Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

12.
Januar '18

Geplant: Rückkehr zur paritätischen Versorgung – so steigt der Arbeitgeberzuschuss für PKV Versicherte dann an


Hätte, könnte, würde, sollte… so zumindest sollten wir diese Meldung Stand heute sehen, denn derzeit steht nichts fest. Nach 24-stündigen Sondierungen meldete n-tv soeben, man habe sich in den Sondierungen bei CDU und SPD auf eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung geeinigt.

Was das bedeuten „würde“ und wie es sich dann für die heute privat Versicherten Arbeitnehmer auswirkt, das schauen wir uns hier einmal genauer an.

Nochmals die „Warnung“. Es ist nur ein Stand in den Sondierungen, kein Punkt in einem Koalitionsvertrag, geschweige denn ein Gesetz, eine Verordnung oder sonst dergleichen.

Wie sieht die Finanzierung der Krankenversicherung heute aus?

Wer heute in der gesetzlichen Krankenkasse als Arbeitnehmer versichert ist, der bekommt einen Teil des Beitrages von seinem Arbeitgeber bezahlt. Im Augenblick sieht das wie folgt aus:

Der Grundbeitrag in der GKV liegt in der Krankenversicherung bei 14,6%, welcher zur Hälfte von beiden Beteiligten, also Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen wird. 

Dazu kommt aber der sogenannte „kassenindividuelle Zusatzbeitrag“ welchen jeder Krankenkasse für sich festlegt und welcher ebenfalls prozentual vom Einkommen berechnet wird. So kann eine Kasse hier noch weitere 1, 1,5 oder auch 2% Beitrag einnehmen, welcher aber von dem Arbeitnehmer allein zu tragen sind.

Das soll sich nun ändern. Also vielleicht.

In den Sondierungen erklärte man, man wolle zurück zur paritätischen Versorgung. Dazu gäbe es dann grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Die eine wäre, die Kassen legen auch weiterhin einen Zuzatzbeitrag fest, dieser wird dann aber auch von dem Arbeitgeber bezuschusst. Das hätte zur Folge, dass die Arbeitnehmer weniger, die Firmen aber wieder mehr Beiträge zahlen müssten. An der Finanzierungssituation der Kassen ändert das freilich nichts, denn diese müssen mit gleichem Geld auskommen, kommt nur von einem anderen Zahler.

Die zweite Möglichkeit wäre auch hier, es gibt keinen Zusatzbeitrag mehr, jede Kasse legt zukünftig dann einfach wieder (das hatten wir ja alles schon) einen Beitragssatz fest und dieser ist einfach zur Hälfte zu zahlen.

Was bedeutet das für PKV Versicherte?

Heute bekommt ein PKV Versicherter einen Zuschuss zur Krankenversicherung. Dieser beträgt 50% des PKV Beitrages, maximal aber den Betrag, den der Arbeitgeber für einen GKV Versicherten zahlt. Also ist der AG Zuschuss gedeckt auf den GKV Höchstbeitrag (14,6%) und diesen max. auf die Jahresarbeitentgeltgrenze. Die Zahlen für 2018 finden Sie hier:

Neue Rechengrößen zur Sozialversicherung 2018 und neuer Arbeitgeberzuschuss 2018 – Sozialversicherungswerte im Überblick

Fällt nun der Zusatzbeitrag weg und die Kassen müssen wieder Gesamtbeträge nennen, so ergibt sich auch hier ein durchschnittlicher Beitragssatz in der GKV. Auch heute wird schon der durchschnittliche Zusatzbeitrag ausgewiesen. Dieser Beträgt in 2018 1%.

Bei der Rückkehr zur paritätischen Versorgung berechnet sich der AG Zuschuss dann wie folgt:

14,6% + 1% = 15,6%

Davon zahlt der Arbeitgeber 50%, also 7,8 statt bisher nur 7,3%. In Zahlen bedeutet dieses dann:

15,6% GKV Beitrragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,8%

7,8% x 4.425€ = 345,15 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2017 (bisher 323,03 €, + 22,12 €)

WÜRDE es also so kommen, stiege der AG Zuschuss um monatlich 22,12 €, so der Versicherte den Höchstbeitrag erreicht und damit der Beitrag zur Krankenversicherung max. zuschussfähig ist. Bis zu einem neuen PKV Beitrag (OHNE PFLEGE) von 690,30 € wäre somit auch zukünftig ein Zuschuss von 50% möglich.

