestände häufen sich die Probleme und dann, dann kommt noch die nächste große Beitragsanpassung und damit ein völliges Versagen der Kalkulation? Ist dem so? Ich hatte vor einigen Tagen dazu einmal etwas ausführlicher geschrieben, lesen Sie einfach selbst.

AXA Krankenversicherung mit erneuter Beitragsanpassung und völligem Versagen in der Kalkulation?

Doch heute geht es um den „alten Fall“, einen, den das Amtsgericht Potsdam zunächst mit dem Aktenzeichen 29 C 122/16 zu entscheiden hatte.

  • „Nur ein Amtsgericht“
  • „Nicht relevant, nicht wichtig“
  • „hält einer Überprüfung eh nicht Stand“
  • „Wir sind sehr sicher, dass…..“

All das Aussagen der Axa oder deren Vertreter in den letzten Wochen und Monaten. Auch das BaFin als zuständige Aufsichtsbehörde hatte dazu schon Stellung genommen und sehe auf der Seite des Versicherers kein Verschulden, so lies das BaFin damals verlauten. Das mag auch alles richtig sein, nur dummerweise…

Vor Gericht und auf hoher See…

oder wie genau war noch die „Weisheit“? Also hier scheint sich genau diese zu bewahrheiten, denn die Zuversicht der Entscheidung zu Gunsten der Axa und damit zur Berechtigung der Beitragsanpassung in den Tarifen der AXA ist gestern schnell von Euphorie und Sicherheit auf Ernüchterung und Enttäuschung umgesprungen. Warum? Nun, die Entscheidung des Landgerichtes Potsdam als zuständiges Berufungsgericht ist genau die, die es in Potsdam schon gab, nämlich die gegen eine Wirksamkeit der Beitragsanpassung.

Um was genau geht es in dem Urteil?

Nun, wie in dem Beitrag oben bereits geschrieben (den verlinkten aus Februar) geht es im Wesentlichen um die Frage der Unabhängigkeit des Treuhändlers und damit um die Frage, ob eine erfolgte Erhöhung der Beiträge der AXA Krankenversicherung rechtmäßig erfolgt ist. Diese Frage beschäftigt seit längerem die Gerichte, denn der klagende Kunde zieht- gemeinsam mit seinem Anwalt- die Unabhängigkeit des AXA Treuhändlers in Frage.

Warum überhaupt ein Treuhändler? Nun, Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung sind nötig und erforderlich, können aber eben nicht einfach so nach „Lust und Laune“ erhoben werden, sondern unterliegen engen Regelungen. So heisst es in dem Versicherungsvertragsgesetz dazu:

Gesetz über den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz – VVG)
§ 203 Prämien- und Bedingungsanpassung
(…)
(2) Ist bei einer Krankenversicherung das ordentliche Kündigungsrecht des Versicherers gesetzlich oder vertraglich ausgeschlossen, ist der Versicherer bei einer nicht nur als vorübergehend anzusehenden Veränderung einer für die Prämienkalkulation maßgeblichen Rechnungsgrundlage berechtigt, die Prämie entsprechend den berichtigten Rechnungsgrundlagen auch für bestehende Versicherungsverhältnisse neu festzusetzen, sofern ein unabhängiger Treuhänder die technischen Berechnungsgrundlagen überprüft und der Prämienanpassung zugestimmt hat. Dabei dürfen auch ein betragsmäßig festgelegter Selbstbehalt angepasst und ein vereinbarter Risikozuschlag entsprechend geändert werden, soweit dies vereinbart ist. Maßgebliche Rechnungsgrundlagen im Sinn der Sätze 1 und 2 sind die Versicherungsleistungen und die Sterbewahrscheinlichkeiten. Für die Änderung der Prämien, Prämienzuschläge und Selbstbehalte sowie ihre Überprüfung und Zustimmung durch den Treuhänder gilt § 155 in Verbindung mit einer auf Grund des § 160 des Versicherungsaufsichtsgesetzes erlassenen Rechtsverordnung.

