Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

11.
September '17

Neue Rechengrößen zur Sozialversicherung 2018 und neuer Arbeitgeberzuschuss 2018 – Sozialversicherungswerte im Überblick


Und jährlich grüßt das… Wie in den letzten Jahren auch, sind uns ab Anfang September die ersten Zahlen für die Sozialversicherungswerte für das nächste Jahr, also die Sozialversicherungsgrößen für das Jahr 2018 bekannt. Wie immer auch dieses Jahr der Hinweis, die Werte sind auf dem Papier noch vorläufige Zahlen, jedoch haben diese sich auch in den letzten Jahren gegenüber den finalen zahlen nicht verändert.

Für Arbeitnehmer und GKV Versicherte folgen daraus höhere Beiträge, für PKV Versicherte aber auch ein höherer Arbeitgeberzuschuss. Haufe veröffentlichte wie immer die neuen, noch vorläufigen Grenzen für die Sozialversicherung 2018. Später im Jahr, meist Ende November, folgt dann die finale Bestätigung durch die Bundesregierung. Daher finden Sie hier die neuen Zahlen, gültig ab 2018 und ebenfalls die neue Berechnung des Arbeitgeberzuschusses, des maximalen Beitrages zur Kranken- und Pflegeversicherung und mehr.

Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung 2018

Die bisherige Grenze betrug in 2017 monatlich 4.350 € oder richtigerweise jährlich 52.200 €. Ab dem 01. 01. 2018 sind in der Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge bis zur neuen Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 4.425 €/ jährlich 53.100 € zu zahlen.

Beitragsbemessungsgrenze KV 2018:

53.100 € (2017: 52.200€), monatlich 4.425 €

Damit verändern sich zwangsläufig weitere Werte. Der Arbeitgeberzuschuss 2017 errechnet sich demnach wie folgt:

Für das Jahr 2018 ergibt sich somit folgende Berechnung:

14,6% GKV Beitrragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

+ ggf. einkommensabhängiger Zusatzbeitrag in der GKV (Infos hier)

7,3% x 4.425€ = 323,03 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2017 (bisher 317,55 €, + 5,48 €)

Damit bekommen Arbeitnehmer die in der privaten Krankenversicherung versichert sind, zukünftig monatlich 5,48 € mehr Zuschuss zu Ihrer Krankenversicherung, maximal jedoch 50% des Beitrages.

Der Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung berechnet sich wie folgt:

2,55% Pflegevers. Beitragssatz, davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 1,275% (außer in Sachsen)

1,275% x 4.425 € = 56,42 € = AG Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung 2017 (bisher 55,46 €, +0,96 €)

Auch für die private Pflegepflichtversicherung erhöht sich der Beitragszuschuss um 0,96 €.

Durch die veränderten Werte steigt zudem auch der Höchstbeitrag welcher für die gesetzliche Krankenkasse zu zahlen ist. Der bisherige Beitrag für Kranken- und Pflegeversicherung in der GKV 2017 lag bei maximal 756,90 € + Zusatzbeitrag der Krankenkasse und verändert sich nun wie folgt:

Krankenversicherung: 4.425 € * 14,6% = 646,05 € (bisher 635,10 €, + 10,95 € + Zusatzbeitrag für AN allein)

Pflegepflichtversicherung: 4.425 €* (2,55% + 0,25% (Kinderlose)) =  123,90 € (bisher 121,80 €, +2,10 €)

GESAMT sind in der Krankenversicherung dann 769,95 € (bisher 756,90 €, +13,05 €) pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten, + Zusatzbeitrag den die Kasse prozentual (vom eigenen Einkommen) erhebt.

Davon zahlt der (kinderlose) Arbeitnehmer allein:

KV: 4.425 € * (7,3%) = 323,03 € (bisher 317,55 €, +5,48 €)

Pflege: 4.425 € * (1,275% + 0,25%)= 67,48 € (bisher 66,34 €, +1,14 €)

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2018: 390,51 €

(bisher 383,89 € + 6,62 €) zuzüglich des Zusatzbeitrag der GKV, einkommensabhängig wenn erhoben, Eine Übersicht der Zusatzbeiträge finden Sie hier)

Arbeitnehmer mit einem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze haben ab dem 1.1.2018 somit eine monatliche Mehrbelastung von mindestens 6,62 € zu zahlen, zuzüglich dem Zusatzbeitrag welchen die gesetzliche Kasse einkommensabhängig erheben kann.

Natürlich verändert sich auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) und steigt um 1.800 € und damit von bisher 57.600 € (in 2017) auf 59.400 € in 2018.

allgemeine Versicherungspflichtgrenze 2018: 59.400 € p.a. oder 4.950 € mtl. (brutto)

besondere Versicherungspflichtgrenze 2018: 53.100 € p.a. oder 4.425 €

Beitragsbemessungsgrenze KV 2018 ebenfalls bei 53.100 € p.a. oder 4.425 €

Liegt Ihr Jahreseinkommen zwischen 57.600 € p.a. und 59.400 €, so werden Sie dadurch voraussichtlich ab dem 1. Januar 2018 versicherungspflichtig in der GKV und müssen sich auf Antrag befreien lassen. Diese Befreiung gilt nur für den einen Grund (steigende Beitragsbemessungsgrenze) unwiderruflich, mehr Informationen in meinem Beitrag „Wie kann ich in der PKV bleiben

