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16.
August '17

Krankschreibung in der PKV – wann muss ich meinen Arbeitgeber / die PKV informieren?


Auch heute wieder eine Leserfrage, diesmal zu den Themen Krankschreibung, Karenzzeit und Informationspflichten an den Arbeitgeber. Hier gibt es einige Unterschiede zu einem gesetzlich versicherten Arbeitnehmer, diese klären wir heute einmal etwas genauer.

Hallo Herr Hennig. Wann und wie muss ich meinen Arbeitgeber/ die Krankenversicherung informieren? Wie ist das wenn man PKV versichert ist. Muss ich eine AU Bescheinigung bei dem PKV abgeben. Bei mehreren hintereinander liegenden Arbeitsunfähigkeiten : Woher weiß der AG ob es sich um dieselbe Erkrankung handelt (wegen der Entgeltfortzahlung von max. 6 Wochen)

Teilen wir die Frage einmal auf und tasten uns so langsam an die entsprechenden Themen heran. Beginnen wir zunächst mit der Frage der Information. Dazu sind zwei Begriffe zunächst wichtig und zu klären, Arbeitsunfähigkeit und Karenzzeit. Hierzu habe ich in der Vergangenheit schon einmal etwas geschrieben, daher hier einige Artikel als Leseempfehlung vorab:

Lohnfortzahlung für privat versicherte Arbeitnehmer

Der Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist bei gesetzlich und privat versicherten Arbeitnehmern gleich. Beide erhalten von dem Arbeitgeber eine Weiterzahlung des Lohnes in den ersten Wochen der Krankschreibung bei Arbeitsunfähigkeit. Die entsprechende gesetzliche Regelung findet sich im Entgeltfortzahlungsgesetz.

Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz)

§ 3 Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

(1) Wird ein Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne daß ihn ein Verschulden trifft, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen. Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, so verliert er wegen der erneuten Arbeitsunfähigkeit den Anspruch nach Satz 1 für einen weiteren Zeitraum von höchstens sechs Wochen nicht, wenn

1. er vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge derselben Krankheit arbeitsunfähig war oder
2. seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen ist.

Wir sehen also, es besteht ein Anspruch für die ersten sechs Wochen. Daher lässt sich auch für einen Arbeitnehmer eine Absicherung gegen die finanziellen Folgen der Arbeitsunfähigkeit erst nach den sechs Wochen versichern.

Die Zeit in der war der Versicherungsfall eintreten kann, aber noch kein Anspruch auf Leistungen besteht, nennt man Karenzzeit. Also beträgt diese hier bei unserem Arbeitnehmer 6 Wochen oder 42 Tage. Erst NACH Ablauf der Karenzzeit hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Leistungen aus der Krankentagegeldversicherung.

Lesehinweis: Was ist Arbeitsunfähigkeit – ein Ratgeber durch den Begriffsdschungel

erneute Arbeitsunfähigkeit bei gleicher Erkrankung

Hier sind zwei unterschiedliche „Baustellen“ zu betrachten, der Arbeitgeber auf der einen Seite und der Krankenversicherer auf der anderen Seite. Beide haben eine vertragliche Vereinbarung mit dem Versicherten, der eine einen Arbeitsvertrag, der andere einen Versicherungsvertrag. Darin enthalten sind Regelungen, welche die Lohnfortzahlung auch bei gleichen Erkrankungen regeln und die Verfahrensweisen festlegen. Diese können aber bei der Versicherung anders aussehen, der Arbeitgeber hat sich hier an die oben zitierten Regelungen aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz zu halten.

Regelungen bei dem Arbeitgeber

Wird ein Arbeitnehmer nun also noch einmal mit der gleichen Krankheit krank, so ergibt sich hier ein erneuter Anspruch auf Lohnfortzahlung gegen den Arbeitgeber nur dann, wenn entweder mindestens sechs Monate nicht wegen dieser Krankheit(sdiagnose) arbeitsunfähig war, oder seit dem Beginn der letzten AU bereist zwölf Monate vorbei sind. Das soll den Arbeitgeber davor schützen, bei immer der gleichen Krankheit jedesmal neu sechs Wochen den Lohn weiterzahlen zu müssen. Auch hier regelt das Gesetz die Vorgabe, wann und wie die Arbeitsunfähigkeit anzuzeigen ist.