Entscheidend hier ist der Streit um die Frage der Unabhängigkeit des Treuhändlers, wenn dieser vorrangig oder überwiegend für einen Versicherer, hier die AXA Krankenversicherung, tätig ist oder war. Die Kernfrage ist dann, ob eine Unabhängigkeit auch dann noch vorliegt, wenn der Gutachter/ Treuhändler den großen Teil seiner Einnahmen von eben diesem einen Versicherer erhält und damit eine gewisse wirtschaftliche Abhängigkeit ausgelöst werden kann.

Das sehen die Gerichte hier anscheinend nicht mehr so und wenn der Treuhändler nicht mehr als unabhängig gilt, so ist die Voraussetzung der Beitragsanpassung in der Privaten Krankenversicherung (bei diesem speziellen Fall) eben hinfällig. Bedeutet: Kunde bekommt seine zu viel gezahlten Beiträge erstattet, dazu gilt weiterhin der alte Beitrag vor der letzten angefochtenen Erhöhung und nur dieser ist auch zu zahlen.

Ist das Urteil rechtskräftig?

Nein, derzeit zumindest nicht. Es gab auch zuvor andere Gerichte, welche die Auffassung der Potsdamer Gerichte nicht teilen. Das AG Hanau (35 C 86/13 und auch das Landgericht Nürnberg-Führt (Az. 2S 3925/15 und 11 O 4343/04) hatten sich vor Jahren schon einmal mit genau solchen Themen zu befassen.

Das Landgericht Potsdam hat gestern dann auch genau solche Grundsatzentscheidung ermöglicht, denn diese ließen eine Revision zu und geben die Entscheidung aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung damit ab an den Bundesgerichtshof, welcher sich dann in einigen Jahren (ja, solange dauert es leider manchmal) mit dem Thema erneut befassen müssen. Eine solche finale Klärung wäre „wünschenswert“, so eine Sprecherin der AXA Krankenversicherung gegenüber dem Branchenmagazin procontra. Dazu muss die AXA in Revision gehen, was diese wohl hier auch tun wird, denn nur so lässt sich die Entscheidung hier 1.) noch ändern und 2.) grundsätzlich klären.

Was bedeutet es für andere Kunden?

Nach aktuellem Stand muss also jeder Kunde, welcher bei der AXA (oder auch anderen Versicherern versichert ist) in dem eigenen Fall erneut klagen. Dabei sind nicht nur Verjährungsfristen zu beachten, auch die Frage nach dem Kostenrisiko stellt sich hier. Ohne Rechtsschutzversicherung kann sich hier schnell ein entsprechen hohes Risiko ergeben und dessen sollte sich jeder bewusst sein, der diesen Weg bestreiten möchte.

Dennoch, werden Anpassungen später als unwirksam festgestellt, so besteht hier ein durchaus hohes Rückzahlungspotetial, denn neben der AXA geht die Kanzlei auch noch gegen die DKV derzeit gerichtlich vor. Nochmals: Es sind immer Einzelfälle und damit auch Einzelfallentscheidungen und nicht zwingend auf andere Kunden übertragbar.

Klar, ein Kunde der nun am gleichen Ort sitzt, also in Potsdam und für den die gleichen Gerichte zuständig sind, der könnte durchaus mit einer ähnlichen Entscheidung rechnen, eine Sicherheit oder gar Garantie gibt es aber hier natürlich auch dafür nicht.

Was müssen Sie als AXA Kunde tun?

Derzeit müssen Sie ganz für sich allein entscheiden, ob Sie ebenfalls den Klageweg bestreiten wollen. Dazu sprechen Sie dieses am besten mit einem entsprechend spezialisierten Rechtsanwalt durch und überlegen sich- auch in Hinblick auf das Kostenrisiko- Ihre Entscheidung genau. Bitte beachten Sie dabei auch entsprechende Verjährungsfristen. So lassen sich nicht in 3, 4, 5 Jahren noch alte Beitragsanpassungen anfechten, welche bis zu diesem Zeitpunkt vielleicht verjährt sind.

Natürlich könnten Sie mit der AXA (oder einem anderen Krankenversicherer) eine Aussetzung der Verjährung beantragen, Klage ergeben die eine solche Verjährung hemmen kann oder weitere Schritte, zu denen Sie nur Rechtsanwälte beraten können und dürfen, unternehmen. Das ist aber alles eine sehr persönliche Entscheidung und sollte gut überlegt sein.