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung beträgt in 2018

West: 78.000 € oder 6.500 € monatlich (in 2017 76.200 € €, ein Plus von 1.800 €)

Ost: 69.600 € oder 5.800€ monatlich (in 2017 68.400 €, ein Plus von 1.200 €)

Vollständige Werte finden sich in meiner neuen Übersicht. Diese steht zur freien Verwendung (unverändert) jedermann zur Verfügung. Download als pdf und als Grafik 

10.
August '17

Antragstellung in PKV oder BU – bis wann muss ich was nachmelden


Viele der regelmäßigen Leser wissen und kennen es schon, ab und an nutze ich Fragen aus dem LiveChat, gerade wenn diese häufiger auftreten, um daraus einen Beitrag zu machen und einige Punkte etwas genauer und umfangreicher zu erklären. Eines der häufig nachgefragten Themen betrifft die vorvertragliche Anzeigepflicht, dazu habe ich auch in den vergangenen Wochen, Monaten, Jahren einiges veröffentlicht. Heute geht es aber um die Frage wann, oder besser bis wann, welche Angaben nachgemeldet werden müssen um der Anzeigepflicht gerecht zu werden.

Nehmen wir als Aufhänger eine- sich wiederholende- Frage aus dem gestrigen Chat.

Ok, falls Sie jetzt schmunzeln, tat ich auch, eher wegen der Frage wie eine Schwangerschaft unbemerkt eintreten kann und das auch noch während eines Antrages auf PKV, ja, ja, die Onlineberatung macht es möglich. 🙂 Doch nun Spaß beiseite und zu der doch wichtigen und ernsten Frage der Anzeigepflicht, den nötigen Nachmeldungen und wann bzw. bis wann etwas anzugeben ist.

formeller, materieller und technischer Beginn – die Begriffe

Bevor wir zu der eigentlichen Frage kommen, etwas Grundlagenwissen, das brauchen wir schon allein für das bessere Verständnis. Wir unterscheiden also zwischen drei unterschiedlichen Beginnen in der Versicherungswirtschaft.

FORMELLER BEGINN

Dieser „förmliche“ Versicherungsbeginn bezeichnet den Zeitpunkt des rechtlich bindenden Vertragsabschlusses. Die Vertragsannahme erfolgt durch den Versicherer, indem er die Police an den Versicherungsnehmer zustellt. Dieser formelle Beginn bestimmt in der Regel die Fälligkeit der Versicherungsprämie, sie kann jedoch auch auf einen Termin vor oder nach dem formellen Beginn gelegt werden. Auch die Übernahme des Versicherungsschutzes, auch der kann mit entsprechender Vereinbarung vor, zum oder auch nach dem formellen Beginn sein.

MATERIELLER BEGINN

Dieser „materielle Beginn“ ist der Beginn der Haftung, also der Zeitpunkt an dem der Versicherer tatsächlich und wirklich den Versicherungsschutz übernimmt. Passiert also ab diesem Zeitpunkt etwas, so ist der Versicherer ab dort haftbar und muss für eventuell versicherte Schäden gerade stehen. Ist nichts abweichendes oder besonderes vereinbart, legt das VVG, also das Versicherungsvertragsgesetz, den materiellen Beginn auf den Zeitpunkt des formellen Beginns fest.

TECHNISCHER BEGINN

Der letzter der drei „Beginne“ ist der technische Beginn. Der Termin, den Sie im Antrag unter dem gewünschten Versicherungsbeginn eintragen. In der Krankenversicherung, wo meist noch eine gesetzliche Krankenkasse gekündigt werden muss, liegt der oft in der Zukunft, also zum Beispiel am 01. Januar des Folgejahres. Der technische Beginn kann vor dem formellen (der Annahme des Vertrages) und dem materiellen (dem Beginn des Schutzes) Beginn liegen. Ist dem so, so sind die Beiträge ab dem technischen Beginn zu zahlen. Zu diesem Zeitpunkt ist dann der Antrag unter Umständen noch nicht angenommen und der Versicherer haftet noch nicht für eingetretene Schäden. Ein Vorverlegen des technischen Beginns kann in einigen Sparten sinnvoll sein, um Vorteile zu haben. Dieses kann ein verbessertes Eintrittsalter in der Personenversicherung, oder eine bessere Einstufung in der Kfz Versicherung sein, wodurch sich die Beiträge während der Laufzeit reduzieren.

