Archiv für Juli 2009

31.
Juli '09

Private Krankenversicherung bei bereits bestehender Schwangerschaft


Da hat „Frau“ sich nun entschlossen in das System der Privaten Krankenversicherung zu wechseln und dann erfährt sie das sie schwanger ist. Nun sollen all die Wünsche von einer besseren Absicherung in der PKV für sie und das Kind zunächst „auf Eis gelegt sein“?

Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in der PKV (außer im Baisistarif) eine Risikoprüfung, welche über Annahme oder Ablehnung entscheidet. Natürlich möchte ein privater Versicherer nicht „das brennende Haus“ versichern und stellt daher den Antrag zunächst bis nach der Geburt zurück. Schade, denn gerade das Kind käme durch den bestehenden PKV Schutz eben auch in den Genuss der Nachversicherung in der PKV und kann/ könnte so von Anfang an eine entsprechend hochwertige Absicherung bekommen.

Das muss aber nicht sein.

Heute ist es mit Hilfe entsprechend geschulter Berater durchaus möglich, auch bei bereits bestehender Schwangerschaft den Wechsel aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu vollziehen. Dazu sind jedoch eine ganze Reihe von Kriterien zu beachten.

Nicht nur die Beitragspflicht während der Elternzeit muss besprochen werden, auch Umfang und die Art und Weise des gewünschten Versicherungsschutzes führen in der Regel zu einem hohen Informationsbedarf.

Die Nachversicherung von Neugeborenen ist laut den Musterbedingungen für die Krankheitskostenversicherung (MBKK) nur dann möglich, wenn zum Zeitpunkt der Geburt mind. 3 Monate Versicherungsschutz bei dem Versicherer bestanden hat. Einige Versicherer haben diese Regelungen verändert. Hier reichen schon ein Monat oder es ist gar keine Vorversicherungszeit erforderlich. Diesen Punkt sollten Sie unbedingt beachten, da sonst die Nachversicherung des Neugeborenen gefährdet ist.

Auch die Beitragsfreiheit während des Elternzeit wird von einigen Anbieter angeboten und schafft zusätzlichen, finanziellen Freiraum für die weiteren Ausgaben. Sollte dieses- nicht nur bei bestehender Schwangerschaft- ein Thema sein, so schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Berater die speziellen tariflichen Regelungen hierzu an. Auch Optionsrechte können helfen. Hiermit lassen sich bestehende Versicherungsleistungen verringern was zu einer Reduzierung des Beitrages führt. Durch ein vertraglich garantiertes Options- oder Wechselrecht ist sichergestellt, dass sie den Versicherungsschutz ohne erneute Risikoprüfung wieder verbessern können.

Die Annahme-Regelungen der Versicherer sind hier leider etwas undurchsichtig und sehr unterschiedlich. So existieren folgende (beispielhafte) Lösungen:

– Ablehnung des Antrages bzw. Zurückstellung bis nach der Geburt

– versicherbar nur bis zum 1, 3, 5 Monat der Schwangerschaft (maßgebend ist hier der Versicherungsbeginn)

– versicherbar nur mit Regelleistungen (also ohne Privatarzt, Ein- oder Zweibettzimmer)

Lassen Sie sich in jedem Fall ausführlich von einem Spezialisten in Sachen Private Krankenversicherung beraten und beachten Sie auch die Auswahlkriterien zur PKV, welche Sie hier auch als ausfüllbare pdf Datei kostenfrei laden können.

30.
Juli '09

Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung – Teil II


als Fortsetzung meines gestrigen Artikels… (LINK)

Bei den Massagen schreibt die GEK in Ihrem „Vergleich“:

„Massagen: Die Kosten für Massagen werden in der PKV erstattet. Jedoch muss der Privatversicherte darauf achten, dass er den entsprechenden Tarif abgeschlossen hat. Wer im Standardtarif versichert ist, hat keinen Anspruch auf Leistungen für Massagen.“

Was die GKV damit sagen will ist mir nicht klar, so ist die Aussage aber falsch. 1.) sprechen wir hier von „Heilmittel Anwendungen„. Das ist weit mehr als die Massage. Hierunter versteht man unter anderem auch noch sonstige Arten von physiotherpeutischer Behandlung, Wärmepackungen, Fango aber auch Logopädie und Ergotherapie. Falls mit dem Standardtarif ein „einfacher PKV Tarif“ gemeint sein soll, so stellt sich die Frage wie die GEK darauf kommt. Hier ist es wie immer in der PKV. Ich kann mich bewusst für oder gegen Leistungen entscheiden und diese versichern oder eben nicht. Generelle Regelungen existieren nicht. Und sollte mit „Standard-“ der Basistarif gemeint sein, so ist die Aussage erst recht falsch. Im Basistarif erfolgt im Bereich der Heimlittel die gleiche Versorgung wie in der GKV. Auch die Zuzahlungen von 2 EUR je Heilmittel und 10 EUR pro Versorgung sind identisch.