§ 5 Anzeige- und Nachweispflichten
(1) Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als in der Bescheinigung angegeben, ist der Arbeitnehmer verpflichtet, eine neue ärztliche Bescheinigung vorzulegen. Ist der Arbeitnehmer Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse, […]

Der Arbeitgeber bekommt keine Diagnosen mitgeteilt, da diese dem Datenschutz unterliegen. Natürlich kann und muss der Arzt bzw. die Krankenkasse/ Krankenversicherung einen entsprechenden Nachweis ausstellen, falls es sich um eine Folgeerkrankung handelt und damit kein neuer Anspruch begründet wird. Mit so einem Fall haben sich die Landesarbeitsgerichte des öfteren zu beschäftigen, einen dieser Fälle hat das LAG nun zur Revision zugelassen, auch hier ging es um die Frage der Folgeerkrankungen und der Informationspflicht gegenüber dem Arbeitgeber. (Az. 4 Sa 70/15)

Regelungen in der Krankenversicherung

Auch die private Krankentagegeldversicherung hat entsprechende Regelungen in den Versicherungs- und Tarifbedingungen. Hierbei handelt es sich um die Musterbedingungen zu Krankentagegeldversicherung (MB/KT), welche der Versicherer in seiner eigenen Version weiter spezifiziert und entsprechend in den Tarifbedingungen konkretisiert. In den MB/KT heisst es hierzu:

§ 9 Obliegenheiten

(1) Die ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit ist dem Versicherer unverzüglich, spätestens aber innerhalb der im Tarif festgesetzten Frist, durch Vorlage eines Nachweises (§ 4 Abs. 7) anzuzeigen. Bei verspätetem Zugang der Anzeige kann das Krankentagegeld bis zum Zugangstage nach Maßgabe des § 10 gekürzt werden oder ganz entfallen; eine Zahlung vor dem im Tarif vorgesehenen Zeit- punkt erfolgt jedoch nicht. Fortdauernde Arbeitsunfähigkeit ist dem Versicherer innerhalb der im Tarif festgesetzten Frist nachzuweisen. Die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ist dem Versicherer binnen drei Tagen anzuzeigen.

Dazu folgenden spezielle Regelungen- je nach Versicherer- in den Tarifbedingungen. Hier ein Beispiel der HALLESCHE Krankenversicherung im Tarif KT (U).

3. Die Karenzzeit gilt für jede Arbeitsunfähigkeit neu. In Tarifstufen mit einer Karenzzeit von 42 Tagen und länger werden Zeiten wiederholter Arbeitsunfähigkeit wegen der gleichen Krankheit, die der Arbeitgeber bei Arbeitnehmern bei der Fortzahlung des Entgelts berechtigterweise zusammenrechnet, auch hinsichtlich der Karenzzeit zusammengerechnet. Für Selbstständige gilt diese Bestimmung sinngemäß.

Auch hier findet also eine Zusammenrechnung statt, immer unter der Voraussetzung, dass der Arbeitgeber eine solche vornimmt und diese berechtigt ist. Allein deshalb liegt es im Interesse des Kunden, eine solche Bescheinigung gegenüber dem Arbeitgeber vorzulegen, nur so kann dieser zusammenrechnen und die Karenzzeit beginnt nicht neu.

Meldung an den Arbeitgeber, bis wann? wie?

Die private Krankenversicherung verlangt auch hier eine unverzügliche Meldung der Arbeitsunfähigkeit, das zumindest soweit die Regelung in den Musterbedingungen. Demnach wäre auch eine Erkältung und damit eine kurze Arbeitsunfähigkeit sofort anzuzeigen, zumindest dann wenn ein KT Anspruch daraus resultieren könnte. Die Versicherer würden aber somit eine ganze Reihe von Meldungen bekommen, welche nur Aufwand verursachen und nie eine Leistung begründen, denn wer ist schon sechs Wochen wegen einer Erkältung krank. Daher sind die Regelungen in den Tarifen etwas „aufgeweicht“ und lauten zum Beispiel so (auch hier wieder, MB/KT der HALLESCHE)

§ 9 Obliegenheiten

1 Der Eintritt der völligen Arbeitsunfähigkeit ist dem Versicherer spätestens bis zum Tage des festgelegten Leistungsbeginns anzuzeigen. Die ärztliche Bescheinigung muss auch die Bezeichnung der Krankheit enthalten.