Wir wissen derzeit alle nicht, wo 1.) die Reise hin geht, 2.) ob sich der BGH (wenn es denn zur Revision kommt) der Entscheidung der Vorinstanzen anschließt oder dieses ganz anders entscheidet. Im besten Fall (für den Kunden) führt es zu einer Unwirksamkeit der Beitragsanpassungen ab einem bestimmten Datum, im schlechtesten Fall (aus Kundensicht) bringt der Weg gar nichts.

Eines ist in jedem Falle positiv: Mit einer höchstrichterlichen Entscheidung bietet es für alle Versicherten und Versicherer deutlich mehr Sicherheit in der Frage der Beitragsanpassung und der Unabhängigkeit des Treuhändlers.

08.
September '17

AXA Krankenversicherung mit völligem Versagen in der Kalkulation? Neue Beitragsanpassung zum 01.01.2018


Manchmal frage ich mich, was Aktuare machen und da wundert es dann am Ende auch nicht, das hier ein Verfahren gegen die Axa zur Frage der Unabhängigkeit des Aktuars läuft.  Bereits im vorletzten und letzten Jahr bekamen die Kunden in den AXA Vital und EL, EL Bonus Tarifen Post zu der Anpassung. Klar waren die Tarife zu günstig, aber 34% Anpassung in den Bisextarifen waren damals schon heftig.

–> 34% Anpassung in den AXA VITAL Tarifen – was Sie tun können

Schon in dem oben verlinkten Beitrag hatte ich eine Berechnung angestellt, eine die einmal die Beitragsentwicklung und die Höchstbeiträge der GKV gegenübergestellt. Da war schnell zu sehen, Versicherte die über Jahre mehrere hundert Euro in die eigene Tasche gesteckt haben, müssen diese nachzahlen. Das geht nur in Form einer Beitragsanpassung. Doch schauen wir uns nun die aktuellen Zahlen einmal an:

Was passiert hier eigentlich?

Zunächst einmal gilt, Beiträge werden niemals in % angepasst, sondern in Euro. Bedeutet aber im Umkehrschluss auch, Anpassungen sind nötig, wichtig und erforderlich um die Leistungsfähigkeit der Krankenversicherung und auch der gesetzlichen Krankenkassen zu erhalten.

In der gesetzlichen Krankenkasse finden die Anpassung auf zwei Arten statt. Eine betrifft alle, eine nur die freiwillig versicherten Kunden. Die erste ist eine Anpassung/ Anhebung des Zusatzbeitrages. Dieser wird direkt und vollständig von dem Versicherten bezahlt, der Arbeitgeber beteiligt sich hier nicht. Die zweite Anpassung betrifft nur die Versicherten über der Beitragsbemessungsgrenze. Hier wird durch Anhebung der Grenze (Zahlen für 2018 sind noch nicht bekannt, aber vorr. auch hier vergleichbar zu den Anpassungen 2017) mehr Einkommen beitragspflichtig. Doch die Axa und/ oder deren Aktuar scheinen nicht so richtig vernünftig kalkuliert zu haben, denn die aktuelle Anpassung betrifft die UNISEX Tarife, also eigentlich Tarife welche mit geringeren Zinserträge kalkuliert wurden.

Warum so hohe Anpassungen?

Am Ende wird es teilweise Spekulation bleiben, es sei denn wir kennen die vollständigen Unterlagen, auf die hat aber nur der Kunde in einem Gerichtsverfahren oder mit Einsicht durch einen anderen Treuhändler eine Chance. Die AXA scheint es hier in den neuen Tarifen der Unisexwelt nicht ansatzweise in den Griff zu bekommen.

Es ist nicht nur peinlich für die Axa und schlimm für den Kunden, es ist einfach eine Schande für alle Versicherer welche sauber und seriös kalkulierten.

Die Anpassungen in einem Beispiel

Doch um das ganze etwas plastischer und verständlicher zu machen und weg zu kommen von pauschalen Prozentaussagen, schauen wir und einmal eine Kundin an. Im Jahr 2016 versicherte sich diese in den Tarifen der AXA. 27 Jahre ist die Kundin heute, 26 Jahre also bei Abschluss des Vertrages.