Warten wir einmal die Sondierungen, dann mögliche Koalitionsgespräche ab.

21.
Dezember '17

Termine und Fristen zum Jahresende – freie Beratungszeiten und ein kurzes Fazit


So, nun ist es wieder soweit. Die letzten Tage vor Heiligabend und nur noch wenige Tage bis Silvester und damit dem Ende des alten Jahres. Auch in diesem Jahr ist es nicht anders, das kennt jeder aus anderen Branchen genau so. Anfragen, Tarifumstellungen oder Neuanträge sollen irgendwie noch bis zum Jahresende erledigt werden, auch wenn dieses in vielen Fällen recht unmöglich oder unwahrscheinlich erscheint. Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen um einige wichtige Daten und Abläufe hier kurz zusammenzufassen und für einige Situationen und Anliegen Hinweise zu geben.

Muss ich jetzt schnell entscheiden oder geht das in 2018 auch noch?

Generell gilt, Sie müssen gar nichts. Wer nun meint schnell eine Entscheidung für oder gegen eine Absicherung bei Berufsunfähigkeit oder einen Schutz in der privaten Kranken(zusatz)Versicherung treffen zu wollen, den muss ich leider enttäuschen. Es ist illusorisch jetzt noch anzufangen und ohne bisherige Vorarbeit oder Tarifauswahl noch einen Antrag stellen zu wollen. Jedes Jahr auf’s neue überlege ich, zwischen den Tagen einmal „frei“ zu machen, tue es dann aber aufgrund eigener Fristsachen doch nicht. Dennoch möchte ich Ihnen den guten Rat geben, falls noch nicht final entschieden und damit alle Vorarbeit geleistet, machen Sie es im nächsten Jahr, ganz in Ruhe. Entscheidungen sollten gut überlegt, durchdacht und begründet sein.

Hier einige Lesetips:

Ich habe eine Beitragserhöhung bekommen, was muss ich bis wann tun?

Wenn die Gesellschaft Ihren Tarif angepasst hat und Sie über einen Tarifwechsel innerhalb der eigenen Gesellschaft nachdenken (was immer erst eine Option ist), dann können Sie auch im Januar oder zu einem anderen Termin in 2ß18 noch problemlos wechseln. Dazu ist es nicht nötig jetzt etwas zu überstürzen. Zudem sind die Gesellschaften jetzt zwischen den Tagen so überlastet, das es sinnvoll nicht möglich ist eine Berechnung für Umstellungen zu bekommen. Daher… lassen Sie es bleiben und genießen Sie die Weihnachtstage und den Start in das neue Jahr. Danach schauen Sie sich ganz in Ruhe einmal den Kriterienfragebogen an und überlegen dann, welche Leistungen Ihnen wie wichtig sind. Mit Hilfe dieser Daten lässt sich eine entsprechende Tarifumstellung planen und überlegen, ganz ohne Zeitdruck und Stress.

Auch in dem Artikel

Wenn Sie jedoch zu einem anderen Versicherer wechseln möchten oder „müssen“, dann ist es nun schon nahezu zu spät. Eine Beratung heute neu zu beginnen und alles noch fristgerecht schaffen zu können ist nahezu unmöglich. Durch die Beitragsanpassung ist ein Sonderkündigungsrecht vorhanden, hier ist also eine Beendigung des alten Vertrages noch möglich, bis Jahresende zumindest.

Grundlage ist hier der Paragraph 205 des VVG:

(4) Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

Aber Achtung. Die Versicherung muss den Nachweis ggf. erbringen, wann Ihnen die Beitragsanpassung zugegangen ist. Schreibt diese zum Beispiel nur „im November“ auf Ihre Schreiben, so besteht ein Kündigungsrecht ggf. auch noch länger. Denn ein Zugang wäre auch am 30.11. oder gar 1.12. noch möglich und es sind von da an zwei Monate Zeit.

ABER: Eine Kündigung wird nur wirksam, wenn der neue Versicherer rechtzeitig angenommen hat und eine entsprechende Folgeversicherungsbestätigung ausgestellt hat.