2 Die Frist für den Nachweis der fortdauernden Arbeitsunfähigkeit wird dem Versicherten jeweils im Versicherungsfall mitgeteilt.

Wer also ein Krankengeld ab der sechsten Woche versichert hat, da ist es dann ausreichend bis zum Ablauf der sechs Wochen eine entsprechende Information an den Versicherer vorzunehmen. Das ändert aber nichts an der nötigen Krankschreibung, denn nur so lässt sich der Beginn der 6-Wochen-Frist später auch belegen. Der Arzt kann nicht nach sechs Wochen kommen und rückwirkend (obwohl er Sie nie gesehen hat) eine AU Bescheinigung ausstellen.

Die Barmenia lässt sogar noch etwas mehr Zeit, denn diese schreibt:

Zu § 9 MB/KT 2009

1.1 Die Arbeitsunfähigkeit ist dem Versicherer innerhalb der ersten Woche nach Ablauf der Karenzzeit des vereinbarten Tarifs anzuzeigen. Aus der ärztlichen Bescheinigung muss die Bezeichnung der Krankheit ersichtlich sein. Fortdauernde Arbeitsunfähigkeit ist dem Versicherer auf Verlangen nachzuweisen.

Insgesamt sollten Sie sich also merken:

  • – sofort krankschreiben lassen wenn die AU eintritt
  • – spätestens nach drei Tagen, manchmal auch früher „unverzüglich“ den Arbeitgeber informieren
  • – spätestens bis zum Ablauf der sechs Wochen den Krankenversicherer in Kenntnis setzen, diese schickt dann ein so genanntes Pendelattest

Lesehinweis: Pendelattest in der PKV – was es ist, wie es funktioniert und was Sie beachten müssen

Dieses Attest pendelt (darum heisst es ja so) zwischen Ihnen und dem Versicherer hin und her. Bitte achten Sie auch dort immer auf die Fristen, bis zu denen es zurück zu senden ist. Die erste Info der Krankschreibung kann aber auch telefonisch, bei einigen Versicherern über die App oder über die Homepage erfolgen.

Wenn Sie sich also an diese Eckdaten halten und Ihre Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig und pünktlich anzeigen, dann brauchen Sie sich keine Sorgen um die Leistung zu machen. Einen „gelben Schein“, also dieses Formular welches Sie aus der GKV kennen, das brauchen Sie für die PKV nicht zwingend. Für den Arbeitgeber aber schon. Die private Krankenversicherung benötigt aber insbesondere Informationen darüber, wie der Beruf aussieht, ob Sie vollständig (also 100%) arbeitsunfähig sind und weitere Informationen, die dieser bei Ihnen nach Information über die AU mit einem oder mehreren Formularen abfragt.

18.
Juni '14

Steuerfreier Zuschuss zur Selbstbeteiligung in der Privaten Krankenversicherung durch den Arbeitgeber


Die Beitragszahlung in der Privaten Krankenversicherung ist gänzlich anders geregelt, als diese für gesetzlich Krankenversicherte gilt. Die Private Krankenversicherung berechnet die Beiträge nicht nach dem Einkommen, sondern nach Gesundheitszustand, Alter, Tarif und Leistungsumfang und auch der Höhe der Selbstbeteiligung.

[Selbst|be|tei|li|gung] (SB) die

Ist ein Betrag, welcher zum Beispiel in der Privaten Krankenversicherung vereinbart werden kann und zuerst von dem Versicherten zu tragen ist. Erst nach Erreichen der S. wird der Versicherer zur Leistung verpflichtet. Bei einer S. von 500 EUR pro Jahr, sind die- sonst erstattungsfähigen- Rechnungen erst ab dem 501. Euro durch den Versicherer zu zahlen.

Ob diese Selbstbeteiligung auch anfällt, das hängt nicht nur von der Frage „sind Rechnungen angefallen“ ab, sondern auch davon, in welchem Bereich die SB gilt. Dabei kann eine Geltung der Selbstbeteiligung nur für den ambulanten oder stationären Bereich, aber auch für alle Bereiche vereinbart werden. Je nach Tarif ist es auch möglich, bestimmte Rechnungen von der SB auszuschließen, so zum Beispiel Vorsorge oder Zahnprophylaxe.