Fehler Nummer …, ich hab aufgehört zu zählen.

Bei der folgenden Aussage frage ich mich gerade ob hier die Seiten vertauscht wurden, scheint aber ernst gemeint.

„Vorsorge, Prävention: „Für ambulante Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten besteht ein tariflicher Leistungsanspruch nach gesetzlich eingeführten Programmen (gezielte Vorsorgeuntersuchungen)““

Das ist anscheinend bewusst falsch dargestellt, da in der Spalte der GEK (GKV) das eigene Vorsorgeprogramm gelobt wird. Diese Aussage ist falsch. Die private Krankenversicherung erstattet (je nach Tarif) ambulante und stationäre Vorsorgeuntersuchungen, oft ohne Altersgrenzen und ohne die Bindung an gesetzlich eingeführte Programme. Vielfach werden die Kosten weitaus höhe und für umfangreichere Programme übernommen als die GKV diese leisten kann/ darf. Oder seit wann zahlt die GKV wie (einige) PKV Tarife die Vorsorge in Präventionskliniken, sonstige Vorsorgeprogramme und Pauschalen zur eigenen Verwendung?

„Zahnersatz: Versichert sind alle medizinisch notwenigen Leistungen. Der Zahnersatz richtet sich nach den einzelnen Tarifen, meist hat der Versicherte hier einen Eigenanteil zu bezahlen.“

Fast richtig, aber eben nur fast. Versichert ist der tarifliche Umfang, so wie ich es mir vor Vertragsbeginn ausgesucht habe und mich bewusst dafür entschieden habe. Die Leistungen der PKV kennen keine „Regelversorgung“ und keine „wirtschaftlich, zweckmäßige“ Versorgung. Daher wenn schon Vergleich, dann bitte richtig. Es ist nicht nachvollziehbar warum hier bewusst getäuscht wird. Die Leistungen bei Zahnersatz sind- bei entsprechender Tarifwahl, deutlich höher als in der GKV. Auch durch eine entsprechende Zusatzabsicherung lassen sich diese aufwerten. Immerhin, das hat auch die GEK erkannt und verweist mal schnell auf die Kooperation mit einem privaten Krankenversicherer und seine Zusatztarife „GEK Zahn“.

„Beitragsrückerstattung: Wer nur Vorsorge nutzt kann nach Leistungsfreien Jahren bis zu 6 Monatsbeiträge zurück erhalten.“

Mal eine richtige Aussage, wenn auch nicht ganz vollständig.

Spannend ist der Folgende Textteil, man lasse sich die Formulierung mal auf der Zunge zergehen…(Hervorhebungen durch mich)

„Ärzte: Privat Versicherte erhalten nach einem ambulanten Arztbesuch eine Rechnung direkt vom Arzt. Diese (oft nicht unerhebliche)  Rechnung muss in vollem Umfang bezahlt werden (ebenso wie Medikamente). Erst nachdem der Patient die Quittungen bei seiner Versicherung eingereicht hat, erhält er nach Prüfung die Kosten erstattet. Eine 100%ige Kostenübernahme findet oft nicht statt.“

Zunächst einmal ist es ja richtig das der Versicherte eine Rechnung vom Arzt bekommt. Von wem auch sonst, denn dieser ist ja direkter Vertragspartner und der Patient kann die Leistungen so in Anspruch nehmen wie er möchte, auch ohne entsprechende (Rück-)versicherung. Ob er die Rechnung erst bezahlt und dann einreicht oder dieses unbezahlt tut (siehe auch den Beitrag zum Rechnungscheck) ist ihm selbst überlassen. Von dem Einreichen einer Quittung oder eines Nachweises der Zahlung habe ich nie was gehört, dieses ist völliger Unsinn. Hier möchte man dem PKV Versicherten anscheinend suggerieren „Pass auf, so schlimm ist das wenn Du die Rechnungen erst bezahlen musst“. Und die Aussage das meist nicht zu 100% erstattet wird ist nicht nur frech sondern auch falsch. Die Leistung erfolgt so wie versichert. Im ambulanten Bereich bei den meisten Tarifen zu 100% für ärztliche Leistungen und Medikamente.