(6) Abweichend von den Absätzen 1 bis 5 kann der Versicherungsnehmer eine Versicherung, die eine Pflicht aus § 193 Abs. 3 Satz 1 erfüllt, nur dann kündigen, wenn er bei einem anderen Versicherer für die versicherte Person einen neuen Vertrag abschließt, der dieser Pflicht genügt. Die Kündigung wird nur wirksam, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb von zwei Monaten nach der Kündigungserklärung nachweist, dass die versicherte Person bei einem neuen Versicherer ohne Unterbrechung versichert ist; liegt der Termin, zu dem die Kündigung ausgesprochen wurde, mehr als zwei Monate nach der Kündigungserklärung, muss der Nachweis bis zu diesem Termin erbracht werden.

Nun gibt es Fälle, wo jemand seine Anpassung bzw. das Schreiben nicht bekommen hat, es bei der Post verloren ging oder sonst eine solche Info nicht zugestellt wurde. Diese Menschen bekommen es dann erst mit, wenn im Januar ein höherer Beitrag ab gebucht wurde. Was dann zu tun ist und wie und wo sich die Fristen dann verlängern, das lesen Sie hier:

Meine Krankenkasse lässt mich nicht raus, weil die 18 Monate nicht erfüllt sind

Das ist das nächste Problem, die Bindungsfrist in der GKV. Einige gesetzliche Krankenkassen legen das Gesetz gern so aus, wie es ihnen gerade in den Kram passt. Da wird schnell einmal behauptet „Sie können nicht kündigen, weil Sie ja noch keine 18 Monate versichert sind.“ Das ist leider totaler Unsinn. Auch wenn die Kassen das gern meinen, eine Bildungsfrist gibt es beim Wechsel in die PKV nicht. Was Sie nun tun können, lesen Sie hier:

Anders sieht es bei Wahltarifen aus, diese sind nicht immer so ohne weiteres kündbar, auch nicht bei einem PKV Wechsel.

Gibt es sonst Fristen zu beachten?

Wichtig ist in dem Zusammenhang noch eins. Denken Sie in jedem Fall, auch falls Sie schon einen Antrag gestellt haben, an die Übersendung des Nachweises zur Vorversicherung an die Krankenkasse oder den letzten Versicherer. Nur dann wird eine Kündigung wirksam. In der Absicherung bei Berufsunfähigkeit gilt hier zudem ein neues Eintrittsalter im Jahr 2018, bis auf wenige Ausnahmen. Einige wenige Versicherer haben die 6-Monatsregel, was nichts anderes bedeutet, als das Sie 6 Monate vor und nach Ihrem Geburtstag das gleiche Alter haben. Wer also im August geboren ist, hat noch bis Februar zeit das Alter „2017“ zu nutzen.

Frohe und ruhige Weihnachten

Auch in diesem Jahr einen ganz großen Dank. Dank insbesondere an großartige Kunden und Interessenten, Leser des Blogs und alle Kollegen. Es ist mir eine riesige Freude in der Beratung zu erklären und auch durchaus dem oder der einen oder anderen abzusagen und den Rat zu geben, nichts zu tun oder da zu bleiben wo man ist.

Nicht alle die in eine PKV könn(t)en müssen und gehören auch dahin. Anscheinend liege ich mit meiner Beratung nicht so falsch, wie Sie unter den aktuellen Referenzen hier gern nachlesen können.

KUNDENREFERENZEN

Ihnen und Ihren lieben wünsche ich nun eine wunderbare besinnliche Zeit. Ich werde vom 27. bis voraussichtlich 29. oder 30. Dezember auch erreichbar sein, wenn Sie also Fragen haben, fragen Sie gern! Sonst lassen Sie sich aber nicht hetzen und schon gar nicht überreden. Überzeugen und hinter einer Entscheidung stehen ja, Verkaufsdruck und ein „Sie müssen aber unbedingt heute“ sind eher die falschen Ratgeber.

Ihnen alles Gute für ein tolles Jahr 2018 und wir lesen, sehen oder hören und dann.

Ihr Sven Hennig

29.
November '17

Mehr Geld vom Arbeitgeber – wie der AG die Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung steuerfrei erstatten kann


… und warum dieses eine gute Idee sein kann, lesen Sie in diesem Beitrag. Bereits im Jahr 2009 habe ich hierzu einen Beitrag veröffentlicht und es häufen sich die Anfragen vor dem Hintergrund „ist das denn noch aktuell“ und wo steht das, wie geht das, was kann/ muss ich meinem Arbeitgeber schicken und sagen. Da das Jahresende nun wieder naht und Macheiner sich nun Gedanken zu dem Einreichen der Rechnungen in der Privaten Krankenversicherung macht, hier einige Hinweise und die Beantwortung der mistgestellten Fragen. In diesem Beitrag finden Sie insbesondere Informationen und Antworten zu den folgenden Fragen:

1.) Was ist die Selbstbeteiligung?