Der Beginn in der privaten Krankenversicherung (MB/KK)

In den Musterbedingungen der privaten Krankenversicherung, den MB/KK 2009 gibt es dazu weitere Regelungen, wann und wie der Versicherungsschutz beginnt. Diese regeln in §2 folgendes:

§ 2 Beginn des Versicherungsschutzes
(1) Der Versicherungsschutz beginnt mit dem im Versicherungsschein bezeichneten Zeitpunkt (Versicherungsbeginn), jedoch nicht vor Abschluss des Versicherungsvertrages (insbesondere Zugang des Versicherungsscheines oder einer schriftlichen Annahmeerklärung) und nicht vor Ablauf von Wartezeiten. Für Versicherungsfälle, die vor Beginn des Versicherungsschutzes eingetreten sind, wird nicht geleistet. Nach Abschluss des Versicherungsvertrages eingetretene Versicherungsfälle sind nur für den Teil von der Leistungspflicht ausgeschlossen, der in die Zeit vor Versicherungsbeginn oder in Wartezeiten fällt. Bei Vertragsänderungen gelten die Sätze 1 bis 3 für den hinzukommenden Teil des Versicherungsschutzes.
(2) Bei Neugeborenen beginnt der Versicherungsschutz ohne Risikozuschläge und ohne Wartezeiten ab Vollendung der Geburt, wenn am Tage der Geburt ein Elternteil mindestens drei Monate beim Versicherer versichert ist und die Anmeldung zur Versicherung spätestens zwei Monate nach dem Tage der Geburt rückwirkend erfolgt. Der Versicherungsschutz darf nicht höher oder umfassender als der eines versicherten Elternteils sein.

Soweit so einfach, oder? Doch kommen wir dann auf den oben genannten Fall zurück und schauen und die Frage nach der Schwangerschaft (was natürlich so auch für andere Erkrankungen gilt) einmal genauer an. Damit es einfacher wird, nehmen wir einen korrekten Fall an, unterstellen also feste Zeiträume und Termine.

1.) Antragstellung auf private Krankenversicherung erfolgt am 01. 05. 2017, Beginn soll der 1.8. sein

2.) Der Antrag wird dem Versicherer übersandt und geht noch am 02. 05. 2017 dort ein

3.) Am 10. 05. 2017 übersendet der Versicherer die „Annahmeerklärung“ mit der Bestätigung zum 01. 08. 2017, die eigentliche Police wird am 15. 07. 2017 verschickt, kommt bei dem Kunden am 17. 07. 2017 an.

4.) Der Beitragseinzug der Erstprämie erfolgt am 01. 08. 2017 und findet ohne Probleme statt (Sonderfälle wie nicht gedecktes Konto oder falsche Abbuchung lassen wir hier einmal außen vor)

Soweit sieht das alles noch recht unkompliziert aus. Die Schwangerschaft war zum Zeitpunkt der Antragstellung weder bekannt noch konnte angenommen werden. In unserem oben genannten Fall stellen sich zwei Fragen:

A.) Was passiert, wenn die Schwangerschaft durch einen Arzttermin am 05. 05. festgestellt wird, also vor Erhalt der Annahme

B.) Was passiert, wenn die Schwangerschaft durch einen Arzttermin am 20. 05. 2017 festgestellt wird.

Dazu schauen wir uns zunächst nochmal die weitere, gesetzliche Grundlage im Versicherungsvertragsgesetz an.

Gesetz über den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz – VVG)
§ 19 Anzeigepflicht
(1) Der Versicherungsnehmer hat bis zur Abgabe seiner Vertragserklärung die ihm bekannten Gefahrumstände, die für den Entschluss des Versicherers, den Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schließen, erheblich sind und nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat, dem Versicherer anzuzeigen. Stellt der Versicherer nach der Vertragserklärung des Versicherungsnehmers, aber vor Vertragsannahme Fragen im Sinn des Satzes 1, ist der Versicherungsnehmer auch insoweit zur Anzeige verpflichtet.
(2) Verletzt der Versicherungsnehmer seine Anzeigepflicht nach Absatz 1, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten.

In unserem Fall war die Abgabe der Vertragserklärung, die Antragstellung am 01. 05. 2017. Die Annahme erfolgte am 10. 05. 2017. Was passiert nun mit der Schwangerschaft, muss ich diese dem Versicherer noch anzeigen? Dazu unserer zwei Beispiele.

Im Fall A wurde die Schwangerschaft nicht angegeben, das war ja zu diesem Zeitpunkt nicht einmal bekannt. Klar, theoretisch könnte man jetzt kommen und sagen „die Dame hätte vielleicht ahnen können…“, nein, sie wusste es aber zu diesem Zeitpunkt nicht, es gab weder einen Test noch einen Arztbesuch dazu. Daher konnte eine Angabe zur Schwangerschaft nicht gemacht werden.

Nachfragen erfolgten vom Versicherer nicht. HÄTTE dieser aber am 06. 05. 2017 noch einen Fragebogen zu einer anderen, angegebenen Erkrankung geschickt und dort wäre eine Frage a la „hat sich der Gesundheitszustand (mehr …)

14.
Juli '17

Risikovoranfrage als anonyme Anfrage oder via digitalen Helfern und warum die Erde immer noch rund ist


Klar ist die Erde rund, weiß doch jedes Kind, werden Sie jetzt vielleicht denken. Der Titel ist aber bewusst so gewählt, da dieses eine Antwort auf den Blogbeitrag von Katrin Bornberg ist, der Geschäftsführenden Gesellschafterin von VersDiagnose.

Eine Risikovoranfrage ist unverzichtbar – und die Erde ist eine Scheibe

Doch bevor ich auf einige Punkte antworte, vielleicht etwas allgemeiner und auch insbesondere für den Kunden/ Interessenten und Laien verständlicher erklärt, worum es überhaupt geht.

Risikovoranfrage – was ist das überhaupt?

