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Beamte und Beamtenanwärter in die PKV – auch mit Vorerkrankungen kein Problem

Update 2026, Ablauf, Ansprechpartner und einige Änderungen.

Dieser Beitrag ist nun schon über 15 Jahre alt und das Problem besteht unverändert. Die Öffnungsaktion bei Beamten verschafft diesen auch dann einen Zugang, wenn Vorerkrankungen sonst zu einer Ablehnung führen würden. Leider haben sich in den letzten Jahren weitere Unternehmen (zuletzt die Barmenia, mit einem der besten Tarife am Markt der Beamten) von der Teilnahme an der Öffnungsaktion verabschiedet. Weitere Informationen zur Öffnungsaktion finden Sie auf dem Kundenportal des PKV-Verbandes.

Weitere Informationen finden Sie in der Infobroschüre des PKV-Verbandes zur Öffnungsaktion für Beamte, Stand 01/2026.

Eine Beratung finden Sie, so gewünscht, bei meinem Kollegen und Beihilfespezialisten Sven Meschede. Sein Profil und die weiteren Daten finden Sie auf meiner “Über mein Team und mich” Seite. Den Ablauf unserer Beratung finden Sie hier erklärt:

Welche Versicherer nehmen an der Öffnungsaktion teil? (Stand 01/2026)

Ausschließlich diese Unternehmen nehmen (mit einer eingeschränkten Tarifauswahl) teil und versichern Beamte mit maximal 30% Zuschlag.

  • Allianz
  • DKV
  • Versicherungskammer Bayern (Bayerische Beamtenkrankenkasse und auch UKV)
  • Generali (über die DVAG)
  • DBV (welche zur Axa gehört)
  • Hallesche (nicht bei Beamten auf Widerruf)
  • Debeka
  • HUK Coburg
  • Inter
  • SDK- Süddeutsche Krankenversicherung
  • LIGA (nur für katholische Priester) + vrk (Versicherer im Raum der Kirchen)
  • Münchener Verein
  • ottonova
  • Signal Iduna

Aufgrund der vielen Nachfragen in der letzten Zeit möchte ich diesem Thema einen eigenen Beitrag “zukommen lassen”.

Wie bekannt ist man in der privaten Krankenversicherung (mit Ausnahme des Basistarifes) nur mit einer entsprechenden Risikoprüfung versicherbar. Dieses ist zum einen durch das Grundprinzip der privaten Krankenversicherung erklärbar, zum anderen auch logisch, da sonst keine Prämienkalkulation möglich wäre.

Dennoch gibt es eine Reihe von Patienten, welche so gravierende Vorerkrankungen haben (zum Beispiel laufende oder kürzlich abgeschlossene Psychotherapie, laufende Kinderwunschbehandlung, chronische Erkrankungen usw.). Diese sind aufgrund des Prinzips der Kalkulation nicht versicherbar. (wenige Ausnahmen hier)

Handelt es sich aber um Beamte oder Beamtenanwärter (Achtung: Dank eines Hinweises eines Kollegen hier noch eine weitere Klarstellung: Für Referendare gilt die Öffnungsklausel nicht generell, einige Anbieter wenden diese aber an. Hier ist auch an weitere Fragen „Was ist bei Arbeitslosigkeit nach dem Referendariat zu denken – also genauer hinschauen)“ zu denken. So sind hier Ausnahmeregelungen geschaffen worden, um diese dennoch zu versichern. Blieben die nämlich in der GKV, so wäre hier ein Beitrag für 100 % Leistung zu zahlen, jedoch würde durch die Beihilfe nur 20–50 % Kosten entstehen und es käme zu einem nicht so kleinen finanziellen Nachteil.

Aufgrund dieser Situation haben sich (einige) private Krankenversicherer in einer so genannten Öffnungsaktion zusammengeschlossen und bieten auch hier Versicherungsschutz an. Dieser ist an Voraussetzungen geknüpft, welche zwingend einzuhalten sind.

Beginnen wir mit der Öffnungsaktion für Beamtenanfänger:

Diese gilt für Beamte auf Probe, Beamte auf Zeit/Zeitsoldaten, Beamte auf Widerruf (nach der Ausbildung), Beamte auf Lebenszeit/ Berufssoldaten, Richter, Geistliche, Dienstordnungsangestellte, Beamte des Bundesgrenzschutzes, der Feuerwehr oder Polizei.

Diese einmalige Öffnung gilt auch für die (mit dem Beamten gleichzeitig wechselnden) Familienangehörigen, wenn für diese ein Anspruch auf Beihilfe besteht.

ACHTUNG: Der Wechsel muss binnen 6 Monaten nach erstmaliger Verbeamtung erfolgen, sonst ist dieser verwirkt.

Nehmen die Versicherten an der Öffnung teil, so erstreckt sich der Versicherungsschutz nicht auf sogenannte Mehrleistungen (Zweibett-/ Einbettzimmer, Privatarzt, Beihilfeergänzungstarife). Einzige Ausnahme: Wenn der Dienstherr auch für die Wahlleistungen leistet, so wird auch hier die Öffnungsklausel nutzbar.

Für die Versicherten ergibt sich ein großer Vorteil.Es gibt keine Ablehnung und der Risikozuschlag ist auf max. 30 % beschränkt. Das ist in der Regel immer noch besser als der Schutz und die Prämie für 100 % in der gesetzlichen Krankenkasse.

Mit der sogenannten “dauernden Öffnung für Beamte” wurde im Jahre 2005 eine weitere Möglichkeit geschaffen, auch Beamte mit Vorerkrankungen zu versichern.

Möglich ist dies für Beamte auf Probe, Zeit oder Lebenszeit mit Anspruch auf Beihilfe oder freie Heilfürsorge (ausgenommen Soldaten), Richter und Versorgungsempfänger mit Beihilfeanspruch.

Hierbei ist aber noch eine weitere Voraussetzung zu erfüllen. Diese Personen müssen am 31. 12. 2004 bereits in einem der genannten Dienstverhältnisse gestanden haben und freiwillig in der GKV versichert gewesen sein.

Auch hier gelten die gleichen “Spielregeln”. Maximal 30 % Zuschlag, Wahlleistungen nur, wenn auch vom Dienstherrn geboten, und Familienangehörige wie oben genannt.

Der Öffnungsaktion haben sich 20 Versicherer angeschlossen. Stand 2026 sind es noch 16.

Sie sollten aber dringend darauf achten, nicht beliebig Anträge zu stellen. Mit dem ersten Antrag ist der Anspruch auf Öffnung verwirkt, ein weiterer Antrag bei einem anderen Unternehmen unterliegt der “normalen” Risikoprüfung.

Auch sollten Sie peinlichst genau darauf achten, alle Angaben zur Gesundheit so genau wie irgend möglich zu machen. Wenden Sie sich am besten an einen qualifizierten und spezialisierten Vermittler oder Berater – nur so können Sie sicher sein, den gewünschten Schutz auch zu bekommen.

Weiterführende Informationen: Infos für “Junglehrer” und die geeignete Krankenversicherung

2 Kommentare

  1. Guten Tag Herr Henning,

    vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Soweit ich dies verstanden habe, gibt es 20 Private Krankenversicherungen, die eine Sonderreglung für Beamte auf Widerruf mit Vorerkrankungen haben. Ich bin derzeit Anwärterin und habe somit meinen Anspruch auf Familienversicherung verloren und würde mich gerne privat versichern.
    Was könnten Sie mir empfehlen ?

    Mit freundlichen Grüßen,

    Leonie Cleuet

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