2.) Kann der Arbeitgeber diese steuerfrei erstatten?

3.) Wo ist das gesetzlich geregelt?

4.) Was muss ich für Unterlagen besorgen?

5.) Wie wirkt sich die steuerfreie Erstattung aus?

1.) Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung

Eine Selbstbeteiligung ist ein Eigenanteil in der privaten Krankenversicherung, welcher auf einen absoluten oder prozentualen Betrag festgelegt ist. Der Gesetzgeber hat zudem den maximalen Betrag einer möglichen Selbstbeteiligung in jedweden Tarifen der PKV (nach 2012) auf einen Maximalbetrag von 5.000 € gedeckelt.

Mehr dazu im Beitrag: „Selbstbeteiligung in der Privaten Krankenversicherung

Diese Selbstbeteiligung muss der Arbeitnehmer aber allein zahlen. Der Arbeitgeber hat zwar die Verpflichtung (gem. § 257 SGB V) einen Arbeitgeberzuschuss zu zahlen und damit die Hätte des Beitrages zu erstatten. Die Höchstbeiträge für diesen Zuschuss ändern sich, welche Werte in 2018 gelten finden Sie im Beitrag zu dem

Arbeitgeberzuschuss und den Sozialversicherungswerten 2018

Wer aber nun den Arbeitgeber noch etwas mehr beteiligen möchte, der kann eine andere Möglichkeit nutzen. Die Erstattung der Selbstbeteiligung.

2.) Kann der Arbeitgeber diese steuerfrei erstatten?

Ja, kann er, wenn er denn will. Eine Verpflichtung zur Erstattung der Selbstbeteiligung gibt es nicht, aber manchmal ist es bei den Gehaltsverhandlungen durchaus ein Argument sich hier eine weitere „Leistung“ vom Arbeitgeber zu holen. ABER ACHTUNG, es geht nicht pauschal und ist an Voraussetzungen gebunden. Bei der Erstattung sind einige Voraussetzungen zu beachten.

a.) es darf nur die tatsächlich in Anspruch genommene Leistung erstattet werden, also eine SB muss verbraucht sein (nur eine im Vertrag zu haben, reicht nicht aus)

b.) Rechnungen müssen wirklich eingereicht sein, der Versicherer bestätigt dann den „Verbrauch“ der Selbstbescheinigung. Dabei kann dieses erst rückwirkend erfolgen. Sie können als so genannte Bescheinigung aber auch die Leistungsabrechnung verwenden, welche Ihnen den Abzug der SB ausweist. Zum Beispiel so:

c.) Der Versicherer muss also bestätigen, die SB wurde verbraucht und wir hätten den Betrag erstattet, wäre da nicht die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung gewesen.

d.) Der maximale, steuerfrei zu erstattende Betrag (rückwirkend) ist auf einen Höchstbetrag von 600 € pro Jahr begrenzt. Es kann also im Januar erfüllt sein, oder auch erst im Dezember. Grundlage finden Sie unten unter Punkt 3.)

3.) Wo ist das gesetzlich geregelt?

Regelungen finden sich hier im SGB V (für den AG Zuschuss) und in den so genannten Lohnsteuerrichtlinien 2015 (gelten aktuell noch) und haben hiermit so eine Bildung für die Finanzämter. Das bedeutet nicht, dass nicht ein Sachbearbeiter es dennoch erstmal ablehnen kann, dieses sollte dann ggf. mit Hilfe der steuerberatenden Berufe weiter verfolgt werden.

R 3.11 LStR 2015 – Beihilfen und Unterstützungen, die wegen Hilfsbedürftigkeit gewährt werden (§ 3 Nr. 11 EStG)

Beihilfen und Unterstützungen aus öffentlichen Mitteln

(1) Steuerfrei sind

(2) Unterstützungen, die von privaten Arbeitgebern an einzelne Arbeitnehmer gezahlt werden, sind steuerfrei, wenn die Unterstützungen dem Anlass nach gerechtfertigt sind, z. B. in Krankheits- und Unglücksfällen.

Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass die Unterstützungen

1. aus einer mit eigenen Mitteln des Arbeitgebers geschaffenen, aber von ihm unabhängigen und mit ausreichender Selbständigkeit ausgestatteten Einrichtung gewährt werden. Das gilt nicht nur für bürgerlich-rechtlich selbständige Unterstützungskassen, sondern auch für steuerlich selbständige Unterstützungskassen ohne bürgerlich-rechtliche Rechtspersönlichkeit, auf deren Verwaltung der Arbeitgeber keinen maßgebenden Einfluss hat;
2. aus Beträgen gezahlt werden, die der Arbeitgeber dem Betriebsrat oder sonstigen Vertretern der Arbeitnehmer zu dem Zweck überweist, aus diesen Beträgen Unterstützungen an die Arbeitnehmer ohne maßgebenden Einfluss des Arbeitgebers zu gewähren;
3. vom Arbeitgeber selbst erst nach Anhörung des Betriebsrats oder sonstiger Vertreter der Arbeitnehmer gewährt oder nach einheitlichen Grundsätzen bewilligt werden, denen der Betriebsrat oder sonstige Vertreter der Arbeitnehmer zugestimmt haben.

Die Voraussetzungen des Satzes 2 Nr. 1 bis 3 brauchen nicht vorzuliegen, wenn der Betrieb weniger als fünf Arbeitnehmer beschäftigt.

Die Unterstützungen sind bis zu einem Betrag von 600 Euro je Kalenderjahr steuerfrei.

Der 600 Euro übersteigende Betrag gehört nur dann nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn er aus Anlass eines besonderen Notfalls gewährt wird.

Bei der Beurteilung, ob ein solcher Notfall vorliegt, sind auch die Einkommensverhältnisse und der Familienstand des Arbeitnehmers zu berücksichtigen; drohende oder bereits eingetretene Arbeitslosigkeit begründet für sich keinen besonderen Notfall im Sinne dieser Vorschrift.

Steuerfrei sind auch Leistungen des Arbeitgebers zur Aufrechterhaltung und Erfüllung eines Beihilfeanspruchs nach beamtenrechtlichen Vorschriften sowie zum Ausgleich von Beihilfeaufwendungen früherer Arbeitgeber im Falle der Beurlaubung oder Gestellung von Arbeitnehmern oder des Übergangs des öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses auf den privaten Arbeitgeber, wenn Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Krankenversicherung nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V besteht.

4.) Was muss ich für Unterlagen besorgen?

Zunächst einmal müssen Sie nachweisen, dass diese Selbstbeteiligung auch angefallen ist, wie eben bereits geschrieben. Dazu kann die oben genannte Bescheinigung einer Leistungsauszahlung genutzt werden, wenn diese klar ausweist wie hoch der Betrag für die jährliche Selbstbeteiligung ist UND das diese auch genutzt wurde.

Alternativ kann die private Krankenversicherung auch bestätigen, dass die Selbstbeteiligung auch „verbraucht wurde“.

Dazu muss der Arbeitgeber natürlich wollen. Dann ist diese Bescheinigung bei dem Arbeitgeber oder dem zuständigen Lohnbüro einzu (mehr …)

07.
November '17

Das jährliche Rennen zum Jahresende startet in 3, 2, 1… und warum es machmal unsinnig ist


und täglich jährlich grüßt das Murmeltier. So oder so ähnlich könnte dieser Blogbeitrag auch anfangen, geht es doch jedes Jahr auf’s neue um die Frage, wie sich noch schnell das alte Eintrittsalter nutzen lässt. Dieses ist immer dann wichtig, wenn es sich um Produkte und Verträge handelt, welche mit steigendem Alter teurer werden.

Bei den Produkten zur

ist dieses immer so. Hier richtet sich der Beitrag unter anderem danach, wie alt der oder die Versicherte bei Beginn des Vertrages ist. Dabei spielt aber nicht unbedingt das tatsächliche Alter, also das was wir uns vorstellen, eine Rolle. Entscheidender ist das versicherungstechnische Alter.

Es geht also nicht darum, wie alt Sie wirklich sind oder gar wie alt Sie sich fühlen, es geht um ein bestimmtes Eintrittsalter bei der jeweiligen Versicherung. Bis auf wenige Ausnahmen verwenden die meisten Unternehmen dabei die Kalenderjahres-Regel.