Die Selbstbeteiligung trägt der Kunde selbst, damit hat der Arbeitgeber nichts zu tun, so zumindest zunächst und auch dieses als landläufige Meinung. So kann es in vielen Fällen gerade für angestellte Kunden sinnvoll sein, eine kleine oder gar keine Selbstbeteiligung zu vereinbaren, denn insgesamt ist es am Ende steuerlich günstiger. Dazu aber noch mehr in einem detaillierteren Beitrag in der kommenden Woche.

Kann der Arbeitgeber mehr zahlen als er muss?

Der Arbeitgeberzuschuss ist in den in den Gesetzen wie dem Sozialgesetzbuch und dem Einkomemnsteuergesetz geregelt und ist auf einen Höchstbeitrag begrenzt. Dieser ändert sich Jahr für Jahr, wenn sich die Beitragsbemessungsgrenze ändert.

7,3% x 4.050 EUR = 295,65 EUR (bisher 287,44 EUR, +8,21 EUR) = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2014

1,025% x 4.050 EUR = 41,51 EUR (bisher 40,36 EUR, +1,15 EUR) = AG Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung 2014

Der Zuschuss kann nicht „gemixt“ werden und beträgt immer maximal 50%. Wer also 600 EUR PKV aber nur 20 EUR Pflegevers. zahlt, der bekommt dennoch nur 295,65+10 EUR. Aber der Arbeitgeber kann sich noch weiter an den Aufwendungen beteiligen.

Zuschuss? steuerfrei und bis zu maximal 600 EUR

Grund für mehr Geld vom Arbeitgeber sind neben dem Einkommensteuergesetz die Regelungen in den Lohnsteuerrichtlinien. Diese regeln zum Beispiel in R 3.11 LStR auch, das der Arbeitgeber sich bei Notlagen des Arbeitnehmers beteiligen kann.

Unterstützungen an Arbeitnehmer im privaten Dienst
(2)

Unterstützungen, die von privaten Arbeitgebern an einzelne Arbeitnehmer gezahlt werden, sind steuerfrei, wenn die Unterstützungen dem Anlass nach gerechtfertigt sind, z. B. in Krankheits- und Unglücksfällen. Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass die Unterstützungen
1.
aus einer mit eigenen Mitteln des Arbeitgebers geschaffenen, aber von ihm unabhängigen und mit ausreichender Selbständigkeit ausgestatteten Einrichtung gewährt werden. Das gilt nicht nur für bürgerlich-rechtlich selbständige Unterstützungskassen, sondern auch für steuerlich selbständige Unterstützungskassen ohne bürgerlich-rechtliche Rechtspersönlichkeit, auf deren Verwaltung der Arbeitgeber keinen maßgebenden Einfluss hat;
2.
aus Beträgen gezahlt werden, die der Arbeitgeber dem Betriebsrat oder sonstigen Vertretern der Arbeitnehmer zu dem Zweck überweist, aus diesen Beträgen Unterstützungen an die Arbeitnehmer ohne maßgebenden Einfluss des Arbeitgebers zu gewähren;
3.
vom Arbeitgeber selbst erst nach Anhörung des Betriebsrats oder sonstiger Vertreter der Arbeitnehmer gewährt oder nach einheitlichen Grundsätzen bewilligt werden, denen der Betriebsrat oder sonstige Vertreter der Arbeitnehmer zugestimmt haben.
Die Voraussetzungen des Satzes 2 Nr. 1 bis 3 brauchen nicht vorzuliegen, wenn der Betrieb weniger als fünf Arbeitnehmer beschäftigt. Die Unterstützungen sind bis zu einem Betrag von 600 Euro je Kalenderjahr steuerfrei. Der 600 Euro übersteigende Betrag gehört nur dann nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn er aus Anlass eines besonderen Notfalls gewährt wird. Bei der Beurteilung, ob ein solcher Notfall vorliegt, sind auch die Einkommensverhältnisse und der Familienstand des Arbeitnehmers zu berücksichtigen; drohende oder bereits eingetretene Arbeitslosigkeit begründet für sich keinen besonderen Notfall im Sinne dieser Vorschrift. Steuerfrei sind auch Leistungen des Arbeitgebers zur Aufrechterhaltung und Erfüllung eines Beihilfeanspruchs nach beamtenrechtlichen Vorschriften sowie zum Ausgleich von Beihilfeaufwendungen früherer Arbeitgeber im Falle der Beurlaubung oder Gestellung von Arbeitnehmern oder des Übergangs des öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses auf den privaten Arbeitgeber, wenn Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Krankenversicherung nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V besteht.