Neben dem Haupttarif, dem BA6-U (einem Tarif für Ärzte) wurde der Kundin der passende Zahntarif, das Krankentagegeld und die Pflegeversicherung verkauft. Dazu, weil der Beitrag ja bisher zu niedrig war und man ja keinen AG Zuschuss verschenken will, ein Beitragsentlastungsbaustein mit 150 € monatlicher Entlastung und einem Beitrag von 49,65 €.

Nach Abzug des Arbeitgeberanteils bleibt der Kundin ein Eigenanteil in Höhe von 298 €, dort sind alle Vertragsbausteine berücksichtigt. Wäre die Kundin in der GKV geblieben, so läge Ihr Beitrag in 2017 bei:

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2017: 383,89 € zuzüglich des Zusatzbeitrag der GKV, einkommensabhängig wenn erhoben.

Jetzt müssen wir fairerweise drei weitere Punkte berücksichtigen.

  1. Der Beitrag von 49,65 € muss raus, den eine Beitragsentlastung im Alter gibt es so in der GKV nicht.
  2. Das Krankengeld beträgt in der GKV knapp 90 €, nicht 120. Fehlen also weitere 7,80 €
  3. Die Tarife sind deutlich leistungsfähiger geübter der GKV. Um hier wenigstens ansatzweise einen Vergleich herzustellen, benötigen wir Zusatzversicherungen. Besonders im Bereich stationär, ambulant ebenfalls (auch wenn der volle Zustand Privatpatient so nicht herzustellen ist), dazu Zahnzusatz und eine mehr. Realistisch werden wir wohl bei dem Alter bei ca. 70-100 € für die Zusatzversicherungen herauskommen.

In der Praxis und im direkten Vergleich sieht das dann so aus:

GKV PKV
Krankenversicherung 635,10 € 520,86 €
Pflegeversicherung 121,80 € 26,68 €
Zusatzbeitrag GKV 43,50 € –   €
Beitragsentlastung –   € 49,65 €
Zusatzversicherungen 80,00 € –   €
AG Zuschuss KV -317,55 € -298,60 €
AG Zuschuss PV -55,46 € -13,34 €
Arbeitnehmeranteil 507,39 € 285,26 €
ERSPARNIS m. Entlastung 222,14 €
ERSPARNIS ohne Entlastung 172,49 €
ERSPARNIS ohne Zusatzvers. 142,14 €

Machen wir also einen ehrlichen Vergleich, so hat der Kunde/ die Kundin hier einen monatlichen Differenzbetrag, also eine Ersparnis von 222 € JEDEN MONAT. Selbst wenn wir die benötigten Zusatzversicherungen wieder rausnehmen und damit Äpfel mit Birnen vergleichen, dann bleiben immer noch 142,14 € übrig.

DAS IST ABER DAS PROBLEM. Es ist einfach illusorisch zu glauben, mit 1/3 oder mehr weniger Beitragszahlung kann etwas seriös kalkuliertes herauskommen. SO und genau so kam es auch. Hier kam die Anpassung nach dem ersten Jahr. So sah es aus:

Knapp 70 € mehr Beitrag wollte die AXA zum 01. 01. 2017 von der Versicherte Kundin. Das ist schon mal eine Ansage, denn gegenüber dem ursprünglichen KV Beitrag (nur dem Anteil für den VA-6) war es eine deutliche Anpassung. 18% oder eben 70 € ist etwas deutlich spürbares, auch wenn wir hier noch einen Teil vom Arbeitgeber wieder bekommen. Die Verärgerung auf Kundenseite kann ich nachvollziehen, bedingt.

Der Berater hätte hinweisen müssen, hinweisen auf mögliche Anpassungen, auf Tarife die zu billig sind, aber dann klappt ja das Argument „Geld sparen nicht“. Blöd nur, in der PKV ist kein Geld zu sparen, nicht ein Cent.