Bereits in einigen anderen Blogbeiträgen habe ich darüber geschrieben, wie wichtig eine sorgfältige Aufarbeitung der Unterlagen ist, wie wichtig das Besorgen der Arztunterlagen ist und ein gewissenhaftes Ausfüllen von Unterlagen und Gesundheitsfragen.

Warum es ohne eine anonyme Anfrage und einen qualifizierten Berater nicht geht

Nach der Einschätzung durch die Gesellschaft ist dann klar, ob und wie diese das Risiko bewerten. Dabei haben wir zwei unterschiedliche Punkte die zu bewerten sind:

  • –  die Versicherbarkeit aufgrund von gesundheitlichen Vorerkrankungen und
  • –  die Versicherbarkeit aufgrund besonderer Risiken wie Sportarten, besonderer Freizeitbeschäftigungen, berufsbedingten Gefahren und vieles mehr

Mit einer Risikovoranfrage lassen sich beide Bereiche abdecken, meist erfordert dieses aber etwas Aufwand. Dazu müssen natürlich die Gesundheitsfragen ausgefüllt werden, der Gesellschaft müssen nötige Informationen mitgeteilt werden, um überhaupt eine vernünftige Einschätzung abgeben zu können.

Risikovoranfrage – die zwei Wege

Beginnen wir zunächst mit dem klassischen Weg, ganz ohne digitale Helfer und auf dem Weg, der sich bei vielen Kollegen in den letzten Jahren etabliert hat.

anonyme Anfrage durch den Berater- direkt bei der Gesellschaft

Dazu werden die entsprechenden Daten aufbereitet und dem Versicherer zur Verfügung gestellt. Nun ist es ja in vielen Fällen nicht so, dass ich gleichzeitig acht, neun, zehn Versicherer brauche um das Risiko anzufragen. Warum? Weil es nach einer ausgewogenen Beratung eben nicht unbedingt zehn Anbieter gibt, welche den Bedarf des Kunden decken können. Gerade bei Kollegen mit homogenen Kundengruppen und oftmals identischen Anforderungen (oft Angestellte, Mitte dreißig, Studienabschluss, Bürotätigkeiten) reduziert sich der Bedarf zum Beispiel in der Berufsunfähigkeit auf eine überschaubare Anzahl an Unternehmen und Tarifen. Nicht weil es nicht mehr Anbieter gibt, sondern weil bei einem Leistungsanspruch „Top Tarife“ eben nicht mehr zwanzig, sondern deutlich weniger übrig bleiben.

Gießkannenprinzip nur bedingt sinnvoll

Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass eine allumfängliche Beratung auch die Anfrage bei allen Versicherern enthalten soll, denn nur so ist klar wer den Kunden wie nimmt und versichern kann. Doch was nützt am Ende eine Annahme(-möglichkeit) bei einem Unternehmen, wo der Tarif oder das Produkt nicht passen? Dieses Prinzip, mit der Gießkanne mal die Gesundheitsdaten des Kunden mal auszukippen und zu sehen „wer nimmt mich denn überhaupt“ kann nicht das Ziel sein.

Natürlich ist vielleicht ein etwas leistungsschwächerer Tarif in der Berufsunfähigkeit besser als gar kein Schutz, natürlich kann es sinnvoll sein bei bestimmten Vorerkrankungen einmal zu prüfen ob nicht „irgendwas geht“, das ist aber nicht die Regel. Bei vielen Vorerkrankungen werden Unternehmen eine Klausel anbieten, einen Zuschlag oder eine entsprechende Ergänzung fordern.

Diese Einzelanfrage hat Vor- und Nachteile, wie alles andere im Leben auch.

  • Vorteile der anonymen Anfrage durch den Berater
  • –  direkter Kontakt zum Risikoprüfer der Gesellschaft
  • –  Rückmeldung zu Möglichkeiten der Klausegestaltung, Nachfrage nach weiteren Unterlagen
  • –  „Verhandlungsmöglichkeit“
  • –  spezielle Risikofragen der Gesellschaft, nicht zu viele Angaben, nicht zu wenig
  • Nachteile dieses Weges
  • –  mehr Arbeit
  • –  Risiko des „richtig Ausfüllens“
  • –  Fragen müssen für jede Gesellschaft neu ausgefüllt werden

Nutzung von Risikoprüfungstools und digitalen Helfern

Eine zweite Variante, um die ging es im Artikel von Frau Bornberg, sind die Tools zur Risikoprüfung. VersDiagnose ist eines davon. Hier wird mittels digitalem Helfer und einer Plattform dem Makler, Berater, Vertreter eine Möglichkeit geboten, kostenfrei und unverbindlich bei verschiedenen teilnehmenden Versicherern anzufragen und ein Risiko zur Berufsunfähigkeit (oder zu Alternativprodukten) anzufragen. Welche Versicherer teilnehmen, Stand 07/2017 sind es 15, ist auf der Homepage transparent dargestellt, jeder weiß also auf was er sich einlässt. (OK, Metallrente ist eher ein Konsortium, Klinkende auch, daher sind es eigentlich 13, darum geht es aber auch gar nicht.Im Ablauf funktioniert das dann so: Der Makler/ Berater gibt die Gesundheitsdaten in das System ein, dort werden ggf. mit weiteren DropDown Feldern weitere Erklärungen und Ergänzungen angefordert. Diese sind abhängig von der genauen Diagnose oder dem eigegebenen Hobby. Ich habe das speziell heute Morgen einmal getestet und einen LiveFall genommen, dazu gleich mehr. Doch zunächst auch hier die Vor- und Nachteile:

  • Vorteile der Anfrage über das Vers.diagnose Tool
  • –  Gesundheitsfragen müssen nur einmal ausgefüllt werden, 13 Versicherer lassen sich anfragen
  • –  sofortige Rückmeldung bei „einfachen“ Fällen und verbindliche Annahmeentscheidung
  • –  Anfrage von besonderen Hobbys einfacher
  • –  Zeitersparnis für den Berater
  • Nachteile dieses Weges
  • –  kein individuelles Besprechen der Anfrage, was bei „guten Kontakten“ sonst möglich ist.
  • –  Risiko des „richtig Ausfüllens“ beim Berater
  • –  Fragen nicht individuell zu jeder Gesellschaft, sondern für alle

Zu dem Nachteil 1. Ich meine mit „guten Kontakten“ keineswegs eine Entscheidung die so nicht geht oder ein besonderes Entgegenkommen. Aber es ist in der Praxis schon so, das werden alle Berater und Kollegen bestätigen können die hier in den Bereichen tätig sind, manchmal hilft das persönliche Gespräch oder die direkte Mail. Nicht selten kommen dann Aussagen wie „Besorgen Sie mal dieses/ jenes Attest“ oder „Mit Röntgenbefund schaue ich das nochmal an“ oder auch „wenn der Kunde nochmal zum Arzt will und bestätigen lässt…“.

Diese Möglichkeit fehlt zumindest bei den automatisierten Tools. Dennoch kann für das „Massengeschäft“ dieser Weg der richtigere sein, der schnellere und passendere. Leider sieht die Praxis dennoch anders aus.

Unser Beispiel und das Klauselproblem

Um einen direkten Vergleich zu haben, habe ich heute zwei Fälle kombiniert. Einmal einen Kunden mit Verspannungen und dazu von einem zweiten Kunden das gefährliche Hobby. Dazu waren vom Kunden (in dem vorher abgeschlossenen Schutz zur PKV) Verspannungen angegeben. Der Krankenversicherer hatte hier weitere Nachfragen gestellt, dazu einen Fragebogen „Rücken“ geschickt. Hier in der Vers.Diagnose sieht das dann so aus:

Also gab ich die hier geforderten und mir bereits bekannten Angaben ein. 2-3 Jahre her, einmal aufgetreten, sonst nicht weiter behandlungsbedürftig und es handelte sich um Nackenbeschwerden. (Laut Auskunft des Kunden im PKV Antrag waren diese einmalig nach einer „Computerspielsession“ aufgetreten). Nachdem diese Angaben gemacht waren, habe ich in meinem Beispiel noch das besondere Hobby, welches ich bei einem anderen Kunden heute gerade hatte, integriert um ein weiteres Beispiel zu haben. Fallschirmspringen. Alle Daten wurden dann in den Fragen angeben und (siehe oben) beantwortet.

Nachdem ich damit „durch war“, habe ich mir die Übersicht mit den Ergebnissen einmal genauer angeschaut. Das Hobby Fallschirmspringen macht das Risiko bei vielen Versicherern unmöglich oder kann nicht eingeschätzt werden und ja, es ist ein Spezialfall. Daher habe ich das Ganze dann nochmals gestartet, dieses Mal nur mit den Nackenbeschwerden und ohne ein besonderes Hobby. Folgendes Ergebnis wurde aufgrund der Angaben (siehe oben) präsentiert:Interessant ist hier zum Beispiel die Einschätzung eines Versicherers aufgrund der einmaligen Nackenbeschwerden. Diese Klausel wurde sodann angeboten.

Solche Klausel würde ich als Kunde nie unterschreiben, nicht bei der einmaligen Geschichte mit den Nackenbeschwerden. Ich kannte ja bereits die Entscheidung aus meiner anonymen Anfrage bei dem Versicherer, diese hatte damals noch explizit nachgefragt wie oft genau aufgetreten und ob es wirklich nur das eine Mal war und dann als „Normalannahme“, also ohne Klausel dokumentiert.

Hier zeigen sich sehr gut die Grenzen solcher Systeme. Natürlich muss hier streng(er) geprüft werden und ggf. auch mal die eine oder andere Klausel mehr angeboten werden, denn schließlich möchte man sich keine schlechten Risiken in den Bestand holen.

Lesetipp: Risikozuschlag oder Ausschluss? Geht es auch ohne?

Es gibt eine Berechtigung für beide Systeme

Liebe Frau Bornberg, überholt ist leider nicht das System der Risikovoranfrage und auch der Makler und Berater der nach solchen Systemen arbeitet ist sicher nicht antiquiert und verschließt sich digitalen Innovationen.