Alles in Allem zeigt sich hier, das hier mit unfairen Vergleichen gearbeitet wird.

Ich habe mich entscheiden diese Informationen mal als Anfrage an den Vorstand der GEK und an das zuständige Aufsichtsamt zu senden. Die Antworten finden Sie dann hier, sobald diese vorliegen.

Den Originalvergleich können Sie hier als pdf herunter laden. (Danke an Hr. K. für die Übersendung)

es geht weiter…

Nachdem der Kunde kurz seine Meinung gegenüber dem Mitarbeiter der GEK per Mail kundgetan hat, hat der ähnlichen Unsinn geantwortet. Auch dieses werde ich in der kommenden Woche hier einstellen. Seien Sie gespannt.

29.
Juli '09

Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung


Guten Morgen liebe Leser,

wenn jemand aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln möchte, sich ausreichen und lange informiert hat und dann (nach Abschluss der PKV) die GKV kündigt, versucht diese oft den Versicherten zu halten.

Dieses ist nicht nur legitim, sondern auch verständlich und nachvollziehbar, besonders wenn es sich um „Besserverdiener“ handelt. Solange das mit fairen Mitteln und richtigen Aussagen passiert ist es in Ordnung und nachvollziehbar.

Nun passierte genau dieses einem Kunden (*Name bekannt) und dieser erhielt von der GEK einen „Vergleich PKV und GKV“. Dort werden zum Teil falsche, zum anderen Teil unvollständige Aussagen getroffen, die ich nur ansatzweise hier kommentieren möchte.

„Werden bisher attraktive Tarife geschlossen, um wettbewerbsfähige Angebote anzubieten, kann der ehemals günstige Tarif teuer werden.“

So pauschal ist die Aussage natürlich nicht richtig. Ein Tarif in der PKV, wenn er „ordentlich“ kalkuliert ist, wird nicht „vergreisen“ und sehr teuer werden, auch wenn keine neuen Versicherten dazu kommen. Dennoch sollte man sich natürlich vor Vertragsabschluss genau informieren wie die Strukturen und die Kalkulation des Unternehmens aussieht.

Zum Thema Risikoprüfung schreibt die GEK:

„Nachträgliche Leistungsminderungen, Leistungsausschlüsse oder Beitragsaufschläge sind möglich.“

Welch ein Unsinn. Die so genannten Risikozuschläge sind bei Vertragsbeginn festgelegt und gelten dann über den vereinbarten Zeitraum. Hat längere Zeit keine Veränderung/ Verschlechterung stattgefunden und sich „das Risiko normalisiert“, so kann es zu einer Reduzierung oder dem Entfall des Zuschlages kommen. Was aber falsch ist: Nachträglich kommt keine Verschlechterung hinzu. Erst recht keine Leistungsminderungen, dieses ist ein entscheidender Vorteil der PKV. Weiterhin werden in der Krankenvollversicherung grundsätzlich keine Leistungsausschlüsse vorgenommen. (außer Gruppenverträge, dort anstelle von Zuschlägen möglich)

Richtig ist die Aussage:

„Krankengeld: Während des Bezuges von Krankengeld besteht in der PKV Beitragspflicht.“

Da fehlt aber der Hinweis das es keine Rolle spielt, wenn das Krankengeld ausreichend bemessen ist. Wie hoch es sein sollte, können Sie hier nachlesen.

„Selbstbehalte: Jährlich zwischen 300 EUR und 1.500 EUR üblich.“

Schon wieder eine falsche Behauptung. Woher die GEK diese Information hat ist mir schleierhaft. Der Selbstbehalt kann absolut oder prozentual sein und sich zwischen 0 EUR (NULL) und 5.000 EUR (Deckelung des Gesetzgebers) bewegen. Wie die GEK beurteilen möchte was „üblich“ ist, ist mir unklar.

„Künstliche Befruchtung: Wird bei Versicherten nur mit Erfolgsaussicht bezahlt.“

Aha, und die GKV zahlt jeden Unsinn egal wie erfolgreich es ist? Auch diese Aussage ist falsch. 1.) ist es Tarifabhängig welche Erstattungen hier zu Grunde gelegt werden, 2.) gibt es recht umfangreiche Regelungen zur Kostenteilung und 3.) gehen Sie mal in eine solche Klinik oder zu einem Arzt und lassen sich erklären wer welche Kosten übernimmt.

Wie man so viel Unsinn auf 4 Seiten packen kann ist mir unklar. Morgen lesen Sie den 2. Teil Hier geht es nun weiter zum Teil II und zum Download des entsprechenden Dokumentes des „Vergleiches GKV und PKV“ der GEK und erhalten auch den Link zum Original Druckstück.