–> In der Privaten Krankenversicherung sparen Sie kein Geld 

–> Niemand muss in dei Private Krankenversicherung

Dabei sollte die AXA es doch besser wissen, denn die alten Vital Tarife in der Bisexwelt sind auch schon so katastrophal gelaufen, nicht weil diese zu stark angepasst sind, sondern weil der Tarif zu billig ist. BILLIG ist aber KEIN Auswahlkriterium in der Privaten Krankenversicherung. Alles was Sie heute nicht zahlen, zahlen Sie nach. Mit Zinsen, Zinseszinsen und mehr.

Die Anpassungen der AXA zum 01. 01. 2018

Einige Kunden werden die Tage Post bekommen, deutliche Aussagen und unangenehm wird es auch, denn hier zeigt sich der nächste Kalkulationsfehler der Axa.

Beitragserhöhungen in den UNISEXTARIFEN der AXA

Tarif Kompakt Zahn U, Erhöhung zwischen 9 und 17%

Tarif Prem Zahn U, Erhöhung bei Kindern bis 11%

EL BONUS U, Erhöhung 11 bis 20%

KSG-U (Schwere Krankheiten) Beitragssenkungen

Komfort Zahn U, Beitragserhöhungen bei Kindern bis 13%

VITAL 300 U, Beitragserhöhungen 6% (Kinder), Erwachsene bis 38%!

VITAL 900 U, Beitragserhöhungen 4- 10 %

Ärztetarif VZ600-U, Erhöhungen 19- 28%

Durchschnittliche Anpassung (über 76 Tarife) 3 bis 14%

Ganz deutlich:

Das was die AXA hier an Kalkulation abliefert und an Anpassungen erforderlich macht ist teilweise hausgemacht. Wenn man billige, billiger und am billigsten sein will und meint Kunden mit solchen Tarifen zu ködern, dann rächt sich das irgendwann. Dazu gibt es noch einige weitere Beispiele in der Branche.

Wer Ihnen heute verspricht, Sie sparen Geld und alles ist besser und billiger, dann sollten Sie das schnell und deutlich hinterfragen und auf solche Tarife verzichten. Es muss nicht jeder in die PKV der es darf, aber wer es kann und will, der sollte sich im Klaren sein. UNTER GKV Höchstbeitrag hat es einen Haken.

PKV ist NICHTS ZUM GELD SPAREN

Wer in die PKV wechselt, weil der Berater ihm sagt damit spart er Geld, der sollte den schnell wieder vor die Tür setzten. Ganz schnell. Bereist vor Jahren habe ich in diversen Beiträgen geschrieben, eine „PKV muss man sich leisten können und wollen“ und diese eignet sich nicht zum Geld sparen. Das ist auch einfach erklärt. Leistung muss irgendwo her kommen. Diese muss schlechtweg bezahlt werden.

Aber wer hat 1500 € Beitrag im Alter?

Das nächste Szenario. Horrorvorstellungen von 1.500 € Beiträgen im Alter, die dann bei kleiner Rente nicht mehr zu bezahlen sind. Dabei sind aber viele vergessene Punkte. Zum einen wird nicht einmal hinterfragt was genau sind denn 1.500 € dann wert? So viel wie heute 500, 700, 900 oder 1500? Wie wird sich die Rente und der Beitrag der GKV entwickelt haben? Und eine weitere Frage die sich stellt… auf WAS genau zahlen Sie Beiträge? Neben gesetzlicher Rente bestehen bei Menschen die heute aufgrund Ihres Einkommens in die PKV dürfen oft andere Einkünfte. Zur gesetzlichen Rente kommen dann Leistungen wie die private Altersvorsorge, betriebliche Renten oder Direktversicherungen, Einkünfte aus Kapitalanlagen oder Mieten- all dieses sind Einkünfte die schon heute oder im Alter mit einem Beitrag in der GKV belegt werden (können), je nach Lust und Laune des Gesetzgebers.

Auch das ist ein nicht unerheblicher Punkt. Was nützt mir ein Beitrag von 200 € in der GKV auf meine Rente, wenn weitere X Euro auf andere Einkünfte anfallen?

Bitte: Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen !

Natürlich kann eine Entscheidung für eine PKV oder speziell für einen Tarif oder eine Gesellschaft falsch gewesen sein. Natürlich sind einige Gesellschaften in der Vergangenheit nicht in der Lage gewesen die Beiträge so zu kalkulieren, dass diese auch stabil bleiben können und es ging vielfach um billig, statt gut. Geld verschwindet in der PKV aber auch nicht. Kommt aber seit Jahrzehnten zu wenig Beitrag herein, sind die Leistungen noch größer als in der GKV, wo soll denn das Geld herkommen um noch etwas für’s Alter zu investieren?

Was können Sie konkret tun?

1.) Überprüfen Sie Ihren Versicherungsschutz auf die notwenigen Leistungen. Unter dem Punkt –> Auswahlkriterien finden Sie neben den Tipps was „drin sein sollte oder kann“ auch Hinweise wie Sie Ihren Schutz finden.

2.) Machen Sie sich klar, das Geld sparen mit der PKV nicht funktioniert und legen Sie Geld zurück. Das kann (steuerlich begünstigt und AG Zuschuss optimiert) in der PKV erfolgen, dazu bieten sich so genannte Beitragsentlastungsbausteine an, aber auch die haben nicht nur Vorteile

3.) Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft sind teilweise sinnvoll. Aber nicht jeder was dieser Tarifwechselhaieberater erzählt, ist auch zu Ihrem Besten… Also hinterfragen Sie auch hier und überlegen was Sie tun können.

4.) Natürlich können Sie heute wechseln. In der aktuellen Unisextarifwelt gibt es auch heute passende(re) Tarife, manchmal. Das will aber sehr gut überlegt sein und ist keinesfalls nur von der Prämie heute abhängig. Bei Frauen macht eine Überprüfung oft Sinn, ist aber nicht gleichbedeutend mit einer Wechselempfehlung, da hier noch andere Punkte eine Rolle spielen.

Ich hoffe zumindest etwas Licht ins Dunkel bringen zu können. Falls Sie weiter Fragen haben, senden Sie mir gern eine E-Mail an pkv@online-pkv.de oder nutzen das Anfrageformular. Gern überlegen wir gemeinsam oder ich empfehle Ihnen eine Versicherungsberater der Ihnen dann weiter helfen kann, schauen wir mal.

Übrigens: Auch die RuV bekleckert sich in diesem Jahr mal wieder nicht mit Ruhm und seriöser Kalkulation, dazu aber in einem anderen Beitrag mehr.

17.
Juli '17

Beitragsgarantien und Beitragsanpassungen bis 2019 bei der Signal Iduna Krankenversicherung


Letzte Woche startete ich die Infos zur Beitragsanpassung und Garantien mit dem Deutschen Ring, heute folgt der zweite Krankenversicherer aus gleichem Konzern, es geht um die Anpassungen bei der Signal Iduna Krankenversicherung.

Beitragsgarantie bis 2019 – was es bedeutet

Beitragsgarantien sind unter anderem ein Marketinginstrument. Diese Garantie bis 2019 klingt gut, bedeutet aber nichts anderes, als das es zum 01. Januar 2018 keine Anpassung in den genannten Tarifen geben wird. Die Anpassung vom 01.01.2019 (also dem 2. möglichen Anpassungstermin ab heute) ist damit nicht gemeint, hier kann es durchaus eine Anpassung geben.

Für die Tarife die von dieser Garantie umfasst sind, wird es daher zum 01. 01. 2018 keine Anpassung geben, die Tarifverträge verändern sich also nicht.

Beitragsgarantie bis 2019 – für wen es gilt

Die Aussagen beziehen sich alle auf die UNISEX Tarife, zu den Bisextarifen gibt es hingegen noch keine Aussage. Unisex sind also die Tarife, in denen es für Männer und Frauen die gleichen Beiträge gibt, Tarife welche nach dem 21. Dezember 2012 angeboten worden sind.

Interessant ist hierbei jedoch, die Garantien gelten sowohl für das NEUGESCHÄFT, aber auch für die bereits in den Tarifen versicherten Kunden, also den BESTAND in der Unisexwelt.