„Es  ist längst keine Glaubensfrage mehr, sondern Tatsache: Risikovoranfragen per Post, E-Mail oder Fax haben sich überholt. Sie kosten Versicherer, Vermittler und Kunden viel Zeit, sind mit erheblichem Aufwand verbunden und manchmal auch unter Datenschutzaspekten problematisch. Es gibt keinen einzigen Vorteil von RVA gegenüber dem elektronischen Weg von vers.diagnose.“

Völlig fehl am Platze sind aber solche Aussagen und das „Schönreden“ von dem, von Ihrem Unternehmen angebotenen System. Ich nutze es auch, manchmal und bei bestimmten Konstellationen. Ich halte aber auch aus den oben genannten Gründen und Vorteilen das „alte Modell“ durchaus für wichtig und richtig und viele meiner Kollegen machen ähnliche Erfahrungen. Nicht nur „Tobias B.“, sondern auch „Matthias H.“, Hans X,Y,Z oder andere. Würden die Makler und Berater nur Ihr System nutzen, so müssten wir auch dokumentieren uns nur auf 13 Versicherer zu konzentrieren, den Rest des Marktes unbeobachtet zu lassen.

Auch ist es insbesondere Qualität und Spezialisierung des Maklers zu verdanken, dass sich Kunden gut aufgehoben fühlen. Aufgehoben deshalb, weil wir eben nicht unbedingt „0815“ sind und bei komplizierten Fällen aufgeben.

In der Krankenversicherung fehlen uns zudem solche Systeme, weshalb ich schon allein deshalb hier bei dem bisherigen System bleiben muss. Aber noch etwas anderes ist durchaus interessant. Vielleicht will der Berater den Kunden gar nicht im Gespräch direkt zu einer Antragstellung bringen? Vielleicht ist es gerade die Aufgabe des Beraters mehrere Möglichkeiten aufzuzeigen, Optionen anzubieten und dann zu sagen: „Das ist das was wir derzeit können, das ist der Stand der Anfragen und nun denken Sie in Ruhe darüber nach und kommen auf mich zu, sobald Sie Fragen haben oder sich entschieden haben.“

und ja, ich mag die Einzelanfragen auch deshalb, weil der Kunde sich aufgrund der Fragen bei den einzelnen Gesellschaften explizit mit deren Wortlaut, den abgefragten Zeiträumen und dem damit anzugebenden Krankheitsbild befassen muss. In Ruhe, zu Hause oder bei/ mit seinem Arzt, mit einem Blatt Papier.

Es macht mehr Arbeit, es ist zeitaufwändiger und ja, es ist dennoch oftmals der passendere Weg.

Ich kann verstehen, dass Sie als Geschäftsführende Gesellschafterin von Vers.diagnose Werbung für Ihr Tool betreiben, aber bitte werfen Sie doch mir und Kollegen die es nicht (oder nicht ausschließlich nutzen) nicht vor, wir würden uns dem digitalen Fortschritt verschließen, dem ist (zumindest bei mir) sicher nicht so.

Und Eines noch:

„Was wäre, wenn kein Versicherer den Kunden versichern will, der Kunde innerhlab der Wartezeit abspringt oder krank wird …? Und nicht zu vergessen: In demselben Zeitraum, der bei Tobias B. für einen BU-Vertrag anfällt, kann ein Anwender mit vers.diagnose drei, vier oder noch mehr BU-Beratungen mit Erfolg zum Abschluss bringen. Ohne das Risiko, Kunden wegen langer Wartezeiten mit anschließend negativen Ergebnissen zu verlieren.“

Nun, 1.) will es dann auch von Ihren 13 Versicherungspartnern niemand, 2.) wenn der Kunde „abspringt“, sich dagegen entscheidet, dann ist es sein gutes Recht. Und ja, das Risiko der Krankheit von erster Idee „ich will mich versichern“ bis zu dem gestellten Antrag besteht. Das besteht aber auch wenn Kunde oder Makler einen Termin zur Beratung absagen müssen, sich ein Unfall ereignet oder viele Gründe mehr. Dieses „wenn Sie morgen vom Laster überrollt werden“ mag eine Methode des beraten Verkaufen sein, meine ist das nicht. Sargdeckelklappern und Überreden führt nicht dazu, dass sich Kunden bewusst für Risikoschutz entscheiden, bringt aber manchmal schnelleres Geschäft, zumindest kurzfristig.

Fazit

Anders als Frau Bornberg bin ich nicht der Meinung, dass sich das alte System überholt hat, auch nicht dass sich Makler die es nicht nutzen dem Fortschritt verschließen. Beide Wege haben eine Berechtigung, beide mögen für den einen oder anderen richtig sein, aber niemals ist/hat nur ein System das passende Modell!

LINKTIP:

Auch der Kollege T. Bierl hat einmal ausführlich Stellung genommen.

08.
Juli '17

Ups, da fühlt sich jemand auf den Schlips getreten. Einfach weitergehen. Bitte, danke, gerne.


Manchmal frage ich mich, aber das kennen andere Blogger auch, ich habe das zum Glück nicht so oft und lösche diese meist ungesehen. Heute morgen, wohlgemerkt am Samstagvormittag gegen  11:47 Uhr erreichte mich eine Mail, eine so genannte Offlinenachricht.