Kalenderjahres-Regel – so alt sind Sie für die Versicherung

Dabei ist es recht einfach zu verstehen und auch schnell nachvollziehbar. Entscheidend ist hier, nicht das Geburtsdatum bzw. der wirkliche Geburtstag entscheidet über das Alter, sondern einfach das entsprechende Jahr. Damit es einfacher Verständlich wird, hier eine kleine Erklärung.

Unser Beispielkunde Maximilian ist am 12. Juni 1987 geboren und überlegt nun, wie alt er wirklich und wie alt er für die Versicherung ist. Das „wirkliche“ Alter bekommt er noch schnell hin. Am 12. Juni 2017 hatte er seinen 30. Geburtstag, das weiss er ganz genau, hat er doch mit Freuden und Familie eine große Sause gemacht. Daher dachte er bisher auch, er wäre für die Versicherung nun auch bis zum nächsten Geburtstag 30 Jahre alt. Doch leider hat er hier „falsch gedacht“. Die Versicherung rechnet da etwas anders und überlegt nicht, wann der GeburtsTAG ist, sondern fragt eigentlich nur nach dem GeburtsJAHR.

Geboren ist Max im Jahre 1987, also ist er im Jahr 2017 genau 30 Jahre alt. Dabei spielt es keine Rolle, ob seine Versicherung am 01. 01., 01.07., 01.12. oder (theoretisch) am 31.12. beginnt. Wichtig ist hier nur ein Beginn im Jahre 2017.

Lesetipp: formeller, materieller und technischer Beginn – die Begriffe

Ab dem 01. Januar 2018 ist aber dann auch nicht mehr das Altert 30 relevant, dann ist Maximilian 31, egal ob er schon Geburtstag hatte oder noch haben wird. Auch hier spielt es daher keine Rolle an welchem tag er wirklich feiern kann und Geburtstag hat. Entscheidend ist auch hier wieder das Kalenderjahr, und das ausschließlich

Doch zurück zu unserem Fall und der Frage, ob ein frühes Eintrittsalter sinnvoll ist und ob es lohnenswert ist, schnell zu handeln. Dazu gilt auch hier wieder:

schnell handeln JA, unüberlegt handeln NEIN.

Nachdem wir nun geklärt haben wie alt Max wirklich ist, stellt er sich natürlich die Frage, ob ein schneller Antrag in 2017 noch ausreicht um sich die Konditionen zu sichern, oder ob er sich einfach im kommenden Jahr damit beschäftigt.

Der Versicherungsbeginn entscheidet, nicht das Antragsdatum

Entscheidend ist aber immer der Versicherungsbeginn, nicht das Antragsdatum. Es nützt also rein gar nichts, am 31. 12. noch schnell einen Antrag zu stellen und den Beginn dann mit „1. März“ auszuwählen. Der Vertrag muss wirklich begonnen haben und entscheidet dann auch darüber, welches Alter gilt. Unterschiedliche Regelungen und Möglichkeiten sich ein Alter zu „sichern“.

Daher ist es nicht nur wichtig ggf. eine Entscheidung zu treffen, sondern auch den Antragsbeginn in 2017 zu wählen. Während das in der Absicherung bei der Berufsunfähigkeit eher unkompliziert ist, lassen sich hier doch die Anträge per 1.12. noch problemlos stellen (selbst im Dezember noch), kann es in der privaten Krankenversicherung ein Problem werden.

Wer aus der gesetzlichen Krankenkasse wechseln möchte, der benötigt einen Beginn in 2017. Das ist aber, aufgrund der Kündigungsfrist zum Ende des übernächsten Monats ein Problem. Wer also die GKV im November kündigt, dessen Schutz endet erst zum 31. Januar 2018. Ein Wechsel in eine private Versicherung ist damit erst dann möglich. Eine Lösung kann bei einigen Unternehmen eine Anwartschaft sein. Genauere Abläufe und Hintergründe finden Sie im Beitrag:

Noch schnell ein Jahr jünger in die PKV

Zu beachten ist hier, eine solche Anwartschaft wird nicht von allen Unternehmen für zwei Jahre angeboten, bei einigen ist diese nur für den Monat Dezember abschließbar. Dennoch loht sich (auch bei extra Beitrag) eine solche Lösung in den meisten Fällen, denn hier ist die Ersparnis auf Dauer größer.