Beitragsgarantie bis 2019 – welche Tarife betroffen sind

Folgende Tarife bleiben bei dem Deutscher Ring Krankenversicherung VVaG bis Ende 2018 ohne eine Beitragsanpassung

  • –  Vollversicherungstarife START (nur Erwachsene)
  • –  START-PLUS (nur Kinder und Jugendliche)
  • –  KOMFORT 1 (nur Erwachsene)
  • –  KOMFORT 2 und 3 (nur Kinder und Jugendliche)
  • –  KOMFORT-PLUS 1 und 2
  • –  KOMFORT-PLUS 3 (nur Kinder und Jugendliche)
  • –  EXKLUSIV 0, 1, 2
  • –  EXKLUSIV-PLUS 0, 1, 2

Ebenfalls stabil bis 31.12.2018 bleiben die folgenden Beihilfetarife:

  • –  START-B, KOMFORT-B, KOMFORT-B-W (alle nur Kinder und Jugendliche)
  • –  EXKLUSIV-B, R-EXKLUSIV-B, EXKLUSIV-B-ES, -E, -E1
  • –  EXKLUSIV-B-W (nur Kinder und Jugendliche)
  • –  flexSI-B

Folgende Zusatzversicherungstarife werden nicht angepasst:

  • –  GE, GE-PLUS, R-GE, R-GE-PLUS, S100/1+2
  • –  GE-TOP und R-GE-TOP nur für Erwachsene
  • –  stationärer Schutz in S100/1+2
  • –  Zahnschutz Z80-0, 2, 3
  • –  Zusatzversicherungen ambulant STARTpur, PLUS, PLUSpur, TOP (der TOPpur nur bei Erwachsenen)
  • –  Zusatztarife stationär in den Tarifstufen KLINIK- UNFALLpur, START, STARTpur, PLUS, PLUSpur, TOP1, TOP1pur
  • –  Zusatztarife ZAHN in den Stufen BASISpur, STARTpur, PLUS, PLUSpur, TOP, TOPpur
  • –  Zusatztarife AKUT und ZAHN-PRO

Ebenfalls werden für die folgenden Tagegeldtarife keine Anpassungen erfolgen:

  • –  EKH, R-EKH
  • –  KurPLUS
  • –  Krankentagegelder nach Tarifen ESP-VS 8-365 und ESP-E 8-365
  • –  PflegeBAHRPLUS
  • –  Pflege START, PLUS und PflegeTOP

Wie hoch die Anpassung in den anderen Tarifen aussieht kann derzeit nicht gesagt werden.

Heute beantragt, welche Prämie gilt?

Bereits in meinem Artikel

Noch ein Jahr jünger in die PKV

habe ich das schon einmal ausführlich geschrieben. Durch eine sogenannte Anwartschaft lässt sich in der Privaten Krankenversicherung aber auch in der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit deutlich Prämie sparen, langfristig sogar. Dazu bedarf es einer Anwartschaft, deren Versicherungsbeginn am 1.12.2017 liegen muss, dadurch sind Sie ein Jahr jünger. Zum 01. 01. wird diese dann aktiviert und in den Vollschutz umgewandelt. Eine Frage die hier aber wieder und wieder kommt…

Zahle ich dann die Prämie vor oder nach der Beitragsanpassung?

Sie zahlen die Prämie, die ab dem 1.1.2017 um Bestand gilt. Wird dieser angepasst, so betrifft die Anpassung Sie natürlich auch. Daran ändert auch die Anwartschaft nichts. Dennoch ist eine solche Anwartschaft sinnvoll, denn an dem Vorteil für das Eintrittsalter ändert sich nichts. Nur wer glaubt heute einen Antrag zu stellen um die Beitragsanpassung zu umgehen, den muss ich leider enttäuschen.

Auch in der privaten Krankenversicherung sind Anpassungen unumgänglich. Mehr dazu auch in meinem Artikel zur BAP.

14.
Juli '17

Beitragsgarantie bis 2019 bei dem Deutschen Ring Krankenversicherung


Die erste Jahreshälfte ist vorbei, da wird es Zeit sich über Beitragsanpassungen zu unterhalten. Nicht? OK, Sie haben recht, dennoch ist es aber die Zeit, in welcher Gesellschaften mit (ersten) Informationen zu Anpassungen und so genannten Garantien „um die Ecke kommen“, Garantien welche dem Neukunden signalisieren sollen „Schau her, wir sind beitragsstabil auch über den Jahreswechsel hinaus.“

Beitragsgarantie bis 2019 – was es bedeutet

Beitragsgarantien sind unter anderem ein Marketinginstrument. Diese Garantie bis 2019 klingt gut, bedeutet aber nichts anderes, als das es zum 01. Januar 2018 keine Anpassung in den genannten Tarifen geben wird. Die Anpassung vom 01.01.2019 (also dem 2. möglichen Anpassungstermin ab heute) ist damit nicht gemeint, hier kann es durchaus eine Anpassung geben.