Das passiert immer dann, wenn einer der Besucher meiner Website diese besucht, auf „LiveChat“ klickt und auf der anderen Seite (also bei mir) niemand online ist. Eine zusätzliche Dienstleistung, eine die kostenfrei zur Verfügung steht, eine für Kunden und Nichtkunden und eine welche ich in meiner freien Zeit wirklich gern erbringe (sonst würde ich es ja nicht machen).

Manchmal sind es nur „ein paar schnelle Fragen“, Fragen die sich oft binnen Minuten in einem Chat erledigen lassen. Problem gelöst, ganz schnell und kostenfrei. Seit langem scheint es heute aber mal wieder einen/ eine getroffen zu haben, dem eine kostenfrei zur Verfügung gestellte Hilfe nicht passt. Denn er schrieb dann eine „Offline-Nachricht“.

Für den eigenen Namen hat es leider nicht gerreicht, so muss man sich zudem eine FakeE-Mail ausdenken, aber ich will es gern erklären. Direkt geht es ja nicht, Namen und E-Mail habe ich leider nicht, nur eine IP Adresse.„Wieso eine E-Mailadresse in einem Chat?“

Fangen wir mit der einfachen Frage an. Erstens ist es eine optionale Angabe, geht in jedem Fall auch ohne. Oftmals gibt es aber im Chat hilfreiche Informationen, Links und Erklärungen und die wären direkt danach weg. Daher lassen sich mit einer E-Mailadresse weitere Infos und insbesondere der Verlauf des Chats versenden. So können Sie, WENN SIE ES DENN WOLLEN, die Mailadresse genau dazu angeben. Falls nicht, auch gut, dann lassen Sie es einfach.

Wieso bieten sie eigentlich einen Live Chat an, wenn nie jemand online ist wenn ich drauf schaue?

Nun, das kann ich Ihnen auch nicht sagen, da ich nicht weis wann Sie „drauf schauen“. In der Regel bin ich die Woche über online, immer dann wenn ich im Büro bin, nicht gerade eine andere Beratung habe und die Zeit es erlaubt. Das sind im Durchschnitt (zumindest wenn ich mir die Statistik anschaue) in den letzten Wochen und Monaten ca. 35 Stunden die Woche.

Noch etwas Zahlen? Der frühste Login war 6:12 Uhr morgens, die letzte „Sitzung“ endete um 23:43 Uhr abends. Also waren sie wahrscheinlich immer dann online, wenn ich gerade nicht da oder mit anderen Beratungen beschäftigt war, aber hey…. dafür gibt es ja E-Mails und den Offline-Modus.

Was hat das hier mit live Unterhaltung zu tun?

Nichts, deswegen heisst es ja auch „Offline Nachricht“ und nicht Online Nachricht.

und jetzt wird es freundlich…

Nutzen Sie doch lieber die Zeit, die sie damit verbringen andere Mitbewerber unsachlich fertig zu machen,

Habe ich etwas verpasst? Wo war das denn? Also wenn es jemand findet, bitte einfach als „offline Nachricht“ oder auch gern per E-Mail oder als Kommentar unter diesen Beitrag schreiben, ich schaue mir das gern an und ändere es gern ab, also falls es so ist.

ihre Internetseite User freundlich zu gestalten und nicht mit pseudo features ausstatten….

Nun, mobil besser lesbar wird die Seite mit dem Relaunch Ende des Sommers/ Anfang Herbst, da gebe ich zu, das Felt. Wo Sie aber hier „pseudo-features“ sehen weiss ich nicht. Gleiches Angebot- entweder Sie schreiben mir als Kommentar, oder auch gern direkt mit einer Mailadresse, dann bekommen Sie auch gern eine Antwort.

„sie wollen doch nicht mit den Playern verglichen werden, die sie hier so offensichtlich diffamieren…..“

Hm, anscheinend haben wir eine unterschiedliche Auffassung. Aber was ist denn diffamieren aus Ihrer Sicht? Fragen wir doch einmal Wikipedia…

„Als Diffamierung (von lateinisch: diffamare = Gerüchte verbreiten) bezeichnet man heute allgemein die gezielte Verleumdung Dritter. Dies kann durch die Anwendung von Schimpfwörtern oder durch diverse Unterstellungen geschehen.

Vor allem im Bereich der Politik bezieht sich die Diffamierung auf die Ehrverletzung, Hetze sowie die Gerüchteverbreitung gegen partei- oder staatspolitische Gegner. Die dabei angewendeten Methoden können sowohl physischer als auch psychischer Natur sein und haben stets den Zweck, den Betroffenen gesellschaftspolitisch auszuschalten, mundtot zu machen oder gar zu ruinieren.

Eine moderne Form des Vertreibens einer Person aus der Zugehörigkeit und Anerkennung ist das sogenannte Mobbing, das sich u. a. durch öffentliche Diffamierung auszeichnet.“

Das wiederum setzt aber voraus, es müssten Gerüchte verbreitet worden sein. Von mir? OK, wo denn? Ich habe auch keine wirkliche Idee auf wen sich das bezieht, auch nicht mal eine auf was es sich beziehen könnte. Eines habe ich in 16 Jahren bloggen nie gemacht, Gerüchte zu verbreiten. Alle Aussagen zu Tarifen, Gesellschaften und Themen können Sie nachlesen, dazu sind meist sogar die entsprechenden Bedingungen hinterlegt und ein einfacher Klick bringt Sie genau dahin.