In Ruhe überlegen, nichts überstützen

Eines gilt aber immer. Es ist nicht ratsam eine Entscheidung unter Zeitdruck zu treffen, auch nicht wenn diese vielleicht dann zu dauerhaft günstigen Beiträgen führt. Es geht bei solchen Verträgen, die sich langfristig anpassen (müssen) immer um eine solide und begründete Auswahl des passenden Tarifes oder/ und der passenden Gesellschaft. Nur bei einer sorgfältigen Auswahl ist ein sinnvoller Schutz möglich.

Bevor Sie also schnell oder besser vorschnell eine Entscheidung treffen, beschäftigen Sie sich bitte in Ruhe mit den Auswahlkriterien und lesen einmal etwas mehr in den Leitfäden.

Erst nachdem genug „Grundlagenwissen“ vorhanden ist, lassen sich auch begründete und fundierte Entscheidungen treffen. Sind Sie nicht sicher, so lassen Sie es bitte sein.

25.
Oktober '17

Deutschlands bestes Versicherungsblog für Endkunden – Vielen Dank


Sieger! Vielen, vielen Dank dafür. Doch immer ganz langsam und der Reihe nach.

Bei der letzten Auswertung und Prämierung wurde mein, dieses Blog hier, auf den dritten Platz gewählt. In meinem Artikel

„Unter den Top 3 der deutschen Versicherungsblogs“

habe ich damals bereits über Details und Hintergründe der Auszeichnung geschrieben. Neben dem dritten Platz in der Gesamtwertung, konnte ich auch dort Sieger bei der „fachlichen Qualität“ werden und habe mich sehr darüber gefreut. Dieses Mal ging es an eine erneute Bewertung. Dazu wurden statt der bisherigen zwei, nun drei Kategorieren untersucht. Neben den Corporate Blogs, welche von Versicherungsunternehmen betrieben werden, geht es auch hier wieder um die Bewertung von Fachblogs. Getrennt aber nach den Non-Corporate Blogs (wie meiner), welche sich an die Endkunden richten und die Blogs für Mitarbeiter oder Makler in der Versicherungsbranche.

In die Kategorie „Non-Corporate Blogs“ fallen laut Analyse der

Blogs, die von Privatpersonen, Versicherungsmaklern oder Beratungsfirmen betrieben werden und nicht ausschließlich einer Versicherung zuzuordnen sind; Zielgruppe: Endkunden

Durchgeführt wurde die Analyse wiederum von Wissenschaftlern der TU Dresden im Auftrag des IT-Unternehmens 3m5. In der Analyse werden unterschiedliche Kriterien bewertet, um so einen differenzierten Überblick über die Landschaft der Versicherungsblogs zu bekommen und eine fachliche Bewertung vornehmen zu können.

Die Kommunikationswissenschaftler untersuchten die Blogs auf Merkmale wie fachliche Qualität, Sichtbarkeit, Interaktion und Nutzerfreundlichkeit. Zudem holten sie die Bewertung einer Fachjury ein, die mit Fachjournalisten, Verbrauchern, Versicherungs- und Blogexperten besetzt war. „Der Blog ist in vielen Fällen die inhaltliche Grundlage für andere Kanäle, die Versicherungen für den digitalen Vertrieb nutzen“, sagte Michael Eckstein, Geschäftsführer von 3m5.

Auch im zehnten Jahr des Bestehens meiner Seite online-pkv.de und des Blogs auf eben dieser Seite stehen für mich weiterhin die identischen Kriterien im Vordergrund. Mit dem Blog möchte ich nicht nur informieren und mehr Hintergründe zu den Themen der Privaten Krankenversicherung, Absicherung biometrischer Risiken und der aktuellen Rechtsprechung geben. Vielmehr ist es eines meiner Hauptziele, auch oder gerade auf Missstände und Probleme in Beratungen, Abwicklungen oder bei der Leistung aus den Versicherungsverträgen hinzuweisen. Ein Problem „jemandem damit auf die Füße zu treten“ habe ich nicht, da ich immer nur das blogge, was ich sicher belegen kann.

Ein wenig stolz bin ich durchaus darauf, dass auch bei kritischen Berichten über Versicherungsunternehmen, Konzerne, Vertriebe und Mitbewerber kein einziger in all den Jahren eine juristisch angreifbare Aussage gefunden hat und gegen diese vorgehen konnte. Genaue Recherche und belegbare Aussagen sind Grundlage eines jeden fachlich fundierten Blogs.