Für die Tarife die von dieser Garantie umfasst sind, wird es daher zum 01. 01. 2018 keine Anpassung geben, die Tarifverträge verändern sich also nicht.

Beitragsgarantie bis 2019 – für wen es gilt

Die Aussagen beziehen sich alle auf die UNISEX Tarife, zu den Bisextarifen gibt es hingegen noch keine Aussage. Unisex sind also die Tarife, in denen es für Männer und Frauen die gleichen Beiträge gibt, Tarife welche nach dem 21. Dezember 2012 angeboten worden sind.

Interessant ist hierbei jedoch, die Garantien gelten sowohl für das NEUGESCHÄFT, aber auch für die bereits in den Tarifen versicherten Kunden, also den BESTAND in der Unisexwelt.

Beitragsgarantie bis 2019 – welche Tarife betroffen sind

Folgende Tarife bleiben bei dem Deutscher Ring Krankenversicherung VVaG bis Ende 2018 ohne eine Beitragsanpassung

  • –  Esprit Tarif (nur für Kinder und Jugendliche)
  • –  Beihilfetarife BK und BKW (nur bei Kindern und Jugendlichen)
  • –  BS, BP, BW, BD, BDE (bei allen Versicherten)
  • –  Zusatzversicherungen ambulant in den Tarifstufen STARTpur, PLUS, PLUSpur
  • –  Zusatzversicherungen Zahn in den Tarifstufen BASISpur, STARTpur, PLUS, PLUSpur, TOP, TOPpur
  • –  Zusatztarife stationär in den Tarifstufen KLINIK- UNFALLpur, START, STARTpur, PLUS, PLUSpur, TOP1, TOP1pur
  • –  Zusatztarif stationär clinic+ bei Erwachensen
  • –  Zusatztarife AKUT und ZAHN-PRO

Ebenfalls werden für die folgenden Tagegeldtarife keine Anpassungen erfolgen:

  • –  impulsKur
  • –  H Tarife
  • –  Krankentagegelder nach Tarifen pro 008-365, pro 008V-365V
  • –  PflegeBAHRPLUS
  • –  PflegeTOP

Das bedeutet aber auch, dass die Tarife Esprit und Comfort+ in allen anderen Tarifstufen (und bei Erwachsenen) angepasst werden können. Wie hoch die Anpassung aussieht kann derzeit nicht gesagt werden.

Heute beantragt, welche Prämie gilt?

Bereits in meinem Artikel

Noch ein Jahr jünger in die PKV

habe ich das schon einmal ausführlich geschrieben. Durch eine sogenannte Anwartschaft lässt sich in der Privaten Krankenversicherung aber auch in der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit deutlich Prämie sparen, langfristig sogar. Dazu bedarf es einer Anwartschaft, deren Versicherungsbeginn am 1.12.2017 liegen muss, dadurch sind Sie ein Jahr jünger. Zum 01. 01. wird diese dann aktiviert und in den Vollschutz umgewandelt. Eine Frage die hier aber wieder und wieder kommt…

Zahle ich dann die Prämie vor oder nach der Beitragsanpassung?

Sie zahlen die Prämie, die ab dem 1.1.2017 um Bestand gilt. Wird dieser angepasst, so betrifft die Anpassung Sie natürlich auch. Daran ändert auch die Anwartschaft nichts. Dennoch ist eine solche Anwartschaft sinnvoll, denn an dem Vorteil für das Eintrittsalter ändert sich nichts. Nur wer glaubt heute einen Antrag zu stellen um die Beitragsanpassung zu umgehen, den muss ich leider enttäuschen.

Auch in der privaten Krankenversicherung sind Anpassungen unumgänglich. Mehr dazu auch in meinem Artikel zur BAP.