28.
Juli '09

Berufsdefinition in der BU Absicherung – welche Berufsgruppe gilt?


Guten Morgen liebe Leser,

hier hatte ich bereits zu den Begriffen der Berusfunfähigkeit, Invalidität und Arbeitsunfähigkeit eines geschrieben und versucht die Begriffe etwas klarer zu gestalten.

Als nächsten Schritt bei der Auswahl der Berufsunfähigkeitsversicherung stellt sich die Frage in welche Berufsgruppe der Versicherte eingestuft wird. Bei den Gesellschaften ist dieses aber höchst unterschiedlich und sollte keineswegs allein eine Entscheidungsgrundlage sein. Nur weil jemand hier in die BG 1 kommt, heißt es nicht das nicht ein anderer Anbieter in der BG 2 besser und sogar preiswerter sein kann.

Die Einstufungen der unterschiedlichen Berufsgruppen haben das Ziel, die Prämien risikogerechter zu verteilen. So zahlt ein Dachdecker in der BG 3 deutlich mehr Prämie, als ein Berater in der BG 1. Aber auch dieser kann, bei Außendiensttätigkeiten in die BG 2 kommen.

Auch der Irrglaube Ingenieure seien immer in der BG 1 ist so nicht richtig. Allein wegen des Berufes wären Sie dieses bei den meisten Gesellschaften. Jedoch ist auch hier die Tätigkeit maßgebend. Der Ingenieur der auf Baustellen unterwegs ist oder selbst handwerklich tätig ist oder dieses überwiegend tut wird nicht in der BG 1 versicherbar sein.

Ob diese Gruppen nun BG 1-4. oder noch dazu die 1+ oder A-D bezeichnet werden spielt keine Rolle. Das Ziel der Gesellschaft ist immer das Gleiche.

Daher der Tipp: Machen Sie sich vor Ihrem Beratungsgespräch Gedanken wie ihre typische Tätigkeit aussieht. Schreiben Sie einmal einen kompletten, typischen Tagesablauf auf, ähnlich einem Stundenplan bei Kindern. Wieviel der Zeit sind Sie…

  • körperlich tätig
  • am Schreibtisch
  • am Telefon
  • im Auto
  • sonst auf Reisen
  • und, und, und…

So kann ihr Berater am besten einschätzen welche Berufsgruppe die richtige ist und welche Gesellschaften nach Prüfung Ihrer Auswahlkriterien (LINK) in Frage kommen.

27.
Juli '09

Beitragsgarantie und Beitragsanpassungen des Dt. Rings – Tarife und Details


Guten Tag,

das Jahr schreitet voran und so langsam kommen wir wieder zu der ein oder anderen Beitragsgarantie bzw. ersten Zahlen zu Anpassungen im Neugeschäft. Dieses ist nicht direkt auf die Bestandskunden zu übertragen, ein Trend bzw. eine Tendenz ist manchmal jedoch durchaus zu erkennen. Vor knapp einem Monat hatte ich hier die Daten der AXA veröffentlicht.

Folgende Tarife des Deutschen Rings bleiben hier beitragsstabil bis Ende 2010.

Esprit M, Esprit MX, Esprit X

dazu bei Frauen, Kindern und Jugendlichen auch der Esprit

und bei Männern, Kindern und Jugendlichen auch der Comfort, Comfort+, Classic und Classic+

Anpassungsbedarf besteht somit bei Männern im Esprit und Frauen im Comfort/ Comfort+, Classic und Classic+.

Die Veränderungen der Neugeschäftsprämien bei den Männern im ESPRIT sehen wie folgt aus:

Alter: 21,  +23,19 EUR (11,08% vom Beitrag 2008)

Alter: 30,  +25,30 EUR (10,21%)

Alter: 40,  +26,92 EUR (8,67%)

Alter: 50,  +29,67 EUR (7,31%)

Alter: 60,  +40,59 EUR (7,68%)

Dabei ist zu beachten das es die letzte Anpassung im Jahre 2007 gab. Die genannten Beiträge sind Tarifbeiträge (inkl. PIT Baustein, Portabilität der Rückstellungen) und OHNE des gesetzlichen Zuschlag von 10%.

Die anderen Gesellschaften werden vermutlich zeitnah Ihre Beitragsgarantien und später auch die Anpassungen für das Neugeschäft und den Bestand kommunizieren. Mehr erfahren Sie an dieser Stelle.