Voraussetzungen:

Der „Notfall“ muss natürlich eingetreten sein, also muss auch die Selbstbeteiligung angefallen sein. Wer also bereits im Januar die Rechnungen eingereicht hat und sieht, die SB wird überschritten, der kann mit seinem AG einen Zuschuss beantragen. Wird es erst am Jahresende festgestellt, dann auch erst dann.

Über diesen Weg sichert sich der Arbeitnehmer noch einmal einen Zusatzzuschuss des Arbeitgebers und spart dabei noch Steuern.

17.
Juni '14

Neue Beitragsberechnung in der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) ab 2015


UPDATE: Die neue Berechnung ab 2015 finden Sie hier: GKV Berechnung 2015

Alles wird neu, mal wieder. So oder so ähnlich ist es auch in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV). Die Bundesregierung hat mit dem „GKV Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz (GKV-FQWG) (WER DENKT SICH BITTE SOLCHE NAMEN AUS?) mal wieder etwas verändert und was für eine Zielgruppe gut ist, ist für die andere schlecht. Doch schauen wir zunächst einmal die Regelung nach dem heutigen Stand an.

Wie ist es bisher?

Wer heute in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert ist, der zahlt seinen Beitrag in unterschiedlichen Sätzen und Beitragsbausteinen. Zunächst einmal fällt der halbe Beitragssatz von 7,3% an, dieser wird durch den Arbeitgeber gezahlt. Weitere 7,3% zahlt der Arbeitnehmer, dazu kommen 0,9% Beitragsanteil den auch nur Sie als Arbeitnehmer zahlen. In der GKV bedeutet das heute eine Beitragsverteilung von knapp 47% Arbeitgeber und 53% Arbeitnehmeranteil (+ Zusatzbeitrag der Kasse).

GKV Beiträge 2014

Was ändert sich?

Ab 2015 soll das nun wieder alles anders werden. Der bisherige Beitragszuschlag, den die gesetzliche Kasse verlangen durfte, wird zunächst einmal abgeschafft. Dieser war bisher einkommensunabhängig, also von Gering- und Besserverdienern in gleicher Höhe zu zahlen.

Zukünftig wird er einkommensabhängig, also nicht mehr als fester Betrag für alle, sondern als prozentualer Betrag vom Einkommen berechnet und auch gleich direkt vom Arbeitgeber mit eingezogen und an die Kasse weitergeleitet. Das soll Bürokratie und säumige Zahler verhindern.

GKV Beiträge 2015

Für wen wird es teurer?

Dazu kann man zukünftig nicht einfach nur den Zusatzbeitrag vergleichen, sondern muss das Einkommen dazu betrachten. Hier einige Beispiele für Arbeitnehmer über der Beitragsbemessungsgrenze, welche heute schon den Höchstbeitrag in der GKV zahlen.

GKV 2015 in Zahlen

Erhebt also eine Kasse zukünftig keinen Zusatzbeitrag, so würde es theoretisch 36,45 EUR günstiger in der GKV, aber seien wir doch einmal ganz realistisch. Die Kassen haben heute schon wenig Geld und die Ausgaben steigen weiter. Die einzigen die von diesem Gesetz profitieren, das sind Kassen (da sich diese nicht mehr um den Beitragseinzug kümmern müssen) und die Arbeitgeber, da die Lohnnebenkosten nun festgeschrieben sind.

Die Liste mit den Zusatzbeiträgen der GKV ab 2015 finden Sie hier: Übersicht über die Zusatzbeiträge bei den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ab 2015

04.
Februar '13

Arbeitgeberzuschuss für Kinder und Familienangehörige in der privaten Krankenversicherung (PKV)


Eine der meistgelesenen Blogbeiträge hier auf der Seite, wenn nicht gar der am häufigsten aufgerufenen dreht sich um den Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bekommt der Arbeitnehmer der privat krankenversichert ist, einen Zuschuss seines Arbeitgebers. Damit ist sichergestellt, dass der Arbeitgeber sich auch an den Beitragsaufwendungen für die Krankenversicherung beteiligt.