Es ist mir eine persönliche Herzensangelegenheit, mit dem Blog fachliche Themen so aufzuarbeiten, damit diese auch von Laien und Endkunden schnell verstanden und erfasst werden können. So gelangen wichtige Informationen und Hintergründe nicht nur in verklausulierter Form, sondern klar, einfach und auf den Punkt an den Leser.

Platz 1 (82,62 Punkte (Anmerkung: 70,21 im Vorjahr)): Online-PKV-BU-Blog von Sven Hennig (http://www.online-pkv.de/pkv-bu-blog/)

Den größten Vorsprung vor den anderen Top-5-Blogs in der Kategorie Non-Corporate sichert sich der Blog von Sven Hennig durch seine überdurchschnittliche Sichtbarkeit und Vernetzung. Darüber hinaus schneidet er bei der fachlichen Qualität seiner Beiträge im Vergleich am besten ab. Beides kann die schwächeren Einschätzungen in den Bereichen Design, Navigation und Anwenderfreundlichkeit ausgleichen und ihm den ersten Platz (2016: Platz 3) im Jahr 2017 sichern. Von den Versicherungsexperten besonders gelobt werden die „gut geschriebenen Artikel“, die „sich auf das Wesentliche konzentrieren“.

Es freut mich zudem sehr, dass die „gut geschrieben Artikel“ genau so angekommen sind. Gerade in den Bereichen der Versicherung und den Bedingungen ist es unmöglich, kurze und werbewirksame Artikel zu verwenden. Daher finden sich im Blog auf sehr lange, umfangreiche Artikel, denn nur so ist es möglich detailliert aufzuklären und weitere Handlungsempfehlungen zu geben.

Ein Ausblick

Ein Blog muss leben, sich entwicklen und anpassen. Die schwächeren Einschätzungen in den Bereichen Design, Navigation und Anwenderfreundlichkeit sind derzeit bereits in der Überarbeitung, wie im letzten Artikel bereits angekündigt. Dabei geht es vorwiegend um ein Re-Design der gesamten Seite, so werden sich in naher Zukunft auch die Suchoptionen, das Design und die Nutzerfreundlichkeit nochmals entscheidend verbessern. Auch eine Anpassung der mobilen Inhalte, optimiert auf Smartphone und Tablett ist seit längerem in der Planung, macht aber eben nur mit dem kompletten Redesign einen Sinn. Daher gedulden Sie sich noch einige Wochen, wir befinden uns derzeit bereits in der Testphase des neuen Designs und ich hoffe es noch in diesem Jahr final vorstellen zu können.

Wichtiger aber ist mir nach wie vor die fachliche Qualität und die Ausführlichkeit in den Artikeln. Daher haben die Auswahl der Themen, das Aufgreifen von Fragen und Wünschen der Leser und aktuelle Ereignisse und Rechtsprechung weiterhin die Priorität Nummer eins.

Was fehlt Ihnen, was würden Sie ändern?

Auch hier möchte ich die Gelegenheit nutzen und einmal gezielt nachfragen. Gibt es Themen, Schwerpunkte oder andere Kritikpunkte, welche Sie gern geändert haben wollen? Lesen Sie regelmäßig oder sporadisch, nutzen Sie RSS Feeds oder besuchen Sie die Seite einfach regelmäßig und schauen selbst, was „da ist“?

  • – Gibt es Wünsche hinsichtlich Suchfunktion und Design? und natürlich auch die andere Seite, also
  • – Was gefällig Ihnen besondern? Warum lesen Sie hier und wie häufig tun Sie das?
  • – Benötigen Sie mehr Funktionen um Artikel zu teilen? Weiterzuleiten, auszudrucken?

Schreiben Sie mir dazu gern eine E-Mail (HIER KLICKEN) oder antworten einfach mit einem Kommentar hier auf den Artikel.

Zum Schluss bleibt mir auch diesmal einfach nur,

VIELEN DANK

zu sagen. Vielen  Dank für über zehn Jahre und Millionen von treuen und wiederkehrenden Lesern. DANKE für Ihre Zeit, Danke für’s Lesen, Weiterempfehlen und Danke auch an alle, die immer wieder spannende Themen liefern.