 

Den Rest erspare ich Ihnen

Weitere Aussagen aus der und einer weiteren Nachricht erspare ich Ihnen lieber, nicht jede Beleidigung und jeden Unsinn muss man aufgreifen. Aber eins möchte ich dennoch sagen:

Ich mache das gerne und kostenfrei. Dieser LiveChat ist eine Ergänzung zu dem normalen Beratungsangebot und kostet den Anfragenden nichts. Manches kann man dort beantworten, anderes wiederum nicht und am Ende jedes Chats steht Ihnen ein Sternesystem zur Bewertung und eine Kommentarfunktion zur Verfügung, einfach nutzen. Danke !

Und nun wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende. Dem der es nutzen möchte viel Spaß um Chat. Wer es nicht nutzen mag, dem stehen genug andere Wege zur Verfügung, auch passende Berater und Portale im Internet bieten Ihren Service an.

Nur eine Bitte an den Schreiber dieser Nachricht heute: Sparen Sie sich doch Beleidigungen und Behauptungen und nutzen Sie gern eine andere Seite. Und wenn Sie schon stänkern möchten, dann doch gern mit „offenem Visier“, also mit Namen und richtiger Mailadresse, dann kann (und werde) ich Ihnen auch antworten.

20.
Juni '17

Anonyme Voranfragen bei Berufsunfähigkeit und Krankenversicherung – warum es einen qualifizierten Berater braucht


In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest wurde einmal mehr die Berufsunfähigkeit getestet. Nach dem desaströsen letzten Test zur Berufsunfähigkeit hat sich zum Glück bei Finanztest einiges verändert, mehr dazu und zu den Fehlern im aktuellen Test folgt in einem anderen Beitrag. Auch in diesem Test hat die Zeitschrift einen „Wegweiser“ veröffentlicht und mit der Überschrift „So kommen Sie zu einem Vertrag“ versehen. Neben der Tatsache, dass sie mehrerer Angebote parallel einholen sollen (wogegen grundsätzlich noch nichts einzuwenden ist) erfolgt diesmal ein Hinweis auf Versicherungsberater oder Versicherungsmakler.

Genau heißt es dazu:

„Vorerkrankungen. Waren sie in den vergangenen fünf Jahren ernsthaft krank oder sind sie chronisch krank, stellen Sie eine anonyme Risikovoranfrage über einen unabhängigen Versicherungsberater oder einen Versicherungsmakler.“

Diese zeitliche Eingrenzung und auch der Bezug auf „ernsthafte Krankheiten“ greift jedoch deutlich zu kurz. Die anonyme Voranfrage ist nicht nur wichtig und notwendig für den Fall von „ernsten Erkrankungen“, sondern ganz generell. Zudem stellt sich die Frage was eine ernste Erkrankung ist. Sind Rückenschmerzen, welche jedes Jahr mal wieder auftreten oder unregelmäßige Magenschmerzen denen der Interessent wenig Bedeutung beimisst, ernste Erkrankungen oder doch eher Lappalien?

Eine anonyme Voranfrage ist existenziell, immer!

Dabei ist grundsätzlich erst einmal zu klären, wie eine Antragstellung in der Berufsunfähigkeitsversicherung generell funktioniert, um hier zu verstehen wo die Risiken liegen und wie sich diese vermeiden lassen. Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchten, dann haben die folgenden Faktoren einen direkten Einfluss auf die Prämie und die Vertragsgestaltung:

  • – das Eintrittsalter
  • – der Gesundheitszustand in der Vergangenheit und der aktuelle Zustand
  • – die berufliche Tätigkeit
  • – private Hobbys wie Skifahren, Motorradfahren, fliegen, Fallschirmsprünge und vieles mehr

Eine anonyme Voranfrage nicht nur wegen der Gesundheit

Mit einer solchen anonymen Voranfrage lassen sich daher nicht nur die passenden Verträge auswählen, sondern es lassen sich auch die Rahmenbedingungen für private Freizeitaktivitäten, Zuschläge und Ausschlüsse aufgrund besonderer Risiken und weiterer vertragsbeeinflussende Faktoren ermitteln und vorab klären. Nicht selten kommt es vor, dass insbesondere die berufliche Tätigkeit bei verschiedenen Versicherern zu gänzlich unterschiedlichen Einstufungen und Prämien führt, was am Ende zu Preisunterschieden von 50 % und mehr führen kann.

Berufsgruppenauswahl in der Software (links der eigenebene, rechts unten der ausgewählte Beruf). DARUM braucht es Menschen!

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt und einfach recht lapidar seinen Beruf „Büroangestellte“ dort einschreibt, der wird wahrscheinlich einen entsprechenden Versicherungsschutz bekommen, ob es der richtige und passende ist, steht wiederum auf einem ganz anderen Blatt.

Mit einer solchen anonymen Voranfrage lassen sich damit die Berufsgruppeneinstufungen, Zuschläge und Ausschlüsse aufgrund von Freizeitaktivitäten und weitere Faktoren vorab klären. Das macht es insbesondere bei der finalen Antragstellung nicht nur deutlich einfacher, es erleichtert auch den (mehr …)