Wie hoch ist dieser Zuschuss?

Der Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung berechnet sich jedes Jahr neu, und ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Sowohl die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze, aber auch der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenkasse spielen bei der Berechnung eine Rolle. Die Zahlen für 2013 können Sie in meinem Blogbeitrag „Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung 2013“ im Detail nachlesen und dort auch die genaue Berechnung nachvollziehen.

Für wen wird der Zuschuss gezahlt?

Der Zuschuss wird durch den Arbeitgeber monatlich für die privat versicherten Personen gezahlt. Dabei geht es nicht nur um den Arbeitnehmer, sondern auch um die privat mitversicherten Kinder und gegebenenfalls die Ehefrau. Dabei ist jedoch ein ganz wichtiger Punkt zu berücksichtigen, der immer wieder zu Diskussionen und Verständnisproblemen führen kann. Der Arbeitgeber darf durch den Zuschuss zur privaten Krankenversicherung nicht schlechter gestellt werden, als wäre der Arbeitnehmer in einer gesetzlichen Krankenkasse verblieben. Aus diesem Grund sind Höchstgrenzen festgelegt, bis zu denen der Beitrag in der privaten Krankenversicherung durch den Arbeitgeberzuschuss fähig ist.

Generell gilt aber, dass ein Zuschuss bis zur Höhe von 50 % des Beitrages der privaten Krankenversicherung für die Ehefrau, die Kinder und den Versicherten selbst gezahlt werden kann. Eine kleine Hilfestellung finden Sie in der folgenden Excel Datei. Diese können Sie durch Klick auf das Bild öffnen und mit Ihren Daten befüllen.

Nachdem Sie die Beiträge für die private Krankenversicherung und die Pflegepflichtversicherung in die gelben Felder eingetragen haben, wird der maximale Arbeitgeberzuschuss und der noch verbleibende Betrag für die Ehefrau und/oder die Kinder berechnet. Somit bekommen Sie einen guten Überblick darüber, ob es vielleicht Sinn machen kann für Sie oder eine andere mitversicherte Person (mehr …)

13.
November '11

Versicherungspflichtig oder doch freiwillig versichert? Was ist, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer falsch meldet?


Es passiert nicht selten, da stellen Arbeitnehmer erst bei einen gewünschten Wechsel in die private Krankenversicherung fest, dass diese plötzlich gar nicht als freiwilliges, sondern als pflichtiges Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) versichert sind.

Doch was kann ein Arbeitnehmer in einer solchen Situation tun?

Die Meldung, welche Art von Versicherungsstatus der Arbeitnehmer hat, obliegt in jedem Fall dem Arbeitgeber. Ist diese Meldung jedoch falsch, verhindert dieses einen Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV).

Viele Arbeitnehmer reagieren dann etwas hilflos, da sie sich auf der einen Seite nicht mit dem eigenen Arbeitgeber streiten möchten, auf der anderen Seite aber dennoch gerne das System der gesetzlichen Krankenkasse verlassen wollen. Zunächst sollte immer versucht werden, direkt mit der Lohnabteilung des Arbeitgebers zu sprechen und zu versuchen den Fehler zu korrigieren. Ein Arbeitgeber kann eine falsch abgegebene Meldung direkt gegenüber der Krankenkasse korrigieren, auch wenn dies einigen Aufwand bedeutet. Denn je nachdem, ab welchem Termin der Arbeitnehmer schon freiwillig versichert war, müssen alle vergangenen Lohnabrechnungen korrigiert werden. Die Grundlage für diese Korrektur bietet das Sozialgesetzbuch 5 (SGB).

Jedoch ist es häufig so, dass die Lohnbuchhaltung der Meinung ist: „wir haben alles richtig gemacht“. Teilweise beruht diese Aussage auf falschen Annahmen. Spätestens jetzt hat der Arbeitnehmer das Problem, dass er sich nun mit seinem Arbeitgeber auseinandersetzen muss.
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